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Der Lehrtext aus dem Losungsheft für den heutigen Tag steht im Markusevangelium, Kapitel 15 Vers 34 und lautet:
„Zu der neunten Stunde rief Jesus laut: Eli, Eli, lama asabtani? Das heißt übersetzt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“
Wir Menschen sind Gemeinschaftswesen. Wir werden in eine Familie geboren und sind von Anfang an darauf angewiesen, dass andere Menschen zu uns stehen. Das gilt zunächst für unsere Eltern, geht auf Geschwister und Freundschaften über und kann seine Fortsetzung finden in der wunderbaren Gemeinschaft einer Ehe. Wie schmerzlich ist es, wenn geliebte Menschen uns verlassen, wenn sie uns keinen Trost, keine Hilfe mehr sein können, wenn ich merke, dass alles zusammenbricht, und ich allein mit meinem Schmerz dastehe. Ich stelle fest, dass auch heiß geliebte Menschen anders sind als ich und manchmal anders entscheiden, als ich es erwartet habe.
Viel stärker als die Gemeinschaft bei uns Menschen, beschreibt die Bibel das Verhältnis von Jesus mit Gott. Jesus sagt im Johannesevangelium, Kapitel 10 Vers 30: „Ich und der Vater sind eins!“ Wir können uns die Einheit Gottes mit seinem Sohn nicht wirklich vorstellen. In der Kirche wurde lange versucht, diese Gemeinschaft zu erklären und verständlich zu machen. In den frühkirchlichen Zusammenkünften der Kirchenleiter kamen sie zu dem Bekenntnis, dass Jesus zugleich wahrer Mensch und wahrer Gott ist.
Nun hatte Gott die Absicht die Welt zu erlösen, die durch die Sünde von ihm getrennt war. Deshalb hat er Jesus auf diese Erde gesandt. Wenn Jesus ganz Gott ist, dann wird Gott selbst ganz Mensch. Aber weil Jesus auch ganz Mensch ist, hat er doch Angst vor diesem Weg. Wir haben dies in den letzten Wochen der Passionszeit in eindrücklicher Weise gesehen. Im Garten Gethsemane ringt Jesus noch einmal mit Gott, ob dieser Weg nicht an ihm vorübergehen könnte. Aber in großem Gehorsam geht er den Weg ans Kreuz. Um drei Uhr, an diesem Karfreitag, ruft Jesus laut: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ An diesem furchtbaren Tag, voller Spott und Hohn, voller Schmerzen und Qual, ist dies die tiefste Stunde im Leben von Jesus. Er, der ganz Gott ist und auch als Mensch immer die Gemeinschaft mit Gott gesucht hat, erlebt die größte Gottverlassenheit, die je ein Mensch erfahren hat. Durch die Sünde, die er auf sich nimmt, wird die Gemeinschaft mit Gott zerstört. Er geht in den Tod und ist im wahrsten Sinn Gott-los.
Manche Theologen sagen, dass sie ein solches Gottesbild nicht teilen können. Ein liebender Gott, der einen anderen hingibt, um uns Menschen zu retten, passt nicht in ihre Gottesvorstellung. Wer so denkt, hat das Wesen dieses Geschehens nicht verstanden, denn Gott opfert nicht einen anderen, sondern hier stirbt Gott selbst für Sie und mich. In grenzenloser Liebe zu uns Menschen gibt er alles, was er hat. In Jesus gibt sich Gott selbst für uns hin. Es ist eben kein Fremdopfer, sondern es ist das große Selbstopfer Gottes für seine von ihm geliebten Menschen.
