Konsequent sei der Rücktritt gewesen, heißt es, doch damit hinterlässt Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi nicht nur eine Lücke, sondern auch viel Ungewissheit. Schlägt jetzt die Stunde für Ex-Komiker Beppe Grillo und seine Fünf- Sterne-Bewegung? Folgt auf die Ablehnung der geplanten Verfassungsreform eine Absage an die EU? Zumindest hat es den Anschein, dass ein neuer Regierungschef, will er weitere Wahlen gewinnen, sich gegen Europa aussprechen muss. Dabei hat Italien ganz andere Probleme zu bewältigen. Die Wirtschaft stagniert, das Nord-Süd-Gefälle wird immer drastischer und die Flüchtlinge, die in Lampedusa landen, bleiben eine Herausforderung für Italien, auch wenn sie dort gar nicht bleiben wollen. Renzis Versuch, Italien handlungsfähiger zu machen, ist beim Referendum gescheitert und durch seinen Rücktritt ins Gegenteil umgeschlagen. Und wo die klare Linie fehlt, da treten Populisten mit ihren "einfachen" Lösungen auf den Plan. Sind Renzi und seine Verfassungsreform also die ersten Dominosteine gewesen, die am Ende noch mehr zu Fall bringen könnten?