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Vor 21 Jahren startete die erste Staffel der „Stromberg“-Serie, nach fünf Staffeln und einem Kinofilm im Jahr 2014 treffen sich nun Bernd Stromberg und seine Kollegen Ulf, Tanja, Ernie und weitere wieder, jedoch nicht im Büro der Capitol-Versicherung, sondern auf dem Studiogelände eines Fernsehsenders, der eine Wiedersehensshow mit den Protagonisten inszenieren will. Das Drehbuch stammt erneut von Ralf Husmann, was tatsächlich verwunderlich ist, denn er entscheidet sich für eine völlig falsche Prämisse. Gierig will „Stromberg – Wieder alles wie immer“ den Zeitgeist aufsaugen und glaubt, sich in den Kulturkampf begeben zu müssen. Nach dem Motto: So etwas kann man ja heute wohl nicht mehr machen/sagen!? Dabei war die Serie nie anti-woke und die alten Folgen sind keineswegs schlecht gealtert. Bemerkenswert ist auch, dass die Parallelen zu Kanzler Friedrich Merz überdeutlich sind, der Film sich jedoch an dieses heiße Eisen nicht heranwagt. Im Gegenteil: Stromberg soll nun zum Vorbild für die deutsche Politik werden. Mehr dazu von Wolfgang M. Schmitt in der Filmanalyse!
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Wenn Regisseure zu den Sternen blicken, glauben sie häufig, philosophisch werden zu müssen. Leider! Wir erlebten das etwa in „Ad Astra“ oder „Gravity“ – und immer wieder müssen familiäre Probleme bekakelt werden. So ist es auch bei George Clooney und seinem #Netflix-Film „The Midnight Sky“, in dem der Schauspieler auch die Hauptrolle übernimmt. Als einsam in der Arktis, in einer Wetterstation zurückgebliebener Astronom Augustine Lifthouse erwartet er vom Leben nicht mehr viel, er ist schwerkrank. Wir schreiben das Jahr 2049, eine Katastrophe, die nur angedeutet wird, hat dafür gesorgt, dass die Erde unbewohnbar ist. Schon eine Weile suchte die Menschheit nach einer Exit-Strategie, und eine Weltraummission kehrt gerade von K23, einem neu entdeckten Mond, mit der Erkenntnis zurück, dass nicht nur auf dem blauen Planeten Leben möglich ist. Neben diesen beiden Ebenen gibt es noch eine dritte, die in Lifthouses Vergangenheit angesiedelt ist. Wir lernen einen passionierten Forscher kennen, der – es lebe das Klischee – aber seine Familie vernachlässigt und nie eine richtige Beziehung zu seiner Tochter aufgebaut hat. Dies kann er – verschoben – in der Gegenwart nachholen, da Lifthouse in der Wetterstation plötzlich von einem kleinen Mädchen überrascht wird, das sich versteckt hatte. „The Midnight Sky“ ist #ScienceFiction-Film und #Dystopie, er will ein existentielles Drama und ein gesellschaftspolitischer Diskursfilm voller Rührseligkeit sein – nichts davon gelingt. Stattdessen sehen wir den bildgewordenen „Jargon der Eigentlichkeit“. Mehr dazu von Wolfgang M. Schmitt im Video!Literatur:Theodor W. Adorno: „Der Jargon der Eigentlichkeit“, in: Ders.: Gesammelte Schriften, Band 6, Suhrkamp.
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Der Regisseur Lars Jessen ist mit Robert Habeck befreundet und wurde von diesem eingesetzt, um als PR-Berater bzw. Wahlkampfstrategie den Wahlkampf für Kanzlerkandidat Habeck 2024/2025 zu gestalten. Mitgenommen hat Jessen dabei ein Filmteam und ordentlich Filmförderung, um jetzt das Ergebnis unter dem Titel „Jetzt. Wohin.“ zu präsentieren. Es ist das gruselige Selbstgespräch eines Milieus, das nur noch über Narrative nachdenken will, aber nicht mehr über Politik. Alles wird gefühlig, vieles erinnert an den gescheiterten Wahlkampf von Kamala Harris. Filmisch hat der Dokumentarfilm, der Habeck vor und nach Auftritten zeigt oder Talking Heads präsentiert oder Ausschnitte aus Social Media und dem TV einblendet, nichts zu bieten. Inhaltlich ist es ein Offenbarungseid. Mehr dazu von Wolfgang M. Schmitt in der Filmanalyse!
Literatur:
Oliver Marchart: Das unmögliche Objekt. Eine postfundamentalistische Theorie der Gesellschaft. Suhrkamp.
