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Patty Jenkins legt mit dem Film „Wonder Woman 1984“, der nun auch in Deutschland streambar ist, eine mehr als eigenartige Fortsetzung der #DCComic-Verfilmung vor. Wieder erleben wir #GalGadot in der Rolle der Superheldin, diesmal muss Diana den Verlust ihre Liebe Steve Trevor (#ChrisPine) betrauern, jedoch kann sie sich darüber schnell hinwegtrösten, indem einfach ein anderer Mann in ihr Leben tritt, in dem jedoch Steves Ich steckt. Ja, das klingt bescheuert, und ist es auch. Außerdem hat Diana zu kämpfen gegen den an Donald Trump angelehnten Öl-Magnaten Maxwell Lord (Pedro Pascal), der unbedingt den magischen Stein in die Finger kriegen will, damit all seine Wünsche wahr werden. Dianas Kollegin Barbara Ann Minerva (Kristen Wiig) fällt derweil auf Maxwells Verführungskünste herein und strebt auch schon bald nach mehr Macht und verwandelt sich in die Superschurkin Cheetah. Das alles soll woke, feministisch und anti-trumpesk sein, doch diese Schüsse gehen allesamt nach hinten los: Selten sah man derart simpel gestrickte Männer- und Frauenfiguren, selten mussten Frauen so sehr Hollywood-Klischees gehorchen, und bereits in den 50er-Jahren hatte man einen differenzierteren Blick auf das Verhältnis zwischen Demokratie und Wahrheit. Mehr dazu von Wolfgang M. Schmitt im Video!Literatur:Silvia Bovenschen: Die imaginierte Weiblichkeit. Exemplarische Untersuchungen zu kulturgeschichtlichen und literarischen Präsentationsformen des Weiblichen. Suhrkamp.
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Giorgios Lanthimos („Poor Things“) ist zweifelsohne einer der fleißigsten Regisseure der Gegenwart: Jedes Jahr präsentiert er jetzt einen Film. „Bugonia“ heißt das neue Werk, in dem erneut Emma Stone die Hauptrolle spielt. Stone mimt eine CEO eines Pharmakonzerns, die mit den Anforderungen des progressiven Neoliberalismus ihre liebe Mühe hat. Bald jedoch hat sie ein noch viel größeres Problem: Zwei Verschwörungstheoretiker (gespielt von Jessy Plemons und Aidan Delbis) entführen Michelle, weil sie fest davon ausgehen, dass sie die Königin eines Alien-Volkes ist, das die Menschheit auslöschen will. Mit rationalen Argumenten ist den beiden Entführern nicht beizukommen, muss die CEO bald merken. In einem Keller hält man sie gefangen und setzt sie allerlei Torturen aus, um der „Wahrheit“ näherzukommen. Richtet sich nun dieser Film lediglich gegen den Glauben an Verschwörungstheorien? Keineswegs, Lanthimos hält uns einen Spiegel vor. Mehr dazu von Wolfgang M. Schmitt in der Filmanalyse!
Literatur:
Michel Foucault: Wahnsinn und Gesellschaft. Eine Geschichte des Wahns im Zeitalter der Vernunft. Suhrkamp.
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Es sieht aus wie ein Unfall, doch leider ist dieser Film ist von langer Hand geplant: Die Fortsetzung von „Der Prinz aus Zamunda“ ist sehr typisch für aktuelle Filmproduktionen, vor allem für jene, die auf den #Streaming-Plattformen präsentiert werden. Hemmungslos wird dabei die Filmgeschichte nach funktionierenden Marken ausgeschlachtet, die mit einem halbwegs neuen Storytelling versehen werden sollen. Altstars dürfen noch einmal antreten und sich selbst zitieren. John Landis‘ Komödie von 1988 ist ein Kultfilm, entstanden zu einer Zeit, als #EddieMurphy auf dem Höhepunkt seiner Karriere angelangt war. Nicht nur Nostalgiker können an diesem harmlosen Blödelfilm bis heute ihre Freude haben, auch wenn Humor sehr schnell altert, wird an mancher Szene ebenso ein jüngeres Publikum Gefallen finden. Und es wäre gar nicht so schwierig, diese Geschichte in einem Sequel gekonnt weiter zu spinnen, wenn man sich denn nur die geringste Mühe geben würde und etwas Talent mitbrächte. John Landis war ein Könner, Craig Brewer, der Regisseur von #Coming2America, ist es nicht. Keine Pointe gelingt, die Geschichte ist derart an den Haaren herbeigezogen, dass man schon nach Minuten das Interesse am weiteren Verlauf der Handlung völlig verliert – überdies dient sich der Film der schlimmsten YouTube- und TikTok-Ästhetik an. Mehr dazu von Wolfgang M. Schmitt im Video!
Literatur:Luc Boltanski, Arnaud Esquerre: Bereicherung. Eine Kritik der Ware. Suhrkamp.
