Helle Panke

Helle Panke

By Helle PankeEducation
Download on the App Store

Helle Panke episodes

  • Georg Fülberth - Europa als Herrschafts- und Spaltungsprojekt
    Referent: Prof. Georg Fülberth
    Mitschnitt einer Veranstaltung des Forums Wirtschafts- und Sozialpolitik im Mai 2017
    Die Geschichte der europäischen Einigungsversuche begann im Ersten Weltkrieg, wird aber bis heute idealistisch fehlverstanden: als Projekt des Friedens und des Humanismus.
    Es dürfte an der Zeit sein, diese Version vom Kopf auf die Füße zu stellen. "Europa" war nicht die Lehre aus zwei Weltkriegen, sondern seine so genannte "Neuordnung" ist 1914 und 1939 Kriegsziel gewesen. Im Kalten Krieg setzte sich das fort. Insofern ist der gegenwärtige Zustand "Europas" pfadabhängig: unverändert von Ungleicheit, Spaltung und Herrschaft bestimmt. Versuche, es zu reformieren, sollten dies berücksichtigen.
    1 hr 11 min
  • Axel Rüdiger: Die Idee des Grundeinkommens im Deutschen Idealismus
    Mitschnitt einer Veranstaltung in der Reihe „Philosophische Gespräche“ vom Oktober 2016 in der Helle Panke
    Referent: Dr. Axel Rüdiger (wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Philosophie der Universität Hildesheim)
    Wer war Johann Adolf Dori? Nie gehört? Das ist vielleicht ein Versäumnis. Denn immerhin gilt er als ein früher Begründer des demokratischen Sozialismus aus dem Geist von Deutschem Idealismus und Französischer Revolution. Darüber hinaus trat er für ein bedingungsloses Grundeinkommen als notwendige soziale Voraussetzung für die politische Ökonomie der modernen Arbeitsgesellschaft ein und forderte gegen den Einspruch von Kant und Schiller die Frauenemanzipation. Hinzu kommt, dass er bereits vor Fichte als radikaler Kritiker des liberalen Freihandels hervortrat. "Krieg, Vererbung und Freiheit des Handels sind die ergiebigsten Quellen des unverhältnismäßigen Reichtums und der daraus entstehenden Plagen." TTIP und CETA lassen grüßen. Dennoch, oder vielleicht gerade deshalb ist er von der politischen Ideengeschichte bis heute weitgehend ignoriert worden. Das sind die Fakten, die auf eine interessante Geschichte schließen lassen.
    Dori (um 1765–1807) gehörte zu jener Generation von jungen deutschen Philosophen, die durch die Französische Revolution politisiert wurden und sich mit Fichte zunächst dem Studium und bald auch der Kritik der Philosophie Immanuel Kants widmeten. Während aber Schelling, Hegel und Hölderlin ebenso wie die Gebrüder Schlegel und Novalis einen festen Platz in der schulisch vermittelten Erinnerungskultur fanden, blieb Dori, der dem jakobinischen Republikanismus die Treue hielt und mit den frühkommunistischen Ansichten Babeufs sympathisierte, dieses Privileg versagt. Nicht einmal der sonst so zuverlässige Heinrich Heine, der viele von der reaktionären Geistesgeschichte im 19. Jahrhunderts als undeutsch aussortierten Demokraten und Intellektuelle in die Gegenwart rettete, konnte hier weiterhelfen. So liegen die zwischen 1798 und 1805 in kleiner Auflage erschienen Bücher Doris vergessen in den Magazinen einiger weniger Universitätsbibliotheken. Doris Karriere wurde durch seinen frühen Tod vorzeitig beendet. Zeitlebens kam er über eine schlecht bezahlte Dozentenstelle an einer Ritterakademie in Dresden nicht hinauskam. All dies schmälert nicht die Originalität seiner Texte, die durchaus in den großen Literaturzeitungen rezensiert wurden, aber wohl eher indirekt wirkten. Vor allem Hegel, der es mit dem Zitieren nicht immer so genau nahm, steht in Verdacht, sich nicht nur für seine Rechtsphilosophie großzügig bei Dori bedient zu haben. So verweisen Hegels berühmte Überlegungen zum dialektischen Verhältnis von Herr und Knecht direkt auf den von Dori entwickelten Begriff der Arbeit, den dieser aus der kritischen Konfrontation von kantischer Ethik und politischer Ökonomie gewinnt. Die Kritik an der liberalen Eigentums- und Rechtsbegründung Kants führt hierbei zur notwendigen Verschränkung von Rechts- und Sozialstaat, die Fichtes Theorie an Radikalität weit übertrifft und wesentliche Momente von Hegels Staatsbegriff vorwegnimmt. Wie eng Dori Utopie, Geschichte und Vernunft miteinander verschränkt sah, bezeugt folgende Überlegung: "Wie manches nannte einst die Bosheit und Albernheit einen Traum, was jetzt rechtsgemäß verwirklicht ist. Das vernünftige Handeln setzt ein richtiges Denken, das vernünftige Realisieren ein vernünftiges Idealisieren voraus." Dass seine Theorie nicht nur von historischem Wert ist, wird vor allem bei seiner Theorie des Grundeinkommens deutlich, die sich direkt auf die heutige Debatte anwenden lässt.
    1 hr 10 min
