Die Neuen Zwanziger

Die Neuen Zwanziger

By Stefan Schulz und Wolfgang M. Schmitt

Die Zwanziger waren erst wild, dann golden und endeten doch düster. Und nun sind sie wieder da. Solange sie dauern, veröffentlichen Wolfgang M. Schmitt und Stefan Schulz an dieser Stelle diesen Podcas... more

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  1. Number 1: Hitzetote & Klimaanlagen, Drohne über Leipzig, Verteidigung als Wachstumsstrategie, Salon-Lektüren

    Wolfgang und Stefan treffen sich vorm Salon Werbung: Erhalte einen exklusiven Rabatt von 15 % auf die Datentarife von Saily! Verwende beim Bezahlen den Code „zwanziger“. Lade die Saily-App herunter oder besuche https://saily.com/zwanziger Salon Komm' in den Salon. Es gibt ihn via Webplayer & RSS-Feed (zum Hören im Podcatcher deiner Wahl, auch bei Apple Podcasts und Spotify). Alle Infos dazu: neuezwanziger.de Shownotes Theo Bakers Stanford-Buch „How to Rule the World" als Hauptbuch. Dazu: zwei Romane, eine Phänomenologie des Narzissmus, drei Lesarten von Nolans „Odyssee", die Romantik-Flaute, ukrainisches Kriegsmarketing, KI-Firmen als Buchkäufer — und Schubert. 00:00:00 Vor dem Salon Wegen der Hitze wird remote aufgenommen; beide erinnern an ihr Plädoyer für Klimaanlagen. Wolfgang beschreibt die Drohne am Leipziger Flughafen als Hybridisierung des Krieges und geht die Parteien durch, von denen keine die Eskalation aufhalten wolle. Stefan nennt den Flughafen eine Killing Zone. Sommersalon Hinweis auf den Live-Salon am 22. August in Frankfurt im Saal Bornheim; es gibt noch Karten. 00:25:21 Salon-Lektüre Wolfgang kündigt Baker als Hauptbuch an, mit dem Vorbehalt, der Autor sei Teil des Problems. Danach stellen beide ihre Kurzlektüren vor. 00:33:25 Salon für Juli 2026 Anmoderation zum Salon, der von Stanford über Romane und Krieg bis zu Schubert führt. 00:34:19 Theo Baker: How to Rule the World Baker kommt mit 17 nach Stanford und bringt mit seiner Recherche über manipulierte Abbildungen den Universitätspräsidenten Marc Tessier-Lavigne zu Fall. Stefan liest das Buch als Milieustudie: Auswahl durch Milliardäre statt durch Leistung. Wolfgang kritisiert, dass Baker das Herrschen nicht in Frage stelle, sondern nur beanstande, dass die Falschen es tun. 02:15:26 Theo Baker in einer Minute Stärken und Schwächen, weil der Autor Teil des Problems ist — empfohlen als Milieustudie zwischen Corona und ChatGPT. 