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  • Deutsche Waffen wieder in den Händen von Nazi-Schlächtern | Von Rainer Rupp
    Ein Kommentar von Rainer Rupp.
    Die Russen kennen den Zweiten Weltkrieg meist unter dem Begriff „Großer Vaterländischer Krieg“. Mit 27 Millionen Toten, Soldaten, Zivilisten, Frauen und Kindern, Zig-Tausende von total zerstörten Dörfern und Städten hat kein anderes Land so schwer unter der mörderischen Nazi-Pest aus Deutschland gelitten wie die Völker Russlands und der Sowjetunion. Angesicht des urplötzlich in Deutschland wieder aufgeflammten Russenhasses und der unverhohlenen, deutschen Unterstützung der von Nazis kontrollierten ukrainischen Regierung und des ukrainischen Militärs mit Waffen und Geld haben die russischen Veteranen und Kriegskinder des Großen Vaterländischen Krieges nachfolgende Botschaft an das deutsche Volk und an die deutsche Regierung geschickt.
    Da die deutschen Medien und Politiker ganz auf die Faschisten in Washington und in Kiew eingenormt sind, werden sie den Teufel tun und den Appell der Veteranen veröffentlichen. Deshalb sollten „apolut-Leser“ die Möglichkeit haben, nachfolgend sich selbst ein Bild von den Vorgängen in der Ukraine aus der Sicht der russischen Veteranen zu machen. Am härtesten trifft die Verfasser des Appels offensichtlich die Erkenntnis, dass die Kinder und Enkel der Nazis, von denen sie damals in Wehrmacht- oder SS-Uniform überfallen worden waren, heute gemeinsame Sache mit den ukrainischen Nazis gegen Russland machen.
    Meine persönliche Einschätzung dazu folgt am Ende dieser Tagesdosis.
    Hier ist der Text des Schreibens der Veteranen an das deutsche Volk und die deutsche Regierung, datiert vom 22. März 2022:

    Die Tragödie in der Ukraine
    Von den Veteranen und Kriegskindern Wir, die letzten Kriegszeugen, die Vertreter aller Völker Russlands, die diesen großen und schrecklichen Krieg überlebt haben, stehen heute am Ende unseres Lebensweges! Unsere Zeit läuft bereits ab. Den größten Teil unseres Lebens hofften wir, dass unser Leben in Frieden zu Ende geht, ohne den alles zerstörenden Hass!
    Lange, über Jahrzehnte hinweg nach dem Zweiten Weltkrieg, bemühten wir uns unseren gerechten Zorn zu überwinden! Wir bemühten uns den Drang nach Vergeltung für die zahllosen seelischen und körperlichen Wunden, die wir immer noch in unseren Körpern und Herzen tragen, zu überwinden! Und die meisten von uns haben verziehen!
    Das geschah nicht zuletzt dank der Tatsache, dass Deutschland seit vielen Jahren seine Reue, seine Einsicht für das, was verbrochen wurde, unter Beweis stellte! Und wir haben nicht nur uns selbst überwunden, sondern auch den Schrei unserer barbarisch ausgerotteten Verwandten! Von wem wurden sie ausgerottet? Von den Deutschen, von den Nazis! Wir haben verziehen; nach den Geboten des menschlichen Zusammenlebens!
    Und dann, im Jahr 2014, als der Krieg in der Ukraine begann, blickten wir hoffnungsvoll nach Deutschland und auf die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel. Wir konnten uns nicht vorstellen, dass die Deutschen nach all dem, was sie in der Ukraine angerichtet hatten, nach Babi Jar, nach den Bergen von verstümmelten Leichen, auch heute noch voller Begierde auf die ukrainischen Felder blicken würden, die Europa auch heute ernähren können! Oder dass die Deutschen, die auch die ihnen einst so sehr verheißende Krim schon einmal in Blut ertränkt hatten, auch heute noch ein Interesse daran hätten, die Krim zu einem amerikanischen und allgemeiner, zu einem NATO-Stützpunkt zu machen – was ein ideales Sprungbrett für eine Aggression gegen Russland wäre! Eine solche Politik wäre eindeutig auf einen zukünftigen Krieg ausgerichtet. Denn nur ignorante Bürger verstehen den Sinn und Zweck des Maidan-Putsches nicht, bei dem sich Russland auf die einzig mögliche Weise verhielt!
    Aber die Deutschen sind nicht dumm! Wir, Russen, eure „Blutsbrüder“, kennen eure Psychologie. Nicht umsonst wurde unser Blut von euch in Strömen „berechnend“ vergossen! Wir erinnern uns an die „systematischen“ Methoden der „Bevölkerungsreduzierun...
    18 min
  • Wenn der Glaube an die Demokratie zerfällt | Von Jochen Mitschka
    Leben in einem potemkinschen Dorf

    Ein Standpunkt von Jochen Mitschka.
    Als Jugendlicher hatte ich einen Traum. Ich glaubte, man müsse den Menschen nur die Wahrheit sagen, dann würden sie alles verstehen und die Welt wäre ein besserer Ort. Weil sie dann natürlich Einfluss auf die Politik nehmen, so glaubte ich, und die wäre dann eben eine zum Wohle der Allgemeinheit. Mein Vater meinte dann lakonisch:


    "Junge, glaub mir, die Wahrheit will keiner wissen, und nicht Politiker, sondern Geld regiert die Welt."

