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  • Bündnis von Diktaturen mit einem Apartheidstaat | Von Jochen Mitschka
    Schwäche der USA fördert Klärung der Positionen in Nahost
    Ein Standpunkt von Jochen Mitschka.
    In meinem letzten Bericht habe ich erklärt, wie die ehemaligen Kolonialstaaten sich in Richtung BRICS, China und Russland orientieren. Aber es gibt durchaus auch eine Bemühung der USA, ihren schwindenden Einfluss durch ein neues Militärbündnis zu retten. Indem das Bündnis eine Stellvertreterrolle übernehmen soll. Interessant ist dabei, dass es sich um Diktaturen handelt, welche mit Israel, das als Apartheidstaat (9) auch keine Demokratie (10) sein kann, sich gegen Länder wie den Iran, Libanon, Syrien und den Jemen ausrichten sollen. Also jene Länder welche versuchen, gegen den Imperialismus der USA Eigenständigkeit zu erkämpfen.
    Aber zunächst eine kleine Ergänzung zu meinem PodCast von letzter Woche. Ich fragte, ob der neueste US-Putsch in Pakistan Bestand haben werde, da Neuwahlen verhindert wurden. Die Antwort könnten gerade erfolgte Nachwahlen in der größten pakistanischen Provinz Punjab geben. Sie wurden von der Partei des gestürzten Premierministers Imran Khan mit einem Erdrutschsieg unerwarteten Ausmaßes gewonnen. Während die üblichen Qualitätsmedien von „Rückschlag für“ sprechen, ist es eine Ohrfeige für korrupte Eliten und tatsächlich ein erfreuliches Signal für Demokratie und Selbstbestimmung. Aber nun zum eigentlichen Thema, dem neuen Militärbündnis im Nahen Osten.
    Diktaturen im Gleichschritt?
    „Potentielle Partner sind demnach Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate [VAR], Bahrain, Katar, Kuwait, Oman, Jordanien und Ägypten. Aber auch Israel gehört offenbar zu dem Verbund. Der Name des Bündnisses: Middle East Air Defense Alliance (MEAD).“ (1) So beschreibt die Deutsche Welle das möglicherweise entstehende Bündnis, natürlich mit einer vollkommen anderen Analyse als man in diesem Beitrag erfährt.
    Die Gemeinsamkeit dieser Länder ist nicht nur die bisherige enge Kooperation mit den USA. Sondern diese Staaten werden durch Herrscher regiert, welche ihre Macht nicht dem Willen des Volkes, sondern Abstammung oder Waffen verdanken. Aber trotzdem gerne von westlichen Ländern als Partner akzeptiert werden. In diesen Ländern hat es folgerichtig auch KEINE dauerhaft erfolgreiche „Farbrevolution“ gegeben.
    Während Massenexekutionen von Regimegegner in Saudi-Arabien zu keinem dauerhaften Aufschrei in Medien und Politik führen, ebenso wenig wie die nachgewiesene Zerstückelung eines regimekritischen Journalisten in einem türkischen Konsulat, setzen sich die Protagonisten des Wertewestens dafür aber umso vehementer für „Menschenrechte“ im Iran ein.
    Interessant dabei ist, dass im Iran die Verfassung und alle Änderungen über Referenden mit überwältigender Mehrheit angenommen wurden, regelmäßig Wahlen und intensive politische Diskussionen über den Kurs der Regierung stattfinden. Was man von den Ländern des neuen Bündnisses nicht gerade berichten kann. Und sicher auch nicht z.B. für die von Terroristen immer noch kontrollierten Teile Syriens, in die dutzende von Millionen Euro „humanitärer Hilfe“ aus Deutschland fließen.
    Wichtigstes Land des Bündnisses soll Israel werden. Ein Staat, der über 50% der unter seiner Kontrolle stehenden Bevölkerung das Wahlrecht verweigert, aber auch die Selbstbestimmung in einem eigenen Staates. Und damit seit über einem Jahr von den wichtigsten internationalen Menschenrechtsorganisationen und Teilen der UNO als Apartheidstaat bezeichnet wird (8). Seine Macht, ausgeübt durch eine rechtsextreme Regierung, basiert alleine auf den Waffen des Militärs und der Unterstützung durch die westliche Elite.
    Bahrain seinerseits wäre ohne die Militärhilfe Saudi-Arabiens bei der blutigen Niederschlagung von Demonstrationen nicht in der Lage gewesen, die Macht der Erbprinzen aufrechtzuerhalten.
    Die Vereinigten Arabische Emirate werden, wie bei einigen anderen Staaten, durch ein mittelalterliches Erbrecht dominiert.
    24 min
  • Forschen und Impfen – ein Stück Wissenschaftskritik | Von Bernd Lukoschik
    Ein Kommentar von Bernd Lukoschik.
    Eine gerechtigkeitspolitische Debatte?
    Zuerst dachte ich, bei einer verkehrspolitischen Debatte des Bundestags gelandet zu sein. Von B A 5 war die Rede. Also wohl von einer Autonummer. Komisch, dass sich der Bundestag mit so etwas beschäftigt. Dann fiel mir ein, dass hier anscheinend die überbordenden Umsätze und Gewinne von Mercedes Benz im Jahre 2021 und die für 2022 zu erwartenden ebenfalls überbordenden thematisiert werden. Das Hohe Haus wundert sich wohl genauso wie das Bürgerlein, dass so viele Neukunden der Luxuskarossen auf den Plan getreten sind, und das, wo durch Corona die Verarmung der Gesellschaft doch außerordentlich vorangetrieben worden ist!
    Nun, die Gewinne aus den Maskenverkäufen und den Impforgien müssen ja irgendwie angelegt werden. Das scheint auch den Volksvertretern aufzustoßen. Löblich. Also eine Art gerechtigkeitspolitische Debatte, in die der Zuschauer geraten war.
    Dann ein genauerer Blick. Da stand am Pult unser aller Minister für Gesundheit. Also muss BA5 den neuen Virussprössling meinen, von dem ich kurz hatte läuten hören, als ich aus Versehen in die Tagesschau getappt war. Und ganz aufgeregt, dennoch gefasst, lauter und klar, wie der Sozialdemokrat nun mal so ist, entwickelte der Mann fürs Gesunde wie ein Gockel vor seinen ihm beifällig zugackernden Hühnern seinen Sieben-Punkte-Plan, wie der neuen Drohung BA5 im Herbst 2022 zu begegnen sei. Hauptmenü der ministeriellen Speisenfolge: Weiterimpfen, was sonst! Natürlich schaltete ich sofort aus.
    Allerdings wirkte dieser Morgenschock nach und hemmte noch lange den natürlichen Gedankenfluss. Hat das denn nie ein Ende? Die Virologie ist doch gar keine Wissenschaft! Der Impfstoff ist doch gar kein Impfstoff! Die Pandemie ist doch gar keine Pandemie! Lauterbach ist doch gar kein Mediziner! Unsere Legislative ist doch gar keine Legislative! Wie oft muss sich denn noch darüber ausgelassen werden!
    So wandte ich mich erneut dem sehr guten Vortrag über das Immunsystem und die Impfung von Professor Ulrike Kämmerer im Corona-Ausschuss zu (1).  Wieder einmal wollte ich mich vergewissern, dass es mit den Aussagen „Die Virologie ist doch gar keine Wissenschaft! ...“ stimmt. Angesichts so dreister Selbstgefälligkeiten, wie etwa der des Ministers, kommt auch der überzeugte Coronaleugner schon ab und zu ins Zweifeln, und da tut ein Blick in einen sachlichen und wissenschaftlichen Vortrag gut.
    Forschen und Impfen
    Wie haben sich das unsere Biotechprofessoren vom Schlage eines Sahin oder einer nobelpreisverdächtigen Kariko mit der „Impfung“ also gedacht?
    Man knallt die Spritze in den Oberarmmuskel (das ist übrigens die einzige Gemeinsamkeit zwischen dem klassischen Impfen mit Tot- oder Lebendimpfstoffen und dem mRNA-„Impfen“). Die vielen Millionen mRNA-Nanopartikelchen sollen nun zu dem Zielort, den dendritischen Zellen in den Lymphknoten eilen. So ist es angedacht.
    Millionen sind nötig, weil so manches Partikelchen eben nicht seinen Weg zum Ziel finden wird, sondern nur paar wenige. Es sind eben noch keine selbststeuernden Nanointelligenzen. Was sicherlich irgendwann auch einmal produziert werden wird. Wenn nämlich Biotech- und Softwareindustrien noch enger zusammenarbeiten werden! Heute muss man sich noch mit dem blinden „Suchen“ der Partikelchen begnügen. Und da sind also Millionen Partikel nötig, damit einige wenige Hundert oder Tausend dort oben ankommen. Die Nanopartikel strömen also durch die Blutbahnen. Am Ziel angekommen, nehmen die dendritischen Zellen die mRNA auf. Diese bewegen sich zu den innerzellischen Protein-„Fabriken“, werden abgelesen, Spikeproteine werden synthetisiert, diese dann aus der Zelle transportiert. Die Spikes reizen das Immunsystem, Antikörper werden gebildet usw.


