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  • Mercedes-Benz: Wohin fließen die hohen Gewinne? | Von Christian Kreiß
    Die tagtägliche Umverteilung von vielen zu wenigen
    Ein Standpunkt von Christian Kreiß.
    Jahrhundertgewinn bei Mercedes-Benz
    2021 war das mit weitem Abstand beste Jahr für Mercedes in der gesamten Unternehmensgeschichte. Bei einem Umsatz von 168 Milliarden Euro wurde ein EBIT (Gewinn von Zinsen und Steuern) von 29 Milliarden Euro erzielt. Das waren 340 Prozent mehr als 2020, als der Vorsteuergewinn 6,6 Milliarden betrug. Der Nettogewinn nach Steuern und Zinsen betrug 23,4 Milliarden Euro, ein Plus von 480 Prozent gegenüber 2020, als der Konzerngewinn 4 Milliarden Euro betrug.1
    In den Jahren 2011 bis 2020 hat das EBIT zwischen rund 4 und 14 Mrd. Euro gelegen, das Konzernergebnis nach Steuern zwischen 2,7 und 10,6 Mrd. Euro.2 Daran gemessen war das Jahr 2021 also wirklich herausragend. Auch für 2022 zeichnen sich bereits jetzt äußerst hohe Gewinne ab. Das erste Quartal 2022 lief für Mercedes ganz ausgezeichnet und übertraf das Vorjahresquartal deutlich.3
    Wohin flossen die ungewöhnlich hohen Dividendenauszahlungen?
    Entsprechend hat der Konzern auch die Dividenden stark angehoben, und zwar um 270 Prozent von 1,35 auf 5,0 Euro pro Aktie.4 Die Dividenden wurden Anfang Mai ausgeschüttet. Da Daimler derzeit etwa 1,07 Milliarden Aktien hat, wurden also etwa 5,35 Milliarden Euro Dividendenzahlungen ausgeschüttet.5
    Wer bekam das viele Geld? Die größten Aktionäre von Mercedes sind die chinesische BAIC Group mit 9,98 Prozent aller Aktien sowie der chinesische Anleger Li Shufu, der über eine Holdinggesellschaft (Tenaciou 3) 9,69 Prozent an Mercedes hält. Asiatische Aktionäre halten insgesamt 20,5 Prozent aller Aktien. Also gut ein Fünftel der Dividendenzahlung, etwa 1,1 Milliarden Euro, flossen an asiatische, im Wesentlichen die beiden chinesischen Groß-Aktieninhaber.6 Drittgrößter Aktieneigentümer ist die Kuwait Investment Authority mit 6,84 Prozent aller Mercedes-Aktien. Ihr flossen Anfang Mai 2022 etwa 365 Millionen Euro zu. Weitere 53,39 Prozent oder 2,86 Milliarden Euro der Dividenden flossen an so genannte Institutionelle Investoren7, das sind internationale Großanleger wie Blackrock, Vanguard, DWS usw.
    Wer hat Gewinn und Wertschöpfung erarbeitet?
    Mercedes beschäftigte 2021 im Jahresdurchschnitt etwa 251.000 Menschen. Die Lohn- und Gehaltssumme belief sich auf 22,9 Milliarden Euro.8 Die Beschäftigten sind die Menschen, die die Autos hergestellt haben, die die Wertschöpfung des Konzerns erbracht und für den Gewinn gesorgt haben. Hätte man die Dividende statt an die Aktionäre an die Werktätigen ausgezahlt, hätte jeder Mercedes-Mitarbeiter eine Lohnerhöhung oder eine Einmalzahlung von 23,4 Prozent bekommen können. Jeder.
    Hätte man gar den ganzen Nachsteuergewinn an die Beschäftigten ausgezahlt, hätte jede und jeder Beschäftigte 102 Prozent mehr Lohn und Gehalt haben können, also eine glatte Lohnverdoppelung. Das ist natürlich unrealistisch, denn man sollte als vorausschauendes Unternehmen einen guten Teil der Gewinne als Eigenkapital einbehalten. Das hat Mercedes in der Vergangenheit auch gemacht. In der Regel wurden in den letzten sechs Jahren etwa 40 Prozent des Nettogewinns als Dividende ausgeschüttet.9
    Hätte man diese 40 Prozent 2022 an die Beschäftigten von Mercedes ausgeschüttet, wären das ungefähr 9,4 Milliarden Euro gewesen. Das entspräche einer Lohn- und Gehaltserhöhung von 40 Prozent. Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter hätte also 2022 eine Lohnerhöhung von 40 Prozent oder eine Einmalzahlung in Höhe von 40 Prozent de Jahreslohnes bekommen können, wenn man die Dividenden an diejenigen ausgezahlt hätte, die die Wertschöpfung erarbeiten statt an diejenigen, die leistungslos zusehen, wie die anderen arbeiten.
    Der Beitrag, den der Aktionär leistet, besteht darin, dass man einmalig für einen Geldbetrag Aktien kauft und dann, solange das Unternehmen existiert, einen Dividendenstrom bekommt. Kauft man ETFs (Exchange Traded Funds)10 auf Aktienindiz...
    12 min
  • Kriegsprofiteure – damals und heute | Von Ernst Wolff
    Ein Kommentar von Ernst Wolff.
    Der amerikanische Schriftsteller Mark Twain hat einmal gesagt: „Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich.“ Dieser Satz gilt auch für die beiden Weltkriege und die Situation, in der wir uns aktuell befinden.
    Profiteure sowohl des ersten als auch des zweiten Weltkrieges waren zum einen die Waffenindustrie und zum anderen die Banken der Wall Street, die die Rüstungsbetriebe zur Ausweitung ihrer Produktion mit den nötigen Krediten versorgten. Profiteur der aktuellen Weltentwicklung sind ebenfalls die großen Waffenkonzerne und ihre Geldgeber, die Banken.
