ZeitZeichen

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ZeitZeichen episodes

  • Der Beginn der Ära Ludwigs XIV.
    "Das Jahrhundert Ludwigs des XIV." nannte der Philosoph und Schriftsteller Voltaire jene 100 Jahre, die bei den Franzosen "Grand Siècle" heißen. Doch der Sonnenkönig verdankte seinen Glanz jahrhundertelanger Vorarbeit, nicht zuletzt während der Regierungszeit seines Vaters Ludwigs XIII., der am 16. Mai 1643 gestorben ist.Neben dem außergewöhnlichen Zusammentreffen hervorragender Künstler, Dichter, Architekten und Strategen verfügte Ludwig XIV. über ein hochmodernes Gespür für Propaganda, das sein Land weit über seine Person hinaus zur europäischen Großmacht und zum Vorbild höfischer Gesellschaft, Kultur und Mode machte. Allerdings hatten politische Fehler, wie die mehrfache Verwüstung der Pfalz und die brutale Verfolgung der Hugenotten ebenfalls jahrhundertelange Folgen, vor allem im Verhältnis zu den deutschen Nachbarn.
    15 min
  • Der Geburtstag des amerikanischen Physikers Richard Phillips Feynman
    Bongospiel und Biologie faszinierten ihn, ebenso wie Computer und das Knacken von Codes und Safes. Ein Womanizer, der in Strip-Lokalen Servietten mit Formeln und Aktskizzen füllte. Seine wahre Liebe aber galt der Physik. Die wollte er von Grund auf verstehen - auf eigenen, neuen Pfaden. Selbstbewusst bis zur Arroganz, respektlos gegenüber Autoritäten suchte Richard Phillips Feynman in der Physik den Spaß am Herausfinden. Mit einer visionären Idee verwandelte er das wüste Formelgestrüpp der Quantentheorie in eine intuitive Bildersprache, von Kollegen nur zögernd als geniales Werkszeug erkannt. Den fälligen Nobelpreis diffamierte und akzeptierte er. Aber es gibt auch die andere Seite des Richard Feynman. Während seine junge Frau unten in Albuquerque/New Mexico an Tuberkulose starb, baute er oben in Los Alamos an der Atombombe mit. Der persönliche Verlust und die Bomben auf Hiroshima und Nagasaki stürzten ihn in eine tiefe Depression. Aus der ihn nur die Freude an der Physik wieder befreite.
    15 min
  • Der Geburtstag des Rot-Kreuz-Gründers Henri Dunant
    Henry Dunant war der erste Friedensnobelpreisträger, Vater des Roten Kreuzes und der Genfer Konventionen. Bereits in seiner Jugend engagierte sich der Schweizer für seine Mitmenschen aber das Schlüsselerlebnis seines Lebens hatte er 1859. Auf einer Geschäftsreise nach Solferino in Oberitalien wurde er eher zufällig Zeuge einer der blutigsten Schlachten der Geschichte. Die schlecht organisierten Sanitätsdienste der Streitkräfte waren völlig überlastet und so lagen Tausende von Verwundeten, Sterbenden und Toten verlassen in den Feldern. Dunant improvisierte vor Ort einen Hilfsdienst und beschrieb zurück in Genf seine Erfahrungen in "Eine Erinnerung an Solferino". Das Buch erschütterte ganz Europa. Mit vier Gesinnungsgenossen gründete Dunant 1863 das Internationale Hilfskomitee für Verwundete, aus dem später das Internationale Hilfskomitee vom Roten Kreuz (IKRK) hervor ging.
