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Vor ungefähr acht Jahren trafen sich Mira Ungewitter und Jason Liesendahl in Wien. Damals brachte sie die Burning Church, eine Konferenz der Projektgemeinde Wien, zusammen. Schon damals stand eine Frage im Raum: Braucht es nicht mehr Vernetzung zwischen Menschen, die Kirche und Theologie progressiv denken und gestalten wollen? Seitdem ist viel passiert. Auch Marco und Mira sind sich auf einem Burning Church Event begegnet.
Acht Jahre später sitzen die drei wieder in Wien zusammen und blicken zurück. Mit dabei sind Mira Ungewitter, Pastorin der Projektgemeinde Wien und Autorin, und Marco Michalzik, Autor und Podcaster bei Hossa Talk. Gemeinsam mit Jason fragen sie: Was ist aus den Ideen und Hoffnungen von damals geworden? Welche Netzwerke sind entstanden, was hat sich verändert und welche Wünsche sind offengeblieben?
Dabei geht es auch um grundsätzliche Fragen: Was bedeutet eigentlich progressive Theologie? Was verbindet Menschen, die sich als progressiv verstehen, und wo liegen Spannungen und Unterschiede?
Eine Folge über alte Begegnungen, neue Perspektiven und die Frage, wie es mit progressivem Christentum weitergehen könnte. Und wer weiß: Vielleicht entstehen dabei ja schon die nächsten Ideen.
checkt: https://und-marburg.de/undspiration/#workshops
In dieser dritten Folge von „Brot und Rosen“ geht es um das gemeinsame Bibel lesen. Um genauer zu sein steht in dieser Folge die Josefsnovelle (Gen 37-50) im Mittelpunkt: Was heißt es mit einer materialistischen Perspektive in die biblischen Geschichten zu schauen? Welche Figuren und Konstellationen bekommen so ein ganz anderes Verständnis? Und wie betreibt man von so einem klassenbewussten Standpunkt heraus Theologie?
In der ersten Bibel-Folge von „Brot und Rosen“ haben sich Sonja und Peer dafür eine Gästin eingeladen, die mit ihnen zusammen einen materialistischen Blick in die Bibel wirft. Brigitte Kahl ist Neutestamentlerin und feministische Befreiungstheologin. Sie hat 30 Jahre in New York City gelebt un dort am Union Theological Seminary gelehrt. Mittlerweile lebt sie wieder in Deutschland und liest weiter die Bibel mit ihrer ganz wunderbaren klaren, klugen und zugänglichen Art.
In dieser Folge setzen wir uns mit unseren eigenen Josefs-Bildern auseinander und entdecken einen Mann der durch verschiedene Wendungen selber die zweite Hand des Pharaos wird und nun die Geschicke des ägyptischen Reiches durch die Mangelwirtschaft und in der Hungersnotzeit wesentlich mitbestimmt. Welche Strukturen dabei geschaffen werden und wem sie dienen diskutieren die drei Gesprächspartner:innen in der Folge ausführlich.
Mehr lesen?
Wer mehr über Brigitte Kahl, ihren theologischen Ansatz und ihre Arbeiten zu Paulus wissen möchte findet ein Interview von ihr in unserem Sammelband (Open Access): https://www.vandenhoeck-ruprecht-verlage.com/themen-entdecken/literatur-sprach-und-kulturwissenschaften/gender-studies/60021/queering-theology?c=1879.
Wer mehr von Brigitte Kahl selbst lesen möchte wird hier fündig: Brigitte Kahl, Galatians Re-Imagined: Reading With the Eyes of the Vanquished (2010).
Brigitte Kahl, Galaterlektüre am Großen Altar von Pergamon. In: Texte und Kontexte, Nr. 4/2006, S. 3–23.