02:17:11 Ruth-Maria Thomas: Die zweitgrößte Liebe Michelle arbeitet nach der Pleite ihres Schmuckladens als Rezeptionistin, Henry verwaltet Vermögen anderer. Die Autorin rechnet die ökonomische Lage durch, bis zu den 280 Euro am Monatsende — und fragt, ob Geld die Klassenschranke aufheben oder nur verschieben würde. 02:31:56 Faith Hill: Die große Romantik-Flaute Hills Text steigt bei einer bezahlten Kennenlern-Veranstaltung ein: 100 Dollar für eine Umarmung, 4.750 fürs Matching. Stefan sieht eine Umkehrung — früher war die Ehe der Startpunkt der Lebensgestaltung, heute der Gipfel einer gelungenen Erwerbsbiografie. 02:46:17 Fuchs / Arnold: Das unersättliche Selbst Die Phänomenologie unterscheidet Körper und Leib: Narzissten sähen ihren Körper, spürten aber ihren Leib nicht. Zugrunde liege keine übermäßige Selbstliebe, sondern ein Seinsmangel. Dazu Passagen zu Trump und zur Nähe von Narzissmus und radikal rechter Präferenz. 03:02:48 Nolans Odyssee: Merchant, Wilson, Parrales Merchant liest den Film als Technikkritik und vermisst die Phäakenschiffe. Wilson hält entgegen, dass darin weder gebaut noch überlistet werde. Parrales liest ihn als Erzählung über Rache und Reue. 03:29:09 Nguyễn Egger: Vielleicht im Sommer Sommer 2007: Der 15-jährige Kian flieht aus einem Heim, trifft Marco, beide schlagen sich von Bielefeld ans Meer durch. Kurze Sätze, wenig Dialog. 03:34:53 Jermolenko: Habermas und der Krieg Agora und Agon müssten in Balance stehen — eine reine Agon-Gesellschaft ende im Faschismus, eine reine Agora-Gesellschaft sei wehrlos. Stefans Kritik gilt der Redaktion, die dem Gespräch eine Habermas-Abrechnung auflädt. 03:52:53 Sonja Zekri: Concept-Stores der Militärverbände Ukrainische Verbände wie das Asow-Korps treten als Marken auf: Stores mit Espresso und Kleidung mit Drohnenaufdruck, eigene Marketingstäbe. Dazu Brave1 Market, wo Einheiten verifizierte Treffer in Punkte umrechnen. 04:01:49 Alex Reisner: Are AI Companies Destroying Books? Belegt ist der Buchkauf samt Vernichtung für Anthropic, weitere Verdachtsfälle führen ins Leere. Gekauft werden Handbücher von 1970 bis 1990 — gefragt, weil nachweislich vor 2022 entstanden. Gemessen am Entkleiden der Autorschaft wirke die Zerstörung beinahe putzig. 04:12:46 Hasselhorn / Bushakevitz: Schubert-Lieder Das dritte Schubert-Album des Baritons Samuel Hasselhorn, mit „An Silvia". Mitunter sehr opernhaft — Wolfgang rät zum Vergleich mit Prey oder Fischer-Dieskau.

