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In dieser Folge sprechen Manuel und Stephan über ein Thema, das im Christentum unverrückbar im Zentrum steht und trotzdem quer liegt: die Auferstehung. Sie passt so gar nicht in unser modernes, aufgeklärtes Weltbild, das humanistisch geprägt ist und in dem der christliche Glaube oft so harmonisch Platz findet – bis es um das leere Grab geht. Doch genau hier liegt der Dreh- und Angelpunkt des Glaubens: die Hoffnung auf das Reich Gottes.
Wie umgehen mit religionsgeschichtlichen Erkenntnissen und dem Historismusproblem? Kann man heute noch von Auferstehung sprechen – affirmativ, suchend, tastend, wenigstens hoffend? Und was bedeutet diese Hoffnung für Gesellschaft und Kirche, wie sie sich etwa im Forum Glaube und Gesellschaft in Fribourg spiegelt?
Ausserdem erfahrt ihr in dieser Folge, was nach Manus MacBook-Panne auch noch mit seinem iPhone passiert ist (Spoiler: Es bleibt verschwunden) und welches Halleluja Stephan gerade fast den Verstand raubt, weil er es noch nicht erzählen darf.
WICHTIGE KORREKTUR
In dieser Spezialfolge haben Manuel und Stephan Besuch: Hannah Bethke – Politikwissenschaftlerin, Journalistin, gläubige Protestantin und Autorin des viel diskutierten Buches «Vom Glauben abgefallen – Mut zur Christlichkeit statt Angst vor dem Zeitgeist». Und ja: Es wurde theologisch, politisch, kritisch – aber auch herzlich und ehrlich.
Was passiert, wenn sich Kirche mehr um Klimaziele als um Christus kümmert? Ist politisches Engagement immer ein Verrat an geistlicher Tiefe – oder braucht es beides? Wir fragen nach, ob Bethkes Kritik nicht eine falsche Alternative aufmacht zwischen Theologie und Zeitgeist-Anpassung.
Ausserdem sprechen wir mit Hannah Bethke darüber, ob Kirche eigentlich nur dazu da ist, individuellen Glauben zu stärken – oder ob nicht schon im Gedanken vom Reich Gottes ein gesellschaftlicher Auftrag mitschwingt. Und: Wenn die Autorin sich so klar von linkspolitischen, von moralisierenden sowie von persönlich-therapeutischen Kirchenerzählungen abgrenzt – wie sieht dann eigentlich ihre eigene Vorstellung einer zukunftsfähigen Kirche aus? Und nicht zuletzt: Wie kann eine Kirche heute geistlich relevant bleiben, ohne dabei entweder rechthaberisch zu wirken oder in die Beliebigkeit abzurutschen?
Auch Persönliches kommt nicht zu kurz – einleitend erfahrt ihr zum Beispiel, warum Stephan mit dem neuen Arbeitsplatz des FC-Basel-Trainers hadert und wie es dazu kam, dass Manuels Laptop letzte Woche mit Bier volllief…
Mehr zur Autorin:
Hannah Bethke, 1980 in Hamburg geboren, ist Journalistin und Politikwissenschaftlerin. Sie hat für zahlreiche überregionale Zeitungen gearbeitet, darunter für die FAZ, die NZZ und Zeit Online. Derzeit ist sie Politik-Redakteurin in der Welt und Welt am Sonntag. Sie hat über «Das politische Denken Arnold Brechts» promoviert und war in Leipzig und Greifswald als Dozentin für Politische Theorie tätig. Hannah Bethke ist gefragter Gesprächsgast im Fernsehen und Hörfunk. Sie ist gläubige Protestantin.
Mehr zum Buch:
In ihrem Buch «Vom Glauben abgefallen – Mut zur Christlichkeit statt Angst vor dem Zeitgeist» übt Hannah Bethke eine scharfe Kritik an der gegenwärtigen Verfassung der evangelischen Kirche. Ihrer Analyse zufolge hat sich die Kirche in den letzten Jahren immer stärker dem gesellschaftlichen Mainstream angepasst und dabei ihre theologische Tiefe und spirituelle Substanz weitgehend verloren. An die Stelle eines transzendenten Gottesglaubens sei ein kirchlicher Aktivismus getreten, der sich vor allem durch politische Stellungnahmen – etwa zu Klimafragen oder Migration – profiliert, aber kaum noch spirituelle Orientierung biete. Bethke beklagt, dass die Kirche ihre ureigene Sprache des Glaubens verlernt habe und sich stattdessen in wohlmeinenden, aber inhaltsleeren Alltagsbotschaften verliere. Die Folge sei nicht nur ein dramatischer Bedeutungsverlust innerhalb der Gesellschaft, sondern auch eine gefährliche Entleerung des öffentlichen Diskurses, der ohne religiöse Werteorientierung zunehmend instabil werde.
