Ecce homo.
Seht, welch ein Mensch.
Schaut euch den an.
Ein römischer Hauptmann steht mit einem kleinen Trupp Soldaten an einer Hinrichtungsstätte. Sie schauen nach oben, wo einer der Verurteilten gestorben ist. Sie sind still geworden. Nachdenklich. Das ist sonst gar nicht so ihre Art. Eigentlich sind sie ja raue Burschen -- vom Krieg abgehärtet. Sie haben schon alles gesehen. Auch den Tod. Schon tausendmal. Das ist ihr Alltagsgeschäft.
Sicher, wahrscheinlich war keiner von ihnen glücklich, heute eine Hinrichtung bewachen zu müssen. Warum eigentlich? Was ist besonders an dieser Kreuzigung, anders als sonst? "Dies ist der König der Juden", steht in krudem Gekritzel auf einem Schild oben am Kreuz. Stimmt! Das war der Kerl! Vor ein paar Tagen hat der Pöbel ihn bejubelt, als er nach Jerusalem einzog. Wie einen König gefeiert haben sie ihn. Ein Revoluzzer also? Einer, der einen Umsturz plante? Wer weiß, was seine Anhänger noch im Schilde führen, nachdem er verhaftet und dem römischen Prokurator übergeben wurde. Also besser aufpassen, bis es vorbei ist. Sicher ist sicher.
Am Anfang hatten sie noch ihren Spaß mit ihm. Sie haben ihn geschlagen und verspottet -- aus dem erhofften König der Juden eine Witzfigur gemacht, mit Dornenkrone und irgendeinem roten Fetzen als Mantel. Er musste selbst sein Kreuz durch die Stadt schleppen. Um seine Kleider haben sie gewürfelt -- immerhin sollte auch für sie noch was rausspringen bei der ganzen Sache. Dann hing er da--der "König". Statt Wein gab es Essig zu trinken. "Bist du der König der Juden, so hilf dir selber!" Aber -- haha -- keine Hilfe kam.
Dann kam die sechste Stunde. Die Mittagszeit. Plötzlich wurde der Himmel dunkel. Von oben am Kreuz ertönt noch einmal ein letzter Schrei. Dass es ein Gebet war, aus dem 22. Psalm, werden sie nicht gewusst haben. "Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?" Und während er oben stirbt, bebt unten die Erde. Da lachen sie nicht mehr. Felsen zerreißen. Gräber brechen auf. Und sie merken im letzten Moment, dass das doch nicht nur ein verrückter Spinner gewesen sein kann.
"Wahrlich, dieser ist Gottes Sohn gewesen!"
Ecce homo.
Seht, welch ein Mensch.
Schaut euch den an.
Schaut euch den an! Kein schöner Anblick: Blutend und geschunden hängt er dort. Gestern noch hat er Passah gefeiert im Kreis seiner Jünger. Schon kurz danach ging es ihm nicht mehr gut. Zurückgezogen zum Gebet litt er da schon panische Todesangst, weil er ahnte, was jetzt kommen würde. Dann ging es Schlag auf Schlag. Mit Stöcken und Schwertern bewaffnet haben sie ihn im Garten geschnappt. Mitgeschleppt in das Haus des Hohepriesters. Ein Scheinprozess, reine Show, die bezahlten Belastungszeugen waren noch nicht einmal gut im Lügen. Egal. So ging es die Nacht durch. Zum Schlafen ist er sicher nicht gekommen. Gleich am Morgen zerren sie ihn vor den Prokurator, als Aufständischen. Das Geschrei der aufgewiegelten Menge ist unüberhörbar. "Kreuzige ihn!" Ausgepeitscht. Gequält. Die Krone mit den langen Dornen auf den Kopf gepresst. Das schwere Holzkreuz muss er quer durch Jerusalem schleppen in der beginnenden Hitze des Tages. Da ist er schon so ausgelaugt, dass er mehrfach zusammenbricht. Selbst die Soldaten sehen irgendwann ein, dass er es so nie auf den Hügel vor der Stadt schaffen wird. Ein anderer muss das Kreuz für ihn tragen.