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  2. Number 2: Hallervorden, Ostwahl, Merz am Tisch, Krieg und Drohnen, Leipzig, Anduril, Kuba, Mietendeckel

    Stefan und Wolfgang besprechen den August 2026 Werbung Präsentiert von onprem.ai. Lokale KI- und LLM-Server, schlüsselfertig für kleine und mittlere Unternehmen: vorkonfiguriert, in fünfzehn Minuten einsatzbereit, laufend geprüfte Open-Weight-Modelle per Knopfdruck. Eure Daten bleiben auf eigener Hardware statt im Klartext auf fremden Servern. onprem.ai Präsentiert von Surfshark. Geht auf surfshark.com/zwanziger oder nutzt den Code ZWANZIGER an der Kasse und bekommt 4 zusätzliche Monate Surfshark VPN gratis – plus 30 Tage Geld-zurück-Garantie. 00:00:54 Hallervorden Dieter Hallervorden hat mit seinem Sohn Johannes einen Wahlkampfspot veröffentlicht, der dazu aufruft, nicht die AfD zu wählen; darin verweist er auf seine Kindheit unter der NSDAP. Wolfgang interessiert weniger der Aufruf als die Diskurslage: Hallervorden sei im linksliberalen Spektrum ausrangiert gewesen, halte aber am demokratischen Diskurs fest. Daran knüpft er die These, dass Freund-Feind-Schemata Leute in die AfD-Ecke treiben, und schildert einen SPD-Wirtschaftskongress, auf dem seine Position zum Ukrainekrieg als Russland-Propaganda abgetan wurde. Stefan hält den NSDAP-Vergleich für materiell unhaltbar: 1933 seien die 0- bis 10-Jährigen die größte Bevölkerungsgruppe gewesen, bei einem Prozent Ausländeranteil und 30 Prozent Arbeitslosen, während Sachsen-Anhalt heute das älteste Bundesland sei. 00:15:01 Das TV-Duell Zunächst eine Frage aus der Merz-Sendung: Eine Pfarrerin aus Wernigerode berichtet, ihre Jugendlichen fühlten sich dem AfD-Weltbild hilflos ausgeliefert, und fragt nach einer Vision für junge Menschen. Merz antwortet mit Fröhlichkeit und dem Wunsch, aus der Verdrießlichkeit herauszukommen — für Wolfgang eine Nichtbeantwortung, für Stefan das Ausbleiben jedes Angebots, das über die eigene Person hinausweist. Im TV-Duell hält Sven Schulze dem AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund fehlende Konzepte, das Frauenbild der Partei und die Steuerung aus der Schweiz entgegen, Siegmund kontert mit 24 Jahren CDU ohne beitragsfreie Kita. Stefan liest Schulzes Auftritt als planvolle Arbeit an Themen, während Siegmund den Widerstandsgestus für den Fall einer Regierungsübernahme vorbereite: Das große Rad werde in Berlin gedreht, im Land seien 300 bis 500 Millionen freizumachen. Beide ordnen das ökonomisch ein — Sachsen-Anhalt erwirtschafte mit 2,1 Millionen Einwohnern weniger als Hamburg, München oder Köln. Wolfgang merkt an, derselbe Satz über die Abhängigkeit von Berlin könnte auch von einem SPD-Politiker stammen. 00:40:02 Merz im Bürgerdialog In der Vorbefragung durch Pinar Atalay wird Merz mit einer Forsa-Umfrage konfrontiert, nach der 82 Prozent ihm nicht vertrauen; er antwortet, er überprüfe seine Politik regelmäßig. Ein Einschub aus dem ARD-Sommerinterview zeigt ihn zur Hitzevorsorge: 300 Maßnahmen seien beschlossen, den Rest müsse die Gesellschaft leisten — er frage seine Eltern, ob sie genug getrunken hätten. Als Kontrast spielt Stefan zwei Archivfunde: Gerhard Schröder auf dem Parteitag von Martin Schulz und Harald Schmidt, der einen Text von Peter Kümmel über Schröders Wahlplakat liest, in dem die gefühlte Zeit des