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Der Olympia-Winter nimmt jetzt so richtig Fahrt auf, und in der Jahresauftakt-Folge des Dreierbobs ist das nicht nur ein sprachliches Bild. Zu Gast diesmal: Michael Rösch, Biathlon-Olympiasieger 2006, TV-Experte bei Eurosport - und mittlerweile auch bekannt geworden mit ausgefallenen Ideen.
Zum 20. Mal jährt sich in diesem Februar sein größter sportlicher Erfolg, und wieder finden die Olympischen Winterspiele in Italien statt. Das sind die Eckpfeiler von Röschs neuestem Projekt. Mit einem Fiat Panda, seit Kindertagen sein Lieblingsauto, will er sich auf den Weg zu Olympia machen, um als TV-Experte im Einsatz zu sein - und um auf dem Weg dorthin Spenden einzusammeln.
44 Sportlerinnen und Sportlern mit geistiger Behinderung sowie zwölf Begleitpersonen ohne Behinderung soll damit die Teilnahme an den Special Olympics im Juni in Saarbrücken ermöglicht werden. „Es war eigentlich eine Schnapsidee, als es um das Jubiläum meines Olympiasiegs ging – und nun ist dieses große Projekt daraus geworden“, sagt Rösch, der seit vielen Jahren in Dresden lebt und die Aktion mit der Lebenshilfe Dresden sowie der Stiftung Lichtblick umsetzt.
Der Clou: Jeder Spender, der ihm zudem ein Foto zuschickt, ist dann auch bei Olympia mit dabei. Denn Rösch lässt die Bilder auf den Fiat drucken. Die Aktion mit den Fotos läuft bis zum 26. Januar (gespendet werden kann noch länger), dann wird der Oldtimer startklar gemacht. Und am 2. Februar fährt der 42-Jährige los ins 800 Kilometer entfernte Antholz, wo die olympischen Biathlon-Wettbewerbe ausgetragen werden.
Die Dreierbob-Hosts Tino Meyer und Fabian Deicke haben direkt während der Podcast-Aufnahme ihre Spende inklusive Foto abgeschickt. Wer das auch machen will: Hier geht es zur Aktion auf der Plattform „Gofundme“
Und natürlich blickt Rösch im Podcast auch aus sportlicher Sicht auf den Saisonhöhepunkt, spricht über Ambitionen und Aussichten der deutschen Athletinnen und Athleten und insbesondere auch von Justus Strelow, Sachsens besten Biathleten. Herausfordernd für ihn wie alle anderen: Die Sportstätten von Antholz liegen auf etwa 1600 Meter Höhe, was eine besondere Vorbereitung verlangt.
Auf die Frage, ob drei Biathlon-Medaillen fürs deutsche Team bei Olympia realistisch sind, muss Rösch nicht lange überlegen. „Es können auch viel mehr werden“, meint er, wohlwissend dass gerade beim Saisonhöhepunkt mit den fünf Ringen vieles zusammenpassen muss. So wie vor 20 Jahren, als Rösch als zweiter Starter mit zwei Schnellfeuereinlagen am Schießstand die deutsche Mannschaft auf Goldkurs brachte. Auch davon erzählt er im Dreierbob, und er verrät seine Vorsätze fürs neue Jahr.
Er kam, sah, und er siegte auch. 2020 bei den ersten Olympischen Jugendspielen überhaupt fuhr Alexander Czudaj zur Goldmedaille im Monobob. Spätestens seitdem wird der mittlerweile 23-Jährige regelmäßig auf seinen Vater Harald angesprochen, der 1994 in Lillehammer bei den „großen“ Winterspielen den Olympiasieg einheimste.
Natürlich kommt Czudaj junior auch im „Dreierbob“ nicht an der Frage vorbei. Ist es nicht manchmal eine Bürde, einen prominenten und noch dazu erfolgreichen Vater zu haben? Und wie ist das, wenn man - zumindest in sächsischen Bobkreisen - mitunter als möglicher Nachfolger von Francesco Friedrich bezeichnet wird?