Dann hängt er da. Nackt, Scham und Schande! Nägel durch Hände und Füße. Die Muskeln verkrampft. Das Gesicht vor Schmerz verzerrt. Der ganze Körper zittert. Nur noch Stöhnen, Schmerzen, ein paar hervorgestoßene Worte. Durst. Unbarmherzige Leidensqualen. Essig zu trinken. Folter pur.
Manche sind Tage so gehangen. Die Römer haben sich diese Strafe ganz bewusst für die Aufständischen ausgedacht und führen sie an gut sichtbaren Stellen durch, damit jeder, der es sieht, von auch nur dem Ansatz eines Widerstandsgedankens abgeschreckt wird. Es sind furchtbare Bilder.
Schaut euch den an!
Man will es gar nicht sehen. Man will nur noch wegschauen.
Schaut euch den an!
"Schaut euch den an!", rufen sie. Hat er sich nicht für etwas Besseres gehalten? Hat er nicht noch großspurig geprahlt, er wolle den Tempel abreißen und in drei Tagen wieder aufbauen? "Hilf dir selber, wenn du Gottes Sohn bist, und steig herab vom Kreuz!", rufen sie. Und lachen. War ja klar, dass nichts passiert.
"Schaut euch den an!", rufen sie, die Oberen, die feine Gesellschaft. Pharisäer, Schriftgelehrte, Priester. Wie haben sie sich gedemütigt gefühlt, als alle ihm nachliefen statt ihnen! Als er sie abkanzelte in der Öffentlichkeit! Bittere Rache haben sie schon lange geschworen. Und jetzt triumphieren sie: "Andern hat er geholfen und kann sich selber nicht helfen. Er ist der König von Israel, er steige nun herab vom Kreuz. Dann wollen wir an ihn glauben. Er hat Gott vertraut; der erlöse ihn nun, wenn er Gefallen an ihm hat; denn er hat gesagt: Ich bin Gottes Sohn." Ihre Worte triefen vor Ironie, vor Schadenfreude, vor Selbstgerechtigkeit.
Schaut euch den an: Dann seht ihr, wer er wirklich ist. Ein Betrüger. Ein Scharlatan. Wo ist denn jetzt der Gott, dessen Sohn er zu sein glaubte?
Selbst die Verbrecher, die mit ihm gekreuzigt werden, haben nur Spott für ihn. Dabei haben sie ja wirklich nichts zu lachen. Sie teilen sein Schicksal. Bald werden sie sterben. Aber der Blick auf sein Kreuz ist selbst in ihrer Lage noch Grund zum Hohn.
Schaut euch den an!
"Ecce homo.", sagt der römische Hauptmann.
Seht, welch ein Mensch.
Schaut euch den an.
"Wahrlich, dieser ist Gottes Sohn gewesen!"
Schaut euch den an. Ja, schaut ihn an!
Was seht ihr, wenn ihr ihn seht?
Was seht ihr, wenn wir uns in dieser Woche an sein grausames Sterben erinnern? Was seht ihr, wenn das Zeichen seines Foltertodes unsere Kirchen ziert, unsere Gesangbücher, manche Halskette gar? Was seht ihr, wenn ihr ihn anschaut an seinem Kreuz? Seid ihr empört? Verspürt ihr Ekel? Wollt ihr lieber wegschauen? Seid ihr ganz froh, dass hier im Raum nur ein symbolisches, leeres Kreuz hängt?
Schaut euch den an. Was seht ihr da?
Ortswechsel. Sicher vier Jahrzehnte später, vielleicht auch mehr. Eine Gemeinde im Lykostal in der heutigen Türkei hat Post bekommen. Jemand aus dem Umfeld des Apostels Paulus -- wer genau es war, darüber können wir höchstens spekulieren, schreibt einen Brief an die Gruppe, in deren Umfeld neuerdings seltsame Sonderlehren auftreten. Wer auch immer hier schreibt, möchte noch einmal klarstellen, was ganz wichtig ist im Glauben. Wer ganz wichtig ist. Jesus Christus nämlich. Der vom Kreuz. Das ist eigentlich nichts Neues. Das wissen sie längst. Vielleicht ist es aber zu sehr in Vergessenheit geraten. Andere Dinge sind wichtiger geworden. "Back to the roots", sozusagen. Zu den Grundlagen des Glaubens. Zum Kreuz.