Kanzlers über die Realzeit gestellt wird. Im Bürgerteil fragt ein dreifacher Familienvater, warum Familien nicht vorkämen; Merz verweist auf Kindergeld, Kinderfreibetrag und bis zu 600 Euro Steuerentlastung im Jahr ab 2028 — Stefan rechnet das auf 1,80 Euro pro Tag für eine fünfköpfige Familie herunter. Die Kinderärztin Bea Merscher, die über eine halbe Million Follower auf Instagram erreicht, wirft ihm die Budgetierung der Kindermedizin vor, nennt 2,64 Milliarden Euro Kürzung im ambulanten Bereich neben einer Milliarde für Schloss Bellevue und ihre Petition gegen die Krankschreibung ab Tag eins. Merz weist den Vorwurf eines vorsätzlichen Bruchs seines Amtseids als persönliche Herabsetzung zurück; Stefan hält gerade diese Formulierung für die treffende Beschreibung der Sachlage, Wolfgang für ein Eingeständnis, dass Aufrüstung Vorrang hat. Zum Schluss geht es um den Bierdeckel von 2003, die Umfragewerte im Vergleich zu Scholz und Merkel sowie um die Stadtbild-Äußerung, die Merz nicht bereut und von Müll auf Kriminalität mit überdurchschnittlichem Ausländeranteil verschiebt. 01:57:30 Krieg und Drohnen Zum Umgang von Regierungen mit Opferzahlen berichtet die ARD-Korrespondentin Lena Bodewein über das Erdbeben in Nepal und die unklare Lage in Tibet. Wolfgang schildert einen Streit auf der Utopie-Konferenz in Lüneburg und die Transparenzlücke bei Aktienbesitz von Abgeordneten: anzugeben erst ab fünf Prozent an einem Unternehmen — bei einem Konzernwert wie dem von Rheinmetall praktisch nie. Den Hauptteil bilden Ausschnitte mit Torsten Reil, dem Chef von Helsing, der Panzer für überholt erklärt, Europa 100.000 Drohnen empfiehlt, autonome Schwärme und einen KI-gesteuerten „superhuman fighter pilot" beschreibt und als Ziel formuliert, Verluste gegen null zu senken. Beide halten dem entgegen, dass dieses Szenario nur funktioniert, wenn der Gegner nicht nachrüstet; Wolfgang liest dazu einen Dialog aus „Oppenheimer", in dem Truman die sowjetischen Ressourcen unterschätzt. Zur Gegenprobe kommt der ntv-Korrespondent Christoph Wanner zu Wort, der von russischen Drohnen mit Düsenantrieb bei über 500 km/h berichtet, gegen die ukrainische Abfangdrohnen kaum ankommen. Im Podcast von Paul Ronzheimer geht es um das Personalproblem der ukrainischen Armee und die Ablösung des Oberkommandierenden. Den Bogen zum Faktor Mensch schließen Clips zum Sudan mit dem ARD-Korrespondenten Ramin Sina und dem Welternährungsprogramm zur Lage um El Obeid — Wolfgangs Rechnung: Tausende Euro, um einen Soldaten zu töten, aber kein Euro, damit jemand einen Tag überlebt. 03:18:43 Die Leipziger Drohne Am Flughafen Leipzig-Halle wurde erstmals eine Drohne samt Sprengstoff sichergestellt, kurz darauf eine dritte gefunden; im Zeit-Podcast wird berichtet, dass der Sprengstoff auch militärisch genutzt wird. Stefan hält für offen, ob man überhaupt erkennen würde, gegen wen man einen Krieg verliert, und verweist auf den Norad-Chef, dem für Drohnenschwärme schon die Sensoren fehlen. Wolfgang befürchtet, dass bei einer Häufung solcher Fälle der Spannungsfall ausgerufen wird und die liberale Demokratie schnell illiberal wird. Zur Rechtslage: Betreiber kritischer Infrastruktur dürfen Drohnen nur detektieren, das Abschießen liegt bei der Bundespolizei mit rund 300 Kräften bundesweit. Eine litauische Recherche über angeworbene Kuriere, die Sprengsätze in Vilnius platzieren sollten, führt beide zu der Frage, ob Akteure jenseits des Kreml eigenständig handeln. Merz nennt das Geschehen hybride Kriegsführung, auf die man sich vorbereite; Stefan übersetzt das in Konferenzen mit jenen Firmen, die die Abwehrdrohnen verkaufen. 