    Soweit der Reim. Hier nun der Unterschied:
    Im ersten und zweiten Weltkrieg befanden sich Banken und Rüstungskonzerne in verschiedenen Händen. Heute ist das anders. Schaut man sich die Aktionärsstruktur der großen Waffenhersteller an, so stellt man schnell fest: Sie alle befinden sich fest in der Hand der großen Vermögensverwalter BlackRock, Vanguard, und State Street.
    Sieht man sich die Aktionärsstruktur der Mega-Banken der Wall Street an, so stellt man fest: Ob Citybank, Bank of America, JPMorgan oder Goldman Sachs – bei allen stehen immer BlackRock, Vanguard und State Street an der Spitze der Anteilseigner.


    Wir haben es also in beiden Fällen mit einer nie dagewesenen Machtkonzentration im Hintergrund zu tun. Doch das ist noch lange nicht alles.

    Die Rüstungsindustrie ist in den vergangenen Jahrzehnten digitalisiert worden und damit in eine immer größere Abhängigkeit von den führenden IT-Konzernen gerutscht. Für die Banken gilt dasselbe, und auch die Vermögensverwalter sind heute durchdigitalisiert und hängen ebenfalls, was ihre Daten- und Geldflüsse angeht, am Tropf der IT-Konzerne.
    Schaut man nun einmal auf die Hauptaktionäre dieser IT-Konzerne, so trifft man dort auf alte Bekannte: BlackRock, Vanguard und State Street.
    Das alles heißt nichts anderes, als dass die großen IT-Konzerne des Silicon Valley – Microsoft, Apple, Amazon, Alphabet und Meta - und die Top-Vermögensverwalter der Wall Street inzwischen zu einer Art Kartell verschmolzen sind.
    Dieses Kartell beherrscht über die beiden Lebensadern unserer globalen Gesellschaft – das Geld und die Daten – sämtliche andere Industriezweige und ist damit zur mächtigsten Kraft aufgestiegen, die die Welt jemals gesehen hat.
    Es ist dieser digital-finanzielle Komplex, der aktuell die Geschicke der Welt in seinen Händen hält und der genau weiß, dass das gegenwärtige Finanzsystem, auf dem seine Existenz beruht, zerbrochen ist und durch ein neues ersetzt werden muss.
    Genau das ist der Grund, weshalb er seit 2020 vorsätzlich sämtliche wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturen zerstört und gewissenlose und ihm ergebene Politiker dazu treibt, uns alle durch ständige Eskalation des Kriegsgeschehens in Angst und Schrecken zu versetzen. Ziel ist es, uns auf diese Weise gefügig zu machen, damit wir den Great Reset zur Errichtung einer neuen Ordnung ohne allzu große Gegenwehr hinnehmen.
    +++
    Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.
    +++
    Bildquelle: Michael Vi / shutterstock
    4 min
  • Pentagon räumt Finanzierung von 46 Biolaboren in der Ukraine ein | Von Thomas Röper
    Ein Standpunkt von Thomas Röper.
    Russische Meldungen über die US-Biowaffenprogramme wurden bisher als unwahr bezeichnet. Nun hat das Pentagon die Finanzierung von "46 friedlichen Laboren in der Ukraine" eingeräumt.
    Das Pentagon hat, offenbar wegen der nicht abreißenden Meldungen über die geheimen US-Biowaffenprogramme in der Ukraine, am 9. Juni ein Dokument mit dem Titel „Factsheet über die Bemühungen zur Reduzierung der Bedrohung durch Massenvernichtungswaffen mit der Ukraine, Russland und anderen Ländern der ehemaligen Sowjetunion“ veröffentlicht. Dort erfährt der interessierte Leser, dass das Pentagon sogar 46 Biolabore in der Ukraine finanziert hat, was bisher weitgehend bestritten wurde, obwohl die Informationen über die Finanzierung jedes einzelnen Labors in der Ukraine vor Beginn der russischen Intervention auf der Seite des Pentagon zu finden waren. Sie wurden nach Beginn der russischen Veröffentlichungen jedoch gelöscht. Die Chronologie und die Details der russischen Veröffentlichungen finden Sie am Ende dieses Artikels.
    Die wahren Ziele der USA
    In dem nun veröffentlichten Factsheet erklärt das Pentagon, dass es nur in bester Absicht gehandelt habe. Es sei nur um die Verhinderung der Verbreitung von Massenvernichtungswaffen aus ehemals sowjetischen Beständen gegangen, die sich nach dem Zerfall der Sowjetunion in den Ex-Sowjetrepubliken befanden.
    Das wäre sehr ehrenhaft gewesen, nur dauert das keine 30 Jahre. Aber das Pentagon finanziert diese Arbeit bis heute und lässt keine internationalen Kontrollen der Biolabore zu, die es in ehemaligen Sowjetrepubliken unterhält. Daher stellt sich logischerweise die Frage, ob die Ziele des Pentagon wirklich so edel sind, wie es offiziell verkündet. Wenn alles ganz harmlos und dem guten Zweck dient, wozu dann die Geheimniskrämerei?
    Die Kritiker der US-Biolabore werfen den USA daher vor, dass sie ganz andere Ziele verfolgen. Demnach ging es nie um die Verhinderung der Verbreitung von Massenvernichtungswaffen, sondern darum, sich das strenggeheime Wissen der Sowjetunion anzueignen. Das vom US-Kongress 1991 eröffnete „Nunn-Lugar Cooperative Threat Reduction (CTR) Program“ zur „Gefahrenreduzierung“ („Threat Reduction“) war demnach nichts anderes, als Spionage.
