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  • Auf zum 7. April nach Berlin | Von Anselm Lenz
    Ein Standpunkt von Anselm Lenz,
    Herausgeber der Wochenzeitung Demokratischer Widerstand
    Der Termin für die Abstimmung im Berliner Bundestag zur »Zwangs«-Impfung naht. Kommende Woche Donnerstag, 7. April 2022, ab 9 Uhr (1). Familiendemonstrationen sollen am 6. April stattfinden sowie am Tag der Abstimmung ab dem ganz frühen Morgen. Im Falle einer Zustimmung wurden für den Abend des 7. April weitere unangemeldete Demonstrationen und sogar »totaler Widerstand« angekündigt.
    Während 22 Länder das Corona-Regime völlig aufgegeben haben, darunter Dänemark, Finnland und Schweden, will die deutsche Bundesregierung unbedingt damit weitermachen, den Nürnberger Kodex, das Menschenrecht und das Grundgesetz zu brechen. Denn am 7. April 2022, ab 9 Uhr, will der nahezu gleichgeschaltete Bundestag einen »Impf«-Zwang beschließen. Die Zahl der in direkter Folge der Injektion ungetesteter und schädlicher Substanzen Getöteter und schwer Geschädigter steigt derweil immer weiter.
    Ich fordere deshalb alle Einzelpersonen und Bündnisse der Demokratiebewegung auf, zum 6. und 7. April 2022 nach Berlin einzuladen, eigene Demonstrationen am Bundenstag anzumelden oder sich den angemeldeten Demonstrationen anzuschließen, eigene Spontandemonstrationen nach Artikel 8 des Grundgesetzes durchzuführen und sich auch entschieden gegen die zur Unterdrückung des Volkes instrumentalisierten »Hygieneregeln« zur Wehr zu setzen.
    Die politmediale Kaste hat uns im Verbund mit Konzernoligarchen über zwei Jahre lang nach Strich und Faden belogen und betrogen – und furchtbarste Verwerfungen insbesondere für Kinder, Jugendliche, Studenten und Ältere herbeigeführt. Das »Impf«-Regime, mit dem seit 27. Dezember 2020 auf uns Menschen losgegangen wird, hat keiner einzigen Krankheit, nichtmal einem Schnupfen, abgeholfen, sondern ausschließlich Tod und Verderben gebracht.
    Es ist absolut zweifelsfrei bewiesen, dass es bei der »Impf«-Kampagne niemals darum ging, Menschen vor der Corona-Grippe zu schützen, sondern um etwas ganz anderes. Dies wurde in Form von Überwachungspässen, Segregation bis hin zur Apartheid, Spaltung, Unterdrückung, Terror von Seiten des Staates und Massenmord in genozidalen Dimensionen auch bundesweit sichtbar.
    Diesem neofaschistischen und militaristischen Blutzoll gegenüber steht kein einziger positiver Effekt, auch wenn Bundeskanzler Olaf Scholz zum Thema der sogenannten »Impfung«, die keine ist, mitteilte, »der Nutzen ist sehr groß«. Um welchen »Nutzen« es geht und für wen dieses »Cui Bono« – wem nützt es – gilt, bleibt nach offiziellen Angaben weiter hinter dem umfassendsten Lügenregime der Weltgeschichte verborgen. Der »Great Reset« des sogenannten Weltwirtschaftsforums ist keine gute Sache für 99 Prozent der Erde und er ist demokratisch nicht legitimiert.
    Haben wir Menschen und Staatsbürger also Anlass, unserer politmedialen Kaste blind zu vertrauen, obwohl wir alle wissen – oder wissen können –, dass wir belogen werden? Warum sollten wir überhaupt eine solche Lüge akzeptieren? Wieso sollten Regierungsmitglieder und Konzernoligarchen uns überhaupt anlügen müssen, wenn sie doch nur herzensgute Pläne verfolgen, die so prima sind, dass das einfach alle wollen sollten?
    Die Wahrheit ist ein Wert an sich! Und selbst wenn hinter der Corona-Lüge eine Technologie zu Tage treten sollte, die den Krebs besiegt – von so etwas war bislang noch nie die Rede, nichts deutet darauf hin, ich sage nur ein gutes humanistisches Ziel, gegen das wohl kaum jemand etwas einzuwenden hätte – auch dann besteht keine Möglichkeit, die Menschheit dermaßen anzulügen. Und wie es scheint, sind ja nichtmal die Bundestagsabgeordneten in die Wahrheit hinter der Corona-Lüge eingeweiht worden. Die Herde der 700 vermeintlichen Volksvertreter lässt sich von gleichgeschalteten Konzernmedien an die – und wenn es schlecht läuft, womöglich auch in die – Urne treiben. Zunächst zur Stimmabgabe.
    Es ist trotzdem keinesfalls sicher,
    9 min
  • Türkei | Von Willy Wimmer
    Ein Kommentar von Willy Wimmer.
