Dreierbob

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Dreierbob episodes

  • Erstes Gold für Team D - Rennrodler Johannes Ludwig am Tag danach im Dreierbob
    Rennrodler Johannes Ludwig hat die erste Goldmedaille für Deutschland bei Olympia in Peking geholt. Im Podcast spricht er über den Erfolg, die Party danach - und was noch kommt.
    Nach einer kurzen Nacht mit vielen Gedanken und noch mehr Emotionen, wie er sagt, beginnt für Olympiasieger Johannes Ludwig die zweite Disziplin bei diesen Winterspielen in Peking: der Medien-Marathon. Es ist sozusagen die Pflicht nach der Kür am Abend zuvor, als der Rodler im Eiskanal von Yanqing zur Goldmedaille fuhr. Noch dazu ist es die erste fürs deutsche Team - und das Interesse am 35-Jährigen noch einmal größer.
    Zwischen Fernseh-Interview und Telefonat mit der Heimatzeitung in Thüringen nimmt Ludwig auch Platz im Dreierbob, dem Wintersportpodcast von Sächsische.de.
    Im Podcast-Gespräch gesteht er, dass er es immer noch nicht so richtig fassen kann. "Ich werde mir jetzt im Nachhinein alles noch mal in Videos anschauen, was überhaupt passiert ist. Und dann werde ich das wahrscheinlich so Stück für Stück verarbeiten", erzählt Ludwig und verrät, dass er die Medaille wie angekündigt in der Nacht unterm Kopfkissen nahe bei sich hatte. "Jetzt habe ich sie in der Hand und streichle sie nebenbei immer ein bisschen."
    Dass Ludwig, der noch nie einen Einzeltitel gewonnen hat, in Peking triumphiert - wer hätte das schon gedacht? Tatsächlich wohl nicht mal unbedingt er selbst, wobei Ludwig in dieser Saison so gut wie nie unterwegs ist. Fünf Weltcups hat er für sich entschieden, außerdem den Gesamtweltcup. Vor allem aber verblüfft die souveräne Art und Weise, mit der er den technisch anspruchsvollen Eiskanal im Griff hatte.
    Start- und Bahnrekord im ersten Lauf, noch einen Bahnrekord im dritten Lauf, seinem besten, wie er meint. Schließlich die nervenstarke Fahrt zu Gold. "Dieses Level zu finden zwischen der richtigen Anspannung und Entspannung, das ist mir ganz gut gelungen. Ich war wirklich überrascht, wie gut ich über die Nacht gekommen bin", sagt Ludwig.
    Im Podcast beantwortet der neue Olympiasieger auch die zwei wichtigsten Fragen, die sich nun stellen: Beendet Ludwig als bald 36-Jähriger auf dem vermeintlichen Höhepunkt jetzt wirklich seine Karriere? "Ich habe nicht gesagt, dass ich aufhören werde, und ich habe nicht gesagt, dass ich weitermache", sagt er.
    Jetzt wolle Ludwig erst einmal genießen, Luft ranlassen und dann mit seiner Familie reden, "ob ich mir eine weitere Saison gönnen möchte oder nicht". Verlockend ist die WM 2023 in Oberhof natürlich schon. Eine WM, die für den Thüringer im doppelten Sinne eine Heim-WM wäre.
    Und wie hat er eigentlich jetzt die Goldmedaille gefeiert? Seine Mannschaftskollegen hatten schließlich so eine Vorahnung. "Das wird eine fette Party geben. Ganz egal, ob mit Cola, Wasser oder Bier", sagte der Sechsplatzierte Max Langenhahn am Sonntagabend im Ziel.
    Der weitaus erfahrenere viermalige Olympiasieger Felix Loch, diesmal Vierter, wusste da schon mehr. Er frohlockte, dass die Österreicher im Olympischen Dorf gleich nebenan wohnen und immer einen guten Schluck dabei haben. Und so kam es dann auch. Aber hören Sie selbst ...
    Außerdem in dieser Folge: Hören Sie, wie sich Eisschnellläuferin Claudia Pechstein kurz nach ihrem 3.000-Meter-Rennen und ihrer achten Teilnahme an Olympischen Spielen geäußert hat.
    22 min
  • Olympischer Traum hinter Zäunen - Reporter Tino Meyers erste Eindrücke von den Spielen in Peking
    Tino Meyer schildert im Podcast die Besonderheiten seiner Einreise in China. Aus Peking berichtet der Reporter für Sächsische.de von den Olympischen Spielen.
