
Sign up to save your podcasts
Or


Based on Podcast App listening data
Toni Turek, geboren am 18.1.1919, ist einer der Fußballhelden des "Wunders von Bern": Seine Paraden retteten Deutschland die Führung im Endspiel der Fußball-WM 1954 - dabei war die erste Halbzeit gar nicht gut für ihn gelaufen...
Anton "Toni" Turek steht schon als kleiner Junge beim Straßenfußball in Duisburg Wanheimerort im Fußballtor.
Im Sommer 1954 wird Turek als Keeper der deutschen Nationalmannschaft einer der Helden von Bern. Kurz vor Schluss rettet er mit einer Glanztat den 3:2 Sieg der Deutschen.
In diesem Augenblick wird Turek durch den Radio-Reporter Herbert Zimmermann zur lebenden Legende erhoben. "Die Verteidiger der Ungarn müssen weit mit aufrücken. Jetzt heben sie den Ball in den Strafraum hinein…Schuss!...Abwehr von Turek! Turek du bist ein Teufelskerl. Turek, du bist ein Fußballgott!"
Das Glück von Bern hält für Turek ein ganzes Leben. Die Gesundheit verlässt den Fußballgott dagegen schon bald. Immer wieder hat Turek mit Lähmungserscheinungen zu kämpfen, vermutlich ausgelöst durch einen Granatsplitter in seinem Kopf, der ihn im Zweiten Weltkrieg schwer verwundet. Die WM-Helden von Bern richten ein Benefizspiel aus, es kommen aber nur 3.500 Zuschauer.
Toni Turek stirbt ein halbes Jahr nach einem Herzinfarkt und einem Hirnschlag am 11. Mai 1984 im Alter von 65 Jahren.
In diesem Zeitzeichen erzählt Burkhard Hupe:
Im Haus bleiben, Fenster geschlossen halten, Auto stehen lassen: So lauten am 17.1.1979 die Anweisungen beim bundesweit ersten Smog Alarm im Ruhrgebiet.
Das Jahr 1979 beginnt mit dicker Luft: Das westliche Ruhrgebiet ist umhüllt von einer Dunstglocke. Smog nennen die Engländer diese Mischung aus Nebel (fog) und Rauch (smoke), die den Bewohnern die Sicht versperrt und ihnen die Luft zum Atmen nimmt. Weil eine obere warme Luftschicht die untere kalte Luft am Boden hält, können Abgase nicht abziehen.
So schnellen Mitte Januar die Stickoxidwerte im Ruhrgebiet so in die Höhe, dass die Landesregierung Düsseldorf zum ersten Mal eine Smogwarnung der Stufe eins ausgibt. In der ersten Warnstufe werden Bürger und Industrie noch gebeten, alle Arten von Verbrennungen zu reduzieren, der Verzicht ist aber freiwillig. Zum Glück kommt bald schon Wind auf und der gefährliche Nebel lichtet sich wieder.
Sechs Jahre später ist die Lage ernster. Im Januar 1985 muss die NRW-Landesregierung Smogalarm der Stufe drei auslösen. Damit ist die Zeit des Bittens vorbei: Alle Unternehmen, die Luftverschmutzung verursachen, müssen ihren Betrieb einstellen. In einigen Teilen des Ruhrgebiets dürfen keine Autos mehr fahren, die Schulen bleiben geschlossen.
In diesem Zeitzeichen erzählen Veronika Bock und Ulrich Biermann:
Fans der "???"-Hörspiele lieben die Stimme von Thomas Fritsch (geboren am 16.1.1944). In den 1960er Jahren sollte niemand wissen, dass der Frauenschwarm des deutschen Films schwul war...
Geboren wird Thomas Fritsch als Sohn des Ufa-Schauspiel-Stars Willy Fritsch und der Tänzerin Dinah Grace. Die Eltern sind wenig überrascht, als sich der junge Thomas für die Schauspielerei entscheidet. Die Karriere beginnt für den gut aussehenden Fritsch erfolgreich, 1963 wird er als bester Nachwuchsschauspieler mit dem Bambi ausgezeichnet. Zu seinem Leidwesen wird Fritsch vor allem für romantische und leichte Rollen gebucht.
Nach einem Karriereknick gelingt Thomas Fritsch Ende der 70er-Jahre das Comeback mit der Serie "Drei sind einer zuviel", mit Jutta Speidel und Herbert Herrmann. Später steht er mit "Rivalen der Rennbahn" wieder im Fokus der Öffentlichkeit – und als Synchronsprecher. Seine Baritonstimme ist bei "Findet Nemo", "König der Löwen" und den "Drei Fragezeichen" dabei. In dem Kinofilm "Der WIXXer" hat Thomas Fritsch als Mopszüchter "Earl of Cockwood" seinen letzten großen Filmauftritt. Fritsch stirbt 2021 nach einer Demenzerkrankung.
In diesem Zeitzeichen erzählt Fritz Schaefer:
"Eigentum ist Diebstahl", schreibt Pierre-Joseph Proudhon, geboren am 15.1.1809. Doch der Kommunismus im Sinne von Karl Marx ist nicht sein Ziel.
