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  • Das Butscha-Massaker | Von Thomas Röper
    Ein Video der ukrainischen Polizei bestätigt, dass es in Butscha kein Massaker der russischen Armee gegeben hat.
    Die ukrainische Polizei hat gefilmt, wie sie am 2. April in Butscha eingerückt ist. In dem Video sind keine Toten zu sehen und auch die Menschen erzählen nichts von dem angeblichen Massaker der russischen Armee.
    Ein Kommentar von Thomas Röper.
    Während die westlichen Medien sich mit Meldungen über das angebliche Massaker der russischen Armee an der Zivilbevölkerung in der ukrainischen Stadt Butscha überschlagen, tauchen immer mehr Beweise dafür auf, dass die russische Armee nichts dergleichen getan hat. Ich habe schon darüber berichtet, dass die russische Armee angibt, die Stadt am 30. März geräumt zu haben und dass der Bürgermeister von Butscha das am 31. März in einer Videobotschaft bestätigt hat. In dem Video ist er bester Laune und verkündet, die Stadt sei befreit. Von einem Massaker und vielen Toten auf den Straßen erzählt er hingegen nichts.
    Hinzu kommt, dass viele der gezeigten Toten weiße Armbänder tragen, die ein Erkennungszeichen der russischen Soldaten in der Ukraine sind. Es handelte sich bei den Toten demnach um Menschen, die mit den Russen sympathisiert haben. Alles deutet darauf hin, dass ukrainische Kräfte in der Stadt ein Massaker an denen angerichtet haben, die mit den Russen sympathisiert haben.
    Bei meinem Besuch in der Südukraine haben mir viele Menschen, die sich über die Befreiung durch die Russen (das ist deren Formulierung) gefreut haben, erzählt, dass sie große Angst davor haben, dass die Russen wieder abziehen und dass die ukrainischen Nationalisten sich an ihnen rächen werden. Die Angst dieser Menschen war der bleibendste Eindruck, den ich aus der Südukraine mitgenommen habe. Meine Berichte darüber finden Sie hier und hier.
    Die ukrainische Polizei hat ein Video vom 2. April veröffentlicht, das zeigt wie die ukrainische Polizei in die Stadt Butscha eingerückt ist. Auf dem Video wird die Zerstörung dokumentiert, aber es ist keine Rede von einem Massaker und man sieht auch keine Toten auf den Straßen liegen.
    Буча - зачистка міста від окупантів спецпризначенцями Національної поліції
    Es ist offensichtlich, dass es in Butscha kein Massaker der russischen Armee gegeben hat und dass weder am 31.März, als der Bürgermeister die Befreiung der Stadt verkündet hat, noch am 2. April, als die ukrainische Polizei in die Stadt eingerückt ist, Tote auf den Straßen gelegen haben. Die müssen erst danach dort hingekommen sein, was ebenfalls auf eine Racheaktion ukrainischer Nationalisten schließen lässt.
    In dem Video der ukrainischen Polizei ist ganz zu Beginn ein Toter zu sehen, der aber offensichtlich bei Kampfhandlungen gestorben ist. Ansonsten wird die Zerstörung der Stadt dokumentiert und es werden viele Szenen aus der Stadt gezeigt, in denen zerstörte Fahrzeuge zu sehen sind, aber eben keine Toten auf den Straßen.
    Die Menschen, die in dem Video zu Wort kommen, sind der ukrainischen Armee dankbar, aber niemand erwähnt das angebliche Massaker, das die russische Armee angerichtet haben soll. Ein Mann erzählt, die russische Armee habe ihn verhört und mit Erschießung gedroht, aber geschehen ist das nicht und er erwähnt auch nicht, dass jemand erschossen worden wäre. Offensichtlich hat die russische Armee ihm kein Haar gekrümmt, sondern ihn nur befragt.
    Das Massaker muss danach, wahrscheinlich am 3. April, stattgefunden haben. Aber an dem Tag waren in Butscha weit und breit keine russischen Soldaten mehr…
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    Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.
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    Dieser Beitrag erschien zuerst am 4. April 2022 bei anti-spiegel.ru
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    Bildquelle: xbrchx / shutterstock
    5 min
  • Ist der Scholzomat zu stoppen? | Von Rob Kenius
    Ein Standpunkt von Rob Kenius.
    Rüstung bringt Krieg und Ideologie macht den Krieg zum Religionskrieg.
    Religionskriege sind die sinnlosesten und grausamsten Kriege. Sie richten sich nicht nur gegen Militär, sondern gegen Frauen, Männer und Kinder, alte und junge, weil sie anderen Glaubens sind. Die Zerstörung von Kirchen und Häusern, das Abbrennen von ganzen Städten, das Abschlachten von Mensch und Vieh wird im Religionskrieg zur weihevollen Handlung, für Gott, gegen den Teufel, für die ewige Seligkeit, gegen Verbrecher, für die Erlösung vom Übel und für das Gute an sich.
    Ein solcher Krieg hat in Deutschland von 1618 bis 1648 stattgefunden.
    Vierhundert Jahre Entwicklung
    In den vierhundert Jahren danach hat sich die Technik der Waffen, wie die gesamte Technik, explosionsartig entwickelt. Mit einem einzigen atomaren Sprengkörper kann man mehrere Millionen Menschen auf einen Schlag umbringen. Aber auch die Möglichkeiten, Verbrechen des Krieges mit psychologischen Mitteln zu rechtfertigen, haben sich enorm erweitert.
    Man kann jede Tötungsabsicht überall verbreiten, wie damals die Religionen, und mit ständig wechselnden Narrativen täglich und stündlich Feindbilder und Gräueltaten durch die technischen Medien jagen.