    Es ist kalt in Peking in diesen Tagen, eisig kalt und die Sonne trügerisch, sehr trügerisch. Sie sorgt für schöne Bilder, wärmt aber nicht – was ganz gut passt zu diesen Olympischen Winterspielen, die am Freitag in Peking eröffnet werden.
    SZ-Reporter Tino Meyer ist seit Dienstag in Peking und berichtet über die Spiele in der chinesischen Hauptstadt. Im Wintersport-Podcast Dreierbob erzählt er vom Ankommen im Land, aus dem das Coronavirus kam, und von seinem Leben in der olympischen Parallelwelt mit täglichen Tests und abgeriegelten Sportstätten und Unterkünften.
    Vom der historischen Idee, dass sich bei Olympia die „Jugend der Welt“ zum sportlichen Wettstreit trifft, ist nicht viel geblieben. Das habe erst mal nichts mit Peking im Speziellen zu tun, stellt Meyer fest.
    Doch falle es ein mehr auf als bei früheren Spielen. Neben dem Dauer-Thema Corona, das schon die Sommerspiele im vergangenen August in Tokio überlagert hat, kommt nun ein explizit chinesisches hinzu: der Umgang mit Menschenrechten wie die freie Meinungsäußerung.
    Von speziellen Umständen ist zuletzt bei Sportlern und Trainern immer wieder die Rede gewesen, und das hat schon vor der Einreise angefangen. Normalerweise müssen die Athleten eine sportliche Norm erreichen, um sich den Traum von Olympia zu erfüllen. Zweimal beim Weltcup unter den besten 15 oder einmal in den Top 8 – das sind beispielsweise die Kriterien in Deutschland.
    Mannschaften müssen sich extra bei Turnieren qualifizieren - und Journalisten einen Akkreditierungsantrag beim Deutschen Olympischen Sportbund einreichen. Doch damit ist es diesmal eben nicht getan ...
    Den langen Weg nach Peking, der vor allem ein bürokratischer Marathon war, und die ersten Eindrücke vor Ort schildert der SZ-Reporter in dieser Podcast-Folge.
    Zudem kommt Francesco Friedrich zu Wort, der Bobdominator aus Pirna - und nun auch Fahnenträger. Bei der Eröffnungsfeier am Freitag führt er zusammen mit Eisschnellläuferin Claudia Pechstein die deutsche Mannschaft ins Olympiastadion. Das heißt auch für ihn: Noch einen Corona-Test extra, so sind die Regeln.
    25 min
  • Absolute Isolation und Training: Bob-Trainer Gerd Leopold über die letzten Tage vor Olympia
    Seit 40 Jahren ist der Riesaer Gerd Leopold Bob-Trainer. Im Podcast spricht er über Olympia, Francesco Friedrich - und den großen Gegner Corona.
    Die Uhr tickt runter, die heiße Phase vor Olympia hat begonnen. Das Kürzel im Leistungssport dafür lautet UWV, unmittelbare Wettkampfvorbereitung. So steht es auch diesmal wieder in den Trainingsplänen von Gerd Leopold. Und kaum einer weiß besser, worauf es jetzt ankommt: Kräfte sammeln, Konzentration schärfen. Seit 40 Jahren arbeitet der Riesaer nun schon als Bobtrainer, seit 2011 ist er Heimtrainer von Francesco Friedrich.
    Vor den Olympischen Spielen, die am 4. Februar in Peking eröffnet werden, kommt diesmal noch ein geradezu zentraler Punkt hinzu, mahnt der Trainer im Wintersportpodcast "Dreierbob" bei Sächsische.de an: "Kontakte meiden!"
    Um sich vor dem Coronavirus zu schützen, hat sich die gesamte deutsche Bob-Nationalmannschaft, Techniker, Serviceleute und Physiotherapeuten inklusive, eine Woche vor dem Abflug nach Peking aus der Öffentlichkeit komplett zurückgezogen. Im Trainingszentrum Kienbaum am Rande von Berlin bestreitet das Team nun also die UWV. "Wir haben es die ganze lange Weltcup-Saison jetzt ohne Infektion geschafft, da wollen wir auf die letzten Tage nichts anbrennen lassen", sagt Leopold und klopft sich dreimal leicht auf den Kopf.
    Das Motto für den Aufenthalt in Kienbaum lautet also: "Noch mal gut trainieren. Aber bloß nicht infizieren!" So kurz vor dem herausragenden Saisonhöhepunkt, der maßgeblich über den weiteren Karriereverlauf der Athleten entscheidet und zudem die Förderung der gesamten Sportart in Deutschland bestimmt, könnte ein positiver Fall empfindliche Folgen haben. Leopold weiß das, er hat auch schon oft genug Krisen und Extreme erlebt.
