Helle Panke

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Helle Panke episodes

  • Helmut Müller-Enbergs: Kolloquium in Memoriam Wilfriede Otto (7/7)
    "Die DDR zweimal gelebt"
    Kolloquium in Memoriam Wilfriede Otto (20. September 1933 - 2. Februar 2015)
    Helmut Müller-Enbergs: Über die Biografien von Zaisser und Mielke
    Wie kaum eine andere Historikerin stand Wilfriede Otto für eine kritische linke Kommunismusforschung. Ihre Bücher fanden dabei auch außerhalb der Linken Anerkennung, vor allem die voluminöse Mielke-Biographie. Dieser Respekt gegenüber einer Historikerin, die auch schon vor 1989 in der DDR als solche gearbeitet hat, war hart erarbeitet. Wilfriede Otto stieß mit ihrer Kritik am Stalinismus, mit der Aufarbeitung stalinistischer Verbrechen und kommunistischer Fehler innerhalb des linken Lagers nicht nur auf Begeisterung. Doch im Namen des Marxismus begangenes Unrecht als solches zu benennen und gleichzeitig den Sozialismus als Ideal nicht aufzugeben, dafür stand Wilfriede Otto. Unter dieser Maxime steht auch das Kolloquium.
    Zeitzeugen, Weggefährten und Historiker berichten über Wilfriede Ottos Forschungen und über ihr Ringen um (linke) Geschichtsbilder. Dass es in der Veranstaltung allerdings nicht nur um sie, sondern um das grundsätzliche Problem linker Kommunismusforschung geht, versteht sich.
    34 min
  • Christina Ujma: Ernst Bloch und die Moderne
    Positionen aus Weimarer Republik und Exil
    Mitschnitt einer Veranstaltung in der Reihe „Philosophische Gespräche“ vom 4. Mai 2015
    Referentin: Dr. Christina Ujma (arbeitet am Institut für Germanistik und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Paderborn)
    Ernst Bloch war von der Kunst der klassischen Moderne fasziniert. Seine Liebe galt vor allem dem Expressionismus, den er engagiert verteidigte, als der in den dreißiger Jahren von allen Seiten angegriffen wurde.
    Im Vortrag soll es um Blochs Positionen zu den verschiedenen modernen Strömungen Surrealismus, Neue Sachlichkeit und eben Expressionismus gehen, wie er sie in seinen Aufsätzen, aber auch in seinen Beiträgen zu verschiedenen literaturtheoretischen Debatten des Exils formulierte. Daneben werden auch seine Beziehungen zu wichtigen Gesprächspartnern, wie z.B. Walter Benjamin und Siegfried Kracauer, kurz angesprochen.
    52 min
  • Lars Förster: Bruno Apitz. Eine politische Biographie
    Mitschnitt einer Veranstaltung in der Reihe „Literatur und Gesellschaft“ vom 20. Mai 2015
    Referent: Dr. Lars Förster (geboren 1986, studierte von 2005 bis 2010 Europäische Geschichte an der Technischen Universität Chemnitz und wurde 2014 mit der Arbeit „Bruno Apitz (1900-1979). Eine politische Biographie“ promoviert. Aktuell ist er als wissenschaftlicher
    Der in Leipzig geborene Schriftsteller und Kommunist Bruno Apitz (1900-1979) erlangte mit seinem Werk "Nackt unter Wölfen" (1958) weltweite Anerkennung, er war der erste Weltbestseller der DDR-Literatur überhaupt. Zugleich galt und gilt Apitz bis heute als einer der regimetreuesten Literaten des SED-Staates, als ein Schriftsteller, der an die emanzipatorische Kraft des Kommunismus bis zuletzt wirklich glaubte.
    Dennoch fehlte bislang eine fundierte politische Biographie über den Autor. Der Historiker Lars Förster schließt diese Lücke und beleuchtet wesentliche Facetten von Apitz’ politischem Leben neu, darunter auch dessen Schattenseiten. Er entwirft in seiner differenzierten und quellenbasierten Biographie ein lebendiges Charakterbild eines höchst sensiblen und einfühlsamen Autors.