    Aber auch die hätte man schnell abschließen können, denn als die US-Experten erst einmal Zugang zu den ehemals geheimen sowjetischen Labors hatten, konnten sie sich die gewünschten Informationen schnell aneignen. Seitdem forschen US-Spezialisten aber im Geheimen weiterhin in den Labors, wobei sie oft sogar diplomatische Immunität genießen und den Forschern der Länder, in denen sie forschen, keinen Zugang zu den Forschungen gewähren.
    Da das Pentagon auch selbst immer wieder stolz gemeldet hat, dass große Mengen an Proben aus den Ländern in die USA gebracht worden sind, gehen die Kritiker der USA davon aus, dass das Pentagon eine große Datenbank mit Genproben möglichst aller Ethnien der Welt anlegen. Diese Daten würden die Entwicklung von Krankheitserregern erlauben, die für bestimmte Ethnien sehr gefährlich sind, für andere hingegen kaum eine Gefahr darstellen. Natürlich bestreiten die USA, solche Forschungen durchzuführen.
    In den USA verboten, im Ausland erlaubt
    Die USA sind der Biowaffenkonvention zwar beigetreten, haben sich in ihrer Gesetzgebung aber Lücken geschaffen. Forschungen an Krankheitserregern, die zur Entwicklung von Biowaffen führen können, sind in den USA gesetzlich verboten. Aber die US-Gesetze sehen ausdrücklich vor, dass dieses Verbot nicht für US-Amerikaner gilt, die derartige Forschungen im Auftrag von US-Behörden im Ausland betreiben.
    Der Grund ist klar, denn erstens besteht die Gefahr, dass ein Erreger, der zu einer Waffe umfunktioniert wurde, aus dem Labor ausbrechen kann. Das Risiko verlagern die USA mit ihren Gesetzen bequem ins Ausland. Außerdem kann man im Ausland die nötigen Genproben der potenziellen Gegner sammeln und Kra...
    13 min
  • Terror gegen Michael Ballweg – geht’s noch erbärmlicher? | Von Hermann Ploppa
    Eine Tagesdosis von Hermann Ploppa.
    Rechtsstaat in Deutschland war gestern. Wie eine korrupte Clique mit ihren Kritikern aufräumt.
    Wir kneifen uns in die Arme. Träumen wir oder wachen wir? Haben wir geschlafen, und sind jetzt in der Transkaukasischen Diktatur Sub-Grusinien wieder aufgewacht? Es hieß doch immer, wir hier in der Bundesrepublik hätten einen Rechtsstaat mit gesetzlichen Mindestgarantien auf Schutz der Privatsphäre und gesetzlich geschützter Meinungsfreiheit. Das hat im Großen und Ganzen ja auch viele Jahrzehnte geklappt.
    Doch was sich hier seit Verkündung des Corona-Notstands in der Bundesrepublik Deutschland so selbstverständlich abspult, steht nicht mehr auf dem Boden unserer Verfassung. Die Clique, die unser Land in ihren festen Krallen hält, gibt sich keine Mühe mehr, auch nur den Anschein von Rechtsstaatlichkeit zu erwecken. Es fing gruselig an im Jahre 2020 mit der Einsperrung der angesehenen Fachanwältin für Medizinrecht, Beate Bahner. Diese wurde kurzerhand in eine psychiatrische Abteilung eines Gefängnisses gesteckt, brutal misshandelt und in eine Zelle ohne Wasser und WC gesperrt. Das elementare Grundrecht auf Kontakt zu einem Anwalt wurde ihr verwehrt. Die Ärzte Bodo Schiffmann und Carola Jarvid-Kistel wurden von Sondereinheiten zuhause aufgesucht und wie Schwerverbrecher behandelt. Der Toxikologe und Unternehmer Stephan Hockertz wurde aufgrund fadenscheiniger Vorwürfe wegen angeblicher Steuerhinterziehung existenziell ruiniert und musste Asyl in der Schweiz suchen. Der Arzt Paul Brandenburg wurde in seiner Wohnung von Polizisten übel misshandelt. Der Hamburger Arzt Dr. Walter Weber ist vor Kurzem zum zweiten Mal von schwerbewaffneten Polizisten in seiner Praxis heimgesucht worden. Wenigstens wurde seine Berufsausübung nicht, wie beim ersten Mal, durch Diebstahl seiner Computer und Handys schwer beeinträchtigt. Wenigstens blieb Walter Weber nach dieser polizeilichen Intensiv-Visite körperlich unversehrt und blieb ein freier Mann.
    Ganz anders jetzt der Software-Unternehmer Michael Ballweg. Seine Wohnung wurde komplett umgewühlt. Anschließend wurde Michael Ballweg zusammen mit seiner Frau in Handschellen abgeführt und beide befinden sich seitdem in Untersuchungshaft wie Schwerverbrecher. Diese weitere Steigerung der staatlichen Repression wird damit begründet, bei Ballweg bestünde „Fluchtgefahr“. Denn Ballweg habe im Jahre 2020 aus den Schenkungsgeldern, die er erhalten habe, 640.000 Euro für eigene private Zwecke umgeleitet und damit veruntreut. Zudem habe Ballweg einen Betrag von 430.000 Euro der illegalen Prozedur einer „Geldwäsche“ unterzogen. Und nun beabsichtige Herr Ballweg, sich einer juristischen Überprüfung der Vorwürfe durch Flucht ins Ausland zu entziehen. Schauen wir uns die Vorgeschichte an: sämtliche Banken kündigten Michael Ballweg zur gleichen Zeit seine Konten. Überlegen Sie einmal, welchen Bewegungsspielraum ein Geschäftsmann eigentlich hat ohne irgendwelche Konten in Deutschland. Ballweg war als selbständig handelndes Wirtschaftssubjekt in Deutschland erledigt. Selbstverständlich würde jeder Geschäftsmann unter diesen gleichermaßen absurden wie hochkriminellen Umständen seine Tätigkeit ins Ausland verlagern, wie es bereits Stephan Hockertz notgedrungen tun musste. Es ist der Gipfel des Zynismus und der Perfidie, wie Ballweg in eine abschussreife Position genötigt wurde, um ihm dann den finalen ehrabschneidenden Streckschuss zu verpassen.
