In dieser Live-Folge von schöner glauben sprechen wir auf der Konferenz in der Akademie Biggesee über eine Frage, die viele gerade umtreibt: Ist der Faschismus noch aufzuhalten – oder sind wir längst mittendrin?
Gemeinsam versuchen Marie, Moritz, Damaris und Jason, historische Parallelen zum Faschismus der 1930er-Jahre zu ziehen und zugleich die entscheidenden Unterschiede zu benennen: soziale Medien statt Propagandaministerium, Fake News statt gleichgeschalteter Presse, gefühlte Wahrheiten statt überprüfbarer Fakten.
Wir reden darüber, warum Aufklärung allein oft nicht mehr reicht, wie Angst, Wut und enttäuschte Zukunftsversprechen politische Radikalisierung antreiben – und warum Menschen sich dem Faschismus nicht einfach „verführen“ lassen, sondern ihn als vermeintliche Lösung erleben. Dabei greifen wir u. a. Gedanken aus Zerstörungslust(Amlinger/Nachtwey) auf, diskutieren emotionale Dynamiken von Männlichkeit, digitale Ästhetiken des neuen Faschismus und die Rolle von KI als Klischee-Verstärker.
Gleichzeitig fragen wir selbstkritisch, wo progressive Milieus und auch christliche Theologie anschlussfähig für rechte Narrative geworden sind. Was bedeutet es, wenn Christentum historisch nicht nur antifaschistisch, sondern auch machtförmig und herrschaftsstabilisierend gewirkt hat? Und welche Ressourcen hat eine macht-kritische, solidarische, „minoritäre“ Form von Christsein heute?
Zum Schluss suchen wir – trotz düsterer Diagnose – nach trotzig-hoffnungsvollen Perspektiven: in Bildung, in solidarischen Netzwerken, in alternativen Zukunftsbildern und in einer Theologie, die sich nicht an Dominanz, sondern an Liebe, Umverteilung und Gemeinschaft orientiert.
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