    1 hr 2 min
  • Podium: Reformen und Reformer im Kommunismus?
    Kein Widerspruch, sondern eine komplizierte Geschichte.
    Mitschnitt eines Podiums vom 11. Juni 2015
    Moderation: Prof. Mario Keßler (Jg. 1955, arbeitet am Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam)
    Das lange 20. Jahrhundert war auch vom Versuch der Kommunisten, eine nichtkapitalistische Gesellschaft aufzubauen, geprägt. Er scheiterte, da die kommunistische Weltbewegung, die sich an der Sowjetunion orientierte, mehr und mehr zu einem Instrument ihrer Außenpolitik verkam.
    Doch gab es immer wieder, auch in den kommunistischen Parteien und ihren Führungsgremien, Persönlichkeiten, die sich um eine Demokratisierung des Kommunismus als Ideologie, Bewegung und Staatenwelt bemühten.
    Ein jüngst erschienener Band, an dem 22 Autoren aus fünf Ländern mitarbeiteten, behandelt innerkommunistische Reformbestrebungen. Er erschien zu Ehren von Prof. Theodor Bergmann (Jg. 1916, war Professor für international vergleichende Agrarwissenschaft an der Universität Stuttgart-Hohenheim) der am Band mitarbeitete und bei der Buchvorstellung anwesend sein und einen Vortrag halten wird. Es werden auch weitere Autorinnen und Autoren des Bandes bei der Veranstaltung anwesend sein.
    21 min
  • Martin Hundt: Wilhelm Weitling und Victor Tedesco
    Zwei politische Biographien nähern sich den beiden revolutionären Demokraten
    Referent: Prof. Dr. Martin Hundt
    Mitschnitt einer Veranstaltung in der Reihe „Vielfalt sozialistischen Denkens“ vom 13. Mai 2015
    Wilhelm Christian Weitling zählte zu den bedeutendsten deutschen Frühsozialisten und Organisatoren der frühproletarischen Bewegung. Weitling forderte eine soziale Republik, die allen Menschen Arbeit und soziale Sicherheit gewähren sollte. Seine scharfsinnige Sozialkritik orientierte sich am Urchristentum, und er betrachtete die demokratische Partei zur Rettung der Revolution 1848/49 als unverzichtbar. Die politische Biographie von Waltraud Seidel-Höppner befasst sich mit dem Leben und Werk des revolutionären Demokraten.
    Mit Rudolf Kerns Studie "Victor Tedesco, ein früher Gefährte von Karl Marx in Belgien" liegt seit letztem Jahr eine erste umfassende Würdigung des Lebens und Werks Tedescos im Deutschen vor.
    Beide Biographien werden im Referat vorgestellt.
    27 min
  • Reinhard Lauterbach: Die Ukraine im Spannungsfeld der Interessen
    Mitschnitt einer Veranstaltung in der Reihe „Europa von Links“ vom 12. Mai 2015
    Referent: Reinhard Lauterbach (war viele Jahre als Redakteur bei verschiedenen öffentlich-rechtlichen Sendungen tätig, davon drei Jahre als Auslandskorrespondent für die Ukraine und Weißrussland. Seit 2013 ist er freier Osteuropakorrespondent für Print- und Onlinezeitungen und lebt in Polen)
    Ein Jahr nach dem Machtwechsel in Kiew ist die Ukraine faktisch gespalten. Ihre "territoriale Integrität" ist nur noch um den hypothetischen Preis einer gewaltsamen Durchsetzung der Regierungsseite zu haben. Die ukrainische Seite verlangt trotz des Minsker Abkommens die Kapitulation der Aufständischen im Donbas, Russland hat angekündigt, dieses Szenario nicht zuzulassen.