Wir wissen heute, dass Jesus nur zwei Tage in dieser Gottlosigkeit verharren musste. Am dritten Tag hat ihn Gott auferweckt und den Tod besiegt. Aber für Jesus war das wohl in dieser Stunde nicht klar. Dort am Kreuz fühlte sich alles ganz anders an, von einem seiner Jünger verraten, von Juden und Römern verspottet und nun von Gott verlassen. Das ist der Anfang der Hölle, denn anders, als wir oft denken, meint Hölle den Zustand der völligen Gottlosigkeit. Damit wir diesen Zustand am Ende unseres Lebens nicht erleben müssen, ging Jesus diesen Weg. Deshalb dichtet Arndt Pohlmann in seinem Passionslied: „Hat dann auch an mich gedacht, als er rief: Es ist vollbracht!“
Autor: Pfarrer Reinhard Holmer
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Der Lehrtext aus dem Losungsheft für den heutigen Tag steht im Markusevangelium, Kapitel 15 Vers 34 und lautet:
„Zu der neunten Stunde rief Jesus laut: Eli, Eli, lama asabtani? Das heißt übersetzt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“
Wir Menschen sind Gemeinschaftswesen. Wir werden in eine Familie geboren und sind von Anfang an darauf angewiesen, dass andere Menschen zu uns stehen. Das gilt zunächst für unsere Eltern, geht auf Geschwister und Freundschaften über und kann seine Fortsetzung finden in der wunderbaren Gemeinschaft einer Ehe. Wie schmerzlich ist es, wenn geliebte Menschen uns verlassen, wenn sie uns keinen Trost, keine Hilfe mehr sein können, wenn ich merke, dass alles zusammenbricht, und ich allein mit meinem Schmerz dastehe. Ich stelle fest, dass auch heiß geliebte Menschen anders sind als ich und manchmal anders entscheiden, als ich es erwartet habe.
Viel stärker als die Gemeinschaft bei uns Menschen, beschreibt die Bibel das Verhältnis von Jesus mit Gott. Jesus sagt im Johannesevangelium, Kapitel 10 Vers 30: „Ich und der Vater sind eins!“ Wir können uns die Einheit Gottes mit seinem Sohn nicht wirklich vorstellen. In der Kirche wurde lange versucht, diese Gemeinschaft zu erklären und verständlich zu machen. In den frühkirchlichen Zusammenkünften der Kirchenleiter kamen sie zu dem Bekenntnis, dass Jesus zugleich wahrer Mensch und wahrer Gott ist.
Nun hatte Gott die Absicht die Welt zu erlösen, die durch die Sünde von ihm getrennt war. Deshalb hat er Jesus auf diese Erde gesandt. Wenn Jesus ganz Gott ist, dann wird Gott selbst ganz Mensch. Aber weil Jesus auch ganz Mensch ist, hat er doch Angst vor diesem Weg. Wir haben dies in den letzten Wochen der Passionszeit in eindrücklicher Weise gesehen. Im Garten Gethsemane ringt Jesus noch einmal mit Gott, ob dieser Weg nicht an ihm vorübergehen könnte. Aber in großem Gehorsam geht er den Weg ans Kreuz. Um drei Uhr, an diesem Karfreitag, ruft Jesus laut: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ An diesem furchtbaren Tag, voller Spott und Hohn, voller Schmerzen und Qual, ist dies die tiefste Stunde im Leben von Jesus. Er, der ganz Gott ist und auch als Mensch immer die Gemeinschaft mit Gott gesucht hat, erlebt die größte Gottverlassenheit, die je ein Mensch erfahren hat. Durch die Sünde, die er auf sich nimmt, wird die Gemeinschaft mit Gott zerstört. Er geht in den Tod und ist im wahrsten Sinn Gott-los.
Manche Theologen sagen, dass sie ein solches Gottesbild nicht teilen können. Ein liebender Gott, der einen anderen hingibt, um uns Menschen zu retten, passt nicht in ihre Gottesvorstellung. Wer so denkt, hat das Wesen dieses Geschehens nicht verstanden, denn Gott opfert nicht einen anderen, sondern hier stirbt Gott selbst für Sie und mich. In grenzenloser Liebe zu uns Menschen gibt er alles, was er hat. In Jesus gibt sich Gott selbst für uns hin. Es ist eben kein Fremdopfer, sondern es ist das große Selbstopfer Gottes für seine von ihm geliebten Menschen.
Wir wissen heute, dass Jesus nur zwei Tage in dieser Gottlosigkeit verharren musste. Am dritten Tag hat ihn Gott auferweckt und den Tod besiegt. Aber für Jesus war das wohl in dieser Stunde nicht klar. Dort am Kreuz fühlte sich alles ganz anders an, von einem seiner Jünger verraten, von Juden und Römern verspottet und nun von Gott verlassen. Das ist der Anfang der Hölle, denn anders, als wir oft denken, meint Hölle den Zustand der völligen Gottlosigkeit. Damit wir diesen Zustand am Ende unseres Lebens nicht erleben müssen, ging Jesus diesen Weg. Deshalb dichtet Arndt Pohlmann in seinem Passionslied: „Hat dann auch an mich gedacht, als er rief: Es ist vollbracht!“
Autor: Pfarrer Reinhard Holmer
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