  • Jana Flemming: "Postwachstumspolitiken" – (Um-)Wege in eine wachstumsunabhängige Gesellschaft
    Mitschnitt einer Veranstaltung der Hellen Panke in der Reihe „Forum Wirtschafts- und Sozialpolitik“ vom 29. Mai 2017
    Referentin: Jana Flemming
    Postwachstum und Degrowth zielen auf eine Gesellschaft, die Stabilität, Wohlstand, ein gutes Leben für alle dauerhaft ermöglichen kann, weil sie sich unabhängig von permanentem ökonomischen Wachstum reproduziert.
    Aber wie können Übergänge in eine Postwachstumsgesellschaft konkret aussehen; ist ein solch tiefer Einschnitt „demokratisch und friedlich“ zu bewältigen? Viele Akteure der Postwachstums- und Alternativ-Szene setzen ausschließlich auf den Weg des Wandels „von unten“, auf die Ausstrahlung und Verbreitung von alternativen Praktiken, Initiativen, Lebensstilen, Kulturen des Selbermachens, Non-Profit-Unternehmen etc. Politik und ihre maßgeblichen Akteure wie Parteien und Gewerkschaften hingegen wetteiferten lediglich um Rezepte für das Wachsen und Verteilen eines Kuchens, der (nicht nur ökologisch) „vergiftetet“ sei.
    Aber wird hier nicht ein falscher Gegensatz aufgebaut? Welche Politiken, Reformen und Akteure könnten in diesem Spannungsfeld vermitteln, einen Richtungswechsel einleiten ohne selbst explizit pro Postwachstum sein zu müssen? Wie kann transformative Politik soziale Bedingungen so verändern, dass Postwachstum auch für „Normalbürger“ eine attraktive Perspektive werden kann? Was könnte das für die Politik von Gewerkschaften bedeuten?
    21 min
  • Anna-Sophie Schönfelder: Marx journalistische Kritik der 1850er Jahre
    Referentin: Anna-Sophie Schönfelder (Universität Osnabrück)
    Mitschnitt einer Veranstaltung der Hellen Panke der Reihe „Literatur und Gesellschaft“ vom 19. Juni 2017
    Viel Aufmerksamkeit kommt Marxʼ theoretischen Triumphen zu, die er etwa im „Manifest“ oder im „Kapital“ feiert. Doch was ist, wenn seine Erwartung einer revolutionären gesellschaftlichen Veränderung, wie er 1848 sie formuliert, einer Realitätsprüfung ausgesetzt ist?
    Der Vortrag legt den Fokus darauf, wie sich Marx in Phasen der revolutionären Flaute positioniert, wie er politische Irritationen verarbeitet und um Erklärungen für enttäuschende gesellschaftliche Entwicklungen ringt. Die bisherige Erforschung seiner journalistischen Texte der Dekade zwischen Entstehung des „Manifests“ und der „Grundrisse“ konzentriert sich auf einzelne von ihm behandelte, oft länderspezifische Fragen. Dabei bleibt der Blick auf die Gesamtheit der Artikel als eigenes Marxʼsches Textgenre sowie auf die Besonderheiten der darin angewandten Argumentation zumeist flüchtig.
    41 min
  • Sebastian Gerhardt: Die sowjetische Kriegswirtschaft im "Großen Vaterländischen Krieg"
    Referent: Sebastian Gerhardt (Mitschnitt einer Veranstaltung der Hellen Panke in der Reihe „Geschichte“ im Januar 2018)
    Der Sieg über Nazideutschland hat die Sowjetunion ungeheure Opfer gekostet. Die Last des Krieges führte zu einem Bruch in der Wachstumsdynamik der sowjetischen Wirtschaft. Dennoch hat nicht nur Stalin selbst diesen Sieg als ultimative Bestätigung der "Generallinie" der Partei angesehen.
    Welche Rolle spielte die Kriegsgefahr für die Industrialisierungspolitik? Wie war das Land auf einen Krieg vorbereitet? Wie konnte die Versorgung der Front erreicht werden – und was waren langfristigen Kriegsfolgen?
    55 min
  • Nils Baratella: Der Kampf der Aufklärung mit sich selbst – Hegels Revolutionstheorie
    Referent: Dr. phil. Nils Baratella (Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Hannah-Arendt-Zentrum / Institut für Philosophie der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg)
    Mitschnitt einer Veranstaltung der Hellen Panke in der Reihe „Philosophische Gespräche“ im Januar 2018
    Die Französische Revolution besaß für Georg Wilhelm Friedrich Hegel zeitlebens große Bedeutung. Jahr für Jahr feierte er das Jubiläum der Erstürmung der Bastille am 14. Juli 1789. In der Revolution, so Hegel, habe sich „der Mensch auf den Kopf, d. i. auf den Gedanken [ge]stellt und die Wirklichkeit nach diesem erbaut“. Doch trieb den Philosophen auch die Frage um, wie diese Verobjektivierung menschlicher Freiheit in welthistorischem Maßstab, der „herrliche[...] Sonnenaufgang“, schon kurze Zeit später in eine blutige Schreckensherrschaft, den terreur, umschlagen konnte.
    Hegel macht es sich diesbezüglich nicht etwa leicht, indem er Revolution und Terror entweder abstrakt gegenüberstellt oder sie einfach in eins fallen lässt. Vielmehr entwickelt er eine Theorie der Revolution, mit dem Ziel, die Aufklärung über sich selbst aufzuklären. Dieser Theorie will sich der Vortrag widmen.
    48 min
