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Am 1. Mai 1886 kommt es in den USA zu Massenstreiks für den Acht Stunden Tag. Als dann am 4. Mai ein Unbekannter auf dem Haymarket in Chicago während einer Streikkundgebung eine Bombe auf die Polizei wirft, eröffnen Polizisten das Feuer. Dutzende Menschen sterben. Die darauffolgende Hetzkampagne gegen die Arbeiterbewegung endet in der Hinrichtung von vier Anarchisten. 1890 ruft die Zweite Internationale in Solidarität mit den Ermordeten den Ersten Mai zum Internationalen Kampftag der Arbeiterklasse aus.
In dieser Podcastfolge reden wir auch noch über weitere historische Ereignisse am ersten Mai: den Blutmai 1929, den nationalsozialistischen "Tag der nationalen Arbeit" 1933, den ersten Mai 1960 mitten im kalten Krieg und den legendären ersten Mai 1987 in Kreuzberg.
Uns ist in der Folge ein kleiner Fehler unterlaufen: 1919 war der Erste Mai schon einmal in Deutschland ein Feiertag. 1933 war der Tag aber das erste Mal ein Feiertag mit gesetzlich festgelegter Lohnfortzahlung.
Quellen: Die Einspieler zum Ersten Mai 1987 sind aus dieser Videodoku, die Einspieler von 1960 aus diesem Fernsehbeitrag. Außerdem wird "So Alt" von KiZ eingespielt, der Song "Eight Hours" von Isaac Blanchard und eine Version von Roter Wedding mit dem Originaltext von Erich Weinert.
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Geschichte der kommenden Welten
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Räuberische Ritter, religiöse Revolutionäre und Regenbogenfahnen - Diese Folge dreht sich um den Bauernkrieg, der genau vor 500 Jahren im April und Mai 1525 seinen Höhenpunkt fand. Es war die größte revolutionäre Erhebung Europas vor der französischen Revolution.
Vor allem im heutigen Süd- und Ostdeutschland griffen hunderttausende Menschen zu Waffen und Worten, um sich gegen feudale Ausbeutung, kirchliche Willkür und "für die freiheyt" zu erheben.
Wir erzählen von den 12 Artikeln der Bauernschaft, von brennenden Klöstern, brutalen Massakern, vom Konflikt zwischen Martin Luther und Thomas Müntzer und von der marxistischen Analyse des Bauernkriegs, den schon Karl Marx "die radikalste Tatsache” der älteren deutschen Geschichte bezeichnete.
Erwähnte Bücher:
Friedrich Engels: Der deutsche Bauernkrieg (1850)
Fabian Lehr: Der Bauernkrieg (2017) (auch als Podcastfolgen eingelesen in seinem Podcast "Fabian Lehr")
Max Steinmetz' Artikel in "Der Bauer im Klassenkampf" (1975)
Lyndal Roper: Für die Freiheit (2024)
Andere Erwähnungen:
Die Schmetterlinge - Proletenpassion (Politrock-Oratorium)
Das Bauernkriegspanorama in Bad Frankenhausen (Thüringen)
Landesausstellung “freiheyt 1525” in Mühlhausen (Thüringen) ab 26. April
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Gedenken ist keine Selbstverständlichkeit – es ist das Ergebnis jahrzehntelanger Auseinandersetzungen. In den 80er Jahren sorgte die "Neue Geschichtsbewegung" für einen Umbruch in Westdeutschland. Getreu dem Motto "Grabe, wo du stehst“ erforschten die Geschichtswerkstätten die Geschichte "von unten" und die Gedenkstättenbewegung konfrontierte die westdeutsche Gesellschaft mit den Nazi Verbrechen ihrer Elterngeneration.
Ein besonders eindrückliches Beispiel ist das ehemalige KZ Neuengamme, denn auf dessen Gelände wurden nach 1945 zunächst zwei Knäste gebaut. Über viele Jahrzehnte hin haben sich KZ Überlebende und etliche Menschen für eine würdige Gedenkstätte eingesetzt. Heute erscheint uns die Existenz von Gedenkstätten selbstverständlich, doch sie mussten oft hart erkämpft werden. Welche Widerstände gab es gegen das Gedenken und was sagt das über das gesellschaftliche Verhältnis zur NS Geschichte aus?
Eine Folge über die Bedeutung von Gedenkarbeit im öffentlichen und privaten Raum.
Vielen Dank an Cornelia Siebeck für die Erlaubnis, die Ausschnitte ihres Vortrags zu verwenden, an Prof. Dr. Alfred Georg Frei für die Auskünfte beim spontanen Telefonat und natürlich an Susanne Siegert fürs Gastsein und schlaue Sachen sagen.
