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Etwa 220.000 Menschen kamen aus dem Ausland in die DDR, um dort als Vertragsarbeiterinnen zu arbeiten. Ihnen wurden Weiterbildung- und Aufstiegschancen versprochen, gute Lebensbedingungen und kulturelle Teilhabe. Doch diese Versprechen wurden für die allermeisten Vertragsarbeiterinnen nicht erfüllt. Stattdessen lebten sie isoliert und mussten meist schwere Arbeiten verrichten, die bei den einheimischen Arbeitnehmer*innen unbeliebt waren. Wer sich wehrte oder widersprach, dem wurde mit Abschiebung gedroht.
Eine der Personen, die damals nach Deutschland kamen, war Vũ Thị Hoàng Hà. Sie kannte die DDR schon aus ihrer Studienzeit und kam als junge Erwachsene zurück, um für vietnamesische Vertragsarbeiterinnen zu übersetzen. Nach der Wende ist sie geblieben und setzt sich bis heute für Menschen mit Migrationsgeschichte ein. Wie verhielten sich die Gewerkschaften – insbesondere nach der Wiedervereinigung – gegenüber den ehemaligen Vertragsarbeiterinnen?
Darüber sprechen wir mit Marcel Bois von der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg und mit Vera Egenberger, die beim DGB in der Fachabteilung Demokratie und Migrations- und Antirassismuspolitik arbeitet.
Außerdem haben wir noch einen Podcasttipp für euch! Wenn ihr euch für migrantische Perspektiven interessiert, hört unbedingt bei Halbe Katoffl rein.
Links und Hintergründe
1920 legten 12 Millionen Menschen in der Weimarer Republik ihre Arbeit nieder, um die Machtübernahme rechter Putschisten zu verhindern. Und es klappte! Nach nur wenigen Tagen mussten die Putschisten einsehen, dass sie gescheitert waren. Die erste Demokratie auf deutschem Boden war gerettet. Alles dank des Generalstreiks!
Heute sind politische Streiks, zu denen auch Generalstreiks gehören, in Deutschland nicht erlaubt. Inés Heider, Mitglied der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft und ehemalige Sprecherin der Jungen GEW Berlin findet: Das sollte sich ändern. Insbesondere jetzt, da die AfD die zweistärkste Kraft im Bundestag ist, sollten Gewerkschaften dieses Druckmittel nutzen können, um die Demokratie gegen Angriffe zu verteidigen.
Aber diese Position ist innerhalb der Gewerkschaften umstritten. Ernesto Klengel, Direktor des Hugo-Sinzheimer-Instituts für Arbeits- und Sozialrecht der Hans-Böckler-Stiftung ordnet ein, wie es dazu kam, dass politischen Streiks in Deutschland heute die Rechtsgrundlage fehlt.
„Geschichte wird gemacht” ist eine Produktion von Hauseins im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung.
Host: Katharina Alexander
Wir empfehlen: „Maloche und Malibu. Der IG Metall Podcast für gute Arbeit und ein gutes Leben.“
Links & Hintergründe
Junge GEW
Michael Schneider: Der Generalstreik gegen den Kapp-Lüttwitz-Putsch im März 1920
NDR: Versailler Vertrag: Unterzeichnung, Inhalt und Folgen
Lebendiges Museum Online: Der Lüttwitz-Kapp-Putsch 1920
GEW Schleswig Holstein: Kapp-Putsch im März 1920: 76 Tote und 200 Verwundete in Kiel
GEW Berlin: Streikchronik 2018
MDR: Ist ein Generalstreik in Deutschland möglich?
Tagesschau: Warum in Frankreich so viel gestreikt wird
Deutschlandfunk: Warum in Deutschland viel weniger gestreikt wird als in Frankreich
Am 26. Februar 2025 wäre Hans Böckler 150 Jahre alt geworden. Wer war der Mann, in dessen Namen Menschen sich bis heute für mehr Mitbestimmung und Gerechtigkeit engagieren?
Um das herauszufinden, schauen wir mit dem Historiker Karl Lauschke zurück. Wir begleiten Hans Böckler durch seine schwere Kindheit und seinen Aufstieg innerhalb der Gewerkschaften, hören von Rückschlägen und seinen großen Erfolgen in den 50er Jahren.
Außerdem sprechen wir mit Madita, einer der Stipendiatinnen der Hans-Böckler-Stiftung. Durch das Stipendium hatte sie die Möglichkeit, mit Ende 20 ein Studium anzufangen und war mehrmals im Ausland. Außerdem erklärt Claudia Bogedan, Geschäftsführerin der Stiftung davon, inwiefern das Erbe Hans Böcklers bis heute weiterlebt.
„Geschichte wird gemacht” ist eine Produktion von Hauseins im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung.
