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  • Symptomüberflutung und Ärztemarathon nach “Impfung” | Von Andrea Drescher
    Ein Beitrag von Andrea Drescher.

    Einleitung
    Die Zahl an Menschen, die im zeitlichen Zusammenhang mit einer Corona-Impfung erkranken bzw. sterben, steigt. Nach und nach dringt diese Information auch in die Öffentlichkeit vor, aber dabei wird immer darauf verwiesen, dass es sich um Einzelfälle handele. Dass es dabei mitnichten nur um Einzelfälle geht, zeigen die erschreckenden Zahlen aus den Datenbanken für Verdachtsfälle von Impfnebenwirkungen im Vaccine Adverse Event Reporting System der USA oder bei der European Medicines Agency.
    Diese Statistiken werden aber nur von den wenigsten Menschen zur Kenntnis genommen. Statistiken berühren nicht emotional. Es sind die unzähligen "Einzelfälle", die deutlich machen, welche Risiken Menschen eingehen, wenn sie sich dieser Behandlung unterziehen. Für mein Buch "Vor der Impfung waren sie gesund" sprach ich mit insgesamt 39 Betroffenen, Angehörigen bzw. Freunden über ganz individuelle Schicksale nach der Corona-Impfung. Eine der Betroffenen ist Gaby. Sie wurde Ende März 2021 geimpft und war bis zu diesem Zeitpunkt fast nie krank.
    Sie hat ihre Symptome in einer Liste zusammengefasst:

    "Kopfdruck bzw. -schmerz, stetiges schwummriges-schwindeliges Gefühl, Schwindelwellen bei schneller Bewegung und wenn meine Umgebung schnelle Handlungen ausführt, die ich aus dem Augenwinkel wahrnehme bzw. nicht direkt hinschaue. Visuelle Reizüberflutung – ganz besonders beim Mitfahren im Auto, Gangunsicherheit/Koordinationsschwierigkeiten, kognitive Defizite/Dysfunktionen (Gedächtnis­störung, Konzentration/Aufmerksamkeit, Komplexes Denken, Auffassungsvermögen, verlangsamte Reaktion, Gleichgewichtsstörung, schnelle kognitive Erschöpfung), Taubheitsgefühl in Zehen und Vorfuß, Einbußen in der Feinmotorik, Sensibilitätsstörung am ganzen Körper, immer noch Ein- und Durchschlafstörungen, trockene Augen, Augendruckschmerz, manchmal verschwommenes Sehen, beim Treppensteigen Atemnot, extrem trockene Schleimhäute in Augen, Nase und Mund, Einbußen bei Geschmacks- und Geruchssinn, Schmerzen im Unterschenkel bzw. in den Füßen, Steifigkeit am Morgen, Glieder- und Muskelschmerzen, innere Unruhe bei Überforderung, schnelle körperliche Erschöpfung, am Abend geschwollene Finger, Stimmungsschwankungen – gereizt, aggressiv, traurig, keine Monatsblutung seit der zweiten Impfung, Gewichtszunahme von 10 kg (seit Schilddrüsenmedikament), Bewegungseinschränkung in der Halswirbelsäule, trockene Haut, kalte Füße und Hände, Finger und Beine kribbeln im Ruhezustand, Tachykardie, Juckreiz am ganzen Körper, Reizdarm, Haarausfall, manchmal rotes Gesicht, plötzliche Schweißausbrüche."
    Interview mit der Geschädigten
    Könnten Sie sich bitte vorstellen?
    Ich bin Gaby aus der Steiermark, bin 51 Jahre, verheiratet, habe zwei erwach­sene Töchter, lebe im ländlichen Gebiet und bin Pflegeassistentin.
    Sind Sie nicht berufstätig?
    Nein. Ich bin seit mehr als 14 Monaten im Krankenstand. Nach knapp einem Jahr des Krankenstandes hat mir meine Firma eine einvernehmliche Dienstverhältnis-Auflösung angeboten, mit dem Zusatz, wenn ich gesund bin, dass ich dort wieder anfangen kann.
    Weswegen sind Sie im Krankenstand?
    Wegen der Covid-19-Schutzimpfung Ende März 2021.
    Sie sagen das mit solcher Bestimmtheit, wie kommen Sie dazu?
    Ich war ganz, ganz selten krank. Wenn, dann waren es meistens grippale Infekte für maximal eine Woche. Im Gesundheitswesen war die Impfung sehr früh ein Thema. Ich habe erst mit 46 meine Ausbildung zur Pflegeassistentin gemacht, es war für mich ein Herzensthema. Als die Impfung zur Sprache kam, war für mich von Anfang an klar, dass ich mich impfen lassen werde, um mich, unsere Kunden und meine Familie wie z. B. meine Schwiegermutter zu schützen. Ich hatte Vertrauen in die Wissenschaft.
    Die Impfung mit AstraZeneca wurde Ende März 2021 von meinem Arbeitgeber organisiert. Das war während der Arbeitszeit.
    22 min
  • Unser Gas ist schon in Polen | Von Hermann Ploppa
    Ein Kommentar von Hermann Ploppa.


    Angeblich sind deutsche Gasspeicher leer, weil der böse Putin uns den Hahn abgedreht hat. Tatsächlich wurde das russische Gas für Deutschland in polnische Speicher umgeleitet.