Doch Bethkes Buch ist mehr als nur kulturkritische Klage. Sie entwirft auch eine Vision für die Zukunft der Kirche, die sich nicht an den Erwartungen des Zeitgeistes abarbeitet, sondern aus der Kraft ihrer eigenen Tradition heraus lebt. Die Kirche, so ihre Forderung, müsse den Mut aufbringen, wieder klar und selbstbewusst von Gott zu reden – nicht als moralische Instanz oder als Mitspieler im politischen Tagesgeschehen, sondern als geistliche Gemeinschaft, die Transzendenz, Gnade und Orientierung vermittelt. Eine solche Kirche wäre nicht rückwärtsgewandt, sondern zukunftsfähig, weil sie dem Bedürfnis vieler Menschen nach Tiefe, Wahrheit und geistiger Vergewisserung gerecht wird. Für Bethke liegt in einer bewusst christlich geprägten Kirche auch eine Chance für die Demokratie: Nur wo gemeinsame Werte, verbindende Sinnangebote und geistige Verankerung vorhanden sind, kann eine freie, pluralistische Gesellschaft Bestand haben. Ihre zentrale Botschaft lautet daher: Die Kirche darf nicht in der Angst vor gesellschaftlicher Irrelevanz ihre Identität aufgeben, sondern muss gerade in dieser Krise zu sich selbst zurückfinden – geistlich, mutig und sprachfähig.
In dieser Folge tauchen Manu und Stephan tief ein in die Frage, wie sich unser religiöses Lernen im Lauf des Lebens verändert. Ausgehend von biografischen Erfahrungen fragen sie: Wie prägt uns die eigene Geschichte im Glauben? Was bedeutet es, wenn sich Lebenserfahrung und religiöse Sinndeutung verschieben – und ist das ein Verlust oder ein Reifeprozess?
Manu bringt dabei das Modell von Spiral Dynamics ins Spiel, das er im Theologie-Kurs vorgestellt hat – ein Denkwerkzeug, das hilft, die Entwicklung von Wertesystemen (auch im Glauben) besser zu verstehen. Stephan bleibt skeptisch. (Wahrscheinlich weil er im Selbsttest zu tief eingestuft worden ist…)
Und dann sind da noch ein Belohnungsbier und kleinbürgerliche Freuden. Was es damit auf sich hat? Hört selbst – diese Folge tastet sich suchend, manchmal auch lachend durch die farbige Spirale des Glaubens.
Wer mehr zur Anwendung von spiral dynamics auf die Glaubensentwicklung wissen möchte (und einen Test sucht, um die eigene "Farbe des Glaubens" herauszufinden…), der sei auf das Buch «Gott 9.0» von Tilmann Haberer und Marion und Werner Tiki Küstenmacher verwiesen: da könnt ihr richtig tief eintauchen… Und auf der Website www.gott90.de könnt ihr euch auch wunderbar informieren!
Am 28. Mai 2025 ging oberhalb von Blatten im Lötschental ein gewaltiger Berg nieder – neun Millionen Tonnen Gestein begruben das Tal unter sich. Ein Mensch wird vermisst, ein Ort ist zerstört, eine Unsicherheit bleibt. In dieser Folge sprechen Manu und Stephan über die theologischen und gesellschaftlichen Reaktionen auf Naturkatastrophen.
Was macht ein solches Ereignis mit dem Glauben? Ist es «einfach geschehen» – oder verlangt es nach Deutung? Wir sprechen über alte Muster (Gericht, Strafe, Schuld), über die ideengeschichtliche Wucht des Erdbebens von Lissabon, über säkulare Schuldzuweisungen in Zeiten der Klimakrise – und über die Frage, was Verantwortung heute heisst.
Außerdem: Wie The Handmaid’s Tale zu einem Nervenzusammenbrauch führen kann – und warum Stephan unbedingt ein Praktikum im RefLab braucht.