  • Ralf Ruckus: Neue Ära oder baldiger Zusammenbruch in China?
    Referent: Ralf Ruckus
    Mitschnitt einer Veranstaltung der Hellen Panke in der Reihe „Internationale Politik“ im Januar 2018
    Nach drei Jahrzehnten rasanten Wirtschaftswachstums und der Integration Chinas in den kapitalistischen Weltmarkt begann der wirtschaftliche Motor mit der Krise seit 2008 zu stottern. Während der Staat massive Investitionsprogramme auflegte, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln, spitzten sich ab 2010 die sozialen Konflikte zu und es kam vermehrt zu Streiks.
    In den letzten Jahren hat die Kommunistische Partei unter Xi Jinping versucht, den Staat zu konsolidieren, die Führungen von Partei, Behörden und Militär durch eine Antikorruptionskampagne auf Linie zu bringen und die sozialen Konflikte durch verschärfte Repression in den Griff zu kriegen. Angesichts einer veränderten Weltlage will sie – u.a. über die "One Belt, One Road"-Initiative – ihre Kontrolle über Waren- und Kapitalströme global erweitern und neue Einflusssphären gewinnen. Die Liste ihrer Probleme bleibt lang: massive Umweltschäden, wachsende Schulden und Spekulationsblasen, die immense Kluft zwischen Arm und Reich, andauernde Streiks, Spaltungen in der chinesischen Führung, das Misstrauen vieler ChinesInnen u.a.m. Stehen wir tatsächlich vor dem „chinesischen Jahrhundert“ oder bricht der chinesische Kapitalismus bald in sich zusammen?
    51 min
  • Ebermann / Klopotek / TOP B3rlin: 50 Jahre Johannes Agnoli "Transformation der Demokratie" (1967)
    Mit Thomas Ebermann (Hamburg), Felix Klopotek (Köln) und Jan Giolan (TOP B3rlin)
    Moderation: Birgit Ziener
    Mitschnitt einer Veranstaltung der „Jungen Panke“ im Dezember 2017
    Als der Politikwissenschaftler Johannes Agnoli und der Sozialpsychologe Peter Brückner im Jahr 1967 gemeinsam "Die Transformation der Demokratie" veröffentlichten, trafen sie damit einen Nerv der beginnenden Revolte. Vor allem die Rezeption von Agnolis radikaler Kritik der parlamentarischen Demokratie innerhalb der außerparlamentarischen Bewegungen brachte der Schrift die Bezeichnung "APO-Bibel" ein. Agnolis Auseinandersetzung mit dem Repräsentationsprinzip, das er als repressives Befriedungs- und Herrschaftsinstrument analysiert, mündet in die Kritik am konstruktiven Mitwirken in den Institutionen, das lediglich der Aufrechterhaltung der Verhältnisse sowie der Domestizierung der Opposition diene. Als "Staatsfeind auf dem Lehrstuhl" bestand Agnoli auf Subversion, Destruktion und Aufklärung: "Es dient keinem Herrschaftssystem, wenn die Techniken des Herrschens den beherrschten zum Bewußtsein gebracht werden." Während Agnoli seine negationistische Staats- und Institutionenkritik am Beispiel der Grünen und der Linken Jahrzehnte später veranschaulichte und aktualisierte, scheint sie heutzutage angesichts der Angriffe auf die demokratischen Institutionen von Rechts fast anachronistisch.
    2 hr 12 min
  • Christopher Coenen: Der Transhumanismus: Ein Sinnangebot im Überwachungskapitalismus
    Referent: Christopher Coenen (wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse in Karlsruhe, ITAS)
    Mitschnitt einer Veranstaltung der Hellen Panke in der Reihe „Digitaler Wandel“
    In einer Zeit der Verfinsterung legt der Kapitalismus bürgerliche Freiheiten ab wie zu klein gewordene Kinderkleidung, Gesellschaft und Körper dem Profitstreben total unterwerfend. Vor allem in der IT-Industrie agierende Treiber technischen Fortschritts nutzen scheinliberal-individualistische Rechtfertigungen, um neue absolute Herrschaft zu begründen. Die seit 1989 vollends in eine Sinnkrise gestürzten modernen Gesellschaften reagieren darauf, auch unter dem Einfluss altbekannter Krisenverarbeitungsformen, mit Depolitisierung und faschistischer Verblödung. Der Seitensträngen des Sozialismus entstammende Transhumanismus ist, als eine visionäre Weltanschauung, die unsere fragile Körperlichkeit überwinden und die Träume des Space Age verwirklichen will, ein eher kindisches Sinnangebot. Es lässt sich an ihm aber die Korruption fast jeglichen Fortschrittsdenkens in einer technowissenschaftlich überforderten Spätmoderne zeigen. Die Entstellung der im weitesten Sinne sozialdemokratischen Befreiungshoffnungen durch Fähigkeitenfixierung (Ableism) und das Schlürfen süßer Gifte des Überwachungskapitalismus ist von jenen zu kritisieren, die bürgerlichen oder proletarischen progressiven Traditionen anhängen.
    Referent: Christopher Coenen (wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse in Karlsruhe, ITAS)
    Mitschnitt einer Veranstaltung der Hellen Panke in der Reihe „Digitaler Wandel“
    1 hr 3 min