Im Podcast spricht Czudaj junior darüber, wie er seinen eigenen Weg an die Spitze gehen will. Und er macht klar, was seine Ziele sind: Im nächsten Winter Weltcup und 2030 Olympia.
Nach vier Rennen in der neuen Bob-Saison steht es im Dauerduell zwischen den Weltklasse-Piloten Johannes Lochner und Francesco Friedrich 3:1. Der Bobdominator, wie Friedrich auch genannt wird, dominiert noch nicht. Ist das ein Zeichen der Schwäche? Oder - das behaupten manche Beobachter zu Beginn dieses Olympia-Winters - sogar die Wachablösung?
Von wegen - entgegnet einer, der es wissen muss: Martin Grothkopp. 2018 hat der Dresdner den Friedrich-Viererbob mit zu Olympiagold geschoben, er startete 65-mal im Weltcup (54-mal Viererbob, 11-mal Zweierbob), wurde viermal Welt- und zweimal Europameister. Im Podcast „Dreierbob“ sagt Grothkopp: „Das Duell Friedrich-Lochner wird massiv weitergehen. Und die Messe wird ganz am Ende in Cortina gelesen."
Grothkopp sieht die größeren Vorteile aufseiten seines früheren Team-Chefs. Der habe mehr Erfahrung im Umgang mit Druck in entscheidenden Phasen - und: "Er hat den Killerinstinkt." Allerdings, so der frühere Anschieber weiter, sei Lochner ein ausgezeichneter Sportler. Das Duell mit Friedrich, egal wie es ausgehen möge, tue dem Bobsport gut.
Außerdem geht es in dem ausführlichen Interview um Grothkopps Engagement beim Dresdner Sportclub, wo er die Abteilung Bob, Skeleton und Rodeln mit gegründet hat. Der Dopingfall um den Sprinter und Bob-Anschieber Simon Wulff, der beim DSC trainiert, ist ebenfalls Thema des Gesprächs. Grothkopp berichtet darüber, wie mit dem Fall im Verein umgegangen werde und wieso "die ganze Geschichte massiv unglücklich gelaufen" ist.
Und schließlich erzählt Grothkopps noch von seinem Hauptjob. Als Projektmanager bei der Dresdner Firma Solarwatt sorgt er dafür, dass auch auf Dächer von außergewöhnlichen Immobilien Solarmodule kommen. Ein Gefängnis in Münster, der denkmalgeschützte Kulturpalast in Dresden oder das Olympiastadion in Berlin, die Liste der von Grothkopp ausgestatteten Dächer ist schon fast so lang wie die seiner Erfolge.
Drei Minuten, 22 Sekunden und 45 Hundertstel! Das ist nicht irgendeine Zahlenfolge, das ist die zusammengerechnete Zeit nach den vier Läufen des Zweierbob-Rennens der Frauen bei den Olympischen Spielen 2018 in Südkorea. Und es ist die Siegerzeit von Mariama Jamanka, mit der sie sich damals ohne vorher je ein großes Rennen gewonnen zu haben zur Olympiasiegerin krönte.
Im Podcast „Dreierbob” von Sächsischer Zeitung und RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) spricht die frühere Weltklasse-Bobpilotin über den größten Moment ihrer aktiven Laufbahn - und darüber, warum ihr dieser Erfolg zwar viel, aber längst nicht alles bedeutet.
Die heute 35-Jährige studiert inzwischen Psychologie in Berlin und arbeitet als Reporterin für die ARD. Sie dreht große TV-Dokumentationen, moderiert den Sportblock im vom MDR produzierten Mittagsmagazin und berichtet für die Sportschau von Bobbahnen überall auf der Welt. Im Podcast-Interview verrät sie, wie sie das alles unter einen Hut bekommt und wieso es ihr jetzt hilft, dass sie als Leistungssportlerin lernen musste, in schwierigen Phasen mit hohem Erwartungsdruck umzugehen.