    Harald Czudaj, mit dem er mittlerweile Fitnessstudios mit dem vielsagenden Namen "Olympia" in Riesa und Coswig betreibt, und dessen Vierer-Team hat Leopold 1994 in Lillehammer zum Olympiasieger gemacht, danach trainierte er Jamaikaner, Franzosen und Niederländer. Und seit 2011 ist der frühere Marathonläufer vom SC Einheit Dresden (Bestzeit 2:32 Stunden) an einem besonders ambitionierten Projekt beteiligt. Die Erfolge von Bobdominator Francesco Friedrich aus Pirna, dem Rekordweltmeister und zweimaligen Olympiasieger von 2018, gehen auch auf ihn zurück.
    Leopold schreibt die Trainingspläne, er ist zudem so etwas wie die Vaterfigur, zugleich Motivator, Netzwerker und einer, der immer wieder innovative Ideen einbringt. Zum Beispiel, dass auch Yoga gut ist für starke Männer, die sonst Kniebeuge mit einer 200-Kilo-Hantelstange im Nacken machen.
    Einmal pro Woche versammelt er Team Friedrich, zu dem die Anschieber Thorsten Margis, Candy Bauer, Martin Grothkopp, Alexander Schüller sowie in diesem Jahr auch der überaus erfahrene Alexander Rödiger gehören, zum gemeinsamen Training auf der Anschubstrecke in Riesa.
    Und selbstverständlich ist Friedrichs Ziel, die Olympiasiege Nummer drei und vier, auch seines. "Wir haben in dieser Saison 16 von 18 Rennen gewonnen. Etwas anderes als zu sagen, wir fahren um den Sieg, kann nicht unser Anspruch sein", sagt Leopold - und schiebt nach: "Doch es gibt keine Garantie."
    Am Samstag fliegt die Bob-Mannschaft nach Peking. Von dort geht es dann weiter in die gut 80 Kilometer nordwestlich gelegenen Berge nach Yanqing, wo auf der neu gebauten Olympia-Bahn kurzfristig noch vor der Eröffnung zwei Trainingstage für die Bobfahrer vorgesehen sind. Eine unverhoffte Chance, die sich der Perfektionist Friedrich nicht entgehen lässt. Die Männer-Rennen stehen dann am 14. und 15. (Zweier) sowie am 19. und 20. Februar (Vierer) im olympischen Programm.
    Vorab wartet auf Friedrich womöglich jedoch noch eine besondere Aufgabe. Er steht als Fahnenträger der deutschen Mannschaft für die Eröffnungsfeier zur Wahl, die Abstimmung läuft bis zum 30. Januar. "Diese ehrenvolle Aufgabe würde Francesco sehr gerne übernehmen", sagt Leopold.
    45 min
  • Michael Rösch über Biathlon, China und wieso bei Olympia immer etwas schiefgeht
    Ex-Biathlet Michael Rösch erzählt im "Dreierbob", warum Olympia in Wahrheit gar nicht immer so traumhaft ist und welche Chancen er für das deutsche Team sieht.
    Technisch macht ihm keiner etwas vor, schon gar nicht seit seinem Seitenwechsel. "Aufnahme läuft", sagt Michael Rösch, Biathlon-Olympiasieger von 2006, bei seiner Premiere im Wintersport-Podcast "Dreierbob" bei Sächsische.de. Und statt die erste Frage an ihn, den Talk-Gast, abzuwarten, stellt er die lieber selbst: "Bin ich Pilot, der Bremser oder sitze ich mittendrin?" Schlagfertig ist der Altenberger also wie eh und je, was ganz gut passt zu seinem neuen Job als TV-Experte.
    Bei Eurosport kommentiert Rösch jetzt zusammen mit Sigi Heinrich die Weltcups, auch in diesen Tagen wieder. Nach Oberhof macht der Biathlon-Tross momentan Halt in Ruhpolding, für den 38-Jährigen ein besonderer Ort. Vor ziemlich genau drei Jahren beendete der Olympiasieger von 2006 im bayrischen Biathlon-Mekka seine Karriere.
    Im Podcast erzählt Rösch natürlich auch von jener sportlichen Sternstunde damals in Turin - wobei er sich gar nicht mehr genau erinnern könne, wie er gesteht. Erst diese Woche habe er mit seinem damaligen Teamkollegen Sven Fischer, der jetzt als ZDF-Experte arbeitet, beim Abendbrot zusammengesessen und über die Winterspiele 2006 gesprochen. "Fisch hat noch alles präsent und weiß jedes Detail, da sind auch bei mir wieder viele Erinnerungen hochgekommen", sagt Rösch.