Host: Maria Popov
Links & Hintergründe
Weitere Folgen von „Geschichte wird gemacht“
Mitbestimmung in Betrieben und Unternehmen ist bis heute eine wichtige Stütze für die Demokratie. Denn wer am Arbeitsplatz mitbekommt, dass die eigene Stimme zählt, nimmt dieses Gefühl auch in andere Lebensbereiche mit. Aber die Mitbestimmungsrechte, die es heute gibt, wurden hart erkämpft. Nach dem Zweiten Weltkrieg verhandelten Gewerkschaften und Arbeitgeber jahrelang über die mögliche Gleichstellung von Arbeit und Kapital. Nur unter Androhung von Massenkündigungen und Streiks kam es letztendlich dazu, dass Mitbestimmungsgesetze erlassen wurden. Eine Branche, die dafür wegweisend war, ist die Montanindustrie.
In dieser Folge sprechen wir mit Joshua Kensy, dem Vorsitzenden der ver.di Jugend darüber, was Mitbestimmung für ihn als Auszubildenden in der Pflege bedeutet hat. Außerdem werfen wir mit Historiker Karl Lauschke einen Blick auf die harten Verhandlungen zwischen Hans Böckler und Konrad Adenauer, die letztendlich zum Montanmitbestimmungsgesetz geführt haben.
„Geschichte wird gemacht” ist eine Produktion von Hauseins im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung.
Host: Maria Popov
**Links und Hintergründe **
Für viele Menschen ist es heute selbstverständlich, dass sie auch dann ihren Lohn bekommen, wenn sie sich krankmelden. Allerdings war das nicht immer so. Im längsten Streik der Geschichte der Bundesrepublik kämpften Metallarbeiter in Schleswig-Holstein für die Gleichstellung von Arbeiter*innen und Angestellten, für Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und Urlaubsgeld.
In dieser Folge werfen wir mit dem Historiker Michael Schneider einen Blick zurück ins Jahr 1956 und schauen uns an, wie der Streikführer Herbert Sührig von der IG Metall mit Kinoaufführungen, Kaffeekränzchen und Kabarett für gute Stimmung unter den Streikenden sorgte. Außerdem macht Thorsten Schulten von der Hans-Böckler-Stiftung deutlich, warum Tarifverträge zwar ein wichtiges Werkzeug sind, um gesellschaftliche Verbesserungen anzuschieben, es aber auch politische Veränderungen braucht.
Und wie ist die Situation heute? Darüber sprechen wir mit Annabell, die gerade ihre Ausbildung zur Ergotherapeutin macht und nebenbei als Zumba-Lehrerin arbeitet. Dort wird sie auf Rechnung bezahlt und bekommt nur Geld für die Kurse, die wirklich stattfinden. Das setzt sie sehr unter Druck. Und Eike Windscheid-Profeta aus der Forschungsförderung der Hans-Böckler-Stiftung erklärt, warum sich so viele Menschen krank zu Arbeit schleppen, selbst wenn sie keine finanziellen Konsequenzen befürchten müssen.
Ihr kriegt nicht genug von Podcasts? Dann hört doch mal in „Systemrelevant“, den Wirtschaftspodcast der Hans-Böckler-Stiftung rein!
„Geschichte wird gemacht” ist eine Produktion von Hauseins im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung.
Host: Maria Popov
Redaktion: Katharina Alexander für Hauseins und Dieter Pougin für die Hans Böckler Stiftung
Produktionsleitung: Stefanie Groth
Schnitt und Sounddesign: Joscha Grunewald
**Links und Hintergründe **
Weiterführende Literatur
Betriebe sind Orte der gelebten Demokratie! Das vermitteln junge DGB Teamer*innen an Berufsschulen. Und der Blick in die Geschichte zeigt: Betriebe sind auch der Ursprungsort für die Demokratisierung der deutschen Nachkriegsgesellschaft nach dem Ende der Nazi-Diktatur 1945. Direkt nach der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht gründen sich deutschlandweit Betriebsausschüsse, um die Produktion, Wirtschaft und Lebensbedingungen demokratisch mitzugestalten. Und aus der Zerschlagung der freien Gewerkschaften 1933 wurde die Lehre gezogen, den Richtungsstreit in der Arbeiterbewegung zu überwinden und geeint zu handeln. Bis zur Gründung der Einheitsgewerkschaft, dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB,) in München am 13. Oktober 1949 sollte es allerdings noch ein schwieriger Weg werden. Wie kam’s dazu? Welche Bedeutung hatte und hat der DGB für die Gestaltung einer sozialen Demokratie? Und inwieweit profitieren wir davon bis heute?
„Geschichte wird gemacht” ist eine Produktion von Hauseins im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung.
Host: Maria Popov
Links und Hintergründe
Weiterführende Literatur
Wilhelm Leuschner war ein sozialdemokratischer Politiker, Gewerkschafter und einer der bekanntesten Widerstandskämpfer gegen die Nazis. Noch heute sind viele Straßen, Plätze und Schulen nach ihm benannt. Trotzdem gerät er außerhalb der Gewerkschaften immer mehr in Vergessenheit.
Gemeinsam mit den Historikern Michael Schneider und Reiner Tosstorff und mit Sabine Sieg von der Gedenkstätte Plötzensee schauen wir auf Leuschners Leben zurück. Wir fragen uns, wer Wilhelm Leuschner war, warum er sich von Anfang an gegen die Nationalsozialisten stellte und was wir heute aus seinem Mut lernen können.