Ein Gespräch über Ehrgeiz, Neuanfang und die Freiheit, selbst zu bestimmen, was wichtig bleibt. Oder, wie Jamanka es selbst sagt: „Ich bin tatsächlich fein damit, auch so ein bisschen zurückzutreten.“
Dass der bevorstehende Winter ein besonderer wird, ist schon in diesen Tagen zu spüren - und auch gleich in der ersten Folge der neuen Staffel Dreierbob, dem Wintersport-Podcast von Sächsische.de und RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Olympia ist eben nur alle vier Jahre - und in vielen Sportlerbiografien ein tatsächlich einmaliges Erlebnis.
Er übertrifft auch diesbezüglich alles: Francesco Friedrich. Für den Bobdominator, unter anderem zweimal zweifacher Olympiasieger, werden es die vierten Spiele sein, wenn sich im Februar 2026 in Cortina d‘Ampezzo die Elite des Wintersports zu dem alles überragenden Höhepunkt trifft.
Im italienischen Dolomiten-Dorf, bekanntgeworden in den 1950er-Jahren durch den legendären Eugenio Monti, will Friedrich seine ohnehin schon außergewöhnlich erfolgreiche Karriere endgültig krönen. Und danach den Schlitten für immer in die Garage stellen?
Der Dreierbob fragt nach - und Friedrich antwortet ausführlich. Der 35 Jahre alte Weltklasse-Pilot aus Pirna spricht über seine Erwartungen an die Olympia-Saison und die Spiele selbst, und er erzählt von der nicht konfliktfreien Sommervorbereitung. Dass er beim Hausputz von der Leiter fiel und sich an der Hand verletzte, ist dabei eine Anekdote, über die Friedrich schmunzeln kann. Wenngleich er auch sagt: „Das war ein Warnschuss.“
Außerdem berichtet Gerd Leopold, stellvertretender Bundestrainer und seit 17 Jahren Heimtrainer von Friedrich, wie das deutsche Team aufgestellt ist. Dabei geht es auch um den Wettkampf der Dauerrivalen Friedrich und Johannes Lochner. Zudem geht es auch um die Folgen des Dopingfalls bei Anschieber Simon Wulff.
Und schließlich berichtet noch Jens Morgenstern, der Chef am SachsenEnergie-Eiskanal, von Bauarbeiten und einem kniffeligen Defekt, der die Saisonvorbereitung turbulent werden ließ.
Ein guter Wintersportler, das ist bekannt, wird im Sommer gemacht. Und ein sehr guter Wintersportler, das ist zumindest in Sachsen mittlerweile Tradition, wird im April geehrt - beim Empfang von Landessportbund Sachsen und dem für den Sport im Freistaat verantwortlichen Innenministerium. Allen voran auch diesmal: Weltklasse-Rodlerin Julia Taubitz, die im vergangenen Winter drei WM-Goldmedaillen im kanadischen Whistler gewann, sowie Bobdominator Francesco Friedrich, der gut 5.000 Kilometer östlich im nordamerikanischen Lake Placid zwei WM-Erfolge einfuhr.
Was die Annabergerin mit dem Pirnaer verbindet, ist zudem der Sieg im Gesamtweltcup sowie der Blick zurück verbunden mit der Vorschau auf das, was kommt, im „Dreierbob“, dem Wintersportpodcast von Sächsische.de und RedaktionsNetzwerk Deutschland. Auch das gehört inzwischen zum Abschluss einer Saison dazu.
Zugleich gibt es eine Premiere in dieser Folge: Mit Selina Freitag ist erstmals eine Skispringerin am „Dreierbob“-Mikrofon. Die 23-Jährige aus dem Erzgebirge hat mit zwei Silbermedaillen bei der WM in Trondheim für Schlagzeilen gesorgt und die erfolgreichste Saison ihrer Karriere absolviert. Im Interview erzählt sie davon.