    Die Medienmassage wirkt bei ständiger Wiederholung wie tiefliegende religiöse Überzeugungen aus dem Mittelalter. Die Definitionen von Freund und Feind, Gut und Böse sind beliebig veränderbare Narrative der Medientechnik geworden. Man nennt das auch psychologische Kriegsführung.
    Im religiösen Krieg sind zwei Komponenten entscheidend, die ineinander greifen. Erstens Waffen die es ermöglichen, aus immer größerer Ferne immer mehr Menschen zu töten und zweitens Medien, die ein Dauerfeuer aus Feindbildern und Aggressivität entfachen: Wir sind die Guten, die Gegner sind Verbrecher, wir sind im Recht, der Feind verachtet das Völkerrecht, Menschenrecht, Eigentumsrecht und unser Recht auf Wohlstand, Überfluss und Freiheit.
    Krieg in der Ukraine, zu Gunsten der USA
    Der Krieg in der Ukraine ist ein Sonderfall. Er ist das Ergebnis von etwa dreißig Jahren Rüstung gegen ein Land, das gar kein Feind ist und auch nicht sein will. Die Rüstung der USA und die der NATO-Staaten scheint ein Selbstläufer zu sein, eine Maschine, die schwer zu stoppen ist. Dieser Glaube an Rüstung kommt aus einem Land, dessen Bevölkerung vor 250 Jahren die besseren Waffen hatte und den Ureinwohnern das Land weggenommen hat.
    Die Amerikaner lieben Waffen, weil sie den Waffen alles verdanken. Sie glauben, dass Waffen Sicherheit und Frieden bringen. Auch auf höchster Ebene glaubt man in Washington und in den Köpfen der NATO, Rüstung bringt Frieden. Das ist ein fataler Gedankensprung, ein Trugschluss.


    Der Friede der USA mit den Ureinwohnern ist nicht durch Waffenbesitz, sondern durch den Einsatz von Waffen erreicht worden, genauer gesagt, durch die Vernichtung der Indianer mit Waffengewalt, bis hin zur totalen Marginalisierung.

    Nachdem Nordamerika bis zum Pazifik erobert worden ist, und ein Konsens besteht, mit den Nachbarn Kanada und Mexiko, nicht mehr zu kämpfen, macht das Rüsten der USA keinen Sinn mehr. Ebenso fragwürdig ist eine Expansion in Länder wie Ukraine und Russland, von denen Amerikaner keine realistische Vorstellung haben. Das trifft auch auf Präsident Joe Biden zu.
    Joe Biden scheint Größenverhältnisse nicht recht zu verstehen. Er stammt aus dem US-Kleinstaat und Steuerparadies Delaware. Die Ukraine ist 90 mal größer und Russland ist 2.650 mal so groß wie Delaware, auch 52 mal so groß wie Deutschland, dessen Kanzler Olaf Scholz große Zahlen klein denkt. Einhundert Milliarden für die Rüstung! Mal gerade so, ohne Diskussion.
    So funktioniert der Geld schluckende Scholzomat
    Dieser großkotzige Umgang mit unvorstellbaren Geldsummen, vorgetragen mit sanfter Stimme, ist das Markenzeichen von Olaf Scholz. Es kommt gut rüber,
    13 min
  • Wunschtraum „multipolare“ Welt | Von Ernst Wolff
    Ein Kommentar von Ernst Wolff.
    Das Ende des Zweiten Weltkrieges läutete eine neue geschichtliche Epoche ein. Mit den USA einerseits und der Sowjetunion und dem von ihr beherrschten Ostblock andererseits standen sich zwei Machtblöcke gegenüber und begründeten damit eine bipolare Weltordnung.
    Diese Ordnung hielt bis zum Zerfall der Sowjetunion und des Ostblocks Ende der 1980er Jahre. Danach hatten wir es vorübergehend mit einer unipolaren Weltordnung unter der Führung der USA zu tun. Diese aber geriet sehr schnell ins Wanken, zum einen wegen des wirtschaftlichen Niedergangs der USA und zum anderen wegen des kontinuierlichen Aufstiegs Chinas, der Einführung des Euro als Konkurrent zum US-Dollar und dem Ausbau der Neuen Seidenstraße und der damit verbundenen Entstehung eines riesigen eurasischen Wirtschaftsraums.
    Diese Entwicklung hat viele Menschen zu der Hoffnung verleitet, dass es nach der Hegemonie der USA zur Entstehung einer gerechteren multipolaren Weltordnung kommen könnte. Das aber ist eine Illusion, denn die Welt bewegt sich in genau die entgegengesetzte Richtung, und das mit zunehmender Geschwindigkeit.
    Verantwortlich dafür ist eine neue Großmacht, die sich in den vergangenen vierzig Jahren jenseits aller nationalen Grenzen gebildet und inzwischen zur stärksten Kraft in der gesamten Menschheitsgeschichte entwickelt hat. Es handelt sich um den digital-finanziellen Komplex aus den größten IT-Konzernen und den größten Vermögensverwaltungen der Welt.
    Dieser Komplex hat zwei Wurzeln:
    Einerseits die Finanzialisierung der Weltwirtschaft durch die Deregulierung, also die weltweite Abschaffung von Gesetzen im Bereich des Bankwesens, die dazu geführt hat, dass nach den Investmentbanken und den Hedgefonds heute die großen Vermögensberatungen das weltweite Finanzgeschehen beherrschen.
