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Auf dem Pferderücken lernte Josef Thesing in den 1960er Jahren Guatemala kennen - das Land seines ersten Auslandsposten. Ohne Dienstwagen, Sekretärin und Büro, in einer Zeit, die noch nicht einmal das Faxgerät kannte, leistete Thesing fern der Heimat Pionierarbeit für die Adenauer Stiftung. Unter anderem führte der spätere Gründer ihrer Internationalen Abteilung an zwei guatemaltekischen Universitäten das Fach Politikwissenschaft ein. Thesing erinnert sich an die Schwierigkeiten seiner Arbeit in Mittelamerika, wo Militärregimes und Diktaturen herrschten, von der Konkurrenz mit dem Auswärtigen Dienst und Gewalt als Mittel der Politik.
Seit Ausbruch des Ukraine-Kriegs hat sich der Wahlkampf in Frankreich verändert: Präsident Emmanuel Macron, der für eine zweite Amtszeit kandidiert, profitiert von seiner Rolle als Vermittler in der Krise. In den Umfragen führt er inzwischen deutlich. Voraussichtlich werde er im Élysée-Palast bleiben, meint die Pariser KAS-Direktorin Caroline Kanter. Nicht gelungen sei Macron, die Spaltung der französischen Gesellschaft zu überwinden. Wie tief die Gräben sind, zeigt unter anderem das Erstarken der Rechtspopulisten.
„Es mag sein, dass Russland die Ukraine militärisch schlagen kann, aber Russland kann die Ukraine nicht gewinnen. Es wird ihnen nicht gelingen, das Volk auf ihre Seite zu ziehen“, meint Tim Peters, KAS-Büroleiter Kiew. Die Ukrainer seien hochmotiviert, ihr Land zu verteidigen und russische Soldaten reagierten irritiert angesichts des unerwarteten Widerstandes. Peters rechnet damit, dass die Ukrainer bis zum letzten kämpfen werden.
Diplomatie, Waffenlieferungen - was hilft der Ukraine? Was erwarten die Menschen vom Westen, insbesondere von Deutschland? Tim Peters, KAS-Büroleiter in Kiew, erklärt und ordnet ein.
Deutschland, als wirtschaftsstärkstes Land Europas, müsse in Führung gehen und bereit sein, Verantwortung zu übernehmen, meint Christoph Heusgen, KAS-Fellow und designierter Chef der Münchner Sicherheitskonferenz #MSC2022. Unter anderem plädiert Heusgen für Waffenlieferungen an die #Ukraine. Gerade wegen unserer Geschichte und der daraus erwachsenden Verantwortung sollten wir das Land mit Verteidigungswaffen ausstatten. Zudem fordert er die Einrichtung eines Nationalen Sicherheitsrates und die Fusion von Auswärtigem Amt und Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.
Das desaströse Ende des Auslandseinsatzes in Afghanistan hat eine breite Debatte über den Sinn unseres Engagements entfacht. Welche Lehren müssen gezogen werden? Dass Zurückhaltung nicht zwangsläufig eine Alternative darstellt, zeigen Beispiele wie der Konflikt in Syrien.
Inflation, Stromausfälle, Verarmung breiter Bevölkerungsschichten - im Libanon verlieren die Menschen die Hoffnung auf eine baldige Lösung der schweren Krise. Die begann lange vor der verheerenden Explosion im Beiruter Hafen im Sommer 2020. Viele Menschen wollen nur noch weg, in einem anderen Land ein besseres Leben suchen. Eine KAS-Umfrage belegt die bittere Enttäuschung und wie stark das Ansehen der politischen Klasse gesunken ist. Auch von der Parlamentswahl im Mai erwartet die Bevölkerung wenig. Dennoch sei sie ein Meilenstein, meint Libanon-Experte Michael Bauer.
Terror, Bürgerkrieg, Instabilität - jetzt hat die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS Sanktionen gegen das Land verhängt, weil die Militärjunta die für Februar angekündigten Wahlen um Jahre verschoben hat. Die Sanktionen treffen die Bevölkerung hart: Unter anderem können sie keine dringend benötigten Überweisungen mehr von Verwandten erhalten, die in den Nachbarländern arbeiten. Was die wachsende Instabilität für die Sahelzone und für uns in Europa bedeutet, erklärt Ulf Laessing im Hintergrundgespräch.
Im Rennen um das Präsidentenamt hat sich Links-Kandidat Gabriel Boric gegen seinen Rechtsaußen-Widersacher José Antonio Kast durchgesetzt. Boric, der 35-jährige frühere Studentenführer, hat ehrgeizige Pläne: Umbau von Renten-, Gesundheits- und Bildungssystem. Welche Versprechen wird er halten können? Andreas Klein von der KAS-Chile blickt auf das Wahlergebnis und in die Zukunft des Landes.
Droht eine Invasion der Ukraine durch Russland? Der US-Präsident und die EU-Außenminister warnen und sehen Kriegsgefahr. Aber, wie wird das lauter gewordene Säbelrasseln in der Ukraine selbst beurteilt? Die KAS-Büroleiterin in Charkiw Brigitta Triebel erklärt, warum eine Verschärfung des Konflikts im Donbass wahrscheinlicher ist als eine Invasion und warum sich die Ukraine den Schutz der NATO wünscht.
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