Der Autor des Briefs tut das, indem er bekannte Worte ins Gedächtnis ruft. Ein Lied, das sie alle kennen. Das sie alle schon gesungen haben. Wir kennen die Melodie längst nicht mehr, sonst würde ich es euch vorsingen. Uns bleiben nur die Worte, aus dem 1. Kapitel des Kolosserbriefs:
13 Er hat uns errettet aus der Macht der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich seines geliebten Sohnes, 14 in dem wir die Erlösung haben, nämlich die Vergebung der Sünden. 15 Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene vor aller Schöpfung. 16 Denn in ihm ist alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder Mächte oder Gewalten; es ist alles durch ihn und zu ihm geschaffen. 17 Und er ist vor allem, und es besteht alles in ihm. 18 Und er ist das Haupt des Leibes, nämlich der Gemeinde. Er ist der Anfang, der Erstgeborene von den Toten, auf dass er in allem der Erste sei. 19 Denn es hat Gott gefallen, alle Fülle in ihm wohnen zu lassen 20 und durch ihn alles zu versöhnen zu ihm hin, es sei auf Erden oder im Himmel, indem er Frieden machte durch sein Blut am Kreuz. (Kolosser 1,13-20)
Jahrzehnte sind vergangen. Längst hängt er nicht mehr am Kreuz. Im Gegenteil: Dass es überhaupt Christ:innen gibt, eine wachsende Bewegung quer durch das römische Reich und darüber hinaus, liegt daran, dass man bezeugt: Er ist auferstanden! Er blieb nicht am Kreuz. Er blieb nicht im Grab. Er lebt. Das ist es, was seine Anhänger:innen motiviert.
Jahrzehnte vergangen. So viel schönere Bilder, von der Auferstehung am Dritten Tag. Und trotzdem ist es immernoch präsent, dieses Kreuz. Man kommt nicht drumrum. Immer wieder heißt es, zurückgehen hinter Ostern, nicht nur Auferstehung, sondern diese schrecklichen Bilder wieder neu vor Augen zu haben.
Schaut euch den an.
Dürfte man da nicht endlich den gnädigen Mantel des Schweigens drüberlegen? Dürften die grausamen, blutrünstigen Bilder nicht sanft in der Dunkelheit seines Sterbemoments verschwinden, um dann übermalt zu werden von den hellen, frohen Bildern des Ostermorgens?
"Nein", sagt der Briefschreiber. Auf keinen Fall! Ihr müsst hinschauen. Ihr müsst die Finsternis begreifen, die da herrscht. Denn nur wenn ihr euch den Bildern der Finsternis aussetzt, begreift ihr, wo ihr herkommt. Ihr wart ja die, die in der Finsternis waren. Das Böse hatte euch fest in der Hand. Ihr wart gefangen in Zwängen, in falschen Wegen, in Lebensentwürfen ohne Zukunft und ohne Hoffnung. Ihr wart in der Sackgasse eurer eigenen Wege ohne Gott. Ihr wart in der Finsternis. Und dort am Kreuz, da hat Gott euch herausgeholt. Der, der da hängt, ist euch die Brücke geworden -- heraus aus der Finsternis, aus der Hoffnungslosigkeit, aus der Sackgasse. Heraus aus den Fängen des Bösen hat Gott euch geholt und "hineinversetzt in das Reich seines geliebten Sohnes, in dem wir Erlösung haben, nämlich die Vergebung der Sünden."
Schaut euch den an.
Seht ihr den "geliebten Sohn", der dort für euch sein Leben gibt?