Susis Social Media:
https://www.tiktok.com/@keine.erinnerungskultur
https://www.instagram.com/keine.erinnerungskultur/
Susis Buchempfehlungen:
Gedächtnistheater: die jüdische Gemeinschaft und ihre deutsche Erfindung (Y. Michal Bodemann)
Versöhnungstheater (Max Czollek)
Gedenkort Konzentrationslager Uckermark für Mädchen und junge Frauen:
https://gedenkort-kz-uckermark.de/
Gedenkveranstaltungen zum 80. Jahrestag der Befreiung des KZ Ravensbrück: https://www.ravensbrueck-sbg.de/veranstaltungen/2025-05-02t000000z-80-jahrestag-der-befreiung-des-frauen-konzentrationslagers-ravensbrueck/
Vortrag von Cornelia Siebeck:
https://www.youtube.com/watch?v=l3LQ1ymXxGU&
Anfragen ans Bundesarchiv:
https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/hilfe/anfragen-an-das-bundesarchiv/
Hilf dem Arolsen Archiv beim Digitalisieren von Dokumenten:
https://everynamecounts.arolsen-archives.org/
Literatur:
Die vergessenen KZs? (Detlef Garbe 1983)
Die neue Geschichtsbewegung: Geschichtswerkstätten und Geschichtsprojekte in der Bundesrepublik (Eva Sperner 1985)
Grabe wo du stehst (Sven Lindqvist 1989)
Barfuß oder Lackschuh? (Etta Grotrian 2025)
Zivilgesellschaft und Erinnerungspolitik in Deutschland seit 1945 (Jenny Wüstenberg 2021)
Episodenbild: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Gedenkst%C3%A4tte_Neuengamme_Hamburg_Eingangsbereich.jpg#/
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Ein Lied, das im Radio gespielt wird, gibt das Zeichen zum Aufstand. Am 25.04.74 stürzen Militärs die grausame Diktatur des Estado Novo. Die Straßen von Lissabon füllen sich mit Zehntausenden Menschen, die die Freilassung der politischen Gefangen fordern und den aufständischen Soldaten rote Nelken schenken.
Doch hat die Revolution erst an jenem Morgen begonnen, oder bereits über zehn Jahre zuvor, mit den antikolonialen Aufständen in Mosambik, Angola und Guineau-Bissau? Und ist die Nelkenrevolution mit dem Sturz der Diktatur schon vorbei, oder hat sie gerade erst angefangen?
Quellen:
Urte Sperling: Die Nelkenrevolution in Portugal.
Phil Mailer: Portugal – Die unmögliche Revolution?
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Meistens schießen die Teenagerinnen Truus und Freddie Oversteegen vom Fahrrad aus. Zwischen 1941 - 45 sind sie Teil einer bewaffneten Untergrundgruppe, die deutsche Nazifunktionäre und Kollaborateure in den besatzten Niederlanden liquidiert. Sie führen auch Sabotageakte durch und helfen Untergetauchten. 1943 stößt die Studentin Hannie Schaft, das Mädchen mit den roten Haaren, zu ihnen. Das tödliche Trio steht schon bald auf den Most- Wanted Listen der Nazis.
Content Note:
In der Folge geht es um faschistische Ideologie und antisemitische Gewalt. Von Minute 10:30 - 10:45 und 30:43 - 30:50 wird sexualisierte Gewalt beschrieben. Von Minute 37:35 - 39:00 und 50:50 - 53:10 wird tödliche Gewalt gegen Kinder geschildert.
Quellen:
Truus Menger - Im letzten Augenblick (Im Podcast hatte Indigo fälschlicher Weise gesagt, dass Truus' Erinnerungen erst 2000 auf Deutsch erschienen ist. Anscheinend ist das Buch aber doch schon in den 90ern erschienen.)
Ingrid Strobl - »Sag nie, du gehst den letzten Weg«
Frauen im bewaffneten Widerstand gegen Faschismus und deutsche Besatzung
Film "Twee Zussen in Verzet" - Zwei Schwestern im Widerstand (aus der Doku stammen auch die Einspieler von Truus und Freddie in dieser Folge) hier zu sehen mit Untertiteln.
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Viele Cholas organisieren sich in Bolivien in den 1930ern in anarchistischen Gewerkschaften. Als Köchinnen oder Blumenhändlerinnen tun sie sich zusammen, um für ihre Recht zu kämpfen. Mit entschlossenem Arbeitskampf, Protestaktionen, Agitation auf den Märkten und kollektiven Fürsorgestrukturen erreichen sie viel: Das Zurücknehmen eines rassistischen Straßenbahn Fahrverbots, kostenlose Kinderbetreuung und einen eigenen Blumenmarkt.
Den Youtube Account von Yolanda Mamani, aus dem am Anfang dieser Folge ein Einspieler zu hören ist, findet ihr hier.
Der Graphic Novel über die Cholas von Vanessa Peñuela und Cesar Vargas ist in dem Sammelband "Movements and Moments: Indigene Feminsimen in 10 Graphic Novels" auf Deutsch erschienen. Vanessas Instagram ist guagua_de_pan
Hauptquelle für den Graphic Novel und auch für diese Folge ist das Buch "Los Artesanos Libertarios y la ética del trabajo" von Zulema Lehm A. und Silvia Rivera C.