    15 min
  • Ernest Hemingway erhält den Pulitzer-Preis
    Es waren nicht zuletzt die schlechten Kritiken, die er für das vorausgegangene Werk "Über den Fluss und in die Wälder" hinnehmen musste, die Hemingway veranlassten, einen neuen Roman zu schreiben. Er wollte beweisen, dass er noch Kraft hatte. Als das Manuskript fertig war, beschloss er, nur einen kleinen Teil davon herauszulösen und eine Novelle daraus zu machen: "Der alte Mann und das Meer". Die Geschichte eines kubanischen Fischers, der mit einem riesigen Fisch kämpft und ihn schließlich tötet. Doch bevor er seine Beute an Land bringen kann, berauben ihn die Haie. Hemingway habe in seinem Stil der kurzen, einfachen Sätze das Geschehen mystisch überhöht, jubelte die Kritik. Außerdem durfte in dieser Geschichte einmal mehr sein Credo aufscheinen: Ein Mensch kann vernichtet werden, aber nicht besiegt. 1953 erhielt er für "Der alte Mann und das Meer" den Pulitzer-Preis. Im Jahr darauf kam der Literaturnobelpreis dazu.
    14 min
  • Die Unabhängigkeit Schottlands wird "auf ewig" garantiert
    "Oh Blüte Schottlands! Wann werden wir wieder Euresgleichen sehen, die ihr gekämpft habt und starbt für euer kleines bisschen Hügel und Tal", singen sie bis heute - und manchem Schotten füllen sich dabei die Augen mit Wasser. "Flower of Scotland" gilt als die inoffizielle Hymne Schottlands. Das Lied erzählt vom Freiheitskampf des kleinen Landes gegen seinen übermächtigen Nachbarn England.Dieser Kampf liegt nun mehr als sieben Jahrhunderte zurück und gipfelte in einem Abkommen, das den Schotten "auf ewig" die Autonomie gegenüber London zusicherte. Doch "ewig" währte nicht lange - der Appetit des mächtigen englischen Königreiches auf die Gebiete nördlich des Tweed war stärker als der Wille zum Frieden.Schon Jahrhunderte gehört Schottland nun schon zu Großbritannien. Aber gerade in jüngster Zeit erheben die Schotten erneut ihre Stimmen und fordern die Unabhängigkeit. Jetzt, wo Großbritannien aus der EU aussteigt, singen sie noch lauter. Denn anders als in England wollte die Mehrheit der Schotten den Brexit nicht. "Wir wollen für uns selbst entscheiden", sagen sie und singen das alte Lied über einen noch älteren Krieg: "O Flower of Scotland..."
    15 min
  • Der Aufstand von Madrid
    Der spanische Maler Francisco de Goya hat es im kollektiven Gedächtnis verankert. Sein berühmtes Monumentalgemälde "Der Kampf mit den Mameluken" zeigt den Aufstand des Madrider Volkes gegen die französische Besatzung. Mit Gewehren, Messern und Dreschflegeln rebellieren sie gegen die damals beste Armee der Welt.Napoleon hatte Spanien besetzt und Ferdinand VII. ins Exil geschickt. Er plant, seinen älteren Bruder Joseph auf den Thron zu setzen. Als Napoleon auch die letzten Mitglieder der Königsfamilie aus Madrid verbannen will, entlädt sich der Volkszorn. Am 2. Mai 1808 liefern sich die Madrider erbitterte Straßenschlachten mit den Besatzern. Auf beiden Seiten gibt es Tote und Verletzte. Die Franzosen erschießen standrechtlich hunderte von Aufständischen. Aber die wütenden Spanier lassen sich nicht einschüchtern. Im ganzen Land brechen Revolten gegen die napoleonischen Truppen aus. Es beginnt ein fünf Jahre langer, verheerender Guerillakrieg. Er gilt als der erste strategisch geführte in der Geschichte. Unterstützt werden die Spanier in ihrem Kampf von Portugiesen und Briten. 1813 muss Napoleon die Waffen strecken und sich geschlagen geben. Als er zwei Jahre später in Waterloo seine letzte Schlacht in Europa verliert und abdanken muss, soll er gewettert haben: "Der verdammte Krieg mit Spanien war der Grund für Frankreichs Unglück."