    Andererseits die dritte und die vierte industrielle Revolution, die dazu geführt haben, dass mit den Digitalkonzernen eine völlig neue Branche entstanden ist, die in kurzer Zeit mehr Macht als jede andere Wirtschaftskraft vor ihr an sich reißen konnte. Durch das Vorantreiben der Digitalisierung haben die IT-Konzerne Einblick in das Innerste aller anderen Konzerne bekommen und damit neben dem Geld, das die Welt bisher regiert hat, für ein neues Machtinstrument gesorgt: die Daten.
    Die Bedeutung dieser Kombination aus Geld und Daten ist der Schlüssel zum Verständnis unserer heutigen Welt und lässt sich auch in Zahlen ausdrücken. Der Börsenwert der 5 größten IT-Firmen beträgt zurzeit rund 9,5 Billionen US-Dollar, also mehr als das Zweieinhalbfache dessen, was etwa 45 Millionen Beschäftigte in Deutschland 2021 erwirtschaftet haben. Die 10 größten Vermögensverwalter der Welt wiederum haben Ende 2021 etwa 45 Billionen US-Dollar verwaltet. Das ist mehr als das Bruttoinlandsprodukt der USA, Chinas und Russlands zusammengenommen.
    Unter diesen 10 Vermögensverwaltern sind BlackRock und Vanguard die mit Abstand größten und gleichzeitig als Hauptaktionäre an sechs der übrigen acht Konzerne beteiligt. Vanguard wiederum ist der Hauptaktionär von BlackRock, so dass wir es hier mit einer nie zuvor gesehenen Machtkonzentration zu tun haben. Zudem sind BlackRock und Vanguard führend an fast allen IT-Konzernen beteiligt, während diese wiederum deren Datenfluss kontrollieren.
    Hinzu kommt, dass BlackRock seit 2007 wichtigster Berater der größten Zentralbanken der Welt ist und so bei der Verteilung der durch globale Geldschöpfung immer neu entstehenden Billionensummen mitentscheiden darf.
    Darüber hinaus hat sich der digital-finanzielle Komplex eine eigene Großmacht geschaffen, indem er zahlreiche internationale Organisationen unterwandert oder gekapert und zudem eigene Organisationen gegründet hat. Zu den unterwanderten und gekaperten zählen neben den Zentralbanken der Internationale Währungsfonds, die Weltbank, die Weltgesundheitsorganisation, sämtliche wichtigen Mainstreammedien,
    7 min
  • Gedankenknoten – Religionsphilosophie | Von Bernd Lukoschik
    Gedankenknoten sind kleine Texte, die philosophische Probleme erörtern, Fragestellungen aufwerfen und den Leser ins Grübeln bringen. Vom Altertum bis zur Moderne werden Begriffe besprochen, die zum Hinterfragen anregen und das philosophische Problematisieren schulen.

    Das Thema heute: Religionsphilosophie
    Wenn der Wille immer frei das Gute tut – Ist das unmöglich?
    Die Theologie erklärt das Übel in der Welt, insbesondere moralische Übel wie Grausamkeit, Boshaftigkeit, Hinterhältigkeit, häufig so, dass mit der Willensfreiheit zwangsläufig ab und an die Entscheidung für das Böse einhergehe. Da aber die Willensfreiheit ein besonders hohes Gut darstelle, habe Gott die moralischen Übel in Kauf genommen, um ein Weltganzes zu erschaffen, das in seiner Gesamtgüte den Wert einer Welt, in der es keine Willensfreiheit gäbe, übertrifft. So sollen Gottes Güte und Allmacht mit der Existenz der Übel in der Welt vereinbar werden.
    Eine Voraussetzung dieser Argumentation ist die notwendige Verbindung der Willensfreiheit mit der Entscheidung für das Böse. Wäre es aber nicht logisch möglich, dass der Wille sich immer für das Gute entscheidet, und zwar frei entscheidet?
    Dass dies logisch möglich ist, zeigt John Leslie Mackie mit folgendem Gedankengang:
    Logisch möglich ist, dass der Wille sich auch für das Gute entscheidet, denn: Er tut dies tatsächlich oft genug. Einmal frei das Gute zu tun ist also logisch möglich, da wirklich. Warum also nicht immer frei das Gute tun?
    Logisch unmöglich wäre das nur, wenn der Begriff „Freiheit“ definiert wäre als „Entscheidung für das Gute oder für das Böse“, wenn also die Freiheit manchmal auch die Entscheidung für das Böse mit einschlösse. Wäre Freiheit aber so definiert, dann ergäbe sich daraus ein Problem, denn die Willensfreiheit soll ja ein besonders hohes Gut sein. Was aber wäre so wertvoll daran, sich auch manchmal für das Böse zu entscheiden? Nichts.
    Freiheit muss also mehr sein als die bloße „Entscheidung für das Gute und das Böse“. Und dieses „mehr“ würde die Freiheit zu diesem besonders hohen Gut machen und es würde die Freiheit zur Freiheit machen. Die Freiheit bliebe auch ohne die Eigenschaft „Entscheidung manchmal auch für das Böse“ Freiheit.
    Daher muss es auch möglich sein, dass Freiheit immer mit dem Tun nur des Guten logisch vereinbar ist! Daher hätte ein allmächtiges Wesen den Willen auch so schaffen können, dass er immer frei das Gute tut!
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    Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.
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    Bildquelle: Anastasios71 / shutterstock
    4 min
  • Lektionen in Ungehorsam | Von Peter Frey
    Ein Standpunkt von Peter Frey.
    Wie wir mit kleinen Mutproben an der Beendigung der PLandemie teilhaben können.