    Etwas ist faul im Staate Deutschland.
    Da stimmen uns Politiker und Medien ein auf einen entbehrungsreichen Herbst und Winter. Gas ist nicht mehr genug da, so heißt es. Strom wird teurer. Und an allem ist natürlich der selbstherrliche Autokrat mit der goldenen Klobürste in Moskau schuld. Wie schön dass es diesen Putin gibt! Da kann man doch wunderbar davon ablenken, dass all diese Einschränkungen hausgemacht sind. Dass diese Grausamkeiten bereits festgezurrt waren, als es noch gar keinen Ukraine-Krieg gab!
    Ablenken kann man davon, dass die Versorgung der deutschen Bevölkerung mit Energie schon lange den skrupellosen Gas- und Stromdealern auf dem Silbertablett serviert wurde. Die Dealer zocken an der Börse Leipzig mit unserer Lebensqualität <1>. Der verfassungsgemäße Versorgungsauftrag für die Allgemeinheit wird so natürlich Makulatur. Strom wird durch ein perfides System extrem profitabel gemacht. Haben Sie schon mal gehört, dass zur Ermittlung des Strompreises grundsätzlich der Preis des teuersten Kraftwerks auf dem Markt herangezogen wird? Im Moment arbeiten durch die künstliche Verknappung von Gas in Deutschland mit Gas betriebene Kraftwerke am teuersten. Deswegen ist jeder Strom, den wir in Deutschland kaufen und verbrauchen, immer so teuer wie der Strom des teuersten Stromanbieters. Die Anbieter von billigerem Strom machen auf diese Weise einen gigantischen Extra-Profit. Dieses perverse Börsensystem nennt man in der Fachsprache Merit-Order <2>. Wegen dieser systembedingten kriminellen Abzocke müssen jetzt Unternehmen in Deutschland schließen oder Kurzarbeit anmelden, weil sie die Stromrechnung nicht mehr bezahlen können. Deswegen müssen Familien in Deutschland Sozialhilfe beantragen oder sie müssen gleich den Weg zu den Tafeln antreten.
    Es ist die Aufgabe der Regierenden in diesen unserem Lande, Schaden vom deutschen Volk abzuwenden <3>. Warum tun sie nicht ihre verdammte Pflicht und Schuldigkeit? Warum beenden sie nicht das perverse Börsensystem und nehmen die Stromverteilung wieder in ihre Hände, wie es sich gehört und wie es früher gewesen ist? Weil Heerscharen von Lobbyisten Regierung und Parlament ein Ohr nach dem anderen abkauen. Allzu viel Überzeugungsarbeit müssen die Staubsaugervertreter des Profitwahnsinns allerdings sowieso nicht mehr leisten. Denn heutzutage sind ausnahmslos alle Regierungsmitglieder in industrienahen und proamerikanischen Stiftungen zu Kadern der marktradikalen Ideologie gedrillt worden. Und dasselbe gilt auch für schätzungsweise achtzig Prozent aller Bundestagsabgeordneten <4>. Der heutige Politiker und mit ihm seine Zuträger in den Medien haben die proamerikanische marktradikale Ideologie schon mit der Muttermilch eingesogen. Gut ist demzufolge, was den Investoren und Aktienspekulanten nützt. Alles andere ist „Populismus“. Populist ist in dieser kruden Weltsicht, wer als Politiker seine Versprechungen an seine Wähler tatsächlich umsetzen will. Denn für die Elitemenschen ist das Volk einfach nur der „Pöbel“. Und der Pöbel weiß nicht, was gut für ihn ist.
    In einer solchen Filterblase wird der Horizont allerdings immer enger. Die mittlerweile fünfte Generation der markradikalen Polit-Kader ist durch permanente kognitive und soziale Inzucht massiv verblödet und vermutlich nicht mal mehr in der Lage, eine kaputte Glühbirne auszutauschen <5>. Wie König Dickbauch im Schlaraffenland überlässt man das Denken lieber anderen, in diesem Falle der Bertelsmann-Stiftung oder der Stiftung Wissenschaft und Politik. Wird schon irgendwie gut gehen. Während dessen läuft das Tagesgeschehen immer weiter aus dem Ruder. Denn wenn man die Stromversorgung kriminellen Zockern überlässt, kann es passieren,
    18 min
  • Der Westen provoziert den Beschuss ukrainischer AKW | Von Peter Haisenko
    Ein Kommentar von Peter Haisenko, Betreiber des Portals anderweltonline.com.
    Der gesunde Menschenverstand oder Logik sind aus der Politik und ihrer Berichterstattung schon lange entfernt worden. Das hat schlimme Konsequenzen, wie man nicht nur am Geschehen in der Ukraine erkennen kann. Solange nicht klar benannt wird, wer das AKW in Saporoschje beschießt, wird das nicht aufhören.
    Kann noch von einem Bestand an Resthirn ausgegangen werden, wenn behauptet wird, Russland würde die Gebiete beschießen, die eben vom Terror Kiews befreit worden sind? Und das von außerhalb. Russland hat die Kernkraftwerke in der Ukraine schnell unter Kontrolle gebracht, inklusive der Ruine Tschernobyl, weil die Gefahr bestand, dass dort waffenfähiges Material versteckt werden kann, das zum Bau von Atombomben geeignet ist. In den Anlagen arbeiten seither russische und ukrainische Spezialisten friedlich zusammen, um den sicheren Betrieb zu garantieren. Seit einigen Tagen aber wird der größte Komplex an Atomkraftwerken Europas mit Drohnen und Artillerie angegriffen. Artillerie, die der Westen an Kiew geliefert hat. Bisher ist das noch glimpflich ausgegangen.
    Wird Saporoschje ein zweites Tschernobyl?
    Wer diesen Beschuss durchgeführt hat, steht außer Frage. Sowohl die Richtung, aus der die Angriffe kamen, als auch die eingesetzten Waffentypen, lassen keinen Zweifel daran, dass es die ukrainische Armee ist, die diese gefährlichen Angriffe durchführt. Gefährlich letztlich für ganz Europa, je nachdem, woher der Wind weht. Man erinnere sich an Tschernobyl. Dass Kiew behauptet, diese Angriffe wären von Russland ausgeführt worden, war zu erwarten. Aber war es auch zu erwarten, dass der Westen diese Lüge Kiews einfach wiederholt, ohne auch nur einen Moment darüber nachzudenken? Ich fürchte ja, denn für die westlichen Medien ist Kiew der Hort der Wahrheit, auch wenn die Vorwürfe noch so blödsinnig sind.