    Ich dachte bei mir. "Was weiß der Alte schon von moderner Demokratie. Hat er doch als Soldat an mehreren Fronten geholfen, den Krieg Hitlers zu führen." Auch seine  Verbitterung über die staatstragenden politischen Parteien, die er „Netzwerke zur Förderung der Karriere“ nannte, schrieb ich seiner Enttäuschung über die Behandlung als Schwerkriegsversehrter zu.
    Naja, inzwischen habe ich meine Meinung geändert. Und ich habe mich posthum bei ihm entschuldigt. Ich war naiv, ich glaubte, was man mir sagte, was ich in der Schule lernte, und was ich in den Medien las, ich glaubte daran. So wie heute wieder die Jugend glaubt, was ihnen die Lehrer sagen, über Gendern, Masken, Impfen und gerade den bösen Russen.
    Der Journalismus
    Ich verschlang damals den Spiegel von den Leserbriefen bis zum Impressum. Ich fuhr mit der Straßenbahn schwarz zur Schule, um das Geld für die Zeitung zu haben, später schrieb ich Aufsätze für Mitschüler, die je Aufsatz 50 Pfennig zahlten, und damit meine Zeitungslektüren finanzierten.
    Ein paar Jahre später begann ich zu begreifen, dass es mehrere Wahrheiten gab. Nach einer vergleichenden Untersuchung der Süddeutschen, Frankfurter Allgemeinen, Frankfurter Rundschau und dem Kölner Stadtanzeiger, in der ich einen Monat lang beobachtete, wie diese über verschiedene Ereignisse berichteten, oder sie einfach "vergaßen" begann ich langsam zu begreifen, dass man auf die gleichen Nachrichten vollkommen unterschiedliche Sichtweisen haben konnte.
    Damals, Ende der 1960er Jahre waren Nachrichten noch von Kommentaren getrennt. Allerdings auch damals waren schon Unterschiede in den Betonungen, im Weglassen oder in Reihenfolgen von Nachrichten zu erkennen.
    Inzwischen wurde aus Betonung und Weglassen offener Haltungsjournalismus. Unterschiede zwischen Nachrichten und Kommentare sind nicht mehr zu erkennen. Journalisten glauben, sie sind die Erzieher der Nation. Und wie sieht es bei den Lehrern aus?
    Unsere Lehrer Ende der 1960er Jahre waren stolz darauf, wenn man Bildung nicht einfach auswendig lernte und wiederholte, sondern wenn man sie hinterfragte. Aber auch schon damals war es nur eine Minderheit der Schüler, die sich überhaupt die Mühe machte. Die Mehrheit wiederholte, was der Lehrer sagte, weil die Schüler in dem Glauben waren, damit auf der sichereren Seite zu stehen. Hätten die Lehrer sich eindeutig gegen Demonstrationen geäußert, wären die Schüler nicht gegangen. Im Studium war es nicht anders.
    Daher habe ich volles Verständnis für die Mehrheit der heutigen Jugend, die auch nur den Lehrern und Medien folgt, deren empfindliches Gemüt leicht mit Horrorszenarien zu allen möglichen Dingen getrieben werden kann.
    Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich nach dem Lesen des Berichtes vom Club of Rome an den baldigen Weltuntergang glaubte. Alles war logisch. Und es waren führende Wissenschaftler, die damals zum Beispiel erklärten, wie lange nur noch das Öl verfügbar wäre. Natürlich ist nichts unendlich auf dieser Welt, deshalb glaubte ich auch später noch, dass sie sich halt nur um ein paar Jahre verschätzt hatten. Bis ich irgendwann dann sowieso den Glauben an die Wissenschaft verlor.
    Der Bericht des Club of Rome hatte aus zwei Gründen weniger Einfluss auf die Jugend gegenüber der heutigen Propaganda in Bezug auf Migration, Corona, die Klimakrise oder die "Aggression Russlands".
    20 min
  • F 35 für die Bundeswehr? Der Starfighter lässt grüßen | Von Peter Haisenko
    Ein Kommentar von Peter Haisenko.
    Würden Sie ein Auto kaufen, von dem im Herstellerland bekannt ist, dass 845 Fehler eingebaut sind, von denen immerhin sechs zu einem tödlichen Unfall führen können? Oder gar ein Flugzeug? Das Kampfflugzeug F 35 aus US-Produktion befindet sich genau in diesem Zustand und die Bundesregierung will sogar 35 Stück für etwa 15 Milliarden kaufen.
    Die F 35 hatte vom Anfang ihrer Entwicklung massive Probleme, die die Indienststellung um Jahre verzögerte. Aber selbst nachdem die US-Luftwaffe die ersten Exemplare hatte, rissen die Probleme nicht ab. So musste zum Beispiel der Schleudersitz, mit dem sich Piloten aus einem abstürzenden Flugzeug retten sollen, komplett neu gestaltet werden. Es hatte sich herausgestellt, dass dieses Rettungsgerät selbst den Piloten bei Gebrauch umbringen kann. Das gesamte Projekt war zu anspruchsvoll ausgelegt und kostete schließlich ein Vielfaches der anvisierten Entwicklungskosten.


    Nach wie vor sind die Zuverlässigkeit und der Wartungsaufwand jenseits dessen, was von einem modernen Kampfflugzeug erwartet werden kann.