    Ein wachsender Teil der Bevölkerung hat längst erkannt, dass es bei den „Corona-Maßnahmen“ um alles Mögliche geht, nur nicht um Gesundheitsschutz. Den Wenigsten aber ist bewusst, dass diese „Maßnahmen“ Kernelement einer psychologischen Operation, einer sogenannten PsyOp sind, innerhalb derer sie dazu konditioniert werden sollen, gehorsam die (für sie selbst) unsinnigsten „Regeln“ mehr oder weniger passiv mitzutragen. Noch weniger sind sie sich aber ihrer schlummernden Fähigkeiten gewiss, höchstselbst psychologische Operationen durchzuführen. Wir können den Spieß nämlich auch umdrehen und unsere bisher angepassten Mitbürger beeinflussen. Es braucht dazu etwas Mut. Demaskieren wir uns!
    Bekanntermaßen ist es nicht dasselbe, wenn zwei das Gleiche tun. Der Begriff Psychologische Operation (Psychological Operation = PSYOP oder PsyOp) wurde von Machtbewussten und ihren Militärs als Methode zur psychologischen Kriegsführung vereinnahmt. Mit PsyOps möchte man den Gegner unterwerfen, noch besser ihn „umdrehen“, um ihn für eigene Zwecke benutzen zu können. Die angewandten Methoden zielen vor allem auf unser Unterbewusstsein und versuchen dieses quasi umzuprogrammieren (1).
    Die destruktive Variante
    Psychologische Operationen im Sinne der Macht sind gewissermaßen pathologisch. Sind diese doch darauf ausgerichtet, im Opfer (Gegner) etwas zu zerstören, ihn emotional zu brechen, um nachfolgend gewünschte Verhaltensweisen etablieren zu können. Man möchte „sein Objekt“ nicht nur zwingen, zu sagen, dass zwei plus gleich fünf ist. Nein es soll tief und fest daran glauben. Es soll – wider seiner natürlichen Dissonanz – ohne inneren Widerstand die Lüge als Wahrheit betrachten. PsyOps sind nichts Neues und auch deren globaler Anspruch ist es nicht. Schließlich denken Wahnhafte immer global (2).
    Wir selbst sind nicht dagegen gefeit, solcherart gegenüber unseren Mitmenschen zu handeln, doch wenn wir es tun, dann in der Regel nicht bewusst. Diejenigen aber, die ganz gezielt, sozusagen berechnend solche Techniken anwenden, leiden unter einer antisozialen Persönlichkeitsstörung.
    Wer also unterbewusst psychologische Operationen anwendet, ist deshalb noch lange kein Psychopath oder Narzisst. Das gilt auch für das Phänomen unserer Tage, bei dem die „Corona-Maßnahmen“ in der Hierarchie der Macht „nach unten“ durchgereicht werden. Andererseits käme eben dieses Phänomen nicht zum Tragen, wenn es nicht aktiv durch Psychopathen, Leute mit äußerst stark gestörter Empathie befeuert würde.
    Wer ohne Empathie ist, hat keine Bedenken andere Menschen für seine Zwecke zu manipulieren. Schließlich kann er das Elend, das er damit unter Umständen anrichtet, nicht nachempfinden. So ein Mensch kann sich ganz auf seine, für ihn selbstredend positive, ja einzigartige, gar unverzichtbare Mission konzentrieren, ohne ständig in Skrupel verfallen zu müssen. Was die Sache gefährlich macht, ist die Bequemlichkeit der Masse, welche psychopathische Typen an die Spitze der Machthierarchien spült.
    „Innere Kälte hilft in vielen Organisationen tatsächlich beim Aufstieg, sind psychopathisch Gestörte doch selbstsicher, überzeugend, angstlos und fokussiert auf das Positive. Wer andere emotionsfrei beobachtet, lernt zudem schnell zu manipulieren, ja, wird oft gar als besonders charmant erlebt. Wer sich rücksichtslos durchsetzt, Ressourcen an sich reißen und andere ohne Skrupel feuern oder ausmanövrieren kann, hat im Konzern gewisse Vorteile. Diese Menschen sind oft unermüdliche Arbeiter, jagen sie doch nach etwas, das ihre innere Leere füllen soll – und kommen dennoch nie ans Ziel.“ (3)
    Unsere eigene, und zwar die über das sinnvolle Maß hinausgehende Bequemlichkeit ist also auch eine wesentliche Voraussetzung, dass wir uns manipulieren lassen können. Ein wacher empathischer Geist,
    17 min
  • Traumanovelle | Von Roberto J. de Lapuente
    Wenn ich ganz ehrlich bin, dann bin ich ein wenig traumatisiert. Von den letzten Monaten. Von meinen Job im Gesundheitswesen, den ich nun aufgebe. Und von meinem Alltag und meinen Mitmenschen, die offen in einen Totalitarismus laufen, der sie sie im Arbeitsleben in Angst und Schrecken versetzt.
    Ein Kommentar von Roberto J. de Lapuente.
    Ich bin raus. Nach sechs Jahren im Gesundheitswesen habe ich das Handtuch geschmissen. Heute ist der erste Tag vom Rest meines Lebens. Ein Krankenhaus will ich nur noch als Patient betreten – dann sicherlich auch nicht mit Wonne, aber gezwungenermaßen. Als Angestellter werde ich es nie mehr tun. Es nennt sich ja Gesundheitswesen: Aber Mitarbeiter in diesem Sektor bleiben nicht gesund. Ganz im Gegenteil, man nimmt ihre Erkrankung strukturell und systemisch in Kauf. Natürlich gibt es in vielen Bereichen des Arbeitsmarktes zu wenig Personal, muss viel aufgefangen und mit Mehrarbeit ausgeglichen werden. Im Gesundheitswesen ist es aber speziell, denn Patienten gibt es immer und ohne Unterlass; man kann sich als »Gesundheitsarbeiter« nicht einfach mal rausnehmen. Ein Stück Blech legt man am Freitagnachmittag zur Seite. Ein sieches Großmütterlein eher nicht. Die Patientenversorgung in Zeiten großer Personalnot ist des Todesstoß für die eigene Gesundheit.