    Man glaubte nicht, seinen Augen trauen zu können. In Istanbul traten gestern, am 29. März 2022, Vertreter der russischen und ukrainischen Verhandlungsdelegationen vor die internationale Presse. Dies geschah wenige Stunden nach dem Beginn des Treffens. Die Kürze der Gesprächszeit läßt darauf schließen, daß die in der Pressekonferenz vorgetragenen Themenbereiche mit größter Sorgfalt an anderer Stelle vorbereitet und finalisiert worden sein müssen. Sei es drum, denn der erste Silberstreif am Horizont nach Wochen des Kriegsgeschehens in der Ukraine bedeutet noch lange nicht, ein Ende der Auseinandersetzung. Dennoch: Istanbul gibt Hoffnung darauf, dass wir weitere Treffen bis zu einem endgültigen Abkommen zur Beendigung des Konfliktes erwarten können. Da schon die Umstände einer Begegnung zwischen dem russischen Präsidenten Putin und dem ukrainischen Präsidenten fast vereinbart erscheinen, dürften die Hoffnungen auf ein Ende der Kampfhandlungen und die Chance auf Frieden in Erfüllung gehen. Die Menschen in der Ukraine und nicht nur dort werden aufatmen.
    Das, was die Verhandlungsführer in Istanbul vorgetragen haben, dürfte nicht nur das Ende der Feindseligkeiten in der Ukraine und die Aufhebung der Sanktionen wechselseitiger Art bedeuten. Wenn Europa die Chance, die sich abzeichnet, als das begreift, was es sein könnte, müßte sich ganz Europa grundlegend und zum besseren verändern. Der Krieg in der Ukraine hat uns allen die Fehlentwicklungen der letzten dreißig Jahre vor Augen geführt.


    Europa ist entweder die Heimat von uns allen, die als gute Nachbarn miteinander leben oder sie wird es nicht sein. Dafür sind unzählige Menschen gestorben, haben alles verloren oder sind auf der Flucht, wie vor 23 Jahren mit dem Krieg gegen Jugoslawien.

    Die Menschen in Europa haben einen Anspruch gegenüber denjenigen, denen auf Zeit Macht verliehen worden ist. Der Anspruch besteht darin, endlich Konsequenzen aus Krieg und Elend zu ziehen und Frieden, Freiheit und Wohlstand für alle Menschen in Europa sicherzustellen.
    Es war ein gutes Zeichen der Vernunft und der Hoffnung, als Papst Franziskus am 25. März 2022 im Gedenken an die Weissagungen von Fatima Rußland und die Ukraine unter den besonderen Schutz der Gottesmutter stellte.
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    Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.
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    Bildquelle: LittlePerfectSock/ shutterstock
    4 min
  • US-Oberbefehlshaber Biden an der „Ostflanke“ | Von Wolfgang Effenberger
    Ein Standpunkt von Wolfgang Effenberger.
    Am Freitag, dem 25. März 2022, besuchte US-Präsident Joe Biden - zugleich „Commander in Chief“(1)- im polnischen Rzeszow, rund 90 Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt, die Angehörigen der 82. Luftlandedivision.
    Er dankte ihnen für Ihren Einsatz und wies darauf hin, „dass es in dem aktuellen Konflikt um mehr gehe, als den Menschen in der Ukraine zu helfen und die «Massaker» zu stoppen.“(2) Beim Krieg in der Ukraine stehe weit mehr auf dem Spiel als das Schicksal einer Nation. Und letztlich gehe es auch um die Demokratie und um die Freiheit der Kinder und Enkel der amerikanischen Soldaten. Im globalen Wettbewerb komme es darauf an, dass sich Demokratien und nicht Autokratien durchsetzen. In ihrer Geschichte hatten die USA jedoch häufig überhaupt keine Skrupel, sich mit Diktatoren einzulassen oder demokratisch legitimierte Regierungen zu stürzen, sofern die multinationalen US-Konzerne davon profitierten oder es den geopolitischen Zielen diente. Die Propagandaabteilungen der CIA oder des Pentagons konnten diese Vorgänge meistens hervorragend kaschieren. Erst im Jahr 2009 gestand Präsident Barack Obama  in seiner Rede an die islamische Welt als erster US-Regierungschef öffentlich den Sturz (1953) von Irans erstem demokratisch gewählten Premierminister Mohammed Mossadegh ein, was die CIA jahrzehntelang geleugnet hatte: „Mitten im Kalten Krieg spielten die Vereinigten Staaten eine Rolle beim Sturz einer demokratisch gewählten iranischen Regierung.“(3)
    Am 21. Februar 2014 hatte man in der Ukraine erfolgreich unter Einsatz von fünf Milliarden US-Dollar den demokratisch gewählten ukrainischen Präsident Janukowitsch gestürzt, um einen US-affinen Nachfolger einsetzen zu können. Da Janukowitsch geflohen war und keinen Rücktritt eingereicht hatte, brauchte das ukrainische Parlament für die Neuwahl eines Präsidenten eine Mehrheit von mindestens 75 Prozent. Die wurde jedoch trotz des Fehlens der (geflüchteten) Janukowitsch-Anhänger verfehlt. So war die Wahl des Nachfolgers Poroschenko demokratisch nicht legitimiert. Auf derartige demokratische Feinheiten kann aber keine Rücksicht genommen werden, wenn es um große geopolitische Entwürfe geht. Das wird wohl Ende Januar 2019 der Fall gewesen sein, als auf der Münchner Sicherheitskonferenz der damalige US-Vizepräsident Mike Pence von der Europäischen Union die Anerkennung von Juan Guaidó als legitimem Präsidenten Venezuelas forderte: Der venezolanische Staatschef Nicolás Maduro sei „ein Diktator, der kein Recht mehr auf die Macht hat“(4). Er müsse „gehen“. Diesem Aufruf folgte Deutschland umgehend. Heute betteln die USA Maduro um Gas- und Öllieferungen an und versprechen auf der anderen Seite Europa feste Energielieferungen für die Zukunft.(5)
    Wenige Wochen nach der Sicherheitskonferenz, Ende April 2019, veröffentlichte die RAND Corp. – ein vom Pentagon, der US-Armee und -Luftwaffe, den nationalen Sicherheitsbehörden (CIA und andere), den Behörden anderer Länder und mächtigen Nichtregierungsorganisationen finanzierter Think Tank – das Strategiepapier „Überschuldung und Ungleichgewicht in Russland“(6). Russland sollte gezwungen werden, sich zu übernehmen, und damit zu Fall zu gebracht werden. Zuallererst sollte Russland auf der verwundbarsten Seite angegriffen werden, nämlich auf der Seite seiner stark vom Gas- und Ölexport abhängigen Wirtschaft: „Zu diesem Zweck müssen Handels- und Finanzsanktionen eingesetzt werden, und gleichzeitig muss dafür gesorgt werden, dass Europa die russischen Erdgasimporte verringert, indem es sie durch amerikanisches Flüssigerdgas ersetzt“(7). Zugleich sollte das Ansehen Russlands untergraben und im militärischen Bereich sichergestellt werden, dass die europäischen Nato-Länder ihre Streitkräfte im Hinblick auf einen Konflikt mit Russland verstärken. Die Stationierung neuer auf Russland gerichteter nuklearer Mittelstreckenraketen in Europa würde eine hohe Erfolgswahrscheinlichkeit bieten.