    Auch was die Einsatztauglichkeit betrifft, ist die F 35 ein fragwürdiges Projekt. Sowohl was die Wendigkeit für den Luftkampf anlangt, als auch die Endgeschwindigkeit, kann dieser fliegende Computer nicht einmal mit dem Eurofighter mithalten. Zudem verlässt sie sich auf nur einen Motor und der ist so an seine Leistungsspitze getrieben, dass sich die Ausfälle häufen. Blöd nur, dass man notlanden oder abstürzen muss, wenn dieser eine Motor ausfällt — um sich dann einem Schleudersitz anzuvertrauen, der immer noch nicht das Gelbe vom Ei ist.
    Das teuerste Flugzeug aller Zeiten hat die meisten bekannten Mängel
    Die F 35 ist ein typisches Beispiel für das realitätsferne Vorgehen, das sich im Westen eingebürgert hat. Irgendwelche Strategen oder Kaufleute fordern ein neues Produkt mit großartigen Eigenschaften, ohne Rücksicht auf den Stand der Technik zu nehmen. Wie? Das gibt es noch nicht? Dann entwickelt es, und zwar in noch nie dagewesener Geschwindigkeit, wird den Ingenieuren aufgetragen. Die tun ihr Bestes, aber insbesondere wegen des Zeitdrucks sind die projizierten Lösungen weder ausgereift noch erprobt oder praxistauglich. Fühlt sich da jemand an die sogenannten “Corona-Impfstoffe” erinnert?
    Jede F 35 wird mit Kosten von etwa 400 Millionen veranschlagt und da sind die Folgekosten für Wartung und Betrieb noch nicht dabei. Sie ist so das teuerste Flugzeug aller Zeiten und gleichzeitig dasjenige mit den meisten bekannten Mängeln. ntv meldet dazu: “Die von der Bundesregierung bestellten F35-Tarnkappenjets weisen angeblich laut einem Pentagon-Bericht erhebliche Mängel auf. Das berichtet die "Welt" unter Berufung auf die NGO "Project on Government Oversight" (POGO). Demnach seien 845 Fehler an dem zukünftigen Bundeswehr-Jet festgestellt worden – sechs davon seien schwerwiegend und könnten zum Absturz führen. Die USA sollen bereits erste Konsequenzen aus dem Bericht gezogen haben. Statt der ursprünglich 94 F35-Jets will die US-Luftwaffe nur noch 61 bestellen.”
    Die USA selbst haben also bereits die Reißleine gezogen. Das bringt den Hersteller Lockheed Martin in die Bredouille. Wer muss da aushelfen? Natürlich die BRD. 35 Stück sollen gekauft werden und das kompensiert den Ausfall an Bestellungen des US-Militärs reichlich. Luftwaffen-Inspekteur Ingo Gerhartz sagt dazu nur, “Mit der F-35 bekomme die Bundeswehr das modernste Kampfflugzeug weltweit". Ja toll! Modern aber untauglich, wie der neueste Bericht des Pentagon aufzeigt: Demnach seien die Jets sehr unzuverlässig. Die sogenannte Verfügbarkeit der F35-Flotten liegt bei nur 65 Prozent. Damit ist der Anteil der Jets gemeint, die jederzeit einsatzbereit sind und nicht wegen Wartungsarbeiten ausfallen. Der Standard für andere Flotten liegt zwischen 75 und 80 Prozent. Da befindet sich die F 35 zwar im Rahmen der allgemeinen Einsatzfähigkeit ...
    10 min
  • „Je suis Willem!“ Über die Verhaftung der freien Presse | Von Anselm Lenz
    Ein Standpunkt von Willem Christiaan Engel, Hendrik Sodenkamp, Anselm Lenz, Jill Sandjaja, Burak Erbasi und Casey Koneth.
    Niederlande: Der Wahltag des 16. März 2022 wurde von einem alarmierenden Vorfall überschattet. Als der niederländische Menschenrechtler, studierte Biopharmazeut und Journalist Willem Christiaan Engel sein Wahllokal in Rotterdam verließ, wurde er auf offener Straße wegen vermeintlicher Aufwiegelung verhaftet und soll bis zum Prozessauftakt am 30. März in Haft bleiben. Engel hatte mit seiner Initiative »Viruswaahrheid« über die Corona-Politik aufgeklärt und war schon mehrfach erfolgreich gegen die staatlichen Maßnahmen vor Gericht gezogen.
    Beim Urnengang zeigte sich, wie das wankende Corona-Regime unter Ministerpräsident Mark Rutte gegen seine Kritiker vorgeht. Die niederländische Demokratiebewegung stand sofort auf der Matte und zog am Sonntag, den 20. März mit Transparenten wie »Je suis Willem« durch Amsterdam, um seine sofortige Freilassung zu erzwingen. Holland ist außer sich, auch wieder erneut viele derer, die sich zunächst der Corona-Lüge gebeugt hatten. Weltweit kommt es zu massiven Protesten. Das Corona-Regime und die Nato werden mit den Nazis verglichen.


    Eine ganze Riege an Politikern steht mit dem Rücken zur Wand und ist als zutiefst verbrecherisch entlarvt. Die Kommunalwahlen in den Niederlanden vergangene Woche haben auch gezeigt, wie gering das Vertrauen der Niederländer in die Politik ist. Die Wahlbeteiligung erreichte ein historisches Tief von 50,3 Prozent.