    Nun war ich nicht als Pflegekraft oder Arzt angestellt. Das fehlte mir noch! Ich war bloß Verwaltungsangestellter in einem Krankenhaus. Und so ein Krankenhausbetrieb ist ja Arbeitgeber für allerlei Berufsgruppen. Alles greift ineinander – oder sollte es. Ich saß zuletzt in einem Aufnahmebüro, musste bestellte Patienten wie am Fließband wegschaffen. Seitdem ich damit anfing, gab es viel zu tun; der Betrieb brummte, schließlich wollte Geld verdient werden. Die Pandemie hat das Arbeitspensum nochmal drastisch erhöht – gleichzeitig die Arbeitsbedingungen erschwert. Die letzten Monate, ich will ganz ehrlich sein, waren ein traumatisches Erlebnis. Mich plagten teilweise Alpträume. Und vermutlich wird mir das noch eine Weile bleiben. Der Umgang mit Kollegen, Patienten und mit mir selbst: Es war eine ständige Ausnahmesituation.
    Sind Sie geimpft? Sind Sie geimpft? Sind Sie geimpft? Sind Sie geimpft?
    Es mag ja Krankenhäuser geben, die sich in den letzten beiden Jahren dem Druck der Politik nur zähneknirschend untergeordnet haben. Dort wo ich war, war das anders. In der Kollegenschaft war man sich einig und auch verärgert darüber: In diesem Haus wurde eine gewisse Freude am Notstand gepflegt. Ich erinnere mich an die ersten Tage der Pandemie, die Welt klatschte Beifall von Balkonen – und wir mussten uns fortan durch die Hintertür an die Arbeitsplätze schleichen, denn der Haupteingang blieb zu – das Krankenhaus wurde zur Festung. Bis zuletzt, bis ich das Haus verließ, wurde das beibehalten. Aber man stellte einen Tisch im Bereich der Stechuhr auf, jeden Tag konnte man sich da was anderes nehmen. Mal einen Apfel oder ein Stück Schokolade, die Geschäftsführung begrüßte die Mitarbeiter ab und an selbst: Danke, dass Sie da sind, hieß es da noch. Im Laufe der Pandemie wurde der Ton ruppiger. Am Ende bedankte sich keiner mehr. Jede vom Corona-Krisenstab vereinbarte Änderung wurde unter Androhung arbeitsrechtlicher Konsequenzen an die Belegschaft angetragen.
    Zuletzt schien sich die Arbeit jener, die die Verwaltung am Laufen hielten, auf genau eine Frage zu reduzieren, die man in verschiedenen Varianten stellen konnte: Sind Sie geimpft? Hatten Sie schon Ihre Impfung? Sind Sie denn schon geboostert? Haben Sie einen Test dabei? Sind Sie schon getestet? Wie alt ist der Test? Die Leute umklammerten beim Eintritt ins Büro ihr gelbes Impfbüchlein, als sei das die Zutrittskarte in die wunderbare Welt der medizinischen Betreuung. Dann erzählten sie brav, dass sie alle Impfungen hätten und quasi jede Berechtigung hätten, hier zu sein. Mancher Patient legte einem sein Büchlein einfach hin, auch wenn man es gar nicht sehen wollte.
    15 min
  • Raus aus dem Kampfmodus! | Von Marcus Zeller
    Bevor wir eine bessere Gesellschaft anstreben, sollten wir uns Klarheit darüber verschaffen, was wir uns eigentlich unter „Freiheit“ vorstellen.


    Hinweis zum Beitrag: Der vorliegende Text erschien zuerst im „Rubikon – Magazin für die kritische Masse“, in dessen Beirat unter anderem Daniele Ganser und Hans-Joachim Maaz aktiv sind. Da die Veröffentlichung unter freier Lizenz (Creative Commons) erfolgte, übernimmt apolut diesen Text in der Zweitverwertung und weist explizit darauf hin, dass auch der Rubikon auf Spenden angewiesen ist und Unterstützung braucht. Wir brauchen viele alternative Medien!

    Ein Standpunkt von Marcus Zeller.
    Nicht alles war in der „alten Normalität“ frei. Es gab Einschränkung. Jedoch gab es für Menschen in Deutschland zumindest immer eine Alternative zum Konformismus. Wir konnten uns zurückziehen und uns auf den Standpunkt stellen, der ganze politische Kram ginge uns nichts an. Heute ist das anders. Der Staat und die angepasste Mehrheit verhalten sich zunehmend zudringlich und vereinnahmend. Wir haben nicht mehr die Freiheit, nicht reagieren zu müssen. Wir müssen mitgehen oder kämpfen. Der Gleichschritt lässt die persönliche Überzeugung für die meisten Makulatur werden. Der Kampf „gegen“ kettet uns jedoch an das Bekämpfte. Unsere Energien sind gebunden durch den Freiheitskampf, insofern sind wir unfrei. Um unser Feindbild zu pflegen, müssen wir Teile von uns abspalten und im Außen bekämpfen. Wenn wir also eine Welt erschaffen wollen, in der Freiheit als Wert wirklich existiert, müssen wir zuerst ein klares Verständnis des Begriffs entwickeln.