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Wer heute in Deutschland an Massenblockaden teilnimmt, dessen Erfahrung ist stark von der Kampagne "Block G8" geprägt: das Finger-System, ein Aktionskonsens, Aktionstrainings, eine offensive Pressearbeit.
Für den Protest gegen den G8-Gipfel in Heiligendamm kamen verschiedene Spektren und Aktionsformen zusammen - Zum ersten Mal seit 10 Jahren arbeiteten auch Autonome und Gewaltfreie wieder miteinander. In langen Diskussionsprozessen entwickelten sie Aktionskonsens-Formulierungen, die wir noch heute nutzen: "Von uns geht keine Eskalation aus".
Anlass war das Gipfeltreffen der G8: USA, Russland, Deutschland, Frankreich, UK, Japan, Italien, Kanada. Neben den Regierungschef*innen waren auch tausende Menschen angereist, um sich gegen die neoliberale Wirtschaftsordnung zu stellen. Über 10.000 Menschen blockierten zwei Tage lang das Gipfeltreffen und schafften es sogar, den Landweg zum Treffen dicht zu machen.
Danke an Marc Amann für das Interview!
Kontakt zu Marc gibt's hier: https://marcamann.net/
Literatur & Links:
Die Block-G8-Broschüre "Chef es sind zu viele"
Videos von Graswurzel TV, u.a. von der Clowns Army: https://www.youtube.com/playlist?list=PLVrhSn0jxXpiu8mWdKL58ODyxgPydFiTI
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2020 wird in Griechenland die faschistische Partei Chrysi Avgi (auf deutsch: Goldene Morgenröte) vom Gericht zur kriminellen Vereinigung erklärt. Die Nazi- Kader werden zu langen Haftstrafen verurteilt. Was auf den ersten Blick wie ein Erfolg des Rechtsstaats wirkt, ist eigentlich das Ergebnis von jahrelangen politischen Kämpfen gegen die Faschisten: Auf der Straße, in den Gewerkschaften, an den Unis und in den Betrieben. Zehntausende hatten klar gemacht, dass sie nicht nur gegen die Sparpolitik der Troika zusammenstehen, sondern auch gegen Rassimus und faschistische Ideologien.
Danke an Petros Constantinou von KEERFA für das Interview.
Die deutsche Übersetzung von einem längeren Interview mit Petros findet ihr hier: https://isj.org.uk/goldene-morgenrote/
Eine gute Broschüre zur Staatsschuldenkrise in Griechenland gibt's hier:
https://www.rosalux.de/publikation/id/5624/schummel-griechen-machen-unseren-euro-kaputt
Der griechische Song, den wir kurz angespielt haben, ist "Zoria" von Killah P.
Sinas Kollektiv, das Workshops zu politischer Öffentlichkeitsarbeit gibt, findet ihr hier: https://wort-wechsel.org
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Am 9. Januar 2013 sitzen drei Frauen in Paris zusammen, trinken Tee und unterhalten sich im kurdischen Informationszentrum in der Nähe des Gare du Nord. Sakine, Fidan und Leyla haben alle drei wichtige Positionen in der kurdischen Freiheitsbewegung - Sakine ist sogar 1978 Gründungsmitglied der PKK gewesen. Die drei wägen sich in Sicherheit.
Dann betritt ein Mann den Raum. Es ist Ömer - Die drei Frauen kennen ihn. Er hilft öfter bei Übersetzungen, oder fährt Leute zu Terminen. Doch heute ist er weder als Übersetzer, noch als Fahrer da, sondern als Mörder. Denn was weder Sakine noch die anderen beiden Frauen ahnen: Ömer Güney handelt im Auftrag des türkischen Geheimdiensts.
Bücher & Quellen:
Anja Flach: Jiyanekê Din - ein anderes Leben
Sakine Cansız: Mein ganzes Leben war ein Kampf
https://anfdeutsch.com/hintergrund/wie-sakine-cansiz-die-grundung-der-pkk-erlebte-35097
https://anfdeutsch.com/hintergrund/die-anatomie-der-morde-von-paris-teil-1-23774
https://www.fr.de/politik/oemer-gueney-11285824.html
Solardarity-Kampagne: https://www.solardarity-rojava.org/
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Eine Folge in Kooperation mit Ivan Txaparro vom Kollektiv resonar lab.
Der Priester Camilo Torres kommt in Anbetracht der brutalen sozialen Realität im Kolumbien der 1960ern zu dem Schluss, dass die Lehren von Jesus zu vertreten, bedeuten muss, politisch zu kämpfen. Auf der Seite der Armen und auf der Seite derer, die sich bewaffnet in den Bergen für ein sozialistisches Lateinamerika einsetzen.
Quellen:
German Guzman: Camilo Torres Persönlichkeit und Entscheidung.
Mehr Infos zu Ivans Arbeit:
https://linktr.ee/txap
Und zu resonar lab:
https://linktr.ee/resonarlab
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Ein Podcast über linke Geschichte. Indigo und Sina erzählen davon, wie Menschen für eine bessere kommende Welt gekämpft haben. Jeden zweiten Donnerstag.

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