    Doch damit nicht genug: da kommt nämlich der „Antisemitismus-Experte“ der Landesregierung von Baden-Württemberg Michael Blume daher und twittert ebenso zusammenhanglos wie diffamierend, er begrüße das, so wörtlich „rechtsstaatliche Vorgehen gegen Ballweg“. Dies sei eine „gute Nachricht für die wehrhafte Demokratie.“ Wenn der „Antisemitismus-Experte“ sich zu Wort meldet, impliziert das wohl, dass Ballweg ein Antisemit und im Nachsatz ein Feind der Demokratie sei. So genannte „Antisemitismus-Experten“ gehören mittler...
    17 min
  • Es ist noch nicht vorbei | Von Thomas F. Mayer
    Das Hygiene-Regime ist nicht am Ende und droht ab kommendem Herbst in verschärfter Form zurückzukehren.

    Hinweis zum Beitrag: Der vorliegende Text erschien zuerst im „Rubikon – Magazin für die kritische Masse“, in dessen Beirat unter anderem Daniele Ganser und Hans-Joachim Maaz aktiv sind. Da die Veröffentlichung unter freier Lizenz (Creative Commons) erfolgte, übernimmt apolut diesen Text in der Zweitverwertung und weist explizit darauf hin, dass auch der Rubikon auf Spenden angewiesen ist und Unterstützung braucht. Wir brauchen viele alternative Medien!

    Ein Standpunkt von Thomas F. Mayer.




    Natürlich ist die Aufhebung des Gesetzes über die Impfpflicht ein großer Erfolg für die breite Bürgerbewegung, die sich vor allem im vorigen Winter formiert hat. Das haben auch andere Kommentatoren betont. Es wäre jedoch verkürzt, allein die Proteste für diesen Rückzieher verantwortlich zu machen. Die Ursachen dafür sind vielfältig, und die Aussichten auf den Herbst werden durch die Ankündigungen der EU sowie die Änderungen der Covid- und Infektionsschutzgesetze in Österreich getrübt. Vieles deutet darauf hin, dass die Regierenden nach dem Motto „Ein Schritt vor, zwei Schritte zurück“ verfahren werden. Aber Demokraten haben diesmal bessere Karten als beim letzten Lockdown.






    Zunächst zu den Gründen für den doch überraschenden Schritt. Einer der Gründe könnte die Stimmung im Verfassungsgerichtshof gewesen sein, die eine Aufhebung angedeutet hat. Zu der musste es genau genommen kommen, denn der Staat kann nicht legal und verfassungskonform seine Bürger zur Selbstverstümmelung und Tod durch medizinische Behandlung verurteilen. Und das kann das Resultat dieser Impfung sein, was mittlerweile ja wohl unbestritten ist.
    Seit der Ausrufung der Pandemie durch die WHO sind alle Schritte weltweit im Gleichklang erfolgt, die Regierungen wurden „betreut“ durch die Beratungsagenturen der WHO. Österreich war mit der allgemeinen Impfpflicht ein Ausreißer. Gut möglich, dass dies international durch die Pandemiebetreiber nicht goutiert wurde. Für Europa hat die EU mit ihren Beschlüssen vom 27. April die Linie vorgegeben: Intensivierung von Impfung, Booster und Tests ab Herbst, sowie geplanten Einkauf weiterer experimenteller Gentechnik-Impfstoffe in den nächsten Jahren. Dazu wurde das Covid-Zertifikat um ein Jahr verlängert.
    Österreich wurde auf Linie gebracht und wird im Gleichklang mit der EU im Herbst an der Intensivierung von Impfung, Booster, Tests und Maskenzwang teilnehmen. Damit ist auch die Alpenrepublik wieder in das Pandemieregime eingereiht worden.
    Haben innenpolitische Überlegungen eine Rolle gespielt. Wenn ja, dann nur peripher. Landtagswahlen in Tirol und Niederösterreich, ein sich abzeichnender Erfolg des Volksbegehrens gegen die Impfpflicht hatten wahrscheinlich Einfluss auf den Zeitpunkt, der etwas überraschend erfolgten Mitteilung, jedoch mit einiger Sicherheit nicht auf die Tatsache an sich.
    Die Pläne der EU für den Herbst
    Dazu nochmal zwei Passagen aus der Erklärung von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vom 27. April mit dem Titel „COVID-19: Die Kommission ruft die Mitgliedstaaten auf, für die nächste Pandemiephase in erhöhter Bereitschaft zu sein“.
    Damit das reibungslos umgesetzt werden kann, ist


    die Zusammenarbeit gegen die Fehl- und Desinformation über Corona-Impfstoffe zu intensivieren;
    weiterhin globale Solidarität zu zeigen und die globale Ordnungspolitik zu verbessern.

    Ein Factsheet zum Thema „COVID-19 — Sustaining EU Preparedness and Response: Looking ahead“, das von der Europäischen Kommission am selben Tag, dem 27. April, veröffentlicht wurde, bekräftigt von der Leyens Standpunkt. Der erste Abschnitt trägt den Titel „Increasing uptake of COVID-19 vaccination“ und der erste Aufzählungspunkt lautet:
    9 min
  • Die Jahresproduktion von US-Munition… | Von Rainer Rupp
    ... reicht in der Ukraine nur für zehn Tage Krieg.