    Tatsache ist nämlich, dass Russland eine Untersuchung der Atomaufsichtsbehörde IAEA fordert, Kiew und die UN das aber blockieren.

    Ganz vorn dran ist bei diesem Propagandazirkus wieder einmal London. Deren Geheimdienst überschlägt sich geradezu mit Meldungen, die mit der Wirklichkeit im Kriegsgebiet nichts gemein haben. Es sind Meldungen für gehirngewaschene Idioten, denen man alles auf den Bauch binden kann. So auch die neueste, die behauptet, Russland würde Schmetterlingsminen auf die Stadt Donezk abschießen.
    Die Wahrheit ist, dass die ukrainische Armee seit etlichen Tagen diese Antipersonenminen mit ihrer Artillerie direkt in die Stadt Donezk schießt und das hat schon einige Zivilisten verletzt oder auch das Leben gekostet. Diese Minen sind geächtet und die Beweise, dass die ukrainische Armee diese einsetzt, liegen vor. Jetzt soll wohl nach den Enthüllungen von Amnesty über Kiews Kriegsverbrechen ein weiteres, ein besonders hinterhältiges, verschleiert werden, indem man das den Russen anhängen will. Doch das ist absolut unlogisch. Warum sollte Russland die Menschen im Donbass tödlichen Gefahren aussetzen? Wo doch die gesamte Ukraineoperation das erklärte Ziel hat, das Morden der ukrainischen Armee an der Bevölkerung im Donbass zu beenden. Dieser feige Beschuss hat während der letzten acht Jahre schon mehr als 14.000 Zivilisten das Leben gekostet.
    Kiew fürchtet die Aussagen von Kriegsgefangenen
    Dann der Beschuss des Gefängnisses Oleniwka bei Donezk, in dem Kriegsgefangene untergebracht waren. Vor allem Mitglieder der Asow-Banden, die in Mariupol gewütet hatten und sich ergeben haben. 40 Tote und 75 Verletzte werden gemeldet. Und wieder behauptet Kiew, die Russen wären es gewesen. Diese dummdreiste Lüge wird in unseren Medien wiederholt und es wird gesagt, man könne weder die russische noch die ukrainische Darstellung überprüfen. Aber was gibt es da zu überprüfen? Der Ablauf ist zu durchsichtig. Vor einigen Tagen haben die Gefangenen in dem Gefängnis angefangen auszusagen,
    11 min
  • Vom deutschen Konservendosen-Skandal zu Selenskis „Schwarzen Listen” | Von Rainer Rupp
    Ein Kommentar von Rainer Rupp.
    Gerade zurück von einem kühlen Urlaub auf 1900 Metern am Fuße des Mont Blanc in den französischen Alpen habe ich noch keine Zeit gehabt, mir eine der vielen neuen Idiotien, mit denen man aktuell konfrontiert wird, für eine tiefer schürfende Analyse auszusuchen. Bereits nach einer Woche des Ausschaltens, des „Nicht-Nachrichten-Hörens“, ist man überwältigt von der Fülle und Vielfalt des politischen Wahnsinns, der aktuell das Tagesgeschehen in den Ländern der westlichen UN-Wertegemeinschaft beherrscht.


    Einer der klar erkennbaren, dominierenden Trends in Politik und Medien ist es, die eigene, freie Meinungsbildung als abartig oder als rechtsradikal zu diffamieren, sobald sie von der Regierungslinie abweicht.