Mehr zum Podcast und eine Möglichkeit uns finanziell zu unterstützen findest du bei schoenerglauben.jetzt
#Ungefiltert – Nico Buschmann über progressiven Glauben, ehrliche Theologie und das Buch, das eigentlich „Gott existiert nicht" heißen sollte
Moritz trifft Nico Buschmann – evangelischer Pfarrer aus Köln, bekannt durch seinen Instagram-Account und sein gerade erschienenes Buch Gott ist anders als du denkst. Darin entfaltet er eine progressive Theologie, die sich traut, unbequeme Fragen laut zu stellen: Was, wenn Gott keine Person ist? Was, wenn die Trinität ein Machtprodukt der frühen Kirchenkonzile ist? Und was bleibt dann noch vom Glauben?
Das Gespräch beginnt biografisch. Nico wächst kirchenfern auf, landet durch den Tipp seines Vaters in der evangelischen Jugend, wettet mit einer Gruppenfahrerin, dass er monatelang betet – und verändert sich dabei. Ein Jahr auf den Philippinen später, ein Studium, ein Vikariat mit einem Schulmentor, der immer nur fragt: „Warum eigentlich?" – und irgendwann steht Nico am Grab einer Mutter, die ihren Sohn verloren hat, und merkt: Mit der Theologie, die er hat, kommt er hier nicht weiter.
Von da geht es tief. Was meint es, wenn Gott nicht personal gedacht wird? Was ist der Unterschied zwischen liberaler und progressiver Theologie? Warum ist die Bibel kein historisches Protokoll, sondern Ausdruck menschlicher Gotteserfahrung? Wie hält man Kirchenleitungen und Gemeindemitglieder aus, wenn man auf der Kanzel sagt, was Theologen schon seit Jahrzehnten wissen, aber selten aussprechen?
Und dann: John Shelby Spong und Paul Tillich als theologische Grundlage – aber auch die Frage, was es bedeutet, wenn ein theologischer Denker im Privatleben Machtmissbrauch begangen hat. Kann man Werk und Autor trennen? Nico sagt ja. Moritz fragt nach.
Am Ende landen beide beim Abendmahl – als theologischer Ressource, als politischem Akt, als Sehnsucht nach einer Welt, in der alle eingeladen sind. Und bei der Frage, was es gerade braucht: mehr Reden oder mehr Kampf?
📖 Gott ist anders als du denkst von Nico Buschmann – jetzt im Buchhandel
📱 Nico auf Instagram: @einschpunk
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Klimakrise, Rechtsruck, soziale Unsicherheit und eine neue Aufrüstung: Es bröckelt an vielen Stellen gleichzeitig. Aber was bedeutet es eigentlich, von einer „Polykrise“ zu sprechen? Welche Krisen werden politisch ausgerufen – und welche lieber kleingeredet? Und wie können wir hinschauen, ohne zu verzweifeln oder innerlich zu verhärten?
Nach ihrem Livegespräch auf dem Freakstock setzen Lasse, Jason und Benni die Diskussion fort. Sie sprechen über Privilegien und die Illusion, sich auf die Seite der Mächtigen retten zu können, über berechtigte Wut und ihre politische Umlenkung sowie über die Frage, wie wir uns auf kommende Krisen vorbereiten können, ohne auf Militarisierung, Abschottung und Stärke auf Kosten anderer zu setzen.
Dabei entdecken sie überraschend aktuelle Perspektiven in der biblischen Apokalyptik und in Jeremias Brief an die Menschen im Exil: Apokalypse bedeutet nicht Weltuntergang, sondern Enthüllung. Sie macht sichtbar, welche Gewalt längst in unseren Verhältnissen steckt – und wo mitten im Alten bereits etwas Neues entsteht.
Wie lässt sich also auf der Baustelle leben? Vielleicht, indem wir Gärten pflanzen, kühle und sichere Orte schaffen, miteinander trauern, Widerstand leisten und trotzdem feiern. Denn Resilienz bedeutet nicht, sich mit allem abzufinden. Es geht darum, eine dicke Haut zu entwickeln, ohne das weiche Herz zu verlieren – und gemeinsam kleine Utopien zu bauen, in denen ein anderes Leben schon jetzt erfahrbar wird.