    15 min
  • Ich klage an! | Von Robert Scheer
    Intellektuelle stehen in der Verantwortung, ganz gleich ob sie reden oder schweigen.


    Hinweis zum Beitrag: Der vorliegende Text erschien zuerst im „Rubikon – Magazin für die kritische Masse“, in dessen Beirat unter anderem Daniele Ganser und Hans-Joachim Maaz aktiv sind. Da die Veröffentlichung unter freier Lizenz (Creative Commons) erfolgte, übernimmt apolut diesen Text in der Zweitverwertung und weist explizit darauf hin, dass auch der Rubikon auf Spenden angewiesen ist und Unterstützung braucht. Wir brauchen viele alternative Medien!

    Ein Kommentar von Robert Scheer.
    In einer bewusst „naiv“ gehaltenen Rede à la Émile Zola, deren Eindeutigkeit jede Möglichkeit, sich aus der Verantwortung zu stehlen, streicht, klagt der Schriftsteller Robert Scheer („Der Duft des Sussita“, „Judenjazz“) die Intellektuellen an, für die er stellvertretend zwei namentlich anspricht. Dies vor dem Hintergrund seiner jüdischen Familiengeschichte, die in den Holocaust führt. Der Text wurde vor der militärischen Intervention Russlands verfasst. Es sei den Lesern freigestellt, das zur Klage Anlass gebende Muster der systematischen Vertreibung „dieser“ oder „jener“ aus dem öffentlichen Diskurs und Leben weiterzudenken. Immerhin sind es vor allem in Deutschland weitgehend die gleichen Sender, die bei Corona die Linie vorexerziert haben und die auch jetzt brüllen.
    TEIL I: Reden
    1. Damals und heute
    Die sogenannten Gebildeten stehen in der Verantwortung. Habermas und Sloterdijk haben sich öffentlich für das verbrecherische Regime positioniert. Die zwei Philosophen kooperieren mit den Machthabern, die durch Propaganda Menschen systematisch diskriminieren. Das Denker-Paar stellt sich unmissverständlich auf die Seite des Unrechts, des Terrors „im Namen der Gesundheit“. Das kommt einem ziemlich bekannt vor … In der Nazizeit war genau das mit meinen Großeltern passiert — beide waren Holocaust-Überlebende.
    Die Logik des aktuellen und des damaligen Regimes ist die gleiche: Eine Gruppe wird von der Gesellschaft ausgeschlossen. Damals waren die Sündenböcke die Juden, nun sind es die Ungeimpften. In der Nazizeit waren meine Großeltern — die Alt-Juden — „ungesund“. Jetzt bin ich — der Neu-Jude — „ungesund“. Die Neu- und Alt-Juden … die Ungeimpften. Sollte das Ironie sein, und wenn nicht, dann was?


    Damals handelte sich um eine Projektion. Heute auch. Die Verbrecher waren damals nicht die Juden. Heute sind es nicht die Ungeimpften. Sündenböcke wurden damals und werden auch heute noch gesucht, um das eigentliche Verbrechertum zu verschleiern.

    Auch wenn andere — die Ungeimpften — beschuldigt werden, trägt das verbrecherische System die Verantwortung. Das Regime, welches Krieg gegen die Bevölkerung führt, ist ein Terrorregime. Und dieses wird von den meisten Intellektuellen unterstützt. Können die sogenannten Intellektuellen die Ähnlichkeit zum Naziregime nicht sehen, oder wollen sie sie nicht sehen? Fest steht: Sie sind schuldig, denn sie machen mit.
    Man muss nicht das System wählen; eine Alternative gab es sowohl damals als auch jetzt. Nichts ist alternativlos.