    Was sind die Wurzeln dieses Konflikts, der jederzeit eskalieren kann, und gibt es Perspektiven für eine Kompromisslösung?
    2 hr 6 min
  • Mario Kessler: Grenzgänger im Kommunismus
    Mitschnitt einer Veranstaltung in der Reihe „Geschichte“ vom 5. Mai 2015
    Referent: Prof. Dr. Mario Kessler (Autor des gleichnamigen Buches)
    Moderation: Dr. Jörn Schütrumpf
    Von Isaac Deutscher stammt die Unterscheidung zwischen Ketzern und Renegaten des Kommunismus. Der Begriff des Grenzgängers liegt quer zu beiden: Er bezieht sich auf Menschen, die sich unterschiedlich weit vom Kommunismus als Ideologie, Bewegung oder Glaubensgemeinschaft entfernten, denen er aber nie gleichgültig wurde. Sie lebten mit und gegen den Kommunismus, ein Leben ohne ihn war für sie nicht möglich. Er blieb der archimedische Punkt ihres Daseins.
    1 hr
  • Jörg Roesler: Die «richtigen» und die «falschen» Deutschen
    Akzeptanzprobleme für Flüchtlinge aus den Ostgebieten während der Nachkriegszeit
    Mitschnitt einer Veranstaltung in der Reihe „Geschichte“ vom 21. Mai 2015
    Referent: Prof. Dr. Jörg Roesler
    Moderation: Dr. Stefan Bollinger
    Die größte Flüchtlingswelle in der jüngeren Geschichte "überflutete" Deutschland vor 70 Jahren. Mehr als 12 Millionen Deutsche aus dem heutigen Mittelost- und Osteuropa mussten innerhalb der Grenzen Nachkriegsdeutschlands eine Bleibe finden. Aus den Ostprovinzen des Deutschen Reichs kamen sie in drei Wellen zwischen Dezember 1944 und Anfang Mai 1945 mit der Bahn, auf von Pferden gezogenen Planwagen, sogar zu Fuß, als Kriegsflüchtlinge laut Evakuierungsbefehl der Wehrmacht oder aus eigenem Entschluss. Zwischen Mai und Juli 1945 handelte es sich bei den ankommenden Deutschen hauptsächlich um aus den Gebieten jenseits von Oder und Neiße durch polnische Milizen Vertriebene, ab Spätherbst 1945 wurden weitere Millionen im Rahmen der "Aktion Schwalbe" per Bahn aus Polen in die sowjetische und britische Besatzungszone transferiert.
    Nur auf den ersten Blick scheint es so, als ob die alltagskulturelle Integration der Migranten keine besondere Rolle gespielt haben könnte, waren doch die Neuankömmlinge Deutsche wie die Einheimischen auch. Die Zugezogenen unterschieden sich hinsichtlich Hautfarbe und Physiognomie nicht von der ortsansässigen Bevölkerung. Doch schon wenn die Flüchtlinge zu sprechen begannen, wurden die Unterschiede deutlich. Diese Deutschen verständigten sich in einem den Einheimischen fremden Dialekt. Vielfach gehörten sie auch einer fremden Religionsgemeinschaft an, jedenfalls dann, wenn sie z.B. als katholische Oberschlesier im protestantische Norddeutschland Zuflucht fanden oder als evangelische Ostpreußen ins katholische Nordrhein-Westfalen gelangten. Beide Religionsgemeinschaften huldigten dem gleichen Christengott gemäß deutlich unterscheidbaren Regeln und Ritualen.