Die HostsLasse Meininger ist Künstler, Sneaker-Designer in Gründung und angehender Tätowierer. Er bringt Gen-Z-Perspektiven, kreative Ideen und viel Offenheit für den eigenen Glaubensumbau mit. Lasse lebt in Leipzig und fragt danach, wie aus Hoffnung, Subkultur und Gemeinschaft konkrete Gegenentwürfe entstehen können.
Instagram: @lasse.99
Jason Liesendahl ist Gründer und Host von Schöner Glauben. Sein Schwerpunkt liegt auf progressiver Theologie, insbesondere der Prozesstheologie. Er glaubt an die Kraft guter Gespräche und daran, dass wir Banden brauchen, um solidarisch und widerständig leben zu können.
Instagram: @jason.liesendahl
Benni Isaak-Krauß verbindet Theologie, zivilgesellschaftliches Engagement und Aktivismus. Er arbeitet in der Mennonitengemeinde Frankfurt und bringt besonders Perspektiven aus Friedensethik, Antifaschismus und internationaler Solidarität ins Gespräch ein.
Instagram: @bennithehobbit
Im GesprächKim Stanley Robinson: Das Ministerium für die Zukunft
Kommt in die Schöner-Glauben-App, tauscht euch über eure eigenen Utopien und Hoffnungsorte aus und vernetzt euch mit Menschen aus eurer Region. Vielleicht entstehen daraus kleine, resiliente Banden – Orte, an denen wir gemeinsam hinschauen, feiern und an einer anderen Zukunft bauen.
Jason kommt begeistert vom Freakstock, Moritz vom MegaCamp – 580 Menschen, 35 Grad, Schwäbische Alb, und ein Lager mit dem Motto: Institut für Zukunftsforschung. Was er dort mit Zwölf- bis Vierzehnjährigen über Propheten, offene Zukünfte und die Frage, ob man überhaupt noch Kinder kriegen kann, erarbeitet hat, nimmt er mit in dieses Gespräch mit Jason.
Die These: Prophetie und Zukunftsforschung haben mehr gemeinsam, als man denkt. Beide beginnen mit einer genauen Gegenwartsdiagnose. Beide öffnen ein Spektrum möglicher Zukünfte. Und beide tragen das prophetische Vielleicht in sich – die Erkenntnis, dass die Zukunft nicht festgelegt ist, solange Menschen handeln.
Von dort aus geht es zu Jona: dem widerwilligen Propheten, der mit Gott hadert, weil er ahnt, dass selbst der Erzfeind Israels gnädig behandelt werden könnte. Zu Jeremia und Jesaja, die eine politische Selbsttäuschung benennen und trotzdem Hoffnung verkünden. Und schließlich zu Jesus – als Zukunftsforscher gelesen: einer, der die Gegenwart des ersten Jahrhunderts präzise analysiert, Szenarien entwirft, zum Handeln einlädt und dabei sagt: Fürchtet euch nicht.
Dazwischen: Was Schule mit moralischen Ambitionen zu tun hat – und warum sie es zu selten tut. Warum die Rechten gerade die einzigen sind, die eine Zukunftserzählung haben. Was jüdische Rabbiner über die Wiederkunft des Messias denken. Und warum Monotheismus ausgerechnet in der tiefsten Krise entsteht.
Eine Folge, die all over the place ist – und genau deshalb irgendwo landet.
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Live beim Songs of Hope and Beauty – Hoffnung, Musik und die Grüne Hauptstadt
Ein Live-Podcast aus dem Kirchengarten 2.0 in Heilbronn. Moritz sitzt auf der Bühne mit drei Menschen, die auf sehr unterschiedliche Weise dasselbe tun: Räume schaffen, in denen etwas entstehen kann.