„Geschichte wird gemacht” ist eine Produktion von Hauseins im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung.
Host: Maria Popov
Redaktion: Katharina Alexander für Hauseins und Dieter Pougin für die Hans Böckler Stiftung
Produktionsleitung: Melanie Geigenberger
Schnitt und Sounddesign: Joscha Grunewald
Links und Hintergründe
„Geschichte wird gemacht” ist eine Produktion von Hauseins im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung.
Host: Maria Popov
Redaktion: Stefanie Groth für Hauseins und Dieter Pougin für die Hans Böckler Stiftung
Produktionsleitung: Melanie Geigenberger
Schnitt und Sounddesign: Joscha Grunewald
Rainer Fattmann: „Pionierinnen der Mitbestimmung“ https://www.hugo-sinzheimer-institut.de/faust-detail.htm?sync_id=HBS-007948
Uwe Fuhrmann: Feminismus in der frühen Gewerkschaftsbewegung (1890-1914). https://www.boeckler.de/de/faust-detail.htm?sync_id=HBS-008062,
Uwe Fuhrmann: Frauen in der Geschichte der Mitbestimmung - Hugo Sinzheimer Institut für Arbeitsrecht (hugo-sinzheimer-institut.de)
Hedwig Richter: “Warum finden Frauen in der Demokratiegeschichte so wenig Beachtung?”
Podcast “Systemrelevant”: „Pionierinnen der Mitbestimmung“
Es gibt keinen Grund für die Rechtlosigkeit der Frauen - Hans-Böckler-Stiftung (boeckler.de)
Mitbestimmungsportal - Mehr Geschlechtergerechtigkeit mit Mitbestimmung https://www.mitbestimmung.de/html/mehr-geschlechtergerechtigkeit-mit-44468.html
"Grundsätzlich" gleichberechtigt | Weimarer Republik | bpb.de
Demokratiegeschichte ohne Frauen? | Frauen wählen | bpb.de
„Geschichte wird gemacht” ist eine Produktion von Hauseins im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung.
Host: Maria Popov
Redaktion: Katharina Alexander für Hauseins und Dieter Pougin für die Hans Böckler Stiftung
Produktionsleitung: Melanie Geigenberger
Schnitt und Sounddesign: Joscha Grunewald
https://dokumen.pub/das-stinnes-legien-abkommen-19181924-voraussetzungen-entstehung-umsetzung-und-bedeutung-herausgegeben-von-gesamtmetall-gesamtverband-der-arbeitgeberverbnde-der-metall-und-elektro-industrie-ev-1nbsped-9783428554904-9783428154906.html
https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2018/kw26-pa-arbeit-soziales-arbeitszeiten-556702
https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/fdp-parteitag-lindner-110.html
Forschungsförderung-Report Nr. 10: Leben und Arbeiten in Flexibilität: Befunde und Konzepte für die Arbeitszeitgestaltung von morgen https://www.boeckler.de/de/faust-detail.htm?sync_id=HBS-008694
Auf einen Blick: Arbeitszeitgestaltung https://www.boeckler.de/de/auf-einen-blick-17945-arbeitszeitgestaltung-50838.htm
Auf einen Blick: Flexible Arbeitszeiten https://www.boeckler.de/de/auf-einen-blick-17945-19844.htm
Informations- und Literatursammlung der Forschungsstelle Arbeit der Zukunft: Atmende Arbeitszeiten https://www.arbeit-der-zukunft.de/atmende-arbeitszeiten-13563.htm
Bei Minute 22:15 ist uns leider ein Fehler unterlaufen. Das Stauffenberg-Attentat fand am 20. Juli 1944 statt.
„Geschichte wird gemacht” ist eine Produktion von Hauseins im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung.
Host: Maria Popov
Redaktion: Katharina Alexander für Hauseins und Dieter Pougin für die Hans Böckler Stiftung
Produktionsleitung: Melanie Geigenberger
Schnitt und Sounddesign: Joscha Grunewald
Links und Hintergründe
Demotermine in ganz Deutschland https://www.dgb.de/themen/++co++5bab75ee-b521-11ee-bea4-001a4a160123
Archivmaterial https://archive.org/details/TempelhoferFeld-1.Mai1933
Geschichte der Gewerkschaften: Die Zerschlagung der Gewerkschaften https://www.deutschlandfunk.de/das-ende-der-freien-gewerkschaften-nach-dem-tag-der-arbeit-100.html
DGB/Archiv der sozialen Demokratie (Hrsg.), In die Illegalität gedrängt. Zur
Initiative betriebliche Demokratiekompetenz des DGB https://betriebliche-demokratiekompetenz.de/
Interview von Sandro Witt bei Radio Frei https://www.radio-frei.de/index.php?iid=5.2&ssuchtext=lp&pPAGE=3&ksubmit_show=Artikel&kartikel_id=5348
Mitschnitt der Demonstration in Münster https://www.youtube.com/watch?v=0J7-TfuB-ZA
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