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Faschist!“ – ein politischer Kampfbegriff, der schnell fällt und selten sauber erklärt wird. Aber was ist Faschismus eigentlich? Wie verhält er sich zu Autoritarismus, Nationalismus und Totalitarismus? Ist Faschismus vor allem ein historisches Phänomen, wie es sich zuerst in Italien entwickelt und in Deutschland radikalisiert hat. Oder gibt es ihn auch heute auch in neuen, veränderten Formen? In der neuen Folge von Karte & Gebiet sortieren Tobias Faix & Thorsten Dietz politische Konzepte, blicken auf geschichtliche Entwicklung vor allem, in Italien fragen, was man heute als faschistisch bezeichnen kann; und was eher nicht.
Für ihr Karte-&-Gebiet-Special nehmen sich Tobias Faix und Thorsten Dietz Ulf Poschardts Bücher „Shitbürgertum“ und „Bückbürgertum“ vor. Warum sollte sie als Theologen einen Autor lesen, der ausgerechnet die evangelische Kirche lustvoll provoziert? Vielleicht, weil man gerade von denen lernen kann, die einen herausfordern.
Aber was ist dran an Poschardts Kritik an linker Hegemonie, progressiver Überheblichkeit, konservativer Selbstaufgabe und dem Opportunismus der Mitte? Tobias Faix und Thorsten Dietz sprechen über die Kulturkämpfe unserer Zeit, Freiheit und Libertarismus, die Macht des vorpolitischen Raums von Kunst und Kultur – und darüber, ob sich selbst in der Provokation noch etwas Gemeinsames entdecken lässt.
Ulf Poschart über seine Religiösität: https://ueber-das-ende.podigee.io/35-new-episode
Was bedeutet „konservativ“ heute – jenseits von Klischees und politischen Schlagworten? In dieser Folge von Karte und Gebiet klären Tobias Faix und Thorsten Dietz den Begriff historisch, politisch und theologisch. Von Edmund Burke über die Entwicklung im 19. Jahrhundert bis zu aktuellen Debatten um Friedrich Merz und Andreas Rödder: Konservativ erscheint nicht als starre Ideologie, sondern als Haltung im Spannungsfeld von Bewahrung und Veränderung. Sie fragen, wo konservatives Denken stabilisiert – und wo es in Blockade oder Kulturkampf kippt. Und sie diskutieren, was ein christlich verantworteter Konservatismus heute bedeuten kann: zwischen Tradition, Verantwortung und der Offenheit für notwendige Veränderung.
Was bedeutet Freiheit heute? Und wie wird diese in einem politischen bzw. auch in einem christlichen Liberalismus verantwortet? Tobias Faix und Thorsten Dietz sind im dritten Teil der politischen Karte dem Liberalismus auf der Spur. So zeichnen sie die Geschichte des Freiheitsgedankens in der Moderne nach: Von den Anfängen verschiedener liberaler Strömungen wie dem Sozialliberalismus, dem Nationalliberalismus und dem Neoliberalismus bis hin zur Krise der Liberalen in der Gegenwart und auch aktuellen libertären Radikalisierungen. Im Zentrum stehen Fragen nach Markt und Wirtschaft, sozialer Verantwortung, und demokratischem Gemeinwohl. Mit Friedrich Naumann kommt ein protestantischer Denker in den Blick, der in besonderer Weise für die Verbindung von Christentum und Liberalismus steht. Das Ringen mit der Freiheit und ihren Ambivalenzen hat schon immer dazu geführt, dass Christen sowohl bei den Freunden wie bei den Gegnern des Liberalismus zu finden waren und sind.
In dieser Folge geht es um Christ:innen und die politische Linke. Was bedeutet „links“ eigentlich – historisch, politisch und theologisch? Tobias Faix und Thorsten Dietz zeichnen die zunächst die Anfänge nach, von der sozialen Frage des 19. Jahrhunderts über Marx, die Arbeiterbewegung und die Sozialdemokratie, bis hin zu den Verzweigungen des 20. und 21. Jahrhunderts, der demokratischen Linken, der grün-alternativen Bewegung und der neuen Linken. Dabei zeigt sich: „Links“ ist keine einheitliche Haltung, sondern ein breites Spektrum von Reformpolitik bis radikale Systemkritik. Sie diskutieren einige Schattenseiten, wie die Ideologieanfälligkeit und die Versuchlichkeit zu totalitären Systemen wie Kommunismus und Sozialismus. Zu fragen ist aber auch: Welche Anknüpfungspunkte gibt es zwischen linken Ideen von Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung und dem Evangelium von Jesus Christus?