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Kreativ, unkonventionell, irgendwie anders: #Pixarfilme sind hübsche Feigenblätter für den übermächtigen #Disney-Konzern, der seine nicht gerade von Film- und Kinoliebe zeugende Strategie für die nächsten Jahre im vergangenen Monat seinen Investoren vorgestellt hat (darüber spreche ich ausführlich mit Stefan Schulz im Podcast DIE NEUEN ZWANZIGER: https://neuezwanziger.de/2020/12/droh.... Das Kino spielt eigentlich nur noch eine Nebenrolle, entscheidend ist das Streaming-Angebot von #Disneyplus. Dort ist nun auch „Soul“ von Pete Docter („Alles steht Kopf“ – FILMANALYSE: • ALLES STEHT KOPF - Kritik & Analyse 9) zu sehen. Der Jazz-Pianist Joe Gardner, der auf einen Brotjob als Musiklehrer angewiesen ist, hat nach vielen kargen Jahren endlich Aussicht auf eine Karriere. Doch kurz vorher gelangt er aufgrund eines Unfalls in das ominöse „Davorseits“, das von Seelen bevölkert wird, die bald auf die Erde sollen, aber zunächst ihre Persönlichkeit ausbilden müssen. Joe Gardner soll als Mentor für Seele 22 fungieren, doch das ist ein verzwickter Fall, denn 22 möchte gar nicht leben, sondern lieber ewig in den Gewohnheiten und Routinen des „Davorseits“ verharren. Wir sollten den Film, auch wenn er es uns nahelegt, nicht so sehr als Selbstfindungstrip rezipieren, vielmehr geht es um unser Verhältnis als Zuschauer zu Film und Wirklichkeit. Mehr dazu von Wolfgang M. Schmitt im Video!
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Derek Cianfrance, der Regisseur hervorragender Filme wie „Blue Valentine“ und „The Place Beyond The Pines“, erzählt mit „Der Hochstapler – Roofman“ eine wahre Geschichte: Sie handelt von einem Mann namens Jeffrey Manchester, der nach seiner Zeit beim Militär 45 McDonald’s-Filialen in North Carolina überfiel, um das Geld aus dem Nachttresor zu stehlen. Dabei bleibt er den McDonald’s-Mitarbeitern als höflicher Dieb in Erinnerung, der niemandem weh tun möchte. Als Jeffrey erwischt wird und er für Jahrzehnte ins Gefängnis gesperrt wird, scheint seine Glückssträhne vorbei zu sein. Jedoch gelingt ihm die Flucht – nicht jedoch in weite Ferne, stattdessen versteckt er sich für Monate in einem Toys “R” Us. Channing Tatum spielt diesen netten, charmanten und tieftraurigen Räuber sensationell. „Roofman“ handelt jedoch kaum von Hochstapelei, wie der deutsche Titel fälschlicherweise ankündigt, sondern von Entfremdung im Kapitalismus. Mehr dazu von Wolfgang M. Schmitt in der Filmanalyse!
Literatur:
Karl Marx. Das Kapital. Bd. 1.
Sabine Nuss: Keine Enteignung ist auch keine Lösung. Erweiterte Fassung: Wessen Freiheit, welche Gleichheit? Das Versprechen einer anderen Vergesellschaftung. Dietz Verlag Berlin.
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Slavoj Žižek ist einer der prominentesten Philosophen der Welt. Sein kontraintuitiver Blick beschränkt sich nicht allein auf Tagespolitik oder akademische Diskurse, er betrachtet so auch Filme. Die Dokumentarfilme von Sophie Fiennes bilden das Kondensat seines filmischen Denkens. Die Ideologiekritik steht dabei an erster Stelle, jedoch finden wir fünf verschiedene Analyse-Modi vor, mit denen sich Žižek Filmen nähert. Dabei greift er nicht nur auf Hegel, Marx, Freud und Lacan zurück, um damit das Kino zu erklären, sondern auch der umgekehrte Weg funktioniert: Was, wenn Filme Hegel, Marx, Freud und Lacan erklären? Es ist ein Denken, das ständig in Bewegung ist, aber auch vor Dogmatismus nicht zurückschreckt. Folglich sind nicht alle Filmwissenschaftler von Žižeks Methoden begeistert, zumal er bisweilen damit kokettiert, die Filme zu besprechen, ohne sie überhaupt gesehen zu haben. Tatsächlich ist Kritik berechtigt, denn wie kann es eigentlich sein, dass der Star-Intellektuelle so wenig mit Christopher Nolans „Oppenheimer“ anfangen konnte? Im neuen DeepDive spricht Wolfgang M. Schmitt zwei Stunden über Slavoj Žižeks Blickweisen auf das Kino.
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Über keinen Film wurde so viel geschrieben wie über „Citizen Kane“. Orson Welles kam eigentlich vom Radio und Theater, das Studio aber ließ ihm, dem Debüttanten, freie Hand und gab ihm ein hohes Budget. Welles drehte durchaus einen #Hollywood-Film, jedoch den untypischsten, den man sich vorstellen kann. Wir müssen „Citizen Kane“ in erster Linie als einen Film begreifen, der Filmkritik in filmischer Form liefert. Nicht vergleichbar ist der Klassiker mit den Werken der russischen Formalisten, Disga Wertow oder Sergej Eisenstein beschritten völlig andere Wege. #OrsonWelles und sein Co-Drehbuchautor Herman J. Mankiewicz, genannt #Mank, lösen sich keineswegs komplett von der US-amerikanischen Erzählweise, aber sie führen diese auf eine andere Ebene, hinterfragen Klischees und Konventionen. „Citizen Kane“ ist auch der ideale Film für jene, die Filmemacher oder Drehbuchautoren werden wollen, denn sie sehen hier, was alles möglich ist – und wie wenig davon in heutigen Serien- und Filmproduktionen gewagt wird. Mehr dazu von Wolfgang M. Schmitt im Video!
