Wachsam blicken wir - über unseren Mundschutz hinweg - auf das Corona-Virus, das wir zwar nicht sehen können, dessen Wirkung aber unsere volle Aufmerksamkeit auf sich zieht. Und verlieren prompt vieles aus dem Blick. Skandale z.B., die uns vor Corona ein Dorn im Auge waren und die wir eigentlich weiter beobachten müssten. Da ist eine (inzwischen ehemalige) Verteidigungsministerin schon vor langer Zeit in die Defensive geraten - wegen dubioser Beraterverträge ihres Ministeriums. Aber sie - Ursula von der Leyen - steht inzwischen an der Spitze der EU-Kommission, und was sie dort macht, verdient übrigens auch einen wachsamen Blick. Da ist ein (immer noch amtierender) Verkehrsminister - Andreas Scheuer - hohe finanzielle Verpflichtungen eingegangen, gegenüber Firmen, die eine PKW-Maut eintreiben sollten, die es gar nicht geben wird. Wird diese Affäre nun - statt weiter untersucht zu werden - in der Versenkung verschwinden? Da müssen sich Menschen vor Gericht verantworten, weil sie womöglich mit schuldig sind an der Massenpanik bei der Loveparade, die viele Menschen das Leben gekostet hat. Aber der Prozess gegen sie steht nun vor dem Aus. Und was wird eigentlich aus dem Kampf für mehr Klimaschutz, wenn es wegen Corona keine Fridays for Future-Demos mehr geben darf? "Stimmt, da war doch was!" So erinnern wir uns zwischen Isolation im Homeoffice und Maskerade im Supermarkt. Oder wir erinnern uns eben nicht. Und nutzen damit denen, die nur allzu gern unter den Mantel des Vergessens schlüpfen.