    2. Covid-Nazi
    Können die Philosophen das nicht sehen? Vielleicht nicht. Es ist aber schwer zu glauben, dass sie die Logik nicht verstehen. Wenn sie also die Logik verstehen, dann heißen sie die jetzige Sündenbock-Projektion gut. Habermas und Sloterdijk sind also Mittäter. Wie damals die Nazi-„Intellektuellen“, so sind sie jetzt Covid-„Denker“; die Unterstützer einer verbrecherischen Ideologie. Anstatt zu reflektieren, projizieren sie. Die Sündenbock-Mentalität ist wieder da. Und die Intellektuellen machen wieder mit. Unglaublich, aber wahr. Dass die zwei Arten des Verbrechens im Grunde dasselbe sind, nämlich „Nazitum“ und „Covidtum“, kann man, nach fast zwei Jahren Terror, nicht ignorieren. Nazi-Vergleiche sind nicht nur eine Möglichkeit, sondern eine Notwendigkeit.
    10 min
  • Die Ukraine von 2008 bis heute – benutzt und ausgespuckt | Von Tom J. Wellbrock
    Ein Standpunkt von Tom J. Wellbrock.
    Dies ist der Versuch der Einordnung der jüngeren Geschichte der Ukraine. Als Vorbemerkung sei erwähnt, dass die aktuelle Intervention Russlands hier eine untergeordnete Rolle spielt. Am Ende des Artikels gebe ich aber eine persönliche Einschätzung ab. Viele Details konnten in diesem Text nicht verarbeitet werden, doch einen ersten Überblick sollte er bieten. Empfohlen sei in jedem Fall die weitere und intensivere Beschäftigung mit diesem Themenkomplex.
    Der hier komprimierte Blick auf die Geschichte der Ukraine beginnt im Jahr 2008. Zu diesem Zeitpunkt hatte die NATO ihr Versprechen, sich nach der Wiedervereinigung Deutschlands nicht in Richtung Osten auszudehnen, bereits mehrfach gebrochen. 1999 wurden Polen, Ungarn und Tschechien Mitglieder der NATO, 2004 folgten Estland, Bulgarien, Lettland, Litauen, Rumänien, die Slowakei und Slowenien. Nach dem Zerfall Jugoslawiens traten 2009 zudem Albanien und Kroatien der NATO bei.
    2008: Der NATO-Gipfel in Bukarest
    Der ehemalige US-Außenminister Henry Kissinger fand klare Worte für die Ostpolitik der NATO: „Die Dämonisierung von Wladimir Putin ist keine Politik“, befand er und fügte hinzu, dass die Ukraine für Russland niemals ein „beliebiges fremdes Land“ sein könne.
    Kissingers Worte verhallten aber ohne Wirkung. Der US-Präsident George W. Bush Junior brachte in Bukarest schon damals Georgien und die Ukraine ins Spiel für eine künftige Mitgliedschaft in der NATO. Bekanntlich ist daraus bis heute nichts geworden, doch die Russen waren nach der vorherigen NATO-Osterweiterung schon lange alarmiert.
    Im Sommer des Jahres 2008 griff Georgien das abtrünnige Südossetien an, die USA unterstützten den Angreifer dabei. Dennoch ging dieser Krieg verloren. US-Stratege George Friedman sagte damals unverblümt, dass die USA schon im Ersten und Zweiten Weltkrieg das Führen von Kriegen als Hauptinteresse verfolgten. Eines der wichtigen Ziele sei laut Friedman die Entzweiung Russlands und Deutschlands, die – verstünden sie sich zu gut – zu einer ernstzunehmenden Macht und somit zur Konkurrenz für die USA werden könnten.
    2014: Der Maidan-Putsch
    Die Proteste auf dem Maidan werden heute idealisiert und verklärt dargestellt. Tatsächlich ging die Gewalt rund um die Proteste nicht von der ukrainischen Polizei aus, die strikte Anweisungen hatte, sich auf Provokationen nicht einzulassen und somit einer Welle von Gewalt ausgeliefert war. Heute ist bekannt, dass der Widerstand auf dem Maidan vornehmlich durch die USA begleitet bzw. initiiert wurde. Die Amerikaner hatten viel Geld investiert, um die Ukraine zu schwächen, die Maidan-Proteste waren der vorläufige Höhepunkt.
    Ausgangspunkt der Maidan-Proteste war das Assoziierungsabkommen, das der damalige Präsident Janukowytsch nicht unterstützte, da er sein Land auf wirtschaftliche Schwierigkeiten zusteuern sah, wenn künftig kein Handel mehr mit Russland vorgesehen war. Janukowytsch lehnte das Assoziierungsabkommen also ab und wurde – befeuert durch die Hilfe der USA – kurze Zeit später abgesetzt. Er floh nach Russland.
    Neben Ray McGovern und anderen, die von einem Putsch auf dem Maidan ausgingen, war es auch der Politologe Ivan Katchanovski von der „School of Political Studies“ von der Universität Ottawa, der zu den gleichen Schlüssen kam: „Das Maidan-Massaker vom 20. Februar 2014 war eine erfolgreiche False-Flag-Operation, durchgeführt durch die Anführer der Maidan-Protestbewegung und verdeckte Scharfschützen, um in der Ukraine die Macht zu ergreifen“, so Katchanovski.
    Einige Tage später äußerte sich auch die Hohe Beauftragte der EU für Außenpolitik zum Maidan. Catherine Ashton kam zum Schluss, dass die Toten vom Maidan keine Opfer der Regierung waren, sondern von jenen, die später die Regierung stellen sollten. Urmas Paet, der estnische Außenminister folgte Ashtons Analyse und befand, dass die Morde nicht etwa von Janukowytsch,
    14 min
  • Wall Street Journal: Kinderimpfung ist falsch | Von Christian Kreiß
    Ein Kommentar von Christian Kreiß.