    Ein Kommentar von Rainer Rupp.
    Einer der größten Fehler der US/NATO-Politiker und ihrer beratenden "Experten" ist, dass sie die russische Wirtschaft, ihre Tiefe und ihre außerordentliche Widerstandskraft total unterschätzt haben und sich auch jetzt noch nicht von ihren dümmlichen Vorurteilen lösen, dass Russland "eine Tankstelle mit Atomraketen" ist. Da erzählen Kommentatoren, dass die russische Wirtschaft nicht größer ist als die von Texas oder Belgien, da gibt es Fragen, ob Russland außer Gas und Öl noch was anderes produziert, das exportiert werden kann.
    Diese Leute fragen jedoch nie, wie groß das russische Weltraumprogramm ist, wie viele Atom-U-Boote das Land herstellt, wie viele neue U-Bahn-Stationen, Flughäfen oder Brücken in Russland jährlich gebaut und eröffnet werden, wie viele Arten von Flugzeugen und Lastwagen in Russland herstellt werden ober wie viel Nahrung anbaut und exportiert wird. Stattdessen werden dümmliche Vergleichen mit Indikatoren gemacht, die die Stärke der realen Wirtschaft Russlands nicht messen, sondern verzerren, die vor allem heiße Luft zählen, die sich in den über jegliche Vorstellungskraft hinaus aufgeblähten westlichen Finanz- und Bankensystem als fiktiver Reichtum angesammelt hat.
    Würden sie die reale Produktion der russischen Wirtschaft als Vergleichsbasis heranziehen, anstatt ständig mit dem lächerlichen Bruttoinlandsprodukt (BIP) auf Dollar-Rubel-Basis zu hantieren, dann hätten interessierte Politiker auch längst erkannt, dass Russlands Wirtschaft fast autark ist. Aber so viel Intellekt kann man von US/NATO-Kriegstreibern nicht erwarten, zumal das ihren Glauben an die eigene Propaganda zerstören würde. Und so sind sie weiterhin zuversichtlich, dass die angeblich schwache Wirtschaft der russischen "Tankstelle mit Atomwaffen" unter den Westsanktionen bald zusammenbrechen wird. Und wenn jetzt noch nicht, dann müssen noch ein paar weitere verrückte Sanktionen draufgelegt werden, die – wie jetzt ersichtlich – vor allem die Wirtschaften der EU zerstören und Russland stärken.
    Die renommierte Denkfabrik der US-Luftwaffe "RAND" hat auf der Basis dieses Irrglaubens sogar eine ganze Strategie zur Ruinierung Russlands herausgearbeitet. In einem umfangreichen Bericht von 2019 hält RAND fest, dass "Russlands größte Verwundbarkeit" in seiner angeblich eindimensionalen Wirtschaft liegt, die vergleichsweise klein, total von Energieexporten in den Westen abhängig und deshalb durch Sanktionen leicht zu zerstören ist.
    Trotz der aktuellen Hochkonjunktur von Fake-News-Kriegspropaganda über die Ukraine und Russland gibt es von Zeit zu Zeit immer wieder mal einen kleinen Glückfall, bei dem das interessierte Publikum in einem auf militärische Analysen spezialisierten Medium einen Schimmer der in Kriegszeiten sehr scheuen Wahrheit erhaschen kann. Im vorliegenden Fall geht es um einen Bericht, der jetzt auf der Webseite der altehrwürdigen Denkfabrik des britischen Militärs "Royal United Services Institute" (RUSI) veröffentlicht wurde und in dem es um die strategischen Tiefe der westlichen und russischen Rüstungsindustrien geht. Der Titel des Beitrags des RUSI-Autors Alex Vershinin lautet "The Return Of Industrial Warfare" (Die Rückkehr der industriellen Kriegsführung), und damit liefert der Autor nicht mehr und nicht weniger als den Schlüssel zum Verständnis des aktuellen und zukünftigen Verlaufs des Krieges in der Ukraine und darüber hinaus.
    In seinem Beitrag unterstreicht Vershinin, dass der Krieg in der Ukraine bewiesen hat, dass das Zeitalter der industriellen Kriegsführung längst nicht vorbei ist, weil der massive Verbrauch von schweren Waffen aller Art, Fahrzeugen und Munition eine große industrielle Basis für die Nachschubversorgung erfordert. Vershinin legt dabei Wert darauf, die bekannte russische Militärformel in Erinnerung zu rufen: "Quantität hat immer noch eine eigene Qualität",
    15 min
  • Grüße aus Namibia | Von Jochen Mitschka
    Selbstgewähltes Asyl und das Leben darin
    Ein Standpunkt von Jochen Mitschka.
    In der Zukunft werden Berichte wie der folgende nur noch von Zeit zu Zeit erscheinen, da natürlich mit zunehmender Dauer, die wir in Namibia leben, sich auch das Leben „normalisiert“. Es gibt wohl kaum ein Land, in dem man schneller mit Menschen in Kontakt kommt und sich schneller zu Hause fühlt als in Namibia. Infolgedessen drohen die Geschichten immer stärker zur „Fliesentischgeschichten“, wie ein Kommentator bemerkte, zu werden. Aber hier noch einmal einige Informationen, die vielleicht interessant sind, auch um die Unterschiede zum Leben in Deutschland deutlich zu machen.
    Das Einkaufen
    Wir wohnen in einer, für deutsche Verhältnisse kleinen Stadt am atlantischen Ozean, Swakopmund. Nur 30 km entfernt befindet sich der größte Hafen des Landes, Walvis Bay. Und ein paar hundert Kilometer weiter südlich soll demnächst vielleicht die größte grüne Wasserstoffherstellung Afrikas gebaut werden. Wenn Umweltschutzbedenken das nicht im letzten Augenblick verhindern.