    Als Toptalent hatte er es sozusagen auf Anhieb in die Olympia-Staffel geschafft und mit schnellen Schießzeiten die Fachwelt verblüfft - und sogar eine kleine Revolution in seiner Sportart ausgelöst. Unvergessen sein legendäres 17-Sekunden-Schießen beim Weltcup-Sprint 2008 in Oslo, das es zum Klick-Hit bei Youtube geschafft hat.
    Solche Zeiten sind heute immer noch die Ausnahme, doch an die 20 Sekunden kommen inzwischen viele Biathleten heran. Schnelles Schießen gehört inzwischen dazu. Das weiß auch Rösch, der in Anlehnung an seinen nicht minder erfolgreichen Vater Eberhard unverändert von allen Ebs genannt wird.
    Im Podcast redet Rösch zudem ausführlich über den Leistungsstand der deutschen Biathleten, neue Talente auch in Sachsen, die Perspektive für Sachsens derzeit Besten, Justus Strelow, der Olympia sehr wahrscheinlich verpasst, sowie die Erfolgsaussichten generell bei den Winterspielen in Peking.
    Er selbst ist ganz froh, nicht selbst nach Peking zu müssen. "Schönes Stadion, breite Strecke, doch selbst ohne Corona würden dort keine Zuschauer sein. Biathlon interessiert in China keinen. Das ist das eine", sagt Rösch. Das andere sind die vieldiskutierten Corona-Bedingungen vor Ort und nicht zuletzt die kritische Menschenrechtslage: "Olympische Spiele haben in so einem Land einfach nichts zu suchen. Aber dafür können wir nichts, das liegt am IOC. Und das IOC macht mit dem den Handschlag, wo es das meiste Geld gibt - so sieht es zumindest aus."
    Rösch, der aus dem Eurosport-Studio in München berichten wird, bemängelt jedoch zugleich, dass beispielsweise in Europa keiner mehr Olympia haben wolle. Seine Begründung: "Die Werte sind einfach mehr da, wenn selbst Nationen wie Deutschland, Norwegen und Schweden die Spiele nicht mehr wollen. Ich finde es nicht schön, dass Olympia in China stattfindet."
    Rösch selbst erfindet sich also immer wieder neu, er lebt dabei nach dem Prinzip Hinfallen, Aufstehen, Weitermachen. Weltklasse-Sportler ist er gewesen, dabei ein Stück weit immer auch sein eigener Manager, erst recht in den Jahren als Wahl-Belgier, nach der Karriere war er dann für kurze Zeit auch Trainer, er ist zudem Werbegesicht und nun eben Journalist. Der Bezugspunkt ist dabei stets der gleiche: Biathlon. Es bleibt seine Leidenschaft.
    44 min
  • Das China-Trauma: Georg Hackl über schockierende Erlebnisse der Rodler am Olympia-Ort
    Rodel-Ikone Georg Hackl kritisiert im "Dreierbob" eindringlich den Olympia-Gastgeber China. Corona macht ihm indes weniger Sorgen als der Umgang mit Menschen in dem Land.
    Geht es ums Rodeln in Deutschland, kommt man an ihm nicht vorbei: Georg Hackl - oder wie man den dreimaligen Olympiasieger längst nicht mehr nur in seiner bayerischen Heimat nennt: der Hacklschorsch. "Was mich als Kind schon fasziniert hat, dass es möglich ist, dass ein Rennrodler an einer senkrechten Wand entlang fahren kann und da nicht runterfällt", erzählt der 55-Jährige im "Dreierbob", dem Wintersport-Podcast von Sächsische.de - der in dieser olympischen Saison auch mal schnell zum Dreierrodel wird.
    Im Gespräch mit Hackl, der in Berchtesgaden zu Hause ist und mittlerweile als Stützpunkttrainer arbeitet, kommt man natürlich auch an dem alles beherrschenden Thema dieser Tagen nicht vorbei: Corona. Hackl wirbt mit Nachdruck fürs Impfen, das sei die einzige Chance im Kampf gegen das Virus.
    Die Pandemie beschäftigt auch den Leistungssport mehr denn je, erst recht mit Blick auf die Olympischen Winterspiele im Februar 2022 in Peking. Auch das erfolgsverwöhnte und vor allem Erfolg gewöhnte deutsche Rodel-Team ist betroffen. Olympiasieger Felix Loch sowie Dajana Eitberger fehlten beim letzten Weltcup vor Weihnachten in Innsbruck aufgrund einer Corona-Infektion.