03:42:10 Anduril Brian Schimpf, Chef von Anduril Industries, schildert im Podcast „Prof G Market", wie das Unternehmen 2015/16 in einen Rüstungssektor einstieg, den im Silicon Valley niemand anfassen wollte. Das Portfolio reicht von Grenzüberwachung über Drohnenabwehr und Wingman-Drohnen bis zu U-Booten; Stefan liest daraus einen Vollsortimenter, der jede Bedrohungslage mit einem eigenen Gerät beantwortet. Ob das Geschäft von einer instabileren Welt profitiere? Schimpf verweist auf das Ende der amerikanischen Dominanz und darauf, dass der Angreifer den Ort bestimmt, der Verteidiger also überall bereit sein müsse. Auf die Verantwortungsfrage antwortet er, Tech-Leute sollten keine Politik machen, dafür sei niemand gewählt worden — woraus Wolfgang folgert, Profite würden privatisiert und die Verantwortung vergesellschaftet. 04:00:10 Kuba Ein Beitrag des TLDR News Magazine beschreibt Kubas Solarausbau, der weniger dem Klima als der Energiekrise geschuldet ist: Venezuela fiel als Öllieferant aus, nachdem US-Streitkräfte im Januar 2026 den venezolanischen Präsidenten festgesetzt hatten. China liefert die Module — rund 80 Prozent der Weltproduktion — und baut damit seinen Einfluss in der Karibik aus. Der Energieminister räumte ein, nur einen Bruchteil der Kapazität nutzen zu können, weil Batteriespeicher fehlen. Stefan verweist auf eine Spiegel-Kolumne von Christian Stöcker, nach der der Zubau von Batteriespeichern in Deutschland um den Faktor 27 wächst. Wolfgang erinnert an eine These von Adam Tooze, die USA hätten erneuerbare Energien nie stärken wollen, weil sie damit Druckmittel verlieren. Anschließend eine Reportage der New York Times über Rettungskräfte in Phoenix, die überhitzte Patienten in Eis packen. 04:11:00 Wohnen Die Linksfraktion hat ein Rechtsgutachten und ein Konzept für einen bundesweiten Mietendeckel vorgelegt: Mieten in angespannten Märkten sollen eingefroren, Erhöhungen anderswo gedeckelt werden. Im Deutschlandfunk trägt ein Wohnforscher das übliche Gegenargument vor, eine starke Mietenregulierung bremse den Neubau. Stefan referiert, dass beim Kauf einer Wohnung durch den Staat kein Wert verloren geht, weil die Wohnung anschließend vorhanden ist. Der Logik vom teuren Neubau, der über Umzugsketten den Mietmarkt entspanne, hält Wolfgang entgegen, der Staat müsse selbst bauen und als Konkurrent auftreten. Zum Abschluss plädiert Stefan dafür, danach zu fragen, zu welchen Bedingungen Ökonominnen und Ökonomen ins Fernsehen eingeladen werden. 04:20:26 Salon-Ausblick Der nächste Salon behandelt „Kapital und Krise. Wie Deutschland aus der Wirtschaftskrise findet und wie nicht" von Tom Krebs, das am 16. September im oekom Verlag erscheint. Wolfgang kündigt außerdem einen Essay von Mithu Sanyal gegen die Militarisierung an, Stefan weist auf seinen zweiten Podcast Kontextfenster hin, den er mit Florentine über KI-Texte macht. Im Forum gibt es künftig Shownotes, in denen alle gespielten Clips einzeln aufgeführt und verlinkt sind; vom Sommersalon gibt es zusätzlich eine Videofassung.

