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Einmal im Monat treffe ich mich im Windhauch Windhauch Podcast mit einer Stammgästin oder einem Stammgast, um eine Frage anzudiskutieren. Diesen Monat ist es Lilith Becker. Wir haben uns den MDG-Trendmonitor Religiöse Kommunikation genauer angeschaut und darüber gesprochen, welche Konsequenzen das für unsere Arbeit und die Frage nach Glaubenskommunikation im Allgemeinen hat.
Dabei stellt sich für uns vor allem eine Frage: Kann Kirche überhaupt Unterhaltung? Denn soziale Netzwerke sind stark auf Engagment konzipiert und dies wird vor allem über Unterhaltungsformate erreicht. Und, wenn man auf die Plattformen schaut, lässt sich leicht feststellen, dass zwar Instagram und Twitter von kirchlicher Kommunikation gut erfasst ist, aber es bei YouTube mau aussieht.
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Der klassische Gottesdienstbesuch wird nicht gerade mit lebendigem Glauben verbunden. Auch im deutschsprachigen Raum fallen verstärkt sogenannte freikirchliche Gemeinden aber gerade dadurch auf, dass dort Glauben besonders lebendig sein soll.
Diese Diskrepanz beschäftigt Jason Liesendahl, der zwar in Freikirche groß geworden ist, aber doch für sich gemerkt hat, dass keine Stilrichtung für ihn ausschließlich passt. Er selbst arbeitet als Lehrer und studiert nebenberuflich öffentliche Theologie und Soziale Arbeit an der CVJM-Hochschule in Kassel. In seinem Podcast freestyleproject spricht er über Spiritualität jenseits von festen Formen.
Vielleicht ist es so, dass diese alten Formen nicht mehr funktionieren oder zumindest nicht mehr für alle funktionieren oder eben für viele nicht mehr funktionieren. Ich würde mir deswegen Wünschen, dass die Formate viel flexibler sind.
Jason LiesendahlMit Jason spreche ich über die Gefahren von toxischen religiösen Umfeldern und der Notwendigkeit Macht auch in Transzendenzerfahrungen aufzuzeigen und zu hinterfragen. Dabei geht es um eine mündige Glaubenskommunikation und die Frage, wie Glaube auch in (klassischen) kirchlichen Glaubensausdrucksformen lebendig bleiben kann. Für Jason ist klar, dass wir gemeinsam mit anderen lernen sollen, dabei Dinge ausprobieren und vor allem Spaß haben sollen.
Das wäre so in der Freikirche nicht möglich. Da ist es eher sehr hart gewesen, da gab es die Dinge, die musst du Glauben sonst ist dein Mitgliedsantrag auf der Kippe und du bist mit eineinhalb Beinen schon raus.
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Kirchenentwicklung ist doch eigentlich nur etwas für urbane Räume und finanzkräftige Kirchengemeinden. Eine Rückmeldung, die ich immer wieder bekomme. Umso glücklicher bin ich diese Folge mit Johannes Böttner (@house_des_herrn). Er ist Pfarrer in der sehr kleinen Stadt (!) Niedenstein und Wichdorf, südlich von Kassel und stand im letzten Jahr, genauso wie viele anderen Gemeinden auch, vor der Herausforderung des Lockdowns.
Warum musste eigentlich erst Corona kommen, bevor wir in Kirche sowas ausprobieren?
Johannes Böttner, Pfarrer in Niedenstein und WichdorfZunächst sind sie klassisch gestartet mit YouTube Livestreams gestartet und haben dabei gemerkt, dass sie nicht nur senden wollen. Also gab es Partizipationsmöglichkeiten wie das Einreichen von Bildern. Als dann der Sommer kam, in dem so vieles wieder möglich war, ging es nicht zurück in die Kirche, sondern an Orte, wo der Gottesdienst seinen natürlichen Platz hat. Erntedank auf dem Bauernhof, Einschulungsgottesdienst auf dem Schulhof, Konfirmation auf dem Sportplatz – und es waren die best Besuchtesten Gottesdienste, die Johannes in den letzten sieben Jahren erlebt hat.
Wo können wir neu denken und anknüpfen, was Menschen auch sonst gerne machen?
Johannes Böttner, Pfarrer in Niedenstein und WichdorfMit Johannes spreche ich über die kleinen Veränderungen, die großes Bewirken. Über Ressourcen und Finanzierung sowie die Chancen von etablierten Dorfgemeinden. Denn es braucht keinen urbanen Raum, um als Kirche für die Menschen da zu sein.
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Seit dem 24. Dezember 2020 reden wir jede Woche mit unterschiedlichen Menschen über die Zukunft der Kirche, Kirchenentwicklung und Glaubenskommunikation. Seit dem sind über 30 Stunden Audiomaterial zusammengekommen. Eine beträchtliche Menge. Um die Informationen auch außerhalb vom Podcast verfügbar zu machen, möchten wir gerne das Projekt weiterentwickeln.