    Mehr noch wirkt allerdings das Erlebte von den Trainingswochen auf der neuen Olympiabahn in Yanqing nach, sowohl bei den Sportlern als auch bei Hackl selbst. "Die Gefahr einer Ansteckung mit Corona halte ich in China für sehr, sehr gering, weil hier starke Maßnahmen gegen eine solche Ansteckung ergriffen wurden", sagt der gebürtige Bayer.
    Etliche Maßnahmen seien allerdings wenig sinnvoll und würden vielmehr die Freiheit des Individuums stark einschränken. So habe er beispielsweise beim Einchecken ins Hotel seinen Ausweis abgeben müssen und habe den erst am letzten Tag wiederbekommen. Dies sei ein kleines, aber aussagekräftiges Beispiel.
    Die Corona-Quarantäne habe sich wie Strafvollzug angefühlt mit Stacheldraht rund ums Hotel, meint Hackl mit leiser, ernster Stimme. Ursächlich verantwortlich dafür macht er "ein anderes Menschenbild, ein anderes Weltbild, das man in diesem Land hat und Dinge handhabt, die wir in freien, demokratischen Ländern unter ,geht gar nicht' einordnen würden. Da ist der Mensch nichts wert, und da ist es wurscht, wenn der Mensch nicht raus darf."
    Unter diesen Voraussetzungen, stellt Hackl weiter fest, "hat das Große, Schöne und Tolle, was Olympia immer war, für mich ganz grundsätzlich seinen Zauber verloren". Es falle ihm daher auch sehr schwer, sich für eine erneute Reise nach China im Februar zu motivieren, er verbucht es inzwischen vielmehr als reine Arbeitsreise. "Mir tun vor allem die Sportler leid, die um das Erlebnis Olympia und die großartigen Momente, wie ich sie mehrfach erleben durfte, betrogen werden", sagt Hackl und macht dafür gleichermaßen die Pandemie und den Austragungsort verantwortlich.
    Hackl kommt nicht zuletzt aufgrund der anhaltenden Menschenrechtsverletzungen in China zu dem Schluss: "Augen auf bei der vergabe der Olympischen Spiele." Es tue ihm für die Sportler leid, es tut ihm für Olympia leid. "Und mir tut es für alle sehr, sehr leid, die unter solch einem Regime leiden", betont er.
    Was bleibt, ist der sportliche Wettbewerb - auch in Peking und trotz der widrigen Umstände, die auch von den Athleten anderer Länder kritisiert wurden. "Wir sind gut aufgestellt, sind gut vorbereitet. Und wir haben unsere Erfahrungen mit der Bahn gemacht", sagt Hackl. Er spricht von einer sehr aufwendig und großzügig gebauten Anlage. "So etwas hat der Rodelsport bisher noch nicht gesehen. Eigentlich eine Vorzeige-Anlage."
    Im Podcast erzählt der erfolgreichste Rodler aller Zeiten zudem von der Leidenschaft für seinen Sport, vom Tüfteln am Schlitten und auch über den zerstörten Eiskanal am Königssee sowie den Stand der Planungen zum Wiederaufbau dieser Bahn. Und Hackl verrät das Erfolgsgeheimnis der Rodelnation Deutschland, die selbstverständlich auch diesmal wieder
    36 min
  • Ist Corona der größte Konkurrent in diesem Winter, Herr Spies?
    Bob-Bundestrainer René Spies spricht über die Bedeutung von Olympia, Francesco Friedrich und den größten Gegner für alle: das Virus.
    Weihnachten kam noch nie so ungelegen und doch genau zum richtigen Zeitpunkt. Da geht es den Bobfahrern in diesem Jahr wie wohl allen Wintersportlern. Nach fünf Weltcup-Wochen sehnen sie sich nach einer Pause, doch die Füße hochlegen will und kann gut einen Monat vor den Olympischen Spielen in Peking niemand. Selbst Bob-Bundestrainer René Spies macht da keine Ausnahme.
    "Weihnachten ist schon sehr willkommen, doch ich glaube, abschalten kann jetzt keiner, Es geht eher darum, sich mental noch mal ein bisschen runterzufahren, um wieder zu Kräften zu kommen", sagt Spies im "Dreierbob", dem Wintersport-Podcast von Sächsische.de.
    Wenigstens zur Bescherung will er das Handy ausmachen und die Zeit mit seiner Familie genießen - nachdem sich vorher alle getestet haben. So viel Vorsicht und auch Professionalität muss sein. Nach harten Vorbereitungswochen soll Olympia nicht durch solche Nachlässigkeiten in Gefahr geraten. Ein positiver Corona-Fall und alles kann vorbei sein. Einreisen nach China darf nur, wer kurz vor dem Abflug zwei negative PCR-Tests vorweisen kann.