Jonnes ist Singer-Songwriter aus Ludwigsburg und schreibt Lieder über die Frage, was es eigentlich bedeutet zu hoffen – bevor man überhaupt fragt, was einem Hoffnung macht. Anne-Christina Achterberg-Boness, auch bekannt als Empress Bahati, macht mit ihrer internationalen Band Rise'n'Shine Musik zu Klimagerechtigkeit, Menschenrechten und globaler Solidarität – von der Quelle des Nils bis zu Schulen in Bonn. Dr. Julia Hufnagel leitet die Abteilung Strategie und Zukunftsfragen beim Heilbronner Oberbürgermeister und ist verantwortlich für das Projekt Grüne Hauptstadt Europas 2027.
Das Gespräch kreist um eine ehrliche Frage: Warum macht man weiter, wenn die Probleme größer sind als man selbst? Die Antworten sind unterschiedlich – und gerade deshalb erhellend.
Jonnes spricht davon, sich von der Erwartung unmittelbarer Veränderung zu lösen und stattdessen aus der Verpflichtung der Notwendigkeit heraus zu handeln. Anne-Christina erzählt von einer Flut in Tansania, von einem Schüler, der seitdem jedes Konzert fotografiert. Und Julia davon, wie ein Titel wie Grüne Hauptstadt Europas plötzlich Institutionen zusammenbringt, die vorher keinen Grund hatten, miteinander zu reden.
Dazwischen: Was Musik mit Sprache zu tun hat. Warum Konfliktpotenzial auch ein Zeichen wachsenden Bewusstseins ist. Und was ein Teenie-Zeltlager über Zukunftsforschung lehren kann.
Links:
Jonnes: jonnes.de
Rise and Shine: riseupafrica.org
Heilbronn – Grüne Hauptstadt Europas 2027: heilbronn2027.de
Veranstalter: https://hn-mittendrin.de
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In dieser Folge von schöner Glauben redet Benni mit der Widerstandsforscherin Dr. Dalilah Shemia über die strategische Logik gewaltfreien Widerstands. Was ist eigentlich ziviler Widerstand und was ist er auch nicht? Welche Macht haben ganz normale Menschen selbst in Kontexten der Ausbeutung und Unterdrückung? Auf welche Dynamiken setzt gewaltfreier Widerstand und hat das Erfolgsaussichten?
Welche Rolle haben Glaube und Kirche als organisierter Raum und Infrastruktur für verschiedene gewaltfreie Bewegungen gespielt und was können wir davon für heute lernen?
Dalilah erzählt von Tee & Taktik, dem Podcast zu Forschung und Praxis des zivilen Widerstands und was wir jetzt tun können, um Demokratie & Menschenrechte zu verteidigen und auszuweiten.
Host:
BENNI BEWEGT SO EINIGES. ZIVILGESELLSCHAFT, AKTIVISMUS, THEOLOGIE UND DIE MENNONITISCHE
GEMEINDE IN FRANKFURT SIND SEINE SPIELFELDER. ER BRINGT INTERNATIONALE PERSPEKTIVEN, ANTIFASCHISMUS, FRIEDENSETHIK UND GESELLSCHAFTLICHES ENGAGEMENT ZUSAMMEN.
#NEWNORMAL #BIBELLESENMIT #WWJD
#THIS IS
Tee & Taktik Podcast
https://www.podcast.de/podcast/3510507/tee-taktik
Tagung “Nein zum Krieg - Ja zu…?” mit Dalilah und Benni
13.-15.11.2026 bei Karlsruhe
https://www.dmfk.de/herbsttagung/herbsttagung-2026/
Weiterführende Literatur / Videos:
Webinar mit Dalilah und Benni: Wann sind soziale Bewegungen erfolgreich?