"Das ist mein geliebter Sohn. An ihm habe ich Wohlgefallen!", hat ganz am Anfang der Evangelien die Stimme Gottes über ihm ausgerufen. Bei seiner Taufe am Jordan war das, an einem hellen, fröhlichen Tag, als der Geist Gottes sichtbar auf ihn kam in Gestalt einer Taube. "Das ist mein geliebter Sohn". Ja, so stelle ich mir das vor! Und die, die dabei waren, waren rasch überzeugt, als er anfing, durch das Land zu ziehen, Blinde und Lahme zu heilen, Tote aufzuerwecken und allen das anbrechende Gottesreich zu verkünden. So sieht doch Evangelium aus!
Schaut euch den an. Den vom Kreuz. Den am Kreuz.
Was seht ihr da?
Seht ihr mehr als das Häufchen Elend, den letzten Rest dessen, was mal ein Menschenleben war, gefoltert und zerstört und nur noch ein Haar breit vom Tod entfernt?
Schaut euch den an.
"Das ist mein geliebter Sohn. An ihm habe ich Wohlgefallen!"
Schaut euch den an.
In ihm öffnet Gott das Tor aus der Finsternis hinein in das Reich von Vergebung und Versöhnung!
Schaut euch den an!
"Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes", schreibt der unbekannte Briefautor.
Das Ebenbild Gottes. Sieht so Gott aus?
"Schaut euch den an", haben sie damals gerufen, rund um ihn herum. Wo ist jetzt sein Gott? Wo ist jetzt der, auf den er immer vertraut hat? Schreit er nicht selbst: "Warum hast du mich verlassen?" Ist das nicht ein klares Zeichen, dass er gescheitert ist?
Schaut euch den an. In ihm hängt Gott selbst an diesem Kreuz. Er ist nicht fern. Er ist nicht weg. Das ist sein Sohn, der da hängt, untrennbar verbunden mit dem Vater. Vater, Sohn und Heiliger Geist, eins von Ewigkeit her. Er ist doch da. Er hängt doch da, vor euren Augen.
Schaut euch den an. Seht ihr ihn nicht?
"Er ist der Erstgeborene vor aller Schöpfung.", schreibt der Briefautor. "Denn in ihm ist alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder Mächte oder Gewalten; es ist alles durch ihn und zu ihm geschaffen."
Schaut euch den an! Der Schöpfer selbst hängt hier am Kreuz. Der Unendliche. Der Unfassbare. Der, von dem alles kommt. Das Meer. Die Berge. Die schönen Sonnenaufgänge. Die Blumen. Die Schmetterlinge. Die gigantischen Weiten des Universums. Das blaue Himmelszelt an einem Sommermorgen. Der atemberaubende Sternenhimmel in einer klaren Winternacht. Die wunderbar weiche Haut eines Babies. Die unendliche Tiefe einer Umarmung. Meine Frau und meine Kinder. Alles, was das Leben schön macht. Du. Und ich. Durch die Hände, die das alles gemacht hat, hat man mit grausamen Hammerschlägen Nägel getrieben. Die Füße, auf denen er zu uns kam, hat man ans raue Holz geheftet.
Schaut euch den an!
"Alles ist in ihm und zu ihm geschaffen."
Schaut euch den an!
"Er ist vor allem, und alles besteht in ihm."
Schaut euch den an: Alles ist in ihm.
Alles hängt mit ihm dort am Kreuz.
Schaut euch den an: Könnt ihr es sehen? Erkennt ihr, dass er alles dort mit sich trägt?
Schaut euch den an: Begreift ihr, was dort alles hängt?
All der Schrecken der Erde. Alles Leid was geschieht. Alles Kaputte und Kranke. Die Toten von Hiroshima und Nagasaki, von Auschwitz und Buchenwald, von Butscha und Bachmut, die Erdbebenopfer aus der Türkei und Syrien, die toten Kinder von Freudenberg und Wunsiedel, und die, an ihrem Tod schuld sind auch. Sinnlos an Krankheiten gestorbene; Kinder, Frauen und auch Männer, die zu Hause Gewalt erleiden; traumatisierte Opfer von Missbrauch; Menschen, die aus ihrer Heimat fliehen mussten; Einsame; Kranke; Obdachlose; Verzweifelte. "Alles ist in ihm." Alle unsere Mitgeschöpfe mit dazu, aller Lebensraum der zerstört ist, alle Zukunftsperspektiven, die finster aussehen. "Alles ist in ihm." Ich. Du. Die dunkelsten Ecken unserer Herzen, unsere schlimmsten Gedanken, unsere heimlichen Zweifel, das, was keiner wissen darf. "Alles ist in ihm."