    Ein politischer Konservendosen-Skandal
    Egal ob es ums Klima, CO2, Covid, US/NATO-Kriegshysterie, Ukraine oder um sonst was geht, die Meinungswächter reagieren selbst bei harmlosen Abweichungen schnell, wie das folgende Beispiel zeigt. So versucht ganz aktuell eine Bundesstiftung Empörung über die Bilder auf den Konservendosen in REWE-Supermärkten zu schüren, nur weil der Konzern in seinen Regalen Speisen anbietet, die nach DDR-Rezepten zubereitet wurden und entsprechend mit DDR-Symbolen ausgezeigt werden. Anscheinend gibt es nicht nur im Osten Deutschlands dafür eine Nachfrage, sonst wären sie ja nicht im Sortiment.
    Aber das passt den politischen Sittenwächtern und Hexenjägern in der „Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur“ nicht. Denn in der totalitären, neo-liberalen Demokratur des neuen Großdeutschlands gibt es nur eine richtige Meinung, nämlich die der herrschenden Eliten der US-geführten, internationalen Ordnung. Für nationale Sonderheiten ist da kein Platz, erst recht nicht für Konserven mit beliebten DDR-Speisen wie die Soljanka-Suppe. Alles, was an den geschichtlichen Versuch in der DDR erinnern könnte, eine sozial gerechte Ordnung für die Arbeiter und kleinen Angestellten und ihre Familien ohne kapitalistische Großmäuler und Investoren-Bosse aufzubauen, muss gelöscht werden.
    Am Dienstag den 9.8.2022 berichtete die Berliner Zeitungi, dass die Bundesstiftung, die zur Delegitimierung und Entsorgung der DDR-Erinnerung im politischen Gedächtnisloch gegründet wurde, den Lebensmittelkonzern Rewe wegen Essenskonserven in seinen Supermärkten scharf angegriffen hat. Der Grund, die Konserven würden „im DDR-Dekor samt Hammer und Zirkel mit ‚Nudeln mit Tomatensauce & Jagdwurst‘, ‚Schulküchen Soljanka‘ mit ‘Kind in Pionieruniform‘ oder ‚NVA-Feldsuppe‘“ im Sortiment angeboten. Laut Berliner Zeitung habe Rewe dagegengehalten und auf den „Wunsch der Kundschaft“ verwiesen.
    In Ihrer Beschwerde betonten die politischen Sittenwächter „Rewes besondere Verantwortung gegenüber der Gesellschaft“. Aber der Empörungsversuch stieß ins Leere. Die Kölner Rewe-Konzernleitung leitete die Beschwerde an die Rewe-Pressestelle Region-Ost in Teltow im Bundesland Brandenburg weiter und auch dort erklärte man sich für „nicht zuständig“, denn – so in der Erklärung aus Teltow – „Die Märkte listen solche Produkte auf Wunsch der Kundschaft“. Und weiter: „Verpackung und Produktaufmachung“ lägen „im Verantwortungsbereich des Inverkehrbringers“. Die Bundesstiftung möge sich daher an die Lieferanten wenden oder „gleich an die Justiz“, wenn sie einen „Rechtsverstoß in den Produkten“ sehe.
    In ihrer Antwort auf Rewe berief sich die Direktorin der Bundesstiftung, Dr. Anna Kaminsky, auf den angeblichen „erinnerungskulturellen Konsens des vereinten Deutschlands“ bezeichnete Rewes Haltung als „Ausdruck von Geschichtslosigkeit, die fassungslos macht, weil sich der Konzern vor jeder Verantwortung für sein Sortiment drückt“. Und weiter: „Wenn der zweitgrößte Lebensmitteleinzelhändler in Deutschland DDR-Nostalgieprodukte allein mit Kundenwünschen und der Rechtslage rechtfertigt, sind nicht die Konservendosen der Skandal,
    20 min
  • Nahost aus seiner Sicht | Von Jochen Mitschka
    Ein Standpunkt von Jochen Mitschka.
    Wenn man Quellen außerhalb der westlichen Medien sucht, findet man immer wieder Perlen des Journalismus. So zum Beispiel den unabhängigen Journalisten Sam Husseini der unter husseini.substack.com schreibt, und in manchen unabhängigen Internetportalen. In einem Artikel in Counterpunch (1) analysiert er die derzeitige Politik der USA im Nahen Osten und zitiert eingangs Bismarck mit den Worten „Glaube nie etwas in der Politik, bevor es nicht offiziell dementiert wurde."
    Daraus schließt er, dass ein Grundsatz politischer Analyse sein muss, dass erklärte Ziele sehr häufig nicht wirklich die tatsächlichen Ziele seien. Und er verweist auf die angeblichen aber nicht vorhandenen Massenvernichtungswaffen im Irak, oder die angeblichen Menschenrechtsbedenken, die zu einer Bombardierung von Jugoslawien, Afghanistan und Libyen durch NATO-Länder führten.
    Aber, so stellt er fest, nicht immer sind erklärte Ziele falsch. D.h. es gebe Ausnahmen. Bei dem jüngsten Besuch von US-Präsident Biden in Saudi-Arabien, sei dies in Medien als Versuch dargestellt worden, den US-Verbrauchern, die nie gesehene Kosten für eine Tankfüllung zahlen, Erleichterung zu verschaffen. Was aber wiederum dem widersprach, was Biden dann wirklich sagte. Und er zitiert ihn mit den Worten: „Die Zusagen der Saudis haben nichts mit Energie zu tun. (...) Und es hat mit der nationalen Sicherheit für sie zu tun - für die Israelis. (...) Es hat mit viel größeren Themen zu tun als mit Energie."
    Was jedoch in der Betrachtung durch die Medien einfach ignoriert worden sei. Nun habe einmal der seltene Fall existiert, dass ein Politiker wahrheitsgemäß erklärte, dass er sich eher auf geopolitische Ziele konzentriere als auf das Wohl der US-Verbraucher, so sei diese sehr reale Möglichkeit bemerkenswert marginalisiert worden.


    Mehdi Hasan habe dann zum Beispiel auf MSNBC erklärt: "Was auch immer wir von diesem Treffen [mit dem saudischen Staatschef MBS] bekommen, vielleicht einen leichten Rückgang der Benzinpreise, ist es das wirklich wert, die Familie von Jamal Khashoggi, die Menschen im Jemen und unsere eigene moralische Autorität und unsere Werte zu verraten?"