https://youtu.be/8uX5U9FIm6s?si=x3Vev0BETvsY_lsA
Erica Chenoweth & Maria Stephan: Warum ziviler Widerstand funktioniert. Die strategische Logik gewaltfreien Widerstands
https://www.nomos-shop.de/de/p/warum-ziviler-widerstand-funktioniert-gr-978-3-7560-1817-8
Englisch: Why Civil Resistance Works: The Strategic Logic of Nonviolent Conflict (Columbia Studies in Terrorism and Irregular Warfare)
Kurzversion als Ted Talk: The Success of nonviolent civil resistance Erica Chenoweth at TEDxBoulder https://youtu.be/YJSehRlU34w?si=e9cS8Xt4tl-AVcE4
Dalilah Shemia-Goeke: People Power Strategies to Curtail Corporate Power: Serving the Public Good (2025) Springer Nature / Palgrave Macmillan
https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-031-99094-6
Richard Horsley, Bandits, Prophets, and Messiahs: Popular Movements at the Time of Jesus (1988) Harper & Row
Walter Wink, Verwandlung der Mächte. Eine Theologie der Gewaltfreiheit. Friedrich Pustet, 2014
Was bedeutet eigentlich Kollaps?
Das Wort klingt zunächst nach Weltuntergang: Alles bricht zusammen und plötzlich funktioniert nichts mehr. Doch Kollaps kann ganz anders aussehen. Er kann langsam geschehen, einzelne gesellschaftliche Systeme betreffen oder bestimmte Gruppen viel früher treffen als andere. Walter Lechner unterscheidet im Gespräch deshalb zwischen Krise und Kollaps: Während nach einer Krise grundsätzlich eine Rückkehr zum vorherigen Zustand möglich ist, geht bei einem Kollaps etwas verloren, das zumindest für lange Zeit nicht wiederhergestellt werden kann.
In dieser Folge von #NewNormal sprechen Benni Isaak-Krauß, Jason Liesendahl und Walter Lechner darüber, warum die Debatte um Kollaps gerade angesichts der Klimakrise relevant wird – und warum sie nicht rechten Preppern und apokalyptischen Untergangsfantasien überlassen werden sollte.
Es geht um ökologische Kipppunkte und gesellschaftliche Abhängigkeiten, um Lieferketten und hochkomplexe Systeme, aber auch um eine andere Form der Vorbereitung: Was macht Gemeinschaften resilient? Was passiert, wenn Menschen ihre Nachbar*innen kennen, lokale Netzwerke aufbauen und wieder lernen, füreinander zu sorgen?
Walter plädiert dabei nicht dafür, Klimaschutz abzuschreiben und sich nur noch auf den Zusammenbruch vorzubereiten. Seine Formel lautet vielmehr sinngemäß: beidhändig arbeiten – weiter um jedes Zehntelgrad kämpfen und gleichzeitig Vorkehrungen für die Folgen treffen, die sich nicht mehr verhindern lassen.
Damit wird Kollaps auch zu einer theologischen Frage.
Denn christliche Hoffnung darf nicht einfach bedeuten: „Es wird schon nicht so schlimm.“ Walter spricht über die Kritik am „Hopium“ – einer Hoffnung, die wie ein Betäubungsmittel funktionieren kann. Benni unterscheidet daran anschließend zwischen „billiger“ und „teurer Hoffnung“. Die entscheidende Frage lautet: Was heißt hoffen und handeln, wenn wir keine Garantie haben, dass am Ende alles wieder gut wird?
Und schließlich fragen wir: Welche Rolle könnten Kirche und Diakonie spielen? Walter sieht gerade in ihren lokalen Strukturen, Räumen, Netzwerken und Kompetenzen ein großes Potenzial. Statt erst auf Katastrophen zu reagieren, könnten sie sich heute darauf vorbereiten, in Krisen sprach- und handlungsfähig zu sein und zur gesellschaftlichen Resilienz beizutragen.