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Zunächst berichte ich von drei Filmen, die ich zuletzt im Kino gesehen habe und die mir imponiert haben. Nach den Empfehlungen geht es zu den Publikumsfragen: Vom Kubrick-Lieblingsfilm bis zu den gruseligen 70ern – ein bunter cineastischer Strauß! Gefragt wird auch nach meinem Zeit-Management: Wie kann ich so viele Formate produzieren und noch Zeit fürs Kino haben? Besonders ausführlich wird die Antwort zur Darstellbarkeit des Schreckens und zum Bilderverbot in Bezug auf Steven Spielberg und Claude Lanzmann. Dabei geht es auch um „The Zone of Interest“, der allegorisch lesbar ist. Außerdem: Was sollte man lesen und wie viele Bücher schafft man überhaupt in einem Leben? Widersprechen sich die Filmanalysen zu „Sunset Boulevard“ und „The Substance“? Wie prägen Stadtstrukturen das filmische Erzählen? Transportiert das Kino nationale Mythen? Wie wird das Thema Einsamkeit in „Red Rooms“ dargestellt (und warum ist „The Negotiator“ interessanter)? Diese und weitere Fragen diskutiere ich 85 Minuten lang in dieser Folge.
In Deutschland, Österreich und der Schweiz hat es „Babo: Die Haftbefehl-Story“ auf Platz 1 der Netflix-Charts geschafft. Der 90minütige Dokumentarfilm von Sinan Sevinç und Juan Moreno erzählt vom Aufstieg und Fall des vom Publikum wie vom Feuilleton hochgeschätzten Rappers Haftbefehl, der seit Jahren sein Leben aufgrund von Sucht und Traumata nicht mehr im Griff hat. Neben Aykut Anhan alias Haftbefehl kommen seine Frau, seine Brüder, Weggefährten, Kollegen und Mitarbeiter zu Wort. Das effekthascherische Porträt sorgt zwar für großes Aufsehen, aber haben wir es wirklich mit einem guten Film zu tun? Warum giert die Öffentlichkeit nach solchen Geschichten und nach dieser „brutalen Ehrlichkeit“? Der von Elyas M'Barek mitproduzierte Film entkommt der Verwertungslogik jedenfalls nicht, ja, er unternimmt nicht einmal den Versuch. „Babo“ sagt jedoch viel über das heutige Show-Geschäft und neue Leidenskultur in der Kulturindustrie. Mehr dazu von Wolfgang M. Schmitt in der Filmanalyse!
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Netflix bietet neben peinlichen Serien wie „Tribes of Europa“ hin und wieder auch echte Überraschungen: J. Blakesons „I Care A Lot“ ist eine solche. Rosamund Pike, Dianne Wiest und Peter Dinklage spielen hier nicht nur buchstäblich um ihr Leben, sondern sie erhellen auch unseren Blick auf das Verhältnis von Recht und Reichtum. Marla (#RosamundPike) hat ein einträgliches Geschäftsmodell für sich entdeckt: Sie sorgt mit Hilfe einer kooperierenden Hausärztin dafür, dass reiche Senioren entmündigt werden, und sie dann vom Gericht als Vormund eingesetzt wird. Die alten Leute, die eigentlich noch recht fidel sind, können damit nicht mehr selbst über sich und ihren Besitz verfügen. Sie sind Marla völlig ausgeliefert, die nun nach und nach das fremde Eigentum an sich reißt, während die Senioren in einem Heim, das wie ein Gefängnis bewacht wird, ihr Dasein fristen müssen. Mit Jessica (#DianneWiest), Marla neuem Opfer, aber funktioniert dies alles nicht so einfach, denn diese ältere vermögende Dame ist keineswegs so allein, wie es zunächst den Anschein machte. Das merkt Marla bald, als ihr der Mafiaboss Roman (#PeterDinklage) auf den Fersen ist, der schweres Geschütz auffährt. Doch wer ist eigentlich mächtiger? Ein skrupelloser Mafia-Clan, der über Leichen geht, oder eine Geschäftsfrau, die stets das Recht auf ihrer Seite weiß? Mehr dazu von Wolfgang M. Schmitt im Video! Literatur:Katharina Pistor: Der Code des Kapitals. Wie das Recht Reichtum und Ungleichheit schafft. Suhrkamp.
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Guillermo del Toro wurde schon dreimal mit dem Oscar ausgezeichnet. Für viele Zuschauer und Kritiker ist del Toro ein Magier des Kinos, ein kreativer Schöpfer opulenter Phantasiewelten, die uns staunen lassen. Aber stimmt das wirklich? Eigentlich nicht, denn in seinen Filmen trifft nicht selten Opulenz auf Abgeschmacktes, Pompöses auf Abgedroschenes. So auch dieses Mal. Oft wurde Mary Shelley 1818 erschienener Roman „Frankenstein“ schon verfilmt. Der Klassiker der Schauerromantik erfährt nun mit Oscar Isaac, Jacob Elordi und Mia Goth eine zweieinhalbstündige Neuauflage, für die Netflix 120 Millionen Dollar in die Hand genommen hat. Hochwertig sind die Bilder gewiss, besser gesagt: Es ist Edelkitsch. Selbst wenn es schneit im Film, schneit es kitschig. Mehr dazu von Wolfgang M. Schmitt in der Filmanalyse!