    Hört sich alles wunderbar wissenschaftlich an – wenn man nicht so genau hinhört. Alles erforscht, was dabei an Nebeneffekten passieren kann,
    15 min
  • Kommt am 1. August 2022 die Revolution? | Von Anselm Lenz
    Ein Standpunkt von Anselm Lenz.
    Ja! »20.000« Deutsche werden am 1. August 2022 in ihre Hauptstadt strömen, begleitet von Hunderttausenden bis Millionen weiteren aus unserem Land und aus ganz Europa und der Welt. Die Revolution beginnt an jenem Montag, um 14 Uhr, rund um unser aller Bundestag.
    Denn Montagsspaziergänger und Demokratiebewegung kommen zusammen und verbinden sich zum Großen Montagsspaziergang – klassisch Arbeiterstand und Mittelstand. Sie werden am Montag, 1. August 2022, über sämtliche versuchte Trennungen hinweg erstmals zusammenkommen, um gemeinsam die Regierung und die sie lenkenden Großkonzerne und Lobbies abzusetzen.
    Alle Montagsspaziergänger werden zu einem Großen Montagsspaziergang in Berlin zusammenkommen und die Demokratiebewegung wird sie sehr willkommen heißen mit einem ganzen Wochenprogramm, das wache Demokratinnen und Demokraten für sie gemacht haben! Endlich raus aus Lüge und Unterdrückung! Die Große Woche der Demokratie beginnt schon am Samstag, 30. Juli 2022, mit einem Gang zum Rosa-Luxemburg-Platz. Das legale Wochenprogramm ist auf der neuen Seite wirsindviele.berlin zu besichtigen. (1)
    Es wird wieder eine der größten, wenn nicht die größte Demonstration der Demokratiebewegung für Frieden und Freiheit sein, in der sich alle Querdenker, Montagsspaziergänger, Demokratiebewegten versammeln, schlichtweg alle revolutionären Demokratinnen und Demokraten. Deren Ziele sind seit 28. März 2020 glasklar, unbestechlich und in ihrem demokratischen Charakter nicht zu übertreffen (2). Doch mancheiner fordert, es müsse ein Parteiprogramm geben – was es mit solchen Forderungen wohl auf sich hat und in wessen Interesse, sie verbreitet werden?
    Die Demokratiebewegung ist keine Partei und es wäre völlig falsch, wenn sie versuchen würde, wie es eine Splitterpartei tut, ein einheitliches Weltbild vorzugeben, um das völlig korrupte Pfründe- und Parteiensystem damit in ein paar Jahrzehnten zu ergänzen – nein! Das geniale 5-Punkte-Programm der Demokratiebewegung besteht seit 28. März 2020 und hat die größte Unterstützung. (2)
    Der Fünf-Punkte-Plan

