
Sign up to save your podcasts
Or


«Religion ist etwas Tieferes als Gott – das ist das Thema dieses Buches. Religion ist eine sehr grundlegende, spezifische und umfassende Welt-sicht, die besagt, dass ein inhärenter, objektiver Wert alles durchdringt, dass das Universum und seine Geschöpfe Ehrfurcht gebieten, dass das menschliche Leben einen Sinn und das Universum eine Ordnung hat.
«Der Gott des Alten Testaments ist – das kann man mit Fug und Recht be-haupten – die unangenehmste Gestalt in der gesamten Literatur: Er ist eifer-süchtig und auch noch stolz darauf; ein kleinlicher, ungerechter, nachtragen-der Überwachungsfanatiker; ein rachsüchtiger, blutrünstiger ethnischer Säu-berer; ein frauenfeindlicher, homophober, rassistischer, Kinder und Völker mordender, ekliger, größenwahnsinniger, sadomasochistischer, launisch-boshafter Tyrann. […]
«Ich versuche hier, jedermann vor dem groben Unfug zu bewahren, der oft über Jesus geäußert wird: «Für mich ist Jesus zweifellos ein großer Moralleh-rer, aber seinen Anspruch, Gott zu sein, kann ich nicht akzeptieren.» Gerade das können wir nämlich nicht sagen. Ein Mensch, der bloß ein Mensch wäre und solche Dinge von sich gäbe wie Jesus, wäre kein großer Morallehrer. Er wäre entweder ein Irrer – auf derselben Ebene wie einer, der sich für ein po-chiertes Ei hält –, oder aber er wäre der Teufel in Person.
«Eines Nachts, nicht lange nach meinem neunundzwanzigsten Geburtstag, erwachte ich in den frühen Morgenstunden mit einem Gefühl absoluten Grauens. Ich war schon oft mit einem solchen Gefühl aufgewacht, aber dies-mal war es intensiver als je zuvor. Die Stille der Nacht, die vagen Umrisse der Möbel im dunklen Zimmer, das entfernte Geräusch eines vorüberfahren-den Zuges - alles fühlte sich so fremd an, so feindselig und so absolut bedeu-tungslos, dass in mir ein tiefer Abscheu vor der Welt entstand. Und das Ab-scheulichste von allem war meine eigene Existenz. Welchen Sinn machte es, mit dieser Elendslast weiterzuleben? Warum diesen ständigen Kampf weiter-führen? Ich konnte fühlen, dass die tiefe Sehnsucht nach Auslöschung, nach Nicht-Existenz jetzt wesentlich stärker wurde als der instinktive Wille wei-terzuleben. ‹Ich kann mit mir selbst nicht weiterleben›. Dieser Gedanke kreiste endlos in meinem Verstand. Plötzlich wurde mir bewusst, was für ein sonderbarer Gedanke das war. ‹Bin ich einer oder zwei? Wenn ich nicht mit mir selbst leben kann, dann muss es zwei von mir geben: das ‹Ich› und das ‹Selbst›, mit dem ‹Ich› nicht mehr leben kann.› ‹Vielleicht›, dachte ich, ‹ist nur eins von beiden wirklich.›»
Mein Glaubensbekenntnis (Stephan Jütte)
Ich vertraue darauf, Teil einer Kirche zu sein, in der sich Menschen seit Jahrhunderten versammeln, Bilder teilen und Worte weitergeben, denen ich Glauben schenken will.
Ich stelle mir einen Gott vor, der vor über 13 Milliarden Jahren Platz gemacht hat. Für das Universum, das ich nicht überblicke und unseren Planeten, auf dem ich lebe.
Auch uns Menschen hat er Raum und Zeit gegeben.
Ich spüre, dass Gott mich hört, wenn ich vor ihm schweige und Anteil nimmt an dem, was mich beschäftigt, erfreut oder bedrückt.
Ich glaube an einen Gott, der Liebe ist.
Ich glaube an einen Gott, der uns als guter Vater niemals aufgibt.
Ich glaube an einen Gott, der als eingeborener Sohn einer von uns wird.
Ich glaube an einen Gott, der uns als Heilige Geistkraft umgestaltet.
Ich glaube an einen Gott, der uns noch einmal überraschen wird.
From the publisher's feed

10 Listeners

4 Listeners

2 Listeners

1 Listeners

51 Listeners

0 Listeners

25 Listeners

2 Listeners

34 Listeners

44 Listeners

1 Listeners

27 Listeners

2 Listeners

0 Listeners

0 Listeners