Wie bei Taubitz und Friedrich stellt sich natürlich auch bei Freitag die Frage, mit welchen Erwartungen und Wünschen sie auf die nächste, die olympische Saison blickt. Mit dem Trio wird Sachsen in jeden Fall drei Top-Kandidaten für Top-Platzierungen am Start haben, wobei es vor allem bei den Kufen-Assen um mehr als lediglich Medaillen geht. Die haben sie fest eingeplant - und den Olympiasieg als Ziel.
Bis zum Saisonstart ist indes noch reichlich Zeit, das Training aber hat bereits wieder begonnen. Und nachdem Julia Taubitz vor einem Jahr das Surfen lernte, ist sie diesmal läuferisch unterwegs - bei einem Halbmarathon in den Alpen. Wo genau, mit wem zusammen und warum, auch das erzählt sie in der letzten Folge „Dreierbob“ für diese Saison.
Es waren aufregende, ereignisreiche, mitunter turbulente, heiße und kalte, vor allem aber erfolgreiche Tage für die deutschen Bobfahrerinnen und Bobfahrer bei der Weltmeisterschaft in Lake Placid. Im berühmt-berüchtigten Eiskanal am Mount van Houvenberg haben sie in der Vergangenheit selten etwas Großes gewonnen – und diesmal so richtig abgeräumt. Die schwarz-rot-goldige Bilanz: insgesamt neun von zwölf möglichen Medaillen, darunter drei von vier Siegen.
Für den krönenden Abschluss, so hat das Bundestrainer René Spies gesagt, haben dabei die Frauen gesorgt mit ihrem nicht für möglich gehaltenen Dreifach-Triumph im Zweierbob gesorgt. In der WM-Bilanz des „Dreierbobs“, dem Wintersportpodcast von Sächsische.de und RedaktionsNetzwerk Deutschland, sprechen die neuen Weltmeisterinnen Laura Nolte und Deborah Levi über ihren Titel, den sie eigentlich schon im Vorjahr bei ihrer Heim-WM in Winterberg gewinnen wollten.
Für Nolte und Levi, die zusammen im Zweierbob starten, hat es also nun ausgerechnet auf der Heimbahn der US-Amerikanerinnen geklappt. Für Nolte gab es dazu noch Silber im Monobob. Die beiden Sportlerinnen machen deutlich, warum der Eiskanal von Lake Placid ein besonderer ist – und vor allem besonders anspruchsvoll und herausfordernd.
Das ist zugleich die Steilvorlage für Brigitte Schmailzl, Physiotherapeutin aus München, spezialisiert auf Atmung und seit elf Jahren mit der Bob-Nationalmannschaft unterwegs. „Die Bahn in Lake Placid ist schon eine ordentliche Möbelei.“, sagt Schmailzl im Podcast. Die Sportlerinnen und Sportler müssten nach ihren Fahrten intensiv betreut werden. "Sie haben nach den vielen Erschütterungen einfach wahnsinnig viel Druck im Körper." Und wie sie den aus eben diesen raus bekommt, erklärt die Therapeutin.
Und sie sagt auch, wie es Bobdominator Francesco Friedrich immer wieder schafft, den nicht nur sprichwörtlich langen Atem zu beweisen und zum Saisonhöhepunkt abzuliefern. Mit seinem Team fährt der Pirnaer in Lake Placid schließlich die WM-Titel 15 und 16 ein.
Seine Karriere krönen möchte Friedrich ebenso wie der erneut zweimal besiegte Dauerherausforderer Johannes Lochner in einem Jahr bei Olympia – in Cortina!? Ob Ausrufe- oder Fragezeichen, das ist bis zuletzt nicht ganz klar gewesen, weil die italienischen Gastgeber die Bahn auf den letzten Drücker und nun in Rekordtempo bauen.