    Olympia - das ist nicht nur ein großer Traum für die Aktiven, es ist der Höhepunkt schlechthin für Nischensportarten wie auch den Bobsport. Weil eine Olympia-Medaille nicht zuletzt um ein Vielfaches mehr zählt als Podestplätze bei Welt- oder Europameisterschaften. "Das ist in jedem Fall so", betont Spies, spricht vom wertvollsten Wettkampf und sagt auch warum: "Wir werden nach dem Ergebnis abgerechnet und der Verband danach eingeordnet, wie viele Fördermittel er in den kommenden vier Jahren bis zu den nächsten Olympischen Spielen erhält."
    Auf eine Medaillenvorgabe will sich der Bundestrainer im Podcast nicht festlegen, doch er nennt seine prinzipielle Herangehensweise: Vor dem entscheidenden vierten Lauf solle in jeder der vier Bob-Disziplinen mindestens ein deutsches Team die Chance auf die Goldmedaille haben.
    Da ist es gut, und das weiß auch Spies, einen wie Francesco Friedrich in der Mannschaft zu haben. Über dessen unglaubliche Dominanz, Friedrich hat im Kalenderjahr 2021 alle Rennen gewonnen, und auch dessen Standing innerhalb der Nationalmannschaft spricht Spies ebenfalls wie auch über seine Arbeit als Bundestrainer und den mutmaßlich größten Gegner für alle: Corona.
    "Das ist in der Tat nicht nur für die Aktiven, sondern auch für uns als Trainer eine riesige Angst und auch Sorge, was passiert, wenn du dort positiv bist oder wenn du dich dort irgendwie ansteckst", erklärt Spies, der seit 2016 als Cheftrainer der deutschen Nationalmannschaft arbeitet und als Bobpilot selbst zweimal bei Olympischen Spielen am Start war.
    Eine Ansteckung hundertprozentig vermeiden, das könne man nicht. Es gehöre auch etwas Glück dazu, dass man verschont bleibe. Und das gehe bei der Anreise nach China los. "Wir müssen im Flugzeug dahin fliegen. Wenn da zwei, drei Infizierte im gleichen Flieger zufällig neben einem oder in der Nähe sitzen, hat man ganz schlechte Karten."
    Spies weiß um die Erlebnisse der deutschen Rennrodler, die bei ihrem Aufenthalt kürzlich in China aus genau diesem Grund in Quarantäne mussten. Im "Dreierbob" sprach die sächsische Rodlerin Julia Taubitz anschließend von "menschunwürdigen" Zuständen.
    Seine Wünsche fürs neue Jahr sind für Spies deshalb klar: Gesundheit - für seine Familie, die Sportler und auch sich selbst. "Und was mir echt Sorgen macht, und da kenne ich auch ein paar Leute, ist diese Corona-Radikalisierung. Die hat extrem zugenommen, da trifft man im Sport wie in der Gesellschaft auf verhärtete Positionen. Ich hoffe, dass wir da zurückfinden und im Dialog bleiben. Das ist ein Wunsch von mir für den Sport, aber auch für ganz Deutschland."
    30 min
  • Olympia fest im Blick: Rodlerin Julia Taubitz über Erfolge, Ziele und Corona
    Deutschlands beste Rodlerin Julia Taubitz erzählt im Wintersport-Podcast Dreierbob von wenig akzeptablen Erlebnissen in chinesischer Corona-Quarantäne in Peking und ihrem ganz großen Traum.
    Deutschlands derzeit stärkste Rennrodlerin Julia Taubitz sieht rund zwei Monate vor Beginn der Olympischen Winterspiele in Peking noch Nachbesserungsbedarf bei den Corona-Abläufen im Gastgeberland. Im Podcast Dreierbob bei Sächsische.de berichtet die 25-Jährige von Erfahrungen, die sie gemeinsam mit der Nationalmannschaft kürzlich bei den Trainingswochen samt abschließenden Weltcup auf der neuen Olympiabahn gemacht hat.
    Taubitz betont, dass die Anlage in Yanqing gut 80 Kilometer von Peking nordwestlich "traumhaft" sei. "Die Bahn schlängelt sich wie ein Drachen in die Landschaft." Sie sei außerdem schnell und aufgrund ihres verhältnismäßig milden Kurvenprofils nicht wie frühere Olympiabahnen so beschaffen, dass sie die Athleten an körperliche Belastungsgrenzen oder darüber hinaus bringe.
    Dem sportlichen Teil ihrer jüngsten China-Reise kann die sächsische Rodlerin viel Positives abgewinnen, nicht zuletzt wegen ihres zweiten Platzes beim Weltcup-Rennen. Anders sieht es beim zweiten großen Thema aus, das in dieser Saison auch die Wintersportler wieder intensiv beschäftigt: Corona.