    Im folgenden bringt die Redaktion der Wochenzeitung Demokratischer Widerstand einen Vorabdruck aus dem kommenden DW-Magazin, das ab 28. März 2022 auf demokratischerwiderstand.de und im Zeitschriftenhandel zu beziehen sein wird. In dem Originalbeitrag für das zweite Jahresmagazin der Demokratiebewegung legt Willem Christiaan Engel Strategien der der Demokratiebewegung der Zukunft dar.
    »Eine Strategie des Widerstands gegen den Totalitarismus«
    Auf den ersten Blick bedeutet Widerstand, sich einer bestimmten Richtung zu widersetzen, sodass der Weg unseres Gegenübers von A nach B beschwerlicher wird. Durch unseren Widerstand sorgen wir dafür, dass das Erreichen des Ziels, das unser Gegenüber ansteuert, verzögert wird und mehr Mühe kostet.
    Die erste Frage lautet: Worin besteht dieses Ziel? Was wird der Bevölkerung angeboten? Die »neue Normalität« und der »Build Back Better«-Plan. Was hinter dieser »neuen Normalität« steckt, erfährt man in Schriften wie »The Great Reset«, in der es um die  Transformation geht, »Agenda 2030«, bei der es darum geht, die »Ziele für nachhaltige Entwicklung« zu beschleunigen, und »Die Vierte Industrielle Revolution«, in der eine Zukunftswelt entworfen wird, in der Mensch und Maschine gleich sind. Eine Welt, in der die Technik all unsere biologischen, soziologischen und psychologischen Probleme löst. Fabelhaft! Wer hätte schon etwas einzuwenden gegen ewiges Leben, wahre Gleichberechtigung und eine nachhaltigere Umwelt im Einklang mit den Menschen, Tieren und Ökosystemen?
    Das führt uns zur zweiten Frage: Wer steuert das alles? Um dies zu beantworten, muss man die Dinge ein wenig abstrahieren. Gibt es da eine kleine Gruppe boshafter Männer und Frauen, die danach streben, die Welt oder zumindest die Menschheit, wie wir sie kennen, zu vernichten? An dieser eindimensionalen Erklärung habe ich große Zweifel. Wir haben es mit einer ganzen Reihe von Akteuren zu tun, die mitunter sehr einflussreich und in die Organisationsstrukturen eingebunden sind. Hinter der Philanthropie und dem Idealismus tritt ein realistischeres Motiv zutage: Geld. Wer das Spiel beherrscht, profitiert. Da die Welt nahezu vollkommen miteinander verbunden ist, ziehen die Gewinner auch direkt Verlierer nach sich, die den Kürzeren ziehen. Da liegt schon das erste Problem dieses großen Spiels. Wie können jene, die es steuern, Ideale der Ungleichheit verfolgen?
    11 min
  • Dem Kult den Rücken kehren | Von Nicolas Riedl
    Wir haben uns bis zur Ekstase über den Corona-Kult ausgelassen — nach zwei Jahren sollten wir unsere Energie auf die Zukunft richten, um nicht auszubrennen.



    Hinweis zum Beitrag: Der vorliegende Text erschien zuerst im „Rubikon – Magazin für die kritische Masse“, in dessen Beirat unter anderem Daniele Ganser und Hans-Joachim Maaz aktiv sind. Da die Veröffentlichung unter freier Lizenz (Creative Commons) erfolgte, übernimmt apolut diesen Text in der Zweitverwertung und weist explizit darauf hin, dass auch der Rubikon auf Spenden angewiesen ist und Unterstützung braucht. Wir brauchen viele alternative Medien!

    Ein Kommentar von Nicolas Riedl.
    Es war ein Kult. Es ist ein Kult. Es wird ein Kult bleiben. Und über diesen Kult ist im Grunde genommen schon alles gesagt worden. Für unsere geistige und letztlich physische Gesundheit wären wir gut damit beraten, unsere Energie nicht mehr dafür aufzuwenden, um uns an dessen Abstrusitäten und Widersprüchen abzuarbeiten. Jene, die es verstanden haben, haben es verstanden, und jene, die immer noch dem Kult anhängen, bleiben an ihm haften. Da mag man noch so viel zureden, mit Fakten belegen oder die offensichtlichsten Widersprüche aufzeigen. Der gesellschaftliche Wagen ist in diesem Kult-Morast festgefahren. Es ist Zeit, auszusteigen und zu Fuß eigene Wege zu gehen.
    Am 23. März 2022, wird der Kult zwei Jahre alt. In Deutschland lässt sich der Geburtstag des Kults auf diesen Tag datieren. Vor genau zwei Jahren traten die Freiheitseinschränkungen in Kraft, die vorerst zwei Wochen gelten sollten. Bekanntermaßen sind aus diesen zwei Wochen mittlerweile zwei Jahre geworden.
    Und meine Güte ...
    Was haben wir, der kritische Teil der Bevölkerung, uns an diesem Irrsinn abgearbeitet? Akademiker, Medienschaffende, Ärzte, einfache Angestellte, engagierte Rentner, verzweifelte Jugendliche — zwei Jahre haben wir uns in diesem Kult aufgerieben. Haben die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen, haben gelacht, vielleicht sogar geweint, geschrien, uns Facepalms gegeben, bis der Kopf schmerzte. Vermutlich waren viele von dem Wunsch und der Hoffnung getrieben, mit dem Aufzeigen der Widersprüche und Absurditäten die Kult-Anhänger wachzurütteln.
    Zuweilen mag es geklappt haben. Doch es gibt — so scheint es — einen unknackbar harten Kern, bei dem jeder Appell zur Vernunft oder zumindest Reflexion letztlich vergebliche Liebesmüh war. Maskenmode, Bratwurst, McDonalds- und Puff-„Impfungen“ — nichts war absurd genug, um den gesunden Menschenverstand der Kult-Anhänger wieder zum Vorschein zu bringen.


    Vor wenigen Wochen erschien von Gunnar Kaiser im Rubikon-Verlag der Spiegel-Bestseller „Der Kult“. Spätestens hier ist der Kult in jeder Einzelheit und jedem Detail in der Tiefe analysiert worden.