    1. SOFORTIGES ENDE DER CORONA-MASSNAHMEN AUCH IN DEUTSCHLAND

    2. WIEDEREINHALTUNG DES GRUNDGESETZES, DES NÜRNBERGER KODEXES UND DES MENSCHENRECHTES IN WORTLAUT UND SINN

    3. NEUWAHLEN, BRECHUNG DES PARTEIENPRIVILEGS, IMPERATIVES MANDAT

    4. VOLKSENTSCHEIDE ÜBER ALLE GRUNDLEGENDEN FRAGEN

    5. VERFASSUNGSERNEUERUNG AUF BASIS DES GRUNDGESETZES MIT WIRTSCHAFTS- UND SOZIALCHARTA.
    Weil die Ziele der Demokratiebewegung so eindeutig, unbestechlich, unhintergehbar und gutherzig sind, ist es auch gleichgültig, ob irgendjemand fordert, dass sie besser nicht gefordert werden sollten. Man kann für eines der Ziele demonstrieren oder für alle Ziele. Weil ich auf die Straße gehe, zeige ich, dass ich mit der Regierungspolitik oder den Großkonzernen dringend nicht einverstanden bin. Eine Demonstration gewährt seit jeher eine letzte Chance, Missstände abzustellen. Ansonsten entsteht der Ursprung der Demokratie neu: Die Revolution, die Machtübernahme des Volkes gelingt gegen die Feudalherren, die ihren Stand verlieren und sogar mit ihrer Einkerkerung rechnen müssen! Das Volk schafft sich Vertretung und Regierungsgewalt und bildet in einer Demokratie auch die unterschiedliche Forderungen ab, die Aushandlung und Kompromiss gebracht werden.
    Einige Regierungsmitglieder und die problembehafteten Großkonzerne verfolgen im Umgang mit der Opposition das Ziel, diese nicht als legitime Opposition anzuerkennen, so als gäbe es keine Opposition außerhalb der Mainstream-Lügerei. Zudem wollen Regierung und Großkonzerne auf keinen Fall mit dem Putsch der der Nazis ab 1933 verglichen werden, obwohl dieser Vergleich sehr wichtig ist und ganz deutliche strukturelle Parallelen offenbart. Erst Vergleiche machen Unterschiede und Gemeinsamkeiten deutlich, durch Vergleiche gelingt es erst,
    9 min
  • Verzweifelter Abwehrkampf | Von Pepe Escobar
    Im Schatten des zunehmend stärker werdenden globalen Südens agiert der illiberale Westen immer totalitärer und realitätsferner.
    Ein Kommentar von Pepe Escobar.


    Hinweis zum Beitrag: Der vorliegende Text erschien zuerst im „Rubikon – Magazin für die kritische Masse“, in dessen Beirat unter anderem Daniele Ganser und Hans-Joachim Maaz aktiv sind. Da die Veröffentlichung unter freier Lizenz (Creative Commons) erfolgte, übernimmt apolut diesen Text in der Zweitverwertung und weist explizit darauf hin, dass auch der Rubikon auf Spenden angewiesen ist und Unterstützung braucht. Wir brauchen viele alternative Medien!

