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Eigentlich wollte Thomas Krüger im Jahr 2016 nur Urlaub in Paris machen, doch dann entdeckte er am Flughafen ein Klavier. Er setzte sich hin und spielte einfach drauflos: ein Meadley aus bekannten Pop-Songs. Seine Mutter filmte ihn dabei und stellte das Video online. Es ging viral und machte den Berliner zu Deutschlands bekanntestem Piano-YouTuber.
Inzwischen hat sein Kanal "Mr. Pianoman" fast eine Million Abonnenten und Thomas Krüger gibt Konzerte. Nach wie vor improvisiert er gern auf öffentlichen Klavieren, auch in Marzahn, dem Bezirk, in dem er aufgewachsen ist und dem er sich sehr verbunden fühlt. Matthias Bertsch hat mit ihm gesprochen.
Ob Theater mit Demenzerkrankten, Aufführungen in Nachbarschaftszentren oder ein Projekt an dem sich eine migrantische Familie mit einem behinderten Kind beteiligt - die Theaterpädagogin Hülya Karçi empfindet ihre Arbeit als politisch. Denn ihr geht es darum, das Miteinander der Menschen und ihr Interesse aneinander zu stärken, weil sie beobachtet, dass dies in der Gesellschaft zunehmend verloren geht. Schon als junge Frau engagierte sich Hülya Karçi politisch in der Türkei und wurde deswegen inhaftiert. "Das Leben ist politisch!", sagt sie. Seit über 25 Jahren lebt und arbeitet sie in Berlin. Über Vertrauen und Hartnäckigkeit als Basis für ihre kreative Arbeit hat Katrin Heise mit ihr gesprochen.
Das Prinzip Telefonseelsorge ist einfach: Wer ein Gespräch braucht, warum auch immer, ruft an. Am anderen Ende nimmt auf jeden Fall jemand ab und hat Zeit: Manchmal für konkrete Ratschläge, vor allem aber zum Zuhören, auch wenn der Kontakt anonym und flüchtig ist. Uwe Müller gründete 1988 im damaligen Ost-Berlin die kirchliche Telefonseelsorge Berlin-Brandenburg und leitete sie fast 40 Jahre lang. Kirsten Dietrich hat mit ihm gesprochen.
Als einer der drei Gründer des renommierten Architekturbüros GRAFT setzt sich Thomas Willemeit für große Projekte ein. Er möchte das Internationale Congress Centrum ICC zur größten Elektro-Ladestation Berlins weiterentwickeln und die Weltausstellung EXPO 2035 nach Berlin holen. Sein architektonisches Denken sei musikalisch geprägt, sagt er. Willemeit spielt Geige, singt im Chor und hat selbst Chöre gegründet. Über seine Visionen für Berlin und die Verbindung von Musik und Architektur hat Britta Bürger mit ihm gesprochen.
"Dabei sein und nicht schweigen" – das ist der Titel der bislang größten institutionellen Einzelausstellung der Künstlerin Gabriele Stötzer, die ab dem Sommer im Berliner Gropius Bau zu sehen sein wird. 1976 hatte die Studentin in der DDR gegen die Exmatrikulation eines Kommilitonen und die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann protestiert.
Als sie sich im Verhör der Stasi weigerte "tätige Reue" zu zeigen, wurde sie zu einem Jahr Haft verurteilt. Nach ihrer Entlassung war sie mit Texten, Videoinstallationen und Skulpturen in der Untergrundkultur der DDR aktiv. Bis heute nimmt sie mit ihren Werken zu gesellschaftlichen Fragen Stellung.
Auf den Schauplätzen der Polarisierung kennt sich die Journalistin Gilda Sahebi aus, unter anderem als häufiger Gast in politischen Talkshows. In ihrem neuen Buch "Verbinden statt spalten" beschreibt sie, was wir uns mit der Aufspaltung in Meinungslager bei Themen wie Sozialleistungen, Migration oder Krieg und Frieden antun.
Gilda Sahebi sucht nach Mitteln gegen die Polarisierung und macht selbst einen Anfang, indem sie in ihren Texten den verschiedenen Seiten einer Geschichte Raum gibt, auch gegen ihre eigenen politischen Sympathien. Und sie erzählt von der Erfahrung, die wir alle in unserem Alltag machen können: Dass uns mehr verbindet als uns trennt.
Frank Meyer hat mit Gilda Sahebi gesprochen.
In der Food-Szene ist es eine kleine Sensation: Seit zwei Jahren betreiben Mical Rosenblat und Karl-Louis Kömmler das kleine Restaurant „Loumi“ in Berlin-Kreuzberg, und obwohl beide gastronomische Autodidakten sind, haben sie in diesem Jahr von dem renommierten Restaurant-Führer „Guide Michelin“ ihren ersten Stern bekommen. Britta Bürger hat mit Mical Rosenblat und Karl-Louis Kömmler darüber gesprochen, was ein exzellentes Restaurant ausmacht, wie der Stern ihre Arbeit verändert und über die Liebe zu gutem Essen.
Manchmal ist es eine Nachbarin, manchmal ein Lehrer oder die ältere Cousine: Ein Mensch, der einem orientierungslosen Jugendlichen zuhört und einen Anstoß zur Entwicklung gibt. Für den jungen Burak Caniperk war es ein Lehrer, der sich für ihn Zeit nahm und ihm den Mut gab, sich an einen besseren Schulabschluss zu wagen. Inzwischen ist Burak Caniperk Streetworker in Berlin und will für die Jugendlichen auch so ein Mensch sein, der mit Respekt auf sie zugeht. Er will keine Jugendlichen an Hoffnungslosigkeit, Drogen oder Kriminalität verlieren, sagt er. Den Kontakt zu ihnen findet er nicht nur auf der Straße, sondern auch im Netz und über den Hiphop. Katrin Heise spricht mit Burak Caniperk über Chancen, Geduld und Sparzwänge. Eine Wiederholung vom 25. Mai 2025.
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