
Sign up to save your podcasts
Or


Unter Power Posing versteht man eine Methode aus der (Sport-)Psychologie, bei der man eine raumeinnehmende Körperhaltung einnimmt, um so positive Effekte auf das eigene Empfinden und - in unserem Fall - dadurch auch auf die sportliche Leistung zu erzielen. Sich breitbeinig hinstellen, die Arme hinter dem Kopf verschränken oder die Hände in die Hüfte stemmen - das sind nur drei Beispiele, wie man Power Posing umsetzen kann und wie es man auch immer mal wieder bei Sportlerinnen und Sportlern vor ihren Starts sieht. Doch bringt das tatsächlich etwas? Und gibt es Formen des Power Posings, die mehr Erfolg versprechen als andere? Diesen Fragen gehen wir in dieser Folge der BigPoolTheory nach. Lukas Mundelsee spricht hierzu mit Dr. Robert Körner. Der promovierte Psychologe forscht und lehrt an der Universität Bamberg und publizierte 2022 zusammen mit Kollegen eine Meta-Analyse zu den Effekten von Power Posing auf verschiedene psychologische, physiologische und verhaltensbezogene Variablen. Die Studie kann unter folgendem Link vollständig gelesen werden:
https://www.researchgate.net/publication/360577810_Dominance_and_prestige_Meta-analytic_review_of_experimentally_induced_body_position_effects_on_behavioral_self-report_and_physiological_dependent_variables
In dieser Folge spricht Ilka Staub mit dem Schwimmsportforscher Tomohiro Gonjo (Heriot Watt Universität, Edinburgh, Schottland), der neben seinen vielzähligen Forschungsprojekten in Zusammenarbeit mit Schwimmer*innen und Trainer*innen auch über eine umfassende Erfahrung als Schwimmtrainer verfügt. Durch Forschungstätigkeiten in Japan, Norwegen, England und Schottland erhielt Tomohiro Gonjo wertvolle Einblicke in die länderspezifischen Schwimmsportsysteme.
Seine Forschungsschwerpunkte liegen in biomechanischen Fragestellungen im Leistungsschwimmsport, um neben den körperlichen leistungsbestimmenden Faktoren, den großen Einfluss von spezifischen Technikmerkmalen und deren Mechanismen zu identifizieren.
Tomohiro Gonjo erzählt von einem seiner spannendsten und überraschendsten Forschungsergebnisse. Die Analyse von Daten von Hochleistungsschwimmer*innen ergaben, dass in der Delfinschwimmlage am Übergangspunkt von der Unterwasserphase zur gesamten Schwimmlage die höchsten
Im Gesprächsverlauf über weitere Forschungsprojekte, die bereits seit 5 Jahren andauern, erzählt Tomohiro Gonjo von dem Ziel einer Methodenentwicklung zur praxisnahen Erfassung der Verbesserung / Veränderung von Schwimmleistung bzw. der Fähigkeit der Erzeugung von Vortrieb und Reduzierung von Widerstand.
Des Weiteren sprechen Ilka Staub und Tomohiro Gonjo über Eigenschaften von erfolgreichen Hochleistungsschwimmer*innen. Es besteht Konsens darüber, dass kein linearer Zusammenhang zwischen Trainingseinsatz und Erfolg besteht, jedoch die Bereitschaft für „hartes Training“ einen sehr großen Stellenwert hat. Die Interaktion der Technik und Körperzusammensetzung erfordert Flexibilität und Individualität sowie die Offenheit gegenüber verschiedenen Technikvarianten und neuen Trainingsmethoden. Nach der persönlichen Meinung von Tomohiro Gonjo sollten Schwimmer*innen sehr vielseitig in ihren Bewegungsausführungen geschult werden, d.h. durch die ergänzende Ausübung unterschiedlicher Sportarten vielfältige Bewegungsmuster ausführen und erlernen.
Abschließend wird Tomohiro Gonjo von Ilka Staub gefragt, welches Forschungsvorhaben er bei unbegrenzten finanziellen, technischen und personellen Ressourcen verfolgen würde. Die Entwicklung von speziellen Schwimmanzügen, mit denen beispielsweise Wasserdrücke am gesamten Körper, insbesondere an den vortriebswirksamen Flächen, gemessen werden könnten, wäre sehr interessant, antwortete Tomohiro Gonjo. Damit könnten die Kräfte, die am schwimmenden Menschen wirken, besser erfasst werden, um die Interaktion zwischen Schwimmer*innen und dem Wasser besser zu verstehen.