    Vielfach galten die Flüchtlinge den Einheimischen nicht nur als die "falschen" Christen, sondern wurden generell auch als die "falschen" Deutschen betrachtet. Denn selbst im Alltagsverhalten war bei den Flüchtlingen manches anders als gewohnt: Sie hatten größere Familien mit deutlich mehr Kindern und gingen vielfach anders mit ihnen um. Auch der Status des Familienvaters war ein anderer und wurde von den Einheimischen als zu autoritär kritisiert. Als geradezu provozierend empfanden die Einheimischen, dass die Ankömmlinge nicht daran dachten, sich in ihrem Verhalten zu "normalisieren", d.h. sich den gesellschaftlichen Umgangsstandards ihrer Ankunftsregion anzupassen. Verwunderlich war das jedoch nicht. Die Flüchtlinge, die ihre Heimat verlassen mussten, hatten alles verloren. Ihre Sitten und Gebräuche waren oft das Einzige was sie aus ihrer alten Heimat hatten herüberretten können.
    Der Vortrag wirft über die Verständigungsprobleme zwischen Migranten und Einheimischen während der ersten schwierigen Nachkriegsjahre hinaus auch einen Blick auf das weitere Schicksal der Flüchtlinge bis zu ihrer schließlich gelingenden sozialen, politischen und alltagskulturellen Integration Ende der 50er/Anfang der 60er Jahre in der DDR bzw. der Bundesrepublik.
    50 min
  • Sina Arnold/Olaf Kistenmacher: Der Fall Ethel und Julius Rosenberg
    Antikommunismus, Antisemitismus und Sexismus in den USA zu Beginn des Kalten Krieges
    Mitschnitt einer Veranstaltung in der Reihe „Vielfalt sozialistischen Denkens“ vom 27. Mai 2015
    Am 19. Juni 1953 wurde das jüdische Ehepaar Ethel und Julius Rosenberg in den USA hingerichtet. Angeklagt hatte man die beiden KommunistInnen wegen (angeblicher) Atomspionage für die Sowjetunion, als Hauptbelastungszeuge fungierte Ethels Bruder David Greenglass.
    In der Ära McCarthy war der Fall Ausdruck nicht nur des weitverbreiteten Antikommunismus, sondern er stellte auch ein Beispiel für Antisemitismus und sexistische Geschlechtervorstellungen dar.
    Während die Rosenbergs in Deutschland weitestgehend in Vergessenheit geraten sind, nehmen sie in der Erinnerungskultur vieler US-Linker eine bedeutende Rolle ein.
    ReferentInnen: Sina Arnold und Olaf Kistenmacher (Von ihnen erschien zum Thema der Aufsatz "Die üblichen Verdächtigen" in der Jungle World 28/2013)
    53 min
  • Stefan Bollinger: Die Russen und wir
    Geschichtspolitische Überlegungen nicht nur zum Tag der Befreiung
    Mitschnitt einer Veranstaltung in der Reihe „Geschichte“ vom 1. Mai 2015
    Referent: Dr. Stefan Bollinger
    70 Jahre nach Kriegsende, nach der deutsch-faschistischen Kapitulation und der Befreiung Europas und der Deutschen vom Faschismus stehen erneut die Beziehungen zwischen den beiden großen Kontinentalmächten auf der Tagesordnung. Die Geschichte der deutschen Staaten und Russlands/der Sowjetunion/Russlands ist geladen mit Konflikten, Ressentiments, aber auch gegenseitiger Achtung, gemeinsamer Interessen und Zusammenarbeit.
    Ein Blick in die Geschichte spannt den Bogen von Großmachtinteressen und Nationalismen, die um den Vorrang in Europa stritten zu den Chancen einer gemeinsamen Politik unter sozialistischen Vorzeichen. Aber auch diese war nicht frei von "ewigen" Interessen, denen auch Freundschaften geopfert wurden. Und der Rückblick fällt auf fragwürdige Allianzen und tödliche Konfrontationen.
    1948 hat ein Kommunist, Rudolf Herrnstadt, in einem seltenen Moment linker und nationaler Besinnung das Verhältnis zu den "Russen hinterfragt." Heute sollte erneut Gelegenheit sein, in einer Zwischenkriegszeit (?) ungewohnte Fragen zu stellen.
    1 hr 49 min

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