    4h 29min
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  3. Number 3: Sommersalon: Uli Siegmund, Dobrindts Geheimdienstreform, die Maschinen und der Fernsehgarten

    Wolfgang und Stefan treffen euch in Frankfurt Werbung: Erhalte einen exklusiven Rabatt von 15 % auf die Datentarife von Saily! Verwende beim Bezahlen den Code „zwanziger“. Lade die Saily-App herunter oder besuche https://saily.com/zwanziger Komm' in den Salon. Es gibt ihn via Webplayer & RSS-Feed (zum Hören im Podcatcher deiner Wahl, auch bei Apple Podcasts und Spotify). Alle Infos dazu: neuezwanziger.de Vollständige Shownotes mit allen Quellen: https://smalltalk.neuezwanziger.de/t/715 Der Sommersalon 2026, aufgezeichnet am 22. August im Saalbau Bornheim in Frankfurt vor über 600 Zuschauern. Wolfgang hat ein vierstündiges Podcast-Interview des AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund durchgearbeitet, Stefan nimmt die beschlossene Nachrichtendienstreform auseinander, und zum Schluss geht es in den ZDF-Fernsehgarten. 00:00:00 Begrüßung Stefan und Wolfgang eröffnen den Abend aus dem Saalbau Bornheim und gehen die Themen durch. Als nächste Salon-Lektüre kündigen sie Tom Krebs' „Kapital und Krise" für Mitte September an. 00:09:48 Ulrich Siegmund Wolfgang spielt Ausschnitte aus dem vierstündigen Gespräch, das der AfD-Spitzenkandidat für Sachsen-Anhalt dem Podcast „ungeskriptet" von Ben Berndt gegeben hat — Ausschnitte, in denen kaum eine radikale Position vorkommt: Auf einen Stinkefinger kämen 500 bis 800 erhobene Daumen, alle machten Fehler, mit einzelnen Grünen und Linken könne man ein Bier trinken. Wolfgangs Lesart: Die AfD fährt zweigleisig, Hetze auf der einen und Wohlfühlton auf der anderen Seite, und beide Seiten stecken in derselben Wählerperson. Stefan hält Siegmund für AfD-untypisch — halb so alt wie das übliche Personal, mit einem Lob auf Markt und Freiheit. Zum Programm nennt Siegmund Einsparungen von 300 bis 600 Millionen Euro, um beitragsfreie Kindergärten und kostenloses Schulessen zu finanzieren; Wolfgang bezeichnet das als klassisch sozialdemokratische Politik. 01:03:21 Die Geheimdienstreform Stefan spielt Christian Sievers' Anmoderation im „heute journal" zum Kabinettsbeschluss über die Nachrichtendienste ein, in der die Trennung von Polizei und Geheimdienst als Konsequenz aus Gestapo und Nazizeit erklärt wird. Das von Innenminister Alexander Dobrindt vorgelegte Paket begründet Kanzleramtsministerin Nina Warken mit hybriden Angriffen; künftig darf der BND Systeme hacken und der Verfassungsschutz im Einzelfall Wohnungen durchsuchen. Stefans Linie: Es entstehen keine neuen Befugnisse, bestehende wandern von der Polizei zu den Diensten — und für die Polizei in Sachsen-Anhalt könnte künftig Siegmund zuständig sein. Aus einem Deutschlandfunk-Podcast folgen Passagen mit Falk Steiner und Marcus Pindur; Wolfgang hält dagegen, dass ihm das gegenwärtige Personal an diesen Hebeln bereits reicht. 01:36:33 Die Maschinen kommen Autonome Lieferfahrzeuge von DoorDash, 2,82 Millionen fahrerlose Lieferungen in Shenzhen binnen eines Monats, Drohnenshows mit 11.000 Fluggeräten und ein US-General, der einräumt, gegen Schwärme billiger Drohnen weder Sensorik noch Mittel zu haben. Wolfgang schließt daraus, nicht die Befürworter von Abrüstung seien die Phantasten. Dazu Roboter-Halbmarathon in Peking, Ernst Jüngers „Gläserne Bienen", eine Drohnenfabrik im Schiffscontainer und der Milliardenauftrag an Helsing und Stark, den ein ukrainischer Vizekommandeur als wenig hilfreich bezeichnet. 02:01:56 Fernsehgarten Wolfgang hat mehrere Ausgaben gesichtet, weil sich daran ablesen lasse, was in Deutschland als Normalität gelte. Mallorca-Ausgabe mit Elton, 50 Jahre Biene Maja, eine Publikumsgruppe, in der alle Frauen „Gabi" heißen, der 90-jährige Engelbert Humperdinck als Ausnahme und Ralf Möller mit Gottschalk-Vibes. Zum Schluss eine „Reise nach Jerusalem" um 500 Euro Reisegutschein — für Wolfgang der Verteilungskampf in Miniatur, für Stefan an Squid Game erinnernd. 02:29:27 Verabschiedung Wolfgang kündigt an, man sehe sich Ende des Monats wieder, Stefan verabschiedet sich mit „Haut rein".