    Am 21.3.2022 erschien im Wall Street Journal, einer der einflussreichsten Zeitungen der Erde, ein bemerkenswerter Artikel. Der Titel lautete: „Gesunde Kinder brauchen keine Impfung. Florida hat Recht. Vor allem für Kinder unter 12 sind die Risiken trivial. Und die meisten haben natürliche Antikörper“.1 Dazu erschien ein Kommentar mit dem Titel „Biden muss die Corona-Panik sofort beenden.“2.
    Hier einige Aussagen aus dem Artikel und dem Kommentar, die für sich selbst sprechen. Der surgeon general, der Direktor des öffentlichen Gesundheitswesens von Florida, Medizinprofessor Dr. Ladapo, verkündete am 7.3.2022 die Empfehlung, Kinder nicht zu impfen. Damit ist Florida der erste Bundesstaat der USA, der dies tut. Wie nicht anders zu erwarten, so das Wall Street Journal, folgten wüste Beschimpfungen, beispielsweise von der Pressesprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki: „Es ist tief beunruhigend, dass es Politiker gibt, die mit Verschwörungstheorien hausieren gehen und Zweifel an den Impfungen erwecken.3" Darauf Wall Street Journal: „Dr. Ladapo tut das nicht. Er erkennt lediglich umfassende wissenschaftliche Ergebnisse an, dass Covid-19 ein vernachlässigbares Risiko für gesunde Kinder darstellt.“4
    Zur Begründung führt die Zeitung einige beeindruckende, wissenschaftlich belegte Zahlen aus „The Lancet“, einer der renommiertesten Medizinzeitschriften der Welt, an: Von Oktober 2020 bis Oktober 2021 seien in den USA insgesamt 66 Kinder an Covid-19 gestorben. Das seien exakt so viele, wie es in dieser Altersgruppe Selbstmorde gegeben habe. Im selben Zeitraum sind demnach 969 Kinder an unbeabsichtigten Verletzungen und 207 an Mord gestorben. Covid-Impfungen für Kinder stellten demnach weder einen nennenswerten Schutz dar, noch würde eine Nicht-Impfung (…) die Infektionsgefahr vergrößern.
    „Das macht Kinder impfen noch sinnloser“.5 Dazu kämen massive gesundheitliche Nebenwirkungen der Impfungen: 40 Prozent der 5 bis 11-jährigen Kinder wiesen demnach Impfnebenwirkungen wie Schlaffheit, Kopfweh oder Fieber auf, etwa 10 Prozent seien nicht mehr zur Schule gegangen und ein Prozent musste ärztlich behandelt werden.6
    Das Fazit des Artikels lautet: Die Konsens-Meinung zu Gesundheit und Covid sei immer und immer wieder falsch gewesen. Was Impfen anbelangt, habe Dr. Ladapo Recht.7
    Der Kommentar des Wall Street Journals ist noch deutlich krasser: „Wir leben in einem permanenten Zustand der Angst.“ „Heute ist das Schulsystem in vielen großen und kleineren Städten ruiniert.“ Der momentane Umgang mit Covid schade heute den USA mehr als das Virus selbst. Der Kommentator des Wall Street Journal stellt an die US-Regierung drei Forderungen:



    Ankündigung der US-Regierung, dass die Covid-Pandemie in den USA vorüber ist.


    Das Virus-Management muss zurückverlagert werden auf Bundesstaatsebene.


    Erklärung, dass Zwangsmaßnahmen zu Masken, Testen und Impfungen nicht länger notwendig sind.


    Das sind klare Worte, beindruckende Forderungen des Wall Street Journal.
    Für Deutschland gibt es seit langem ähnliche Zahlen, die belegen, dass Kinder von Covid so gut wie nicht gravierend gesundheitlich betroffen sind. Am 18.4.2021 kamen die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) und die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) in einer umfassenden Studie zu folgenden Ergebnissen8: An Covid starben bis April 2021 in Deutschland 4 Kinder. In der Studie heißt es wörtlich: „In der Saison 2018/19 wurde Influenza bei insgesamt 116 Kindern als Todesursache gemeldet.
    Nach Angaben des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur lag im Jahr 2019 die Zahl der durch einen Verkehrsunfall getöteten Kinder bei 55, nach Angaben der DLRG die Zahl der ertrunkenen Kinder bei 25. […] Die weiterhin bestehende extreme Seltenheit eines schweren oder gar tödlichen V...
    6 min
  • Gedankenknoten – Naturphilosophie | Von Bernd Lukoschik
    Gedankenknoten sind kleine Texte, die philosophische Probleme erörtern, Fragestellungen aufwerfen und den Leser ins Grübeln bringen. Vom Altertum bis zur Moderne werden Begriffe besprochen, die zum Hinterfragen anregen und das philosophische Problematisieren schulen.
    Das Thema heute: Naturphilosophie
    Was Kopernikus wirklich Kopfzerbrechen bereitete!
    Statt weiterhin in der Erde den Mittelpunkt des Kosmos zu sehen, wollte Kopernikus die Sonne im Zentrum platzieren und die Erde und alle Planeten um sie drehen lassen. Das musste natürlich auf Widerstand stoßen, sowohl bei der zeitgenössischen Theologie als auch bei der von Aristoteles beherrschten damaligen Naturphilosophie.