Literatur:
Mary Shelly: Frankenstein. Übersetzt von Alexander Pechmann. Manesse.
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Die 1970er-Jahre sind in der Kinogeschichte ein besonderes Jahrzehnt: Mit #NewHollywood geschieht in der Traumfabrik etwas Neues, man verlässt die Studios, verzichtet auf Pomp und Glamour, und geht hinaus auf die Straße, in den Dreck, in den Morast. #WilliamFriedkin zeigt uns in seinem Klassiker „French Connection - BrennpunktBrooklyn“ Bilder einer schroffen, abweisenden Wirklichkeit. Fast meint man, diese Stadt riechen zu können – und diese Stadt stinkt. Im Mittelpunkt steht der Polizist Jimmy „Popeye“ Doyle, gespielt von #GeneHackman, der von seinem Beruf besessen ist, wenngleich unklar bleibt, warum eigentlich. Doyle ist keine sympathische Figur, aber die Gesellschaft, in der Doyle lebt, ist es auch nicht. Von Marseille aus werden im großen Stil Drogen nach Brooklyn geschmuggelt, dahinter steckt Alain Charnier (Fernando Rey), der eher an einen Konzernmanager als an einen Verbrecher erinnert. Doch spätestens seit I CARE A LOT wissen wir, wie nahe sich die Welt der Konzerne und die Welt des organisierten Verbrechens stehen. „French Connection“ legt aber den Fokus auf die Polizeiarbeit und zeigt mit beeindruckenden Mitteln, wie undemokratisch die Polizei in Demokratien mitunter agiert. Ein Thema, das Friedkin in „Crusing“ und in „Leben und Sterben in L.A.“ wieder aufgreifen wird. Mehr dazu von Wolfgang M. Schmitt im Video!
Literatur: Giorgio Agamben: „Souveräne Polizei“, in: Daniel Loick (Hrsg.): Kritik der Polizei. Campus. Maximilian Pichl: „Polizei und Rechtsstaat: Über das Unvermögen, exekutive Gewalt einzuhegen“, in: Daniel Loick (Hrsg.): Kritik der Polizei. Campus.
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Teaser zur ersten, zweistündigen Episode von Filmanalyse DeepDive: Donald Trump liebt SUNSET BOULEVARD von Billy Wilder. Dieser Klassiker von 1950, der auf vielen Rankings als einer der besten Filme der Welt vertreten ist, fasziniert den US-Präsidenten lange schon. Offenbar identifiziert er sich mit der Stummfilmdiva, die zwischen Fiktion und Realität kaum noch unterscheiden kann, und die ihr Comeback anstrebt - um jeden Preis. In der Filmanalyse DeepDive soll es aber nicht allein um diesen Film gehen, sondern darüber hinaus um das Verhältnis von Realität und Fiktion. Was, wenn man gar nicht Politiker sein muss? Reicht es nicht vielleicht, lediglich einen Politiker zu spielen? Billy Wilder führt uns an Fragen, die gegenwärtiger denn je sind. Den gesamten Deep-Dive gibt es als Podcast-Folge – sowie ein monatliches Q&A mit Fragen aus dem Publikum, außerdem sind die neuen, öffentlichen Filmanalysen im Abo werbefrei zu hören.
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Luca Guadagnino, der Regisseur von „Call Me By Your Name“ und „Challengers“ setzt sich in seinem Film „After The Hunt“ mit MeToo und dem Kulturkampf an US-amerikanischen Universitäten auseinander. Oder ist das bloß die Kulisse, vor der wortreich Figuren um ihre Karriere kämpfen? Kann man überhaupt auf den rationalen Diskurs setzen? Zunächst sieht alles nach einem elaborierten Konversationsdrama aus, das mit Julia Roberts, Andrew Garfield, Ayo Edebiri und Michael Stuhlbarg zwar glänzend besetzt ist, aber hohl bleibt. Dabei produziert der Film derart viele Ambivalenzen, dass man schließlich die Frage stellen muss, ob Guadagnino bewusst etwas Hohles und Leeres produzieren wollte, um damit den Gegenwartsdiskursen eine Absage zu erteilen? Was wäre damit gewonnen? Das aktuelle Kino liebt das Spiel mit Mehrdeutigkeiten, jedoch besteht durchaus die Gefahr, durch übermäßige Schläue blöde zu werden. Mehr dazu von Wolfgang M. Schmitt in der neuen Filmanalyse!
Literatur:
Adam Tooze über die Lebenserwartung in den USA: https://adamtooze.substack.com/p/chartbook-148-life-liberty-and-the
Walter Benn Michaels: Der Trubel um Diversität. Wie wir lernten, Identitäten zu lieben und Ungleichheit zu ignorieren. Tiamat.
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