    14min
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  4. Number 4: Die KI-Frage zwischen Investmentblase, Xi und lokalem Rechner, Leihmutterschaft, Chinas Öl, The Farlands und Merz' Fleiß

    Stefan und Wolfgang besprechen den Juli 2026 Unterstützende Werbung Incogni Hol dir deine persönlichen Daten zurück mit Incogni! Nutzt den Code ZWANZIGER über den Link unten und erhaltet 60% Rabatt auf das Jahresabo: https://incogni.com/zwanziger# Saily Erhalte einen exklusiven Rabatt von 15 % auf die Datentarife von Saily! Verwende beim Bezahlen den Code „zwanziger“. Lade die Saily-App herunter oder besuche https://saily.com/zwanziger Links Tickets für den Sommersalon! Ausführliche Shownotes und Quellenverzeichnis: im Forum Komm' in den Salon. Es gibt ihn via Webplayer & RSS-Feed (zum Hören im Podcatcher deiner Wahl, auch bei Apple Podcasts und Spotify). Alle Infos dazu: neuezwanziger.de 00:00:00 Es war Juli 2026 — Begrüßung von Texel aus, direkt hinein in die Personalie des Monats. 00:00:53 Jens Spahn — Rücktritt als Minister mit Mandat; Doppelmoral-Kritik von SPD bis Grünen, gestürzt von den Frauen der Union. Vergleich mit Anne Spiegel: Familienthemen geben den Ausschlag. 00:11:28 Nolans Odyssee — IMAX-Fetisch und Professoren-Faktenchecks am Trailer; die ausgedachte Geschichte wäre so misstrauisch zu lesen wie Politikererzählungen. 00:15:51 Die Finals — 40 deutsche Meisterschaften zeitgleich in Hannover; junges ZDF, alte ARD-Fragen. 00:20:17 Sommersalon — Live-Salon am 22. August in Frankfurt, Karten über die Website. 00:21:51 Hitze und Brände — Waldbrände in Südeuropa, Dürre und Feuerverbot auf Texel. 00:23:42 Merz' Fleißarbeit — These: Merz arbeitet nicht, wo Merkel und Kohl Interessenausgleich betrieben; Politik-Podcasts als Deskription ohne Analyse, während Austerität und Aufrüstung unverhandelt bleiben. 00:32:13 Leihmutterschaft — Ethikrats-Chef Frister (Dlf) und Brosius-Gersdorf (ZDF) pro regulierte Leihmutterschaft; Wolfgang zieht eine rote Linie gegen Bauchvermietung, Stefan will altruistische Einzelfälle zulassen. 01:31:10 Mamdani zu Bregmans Frage — Regieren brauche Absurdität und Ehrlichkeit; erklärungsbedürftig ist danach die Unehrlichkeit von Rutte oder Merz. 01:36:54 Salon-Lektüre — Nächste Lektüre: Theo Bakers „How to Rule the World" über Stanford. 01:39:25 KI-Investmentblase — Tooze: Die Bewertungen tragen nur, wenn Amerika Rechenzentrum der nicht-chinesischen Welt wird. Zombie-Unicorns, einbrechende Cashflows, 40 Prozent des S&P 500 — Stefans Fazit: hochgefährlich. 02:25:41 Xi zu KI — Xis erste Rede auf der World AI Conference: Open Source, menschliche Kontrolle, UN-Governance. Zwischen benevolentem Führer und Dominanzanspruch; Parallelen zu Putin 2001 und Kluges Antikrieg. 03:01:03 KI-War zwischen China und Amerika — Open-Weight-Modelle als AI-Dumping: 87 Cent statt 50 Dollar pro Million Tokens. Der Destillationsvorwurf fällt auf die Ankläger zurück; am Ende die Verhinderung eines Lock-in-Kapitalismus. 03:41:01 Lokal AI — Modelle auf eigener Hardware als nächste Entwicklung, das Balkonkraftwerk für KI; Aufruf an die Hackerszene und den Chaos Communication Congress. 04:01:56 Kermanis Hinweise zum Gelöbnis — Kermani am 20. Juli: Pflicht zum Widerstand statt Gehorsam, Merz namentlich als wankelmütig benannt. 04:06:32 China und das Öl — Warum der Ölpreis nicht explodierte: China halbierte seine Importe — Vorbau gegen das Malacca-Dilemma und Hebel gegenüber Trump. 04:33:10 Kanzlergesetze — Schirachs Sieben-Jahre-Kanzler mit drei Gesetzen; dagegen Manows Abwahl-Argument und Stefans Gegenentwurf aus Gremien und ertüchtigtem Parlament. 04:44:30 The Farlands — TikToks Randgebiete zwischen Brainrot und Folklore-Horror, erschlossen über Zahlencodes; Bourdieu, Long Tail und die Entzauberung der Algorithmen. 05:02:03 Salon-Hinweise — Sommersalon-Tickets, Bakers Stanford-Buch als nächste Lektüre, Abo über Steady, Apple oder Patreon.

    5h 8min
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  5. Number 5: Wir lesen Kybernetik und Kritik

    Komm' in den Salon. Es gibt ihn via Webplayer & RSS-Feed (zum Hören im Podcatcher deiner Wahl, auch bei Apple Podcasts und Spotify). Alle Infos dazu: neuezwanziger.de Werbung: Erhalte einen exklusiven Rabatt von 15 % auf die Datentarife von Saily! Verwende beim Bezahlen den Code „zwanziger“. Lade die Saily-App herunter oder besuche https://saily.com/zwanziger

    17min
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