Dass es gelingt, davon ist Heike Größwang überzeugt. Die Generalsekretärin des Bob- und Skeleton-Weltverbandes IBSF zieht im Podcast zum einen WM-Bilanz und schaut zum anderen voraus auf Cortina. Dort, das betont sie, wird es bereits Ende März die ersten offiziellen Testfahrten geben. Der Plan B des Internationalen Olympischen Komitees, also die Eiskanal-Wettbewerbe in Lake Placid statt Cortina, werde nicht benötigt. Größwang sagt: "Daran gibt es keinen Zweifel."
Nach dem WM-Sieg im Zweier ist vor dem WM-Sieg mit dem Vierer? So einfach geht das selbst bei Bobdominator Francesco Friedrich nicht, auch wenn es mittlerweile den Anschein macht. In Lake Placid hat der Pirnaer, schon jetzt der beste, weil erfolgreichste Bobpilot aller Zeiten, seinen 15. Titel perfekt gemacht – auf spektakuläre, fast unglaubliche Art und Weise. 0,02 Sekunden lagen er und sein Anschieber Alexander Schüller vier, fünf Kurven vor Schluss zurück, 0,03 Sekunden betrug im Ziel dann ihr Vorsprung.
So spannend war Bobsport lange nicht mehr. Ein Herzschlagfinale verbunden mit emotionalen Extremen. Und nicht nur Johannes Lochner, Dauerkonkurrent und nun zum neunten Mal bei Olympia oder WM auf Platz zwei hinter Friedrich, fragt entnervt wie bewundernd: Wie macht der das nur?
Die Antworten gibt es im "Dreierbob", dem Wintersportpodcast von Sächsische.de und RedaktionsNetzwerk Deutschland. Diese Folge fasst die Ereignisse des ersten Wochenendes dieser Bob- und Skeleton-Weltmeisterschaft zusammen, ordnet ein und bietet Hintergründe. Dazu die O-Töne der Protagonisten: Was also sagen Friedrich, Lochner sowie deren Anschieber Alexander Schüller und Georg Fleischhauer zur dramatischen Entscheidung im Zweier der Männer?
Eine Erklärung liefert zudem Gerd Leopold, der stellvertretende Bundestrainer aus Riesa und zugleich Friedrichs Heimtrainer. Dabei fällt es ihm hörbar schwer, und das ist ein Puzzleteil für den immer wiederkehrenden Erfolg, den Sieg zu genießen. „Es gibt Dinge, die müssen wir nächstes Jahr besser machen. Das wissen wir, und das haben wir uns jetzt schon gesagt“, so Leopold.
Denn im nächsten Jahr stehen dann die ganz großen, die allerwichtigsten Rennen an, dann ist Olympia. Den WM-Titel im großen Schlitten am kommenden Wochenende, den hätten sie trotzdem sehr gerne, Friedrich wie auch Lochner. Und vielleicht wiederholt sich ja Geschichte: 2017 wurden beide zeitgleich Viererbob-Weltmeister.
Und apropos Olympia: Das haben auch die beiden sächsischen Skeletoni Susanne Kreher und Axel Jungk fest im Blick. Jungk, gerade 34 alt geworden, feiert in Lake Placid überraschend Bronze. Kreher wird nach einem verkorksten ersten Lauf noch starke Sechste. Beide sind im Dreierbob im Interview.
Die eine Medaille hat er sich so sehr vorgenommen, und dann sind es sogar zwei geworden. „Das ist natürlich praktisch und nehme ich gern so mit“, sagt Justus Strelow mit verschmitztem Grinsen in dieser Folge „Dreierbob”. Gemeint sind die Bronzemedaillen im Single-Mixed-Wettbewerb und in der Mixed-Staffel, die der aus dem sächsischen Schmiedeberg stammende Biathlet im Februar bei der Weltmeisterschaft in Lenzerheide fürs deutsche Team, aber natürlich zuallererst auch für sich selbst gewonnen hat.