    Nach der Ankunft in China, so erzählt es Taubitz, wurden drei Passagiere an Bord eines Flugzeugs, das den internationalen Rodlertross beförderte, positiv auf das Coronavirus getestet. Sie selbst sei nicht betroffen gewesen. Teamkollegen wurden allerdings als Kontaktperson ersten Grades eingestuft, weil sie im Flugzeug in der Nähe eines Infizierten gesessen haben sollen. Dass auf jenen Plätzen aufgrund von Kapazitätsproblemen jedoch nachweislich Gepäck gelagert wurde, spielte für die Sicherheitskräfte im Olympialand keine Rolle.
    Bei Corona kennen die Chinesen kein Pardon. Zudem berichtet Taubitz von "menschenunwürdigen" Zuständen in der Quarantäne-Unterkunft, wo sie sich genauso wie viele weitere Mitglieder des deutschen Teams in 14-tägige Isolation begeben musste.
    "Man wurde früh um 5 Uhr und abends um 23 Uhr getestet. Das Essen wurde vor die Tür gestellt, meistens war das dann auch kalt. Noch dazu klappte die Verständigung nicht, weil niemand wirklich Englisch sprach", sagt Taubitz in der aktuellen Folge des Wintersport-Podcasts Dreierbob, der diesmal ganz pragmatisch das Sportgerät wechselt und zum Dreierrodel wird.
    Weil sie nicht positiv getestet wurde, konnte sich innerhalb der Unterkunft bewegen und auch trainieren. Schlechter erwischte es ihren Teamkollegen Tobias Arlt. Er wurde vor Ort positiv getestet und in eine andere Unterkunft gebracht. "Er war ja kein Schwerverbrecher und hat dann dort echt viel durchmachen müssen." Sein Zimmer sei sehr klein gewesen, "noch schlimmer aber war, dass da tote Tiere waren". Taubitz meint schließlich: "Wenn man schon in Quarantäne geht, macht man eh eine schwere Zeit durch. Dann sollte wenigstens die Unterkunft in Ordnung sein."
    Der Olympia-Winter hätte also kaum turbulenter und aufregender beginnen können. Erst die drei Wochen Peking, dann zwei Weltcups in Sotschi, jetzt weiter nach Altenberg - und das alles inmitten der Corona-Pandemie. Doch Taubitz versucht entspannt zu bleiben. Lockerheit, das hat sie in den vergangenen Jahren gelernt, ist auf dem Rennschlitten entscheidend.
    In Bezug auf die Corona-Entwicklung gerade auch in Sachsen vertritt Taubitz, die in Annaberg-Buchholz zu Hause ist, eine klare Meinung. "Ich frage mich schon, wie können manche Menschen ihre Augen verschließen und einfach so hinnehmen, dass alles irgendwie den Bach runter geht." Die Impfung, der sie zunächst auch skeptisch gegenüberstand, sieht sie als "den ersten Schritt, den man in die richtige Richtung" machen könne.
    Selbst wenn die kommenden Tage in Altenberg nicht ganz so normal und unbeschwert wie üblich sind, zumindest sportlich läuft es. Die offizielle Olympia-Norm hat Taubitz erfüllt, und auch im internen Duell liegt sie gut platziert. Es sieht danach aus, als würde sie sich im Februar ihren großen Traum erfüllen können: die Olympia-Teilnahme.
    36 min
  • Olympia und Corona: Wie wird dieser Winter, Francesco Friedrich?
    Der Dreierbob startet mit Francesco Friedrich in den Olympia-Winter. Corona ist auch für ihn das große Thema der Saison - sportlich und privat.
    Die neue Wintersportsaison hat gerade erst begonnen, da ist klar: Große Events vor Zuschauern wird es in den nächsten Monaten kaum geben. Das gilt für die Olympischen Spiele in Peking (4. bis 20. Februar) und die Wettkämpfe bis dahin - unabhängig von der Sportart.
    Doch wie wird dieser Sportwinter, der erneut von der Pandemie gezeichnet ist? Im "Dreierbob", dem jetzt wieder startenden Wintersport-Podcast von Sächsische.de, geht es um genau diese Frage.
    Zum Auftakt zu Gast ist der Pirnaer Bobpilot Francesco Friedrich. Der Rekordweltmeister und zweimalige Olympiasieger erklärt, wie ernst er und sein Team das Thema Corona nehmen - inklusive der weitreichenden Folgen der Selbstschutz für die Sportler und ihr privates Umfeld haben.