    „Mensch ärgere dich nicht!“ — warum kann ein Spiel mit einem solchen Namen überhaupt einen Reiz haben? Die einfache Antwort lautet: Weil sich der Mensch gerne ärgert. Er quält sich sogar gerne. Wie sonst ist eine Geschichte anders zu verstehen, die in Summe die scheinbare Unfähigkeit des Menschen zum Frieden bezeugt?
    Freiheit ist eben erst vor dem Kontrast der Unfreiheit erfahrbar. Es dauerte Jahrhunderte, bis viele beispielsweise religiösen Aberglauben und die damit verbundene Unfreiheit durch mächtige Institutionen wie die römisch-katholische Kirche durchschauten und ablegen konnten. Die Furcht vor einem bedrohlichen Jenseits haben die meisten Menschen endlich weitestgehend überwunden.


    Doch offensichtlich erscheint mit jeder errungenen Freiheit ein neues Level oder ein neues Kapitel in der Geschichte unserer moralischen Evolution in Form einer neuen Unfreiheit.

    Die Epoche der Aufklärung ermöglichte das gegenwärtige Technologiezeitalter, in dem nicht nur die ganze Welt für grundsätzlich versteh- und erklärbar gilt, sondern auch mehr oder weniger stillschweigend davon ausgegangen wird, dass der Mensch, insbesondere der Wissenschaftler, imstande ist, jede Herausforderung zu lösen.
    Diese stille Konvention macht auch die gegenwärtige Krise erst möglich. Wir fühlen uns nicht als eingebundener und integraler Bestandteil einer freundlichen und förderlichen Mitwelt, sondern als ihr gegenübergestellt. Die Welt ist kein Oikos, keine Heimat mehr, sondern sie erscheint uns gefährlich. Wir müssen unsere Existenz deshalb sichern und verteidigen. Die Krise folgt dem Duktus: der Mensch gegen den Rest der Welt.
    Der Mensch befindet sich in einem ständigen Kampf, weil alles zur Bedrohung geworden ist. Nicht mehr der Teufel mit seinen Versuchungen bedroht uns; der Teufel sitzt in neuem Gewand überall. Wir befinden uns ständig im Kampf — zumindest mit Worten — gegen den Hunger, gegen den Klimawandel, gegen die Sonneneinstrahlung, gegen die Armut, gegen die Ausbeutung, gegen die Arbeitslosigkeit und gegen Viren. Politischer Diskurs ist deshalb immer auch Kampfrhetorik.
    Natürlich, es ist ein Kampf für das Gute, das Richtige, für die Gesundheit, für die Gerechtigkeit. Doch im Kampf ist wenig Platz für Freiheit. Aber auch für die müssen wir kämpfen!
    16 min
  • Die Ukraine dient US/NATO als Kanonenfutter | Von Rainer Rupp
    Ein Kommentar von Rainer Rupp.
    Die Ukraine ist längst besiegt, aber der Westen, vor allem Washington wollen das nicht wahrhaben. Denn das erklärte Ziel der US-Kriegstreiber ist es, „to bleed the Russians“. Mit anderen Worten heißt das, dass die Amerikaner und die NATO in der Ukraine die Gelegenheit beim Schopf ergreifen wollen, um bis zum letzten ukrainischen Soldaten weiterzukämpfen, mit dem Ziel, „die Russen auszubluten“.
    Das ist der Grund, weshalb in den offiziellen Erklärungen von US/NATO eifrig das Narrativ gepflegt wird, wonach das Militär der Ukraine Dank westlicher Ausbildung und Waffenlieferungen stark genug ist, um den Vorstoß der Russen zu stoppen, mit der Möglichkeit, die Russen sogar zurückzudrängen. Diese angeblich guten Aussichten werden durch die Unterstellung bestärkt, dass das russische Militär ziemlich unfähig, die russischen Waffen unzuverlässig und die Logistik katastrophal sei. Je länger deshalb die Ukrainer aushalten und weiterkämpfen, und je schneller die US-NATO immer größere Mengen neuer Waffen liefern, desto besser sind die ukrainischen Aussichten auf einen Sieg. Folglich sei eine russische Niederlage nur eine Frage der Zeit und des Durchhaltevermögens der Ukrainer.
    Diese künstlich geschaffene Hoffnung vom bevorstehenden Sieg erlaubt es US/NATO die Kampfmoral der ukrainischen Armee und erst recht der darin integrierten faschistischen Bataillone aufrechtzuerhalten. Vor allem die Nazi-Bataillone sind begierig, den Russen einen möglichst hohen Blutzoll abzuverlangen. Dabei scheint es den Kriegsherren in Washington vollkommen egal zu sein, dass sie mit dieser Strategie nicht nur die ukrainische Armee zur Schlachtbank treiben, sondern vor allem der Zivilbevölkerung des Landes die meisten Opfer zumutet. Diese verbrecherische Politik der US/NATO erinnert an das Ende des Dritten Reichs, als die Nazis vollkommen sinnlos noch Hunderttausende von Menschen geopfert haben, nur um die Niederlage ein paar Wochen hinauszuzögern. Zu allem Überfluss vergießen unsere Regierungs- und Konzernmedien zugleich literweise Krokodilstränen wegen der armen zivilen Opfer der „russischen Aggression“.