    Bisher erschien die Welt noch sehr geordnet: Der Nordwesten reich und mächtig, Osten und Süden arm und ohnmächtig. Der Nordwesten liberal, der Rest illiberal und daher umerziehungsbedürftig. Doch so einfach kann man sich die Welt von heute nicht mehr zurechterklären. Der globale Süden agiert inzwischen weitaus selbstbewusster, seine Länder schließen sich zu größeren Gemeinschaften zusammen. Als natürliche Partner sehen die aufstrebenden Nationen eher Moskau und Peking als den Westen. Ein Grund dafür könnte sein, dass die „freie Welt“ durch einen Moralismus nervt, den sie selbst in keiner Weise mehr mit Sinn und Inhalt zu füllen vermag. Der Liberalismus selbst ist illiberal geworden und versucht sich den ganzen Globus totalitär zu unterwerfen. Immer weniger Länder spielen dabei mit.
    Schnell, aber nicht rasend: der Globale Süden kommt in Fahrt. Die wichtigste Erkenntnis des BRICS+-Gipfels in Peking, der in scharfem Kontrast zum G7-Gipfel in den bayerischen Alpen stattfand, ist, dass sowohl der Iran aus Westasien als auch Argentinien aus Südamerika offiziell die BRICS-Mitgliedschaft beantragt haben.
    „Entweder sind Sie bei uns oder sie sind eine ‚systemische Herausforderung‘. Schließlich befinden wir uns tief im Spektrum des Metaversums, wo die Dinge das Gegenteil von dem sind, was sie zu sein scheinen.“
    Das iranische Außenministerium hob hervor, dass die BRICS „einen sehr kreativen Mechanismus mit umfassenden Aspekten“ haben. Teheran — ein enger Partner sowohl Pekings als auch Moskaus — hat bereits „eine Reihe von Konsultationen“ über den Antrag geführt: Die Iraner sind sicher, dass dies einen „Mehrwert“ für die erweiterten BRICS darstellen wird.
    Apropos China, Russland und Iran sind sooooo isoliert. Nun, wir befinden uns schließlich tief im metaversen Spektrum, wo die Dinge das Gegenteil von dem sind, was sie zu sein scheinen.
    Moskaus Hartnäckigkeit, Washingtons Plan A, einen paneuropäischen Krieg zu beginnen, nicht zu folgen, rüttelt an den Nerven der Atlantiker bis ins Mark. Gleich nach dem G7-Gipfel, der bezeichnenderweise in einem ehemaligen Nazi-Sanatorium stattfand, tritt die NATO in voller Kriegsmontur auf.
    Willkommen zu einer Schau der Grausamkeiten mit der totalen Dämonisierung Russlands, das als die ultimative „direkte Bedrohung“ bezeichnet wird, der Aufwertung Osteuropas zu einer „Festung“, dem Vergießen von Tränen über die strategische Partnerschaft zwischen Russland und China und — als zusätzlicher Bonus — dem Brandmarken Chinas als „systemische Herausforderung“.
    Da haben Sie es: Für die NATO/G7-Kombo sind die Führer der aufstrebenden multipolaren Welt sowie die großen Teile des globalen Südens, die sich anschließen wollen, eine „systemische Herausforderung“.
    Die Türkei unter dem Sultan von Swing — globaler Süden im Geiste, Seiltänzer in der Praxis — hat buchstäblich alles bekommen, was sie wollte, um Schweden und Finnland großmütig den Weg zur Aufnahme in die NATO freizumachen.
    Man kann Wetten darauf abschließen, welchen Blödsinn sich die NATO-Flotten im Baltikum gegen die russische Baltische Flotte einfallen lassen werden, um anschließend verschiedene Visitenkarten von Herrn Khinzal, Herrn Zircon, Herrn Onyx und Herrn Kalibr zu verteilen, die natürlich in der Lage sind, jede NATO-Permutation,
    19 min
  • Nobel geht die Welt zugrunde | Von Roberto J. de Lapuente
    Wir leben im besten Deutschland aller Zeiten, in einer ganz großen Zeit – ja, einer Zeitenwende. Dass dem so ist, sieht man neuerdings im Nahverkehr und in den Fußgängerzonen: Selbst die Bettler sind dort seit kurzem adretter gekleidet und wirken insgesamt irgendwie gepflegter.
    Ein Standpunkt von Roberto J. de Lapuente.
    Letzte Woche in der S-Bahn. Ein älterer Herr steigt ein, singt schon während des Einsteigens von Cuore und Amore und hält den anderen Fahrgästen einen Hut vor die Nase. Er sang noch nicht mal schlecht, kräftig und doch klar. Man kann sicher schlechter unter der Großstadt herumsausen als mit Caruso im Waggon. Auffallend war an dem Senioren, dass er einen rüstigen Eindruck machte, nicht schlecht gekleidet war, überhaupt wirkte er nicht wie einer von jenen abgerissenen Gestalten, die sonst in den Bahnen um Unterstützung werben. Denen merkt man fast immer an, dass sie von der Straße kommen, gesundheitliche Probleme haben und Diener irgendeiner Sucht sind. Der Caruso allerdings, der zählte ganz sicher nicht zu dieser Klientel.
    Am Ziel angekommen stieg ich die Treppen zum Ausgang der S-Bahn-Station hinunter. Da saß ein älterer Herr auf seinem Rollator. Auch er erbat sich ein Zubrot. Gesang gab es keinen, er war auch nicht ganz so fidel, wie der durch die Bahn huschende Sänger. Aber abgerissen, ungepflegt oder irgendwie verwahrlost, wirkte der Mann auf mich auch nicht. Als ich genauer darüber nachdachte, fiel mir ein, dass ich in der Innenstadt jetzt immer häufiger Menschen sehe, die um ein Almosen bitten, die aber nicht aussehen wie jene Bettler, die man gemeinhin kennt. Sie alle wirken aufgeräumter, ja bürgerlicher – die wuschen sich sicher nicht im Stadtbrunnen. Dennoch schienen sie Not zu leiden – so sehr, dass sie den Sprung zur Bettelei wagten und etwas tun, was sie vorher offensichtlich noch nicht getan hatten.
    Unsere bürgerlichen Bettler


    Entgegen aller Meldungen könnte man also den Eindruck gewinnen, dass es mit diesem Land doch aufwärts geht. Denn unsere Bettler sehen nun viel gepflegter aus, sind nicht mehr per se obdachlos.

    Wer die Entwicklung so analysieren will, findet bestimmt viel Zuspruch in diesem euphemistischen, gerne wegblickenden Lande. Insbesondere die Teilnehmer dieser Bundesregierung würden vielleicht zu einer solch positiven Analyse neigen. Daher regt sich auch wenig Widerrede, obgleich auch eine konzentrierte Hallenhaltung für genau diese ärmere Klientel ins Haus steht.
    Aber es ist eben ganz und gar nicht alles okay in diesem Lande. Und die Bettler, die jetzt zurechtgemacht Mitmenschen aufsuchen, die ihnen einige Groschen zustecken wollen, sind eben nicht Ausdruck eines Aufschwungs, nicht mal Ausdruck dessen, dass alles halbwegs in Ordnung ist: Das sind die besorgniserregenden Entwicklungen dieser Zeitenwende. Immer mehr Menschen, die bis neulich vielleicht nicht reich waren, aber wenigstens so einigermaßen hinkamen mit ihren Bezügen, haben es jetzt offenbar nötig, sich ein Zubrot zu verschaffen. Wer dann singen kann, wie unser Caruso, kann wenigstens sagen, dass er versucht sich was dazuzuverdienen: Das hilft vielleicht das eigene Selbstwertgefühl zu stabilisieren. Andere sitzen eben auf ihrem Rollator herum und hoffen auf Mitleid.


    Denn vielleicht erbarmt sich ja doch jemand: Wenn es die amtierende Politik schon nicht tut!

    Wer sich den gesellschaftlichen Niedergang als eine Dynamik vorstellt, die von heute auf morgen geschaffene Tatsachen erzeugt, sollte bitte jetzt und gleich mal in die Innenstädte streben, um sich belehren zu lassen: So ein Niedergang vollzieht sich in Schritten. Und die ersten Schritte sind gegangen. Jetzt verdrängen bürgerliche Bettler die, die seit Jahr und Tag betteln. Ich meine das übrigens völlig wertfrei – und nicht dem Sinne nach, dass da jemand einem anderen etwas wegnimmt. Im Augenblick rutschen die ersten aus der unteren Mittelschicht in eine Armut h...
    9 min
  • Friedrichs Freiheit | Von Annette van Gessel
    Der Journalist und Sachbuchautor Ernst Wolff schrieb ein Kinderbuch, das auch Erwachsene zum Nachdenken anregt.
    Ein Kommentar von Annette van Gessel.