    Die Hauptstadt Windhuk ist ca. 400 km entfernt, zu erreichen in vier Stunden über eine gut ausgebaute Schnellstraße. Das Land selbst hat weniger Einwohner als eine Großstadt in Deutschland. Weshalb es kein Ebay gibt. Und Amazon verlangt Liefer- und Zollkosten, die oft die Artikelkosten übersteigen, und das bei extrem langen Lieferzeiten.
    Daher läuft hier die Beschaffung zum größten Teil über Händler, und man kauft, was eben angeboten wird. Es ist so ähnlich wie in Deutschland vor 50 Jahren. Aber es gibt einen großen Unterschied. Noch nie habe ich ein Land erlebt, in dem die Verkäufer so freimütig empfahlen wohin man gehen sollte, um eine Alternative zu finden. Aber das ist der Weg für einen Neuankömmling und selbst für einen Einwohner, der etwas Seltenes sucht. Er wird von Händler zu Händler weitergereicht, bis er doch das passende Teil gefunden hat.
    Und es ist am Ende erstaunlich, wie reichhaltig das Angebot in einer so kleinen Stadt wie Swakopmund doch ist. Natürlich gibt es nicht alle Marken, und natürlich darf man nicht auf einer Vorstellung beharren. Und natürlich gibt es Ausnahmen. Aber mit etwas Flexibilität findet man, was das Problem löst. Oder man muss es selbst basteln.
    Also da gab es zum Beispiel das Problem, dass wir die beiden Hundeboxen, in denen unsere schwarzen Teufel nach Afrika kamen, mit Hilfe von Estelle nach Kapstadt schicken wollten, damit sie dort wieder verwendet werden konnten, und wir einen Teil der Beschaffungskosten zurück bekommen. Dafür mussten sie auseinandergebaut und dann verpackt werden. Aber wie? Im Baumarkt schilderte ich das Problem, worauf ich an ein Spezial-Geschäft in der Nähe verwiesen wurde, das spezialisiert auf Verpackungsmaterialien war. Und dort fand ich alles, was das Verpackungsherz begehrte.
    Naja, auf einen bezahlbaren und belastbaren Bürostuhl, der von der Hauptstadt in die Niederlassung kommen sollte, warten wir nun schon drei Wochen, aber notfalls kann man auch auf einem Küchenstuhl am Computer arbeiten, wie dieser Bericht beweist. Aber damit genug mit diesen Geschichten.
    Die Renovierung
    Während man in Deutschland jede Art von Gartenzäunen und Einfriedungen fertig kaufen kann, geht man in Namibia anders vor. Man nimmt Bewehrungsstahl und Holzpfosten, streicht beide mit Wetterschutzfarbe an und baut daraus einen Zaun. Da die Pfosten nicht frostsicher stehen müssen, wird nur im Bereich, in dem ein selbstgebautes Törchen direkt zum Golfplatz führt, mit Betonfüßen versehen. Da jeder so baut, ist es auch nichts Besonderes hier. Und inzwischen konnten unsere Hunde wieder ohne Leine in den Garten.
    Im Eingangsbereich mussten alle in Beton gelegten Fliesen entfernt werden. Schöne aber unglaublich gewucherte Sträucher hatten Wurzeln entwickelt, welche den Beton angehoben und gebrochen hatten. Jetzt finden sich dort zwar nicht schöne aber praktische Verbundpflasterstein...
    18 min
  • St. Petersburg bereitet die Bühne für den Krieg der Wirtschaftskorridore | Von Pepe Escobar
    In St. Petersburg versammeln sich die neuen Mächte der Welt, um die von den USA geschaffene „regelbasierte Ordnung“ umzustürzen und den Globus auf ihre Weise neu zu ordnen.
    Ein Kommentar von Pepe Escobar.
    Das Internationale St. Petersburger Wirtschaftsforum[1] wird seit Jahren als absolut essenziell für das Verständnis der sich entwickelnden Dynamik und der Irrungen und Wirrungen der eurasischen Integration angesehen.
    St. Petersburg im Jahr 2022 ist sogar noch wichtiger, da es in direktem Zusammenhang mit drei gleichzeitigen Entwicklungen steht, die ich zuvor[2] in loser Reihenfolge skizziert hatte:
    Erstens, das Aufkommen der „neuen G8“ – vier BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China), sowie Iran, Indonesien, die Türkei und Mexiko, deren BIP pro Kaufkraftparität (KKP) die alte, westlich dominierte G8 bereits in den Schatten stellt.
    Zweitens die chinesische „Drei-Ringe“-Strategie zur Entwicklung geoökonomischer Beziehungen mit seinen Nachbarn und Partnern.
    Drittens die Entwicklung von BRICS+ oder den erweiterten BRICS, einschließlich einiger Mitglieder der „neuen G8“, die auf dem kommenden Gipfel in China diskutiert werden sollen.
    Es bestand kaum ein Zweifel daran, dass Präsident Putin der Star von St. Petersburg 2022 sein, und eine scharfe[3], detaillierte Rede vor dem Plenum halten würde.
    Zu den Höhepunkten gehörte, dass Putin die Illusionen der so genannten „goldenen Milliarde“, die im industrialisierten Westen lebt (nur 12 Prozent der Weltbevölkerung), sowie die „unverantwortliche makroökonomische Politik der G7-Länder“ zerschlug.
    Der russische Präsident wies darauf hin, dass „die Verluste der EU aufgrund der Sanktionen gegen Russland“ 400 Milliarden Dollar pro Jahr übersteigen könnten und dass die hohen Energiepreise in Europa – die „im dritten Quartal des letzten Jahres“ begonnen hätten – auf den „blinden Glauben an erneuerbare Energien“ zurückzuführen seien.