    Das Ende von Hasans Aussage werfe ein Schlaglicht auf eine bestimmte Form der US-Viktimologie, in der die US-Regierung - die, wie oben erwähnt, ein Land nach dem anderen mit schrecklichen Folgen illegal überfallen habe - als "moralische Autorität" angesehen werde. Biden selbst habe die Irak-Invasion unterstützt und bei den seltenen Gelegenheiten, bei denen er danach gefragt wurde, jahrelang gelogen.
    In der Tat, so der Autor, habe das US-Establishment viele andere Motive für eine enge Zusammenarbeit mit den Saudis: Es wolle Waffen im Wert von Milliarden Dollar verkaufen, worüber Trump fast erfrischend ehrlich war; die Beziehungen der arabischen Staaten zu einem expansiven Israel normalisieren, wie es Biden symbolisiere, indem er direkt von Israel nach Saudi-Arabien fliegt.
    Ein offensichtlicher "Vorteil" bestehe darin, dass die Ölgewinne größtenteils zur Finanzierung von Wall Street und Big Tech verwendet werden, was auf Kosten der Finanzierung einer vernünftigen regionalen Entwicklung gehe - das Silicon Valley werde mit saudischem Geld überschwemmt, während in Kairo unzählige Menschen gezwungen sind, auf Friedhöfen zu leben.
    Das US-Establishment wolle natürlich auch seine Vormachtstellung in der Region gegenüber Russland und China sichern, stellt Husseini fest. Und seit langem werde argumentiert, dass die Kontrolle - und nicht nur der Zugang - zu Öl aus dem Nahen Osten den USA ein Druckmittel gegenüber Europa verschaffe, was umso wichtiger sei, als die USA versuchen, russisches Öl zu blockieren.
    Natürlich könne man auch ein gemeinsames Interesse der USA, von Saudi-Arabien und Israel erkennen, jegliche Entwicklung hin zu unabhängigen Staaten und Bewegungen zu unterdrücken.
    22 min
  • In der Wahrheit leben | Von Paul Schreyer
    Ein Kommentar von Paul Schreyer.
    Lähmende Stagnation, staatliche Übergriffe, allgemeine Unfreiheit – der tschechische Autor, Bürgerrechtler und spätere Präsident Václav Havel schrieb vor 44 Jahren einen Essay, der die Funktionsweise von Staat und Gesellschaft im damaligen Ostblock als „posttotalitär“ analysierte. Havel beschrieb zugleich, wie ein Mensch in einem solchen System leben kann, ohne seine Würde zu verlieren.
    Havels 1978 verfasster Essay „Versuch, in der Wahrheit zu leben“ entstand zehn Jahre nach der Niederschlagung des Prager Frühlings und ein Jahr, nachdem Havel als Sprecher der Bürgerinitiative „Charta 77“ internationale Bekanntheit erlangt hatte. Diese Initiative setzte sich für Rechtsstaatlichkeit in der damaligen Tschechoslowakei ein und wurde von der Regierung als Gegner betrachtet.
    Der Text entstand somit in einer Zeit, die von Menschen wie Havel als lähmend und ausweglos empfunden wurde und die geprägt war von einer Übermacht des Staates, der alles und jedes zu reglementieren versuchte. Kritisches Denken stand generell im Verdacht, „antistaatlich“ zu sein. Havel selbst wurde mehrfach verhaftet und zu Gefängnisstrafen verurteilt.
    Mit „in der Wahrheit leben“ (im Original titelte Havel „Moc bezmocných“ – „Die Macht der Machtlosen“) ist vom Autor das Bemühen gemeint, Lügen der Regierung nicht zu tolerieren und nicht durch eigenes Handeln zu unterstützen. Sein wiederkehrendes Beispiel dafür ist ein Gemüsehändler, der im Schaufenster seines Ladens eine Parteilosung aufhängt, an die er selbst nicht glaubt. Er tut das, weil alle es tun und weil er weiß, dass es von ihm erwartet wird. Indem er die Losung entgegen seiner eigenen Überzeugung aufhängt – und damit allen Passanten und Kunden seine Unterordnung unter das System signalisiert – werde er jedoch selbst zum aktiven Träger des Systems und dessen Ideologie:


    „Der Mensch muss nicht an alle diese Mystifikationen glauben. Er muss sich aber so benehmen, als ob er an sie glaubt, muss sie zumindest schweigend tolerieren oder sich wenigstens gut mit denen stellen, die mit den Mystifikationen operieren. Schon deshalb muss er aber in Lüge leben. Er muss die Lüge nicht akzeptieren. Es reicht, dass er das Leben mit ihr und in ihr akzeptiert. Schon damit nämlich bestätigt er das System, erfüllt es, macht es – er ist das System.“

    In der Wahrheit zu leben bedeute für den Gemüsehändler daher, die Losung nicht mehr aufzuhängen, und, wenn er darauf angesprochen werde, seine Meinung ehrlich zu äußern.


    „[Die Ideologie] ist einer der Pfeiler der äußeren Stabilität dieses Systems. Dieser Pfeiler ist jedoch auf Sand gebaut – nämlich auf der Lüge. Deshalb bewährt er sich nur so lange, solange der Mensch bereit ist, in der Lüge zu leben.“

    Havel erklärt die Stabilität eines solchen, von ihm als „posttotalitär“ bezeichneten Systems mit dessen elastischer, alles umfassender Ideologie sowie damit, dass Menschen sich in dieser Ideologie bequem einrichten könnten:
    „[Unser System] verfügt [im Unterschied zu anderen modernen Diktaturen] über eine unvergleichbar konzisere, logisch strukturierte, allgemein verständliche und in ihrem Wesen sehr elastische Ideologie, die in ihrer Komplexität und Geschlossenheit den Charakter einer säkularisierten Religion erreicht: Sie bietet dem Menschen eine fertige Antwort auf jede Frage, und es ist nicht gut möglich, sie nur teilweise zu akzeptieren; wird sie akzeptiert, greift sie tief in die menschliche Existenz ein.
    In einer Epoche der Krise von metaphysischen und existenziellen Sicherheiten, in einer Epoche der menschlichen Entwurzelung, Entfremdung und der Sinnentleerung der Welt muss diese Ideologie zwangsläufig eine besondere hypnotische Anziehungskraft ausüben: Sie bietet dem irrenden Menschen eine leicht erreichbare ‚Heimat‘. Man braucht sie nur zu akzeptieren, und gleich ist alles wieder klar, das Leben bekommt einen Sinn,
    12 min
  • »Am 9. September 2022 nach Berlin zur Volksabstimmung!« | Von Anselm Lenz
    Ein Standpunkt von Anselm Lenz.
    Das Volk hat gesprochen. Rund 19.000 Bundesbürger stimmten in den Abendstunden des 1. August 2022 vor dem Bundestag ab. Das Corona-Regime wurde mit sofortiger Wirkung für beendet erklärt (1). Der 5-Punkte-Plan der Demokratiebewegung seit 28. März 2020 wurde per Akklamation angenommen (2). In einer Zusatzabstimmung erklärte sich das Volk bereit, das demokratische Engagement selbst aufzubringen und die Volksabstimmung in allen Wahlkreisen selber durchzuführen.
    Damit hat sich das deutsche Volk auf den Weg der Verfassungserneuerung von unten gemacht. Die Absetzung der gegenwärtigen politischen Führungsstruktur und die Unterstellung unserer Institutionen unter den demokratischen Volkswillen haben damit begonnen. Dies hat bindenden Charakter und gilt unverzüglich, ab sofort.