Als armer Sohn eines Küfers und einer Köchin bekommt der begabte Pierre-Joseph Proudhon zwar ein Stipendium für die höhere Schule, kann sie aber aus Geldmangel nicht abschließen. Der Junge aus Besançon empfindet seine Armut als Erniedrigung, die daraus resultierende Wut wird zu seinem Antrieb für mehr Gerechtigkeit zu kämpfen. Der Autodidakt löst schon mit seinem ersten Essay über ein neues Rechts- und Regierungsprinzip eine hitzige Debatte aus, in dem er festhält: "Eigentum ist Diebstahl!"
Doch Pierre-Joseph Proudhon ist kein Revolutionär, der mit den Messer zwischen den Zähnen zum Kampf aufruft. Vielmehr versucht er als Abgeordneter das System von innen zu ändern: "Wir werden gleichzeitig konservativ und fortschrittlich sein; denn nur in dieser doppelten Eigenschaft sind wir Revolutionäre". Er scheitert und seine Gegner bringen ihn ins Gefängnis. Und er sieht die Gefahren, die der Sozialismus und Kommunismus mit sich bringen und mahnt schon zu Lebzeiten, dass man "sich vor politischen Erschütterungen in Acht nehmen müsse, weil sie oft von Diktaturen abgelöst würden."
In diesem Zeitzeichen erzählt Sabine Mann:
Philipp Reis (gestorben 14.1.1874): Ein hessischer Tüftler, der mit seinem "Telephon" die Welt verändert hat. Reich werden sollte er damit nicht.
Geboren wird Philipp Reis 1834 in der hessischen Kleinstadt Gelnhausen in eine Bäckerfamilie hinein. Die Eltern sterben früh, Reis wird von seinem Vormund in eine Kaufmannslehre geschickt. Doch in seiner Freizeit begeistert sich der blitzgescheite und handwerklich versierte Reis für Naturwissenschaft und Technik. So gelingt es ihm als Nichtakademiker auch, eine Anstellung als Lehrer zu finden. Begeistert unterrichtet er seine Schüler und baut für ihr besseres Verständnis ein Modell von einem menschlichen Ohr.
"Seitdem hatte ich die Idee, ob man nicht einen Apparat bauen kann, mit dem man die menschliche Stimme auf weite Entfernungen hörbar machen kann", erinnert sich Philipp Reis später. Die ersten Prototypen bestehen aus einer Hasenblase, einer Stricknadel und einer Geige. Tatsächlich gelingt es ihm, Töne zu transportieren und Reis entwickelt seine Apparatur ständig fort. Er präsentiert seine Erfindung und die Weiterentwicklungen anderen Wissenschaftlern, Industriellen, Politikern – und sogar dem österreichischen Kaiser.
Nur das Potenzial erkennen weder Forscher noch Investoren. Die Eliten nehmen Philipp Reis, den Nichtakademiker aus der hessischen Provinz, nicht wirklich ernst. Anders der US-Amerikaner Graham Bell. Er lässt sich ein Reis-Telefon schicken, entwickelt es weiter und wird als Telefon-Pionier mehr als reich. Den Siegeszug des Telefons erlebt Philipp Reis nicht mehr. Er stirbt am 14.1.1874 an Tuberkulose.
In diesem Zeitzeichen erzählt Martina Meißner
Die erste Basilica di San Marco fällt 976 einem Großbrand zum Opfer. Bis zum Neubau vergehen bald hundert Jahre. Am 13. Januar 1094 wird der Markusdom eingeweiht.
Geweiht ist die Markuskirche dem Evangelisten und Märtyrer auf dem ägyptischen Alexandria. Im Jahr 828 bringen venezianische Kaufleute seine Gebeine mit einer kleinen List in die Lagunenstadt. Sie entwenden nachts die Reliquien und verstecken sie in einem Korb mit Schweinefleisch. Weil Juden und Muslime das Schweinefleisch als unrein ansehen, kann so die Zollkontrolle umgangen werden.
Die venezianische Stadtregierung erkennt die Bedeutung der Reliquie und errichtet ihr zu Ehren eine hölzerne Kirche neben dem noch bescheidenen Dogenpalast. Es ist die Geburtsstunde des Markuskults, der mit vielen Pilgern auch weiteres Geld in die Stadtkassen bringt. Später findet Markus als geflügelter Löwe mit einem Buch in den Tatzen einen Platz im Stadtwappen. Der heutige Dom ist die dritte Markuskirche. Sie wird am 13. Januar 1094 feierlich geweiht.
In diesem Zeitzeichen erzählt Hildburg Heider:
Händel und Telemann sind seine Fans, mit seiner Musik will er die Texte verdeutlichen: Reinhard Kaiser, getauft am 12.1.1674, wird im 18. Jahrhundert als bedeutendster deutscher Opernkomponist gefeiert.