    15 min
  • Erster Großauftrag für den Architekten Albert Speer
    Er war Hitlers Star-Architekt. Und er war ein begnadeter Schauspieler. Denn bis zu seinem Lebensende schaffte es Albert Speer, das Publikum glauben zu machen, dass er ein Idealist Die Wahrheit ist: Speer war Nationalsozialist durch und durch. Er war nicht nur der Kulissen-Ausstatter der Großaufmärsche ab dem 1. Mai 1933 und Vater der gigantomanischen Neubau-Pläne für die Welthauptstadt Germania. Sondern als Rüstungsminister finanzierte er Auschwitz mit, war verantwortlich für millionenfachen Zwangsarbeiter-Einsatz und organisierte die deutsche Rüstungsproduktion, obwohl er längst wusste, dass der Krieg verloren war. Nach dem Krieg schaffte es Speer mit geschickter Verschleierung, dem Strang in Nürnberg zu entgehen. Und er wurde nach 20 Jahren Haft zum Bestseller-Autor. Der verführte Idealist an Hitlers Seite, diese Mär wurde befeuert vom Publizisten Joachim Fest und dem Verleger Jobst Wolf Siedler.
    15 min
  • Das World Wide Web wird zur allgemeinen Nutzung weltweit freigegeben
    Im Nachhinein kann man sagen: Das war der Durchbruch des Internets. Das World Wide Web (WWW) ist ein Netz aus Informations- und Kommunikationsservern und für die meisten Menschen der Inbegriff des Internets. Das Internet selbst dagegen ist sehr viel älter und diente ursprünglich vor allem militärischen Zwecken. Heute surfen Groß und Klein, Alt und Jung täglich weltweit durch das Netz, schauen sich Filme an, hören Musik, posten Nachrichten, gehen shoppen oder recherchieren mit einer Suchmaschine. Die Hyperlinks führen die Nutzer dabei mit einem Klick von einer Seite zur nächsten. Entwickelt hat die Technologie mit seinen Kernstücken, dem Hypertext Transfer Protocol HTTP und der Hypertext Markup Language HTML, Timothy Berners-Lee am Europäischen Kernforschungszentrum CERN in Genf. Reich geworden ist er damit allerdings nicht. Denn die Technologien des World Wide Web darf jeder kostenlos nutzen.
    15 min
  • Das Duell der Mignons
    Sie trafen sich im Morgengrauen um fünf Uhr auf dem Pferdemarkt in Paris. Die zwei Kontrahenten und ihre vier Sekundanten. Alle vom Hofe Heinrichs III. Bereits kurze Zeit später wird Blut fließen.
    15 min
  • Der Geburtstag des Journalisten Ed Murrow
    Fake News gab es in 1950er Jahren auch. Nur hießen sie damals noch nicht so. Einer der wenigen, der seine Stimme unter dem Motto "Fakten statt Mutmaßungen" gegen den Zeitgeist der McCarthy-Politik erhob, war der angesehene CBS Fernsehmoderator Edward R. Murrow.Senator Joseph McCarthy führte in den Jahren 1947 bis 1955 eine gnadenlose Hexenjagd gegen vermeintliche Kommunisten, Andersdenkende und kritische Geister. Als Ed Murrow von einem Piloten erfuhr, der aufgrund von Verleumdungen seinen Job bei der Luftwaffe verlor, machte er den Fall in seiner Sendung "See It Now" publik."See It Now" wurde zum Inbegriff des kritischen Widerstands gegen die Kommunistenhetze der 50er Jahre, und Ed Murrow zu einer Fernsehikone."Good Night, and Good Luck", so verabschiedete sich Murrow stets von seinen Zuschauern, auch in jener Sendung, in der erstmals öffentlich in den USA über einen Zusammenhang zwischen Rauchen und Krebs berichtet wurde. Murrow, notorischer Kettenraucher, starb mit 57 Jahren an Lungenkrebs.
    15 min

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ZeitZeichen in der MorgenMusik erinnert an wichtige Ereignisse in der Vergangenheit. Dabei geht es nicht nur um Geschichte, Politik, Kunst und Kultur, sondern auch um das Alltägliche und Skurrile.…

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