    Er wies auch die westliche Propaganda von der „Putinschen Preiserhöhung“ gebührend zurück und erklärte, die Lebensmittel- und Energiekrise sei auf eine fehlgeleitete westliche Wirtschaftspolitik zurückzuführen, d. h. „russisches Getreide und Düngemittel werden zum Nachteil des Westens sanktioniert“.
    Kurz gesagt: Der Westen hat die Souveränität Russlands bei der Verhängung der Sanktionen falsch eingeschätzt und zahlt nun einen sehr hohen Preis.
    Der chinesische Präsident Xi Jinping richtete in einer Videoansprache an das Forum eine Botschaft an den gesamten globalen Süden. Er beschwor einen „echten Multilateralismus“, bestand darauf, dass die Schwellenländer „ein Mitspracherecht beim globalen Wirtschaftsmanagement“ haben müssen, und forderte einen „verbesserten Nord-Süd- und Süd-Süd-Dialog“.
    Es kam dem kasachischen Präsident Tokajew, Herrscher eines zutiefst strategischen Partners sowohl für Russland als auch für China, zu, die Pointe persönlich zu liefern: Die Integration Eurasiens sollte Hand in Hand mit Chinas Belt and Road Initiative (BRI; Neue Seidenstraße, Anm. d. Redaktion) voranschreiten. Hier schließt sich der Kreis.
    Aufbau einer langfristigen Strategie „in Wochen“
    In St. Petersburg fanden mehrere spannende Diskussionen zu zentralen Themen und Nebenthemen der eurasischen Integration statt, wie z. B. Geschäfte im Rahmen der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ)[4], Aspekte der strategischen Partnerschaft zwischen Russland und China[5], die Zukunft der BRICS[6] und die Aussichten für den russischen Finanzsektor[7].
    Eine der wichtigsten Diskussionen konzentrierte sich auf die zunehmende Interaktion zwischen der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAEU) und der ASEAN (Association of Southeast Asian Nations; Verband Südostasiatischer Nationen, Anm. d. Redaktion)[8] – ein Schlüsselbeispiel für das, was die Chinesen als „Süd-Süd-Kooperation“ definieren würden. Und das in Verbindung mit dem noch langen und beschwerlichen Weg zu einer tiefere...
    12 min
  • Bekommen, was sie wollten | Von Anselm Lenz
    Ein Standpunkt von Anselm Lenz.


    Das Abschlussfoto des feudalen G-7-Gipfels im völlig abgeschotteten Schloss Elmau, Germany: Wie das Mannschaftsfoto eines abgehalfterten Rugbyteams, der demonstrative Schulterschluss vor der Kulisse des Wettersteingebirges in Oberbayern.

    In der Mitte der englische Premierminister Boris Johnson, der das fünfte Pint gerade noch rechtzeitig abgestellt zu haben scheint. Rechts von ihm das kanadische Politmodel Justin Trudeau, das wegen der Massendemonstrationen gegen das Corona-Regime kaum noch in die Hauptstadt Ottawa hineingelangt. Dann der Japaner Fumio Kishida, ein Mann, der immerhin Notizbücher vollschreiben soll mit den Hinweisen aus der Bevölkerung; geholfen hat es bisher nichts. Links von Johnson in der Bildmitte, etwas schüchtern die Hände vor dem Schritt verschränkend, Olaf Scholz. Weiters der mit Hilfe einer Wahlfälschung inaugurierte US-Präsident Joseph Biden, den Arm um Ursula von der Leyen legend, die unmittelbar vor ihrem steilen Aufstieg in das Amt als EU-Kommissionspräsidentin in eine Schmiergeldaffäre um die Bundeswehr verstrickt war. Außen der Banken-Mafioso Mario Draghi, dessen Unterschrift auf allen Geldnoten der Pleitewährung Euro abgedruckt wird und der heute Regierungschef Italiens ist. Offensichtlich weniger motiviert der Franzose Emmanuel Macron im blütenweißen Hemd und mit der Hand in der Tasche; seit dem Parlamentssieg des Oppositionsführers Jean-Luc Mélenchon ist er praktisch entmachtet. Außen der Belgier Charles Michel, noch einen Kopf größer als Joseph Biden und deshalb an der Flanke versteckt, mit etwas Abstand noch die Hand auf den Rücken Macrons legend.
    Die Bilanz dieser Leute fällt katastrophal aus, wenn man davon ausgeht, dass die Aufgabe von Politik im Grunde nichts anderes ist, als die Verhinderung von Kriegen und Armut, die Zerteilung oder Vergemeinschaftung von Monopolkonzernen, Knöllchen fürs Parken in Fußgängerzonen und zum Beispiel das Verhindern von perversen Genexperimenten. Um mehr müssten diese Leute sich um Grunde gar nicht kümmern, und es ist fraglich, warum wir ihnen mehr zutrauen sollten, wenn sie nicht einmal das hinbekommen. Aber wie leider soviele Menschen fühlen sie sich zu weitaus Höherem geboren als zu dem, was sie können.
    Wer schon ganz weit oben ist, aber noch mehr sein will, braucht offenbar eine ständige Drohkulisse, eine Strategie der Spannung. Diese weltweite Spannung ist 1991 mit der freiwilligen Aufgabe der Blockkonkurrenz durch die Sowjetunion entfallen. Seither wird eine Sau nach der anderen durchs Dorf getrieben, damit die parasitären Staatsapparate weiterhin unser Geld – und damit unsere Produktivkraft, unsere Ressourcen und unsere Legitimation – in Rüstung, Kriege, Unterdrückungsmethoden, Überwachung und Propaganda allokieren können; man könnte auch sagen, »die Toilette hinunterspülen«. Selbst der regierungsfreundlichste Kritiker wird wohl keine positive Bilanz der Politik zurückliegenden 30 Jahre ziehen können. Dabei war die Ausgangslage einmal hervorragend.