    "Wir wissen alle, was wir zu tun und zu lassen haben", erklärt Friedrich. Dadurch sei bei Wettkämpfen das Risiko überschaubar. "Doch die Gefahr, sich irgendwo anzustecken, fährt überall mit." Friedrich weiß, wovon er spricht. Im März hatten er und seine Crew Corona. Die Infektion verlief für alle folgenlos. "Wir haben dabei aber unsere Erfahrungen gesammelt", sagt er. In seinem Team gehe man mit dem Thema Corona auch deshalb sehr sensibel um.
    Friedrich selbst beobachtet die momentane Entwicklung genau - insbesondere in seiner Heimat. "So wie sich das jetzt wieder zuspitzt, kann man nicht damit rechnen, dass wir das Ganze bald überstanden haben", meint Friedrich, dessen sportliches Zuhause die Bobbahn in Altenberg ist. Am kommenden Wochenende findet dort der erste von zwei Heim-Weltcups in diesem Winter statt, aufgrund der Corona-Notfallverordnung in Sachsen ohne Zuschauer. Privat versuchen er und seine Familie jedes Risiko zu meiden.
    Um die Sicherheit bei Olympia macht sich Friedrich wenig Sorgen. Erst kürzlich war der gesamte Bob-Zirkus für drei Wochen an der neuen Bahn, die rund 80 Kilometer entfernt von Peking in Yanqing liegt. "Die Chinesen nehmen das Thema sehr, sehr ernst", betont Friedrich. Er berichtet von täglichen PCR-Tests und reibungslosen Abläufen, wie sie auch während der Spiele zu erwarten sind.
    Unabhängig von der sportlichen Vorbereitung, die in der Bob-Gemeinschaft wohl niemand so akribisch betreibt wie er, beschäftigt Friedrich das gesellschaftliche Miteinander. Er selbst sei genauso wie seine Teammitglieder geimpft. Die Impfung sieht er aber nicht als allein entscheidendes Kriterium an. "Nur weil man geimpft ist, kann man nicht die Hände hoch nehmen und sagen: 'Es liegt doch nicht an mir'".
    Weil auch eine Impfung nicht davor schütze, das Virus weiterzugeben, müsse jetzt jeder auf sich und andere aufpassen. "Egal, ob man nun geimpft ist oder nicht. Hauptsache, jeder hält sich an die Regeln." Für ihn ist das eine Selbstverständlichkeit.
    24 min
  • Preisgekrönt an den Start: So wird der Olympiawinter im Dreierbob
    Auch im bevorstehenden Olympischen Winter geht Sächsische.de wieder mit diesem Podcast an den Start. Zuvor wird aber noch etwas gefeiert.
    Für Wintersportler beginnt spätestens jetzt die heiße Phase in der Vorbereitung auf die neue Saison. Höhepunkt sind im Februar 2022 die Olympischen Spiele in Peking. Auch Sächsische.de wird dabei sein und geht in einer eigenen Disziplin an den Start: im Dreierbob.
    Der Podcast, der in den vergangen zwei Jahren von den Bob- und Skeleton-Weltmeisterschaften in Altenberg berichtet hat, wird fortgesetzt. Die Reporter Tino Meyer und Fabian Deicke laden in dem Podcast ab November regelmäßig Gesprächspartner aus der Welt des Bobsports und anderer Wintersportarten ein.
    Zuletzt hat der Podcast beim Veltins Lokalsportpreis, einem Sportjournalistenpreis, den ersten Platz in der Kategorie Online belegt. In einer Sonderfolge berichten die Reporter von der "Siegerehrung" und über die genauen Pläne für den Winter 2021/22.
    In dieser Episode erzählt unter anderem auch Bob-Dominator Francesco Friedrich, wie er in Richtung Peking blickt und "beim Dreierbob wieder mit von der Partie" sein will. Pilotin Laura Nolte berichtet von ihrer Sommervorbereitung und Altenbergs Bahnchef Jens Morgenstern freut sich auf einen Dezember mit Wettkämpfen an jedem Wochenende in seinem Eiskanal.
    21 min

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Der "Dreierbob" ist der Wintersport-Podcast von Sächische.de und RedaktionsNetzwerk Deutschland, moderiert von Tino Meyer und Fabian Deicke. Die beiden Reporter laden Akteure unterschiedlichster Disziplinen zu Gesprächen ein. Es geht um Perspektiven, Einblicke und Meinungen zu aktuellen Entwicklungen und Ergebnissen. Neben sportlichem Wettkampf steht vor allem der Sport und sein gesellschaftlicher Stellenwert im Vordergrund.

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