    Wir haben‘s kapiert!
    Mit Blick aus dem Fenster können Sie feststellen, dass all dies dem Kult keinen Abbruch getan hat. Er ist noch da. Wir konnten ihn nicht wie einen bösen Geist austreiben.
    Wenn wir die Beendigung des Kults schon nicht schultern konnten — und viele haben sich ehrlich und mit hohem Einsatz darum bemüht — dann sollten wir um unseres eigenen Friedens willen dem Kult, so gut es geht, die kalte Schulter zeigen.
    Wie das gehen soll? Schließlich — so analysierte es Schriftsteller C.J. Hopkins — wurde der Kult zur dominierenden Kultur. Nicht länger stellte ein Kult eine Insel innerhalb einer dominanten Kultur dar, sondern das Verhältnis von Kultur und inselhaftem Kult kippte in sein Gegenteil. Die Normalität existierte nur noch inselförmig innerhalb einer vom Kult befallenen Öffentlichkeit.
    Und dennoch können wir uns einen Spielraum innerhalb dieser Omnipräsenz des Kults eröffnen. Stellen Sie sich folgende Fragen: Wie häufig haben Sie in den letzten beiden Jahren folgende Sätze verwendet:


    „Das ist so absurd!“
    „Wie geisteskrank!“
    11 min
  • Freiheit ist Sklaverei | Von Jens Fischer Rodrian
    Eine neue Aristokratie ist dabei, den Alptraum George Orwells noch zu überbieten — nehmen wir ihnen das Zepter aus der Hand. Ein Exklusivabdruck aus „Die Armada der Irren“.


    Hinweis zum Beitrag: Der vorliegende Text erschien zuerst im „Rubikon – Magazin für die kritische Masse“, in dessen Beirat unter anderem Daniele Ganser und Hans-Joachim Maaz aktiv sind. Da die Veröffentlichung unter freier Lizenz (Creative Commons) erfolgte, übernimmt apolut diesen Text in der Zweitverwertung und weist explizit darauf hin, dass auch der Rubikon auf Spenden angewiesen ist und Unterstützung braucht. Wir brauchen viele alternative Medien!

    Ein Standpunkt von Jens Fischer Rodrian.
    Sie belagern uns fürsorglich und kümmern sich um uns. Jeder kann wie ein dressierter Hund ein halbwegs bequemes Leben führen, sofern er tut, was von ihm verlangt wird. Und sie wollen ja nur, dass wir unsere Selbstbestimmung opfern, unsere Würde und nicht zuletzt auch unsere Kinder, denen wir jeden Morgen auf dem Weg zur Schule ein wahrhaft atemberaubendes Stück Stoff über den traurigen Mund ziehen. Ohne Zweifel erleben wir derzeit nicht das Ende von Corona — vielmehr war Corona erst der Anfang. Ein epochaler Umgestaltungsprozess soll nach dem Gusto der „Eliten“ vonstattengehen, und er dürfte alle wichtigen Lebensbereiche betreffen. Die Welt steht am Scheideweg: entweder eine technikgestützte trans- und letztlich inhumane neue Weltordnung — oder eine Renaissance der Menschlichkeit, die der Autor in seinem am 28. März 2022 im Rubikon-Verlag erscheinenden Buch „Die Armada der Irren: Künstlerischer Widerstand in pandemischer Zeit“ als „analogen Neo-Humanismus“ bezeichnet.
    „Du wirst nichts mehr besitzen und du wirst es lieben“ — so posaunt es aus der Kaderschmiede des Weltwirtschaftsforums (WEF). Dessen Initiator Klaus Schwab hat uns in seinen Vorträgen und Büchern schon einige Details seiner „Vision“ verraten. Es braucht den Prozess der kreativen Zerstörung, sagt Schwab. Besitz wird zweitrangig, alles kann man sich leihen, es wird uns an nichts fehlen. Klingt doch erst einmal gar nicht so schlecht, man kümmert sich um den unmündigen Untertan.
    Ob man aber all das bekommt, was man braucht, hängt stark von unserem Verhalten ab. Wenn wir nicht gehorchen, den Staat oder die Führung kritisieren, könnte es eng werden. Das „Social Credit System“ ist in China schon längst erprobt worden. Man kann dann bei gutem Verhalten Punkte sammeln, aber bei Ungehorsam eben auch Punkte verlieren. Was das im Einzelnen für Konsequenzen hat, bestimmen diejenigen, die die Spielregeln aufstellen. Ein so gewaltiger Umbau lässt sich durch das „Ablenkungsmanöver Corona“ wunderbar installieren.
    Die Welt schaut auf die rechte Hand des Magiers, die sich immer nur um Covid-19 dreht und sich permanent neuer Horrorbilder und Nachrichten bedient, während die linke Hand, versteckt unter dem Tisch, scheinbar unbeobachtet, schon mal den Umbau der Gesellschaft und der Finanzwelt angeht, die sich in einem desolaten Zustand befinden. Der digital-finanzielle Komplex, bestehend aus den mächtigsten Techkonzernen und Vermögensverwaltern, macht das praktisch im Alleingang, an der Öffentlichkeit vorbei.
    Der Weg führt im schlimmsten Fall zum digitalen Zentralbankgeld, das programmierbar und an ein Ablaufdatum gebunden sein wird — weg vom analogen Zahlungsverkehr, hin zum gläsernen Menschen, der sich in der totalen Abhängigkeit befinden wird. Aber neben der größten Umverteilung in der Geschichte der Menschheit geht es auch noch um eine ganz andere Währung — unsere Daten. Und genau die sind heute leichter zu erfassen und zu kontrollieren denn je. Der Impf- und Gesundheitsstatus, der in Schweden schon durch einen implantierten Chip abrufbar ist, wird dann allgegenwärtig sein, für uns und für alle, die es wissen wollen.