Literatur:Edward Bernays: Propaganda. Die Kunst der Public Relations. Orange-Press.Syd Field: Das Drehbuch. Die Grundlagen des Drehbuchschreibens. Autorenhaus Verlag.Tanja Prokić, Oliver Jahraus (Hrsg.): Orson Welles’ »Citizen Kane« und die Filmtheorie: 16 Modellanalysen. Reclam.
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Mit „Eddington“ legt Ari Aster einen 150-minütigen Film vor, der sich in die politischen Diskussionen der vergangenen fünf Jahre hineinbegibt: Im Frühling 2020 ist der Sheriff (Joaquin Phoenix) eines Kaffs in New Mexico nicht gewillt, sich zwecks Selbstschutz und Pandemiebekämpfung eine Maske aufzuziehen, wodurch er nicht zuletzt den Unmut des progressiven Bürgermeisters (Pedro Pascal) auf sich lenkt. Bald darauf sorgen die Black-Lives-Matter-Demonstrationen für weitere Unruhen in dem verschlafenen Ort und weitere Feindbilder blühen auf. Irgendwann endet das Gerede und es folgen gewalttätige Exzesse. Was aber will uns der Regisseur von „Midsommar“ damit sagen? Was, wenn er es selbst nicht weiß? Es gibt eine bedenkliche Verbindung zwischen „Eddington“, „One Battle After Another“ und „After The Hunt“. Mehr dazu von Wolfgang M. Schmitt in der Filmanalyse!
Literatur:
Carolin Amlinger/Oliver Nachtwey: Zerstörungslust. Suhrkamp.
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Es ist es lange her, dass #DavidFincher sehenswerte Filme gedreht hat. „Sieben“, „Fight Club“ und „The Social Network“ liegen weit zurück. Jetzt ist der einst so gefeierte und oft überschätzte Regisseur mit einem Herzensprojekt zurück: „Mank“ ist ein Film über den heute fast vergessenen Drehbuchautor Herman J. Mankiewicz (Gary Oldman) und dessen Bedeutung für den Klassiker #CitizenKane. Vor knapp 50 Jahren trat die berühmte Filmkritikerin Pauline Kael eine Debatte unter Filmwissenschaftlern und Filmkritikern los, indem sie kräftig und polemisch an der Autorenfilmtheorie rüttelte, die wiederum entscheidend auf den französischen Filmtheoretiker André Bazin zurückgeht. Bazin sah in #OrsonWelles den genialen Autorenfilmer, dem es trotz Hollywoods Studiosystem gelungen sei, seine persönliche Vision auf der Leinwand zu verwirklichen. Kael aber verschob den Fokus auf Co-Drehbuchautor Mank, sein Anteil an dem Meisterwerk sei immens groß. Vom einsamen Genie Welles könne nicht länger die Rede sein. Diese Fokusverschiebung überführt Fincher nun bei Netflix in einen 130-minütigen Schwarz/Weiß-Film, der das alte Hollywood wieder aufleben lässt und die Entstehungsgeschichte von „Citizen Kane“ zu erzählen versucht. Das Resultat: der langweiligste Film aller Zeiten. Mehr dazu von Wolfgang M. Schmitt im Video!
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Es war zuletzt etwas ruhig um Matthias Schweighöfer geworden, wohl auch, weil er seine Karriere in Hollywood ankurbeln wollte. Nun ist er mit „Das Leben der Wünsche“ zurück im deutschen Kino und legt damit den furchtbarsten Film seiner langen Karriere vor. Keine romantische Komödie, keine Blödeleien, nein, dieser Film will tiefsinnig und philosophisch sein. Es findet sich jedoch weder einen originellen Gedanken noch ein interessantes Bild– das allein macht diesen Film aber noch nicht zu etwas Besonderem. Bemerkenswert hingegen ist, dass hier der Versuch unternommen wird, aus dem Status quo auszubrechen. Schweighöfer spielt einen Mann mit schütterem Haar und Eheproblemen, der aus dem Alltagstrott aussteigen kann, weil ein wundersamer Herr ihm so viele Wünsche gewährt, wie er nur möchte. Was wünscht man sich, wenn alles möglich ist? Der Film ist ein Offenbarungseid: Wir sehen hier paradigmatisch, wie die Irgendwas-mit-Medien-Millennials nichts anzubieten haben. Die Matthias-Schweighöfer-Pro7-Generation ist völlig blank. Mehr dazu von Wolfgang M. Schmitt in der Filmanalyse!
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