Zeitgenossen und berühmte Musikschriftsteller des 18. Jahrhunderts sind voll des Lobes. Kein Wunder, gilt Reinhard Keiser doch als der bedeutendste Opern-Komponist seiner Zeit.
An der Leipziger Thomasschule ausgebildet, zieht es Keiser über Braunschweig 1697 nach Hamburg, wo er mit der Oper am Gänsemarkt das erste städtische Opernhaus in Deutschland prägt. Keiser schreibt selbst Opern, rund 70 sollen es gewesen sein. Nur von einem Teil sind Partituren erhalten, von anderen lediglich das Textbuch. Er schreibt Bühnenwerke über Störtebeker, den Karneval von Venedig, Boris Godunow oder das "Zerstörte Troja".
Für Reinhard Keiser steht die Geschichte im Mittelpunkt und das Singen oder das Musizieren als l’art pour l’art, sinngemäß "die Kunst um der Kunst willen", eher im Hintergrund. Er zeigt die Figuren als lebendige Menschen auf der Bühne, die sich im Gesang ausdrücken. Singen um des Singens willen, das Schön-Singen, ist zweitrangig.
Von Aufenthalten in Stuttgart und Kopenhagen abgesehen, bleibt Keiser bis zuletzt in Hamburg. Er wird Kantor am dortigen Dom und schreibt nun überwiegend Kirchenmusik. Reinhard Keiser stirbt mit 65 Jahren am 12. September 1739 in Hamburg.
In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Vratz:
Kein langes, aber ein reiches, volles Leben - und eine Musik, für die die Italiener Fabrizio De André noch immer verehren, auch 25 Jahre nach seinem Tod am 11.1.1999...
Fabrizio De André ist kein Sänger. Er ist ein Dichter, der singt. Seine Texte erzählen von Menschen, die ausgestoßen sind, Leid durchleben. De André taucht tief in Bilder und Gefühle hinein. Auf der Bühne wirkt sein langer Pony oft wie ein Vorhang, den er zuzieht, um zu singen.
De André kommt aus einem wohlhabenden Elternhaus, was nicht unwichtig ist. Der Vater ist Geschäftsmann, die Mutter von Haus aus wohlhabend. Das ist genau das Leben, das Fabrizio nicht will und gegen das er mit seiner Musik aufbegehrt.
Ein Meisterwerk gelingt Fabrizio De André 1984 mit dem ungewöhnlichen Album "Crêuza de mä", zu Deutsch "Kleiner Pfad runter zum Meer". Es gilt als eines der besten Alben der 80er-Jahre. Danach produziert Fabrizio De André noch zwei Platten. Drei Jahre vor seinem Tod "Anime salve", zu Deutsch "Gerettete Seelen", erneut eine Hommage an die Menschen am Rande. Am 11. Januar 1999 stirbt der große Cantautore Fabrizio De André mit 59 Jahren an Lungenkrebs.
In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Klasen:
Als Reiseschriftsteller wird er in Deutschland gefeiert, als Revolutionär später geächtet: Georg Forster, gestorben am 10.1.1794, ist am Ende seines Lebens allein.
Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit - für diese Ideale geht Georg Forster ins Exil. Ende des 18. Jahrhunderts ist er einer der führenden Jakobiner in Deutschland und glühender Anhänger der Französischen Revolution.
Forster ist zu Lebzeiten eine Berühmtheit. Als Illustrator an Bord bei der zweiten Weltumseglung von James Cook gehört er seit seinen Schilderungen von dieser "Reise um die Welt" zu den brillanten Schriftstellern seiner Zeit. Johann Wolfgang von Goethe ist von ihm begeistert, Christoph Martin Wieland schätzt ihn und für den jungen Alexander von Humboldt ist er ein Idol.
Als Mitbegründer der ersten deutschen Republik in Mainz muss Forster 1793 nach deren Ende im Pariser Exil bleiben und darf nicht zurück nach Deutschland. Nur wenige Jahre nach seinem Tod am 10. Januar 1794 in Paris ist Georg Forster in Deutschland fast vollkommen vergessen.
In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Kath:
From the publisher's feed
Ranked by our users in the last 21 days

110 Listeners

18 Listeners

5 Listeners

52 Listeners

6 Listeners

5 Listeners

185 Listeners

106 Listeners

103 Listeners

9 Listeners

7 Listeners

14 Listeners

27 Listeners

0 Listeners

8 Listeners

41 Listeners

12 Listeners

34 Listeners

66 Listeners

3 Listeners

0 Listeners

1 Listeners

37 Listeners

34 Listeners

9 Listeners

16 Listeners

54 Listeners

1 Listeners

0 Listeners