    Tatsächlich aber hatte die Ukraine schon nach den ersten 24 Stunden der russischen Militäroperation zur Demilitarisierung und Entnazifizierung der Ukraine den Kampf verloren. Denn mit ihren hochpräzisen Raketen zerstörten die Russen am ersten Tag knapp ein Hundert der wichtigsten ukrainischen Kommando-, Kontroll- und Kommunikationsknotenpunkte und Netzwerke, einschließlich Radaranlagen und Luftabwehrkomplexe. In den folgenden vier Wochen wurden die ukrainische Marine, ihre Luftwaffe, Munitions- und Treibstofflager, zwei Drittel der gepanzerten Fahrzeuge, Ausbildungslager ausländischer Nazi-Söldner und sonstige Militäranlagen in die Luft gejagt. Militärische Produktions- und Reparatureinrichtungen wurden ebenfalls eliminiert.
    Folglich ist die ukrainische Militärführung längst nicht mehr in der Lage, eine größere Zahl von Truppen zwischen den verschiedenen Fronten zu bewegen, die Russland entlang des Kontaktlinie zum Donbass, entlang der Schwarzmeerküste im Süden und im Norden entlang der Grenze zu Russland und Belarus aufgemacht hat. Mit einer inzwischen erkannten Kriegslist hatte Russland die ukrainische Regierung glauben gemacht, es wollte bereits in den ersten Tagen der Operation Kiew erstürmen. Dadurch wurden starke Kräfte der ukrainischen Armee zur Verteidigung der Hauptstadt gebunden. Inzwischen ist es zu spät, den anderen Fronten, insbesondere dem Hauptziel des russischen Angriffs zu Hilfe kommen. Zugleich haben sich laut Berichten aus unterschiedlichen russischen und ukrainischen Quellen, die vielgerühmten US-Wunderwaffen wie die tragbaren, aber unhandlichen Javlin-Panzerabwehrraketen und die Stinger-Luftabwehrraketen im Kampf als wenig wirksam erwiesen.
    Das Hauptziel der russischen Operation zur Demilitarisierung der Ukraine ist die mindestens 60.
    20 min
  • Abschied | Von Jochen Mitschka
    ... aber wovon? 
    Ein Standpunkt von Jochen Mitschka.
    Es ist ein komisches Gefühl. Die letzten Tage und Stunden in Deutschland sind da, und mit ihnen kommt der Frühling. Die schönste Jahreszeit in der Natur. Jeden Tag sieht man, wie wundersam dort Blüten sprießen, dort zarte grüne Blätter sich zeigen, nur die alte Eiche am Ortsausgang … da ist es jedes Jahr wieder, als ob es das letzte Jahr sein sollte. Erst spät im Sommer zeigen sich die Blätter und beweisen, dass der Baum noch lebt. Wir verlassen dieses Wunder, das uns so viele Früchte bescherte, dass der Hauskäufer noch eine halbe Gefriertruhe vom letzten Jahr übernehmen kann. Wir verlassen es in dem Wissen, dass wir es wohl nicht mehr sehen werden. Es ist ein endgültiger Abschied. Deshalb heute ein paar sehr persönliche Worte, Entschuldigung dafür.
    Wer oder was wird verlassen?
    Wir verlassen auch die netten Nachbarn, die uns in den letzten Tagen noch ihr Auto geliehen haben, und den Nachbarn, der noch mal vorbeigekommen ist, um Hilfe anzubieten und uns zu verabschieden. Wir verlassen sie ebenso wie jene Nachbarn, die uns zu „unerwünschten Personen“ erklärt haben, weil wir uns nicht gentechnisch behandelt ließen, welche anderen Nachbarn drohten „wenn du mit dem redest, brauchst du nicht mehr zu uns zu kommen“. Wir verlassen die Versender von Hassmails und Absender von Briefen mit Exkrementen.


    Wir verlassen aber ganz besonders das politische und gesellschaftliche System Deutschlands. Und angesichts meines Alters wird es wohl ein Abschied für immer sein.

    Ich habe schon viele Male im Ausland gelebt. Zuletzt 10 Jahre in Südostasien. Dabei habe ich Militärputsche, Bürgerkriege und Diktaturen erlebt, ebenso wie Aufbruch und Hoffnung in Gesellschaften. Immer hatte ich Deutschland als meine Heimat angesehen. Den Geruch frisch gemähter Wiesen, wenn man mit dem Mountainbike durch die Felder fährt, den Geschmack von Erdbeeren vom Bodensee. Die jährliche „Auferstehung“ der Natur und der überwältigende Überfluss des Sommers, der sich dann mit einem furiosen Farbspektakel verabschiedete. Um der Härte von Frost, Eis und Schnee Platz zu machen. Aber auch die Sprache mit ihren verschiedenen lokalen Ausprägungen, die Menschen, die sich freundlich zuwinkten, ohne sich zu kennen. Die lachenden und spielenden Kinder, die ihre Mofas frisierenden Jugendlichen, die stolzen Familienväter und Mütter, die Sonntags zum Spaziergang mit den Kindern die Arbeitskleidung abgelegt und Feiertagskleidung angelegt hatten.
    Ich musste grinsen, wenn ich samstags mit dem Motorrad durch Deutschland fuhr und beobachtete, wie andächtig die Menschen mit dem Besen vor dem Haus kehrten und wie Gartenzwerge den Vorgarten bewachten. Es war ein liebevolles Grinsen, erfüllt von dem Verständnis, dass die Menschen taten, was ihnen lieb und wert war.
    Als es noch kein Navi gab, und ich in Hamburg anhielt und verzweifelt versuchte, mich auf einem Stadtplan zurechtzufinden, passierte es mir, dass Menschen an die Scheiben klopften, und fragten, ob sie mir helfen können. Hilfsbereitschaft überwältigte mich auch, als ich einmal in Überschätzung meiner Fähigkeiten mit dem Motorrad in einen Graben rutschte oder ein anderes Mal, als ich mich in Matsch festgefahren hatte.
