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Manchmal, wenn ich die Bibel aufschlage, denke ich mir: Die gute alte Lutherbibel ist vor allem – alt. Nicht dass ich missverstanden werde: Luthers Übersetzung war und ist wirkmächtig, hat die deutsche Sprache und Kultur geprägt. Aber alt ist sie trotzdem. 500 Jahre. Jüngere Bibelübersetzungen treffen den Ton des Alltagsdeutschen heute oft besser.
Trotzdem schlage ich gern bei Luther nach. Denn in vielen Fällen hat er den Sinn richtig gut getroffen. An manchen Stellen ist Luthers Übersetzung sogar genauer als das Original. Wer die Bibel ins Deutsche übersetzt, muss sich an vielen Stellen für eine Lesart entscheiden – auf Kosten anderer, ebenso möglicher Lesarten.
Psalm 145 – das wäre so ein Fall. „Ich will dich erheben, mein Gott und König, und deinen Namen loben immer und ewiglich“ – so weit, so unmissverständlich. Im Vers 4 kommt dann die hebräische Wendung „Dor L’Wor.“ Darin steckt die Bedeutung: „Generation“ oder „Geschlecht“. „Von einer Generation zur andern“ – so haben es einige Bibelübersetzungen. Korrekt, aber langweilig.
Martin Luther hatte die zündende Idee mit den „Kindeskindern.“ Psalm 145 Vers 4 liest sich in der Lutherbibel so: „Kindeskinder werden deine Werke preisen und deine gewaltigen Taten verkündigen.“ Und auf einmal verstehe ich: Es geht um die übernächste Generation – und die hat ein Gesicht.
Das Enkelkind, über das meine Frau und ich uns seit ein paar Wochen freuen können: das wird sich einmal an Gottes Werken begeistern und ins Staunen über den Schöpfer geraten, behauptet der Psalmist – und behauptet Luther. Das verändert meinen Blick auf dieses hinreißende kleine Wesen – und auf diese Welt. „Kindeskinder“ – Glaube für die übernächste Generation.
Autor: Markus Baum
Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden
By ERF - Der Sinnsender5
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Manchmal, wenn ich die Bibel aufschlage, denke ich mir: Die gute alte Lutherbibel ist vor allem – alt. Nicht dass ich missverstanden werde: Luthers Übersetzung war und ist wirkmächtig, hat die deutsche Sprache und Kultur geprägt. Aber alt ist sie trotzdem. 500 Jahre. Jüngere Bibelübersetzungen treffen den Ton des Alltagsdeutschen heute oft besser.
Trotzdem schlage ich gern bei Luther nach. Denn in vielen Fällen hat er den Sinn richtig gut getroffen. An manchen Stellen ist Luthers Übersetzung sogar genauer als das Original. Wer die Bibel ins Deutsche übersetzt, muss sich an vielen Stellen für eine Lesart entscheiden – auf Kosten anderer, ebenso möglicher Lesarten.
Psalm 145 – das wäre so ein Fall. „Ich will dich erheben, mein Gott und König, und deinen Namen loben immer und ewiglich“ – so weit, so unmissverständlich. Im Vers 4 kommt dann die hebräische Wendung „Dor L’Wor.“ Darin steckt die Bedeutung: „Generation“ oder „Geschlecht“. „Von einer Generation zur andern“ – so haben es einige Bibelübersetzungen. Korrekt, aber langweilig.
Martin Luther hatte die zündende Idee mit den „Kindeskindern.“ Psalm 145 Vers 4 liest sich in der Lutherbibel so: „Kindeskinder werden deine Werke preisen und deine gewaltigen Taten verkündigen.“ Und auf einmal verstehe ich: Es geht um die übernächste Generation – und die hat ein Gesicht.
Das Enkelkind, über das meine Frau und ich uns seit ein paar Wochen freuen können: das wird sich einmal an Gottes Werken begeistern und ins Staunen über den Schöpfer geraten, behauptet der Psalmist – und behauptet Luther. Das verändert meinen Blick auf dieses hinreißende kleine Wesen – und auf diese Welt. „Kindeskinder“ – Glaube für die übernächste Generation.
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