About Helle Panke

From the publisher's feed

Ihr habt es mal nicht zu einer unserer Veranstaltungen geschafft? Hier könnt ihr viele Vorträge und Diskussionen nachhören.

More shows like Helle Panke

Jung & Naiv by Tilo Jung

Jung & Naiv

46 Listeners

Hotel Matze by Matze Hielscher & Mit Vergnügen

Hotel Matze

182 Listeners

The Daily by The New York Times

The Daily

111,852 Listeners

FALTER Radio by FALTER

FALTER Radio

36 Listeners

Dissens by Lukas Ondreka

Dissens

7 Listeners

Dritte Halbzeit by Tamedia

Dritte Halbzeit

8 Listeners

Die Neuen Zwanziger by Stefan Schulz und Wolfgang M. Schmitt

Die Neuen Zwanziger

10 Listeners

Das Politikteil by DIE ZEIT

Das Politikteil

61 Listeners

Alles Geschichte - Der History-Podcast by ARD

Alles Geschichte - Der History-Podcast

66 Listeners

Lanz + Precht by ZDF, Markus Lanz & Richard David Precht

Lanz + Precht

314 Listeners

Anderi Liga 2.0 by Fabian Ruch, Sven Forster

Anderi Liga 2.0

3 Listeners

FORZA! - der Fussballpodcast der Schweiz by Blick: Tobias Wedermann, Florian Raz

FORZA! - der Fussballpodcast der Schweiz

3 Listeners

Plus Ultra - Der Weg in den Dreißigjährigen Krieg by Studio Bummens & Geschichten aus der Geschichte

Plus Ultra - Der Weg in den Dreißigjährigen Krieg

13 Listeners

Nacktes Geld by Paul Brandenburg

Nacktes Geld

2 Listeners