Die SprecherWalter Lechner ist Pfarrer und stammt ursprünglich aus Niederösterreich. Nach vielen Jahren als Gemeindepfarrer in Sachsen arbeitet er seit fünf Jahren bei midi als Referent für Sozialraumorientierung in Diakonie und Kirche. Dabei beschäftigt er sich damit, wie Kirche und Diakonie mit anderen Akteur*innen in Dörfern, Städten und Quartieren zusammenarbeiten können. Aus seiner Beschäftigung mit Nachhaltigkeit, Postwachstum, Klimaseelsorge und Climate Emotions entstand zunehmend die Frage, wie sich Kirche und Diakonie strategisch mit möglichen Kollapsszenarien auseinandersetzen können.
Benni Isaak-Krauß bewegt sich zwischen Zivilgesellschaft, Aktivismus, Theologie und der mennonitischen Gemeinde in Frankfurt. Er verbindet internationale Perspektiven mit Antifaschismus, Friedensethik und gesellschaftlichem Engagement und ist Teil der Schöner-Glauben-Redaktion.
Jason Liesendahl hat Schöner Glauben gegründet, weil er an gute Gespräche und daran glaubt, „Banden zu bilden“. Sein theologischer Schwerpunkt liegt auf progressiver Theologie und insbesondere auf der Prozesstheologie.
WeiterdenkenAm Ende der Folge weist Walter auf die Arbeit der AG Kirche und Diakonie im Klimakollaps und auf ein geplantes Barcamp hin. Dort soll gemeinsam mit Menschen aus Kirche, Diakonie sowie Klima- und Kollapsbewegung unter anderem darüber nachgedacht werden, wie kirchliche Infrastruktur in Kollapsszenarien genutzt werden kann, welche Rolle Seelsorge spielt und wie Theologie angesichts von Kollaps sprachfähig werden kann. https://vrk-akademie.de/publikation/kirche-und-theologie-im-klimakollaps/
Schöner Glauben unterstützen📱 Noch mehr Schöner Glauben gibt es in unserer App. Dort findest du unsere Inhalte und kannst mit der Schöner-Glauben-Community in Verbindung bleiben.
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Was ist eigentlich Klasse? | Brot und Rosen
Wir leben in einer Klassengesellschaft. Aber was bedeutet das eigentlich? Wer gehört zur Arbeiterinnenklasse? Was unterscheidet Klasse von sozialer Schicht? Und was genau meinen Marxistinnen, wenn sie von „Ausbeutung“ sprechen?
In der ersten inhaltlichen Folge von „Brot und Rosen“ gehen Sonja, Charlotte und Peer diesen Fragen auf den Grund. Dabei wird schnell klar: Klasse beschreibt nicht einfach, wer viel oder wenig Geld hat. Es geht um die Frage, wie Arbeit und Leben in unserer Gesellschaft organisiert sind – wer seine Arbeitskraft verkaufen muss, wer über Kapital verfügt und welche unterschiedlichen Interessen daraus entstehen.
Die drei sprechen darüber, warum gesellschaftliche Ungleichheit nicht einfach das Ergebnis individueller Leistung oder individuellen Versagens ist, warum Ausbeutung zunächst keine moralische Kategorie, sondern ein strukturelles Verhältnis bezeichnet und weshalb die Unterscheidung zwischen Arbeiterinnenklasse und Kapitalistinnenklasse auch heute noch relevant ist.
Dabei geht es um Lohnarbeit und Produktionsmittel, Mehrwert und Kapital, Arbeitskämpfe und Klassenmacht – aber auch ganz konkret um Bahnfahrten, Überstunden und die Frage, warum formale Freiheit wenig bedeutet, wenn die materiellen Möglichkeiten fehlen.
Und schließlich geht es um die Theologie: Aus welcher gesellschaftlichen Position heraus treiben wir eigentlich Theologie? Denn Theologie hat immer eine Klassenperspektive – auch dann, wenn sie sich dessen nicht bewusst ist. Eine befreiende Theologie muss deshalb nicht nur nach individuellen Haltungen fragen, sondern auch nach den gesellschaftlichen Verhältnissen, die unser Leben prägen.
Ein Einstieg in Klassenanalyse – und in die Frage, warum sie für eine Theologie, die von Befreiung spricht, unverzichtbar sein könnte.
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