    Hinweis zum Beitrag: Der vorliegende Text erschien zuerst im „Rubikon – Magazin für die kritische Masse“, in dessen Beirat unter anderem Daniele Ganser und Hans-Joachim Maaz aktiv sind. Da die Veröffentlichung unter freier Lizenz (Creative Commons) erfolgte, übernimmt apolut diesen Text in der Zweitverwertung und weist explizit darauf hin, dass auch der Rubikon auf Spenden angewiesen ist und Unterstützung braucht. Wir brauchen viele alternative Medien!

    Ernst Wolff ist für seine schonungslosen Analysen und seine kompromisslose Kritik am aktuellen Finanzsystem bekannt. Umso überraschter war die Autorin, dass er jetzt ein Kinderbuch mit dem Titel „Friedrichs Traum von der Freiheit“ vorgelegt hat. Darin erzählt er, wie das Erdmännchen Friedrich mit der Freiheit außerhalb des Zoos klarkommt. Wolff überlässt es dem Leser, die Geschichte zu Ende zu denken. Eine Rezension.
    Der Held der Geschichte ist das Erdmännchen Friedrich, das mit seiner Sippe in einem Zoo lebt und eines Tages feststellt, dass es noch eine Welt außerhalb des Geheges gibt. Von Neugier getrieben, versucht Friedrich, aus seinem Gehege auszubrechen, was ihm zunächst nicht gelingt. Dann aber lernt er die Krähe Carola kennen, die ihm die Flucht ermöglicht.
    Obwohl Friedrich von der neuen Welt fasziniert ist, stellt er schon bald fest, dass die Freiheit auch ihren Preis hat: Er muss sich auf Nahrungssuche machen, einen Unterschlupf finden und sich gegen natürliche Feinde verteidigen. Für jemanden, der die Annehmlichkeiten und die Bequemlichkeit des Zoolebens gewohnt ist, keine einfachen Aufgaben. Doch zu seinem Glück steht Carola ihm auch hierbei zur Seite und hilft über viele Hindernisse hinweg.
    Als er dann auch noch das Waschbär-Mädchen Toni kennenlernt, sich mit ihm anfreundet und gemeinsame Abenteuer erlebt und besteht, schwebt Friedrich im siebten Himmel und ist sich sicher: Es geht doch nichts über ein Leben in Freiheit!
    Dann aber geht der Sommer zu Ende, die Tage werden kürzer und die Nahrungssuche beschwerlicher. Zudem wartet Toni mit einer Hiobsbotschaft auf: Sie muss mit ihrer Familie weiterziehen. Für Friedrich bricht eine düstere Zeit der Einsamkeit an. Doch er gibt nicht auf, sucht nach einem Ausweg und kommt schließlich auf eine zündende Idee, die seinen Lebensmut wieder weckt und auch eine großartige Zukunftsperspektive eröffnet.
    Da mich interessierte, was Ernst Wolff dazu bewogen hat, dieses Buch zu schreiben, habe ich ihn dazu befragt. „Mich haben die Auswirkungen der Pandemie-Maßnahmen ja genauso betroffen wie alle anderen“, sagt er, „aber da ich auch Vater und Opa bin, haben mir die Freiheitseinschränkungen für meine Kinder und Enkel mehr zugesetzt als die, die mich selbst betrafen. Als meine Enkelin mich dann auch noch nach den Hintergründen fragte, war ich überfordert: Wie erklärt man eine solche Situation einem Kind, ohne es zu verunsichern oder zu überfordern?“
    Den Schlüssel zur Lösung dieses Problems lieferte eines seiner literarischen Vorbilder, so Wolff.
    „George Orwell wurde ja ständig zitiert, und dessen ‚Animal Farm‘ hat in meiner Jugend zu meinen Lieblingsbüchern gezählt. Darin hat Orwell der Russischen Revolution und ihren schrecklichen Folgen die Form einer Tiergeschichte gegeben, die auch Kinder verstehen können. Deshalb dachte ich mir: Warum nicht den Versuch unternehmen, die aktuellen Probleme als Fabel zu erzählen?“
    Entstanden ist daraus „Friedrichs Traum von der Freiheit“ in zwei Etappen: zunächst als Gute-Nacht-Geschichte für Enkelin Elise und dann in schriftlicher Form.
    „Ich muss meiner Enkelin auch sehr für ihre Hilfe danken. Sie hat nicht nur stundenlang zugehört, sondern mir hin und wieder durch ein unmissverständliches ‚Opa, das gefällt mir so nicht‘ zu verstehen gegeben,
    7 min
  • Bauernkriege 2.0 | Von Uwe G. Kranz
    Ein Standpunkt von Uwe G. Kranz.
    Steuern wir auf eine Neuauflage der Bauernkriege zu? Wird der „gemeine Mann“ nach etwas mehr als 500 Jahren erneut aus ökonomischen Gründen revoltierend, um am Ende wieder grundlegende Forderungen nach Menschenrechten zu erheben (die damaligen “Zwölf Artikel der Bauernschaft in Schwaben“ gehören zu den Forderungen, welche die Bauern im deutschen Bauernkrieg 1525 in Memmingen gegenüber dem Schwäbischen Bund erhoben und gelten, nach der Magna Carta von 1215, als eine der ersten niedergeschriebenen Forderungen nach Menschen- und Freiheitsrechten)? Das Epizentrum der wütenden Bewegung ist derzeit allerdings, anders als damals, nicht der Südosten Deutschlands, sondern der Westen und Südens Europas: die Niederlande vorneweg, Belgien, Frankreich, Spanien, Italien – aber inzwischen auch Polen. Und, übrigens, auch die USA.
    Über 40.000 niederländische Bauern demonstrieren seit Anfang Juli gegen das „Brüsseler Nitratdiktat“, Tausende Traktoren stauen sich auf holländischen Straßen und Autobahnen und in fast allen Städten. Der deutsche Konsument der Systemmedien erhascht allenfalls Randnotizen der sich gewaltig entwickelnden Bewegung – und müsste doch so dringend über den EU-Unsinn informiert werden, der sich da zusammenbraut. Sichtbarer Auslöser war wohl die „Verordnung EU1258/20211 der Kommission vom 2.Dezember 2011 zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 1881/2006 bezüglich der Höchstgehalte für Lebensmittel“. Präziser: Es ging um den Nitratgehalt von Salat und Spinat, den ein spezielles „EU-Gremium für Kontaminanten in der Lebensmittelkette” (genannt „das Gremium“) nach einer längeren Gefahren-Nutzen-Abwägung in einem „wissenschaftlichen Gutachten“ zwar als grundsätzlich unproblematisch einstufte… aber: Es könnte ja sein, dass dies bei Säuglingen und Kleinkindern anders sei.
    Spinatverzehr aus Bürokratensicht