Im ersten Teil unserer politischen Karte zu Links/Rechts/Konservativ/Liberal geht es um Geschichte und Bedeutung des politisch Rechten. Was heißt eigentlich „rechts“ – und wo beginnt rechtsradikal oder rechtsextrem? In dieser Folge klären Tobias Faix und Thorsten Dietz zunächst zentrale Begriffe und typische Marker und zeichnen anschließend die Geschichte der „Neuen Rechten“ nach: von der Konservativen Revolution über die „geistig-moralische Wende“ bis zum Aufstieg der AfD. Danach fragen sie: Warum ist rechts heute nicht zuletzt für manche Christ:innen attraktiv? Wie soll sich die Kirche dazu verhalten? Benötigen wir eine Brandmauer oder gar ein Verbot? Und wie soll man mit „Rechten“ ins Gespräch kommen?
In Zeiten der Krise wächst der Bedarf nach Hoffnung. Doch was ist Hoffnung eigentlich? Tobias Faix und Thorsten Dietz machen sich auf die Suche nach der Möglichkeit des Hoffens in unruhigen Zeiten. Hoffnung ist kein Trostpflaster. Ausgehend von Jürgen Moltmann zeigen sie, dass christliche Hoffnung immer schon „nach der Katastrophe“ des Kreuz entsteht; und dank der Erfahrung die Kraft hat, Leben zu verwandeln. Dieses Hoffnungsverständnis wird anschließend mit der Hoffnungskritik von Friedrich Nietzsche ins Gespräch gebracht. Doch wie sieht eine Hoffnung aus, die „vor der Katastrophe“ steht, mitten in der Erwartung, dass das Schlimmste noch kommen kann? Gerade heute bleibt Hoffnung persönlich wie politisch unverzichtbar. Abschließend werden Kriterien für eine gemeinschaftlich getragene Hoffnung entwickelt.
Der lange Weg zur Demokratie und wieder zurück?!
Parallel zur Entwicklung der Menschenrechte hat sich in der Moderne die Demokratie als Staatsform etabliert. Von der griechischen Antike über die Unabhängigkeitserklärung der USA und der Französischen Revolution begann ein langer, oft mühsamer Weg hin zu unterschiedlichen demokratischen Modellen. Kirche und Theologie hatten zu dieser Entwicklung von Anfang an unterschiedliche und oft ambivalente Haltungen. In Deutschland haben die Kirchen demokratische Entwicklungen lange Zeit ablehnend bzw. skeptisch beurteilt und erst im Nachhinein anerkannt. So stabil die Demokratie in Deutschland in den letzten Jahrzehnten erschien, so stark wächst weltweit der Druck auf demokratische Systeme. Inzwischen lebt die Mehrheit der Weltbevölkerung unter autokratischen Regimen, mit steigender Tendenz. Wie sollen Kirche und Theologie im Westen darauf reagieren?
Weiterführende Links:
https://www.v-dem.net/documents/60/V-dem-dr__2025_lowres.pdf
https://www.chbeck.de/richter-demokratie/product/30917915
https://www.soziopolis.de/gefuehlte-geschichte.html
https://www.ekd.de/ekd_de/ds_doc/evangelische_kirche_und_freiheitliche_demokratie_1985.pdf
https://open.spotify.com/episode/5V1MwxitSe3VjJoh4StzCs
Die Rede von der Würde des Menschen ist allgegenwärtig und zugleich auch immer wieder strittig, wie zuletzt die Auseinandersetzungen um die Nominierung von Brosius-Gersdorf als Verfassungsrichterin gezeigt haben. In welchem Verhältnis stehen Menschenwürde und Menschrechte? Wie wurden bzw. werden sie begründet? Und wer oder was garantiert ihre Geltung?
Tobias Faix und Thorsten Dietz begeben sich auf eine spannende Erkundungsreise zu den Ursprüngen der Menschenrechte und der zunehmenden Betonung der Menschenwürde. Und sie stellen sich der irritierenden Frage: Warum finden fast alle Menschenwürde gut – ohne dass darunter jeweils dasselbe verstanden und ihr Anspruch konsequent ernstgenommen wird?
Im Rückblick auf 2000 Jahre Christentumsgeschichte führen sich Tobias Faix und Thorsten Dietz die Gegensätze der Epochen vor Augen. Jahrhunderte lang litt die frühen Gemeinden an Ausgrenzung, ja Verfolgung. Kaum kommen sie selbst zu Macht und Einfluss, werden sie aus einer verfolgten Kirche zu einer verfolgenden Kirche. Ist die Konstantinische Wende der Sündenfall der Christentumsgeschichte? Im Mittelalter entstehen Formen der Unterscheidung von Staat und Kirche, wie sie es so noch nicht gab. In der Reformationszeit brechen neue Gegensätze auf, die zu furchtbaren Religionskriegen führen. Was lässt sich lernen aus dieser Geschichte für unsere Situation heute? Welche Kriterien für eine politische Ethik lassen sich ableiten und welche Fehler sollten Kirche nicht mehr wiederholen?
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