In dieser Folge sprechen wir das zweite Mal mit Dr. Alexander Törpel, dem Bundestrainer Diagnostik des DSV. Falls ihr Teil 1 (Folge 15) noch nicht gehört habt, holt das gerne noch nach, da dieser 2. Teil darauf aufbaut. Auch dieses Mal diskutieren Christoph Zinner und Lukas Mundelsee über einige Basics der Trainingssteuerung. Dieses Mal geht es insbesondere um die Seriengestaltung. Und wie am Ende der Folge erwähnt: Wir möchten Alex gerne ein drittes Mal einladen. Hierzu benötigen wir jedoch eure Unterstützung: Welche Fragen habt ihr an Alex? Schreibt sie uns an:
Alex' Buch gibt es z.B. hier: https://www.m-vg.de/riva/shop/article/24915-voll-im-takt-ausdauertraining-im-rhythmus-des-herzschlags/
Die beiden anderen Buchempfehlungen sind:
https://hiitscience.com/hiit-science-book-application/ sowie https://www.inigomujika.com/en/books/endurance-training-science-and-practice-2-edicion/
Und die erwähnte Studie ist diese hier:
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37369366/
Ergänzendes Krafttraining an Land ist im Leistungsschwimmen ein fester Bestandteil der Trainingsgestaltung. Schwimmen als Ausdauer determinierte Sportart legt diesbezüglich eine Kraftausdauer orientierte Schwerpunktsetzung nahe. Allerdings stützen Studien mit Schwimmer*innen, aber auch mit Sportler*innen aus anderen Sportarten diese Vorgehensweise nur unzureichend. In dieser Folge sprechen Lukas Mundelsee und Jannik Frank über mögliche Erklärungsansätze und Empfehlungen für die Krafttrainingsgestaltung im Schwimmsport. Darüber hinaus werden die Ergebnisse und Erkenntnisse einer zehnwöchigen Interventionsstudie (Kraftausdauertraining vs. Maximalkrafttraining) vorgestellt, die Jannik im Rahmen seiner Masterarbeit mit 18 Leistungsschwimmer*innen im Alter zwischen 13 und 26 Jahren durchführte. Aus den Ergebnissen geht hervor, dass sich die Teilnehmer*innen aus beiden Gruppen durch die Intervention signifikant in allen schwimmspezifischen Tests (Schwimmgeschwindigkeit; Antriebskraft) und Krafttrainingstests an Land verbesserten, wobei keinerlei signifikanten Gruppenunterschiede identifiziert werden konnten. Das subjektive Belastungsempfinden unterschied sich nur innerhalb der ersten zwei Wochen signifikant zwischen den Gruppen. Für die Bestätigung und weitere Erforschung der Studienergebnisse erscheinen größer angelegte Studien mit Testung weiterer physiologischer Parameter (z.B. Creatinkinase, Laktatspiegel) vielversprechend.
Der große Stellenwert von Feedback zur Leistungsverbesserung wurde bereits in Folge 12 unseres Podcasts hervorgehoben. Mit den besonderen Eigenschaften des Mediums Wassers gehen im Schwimmsport besondere methodische Herausforderungen einher, permanentes extrinsisches Feedback in Echtzeit zu ermöglichen. Eine interessante und vielversprechende Möglichkeit stellt das visuelle Feedback durch Spiegel am Schwimmbeckenboden dar. In dieser Folge ordnen Lukas Mundelsee und Benjamin Lück die Stärken, Schwächen und Herausforderungen dieser Feedbackmethode ein. Darüber hinaus werden die Ergebnisse und Erkenntnisse (z.B. geeignete Übungsformen) einer sechswöchigen Interventionsstudie mit Pre-Post-Kontrollgruppendesign zu diesem Thema vorgestellt, die Benjamin Lück im Rahmen seiner Masterarbeit mit jugendlichen Leistungsschwimmer*innen durchgeführte. Aus den Ergebnissen geht hervor, dass sich beide Gruppen (mit und ohne Spiegelfeedback) über den Interventionszeitraum hinweg bezogen auf die Schwimmgeschwindigkeit, den Stroke Index (vgl. auch Folge 11) und Technikaspekte verbesserten. Die Schwimmer*innen der Spiegelfeedback-Gruppe zeigte signifikante positive Verbesserungen bezogen auf die Kopfposition. Des Weiteren forderten die Teilnehmer*innen der Gruppe ohne Spiegelfeedback signifikant mehr Feedback durch den Trainer ein, was möglicherweise auf eine Trainerentlastung durch Spiegelfeedbacktraining hindeutet. Für die Bestätigung und weitere Erforschung der Studienergebnisse sind weitere und größer angelegte Studien erforderlich.