    Es ist unfassbar, mit welchem Erhabenheitsgefühl sich die neue Aristokratie über die Menschen,
    12 min
  • Brüsseler Spitzen | Von Willy Wimmer
    Ein Kommentar von Willy Wimmer.
    In gewisser Weise ist die NATO "feinfühlig", was die Festlegung auf einen Sondergipfel anbelangt. Dieser wurde auf den 24. März 2022 für Brüssel terminiert.
    Man erinnert sich. Am 24. März 1999 begann der völkerrechtswidrige Angriffskrieg gegen die Bundesrepublik Jugoslawien und damit die Rückkehr des Krieges nach Europa. Es ist aber nicht nur diese Zäsur. Mit dem Krieg gegen Jugoslawien hat sich die NATO von ihrem ursprünglichen Vertragszweck der Verteidigung der Mitgliedstaaten verabschiedet und sich über "neue strategische Konzepte" dem globalen Führungsanspruch der Vereinigten Staaten unterworfen. Nach dem gleichfalls völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der Russischen Föderation seit dem 24. Februar 2022 gegen die Ukraine soll das strategische Konzept der NATO mittels des in dieser Woche anstehenden NATO-Gipfels fortgeschrieben werden.
    Das alles ist losgelöst von der Charta der Vereinten Nationen und der eigenen innerstaatlichen Ordnung, denn die Bindung Deutschlands an die NATO ergibt sich aus dem vom Deutschen Bundestag beschlossenen Beitritt der Bundesrepublik Deutschland zum NATO-Vertrag und keinesfalls aus Konzepten, die wo auch immer beschlossen sein mögen und mit der Charta der Vereinten Nationen nicht das geringste mehr zu tun haben. Dabei leitet die NATO ihre rechtliche Existenzberechtigung aus der Charta der Vereinten Nationen ab. Für die früher bestehende "westliche Wertegemeinschaft" war es ein durchaus peinlicher und weitreichender Vorgang, als vor einigen Monaten China und die Russische Föderation von den Vereinigten Staaten ein eindeutiges Bekenntnis zur Charta der Vereinten Nationen verlangten.
    Zum anstehenden NATO-Gipfel in dieser Woche fliegt der amerikanische Präsident Joe Biden höchstselbst ein. Er wird auch seine Aufwartung dem für diesen Tag einberufenen Sondergipfel der Europäischen Union machen. Das alles steht unter der Prämisse von Washington, die der deutsche Vizekanzler, Herr Habeck, formuliert hat.


    Danach bemisst sich der deutsche Einfluss im Westen danach, in welchem Maß und Umfang Deutschland zu "dienen" bereit sei.

    So meldeten es jedenfalls die deutschen Zeitungen. Diese deutsche Einordnung kommt gerade zur rechten Zeit. Am 1. März 2022 hat der ehemalige amerikanische Finanzminister und Ex-Präsident der Harvard-Universität, Larry Summers auf CNN den Anlass für den Sondergipfel der NATO wie folgt sinngemäß formuliert: In der Ukraine verteidige die USA ihre globale Vormachtstellung, die sie nach dem Zweiten Weltkrieg eingenommen habe.
    Interessant dabei ist, dass auch der russische Präsident, Herr Putin, sich in seinen Reden derart vernehmen lässt. Damit ist nicht nur für Deutschland sondern für alle europäischen Mitgliedstaaten der NATO klar, was auf dem Sondergipfel von ihnen erwartet wird und wie die innerwestliche Hackordnung aussieht. Es fällt bei den schrecklichen Vorgängen in der Ukraine auf, in welcher Weise der Westen ganz allgemein auf die Vorgänge einzuwirken gedenkt. In keiner Zeile der zahlreichen Beschlüsse wird davon gesprochen oder geschrieben, dass mit aller Kraft daran gearbeitet werde, dem Blutvergießen ein Ende zu bereiten. Dann müsste man sich in Brüssel, Berlin und vor allem in Washington mit den diesem Krieg zugrundeliegenden Fragestellungen beschäftigen und Lösungsvorschläge entwickeln. Warum wird stets und ständig die europäische Völkerfamilie beschworen, wenn das für das russische Volk nicht gelten soll?
    Dem mittelöstlichen Sender Al Jazeera ist es zu verdanken, in Zusammenhang mit dem Krieg gegen die Ukraine auf die Vorgeschichte von Pearl Harbour hingewiesen zu haben. Dazu zählten die amerikanischen Embargo-Maßnahmen gegen Japan und vor allem der Energie-Boykott. Im Sender Al Jazeera, vorgetragen von dem "Vater der Sanktionen" und Berater sowohl demokratischer als auch republikanischer amerikanischer Regierungen.
    7 min
  • Biowaffenlabore in der Ukraine und Gene-Drive | Von Markus Fiedler
    Gene-Drive, Bevölkerungskontrolle, Klaus Schwab und Bill Gates
    Ein Standpunkt von Markus Fiedler.
    Denken Sie an den neuesten James Bond Film „Keine Zeit zu sterben“, verlegen das Szenario in ein beliebiges ukrainisches Biolabor, paaren das ganze mit jemandem, der dem glatzköpfigen und katzenkraulenden Oberschurken aus dem James Bond Film „Man lebt nur zweimal“ recht ähnlich sieht. Und voila! Sie bekommen einen Gruselschocker, der Ihnen Albträume bescheren wird.
    Das heutige Thema umfasst die angebliche Überbevölkerung und vor allem was selbsternannte Heilsbringer mittels Bevölkerungskontrolle dagegen tun wollen.
    Es gibt 7,5 Milliarden, bald 8 Milliarden Menschen auf dem Planeten. Viele Science-Fiction-Romane beschäftigen sich mit dem Thema Überbevölkerung. Einer von diesen dystopischen Romanen ist „Soilent Green“ oder „Jahr 2022, die überleben wollen“ in deutscher Sprache, veröffentlicht als Film im Jahr 1979.
    Interessanter Weise wurde in diesem Film von vor 43 Jahren vorweg genommen, dass im Jahr 2022, also heute, das Thema Überbevölkerung mehr denn je die Agenda selbsternannter Philanthropen bestimmt.i Diese verstehen sich selbst als Elite, die der Menschheit etwas Gutes tun wollen und so trafen sich schon in 2009 David Rockefeller, Warren Buffett, George Soros, Michael Bloomberg Ted Turner und Oprah Winfrey in einem Milliadärs – „Good Club“, um zu diskutieren, wie man das Problem der Überbevölkerung angehen könnte.ii iii iv
    Georgia Guidestones
    Auf den mysteriösen „Georgia Guidestones“, ein Monument aus 4 riesigen Granitblöcken mit einer Höhe von etwa 6 Metern, steht folgendes:


    „Halte die Menschheit unter 500.000.000 in fortwährendem Gleichgewicht mit der Natur“v

    Vorgeblich sollen diese 1980 enthüllten ominösen „Leitsteine“ von einem Unbekannten der sich als „R.C Christian“ ausgab, in Auftrag gegeben worden sein.vi Interessant ist auch der zweite der insgesamt 10 Leitsätze:


    „Lenke die Fortpflanzung weise – um Tauglichkeit und Vielfalt zu verbessern“

    Irgendjemand hat hier die Losung einer Zielpopulation von 500 Millionen Menschen ausgegeben. Und was täte der Menschheit und der Erde also besser, als 7 Milliarden Individuen auszurotten, so dass nur noch 500 Millionen übrig bleiben. Und selbstverständlich sollen unter den 500 Millionen nur die Tauglichen sein.
    Hatte ich schon erwähnt, dass der Präsident der ausführenden Steinmetzfirma „Elberton Granite Finishing“, Joe H. Fendley Sr., hochrangiges Mitglied mehrerer Freimaurerorden gewesen sein soll? Lesen Sie es selbst in der in den Fußnoten verlinkten Broschüre zu den Guidestones nach, darin wird das auf Seite 39 behauptet.vii
    Das ist eindeutig eine eugenischen Agenda und klingt wie ein nationalsozialistisches Manifest. Heute wird dafür der euphemistische Begriff „Transhumanismus“ verwendet, der meint aber das gleiche. Die Tauglichen sollen sich vermehren, die Untauglichen werden schon an der Geburt gehindert oder man erleichtert ihnen das Sterben. Letzteres ist nichts anderes als Euthanasie. Sie erinnern sich an meinen vorletzten Artikel auf Apolut.net? Dort erwähnte ich Jacques Attali. Er sagte schon im Jahr 1981:


    „Euthanasie wird in jedem Fall eines der wesentlichen Instrumente unserer zukünftigen Gesellschaften sein. Folglich ist das Recht auf direkten oder indirekten Selbstmord ein absoluter Wert in dieser Gesellschaftsform.“viii

    Das ist demnach ein Projekt das irgendwann in der Zukunft gestartet wird? Mit Nichten! Das Projekt läuft seit langem. Michael Hüter schrieb dazu auf apolut.net:


    „Henry Kissinger startete im Jahr 1974 den groß angelegten Bevölkerungsplan, als er das geheime „National Security Study Memorandum 200“ verfasste. Darin schreibt er: „Das oberste Gebot der US-Außenpolitik ist die Bevölkerungsreduktion“; in anderen Ländern wohlgemerkt!“ix

    26 min
  • Der erlösende erste Schuss | Von Christian Kreiß
    Der Ukraine-Krieg in historischer Perspektive aus Sicht der USA.

