Die Linke befand sich in den 1950er und 60er Jahren in einer Phase des Umbruchs und der Neubestimmung. Die klassische Arbeiterbewegung war einerseits durch den NS regelrecht vernichtet, andererseits durch Wohlfahrtsstaat, Keynesianismus und Klassenkompromiss befriedet. Dafür traten ganz neue politische Konflikte und Akteure auf den Plan.
Diese allgemeine Situation des Auf- und Umbruchs kulminierte im langen Jahr '68, das bereits zuvor mit einer Neuausrichtung der Gesellschaftskritik begann und nach 68 das "rote Jahrzehnt" einleitete.
Fünfzig Jahre danach wollten wir insbesondere die internationale Dimension in den Blick nehmen. Es wurden verschiedene Länder behandelt werden, in denen '68 zum Ereignis wurde: USA, Frankreich, Italien und West-Deutschland. Dabei wurden zum einen die neuen Formen politischer Praxis und sozialer Kämpfe und zum anderen die Umbrüche in Theorie und Kritik betrachtet.
Dr. Alexander Neupert-Doppler: "Lebenskunst vs. Spektakel – Die Situationisten im Pariser Mai"
Zu hören sind hier Prof. Jürgen Pelzer: Public intellectual und Mentor der Neuen Linken. Herbert Marcuses Rolle in den US-amerikanischen Debatten der Sechziger