    Also wurde – so funktioniert die EU – eine zusätzliche Studie in Auftrag gegeben, die dann zwei Jahre später ebenfalls zu dem Schluss kam, dass die geltenden amtlichen Höchstgehalte „gesundheitlich insgesamt unbedenklich seien, obgleich eine Gefahr für Säuglinge, die mehr als einmal am Tag Spinat verzehren, nicht ganz ausgeschlossen werden“ könne – wohlgemerkt bei Konsum von mehr als 200 Gramm Spinat am Tag. Popeye lässt grüßen! Als Ergebnis dieser mehrjährigen höchst wissenschaftlichen Bürokratie-Orgie wurde den Mitgliedsstaaten schließlich eine Überwachungs- und Meldepflicht des Nitratgehalts von Gemüse an die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) auferlegt. (Zum Hintergrund Trinkwasser ebenso wie Mineralwasser darf höchstens 50 mg Nitrat im Liter enthalten. Wasser mit dem Hinweis auf eine Eignung für die Säuglingsernährung darf maximal 10 Milligramm Nitrat im Liter enthalten. Der Nitrathöchstwert für Beikost für Säuglinge und Kleinkinder ist mit 200 Milligramm je Kilogramm festgelegt. Der zugelassene Höchstwert für Tiefkühlspinat liegt zurzeit bei 2.000 Milligramm und für frischen Spinat aus dem Freiland bei 2.500 Milligramm, bzw. für Spinat aus dem Treibhaus bei 3.000 Milligramm pro Kilogramm.)
    Der Nitratgehalt ist stark abhängig von der Speicherfähigkeit der Pflanzen (Spinat, Mangold, Rote Bete, Rettich, Radieschen, Feldsalat, Rucola, Kopfsalat oder Eisbergsalat speichern ihn besonders gut), der Bodenbeschaffenheit (dem natürlichen Nitratgehalt), den jeweiligen Lichtverhältnissen oder den Temperaturen. Alles Dinge, die die Bauern der regenerativen Landwirtschaft genau kennen, über die sie weitaus besser Bescheid wissen als Eurokraten und die sie zur Ertragssicherung beim Einbringen organischer Dünger (Gülle) oder Mineraldünger seit Generationen berücksichtigen. Nicht der Dünger ist das Problem, sondern seine Dosierung – so wie auch nicht die Kühe das Problem sind, sondern die Industrialisierung der Viehhaltung. Das bessere Ziel wäre also in jeden Fall, die Landwirtschaft stärker auf ein umfassend regeneratives System einzureg...
    14 min
  • Russland, China und der Great Reset | Von Ernst Wolff
    Ein Kommentar von Ernst Wolff.
    Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit. Dieser Spruch gilt auch für den Ukrainekrieg. Allerdings nicht nur für die aktuelle Berichterstattung, sondern auch für die politische Deutung des Konflikts.
    Eine ganze Anzahl internationaler Kommentatoren versucht uns in den letzten Wochen und Monaten weiszumachen, der Krieg zeige, dass die Welt sich in eine multipolare Richtung bewege. Während der Westen sich im Great Reset befinde, würden Russland und China sich dieser Entwicklung widersetzen und so möglicherweise für eine neue, gerechtere Weltordnung sorgen. Die Botschaft hinter dieser Auslegung ist klar: Das Heil soll angeblich aus dem Osten kommen.
    Leider ist das Gegenteil der Fall. China und Russland sind nämlich, was den Great Reset angeht, schon um einiges weiter als die westliche Welt. Das lässt sich an drei zentralen Elementen des großen Umbruchs, in dem sich die Welt zurzeit befindet, festmachen: Die Überwachung der Bürger, die Abschaffung des Bargeldes und die Einführung digitaler Zentralbankwährungen.
    Bei der Überwachung der Bürger haben beide Länder gegenüber dem Westen einen gewaltigen Vorteil, denn ihre politischen Systeme sind auf Grund ihrer planwirtschaftlichen Vergangenheit wesentlich autoritärer als unsere parlamentarischen Demokratien. Wie in der Coronakrise gut zu sehen war, mussten Politiker im Westen einige Anstrengungen unternehmen, um die Freiheiten der Bürger zu beschneiden. Weder in Russland noch in China war das notwendig, dort wurden die Maßnahmen durch die immer noch ausufernde Staatsbürokratie mit eiserner Hand durchgesetzt.
    Was die Bargeldabschaffung abgeht, so ist China weltweit führend. In Russland dagegen kämpfen Regierung und Zentralbank gegen die mangelnde Bereitschaft vor allem der ländlichen Bevölkerung, das Bargeld aufzugeben. Da aber scheint der Ukrainekrieg den Mächtigen in Moskau zu Hilfe zu kommen. Dazu muss man sich nur den zentralen Dreh- und Angelpunkt des Great Reset, nämlich die Einführung von digitalem Zentralbankgeld (englisch: Central Bank Digital Currencies, kurz: CBDC), ansehen.
    Aber zuerst zu China: Obwohl noch in der Testphase, ist China bei der CBDC-Einführung weltweit unbestritten die Nummer eins. 260 Millionen Einzelpersonen, also ein Fünftel der Bevölkerung, haben bereits eine entsprechende Wallet auf ihrem Handy. Mehr als viereinhalb Millionen Händler im Land haben begonnen, die CBDCs zu akzeptieren. Als nächsten Schritt plant die chinesische Zentralbank, die Teststandorte von 11 auf 23 Provinzen auszudehnen.
    Wie sieht es in Russland aus?
    Auch hier wird mit hoher Geschwindigkeit an der Einführung der CBDCs gearbeitet. Die Entwicklung eines Prototyps der digitalen Rubel-Plattform wurde im Dezember 2021 abgeschlossen. Im Januar 2022 wurde die Erprobung dieser Plattform mit 12 beteiligten Banken begonnen. Ursprünglich sollte diese Testphase im Jahr 2024 abgeschlossen sein sollte. Nach dem neu veröffentlichten Fahrplan wird die zweite Phase, ein Pilotprojekt mit echten Kunden und echten Geschäften, nun bereits im April 2023 beginnen.
    Aufschlussreich ist die Begründung, die die russische Zentralbank für die Beschleunigung des Projektes liefert: Man müsse sich vor weiteren westlichen Sanktionen schützen und setze daher auf die beschleunigte Einführung des digitalen Rubels.
    Da die russische Regierung sich bei Kriegsbeginn an allen fünf Fingern ausrechnen konnte, dass der Westen mit Sanktionen regieren würde, muss man sich ernsthaft fragen, ob es sich hier nicht um ein kühl kalkuliertes Manöver handelt, um die an ihrem Bargeld festhaltende russische Bevölkerung zur Annahme einer CBDC zu zwingen.