Medaillen bei einem Großereignis sind immer etwas Besonderes, bei Strelow gilt das jedoch umso mehr. Denn sieht man einmal ab von einem ersten Platz in einem Single-Mixed-Rennen beim Weltcup in Antholz in der Vorsaison, sind eben diese beiden dritten Plätze bei der WM jetzt die bisher größten sportlichen Erfolge in seiner Karriere. Doch der 28-Jährige macht schnell klar: Ausgelassen feiern konnte er das nicht.
Allein die Zeit würde dazu schon fehlen, meint Strelow, der für das Podcast-Gespräch aus dem Team-Hotel der deutschen Mannschaft im tschechischen Nové Město zugeschaltet ist. Dort steht am kommenden Wochenende der nächste Weltcup auf dem Programm, die Saison ist schließlich längst noch nicht vorbei. „Es gilt also immer noch die Spannung zu halten für die letzten noch ausstehenden Rennen, weil ich noch andere Ziele habe“, betont Strelow.
Der Biathlet erzählt, was er sich für den Rest dieser Saison noch vorgenommen hat. Ein Platz unter den besten 15 im Gesamtweltcup wäre schon toll, aktuell steht er auf Rang 17. Fest im Blick, auch wenn er darüber noch gar nicht so richtig sprechen mag, hat er auch Olympia in einem Jahr. Wie bereitet er sich auf diesen nächsten Karriere-Höhepunkt vor? Wird er wieder wie im vergangenen Sommer einen Marathon unter drei Stunden laufen? Und wie wichtig ist für ihn, den Einzelsportler, eigentlich die große Biathlon-Mannschaft, mit er etwa 180 Tage im Jahr zusammen unterwegs ist?
Antworten auf diese vielen Fragen liefert das gut 40 Minuten lange Gespräch mit Justus Strelow. Und ganz nebenbei wird auch geklärt, wieso ein Ritual mit Kaffee und Kuchen einen nicht ganz unwesentlichen Anteil am Erfolg des Sachsen hat.
Sekundenbruchteile entscheiden im Spitzensport oft über Sieg oder Niederlage. Es gleicht also umso mehr einer Kunst, wenn sich Athletinnen und Athleten mitunter jahrelang auf genau den einen Wettkampf vorbereiten. Hartes körperliches Training, Schweiß, Entbehrungen: All das ist nötig in der nicht selten als „Mission“ titulierten Vorbereitung für den Gewinn einer Medaille bei Großereignissen wie Olympia und Weltmeisterschaften – oder eben einer neuen persönlichen Bestleistung.
Weil Sport von Menschen und bestenfalls mit, nicht von Maschinen betrieben wird, dürfte klar sein: Auf den Schultern von Spitzensportlern lastet in solchen Situationen enormer Druck. Die Problemzone, um im Bild zu bleiben, liegt dabei allerdings genau dazwischen, nämlich im Kopf. Womit das Thema für diese Folge „Dreierbob“, dem Wintersportpodcast von Sächsische.de und Redaktionsnetzwerk Deutschland, klar umrissen ist: Es geht um mentale Fitness und vier überraschende Erkenntnisse.
Zu Gast ist die Dresdner Sportpsychologin Grit Reimann. Sie sagt, was grundsätzlich gilt: „Wenn ich mental fit bin, kann ich zum entscheidenden Zeitpunkt mein volles Potenzial abrufen – unabhängig von äußeren Bedingungen“. Reimann betreut zahlreiche Spitzenathleten, darunter Wintersportler wie die Weltklasse-Rodlerin Jessica Degenhardt, die bei der WM in Whistler kürzlich einen kompletten Medaillensatz eingefahren hat, oder das Bogenschützen-Duo Michelle Kroppen und Florian Unruh, das bei den Olympischen Spielen in Paris 2024 Silber gewann. Unter anderem auch im Eisschnelllauf, Shorttrack und Turnen ist ihre Expertise gefragt. „Es wäre leichter, die Sportarten aufzuzählen, mit denen ich noch nicht in Berührung kam“, meint Reimann. Mentale Fitness, das wird im Podcast schnell deutlich, geht alle an - und bewirkt, man möchte es sagen, fast schon Wunder.
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