Hier findet ihr die erwähnten Blogbeiträge von Sarah Staub und von Stephan Jütte…
… und hier geht's zur RefLab-Festival-Website!
Warum schweigen westliche Kirchen so oft über die brutale Verfolgung von Christ:innen in Afrika, Asien und dem Nahen Osten?
In dieser Folge diskutieren Manu und Stephan einen kontroversen Artikel, der den Kirchen Doppelmoral vorwirft: Während die Sorge um Islamophobie und Diversität hierzulande groß ist, bleibe das Leiden von Christ:innen im globalen Süden häufig unbeachtet.
Ein Gespräch über blinde Flecken, schwierige Solidarität – und warum das Evangelium keine Partei kennt.
Im Podcast kommt auch zur Sprache:
Korrektur: Im Podcast wird der Autor des NZZ-Beitrags Kacem El Ghazzali als schwul bezeichnet - das ist nicht korrekt: Der Autor setzt sich in seinen Texten für die Rechte homosexueller Menschen in islamischen Ländern ein, ist selbst aber mit einer Frau verheiratet und hat zwei Kinder. Wir entschuldigen uns für den Fehler.
Zu politisch, zu angepasst, zu flach – und vor allem: zu wenig Kirche. Hannah Bethke hält der evangelischen Kirche in Deutschland den Spiegel vor. In ihrem neuen Buch „Vom Glauben abgefallen“ rechnet sie mit dem Zustand des Protestantismus ab – und ruft zur Rückbesinnung auf das Theologische auf.
In dieser Folge diskutieren Stephan und Manu, wie berechtigt diese Kritik ist. Geht es der Kirche wirklich schlechter, weil sie zu politisch geworden ist? Oder ist das Gegenteil der Fall? Was bedeutet eigentlich „Theologisierung“ – und wie kann die Kirche in einer pluralen Demokratie sprechen, ohne sich aufzugeben?
Ein Gespräch über Selbstsäkularisierung, politische Überforderung, spirituelle Tiefe – und über die Frage, wie Kirche heute stören darf, ohne destruktiv zu wirken.
Manu meldet sich aus der Ardèche, Stephan bringt einen Fahrradverlust (und -fund) mit – und beide fragen sich, ob Bethkes Essay ein Weckruf oder eine Selbstvergewisserung für konservative Protestant:innen ist.
Das Buch, auf das wir uns beziehen, ist: Hannah Bethke: Vom Glauben abgefallen. Eine Antwort auf die Krise der evangelischen Kirche. Kösel-Verlag 2025 – eine kondensierte Version der Thesen des Buches findet sich auch in diesem Beitrag des Deutschlandfunks.
Weitere Überlegungen dazu findet ihr in Stephans Blogbeitrag – oder auch in dieser älteren Folge von Ausgeglaubt, in der Stephan und Manu über die These streiten: «Ich glaube nicht, dass wir in eine Kirche gehen müssen…».
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Der Eurovision Song Contest 2025 in Basel bringt nicht nur Glitzer und Pop auf die Bühne, sondern auch politische Spannungen – vor allem rund um die Teilnahme Israels. In dieser Folge fragen sich Stephan und Manu: Wie politisch darf oder soll ein Kulturanlass wie der ESC eigentlich sein? Geht es noch um Musik – oder längst um Moral?
Der Schweizer ESC-Gewinner Nemo hat sich öffentlich gegen die Teilnahme Israels ausgesprochen und betont, dass Israels Handlungen im Widerspruch zu den Werten des ESC stehen . Am Sonntag kam es in Basel zu Protesten gegen die israelische Delegation. Während der Eröffnungsparade wurde die israelische Sängerin Yuval Raphael mit Buhrufen empfangen, und ein Demonstrant zeigte eine bedrohliche Geste, woraufhin der israelische Rundfunk Anzeige erstattete. Die EBU betont, dass der ESC ein unpolitischer Wettbewerb zwischen Rundfunkanstalten ist und verweist auf die Komplexität, universelle Kriterien für Ausschlüsse zu definieren. Der Vergleich mit dem Ausschluss Russlands 2022 zeigt, wie schwierig es ist, konsistente Prinzipien anzuwenden.
Stephans Blogbeitrag zum ESC 2025 findet ihr hier.
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