    Auf jeden Fall zerstören die Fakten das Märchen von einem Russland, dessen politische Führung sich dem Great Reset widersetzt und dabei von China Schützenhilfe erhält.

    Für beide Länder gilt dasselbe wie für alle übrigen Länder der Erde: Das politisc...
    5 min
  • Donbass – Bericht aus dem Konfliktgebiet: Severodonezk und Lisitschansk | Von Thomas Röper
    Ein Standpunkt von Thomas Röper.
    Ich bin wieder im Donbass unterwegs und am ersten Tag der Reise haben wir zwei Orte besucht, die noch vor kurzem die Schlagzeilen beherrscht haben.
    Die Städte Severodonezk und Lisitschansk wurden in Juli oft in den Medien erwähnt, denn dort fanden heftige Kämpfe statt. Anfang Juli sind diese beiden Städte, die einander gegenüber an zwei Ufern eines Flusses liegen, von den Russen befreit worden, wie die Menschen es dort bezeichnen. Damit beherrscht die Ukraine kein Stück Land des Gebietes Lugansk mehr, der 3. Juli wird dort nun als Tag der Befreiung als Feiertag begangen.


    Am ersten Tag meiner aktuellen Reise in den Donbass war ich unter anderem in diesen beiden Städten.

    Die Anreise
    Die Journalistenreise fand dieses Mal unter großer Geheimhaltung statt. Selbst das genaue Abreisedatum haben wir erst sehr kurzfristig erfahren. Am Montag, dem 11. Juli, war es soweit. Wir haben uns morgens in Moskau getroffen, wurden zu einem Flughafen gebracht und mit einer Maschine des russischen Militärs nach Rostov am Don geflogen. Der dortige Luftraum ist immer noch gesperrt, weshalb die Reise normalerweise einen Tag mit dem Zug dauert.
    In Rostov haben wir in einem Hotel auf weitere Journalisten gewartet und schließlich um kurz nach Mitternacht sind etwa 40 internationale Journalisten mit einem großen Reisebus in Richtung Donbass aufgebrochen. Übrigens ist bei der aktuellen Tour zum ersten Mal auch der deutsche Mainstream dabei, denn das ZDF hat drei Leute auf die Reise geschickt.
    Ein Zwischenstopp war nicht vorgesehen, wir sind am frühen Morgen über die Grenze der Volksrepublik Lugansk gefahren und waren dann sofort auf dem Weg zu unserem ersten Einsatzort.
    Weizen
    Der erste Einsatzort lag weit im Hinterland und war bis zum Beginn der russischen Operation unter ukrainischer Kontrolle. Dort haben wir einen großen Agrarbetrieb besucht. Das klingt langweilig, war es aber nicht.
    Die Leute, die dort arbeiten, waren sehr auskunftsfreudig und ich hatte Gelegenheit, mich mit einem der leitenden Angestellten, der ansonsten von Reportern umringt war, kurz zu zweit zu sprechen. Mich hat dabei interessiert, ob es irgendwelche Einschränkungen beim Verkauf ihres Weizens und ihrer Sonnenblumenkerne gibt, denn immerhin wirft der Westen Russland vor, Weizen aus den unter russische Kontrolle gekommenen Gebieten zu rauben.
    Weizen Ukraine
    Das ist jedoch nicht so. Der Mann erzählte mir, dass sie den Weizen, und alle anderen landwirtschaftlichen Erzeugnisse, wie immer normal verkaufen. Nichts werde von irgendwem geraubt, alles laufe normal. Derzeit sind die Käufer russische Firmen. Auf meine Nachfrage, ob er Anrufe aus Europa bekäme, die sich für seinen Weizen interessieren, sagte er, es gäbe keine solchen Anrufe. Er würde sofort an europäische Kunden verkaufen, für ihn zähle nur, wer wie viel bezahlt. Einschränkungen, seinen Weizen zu verkaufen, gäbe es nicht.
    Der Weizen des Betriebes geht nach seiner Aussage vor allem in den Nahen Osten und nach Ägypten, aber ganz genau wisse er das nicht. Die Ernte läuft dort nach Plan, die Firma ist mit den Erträgen weitgehend zufrieden. Ein paar Bilder dazu sind im Schriftbeitrag verlinkt.
    Auch die anderen Angestellten, insgesamt arbeiten dort 82 Menschen, waren freundlich und offen. Ihre Zukunft sehen sie, nach allem, was sie uns gesagt haben, als Teil Russlands. Für sie habe die russische Operation nichts geändert, die Arbeit läuft normal, von Kampfhandlungen haben sie nichts mitbekommen, wenn man von leisem Donnern in der Ferne absieht, das sie während der Kämpfe um das etwa 50 Kilometer entfernte Severodonezk gehört haben.