In dieser Folge sprechen wir mit Dr. Alexander Törpel, dem Bundestrainer Diagnostik des DSV. Christoph Zinner und Lukas Mundelsee diskutieren mit ihm über die Trainerausbildung in Deutschland und besprechen einige Basics der Trainingssteuerung, angefangen mit physiologischen Grundlagen, weiter über Intensitätsbereiche und Trainingszonen, bis hin zum Vergleich dreier Modelle der Intensitätsverteilung. Zudem gibt es Tipps für Trainerinnen und Trainer, wie sich die Trainingsbereiche der eigenen Sportler auch ohne aufwändige Laktatdiagnostik bestimmen lassen. Und wie der Titel dieser Folge schon verrät: Wir konnten Alex zu einer weiteren Folge gewinnen, in der wir die angesprochenen Intensitätsbereiche vertiefen und darüber sprechen werden, wie sich diese in konkrete Trainingsmethoden übersetzen lassen. Diese Folge erscheint voraussichtlich im August.
Mat-CAPs - das steht für "Maturity-based Corrective Adjustment Procedure", übersetzt also in etwa "Reife-basiertes Korrekturverfahren". Dabei handelt es sich um einen Vorschlag australischer Forscher, wie man Leistungen im Schwimmen durch eine statistische Prozedur im Nachhinein korrigieren kann, um potentiell fairere Vergleiche zwischen gleichaltrigen, aber biologisch/körperlich unterschiedlich reifen Sportlern ziehen zu können. Wie genau das funktoniert und ob das Wettkämpfe und andere Leistungsvergleiche im Schwimmen tatsächlich fairer macht, darüber diskutieren in dieser Folge Ilka Staub und Lukas Mundelsee.
Feedback gerne an:
bigpooltheory(at)dstv-schwimmtrainer.de
Links zu Mat-CAPs:
Website H2GROW: https://www.swimming.org.au/performance/athlete-resources/h2grow
Studien, auf die diese Folge beruht:
Regenerationsmaßnahmen sind im Leistungssport essenziell, um die persönliche sportliche Leistungsfähigkeit stabil und verletzungsfrei abrufen sowie steigern zu können.
Link zum Übersichtsbeitrag des Forschungsprojekts REGMan:
Wiewelhove, T., Schneider, C., Kellmann, M., Pfeiffer, M., Meyer, T., & Ferrauti, A. (2024). Recovery management in sport: Overview and outcomes of a nine-year multicenter research program. International Journal of Sports Science & Coaching, 0(0). https://doi.org/10.1177/17479541241227527
Feedback ist ein zentraler Bestandteil im Verlauf eines Lernprozesses, um einen wiederholten Soll-Ist-Vergleich herzustellen und die Motivation innerhalb des motorischen Lernens zu steigern. Die verschiedenen Feedback-Möglichkeiten bieten eine Vielzahl an Stellschrauben, mit denen individuell ein leistungsförderndes und motivationales Feedback gestaltet werden kann. Studienergebnisse zeigen, dass Faktoren wie Regelmäßigkeit, eine strukturierte Vorgehensweise durch die Trainerin / den Trainer und der zeitliche Zusammenhang zwischen Bewegungsausführung und Rückmeldung ausschlaggebend für erfolgreiches Feedback sind.
Literatur: Abel, L., Staub, I., & Bieder, A. (2020). Das Show-Room-Prinzip mit und ohne Videofeedback - individualisierte Schwimmtechnikvermittlung im Schul-, Breiten- und Leistungssport. In T. Vogt (Ed.), Vermittlungskompetenz in Sport, Spiel & Bewegung. Sportartspezifische Perspektiven. Meyer & Meyer.
Schwimmen gilt als eine der Technik-sensitivsten Sportarten der Welt. Aufgrund dieses hohen technischen Anspruchs ist es nach Maglischo (2003) die Aufgabe von Trainerinnen und Trainern, den Sportler:innen dabei zu helfen, das individuell optimale Verhältnis von Zuglänge und Zugfrequenz zu finden. Dies soll sie dazu befähigen, eine gewünschte Schwimmgeschwindigkeit mit dem geringsten Energieaufwand zu erreichen und demnach möglichst effizient zu schwimmen. Um die Effizienz der Schwimmtechnik zu überprüfen und zu beschreiben bzw. in Daten auszudrücken, wurden 1985 im Rahmen einer Untersuchung die Zuglänge und die Schwimmgeschwindigkeit erstmalig mit Hilfe einer Formel in Beziehung zueinander gebracht. Der errechnete Wert wurde als Stroke Index bezeichnet und wird bis heute in der Wissenschaft als Variable für die Effizienz der Schwimmtechnik genutzt. In dieser Folge spricht Ilka Staub mit Christian Landfried, dem Cheftrainer von Kopfsprung Köln und der sich in seiner A-Lizenz-Hausarbeit mit dem Stroke Index beschäftigt hat.
From the publisher's feed

3 Listeners

190 Listeners

6 Listeners

78 Listeners

71 Listeners

3 Listeners

4 Listeners

0 Listeners

325 Listeners

30 Listeners

93 Listeners

145 Listeners

5 Listeners

19 Listeners

0 Listeners