Schaut euch den an: Begreift ihr, dass er das alles mit ans Kreuz trägt?
Schaut euch den an!
"Denn es hat Gott gefallen, alle Fülle in ihm wohnen zu lassen und durch ihn alles zu versöhnen zu ihm hin, es sei auf Erden oder im Himmel, indem er Frieden machte durch sein Blut am Kreuz."
Schaut euch an!
Schaut in den Spiegel, wenn ihr nachher nach Hause kommt. Was seht ihr da?
Seht ihr mehr als Runzeln und Flecken? Seht ihr sein Zeichen auf euch?
Ihr seht da versöhnte Menschen. Ihr seht fehlerhafte Menschen, deren Verfehlungen vergeben sind. Ihr seht von Gott geliebte Menschen. Teil, seines Reiches des Friedens und der Gerechtigkeit. Ihr seht euch selbst, im Licht, in einem neuen Licht, in dem ihr euch nur sehen könnt weil er dort hing -- dort am Kreuz. Seht ihr ihn in euren Gesichtern? Seht ihr ihn in eurem Leben? Ist es nicht das, was er mit euch geteilt hat?
Schaut euch um!
Schaut euch die Menschen an hier im Raum, und die Menschen, denen ihr draußen begegnet: die Kollegen, die Nachbarin, die hinter dem Vorhang hervorschaut, den Typ, der euch am Supermarkt den Parkplatz wegschnappt. Seht euch die Welt an: Seht ihr ihn? Seht ihr mehr als Menschen mit all ihren Einschränkungen und Schwächen?
Schaut euch um: Ihr seht versöhnte Menschen. Ihr seht eine versöhnte Welt. Ihr seht die, mit denen Gott Frieden machte durch das Blut von ihm dort an dem Kreuz.
"Denn es hat Gott gefallen, alle Fülle in ihm wohnen zu lassen und durch ihn alles zu versöhnen zu ihm hin, es sei auf Erden oder im Himmel, indem er Frieden machte durch sein Blut am Kreuz."
Seht ihr ihn, wenn ihr euch umschaut?
Seht ihr Versöhnung und Frieden?
Nein? Dann schaut ihn an! Schaut ihn an und entdeckt ihn in euch und in eurer Welt.
Meint ihr, die anderen wissen das alle?
Nein? Dann schaut ihn an! Und dann geht und lebt als Menschen, in deren Leben man ihn sehen kann.
Schaut euch den an!
Schaut ihn euch an. Prägt euch sein Bild ein. Vergesst es nicht. Lasst es nie wieder aus eurem Blick schwinden. Seht die Welt mit der Brille des Gekreuzigten. Seht die Welt, die er mit Gott versöhnt hat und die unauslöschlich für immer die Spuren seines Kreuzes trägt.
Schaut euch den an!
Hier. Heute. Wenn er euch wieder begegnet, in Brot und Wein. Gebrochen, verteilt. Für euch. Wie dort am Kreuz. Lasst euch stärken von ihm. Nehmt ihn in euch auf. Tragt ihn mit euch zu allen Zeiten, so dass ihr nie lang zu suchen braucht, um ihn zu sehen.
Schaut euch den an!
Es gibt nichts, was ihr dringender sehen müsstet als ihn. Genau da. Am Kreuz.
"Denn es hat Gott gefallen, alle Fülle in ihm wohnen zu lassen und durch ihn alles zu versöhnen zu ihm hin, es sei auf Erden oder im Himmel, indem er Frieden machte durch sein Blut am Kreuz."
Das müsst ihr gesehen haben.
Amen.