    Besonders freundlich waren übrigens die Frauen in der Kantine der Firma, die uns umsonst alles angeboten haben, was sie hatten.

    Severodonezk
    Anschließend sind wir nach Severodonezk gefahren.
    9 min
  • Experimentelle mRNA-„Impfungen“ | Von Hermann Ploppa
    Ein Kommentar von Hermann Ploppa.
    Menschen mit „Impf“schäden melden sich zu Wort!
    Dieser Text wurde zuerst in der Wochenzeitung Demokratischer Widerstand Ausgabe 97 veröffentlicht.
    Jetzt wissen wir durch belastbare Statistiken, dass allein im Jahre 2021 etwa drei Millionen Menschen in Deutschland gravierende Schäden durch experimentelle „Impfungen“ des unerprobten mRNA-Substrats davon getragen haben. Von „Impfungen“ Betroffene sind oftmals schwer beeinträchtigt in ihrer Lebensqualität. Sie sind auf fremde Hilfe angewiesen. Niemand hilft ihnen. Denn die offizielle Erzählung sagt ja: es gibt nur „in den seltensten Fällen“ unerwünschte Wirkungen der riskanten Injektionen. Diese Erzählung kann nicht länger aufrechterhalten werden. Und dennoch haben wir ein Wahrnehmungsproblem. Solange wir lesen: „drei Millionen Impfschäden“, sehen wir nur eine Zahl. Das ist abstrakt. Das ist blutleer <1>. Doch die Leidenden stehen jetzt auf und zeigen Gesicht. Sie wenden sich in einem offenen „Brandbrief“ an Politiker, Medien und Wissenschaft. Sie fordern, ihr Leiden endlich ernst zu nehmen. Sie fordern, dass Ärzte endlich gezielt aufgeklärt werden über die Symptome von „Impf“schäden. Sie laden dazu ein, Selbsthilfe zu organisieren. Und sie fordern selbstverständlich eine angemessene Entschädigung.


    Bislang versuchen die angesprochenen Verantwortlichen in den Schaltstellen der Macht, den Brief totzuschweigen. Das wird nicht gelingen. „Aussitzen“ funktioniert nicht länger. Hier bahnt sich ein gigantischer Skandal an, der den Contergan-Skandal um ein Vielfaches übertreffen wird.

    Offizielle Zahl des Kassenärztlichen Bundesverbandes: 2,5 Millionen Visiten wegen Impfnebenwirkungen allein im Jahr 2021 – hohe Dunkelziffer
    Die Impfpropagandisten müssen immer weiter zurückrudern. Als die ersten Meldungen über ernste Schädigungen durch die experimentelle mRNA-Substanz durchsickerten, hieß es noch: ja … aber Impfnebenwirkungen kommen extrem selten vor. Jedoch zwang ein mutiger Bundestagsabgeordneter den Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, reale Zahlen von Impfnebenwirkungen für das letzte Jahr vorzulegen. Statt der vom Paul-Ehrlich-Institut gemeldeten etwa zweihundertfünfzigtausend haben tatsächlich alleine zweieinhalb Millionen Patienten 2021 eine kassenärztliche Praxis wegen Impfschäden aufgesucht. Nicht einberechnet sind in diese Zahl die Visiten wegen Impfschäden bei Privatärzten, Betriebsärzten oder Kliniken! <2>
    Jetzt wenden sich endlich vierhundert Geschädigte durch Impfexperimente an die breite Öffentlichkeit <3>. Im Ton sanft, in der Sache hart, sagen sie: Wir sind viele. Keiner nimmt uns ernst. Man versucht unsere Leiden zu ignorieren oder zu bagatellisieren solange es geht. Der offene Brief <4>, den wir im Folgenden dokumentieren, formuliert klare Forderungen: eine angemessene Reaktion von Politik, Medien und Wissenschaft auf die Situation der Betroffenen.


    Dringend müssen alle Ärzte über Symptome und Verlauf des Post-Vac-Syndroms gründlich aufgeklärt werden. Die Wissenschaft muss Ursachen und Wirkungen gründlich erforschen. Schließlich und endlich müssen die Betroffenen angemessen entschädigt werden.

    Es hat sehr lange gedauert, bis die Impfgeschädigten ihre Lage überhaupt realisieren konnten. Bis sie rein körperlich und mental in der Lage waren, sich zu artikulieren. Sie lagen zum Teil zehn Monate nur im Bett und waren so schwach, dass sie elementarste Lebensfunktionen nicht ausführen konnten <5>. Hilfe bekamen sie von ihren Ärzten nur selten. Wandten sie sich in ihrer Not an Kliniken, kam bisweilen die zynische Antwort: „Warten Sie die Boosterung ab!“ Das Trauma ist unbeschreiblich. Eben noch mitten im Leben, ist man plötzlich auf fremde Hilfe angewiesen. Eine demütigende Situation. Gerade für junge Menschen. Dann dieser extreme Vertrauensbruch. Man hat vor dem Erlebnis des irreparablen Schadens den Autoritäten...
    14 min

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das denk' ich auch