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Fred Jacob ist einer der letzten Korbmachermeister. In seinem Laden in Berlin-Prenzlauer Berg hat er in dritter Generation Körbe geflochten, Thonet-Stühle repariert und Kunstobjekte aus Rattan und Binsen hergestellt. Doch nach über 40 Jahren hat er seinen Laden geschlossen und ist nach Brandenburg umgezogen, wegen der steigenden Mieten, und weil er sich als Handwerker im Prenzlauer Berg „wie ein Außerirdischer“ gefühlt hat. Fred Jacob ist 66 Jahre alt, aber an die Rente denkt er noch nicht. Er möchte arbeiten, solange er kann, sagt er im Gespräch mit Matthias Bertsch.
Regina Schilling befragt mit ihren Filmen die deutsche Geschichte und zugleich ihre eigene Biografie. In ihrem neuen Dokumentarfilm widmet sie sich der Schriftstellerin, die ihr als junge Leserin die Augen öffnete: "Ingeborg Bachmann. Jemand, der einmal ich war". Für diesen Film hat sie intensiv mit der Schauspielerin Sandra Hüller zusammengearbeitet. In früheren Projekten hatte die Dokumentarfilmerin westdeutsche Fernsehshows ihrer Kindheit untersucht, aber auch Künstler wie Joseph Bierbichler oder Igor Levit portraitiert. Britta Bürger hat mit Regina Schilling gesprochen.
Stricken boomt: Auf rund 400 Millionen Euro wird der Umsatz allein mit Strick- und Häkelgarnen geschätzt. Marisa Nöldeke erwirtschaftet mit ihrem Online-Shop "Maschenfein" einen einstelligen Millionenanteil. Doch Stricken ist für sie mehr als ein Geschäft, sagt sie: denn wer strickt, vernetzt sich mit anderen. Und das Stricken hat ihr dabei geholfen, mit einem Schicksalsschlag umzugehen. Kirsten Dietrich hat mit Marisa Nöldeke gesprochen.
Als Hebammenschülerin empfand Gerlinde Skupin die Situation für Frauen im Kreissaal oft als entwürdigend. Deswegen hat sie sich vor 35 Jahren entschieden, sich als Hausgeburtshebamme selbständig zu machen. Seitdem begleitet sie in Berlin vor allem Frauen, die ihr Kind zu Hause zur Welt zu bringen möchten, wenn keine vorhersehbaren Komplikationen drohen.
Denn eine Geburt ist keine Krankheit, sondern etwas Natürliches und muss deswegen nicht in einer Klinik stattfinden. Matthias Bertsch hat mit Gerlinde Skupin darüber gesprochen, warum Gebären das Überschreiten einer Grenze bedeutet, wie sie die Geburt ihres eigenen Sohnes erlebt hat und was es für ihre Familie bedeutet, immer abrufbereit zu sein.
Mit seinen geflogenen Kilometern könnte Albrecht Broemme mehrmals die Erde umrunden: Als Präsident des Technischen Hilfswerks (THW) arbeitete er in den Flüchtlingslagern in Jordanien, im vom Erdbeben zerstörte Haiti und nach der großen Flut im Ahrtal. Schon als Schüler hatte sich Albrecht Broemme beim THW engagiert, später bei der Freiwilligen Feuerwehr. Auch sein Vater war Nothelfer. Er nahm den Jungen mit zu schweren Autounfällen, um ihn "an den Anblick von Leichen zu gewöhnen", sagt Broemme heute.
Als Präsident des THW hat Albrecht Broemme sich für die psychologische Hilfe für Helfende eingesetzt. Das Leid, das er weltweit gesehen hat, relativiert für ihn so manche Sorge in Deutschland. Auch im Ruhestand ist es ihm wichtig, sich auf Krisen und Katastrophen vorzubereiten. Katrin Heise hat mit ihm gesprochen.
Sein Engagement für Gerechtigkeit gehört für Fabian Retschke untrennbar zu seinem Glauben. In Dresden geboren und in Wittichenau in der sorbischen Oberlausitz aufgewachsen, wurde er einer katholischen Familie groß und wollte schon als Jugendlicher Priester werden. Im Theologiestudium lernte er die Jesuiten kennen und trat 2017 in die Gesellschaft Jesu ein. Nachdem zwei Jahren in der Jugendarbeit des Canisius-Kollegs in Berlin promovierte er in Bogotá, Kolumbien. Seit 2025 ist er Kaplan im Berliner Südwesten und Mitarbeiter des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes Deutschland. Vera Kröning-Menzel hat mit Pater Fabian Retschke über seine Arbeit mit Geflüchteten, seine Berufung und seinen Glauben gesprochen.
Am 14. Februar 2026 starb die Künstlerin Henrike Naumann überraschend im Alter von 41 Jahren, da war sie mitten in der Vorbereitung der Gestaltung des Deutschen Pavillons der Kunstbiennale in Venedig. Posthum wurde der Pavillon unter dem Titel ‚Ruin’ in Zusammenarbeit mit Naumanns Studioteam, der Künstlerin Sung Tieu und Kuratorin Kathleen Reinhardt fertiggestellt. Bekannt geworden war die in Zwickau aufgewachsene Henrike Naumann mit raumfüllenden Möbelinstallationen. Ihr zentrales Thema war lange die deutsche Geschichte, insbesondere die Radikalisierung nach rechts. Seit 2021 hatte Henrike Naumann mehrfach in der Ukraine gearbeitet, interessiert an der Rolle der Kunst in Zeiten des Krieges. Zur Eröffnung der Biennale von Venedig wiederholen wir ein Gespräch, das Britta Bürger im Januar 2024 mit der Künstlerin geführt hat.
Sie war eine geschätzte und vielfach ausgezeichnete Zeitzeugin, die in Schulklassen von ihrem Leben erzählte: Als Einzige ihrer jüdischen Familie hatte Margot Friedländer den Holocaust überlebt. Mehrfach war sie der Gestapo entkommen, dann wurde sie nach Theresienstadt deportiert. 1946 wanderte sie mit ihrem Mann in die USA aus.
Doch nach über 60 Jahren kehrte Margot Friedländer aus New York in ihre Heimatstadt Berlin zurück, um hier zu leben, sich als Zeitzeugin zu engagieren und ihre Botschaft "Seid Menschen!" zu verkünden. Kurz nach ihrem Umzug hat Magdalena Kemper mit ihr über Mut, Trauer und den unbedingten Wunsch, leben zu wollen, gesprochen.
Eine Wiederholung vom 31. Juli 2010, anlässlich des ersten Todestags von Margot Friedländer am 9. Mai 2026.
Die Diakonie gehört zu den größten Arbeitgebern in Deutschland: Rund 687.000 Hauptamtliche und etwa 700.000 Ehrenamtliche sind in den Einrichtungen des evangelischen Wohlfahrtsverbands beschäftigt. Seit 2024 ist der Theologe Rüdiger Schuch Präsident der Diakonie und in dieser Funktion vor allem dafür zuständig, die Interessen des Verbandes in Politik und Gesellschaft zu vertreten. Welchen Einfluss er hat, warum Kirche und Diakonie ein eigenes Arbeitsrecht haben und welche Herausforderungen er für den Sozialstaat mit Blick auf die aktuellen Krisen sieht, darüber spricht Rüdiger Schuch mit Ulrike Bieritz.
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