    Friedensdividende? Es hatte nach 1991 eine Entwicklungschance auf Weltfrieden, Ausbau der Bildung, Arbeitszeitverkürzung und -verteilung, Kampagnen für freiwillige Zwei-Kind-Politik, sozialen Ausgleich, echte Entwicklungshilfe und Freiheit gegeben. Doch schmarotzende Apparate wie Monopolkonzerne, Rüstungslobbies, die politmediale Kaste, Staatskirchen und zuletzt ein absurdes Pharma-Tech-Konglomerat um die Erfindung einer besonderen Gefahr, die von einem kronenhaften Erreger ausgehe, haben anderes im Sinn, als den Menschen ins Zentrum ihres Weltbildes zu stellen. Es muss also schon etwas unmenschlicher zugehen und so ebneten sie den Weg zurück in Diktatur, Expansionismus, Feudalismus und den lügnerischen Neofaschismus des Corona-Regimes.
    Der Berliner Dramaturg und Journalist Hendrik Sodenkamp kam dazu bereits im April 2020 zu dem Schluss: »Da will jemand unbedingt noch Geschichte schreiben.
    8 min
  • G7 und der Rest der Welt | Von Wolfgang Effenberger
    Ein Kommentar von Wolfgang Effenberger.
    Während der erbarmungslose Krieg in der Ukraine wieder an Dynamik zunahm, trafen sich vom 26. bis 28. Juni 2022 die Staats- und Regierungschefs von USA, Großbritannien, Kanada, Deutschland, Japan, Italien und Frankreich im idyllisch gelegenen bayrischen Schloss Elmau. Als Vertreter der Europäischen Union nehmen Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratschef Charles Michel an allen drei Tagen am G7-Gipfel teil.
    Zum Auftakt ihrer Beratungen wurden Witze über den gern einmal mit nacktem Oberkörper posierenden russischen Präsidenten Wladimir Putin gerissen(1) – ausgelöst durch die Frage, ob die Teilnehmer bei sommerlichen Temperaturen ihre Jacketts ausziehen sollten.
    Nachdem dieses Problem gelöst war, riefen die Teilnehmer eine vom US-Präsidenten angestoßene "Partnerschaft für Globale Infrastruktur" als Antwort auf das 2013 von China gestartete erfolgreiche Projekt "Neue Seidenstraße" (One Belt, One Road), mit dem China neue Handelswege nach Europa, Afrika, und Lateinamerika erschließt, ins Leben. Um Chinas steigenden Einfluss einzudämmen, soll viel Geld in die Hand genommen werden (bis 2027 ca. 600 Milliarden US-Dollar, von denen die USA allein 200 Milliarden mobilisieren).(2)
    Neben Russland scheint nun eine zweite Front aufgemacht zu werden. Im vergangenen Monat hatte US-Außenminister Antony Blinken China trotz der akuten Krise durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine auf lange Sicht als größte Herausforderung für die internationale Ordnung dargestellt. Und einen Tag vor dem Gipfel äußerte sich der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrates im Weißen Haus, John Kirby, China werde "ein wichtiger Schwerpunkt" beim G7-Gipfel in Bayern sein.
    Das ist keine große Überraschung. Seit September 2014 – ein halbes Jahr nach dem Maidan-Putsch – ist in der gültigen US-Langzeitstrategie TRADCOC 525-3-1 „Win in a Complex World 2020-2040“ nachzulesen, dass sich die US-Streitkräfte darauf vorbereiten sollen, die von Russland und China ausgehende Bedrohung zu beseitigen.
    Während sich beide Länder bereits in einem Handelskrieg befinden, betrachtet das US-Militär China als potenziellen Gegner. Und eine aktuelle Umfrage des Pew Research Center zeigte: 55 Prozent der US-Bevölkerung haben ein negatives Bild von China.(3)
    Im Trubel der Vorweihnachtstage veröffentlichte das Weiße Haus am 17. Dezember 2017 die neue "Nationale Sicherheitsstrategie der Vereinigten Staaten" (NSS). In ihr finden sich die außen- und sicherheitspolitischen Prioritäten der Regierung und nicht zuletzt auch die des Präsidenten. Diese Nationale Sicherheits-Strategie setzte Amerika an die erste Stelle(4), bezeichnete China – neben Russland – als „revisionistische Macht“ und erklärte es zu einem „strategischen Konkurrenten“.(5)
    Diese Sicherheitsdirektive hatte der hoch dekorierte Soldat und Russland-Hardliner General Herbert R. McMaster ausgearbeitet. Er war vor seiner Berufung zum Nationalen Sicherheitsberater stellvertretender Kommandierender General des "United States Army Training and Doctrine Command" (TRADOC) in Fort Monroe, Hampton (Virginia) und war dort mitverantwortlich für die oben erwähnte US-Langzeitstrategie TRADOC 525-3-1.

    Seither wird spekuliert, ob ein Krieg zwischen der absteigenden Supermacht USA und der aufsteigenden Macht China unausweichlich ist, und in der Geschichte nach vergleichbaren Situationen gesucht.
    Der griechische Historiker Thukydides (454-395 v.Chr.) stellte den Krieg zwischen Athen und Sparta in seinem Werk „Der Peloponnesische Krieg“ (431 und 411 v. Chr.) als unvermeidlich dar, weil die aufsteigende Seemacht Athen die Ängste der etablierten Landmacht Sparta angefacht habe. Weder Athen noch Sparta war in der Lage, die Rivalität friedlich zu lösen, und sie zerstörten sich dann zwangsläufig gegenseitig.
    Im Verhältnis zwischen der absteigenden Seemacht USA und der aufsteigenden Landmacht Chi...
    13 min

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das denk' ich auch