    Das Prinzip der Volksabstimmung kann nun bundesweit durchgesetzt werden (3). Bereits am Montag, 8. August 2022 zog der Montagsspaziergang in Hamburg-Wandsbek vor das Bezirksamt, stimmte dort erneut mit Ja und erklärte damit das Corona-Regime für beendet. Weitere Montagsspaziergänge haben Abstimmungen vor Rathäusern, Landesparlamenten und auf öffentlichen Plätzen angekündigt. Die Abstimmungen finden dabei per Handzeichen und Lautäußerung statt. Nein-Stimmen und Enthaltungen werden Raum gegeben und respektiert.

    Am 9. September 2022 ruft die Demokratiebewegung nach Berlin, um die am 1. August 2022 in Deutschland begonnene Tradition der Volksabstimmungen fortzusetzen und auszuweiten. Eine Sprecherin der Demokratiebewegung erwartet »mindestens 20.000« Bundesbürger auf dem Platz der Republik. Experten gehen davon aus, dass sich 200.000 Bundesbürger den Weg nach Berlin in ihre Hauptstadt machen könnten, um an der Abstimmung teilzunehmen. Schon zuvor soll das Prinzip der Abstimmungen bei den Samstagsterminen etabliert werden. Am Samstag stimmt also die Demokratiebewegung in den Grenzen von 1990 ab. Das macht Schule.
    Erwartet wird für den 9. September 2o22 die rege Teilnahme von Arbeiterschaft und Mittelstand am Volksentscheid in Berlin. Die 99 Prozent in Deutschland gehen voran gegenüber einer im Grunde winzigen Struktur, die über Geldpolitik, Währung, Technologie und Krieg & Frieden zu entscheiden trachtet – zum Leidwesen der Kinder. Eine demokratische Querfront aller Menschen hat sich gegen die Fremdherrschaft längst aufgebaut und muss nun erwachsen werden, bereit sein, die Mächtigen abzusetzen, die Macht zu übernehmen und sie demokratisch zu verteilen. Der Volksentscheid ist das Mittel. Landwirte haben kraftvolle Traktorenkolonnen zur Unterstützung angekündigt. Es wird ein Volksfest der Demokratie.
    Volksentscheide demokratisieren
    Der Kapitalismus ist pleite und der Wertewesten am Ende. Die Corona-Lüge ist ein letztes Strohfeuer, das ein Tiefer Staat aus Korporationen, Oligarchen und Regierungsmitgliedern seit zweieinhalb Jahren abbrennt. Die Kapitäne der Vergangenheit erhoffen sich auf ihrem immer schneller sinkenden Schiff verzweifelt einen Sprung in die Zukunft. Fehlende Grundlagen sollen durch Idealismus und  Wunderwaffen ersetzt werden, also »Digitalisierung« sowie Finanz- und Fixerspritzen.
    Doch Computergurus, Trader und Dealer haben noch nie etwas wirklich Substantielles hergestellt. Daher rühren die ständigen Appelle von Milliardären und hochbezahlten Politfunktionären an die »Solidarität« mit ihnen. Sie sind aber selbst für alle Krisen persönlich verantwortlich und verdienen keine Solidarität, sondern sollten froh sein, wenn wie lange sie noch nicht für ihre Verbrechen zu Rechenschaft gezogen worden sind.
    Das System der Bundesrepublik unter Vorherrschaft der Alliierten hat keine Zukunft mehr, sondern nur noch eine Vergangenheit. Die Europäische Union hat als Instrument des Monopolkapitalismus nie Legitimität bekommen. Deutschland erneuert sich nun wie andere Länder der Erde demokratisch aus sich selbst heraus und streift einen Wasserkopf a...
    16 min
  • Die Antisemitismus-Falle | Von Rüdiger Lenz
    Ein Kommentar von Rüdiger Lenz.
    Achtung, Minenfeld der Stufe sechs. Stufe sechs ist die höchste Gefahrenstufe eines Publizisten, die er eingehen kann, wenn er versucht, etwas zu beschreiben, was ihn den Ausschluss aus allen Bereichen des Mainstreams und des Regierungsframing einbringen kann. Dieser Kommentar wird sich ganz sicher zu so einem Werk entwickeln. Dem Autor ist das scheinbar egal, denn er steht schon in dem Verdacht, ein Abtrünniger in den genannten Bereichen zu sein. Psiram ist er nicht entgangen und, was gibt es da noch zu retten, denn, ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert.
    Was ist heute Antisemitismus?
    Was ist für den Autor Antisemitismus? Die Antwort ist Judenhass.
    Antisemitismus heute ist für viele das, was früher völlig normale Imperialismuskritik war.
    Wer an der jetzigen Finanzsituation Kritik übt, ist Antisemit.
    Wer von sich behauptet, er sei ein spirituelles Wesen, kann sich des Vorwurfs gewiss sein, er sei allein schon dadurch Antisemit. Rechtsesoteriker kommt noch hinzu.
    Antisemit ist jeder, der öffentlich die israelische Regierung kritisiert. Alles, was mit Israel und Palästina an der israelischen Regierung kritisiert wird, ist Antisemitismus.
    Schon die Kritik an der US-Regierung ist für viele Antisemitismus. Ausnahme ist und war, sobald man die Politik der USA des US-Präsidenten Donald Trump kritisierte, das war dann kein Antisemitismus, weil man Donald Trump als sehr weit rechts einstufte.
    US-Kritik ist deswegen Antisemitismus, weil Antiamerikanismus der kleine Bruder des Antisemitismus ist.
    Auch jegliches Einsetzen für irgendeine Verschwörungstheorie ist Antisemitismus, da schon die Verschwörungstheorie an sich mit der Theorie des Antisemismus begann. Was sicher falsch ist. Aber eine Ideologie ist eben das Einimpfen von irgendwas.
    Für mich gibt es bloß Menschen und die teile ich genau so ein, wie es einst der Psychiater und Begründer der Logotherapie und der Existenzanalyse Viktor Frankl tat. Es gibt bloß anständige und unanständige Menschen, sagte er. Die Religion, Hautfarbe, Nationalität oder Gesinnung spielt für mich daher überhaupt gar keine Rolle.
    Weltweit gibt es keinen Menschen, über den mehr geschrieben wurde als über Jesus. Jesus war Jude und stellte viele Dinge der damaligen jüdischen Hohepriester infrage. War Jesus Antisemit? Niemand behauptet dies. Die Bibel ist keine rein christliche Schrift. Sie ist eher eine Mischung aus dem Alten Testament, das aus dem Judentum kommt und dem Neuen Testament, aus dem das Christentum entsprungen ist. Jeder Christ, ob er es weiß oder nicht, ist auch ein wenig im Judentum verwurzelt, sobald er ein gläubiger Christ der Kirchen und der Bibel ist. Die Verbindung der westlichen Welt, das Abendland, ist untrennbar mit dem Judentum verbunden. Es ist nicht möglich, das Judentum zu hassen, also antisemitisch im Sinne eines Judenhasses zu sein, ohne sich selbst als Christen teilweise zu verleugnen. Aber darauf will ich hier nicht weiter eingehen.
    Der deutsche Schuldscham-Kult
    Heute wird der Begriff des Antisemitismus als gegen die Staatsmeinung zu sein, entfremdet und missbraucht. Ganz besonders in Deutschland, da die Scham der Deutschen, als Begründer des industriellen Antisemitismus, genannt Holocaust, von den Historikern als belegt gilt. Diese Schuldscham wird seit gut zehn Jahren derart verdreht und inflationär missbraucht, dass jedwede Kritik an politischen Entscheidungen die die Regierungen von Angela Merkel und jetzt bei Olaf Scholz betreffen, sofort in die Ecke der Schuldscham gedrückt wird. Was früher eindeutig eine linke Haltung war, nämlich permanent die Regierung zu kritisieren, wegen ihrer Kapitalinteressen, wegen ihrer imperialen Unterstützung, wegen der Ausbeutung der Arbeiterschaft usw. wird heute schnell in die rechte Schuldscham-Ecke abgekanzelt.