Damit das klappt, brauchen wir Deine Unterstützung. Auf steadyhq.com/windhauch hast Du die Möglichkeit Mitglied zu werden. Als Mitglied unterstützt Du monatlich unsere Arbeit und hilfst uns die Ressourcen aufzubauen, um das Projekt auf eine neue Ebene zu hieven.
Ganz wichtig: Der Podcast bleibt kostenlos. Immer. Als Supporter:in gehst Du aber auch nicht leer aus. Wir planen als erstes Goodie einen Newsletter, der Dir jeden Donnerstagmorgen die Hauptthesen der aktuellen Podcastfolge zusammenfasst und die Argumente auflistet. So bleibst Du auch über die Themen informiert, selbst wenn Du nur 5 Minuten Zeit zum Lesen statt 1 Stunde Zeit zum Hören hast.
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Wer sich mit Marketing im Internet beschäftigt, kommt um den Begriff des Influencermarketing nicht herum. In dieser Folge vom Windhauch Podcast rede ich mit Kira Beer. Die katholische Theologiestudentin ist Bloggerin mit ihrem Instagramkanal und berichtet dort von den Herausforderungen mit ihrem Glauben, der eigenen Berufung und der Kirche. Als solche tritt sie auch im Auftrag der Diözese Rottenburg-Stuttgart als öffentliches Gesicht für verschiedene Onlineformate auf.
Ich finde, es hat nen komisches Geschmäckle, wenn jemand nur durch eine Institution als Influencer startet.
Kira Beer, BloggerinMit Kira spreche ich über die Herausforderungen von Influencer:innenmarketing und die Chancen, die darin für die Kirche steckt. Dabei geht es um die Frage, was Kirche fehlt, um in digitalen Kanälen souverän zu kommunizieren und welche Hilfe dafür die bereits bestehenden Creator:innen Accounts der #digitalkirche sein können.
Es sind halt normale kirchliche Abläufe zu langsam. Darüber muss man sich bewusst sein und im Idealfall es schaffen da irgendwie hinterher zu kommen.
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Felix Goldinger ist katholischer Theologe und Referent für missionarische Pastoral im Bistum Speyer. Mission ist ein Evergreen in der Kirchenentwicklung. Nicht ohne Grund, denn der Aufruf zum Wachstum ist in der Überzeugung, dass Gott mit den Menschen die Welt zum Guten führen möchte, begründet. Doch was ist missionarische Pastoral? Einfach nur ein Buzzword? Mit Felix spreche ich über seine Arbeitsfelder und das sind ganz schön dicke Bretter: Felix hat die Netzgemeinde da_zwischen initiiert, arbeitet mit schon.jetzt an der Verpfälzerung von FreshX und leitet den Visionsprozess im Bistum Speyer.
Wir sind noch nicht an dem Punkt, dass Gemeinde sich auch konstituiert ohne das Hauptamtliche dabei sind. Da haben wir noch viel zu tun.
Felix Goldinger, Bistum SpeyerLetztendlich dreht sich alles um die Frage nach neuen Formen, die Menschen dabei unterstützen sich mit Gott und der Welt auseinanderzusetzen. Für Felix bedeutet das, dass Gemeinden vor allem den Zweck des Sammelns und Senden haben müssen.
Ich wusste damals nicht: Kann das Gemeinde werden? Gibt mir jemand das Recht zu gründen? Was ist eigentlich Gründen? Das waren aber auch keine Fragen für mich. Ich wollte ausprobieren.
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Was hat eine Blutbuche mit Religionen, Ikarus mit Glauben und ein verdammt guter Kaffee mit Gott zu tun? Um das zu erfahren, muss man* sich die unglaublich guten Texte von Marco Michalzik @mmichalzik auf den Beats von @steinhoff77 geben. Marco findet Sprachbilder für Deinen Glauben, die Du auch gefühlt, aber nie hättest aussprechen können. Seite Jahren steht Marco auf den Spoken-Words-Bühnen und bietet auch Workshops an. Zusammen mit dem Musiker @jonnes.musik spricht er regelmäßig im Podcast Art & Weise über eine Frage. Zum Beispiel: „Was wollen wir hoffen?“ oder „Verdient jede Meinung Respekt?“
Als Kreativer findest Du Deine Idee, wenn Du sie mal pitcht, meistens mega geil. Aber ich weiß aus Erfahrung, das stimmt nicht bei jeder Idee.
Marco Michalzik, Spoken Word ArtistMit Marco spreche ich über die Herausforderungen ein kreatives Leben zu führen, die Besonderheiten von Kunst und die Notwendigkeit von Glaubenskrisen für einen erwachsenen Glauben. Dabei geht es immer auch um die Frage: Was nützt Kunst eigentlich der Kirche?