    All das und noch viel mehr scheint nun vorbei zu sein. Zuerst kam Corona und damit die Spaltung der Gesellschaft. Dann kam die Ukraine-Lüge, welche viele der Menschen auch wieder glaubten, eben jene, die an die prophylaktische gentherapeutische Behandlung, genannt Impfung glauben. Und plötzlich sieht Deutschland wieder Russland als Feind an, als den, der, neben dem Virus, all die Probleme verursacht hat, unter denen sie nun leiden. Und die eigentlichen Verursacher der Probleme werden wieder mal als Retter und Helden gefeiert.
    Und so fällt der Abschied doch leichter als gedacht. Straße frei für die junge Generation. Mein Megafon habe ich verschenkt.
    21 min
  • Kein Auftritt bei „Fridays for Future“ | Von Hubert von Brunn
    ... wegen Dreadlocks-Frisur.
    Ein Kommentar von Hubert von Brunn.
    Nach mehreren Wochen Abstinenz sind die Aktivisten von „Fridays for Future“ am vergangenen Freitag wieder auf die Straße gegangen, um für mehr Klimaschutz und die Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels zu demonstrieren. Auch der Krieg in der Ukraine und die Forderung nach einem Lieferstopp für russisches Gas standen dieses Mal mit auf der Agenda. Und – dank ihrer ideologischen Verblödung – himmelschreiende Intoleranz.
    Diesbezüglich hat sich die FfF-Ortsgruppe Hannover besonders hervorgetan. Dort nämlich wollte ursprünglich die Musikerin Ronja Maltzahn im Rahmenprogramm auftreten. Doch wegen ihrer Dreadlocks-Frisur wurde der Künstlerin der Auftritt kurzfristig untersagt. Die schriftliche Begründung der Klimaaktivisten für diese Vorgehensweise ist ebenso hanebüchen wie skandalös: Dreadlocks, so heißt es da, seien in den USA ein Widerstandssymbol der Bürgerrechtsbewegung und somit schwarzer Menschen geworden. Und weiter: „Wenn eine weiße Person also Dreadlocks trägt, handelt es sich um kulturelle Aneignung, da wir als weiße Menschen uns aufgrund unserer Privilegien nicht mit der Geschichte oder dem kollektiven Trauma der Unterdrückung auseinandersetzen müssen.“
    Der Künstlerin wurde in einer Chatnachricht mitgeteilt, dass die Gruppe auf „ein antikolonialistisches und antirassistisches Narrativ“ setze, weswegen es nicht vertretbar sei, „eine weiße Person mit Dreadlocks auf unserer Bühne zu haben.“ In demselben Chat wurde Ronja Maltzahn ein unsägliches Ultimatum gestellt: Ein Auftritt ist nur möglich, wenn sie sich bis Freitag ihre Dreadlocks abschneiden lässt. Dieses „Angebot“ hat die Künstlerin abgelehnt.
    „Cancel Culture“ in übelster Form
    Das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen. Ausgerechnet die ach so progressiven, aufgeklärten und um die Zukunft unserer Welt zutiefst besorgen jungen Menschen betreiben hier „Cancel Culture“ in übelster Form. Es sind die gleichen Weltverbesserer, die hypersensibel auf das Thema Identität reagieren, die auf Gender, Gendersternchen und Doppelpunkten bestehen, die viel von LGBTQ-Community reden – und die jetzt der Künstlerin ihre Identität absprechen. Deren Respekt vor der freien Entfaltung des Individuums schon endet, wenn jenes sich erdreistet, eine unkonventionelle Frisur zu tragen, die nicht in das gleichmacherische Weltbild der links-grünen Ideologen passt.
    Wie mäßig deren Denkvermögen ist, hat die von den Medien zur FfF-Ikone hochstilisierte deutsche Greta, Luisa Neubauer, zum Besten gegeben, indem sie feststellte:


    „Die Wurzeln der Klimakrise liegen in Macht-Hierarchien von Männern (…)“

    Nach außen hin gibt sich „Fridays for Future“ bürgerlich und engagiert im Interesse der Menschheit. In ihrer ideologischen Verbohrtheit ist die Bewegung in ihrem Kern jedoch höchst undemokratisch, im Falle der wegen ihrer Dreadlocks diskriminierten Künstlerin unverhohlen diktatorisch. Vielleicht rüttelt das den einen oder anderen Normaldenkenden, der aus Sympathie für die Sache bei den FfF-Demos mitmarschiert ist, auf und lässt ihn weitere Sympathiebezeugungen für diese Bewegung überdenken.
    Kommen wir noch einmal zurück auf „Cancel Culture“. Was es nach Meinung von FfF mit den Dreadlocks auf sich hat, haben wir nun gelernt. Bei dieser ebenso spitzfindigen wie falschen (siehe Nachtrag) Betrachtungsweise gibt es allerdings noch jede Menge Möglichkeiten, kulturell anzuecken. Nehmen wir beispielsweise den Schwarzen, egal aus welchem Herkunftsland, der nach München kommt, weil er einmal das Oktoberfest miterleben will. Der Mann hat sich gut informiert und weiß, um richtig zünftig im Bierzelt mitfeiern zu können, braucht man das passende Outfit.
    Also besorgt er sich für viel Geld eine fesche Lederhose, Wadenschoner und natürlich einen grünen Filzhut mit Gamsbart obendrauf. So ausstaffiert geht er auf die Wiesn.
    7 min

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das denk' ich auch