    Diese Kritik des politischen Establishments,
    25 min
  • Das Kasperletheater der Sanktionäre | Von Peter Frey
    Der Hickhack um eine Turbine für Nord Stream 1 ist orchestriert.
    Ein Standpunkt von Peter Frey.
    Der Krieg der westlichen, selbsternannten freien Welt gegen das unbotmäßige Russland hat zumindest teilweise Wesenszüge einer Groteske. Nach dem man das größte Land der Erde meinte, sanktionieren zu müssen und außerdem allenthalben verkündet, dass man auf russisches Erdgas verzichten könnte, heult man uns nun die Ohren voll, dass „der Russe“ den Gashahn zudrehen würde. Es ist einfach nur noch lächerlich.
    Allenthalben verkünden dieser Tage die Häuser der zu veröffentlichenden Meinung in etwa das:
    „Für die Drosselung der russischen Gaslieferungen gibt es nach Worten von Bundeskanzler Olaf Scholz keine technischen Gründe. Scholz sah sich bei Siemens Energy in Mülheim an der Ruhr eine bereitstehende Turbine für die Pipeline Nord Stream 1 an. »Die Turbine ist da, sie kann geliefert werden«, erklärte er.“ (1)
    Das ist schön, dass die Turbine „da“ ist, nicht wahr? Wo war sie eigentlich davor und wo sollte diese eigentlich hin?
    Der deutsche Bundeskanzler setzte noch einen drauf:
    „Es ist offensichtlich, dass nichts, aber auch wirklich gar nichts dem Weitertransport dieser Turbine und ihrem Einbau in Russland entgegensteht.“ (2)


    Oh doch, Herr Scholz, da ist was! Die Grundlage von Geschäftsbeziehungen ist nämlich nachhaltig gestört und Gazprom ist davon mitbetroffen. Sie und ihre Regierung sanktionieren schließlich nicht (nur) Russland, sondern Unternehmen in Russland; und (indirekt) dazu deren Partnerunternehmen, westliche Unternehmen, deutsche Unternehmen!

    „[Der russische Regierungssprecher Dimitri Peskow] verwies hingegen auf bürokratische Hürden wegen der westlichen Sanktionen — dazu fehlten Papiere, hieß es. Gazprom als Eigentümer der Turbine benötige »ein Dokument, das bestätigt, dass es sich nicht um ein von den Sanktionen betroffenes Gut handelt« sowie Papiere zum technischen Zustand der Turbine. »Im Moment haben wir diese Papiere nicht«.“ (1i)
    Ganz klar führt hier Peskow die Sanktionäre vor, lässt die Folgen der Idiotie die deren politisches Handeln prägt, auf sie zurückfallen.
    Da war also etwas mit Sanktionen. Sanktionen, die auch Gazprom treffen. Ja es werden sogar Sanktionen gegen russische Geschäftsleute bereits mit deren Kontakten zu Gazprom begründet (3). Das ist denn auch der Grund, warum Russland weitere Papiere benötigt, um eine Turbine, die in Kanada gewartet wurde, für eine Verdichterstation in Russland aus Deutschland abzuholen — abzuholen? Jedenfalls meinte der Wirtschaftsklabauterbach Habeck allen Ernstes, Gazprom könne das tun, nämlich seine Turbine in Deutschland abholen (dazu weiter unten mehr).