    Aber auch abgesehen davon stellten sich Kopernikus sehr schwerwiegende Probleme, und zwar aus dem physikalischen Teil der damaligen Naturphilosophie selbst. Angenommen, ein Körper falle von einem Turm herab. Er wird sich dann, einer geraden Linie folgend, direkt senkrecht nach unten bewegen. Während seines Falls bewegt sich jedoch die Erde weiter und mit ihr der Turm. Die Tatsache, so der Einwand des aristotelischen Physikers zu Kopernikus’ Zeiten, dass sich die Erde unter dem fallenden Körper weiterbewegt, hat keine Auswirkung auf seine eigene senkrechte Bahn. Er kann der Erde nicht nachlaufen, denn in Richtung Erdbewegung gibt es ja keine antreibende Kraft mehr, die nach Aristoteles’ Lehre nötig wäre. Also müsste er ein wenig versetzt vom lotrecht unter dem oberen Fixpunkt liegenden Fußpunkt des Turms auftreffen. Was er jedoch nicht tut!
    Ein anderes Problem: Zusätzlich zur Vorwärtsbewegung soll die Erde noch um ihre Achse rotieren. Das müssten alle Dinge einschließlich der Lebewesen spüren, denn bei einer Rotationsbewegung dieses Ausmaßes würden Zentrifugalkräfte auf sie wirken, die alles von der Erde weg treiben würden. Auch so etwas ist nicht wahrnehmbar.
    Schwerwiegende Probleme, wenn man wie Kopernikus noch der Physik des Aristoteles anhängt und noch keine andere Physik, vor allem keine andere Vorstellung von Bewegung und ihrer Ursache zur Verfügung hat! Eine andere Physik zu schaffen wurde die mühsame Arbeit eines Descartes, Galilei und Newtons.
    +++
    Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.
    +++
    Bildquelle: Anastasios71 / shutterstock
    3 min
  • Im Westen viel Neues | Von Roberto de Lapuente
    Ein Standpunkt von Roberto de Lapuente.
    Die „freie Welt“ hat unaufhaltsam Kurs in Richtung Dystopie aufgenommen.
    Die politische und wirtschaftliche Ordnung des Westens kommt an ihr Ende. Wir erleben das Ringen eines todgeweihten Imperiums. Kaum ein Intellektueller hat unsere Zeit so begriffen wie Michel Houellebecq, der gerade ein neues Werk mit dem bezeichnenden Titel „Vernichten“ vorgelegt hat. Und dann gibt es auch noch Norbert Häring. Beide sind die Chronisten der Endzeit, in der alles dabei ist, zu verfallen: globaler Einfluss, Kontrolle, aber auch die Freiheit und das, was früher unter dem Stichwort „Werte“ zusammengefasst wurde.
    Ich gebe zu, ich habe Angst vor der Zukunft. Während sich aber alle Welt vor dem Klimawandel fürchtet oder davor, dass irgendwann mal rechtskonservative Parteien die Oberhand gewinnen, bereitet mir eine andere Aussicht schlaflose Nächte. Ja, nicht mal ein dräuender Atomkrieg quält mich mit solcherlei Sorgen.
    Mir macht der sterile Überwachungsfeudalismus und der entmenschlichte Transhumanismus große Angst. Beide ziehen langsam aber sicher herauf — und mit der Pandemie scheinen sie einen breiten Zuspruch erfahren zu haben.


    Wenn einem solche Ängste zusetzen, sollte man sich seine Literatur ganz genau auswählen. Etwas Lebensbejahendes kann da nicht schaden. Wer aber zu einem Houellebecq-Roman greift, ist letztlich selbst schuld. Vor einigen Wochen ist sein neuer Roman erschienen: „Vernichten“ so der schlichte Titel.

    Die Lektüre des Franzosen kann ich mir nicht verkneifen. Es gibt keinen Romancier, der den belletristischen Soundtrack des Zeitgeistes so auf den Punkt bringt. Man merkt, es graut ihm vor dieser Epoche, er sehnt sich — auch wenn er es wohl so nie sagen würde — nach alten, nach menschlicheren Zeiten zurück. Bevor ich zu viel über das Buch verrate, liebe Leserin, lieber Leser, brechen Sie an dieser Stelle lieber ab. Kommen Sie zurück, wenn Sie „Vernichten“ gelesen haben. Es eilt nicht, denn dieser Text wird auch dann noch aktuell sein, befürchte ich.
    Vernichten: Die Geschichte einer kaputten Welt
    Wieder hat Houellebecq die Handlung in einer nicht so fernen Zukunft angesiedelt. Die Welt, die sich um seinen Protagonisten Paul auftut, ist aalglatt und gefühlskalt. Der Westen ist wirtschaftlich ins Hintertreffen geraten. Anschläge von unbekannten Terroristen, die die Behörden nicht mal mehr aufklären können, etablieren sich gerade. Pauls Vater landet nach einem Schlaganfall in einem Pflegeheim.
    Da er vermögend ist, kommt er in einem der besseren Heime unter. Aber auch hier herrscht die Entwürdigung, schuften Schwarzafrikanerinnen unter Preisgabe ihrer Würde und fragen sich: Das soll der Westen sein? So gehen wir bei uns in Afrika nicht mit den Alten um. Das arme Afrika, das noch nicht den Weg der Technologisierung beschritten hat, beschreibt Houellebecq gewissermaßen als letzten würdevollen Ort auf Erden.
