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Das Gefühl, dass alles zu viel ist, gehört inzwischen zum Grundton unserer Zeit. Push-Nachrichten, E-Mails, Social Media, globale Krisen – der Alltag ist ein Dauerfeuer aus Reizen, das kaum Pausen kennt. Die Psychologin Prof. Dr. Eva Asselmann verweist darauf, dass das Stressempfinden in den vergangenen Jahren messbar gestiegen ist. Zwar habe die gewachsene Aufmerksamkeit für mentale Gesundheit dazu geführt, dass Menschen offener über Belastung sprechen. Doch selbst wenn man diesen Effekt berücksichtigt, bleibe das Niveau hoch. „Wir finden, dass sich in den letzten Jahren, Jahrzehnten das Stressempfinden von Menschen immer mehr zugespitzt hat“, sagt sie. Das Leben sei schneller, verdichteter, komplexer geworden – und damit anstrengender.
Hinzu kommt eine Gesellschaft, die Freiheit verspricht und zugleich permanent bewertet. Wer aus unzähligen Optionen wählen kann, muss auch ständig entscheiden – und zweifeln. Social Media verschärft diesen Druck. In einer „Selbstoptimierungsgesellschaft“ mit „immensem Leistungsdruck“ seien Menschen täglich mit idealisierten Bildern konfrontiert. „Wir wissen zwar, dass das unrealistisch ist“, sagt Asselmann, „aber trotzdem nehmen wir das emotional für bare Münze.“ Das Resultat ist oft das nagende Gefühl, nicht zu genügen. Gleichzeitig wächst in unsicheren Zeiten die Sehnsucht nach einfachen Antworten. Komplexität überfordert – klare Narrative beruhigen.
Doch Überforderung ist kein Schicksal. Asselmann plädiert für kleine, realistische Schritte: das eigene Nutzungsverhalten beobachten, digitale Reize begrenzen, bewusste Pausen einlegen, soziale Beziehungen pflegen. „Es lohnt sich erstmal klein anzufangen, anstatt alles umkrempeln zu wollen.“ Wer lernt, sich im Hier und Jetzt zu verankern und den Fokus auf den nächsten konkreten Schritt zu richten, kann dem Zuviel etwas entgegensetzen. In ihrem Buch "Too much" entfaltet Asselmann diese Gedanken ausführlich – und zeigt, dass Selbstregulation zur Schlüsselkompetenz einer beschleunigten Welt geworden ist.
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By The 48forward StudiosDas Gefühl, dass alles zu viel ist, gehört inzwischen zum Grundton unserer Zeit. Push-Nachrichten, E-Mails, Social Media, globale Krisen – der Alltag ist ein Dauerfeuer aus Reizen, das kaum Pausen kennt. Die Psychologin Prof. Dr. Eva Asselmann verweist darauf, dass das Stressempfinden in den vergangenen Jahren messbar gestiegen ist. Zwar habe die gewachsene Aufmerksamkeit für mentale Gesundheit dazu geführt, dass Menschen offener über Belastung sprechen. Doch selbst wenn man diesen Effekt berücksichtigt, bleibe das Niveau hoch. „Wir finden, dass sich in den letzten Jahren, Jahrzehnten das Stressempfinden von Menschen immer mehr zugespitzt hat“, sagt sie. Das Leben sei schneller, verdichteter, komplexer geworden – und damit anstrengender.
Hinzu kommt eine Gesellschaft, die Freiheit verspricht und zugleich permanent bewertet. Wer aus unzähligen Optionen wählen kann, muss auch ständig entscheiden – und zweifeln. Social Media verschärft diesen Druck. In einer „Selbstoptimierungsgesellschaft“ mit „immensem Leistungsdruck“ seien Menschen täglich mit idealisierten Bildern konfrontiert. „Wir wissen zwar, dass das unrealistisch ist“, sagt Asselmann, „aber trotzdem nehmen wir das emotional für bare Münze.“ Das Resultat ist oft das nagende Gefühl, nicht zu genügen. Gleichzeitig wächst in unsicheren Zeiten die Sehnsucht nach einfachen Antworten. Komplexität überfordert – klare Narrative beruhigen.
Doch Überforderung ist kein Schicksal. Asselmann plädiert für kleine, realistische Schritte: das eigene Nutzungsverhalten beobachten, digitale Reize begrenzen, bewusste Pausen einlegen, soziale Beziehungen pflegen. „Es lohnt sich erstmal klein anzufangen, anstatt alles umkrempeln zu wollen.“ Wer lernt, sich im Hier und Jetzt zu verankern und den Fokus auf den nächsten konkreten Schritt zu richten, kann dem Zuviel etwas entgegensetzen. In ihrem Buch "Too much" entfaltet Asselmann diese Gedanken ausführlich – und zeigt, dass Selbstregulation zur Schlüsselkompetenz einer beschleunigten Welt geworden ist.
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