    „Der russische Staatskonzern Gazprom hatte zuvor angekündigt, die Gaslieferungen über die Pipeline Nord Stream 1 ab dem 27. Juli noch stärker einzuschränken. Eine weitere Turbine müsse wegen Wartung außer Betrieb gesetzt werden, teilte das Unternehmen mit.“ (4)

    Übrigens ist diese Information durch Gazprom lediglich weitergegeben worden. Die Primärquelle selbst ist nämlich Siemens Energy, welche schließlich für die Wartung der Turbinen (auch vor Ort) zuständig sind. Der russische Präsident hat das betont:


    „Die Sache ist die, dass Ende Juli eine andere Turbine zur Reparatur geschickt werden soll. Und woher bekommen wir die reparierten Exemplare? Das ist überhaupt nicht klar. Und eine weitere ist bereits außer Betrieb, weil sich ein Teil der Innenverkleidung gelöst hat, wie Siemens bestätigte.“ (5)

    Mitte Juni 2022, das ist jetzt sieben Wochen her, teilte Siemens Energy mit, dass eine Turbine in Kanada nicht nach Russland zurückgeschickt werden könne:


    „Siemens Energy kann eine Gasturbine, die für den Betrieb der Pipeline Nord Stream 1 gebraucht wird, derzeit nicht liefern. Wie eine Sprecherin des Unternehmens mitteilte,
    14 min
  • Der Künstler heute – Domestik des Neofeudalismus | Von Bernd Lukoschik
    Der Künstler im Feudalismus war gar kein Künstler. Von uns aus gesehen wohl, weil er „Kunstwerke schuf“ – aber „Kunstwerke schuf“ ist selbst eine Begrifflichkeit, die von uns herrührt.
    Ein Kommentar von Bernd Lukoschik.
    Der „Künstler“ damals war bloß ein einfacher Dienstmann, ein Domestik,sonst nichts, zugegeben mit besonderer Qualifikation.
    Der Musiker oder Komponist etwa war ein ganz einfacher Handwerker, der nicht „Kunstwerke schuf“, sondern „akustische Gebrauchsgüter herstellte“.
    Als Domestik und Inventar des fürstlichen Hofs war er natürlich völlig auf seinen Dienstherrn ausgerichtet. Ein Treueverhältnis band ihn an Letzteren. Und das Treueverhältnis und damit sein Einkommen, das hieß: Der Herr hatte immer recht, und der Kunsthandwerker hatte sein Möglichstes dazu beizutragen, dass mit seinem Produkt der Dienstherr großartig vor dessen Kollegen dastand: Der Musiker verschönerte das Fest des Fürstenhofs, der Komponist stellte Musikstücke für die besonderen repräsentativen Ereignisse des Herrn her, er begriff sich als musikalisches „Sprachrohr“ seines Herrn.
    Wie gesagt, im Nachhinein, für uns, erscheint es dann so, als ob der Komponist Kunstwerke für die Ewigkeit schuf.
    Anne-Sophie Mutter
    Eine Künstlerin der Gegenwart ist die eminente Geigerin Anne-Sophie Mutter.
    Und da wir uns mit großen Schritten hin in den Neofeudalismus bewegen – mit den Geldgrößen und Oligarchen als neuen Fürsten – oder dort gar schon angekommen sind, ist es kein Wunder, dass sich solche „Künstler“ auch nicht mehr nur als Geiger begreifen, sondern ganz zwanglos die klassische Feudalrolle des Domestiken einnehmen. So übernimmt Anne-Sophie Mutter gesellschaftliche Verantwortung (1):
    „Ja, ein Künstler muss aufgrund seiner Vorbildfunktion gesellschaftliche Verantwortung übernehmen.“
    Das hört sich doch eigentlich vorbildlich und toll an, fast schon politisch interessiert und politisch engagiert: Im Sinne von: Künstler, raus aus eurer Künstlerbubble (s. Steinmeiers Terminologie) in den Konzertsälen, raus auf die Straße! Was soll daran feudalistisch-domestikenhaft sein?
    Interessant wird es, wenn man sich ansieht, in welchem Sinne da die Mutter Verantwortung übernimmt und für wessen Interessen die Musikerin als Sprachrohr dienen will.


    „Als Künstler ist man ein Sprachrohr und kann vielleicht diejenigen motivieren, die einen letzten Schubs benötigen, um sich für andere einzusetzen.“

    Man erinnert sich: Der erste Mann im Staate forderte neulich das träge Volk auf, endlich mal sozial aktiver zu werden, Solidarität zu üben, zu verzichten usw. Dafür brauchen der Mann und seine Feudalschicht den Motivator, kurz: den Schubser.
    Und hier nun schließt sich der Kreis zur Mutter. Sie sieht sich als Schubserin aus den höheren Sphären.
    Unterschied zwischen Feudalismus und Neofeudalismus
    Haydn, der berühmte Musiker und Komponist im Feudalismus, war Domestik. Aber das war er auch ungebrochen. Er komponierte nicht nur für den Herrn, sondern es war ihm ganz selbstverständlich, auch in anderen Bereichen des Hofes mit anzupacken. Er hielt sich also nicht für etwas Besseres, sondern begriff sich wirklich nur als Fachmann und Handwerker in Sachen Musik, dem kein Zacken aus der Krone fiel, wenn er auch andere Domestikenarbeit am Hofe leisten musste. Niemals wäre es ihm in den Sinn gekommen, als Musiker zu meinen, er müsse sich nicht in die niederen Arbeitssphären begeben.
    Anders Anne-Sophie Mutter. Und damit kommen wir zu einem besonderen Zug des heutigen Neofeudalismus. Sie hält sich – ganz im Sinne des romantischen Künstlerimage eines Liszt oder Paganini und Geniekults der frühbürgerlichen Kunstszene – für etwas ganz Besonderes und aufgrund ihres höheren Ursprungs und Seins automatisch für Motivations-, Management- und Führungspositionen qualifiziert.
    Sie will schubsen, damit andere arbeiten. Den letzten ideologischen Kick geben,
    8 min

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das denk' ich auch