    Der Verfall ist, wie immer bei Houellebecq, mit beiden Händen fassbar. Man spürt abermals, dass er die liberalen Industriestaaten auf einem fatalen Irrweg sieht — auf einem Irrweg, der nicht mehr verlassen werden kann. Seine Zukunftsszenarien sind düster, auch ohne mit digitaler Überwachungsfiktion, die keinen Freiraum mehr gewährt, Effekte setzen zu müssen. Die Düsternis seiner Prognosen entstammt mehr oder weniger kurzer Abrisse des Alltages, die Gefühlskälte seiner Figuren zeigt auf, dass der künftige Mensch noch weiter seine Menschlichkeit abgebaut hat.
    In seinem neuen Roman findet der Protagonist dennoch wieder etwas Menschliches: Die erkaltete Liebe zu seiner Ehefrau entfacht noch einmal — wie immer beschreibt Houellebecq auch die sexuellen Momente, die ihm prüde Kritiker als Pornographie vorwerfen, die aber im Grunde bei ihm stets lediglich Mittel zum Zweck sind. Denn mit der ungenierten Beschreibung solcher Zusammenkünfte zeigt der Autor seinen Lesern auf,
    12 min
  • Ukraine-Krieg: Deutschland in der Filterblase | Von Hermann Ploppa
    Die ganze Welt steht geschlossen hinter der tapferen Ukraine und ist wild entschlossen, Putin den Garaus zu machen. Stimmt das?
    Ein Kommentar von Hermann Ploppa.
    Ich komme mal wieder für die Produktion einer neuen Staffel von Apolut History in die neue Reichshauptstadt. Schon im Berliner Hauptbahnhof fallen mir alle diese gelb-türkisblauen Plakate auf. Die defizitäre Deutsche Bahn lädt anscheinend ukrainische Flüchtlinge ein, kostenlos mit den deutschen Zügen zu fahren. Gute Idee. Ich war schon immer für Nulltarif im öffentlichen Personenverkehr. Für alle.
    Weiter auf dem Vorplatz. In der Invalidenstraße. Alles in Gelb und Türkisblau gehüllt. Im Hotelzimmer, das als Erkennungsfarbe schon immer ein leicht angegrautes türkisblau trägt, stecke ich die Hotelkarte in den Schlitz. Wuff! Geht nicht nur das Deckenlicht an, sondern sofort und ungefragt leuchtet der riesengroße TV-Bildschirm auf. Und was sieht mein erzürntes Auge? Ursula von der Leichen, an irgendeinem Rednerpult. An ihrem sicher nicht beim Kick-Markt erworbenen Kostümkleid prangt ein Schleifchen in den Farben: sie wissen schon. Gelb-Türkisblau! Hilfe! Wo ist die Fernbedienung?! Es ist schrecklich, nicht wahr, wie wir hier in jeder Lebenslage genötigt werden, uns in einer bestimmten Weise mit dem Thema Ukraine befassen zu müssen.


    Ich danke der Hoteldirektion auf Knien, dass wenigstens das Toilettenpapier und die Handtücher noch in neutralem Weiß gehalten sind, und nicht in: Gelb-Türkisblau!

    Unwillkürlich denke ich an den antisowjetischen Hollywood-Schinken mit dem Titel Ninotschka aus dem Jahre 1939 mit Greta Garbo als sowjetischer Polit-Kommissarin. Bei dem Versuch, mal irgendetwas Harmloses, Lustiges im Radio zu hören, gerät die Protagonistin beim Drehen auf der Senderskala (die älteren Leser wissen noch wie das geht) immer nur auf verbissene Polit-Diskussionen. Angewidert schaltet die Protagonistin das Radio aus. Also, mal ganz ehrlich: da sind wir jetzt auch angelangt. Dieses Herumdreschen auf einem einzigen Thema kenne ich nicht mal aus den düstersten Tagen des Kalten Krieges. Liebe Akteure der Themen- und Meinungsmonokultur: Handwerker wissen, dass man eine Schraube nicht über-drehen darf. Sonst geht sie kaputt. Wisst Ihr das nicht? Nach der Corona-Kampagne jetzt die nächste Downie-Schleuder mit der massiven Kriegs-Depression. Wo sollen die Leute draußen im Land denn noch die Kraft und die Zuversicht hernehmen, um schwierige Zeiten bewältigen zu können? Sollen sie das womöglich gar nicht können?
    Deutschland wird in eine Filterblase gequetscht. Die eine Seite drückt auf die Tube, dass der Senf nur so pfeift. Die andere Seite ist zum Schweigen gebracht. „Feindsender“ wie RT Deutsch sind einfach abgeschaltet. Halbe „Feindsender“ wie Apolut werden aus den großen Suchmaschinen entfernt und fristen auf Rand-Portalen ein Schattendasein. Ist das gesund? Und so entsteht ein Weltbild, schaumgeboren aus einer leicht trüben Filterblase. Was sehen wir in der Filterblase? Da sehen wir, wie die Weltgemeinschaft mit einer Stimme den bösen Putin verurteilt und jauchzend zu den Waffen eilt, um „autokratische“ Regime hinweg zu pusten. Natürlich, so ein paar Asoziale wie Nordkorea, Venezuela oder Eritrea stimmen nicht ein in den Chor der Putin-Hasser. Tatsächlich hatten bei einer Vollversammlung der Vereinten Nationen 141 Staaten einer Verurteilung Russlands im Ukraine-Konflikt zugestimmt. Fünf Staaten stimmten dagegen. Und fünfunddreißig Staaten enthielten sich der Stimme. Klingt beeindruckend. Dagegen ist erstmal nichts zu sagen. Der Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine ist für alle zweifelsfrei ein Verstoß gegen das Völkerrecht.