Wenn ich merke, da fehlt jemanden Weitsicht, dann fällt mir es schwer das, als Absage zu sehen, weil ich denke, das geht bestimmt trotzdem.
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Eigentlich ist es allen klar: die Kirche, ihre unterschiedlichen Institutionen und ihre Mitglieder stehen und leben in der Welt. Und das nicht in kommunikativen Einbahnstraßen, sondern stets im Austausch. Kirche ist im Dialog mit ihrer Umwelt. Doch nicht immer gelingt es. Und oft liegt es an alten Bildern.
Möglichkeiten zu schaffen für Relevanz zu erzeugen, da wo man lebt, ist total wichtig. Ich glaube, da hat Kirche die Möglichkeit Akteurin zu sein, die eine Rolle spielt.
Dennis Bock, Soziologe, Kirche im DialogÜber die Herausforderungen im Dialog zu sein, spreche ich mit der evangelischen Theologin Emilia Hanke und dem Soziologen Dennis Bock. Beide sind Referenten bei „Kirche im Dialog“ einem Werk im Hauptbereich Gottesdienst und Gemeinde der Nordkirche. Gemeinsam suchen sie mit den Gemeinden und den Gemeinschaften nach dem Deeper Sound in der Welt. Getragen von der Überzeugung, dass Kirche eine gute Dialogpartnerin sein kann, aber auch noch sehr viel zu lernen hat.
Wer kann welche Sprache sprechen? Und wo kann jemand von Gott erzählen, so wie ich es nicht kann?
Emilia Handke, Theologin, Kirche im DialogWir sprechen über Kontaktflächen, notwendige Strukturreformen, wo Kirche wächst und wo sie stirbt und warum, obwohl schon lange bekannt, einige Dinge sich nicht immer noch nicht geändert haben.
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Um in den digitalen Kanälen aufzufallen, braucht es guten Content. Eine Binsenweisheit. Doch wie geht das? Und geht das überhaupt mit christlichen Inhalten? Und erreicht man damit auch Nichtchristen? Über all diese Fragen spreche ich mit Fabian Maysenhölder. Fabian ist evangelischer Theologe, Betreiber des Blogs Theopop, Initiator vom Theoradar und Host des Secta Podcasts.
Der große Vorteil von Instagram ist, dass man sich gegenseitig folgen kann und vernetzen. Das ist mit Blogs Schwieriger.
Fabian Maysenhölder, Secta.fmFabian ist schon eine ganze Weile dabei und hat so einiges an eigenen Projekten ausprobiert. Der ideale Gesprächspartner, um über ein paar grundlegende Entwicklungen von Content in digitalen Kanälen zu sprechen.
Ich habe bei Secta.fm nie das Problem, dass ich keine Ideen mehr habe und überlegen muss, was ich mache. Mich begeistert einfach das Thema.
Fabian Maysenhölder, Secta.fmSecta.fm, der Podcast über Sekten und religiöse Sondergemeinschaften, ist Fabians aktuellstes Projekt. Als Theologe beschreibt er die Glaubenssätze der vorgestellten religiösen Gruppen und entwickelt so in jeder Folge eine kleine Systematik. Eine Paradedisziplin der Theologie, die so auch für Kirchenferne vonnützen ist.
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Klar, wir leben alle drinne, doch was nützt der Sozialraum eigentlich? Eine berechtigte Frage, wie ich finde, denn beide Kirchen haben lange daran gearbeitet, dass ihre Sozialstruktur der Pfarrei oder Gemeinde als kleine perfekte und vollumfängliche Welt wahrgenommen wird. Klar, dass jetzt, wo es bröckelt, die Kirchen auf das Leben außerhalb der eigenen Mauern schauen, oder?
Nicht von dem Denken, was wir anzubieten haben, sondern von den Fragen der Menschen. Und die bekommt man nur heraus, wenn man sich auf sie zubewegt.
Ingolf Hübner, DiakonieFür Steffen Merle (Referent für sozial- und gesellschaftspolitische Fragen im Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland) und Ingolf Hübner (Diakonie Deutschland) ist die Arbeit im, für und mit dem Sozialraum kein Wachstumstrick von Kirche, sondern Ausdruck der tiefverwurzelte Überzeugung, dass das Heil inklusiv ist.
Sehe ich den Nachbarn als Nächsten? Das ist ja etwas, was ich da hineinlege und vielleicht auch den anderen sichtbar machen kann. Und dann bin ich unterwegs das Evangelium zu bezeugen.
Steffen Merle, EKDWen das Thema Sozialraum interessiert, sei herzlich zum Kongress Wir und Hier eingeladen, der im September 2021 stattfinden wird. Mehr Informationen findet ihr auf der Homepage: Der Wir und Hier Kongress
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