    Ein Kommentar von Christian Kreiß.
    Fragestellung
    Im September 1939 hatten die USA 10 Jahre Depression und Massenarbeitslosigkeit hinter sich. Die Wirtschaft war 10 Jahre lang, seit dem Börsencrash im Oktober 1929, einfach nicht wieder auf die Beine gekommen, trotz jahrelanger riesiger Staatsdefizite und dramatisch steigender Staatsschulden. Der Kriegsbeginn am 1. September 1939, der erste Schuss der Wehrmacht, war rein wirtschaftlich gesehen der Beginn der Erlösung der US-Ökonomie aus der nicht enden wollenden Depression. Ab September 1939 sprangen endlich die Exporte wieder an, die Rüstungsindustrie lief hoch und die Arbeitslosigkeit begann zu sinken. Der Grund für die längste Depression der USA lag in den hohen Überkapazitäten, die sich bis 1929 aufgebaut hatten. Der Abbau der Überkapazitäten stürzte die USA 10 Jahre lang in eine Depression.
    Ähnlich wie 1929 stehen die US-Wirtschaft und das US-Finanzsystem im Januar 2022 vor sehr großen Überkapazitäten und einem untragbar hohen Geld- und Schuldenberg. Es drohen entweder eine jahrelange hohe Inflation oder ein Absturz der Finanzmärkte mit möglicherweise anschließender jahrelanger Depression ähnlich wie ab 1929. Eine Wiederholung der schlimmen Wirtschaftskrise der USA wie in den 1930er Jahren dürfte durch den ersten Schuss der russischen Armee in der Ukraine abgewendet worden sein. Rein ökonomisch gesehen könnte das, ähnlich wie 1939, ein erlösender erster Schuss gewesen sein, der schlimme ökonomische Szenarien für die USA abwenden könnte. Aus dieser Perspektive ergeben sich besorgniserregende Prognosen für den weiteren Kriegsverlauf.
    Die ökonomische Situation der USA 1929
    In den „roaring twenties“ hatten die USA ein ungewöhnlich starkes Wirtschaftswachstum.1 Die Produktionskapazitäten, beispielsweise in der damaligen Schlüsselindustrie Automobilbau, wurden enorm ausgebaut.2 Zwischen 1919 und 1929 stieg die Stundenproduktivität in der US-Industrie um etwa 43%. Löhne, Gehälter und Preise blieben jedoch vergleichsweise stabil. So fielen die Kosten und die Gewinne der Unternehmen stiegen. Diese hohen Gewinne mussten reinvestiert werden. In den zwanziger Jahren erhöhte sich die Produktion von Kapitalgütern um durchschnittlich 6,4% jährlich, diejenige der Massenkonsumgüter dagegen nur um 2,8%. Das Zurückbleiben der Masseneinkommen damals führte bereits während der zwanziger Jahre zu einer tendenziellen Unterkonsumtion bzw. Überkapazitäten3, bzw. einem strukturellen Überangebot.4 Diese Überkapazitäten, mit denen die Massenachfrage nicht Schritt gehalten hatte, mussten während der Großen Depression und danach bereinigt werden. 1945 gab es wegen der Zerstörungen in Europa und Ostasien kein Überkapazitäten-Problem mehr und die Entwicklung konnte gewissermaßen wieder bei Null anfangen für die nächsten zwei bis drei Generationen. Der Hauptgrund für die schlimme wirtschaftliche Entwicklung in den 1930er Jahren lag in der stark zunehmenden Ungleichverteilung von Einkommen und Vermögen in den 1920er Jahren.5
    Die große Depression ab 1929
    Die US-Überkapazitäten von 1929 führten zu der großen Depression ab 1929. Ausgelöst durch den Börsencrash von Oktober 1929 schrumpfte die US-Wirtschaft dramatisch. Die Arbeitslosenquote schoss von Nahe Null im August 1929 auf 25,6 Prozent im Mai 1933.6 Bis Kriegsbeginn im September 1939 sank sie nie unter 10 Prozent und stand im letzten Friedensmonat August 1939 bei 15,8 Prozent.7 Kurz: Bis August 1939 konnten sich die USA nicht wirklich von der Depression erholen. Und das, obwohl die US-Regierung durch enormes Deficit-Spending8 riesige Staatsdefizite aufbaute: Die US-Staatsschulden stiegen von 16 Prozent des BIP 1929 auf 51 Prozent 1939.9
    Der Beginn des Zweiten Weltkrieges
    Die ersten Schüsse des 2. Weltkrieges am 1. September 1939 waren daher eine Art Erlösung aus der Depressionsstarre der USA.
    13 min
  • Gedankenknoten – Philosophieren | Von Bernd Lukoschik
    Gedankenknoten sind kleine Texte, die philosophische Probleme erörtern, Fragestellungen aufwerfen und den Leser ins Grübeln bringen. Vom Altertum bis zur Moderne werden Begriffe besprochen, die zum Hinterfragen anregen und das philosophische Problematisieren schulen.
    Das Thema heute: Philosophieren
    Was macht das Philosophieren zum Philosophieren?
    Es gibt sicherlich keine Wesensbestimmung oder Natur des Philosophierens. Häufig genug wurde Nachdenken gerade dann zum Philosophieren, wenn es etablierte Vorstellungen davon, was Philosophieren ausmache, infrage stellte. Dennoch brauchen wir zumindest eine grobe Richtung, was wir uns unter Philosophieren vorstellen könnten.
    Vielleicht gibt eine Szene aus Platons Dialog „Phaidon“, der die Gespräche an Sokrates’ Todestag wiedergibt, einen Impuls für eine solche grobe Ahnung.
    Der Tag der Hinrichtung des Sokrates ist gekommen. Soeben wurde er im Gefängnis von seinen Fesseln befreit, und es wurde ihm mitgeteilt, dass er heute sterben müsse. Nachdem seine Frau und sein Söhnchen die Zelle verlassen haben, setzt sich Sokrates auf sein Bett – und nun gibt Platon eine Szene wieder, deren Schilderung im Zusammenhang mit dem Sterben des verehrten Lehrers recht befremdlich anmutet: Sokrates „krümmte das Bein, rieb sich mit der Hand den Schenkel und sagte dabei: Wie seltsam, ihr Männer, scheint es doch darum zu stehen, was die Menschen Lust nennen! …“
    Die Reaktion darauf, tagelang gefesselt zu sein, ist verständlich und etwas ganz Übliches. Jeder würde sich wohl die Beine kratzen.
    Warum das hier unter so dramatischen Umständen überhaupt erwähnen? Für Platon ist diese Selbstverständlichkeit ein Mittel, um einen wesentlichen Charakterzug des Sokrates aufleuchten zu lassen: Statt herumzujammern oder sich sonst wie über die Behandlung im Gefängnis zu äußern, statt sich also um die eigene Person zu drehen, erstaunt ihn das Alltägliche, und er nimmt es als Anlass, zu hinterfragen: Das Reiben bereitet Lust. Und diese Lust käme nicht auf, wenn nicht die Unlust des Gefesseltseins vorangegangen wäre: Keine Lust ohne Unlust, keine Unlust ohne Lust. Und seine Gedanken gehen tiefer: „Gott wollte die Feinde miteinander aussöhnen, und als er das nicht fertigbrachte, band er sie an den Enden zusammen.“
    Philosophieren könnte also sein: Erstaunen angesichts des Selbstverständlichen, es hinterfragen auf Zusammenhänge mit anderen Alltäglichkeiten, schließlich der Versuch, ein allgemeines Erklärungsschema für diese Erfahrungen zu gewinnen. All das aber spielerisch, nicht dogmatisch, und bereit, jederzeit die gefundenen Erklärungen wieder über Bord zu werfen.
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    Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.
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    Bildquelle: Anastasios71 / shutterstock
    4 min

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das denk' ich auch