    Die UN-Charta verbietet den Einmarsch von Truppen in einen souveränen Staat und enthält zudem ein Verbot der Anwendung von Gewalt. So weit, so richtig. Nun hat die westliche Wertegemeinschaft im Laufe der letzten siebzig Jahre eigentlich nichts anderes gemacht als eine Abfolg...
    15 min
  • Ist Afrikas Zurückhaltung bei den Corona-Impfungen gerechtfertigt? | Von Paul Soldan
    Ein Standpunkt von Paul Soldan.
    In Afrika hat Corona in den letzten zwei Jahren nicht diese gravierende Rolle eingenommen wie bei uns in Europa – sowohl medizinisch als auch medial. Wissenschaftlichten Ansichten zufolge könnten das äußerst junge Durchschnittsalter – knapp über 19 Jahre auf dem gesamten Kontinent –, genetische Faktoren, die Mobilität der Menschen sowie ein anderes Immunsystem dafür verantwortlich sein. Schließlich müssen die Menschen mit ganz anderen Mikroorganismen und Parasiten zurechtkommen als wir. Eine größere Wiederstandsfähigkeit gegen deutlich schlechtere hygienische Bedingungen dürfte ebenfalls Einfluss auf das Immunsystem nehmen.
    Nichtsdestotrotz wird nun seit einigen Monaten auch in Afrika die Corona-Impfung immer stärker forciert. So hatte Ende November 2021 der Südafrikanische Präsident Cyril Ramaphosa eine Impfpflicht für bestimmte, jedoch noch nicht festgelegte Bereiche vorgestellt. Auch in Kenia wurde Ende 2021 eine Impfpflicht für bestimmte Bereiche eingeführt. Laut dieser war ab dem 21. Dezember etwa der Zugang zu Behörden, Hotels und Nationalparks nur noch vollständig Geimpften vorbehalten. Ebenso mussten ab diesem Zeitpunkt auch Piloten, Flugbegleiter, Bus-, Taxi- sowie Motorradtaxifahrer einen Impfstatus nachweisen. In Südafrika haben bislang 35 Prozent eine Erstimpfung erhalten, 30 Prozent sind vollständig geimpft. In Kenia sind es 21 Prozent und 15 Prozent –  Stand 25.03.2022.
    Trotz des steigenden Drucks üben sich bislang viele Menschen jedoch in Zurückhaltung. Genügend Impfstoff wäre mittlerweile vorhanden. 81 Prozent der Menschen in Afrika haben keine Corona-Erstimpfung erhalten, nur rund 13 Prozent sind vollständig geimpft. Zwar können mittlerweile einige Staaten Impfquoten, vergleichbar mit denen in Europa, aufweisen, die Anzahl bleibt aber überschaubar. Zu ihnen gehören die relativ bevölkerungsarmen Inseln Seychellen (85 Prozent und 81 Prozent), Mauritius (79 Prozent und 76 Prozent), St. Helena (72 Prozent und 58 Prozent) und Kap Verde (63 Prozent und 55 Prozent). Auf dem Festland liegen die höchsten Raten in Marokko (67 Prozent und 63 Prozent), Ruanda (67 Prozent und 59 Prozent) sowie in Tunesien und Botsuana (jeweils 60 Prozent und 53 Prozent).
    Für Ruanda plant Biontech ab der zweiten Hälfte diesen Jahres mobile Produktionsanlagen für mRNA-Impfstoffe in Containerformaten bereitszustellen. Zum einen soll damit der Knappheit von Corona-Impfstoffen begegnet und zum anderen Produktionsstätten direkt auf dem Kontinent etabliert werden. Weitere solcher Anlagen seien auch im Senegal und potenziell in Südafrika sowie in Ghana geplant. Zukünftig könnten dort von Biontech auch mRNA-Vakzine gegen Malaria und Tuberkulose entwickelt werden, heißt es. Indes unterscheidet sich die Impfquote im Senegal bis dato erheblich von der in Ruanda. 9 Prozent der Senegalesen haben bis jetzt eine Erstimpfung erhalten, 6 Prozent sind vollständig geimpft. In Ghana sind es 28 Prozent und 16 Prozent.
    Zu den Staaten mit den niedrigsten Impfquoten zählen Burundi (0,1 Prozent), die Demokratische Republik Kongo (unter 1 Prozent), der Tschad (2 Prozent und 1 Prozent), Madagaskar (unter 4 Prozent), Kamerun (4 Prozent und 3 Prozent), der Südsudan (rund 4 Prozent) sowie Tansania (6 Prozent und 5 Prozent). Was sind die Gründe, warum diese Impfung – anders als in vielen Staaten außerhalb des Kontinents – von den Menschen nicht in dieser Form angenommen wird?
    Impferfahrungen der Vergangenheit
    Zu Beginn der weltweiten Impfkampagne konnte ein Mangel an Corona-Impfstoffen noch als Grund angesehen werden, dürfte aber inzwischen keine nennenswerte Rolle mehr spielen. Die deutliche Skepsis der Afrikaner in westliche Impfstoffe dürfte in der Vergangenheit liegen; sind dort zuletzt doch immer wieder massive Impfskandale ans Tageslicht gekommen. Im September 2020 musste die WHO erklären, dass eine internationale Impfkampagne gegen Polio (Kinderlähmung) einen tödlichen Ausbruch gen...
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