Helle Panke

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Helle Panke episodes

  • Trajektorien postmonetärer Vergesellschaftung: Eine Gesellschaft nach dem Geld?
    Geld gehört zu den zentralen Institutionen moderner kapitalistischer Wirtschaften, zugleich besitzt es eine augenscheinliche Relevanz im Kontext gesellschaftlicher Krisen. Insofern ist es wenig verwunderlich, dass Gesellschaftskritik sich oft auch in Form bestimmter auf die Geldordnung bezogener Reformprojekte artikuliert, sei es in Form der Forderung nach einer stärkeren Vermarktlichung (Bitcoin) oder Verstaatlichung (Vollgeld) von Währungen bzw. Geldschöpfung. Der Vortrag soll ein Stück weit über solche einschlägigen Debatten hinausweisen und sich an der Grundsatzfrage nach den Bedingungen der Möglichkeit einer Gesellschaft nach dem Geld orientieren.
    Der Referent arbeitet gegenwärtig an der LMU München in einem vom BMBF geförderten Projekt zum Einfluss akademischen makroökonomischen Wissens auf die Geldpolitik von Zentralbanken. Er war zudem an dem kürzlich abgeschlossenen Projekt „Die Gesellschaft nach dem Geld“ an der Universität Bonn beteiligt.
    Referent: Dr. Hanno Pahl
    Mitschnitt einer Veranstaltung der Reihe „Vielfalt sozialistischen Denkens“ im März 2018
    1 hr 2 min
  • Kerstin Kaiser: Russland aktuell oder: Warum immer Putin?
    Mitschnitt einer Veranstaltung der Reihe „Europa von links“ im März 2018
    Referentin: Kerstin Kaiser (Leiterin des Moskauer Büros der Rosa-Luxemburg-Stiftung)
    Am 18. März 2018 war Präsidentschaftswahl in Russland. In den Medien wurde spekuliert über die Zeit nach Putin, aber niemand zweifelte ernsthaft an seinem erneuten Wahlsieg. Vor dem Hintergrund der "Eiszeit" in den Beziehungen zwischen EU/Deutschland und der Russländischen Föderation ging es an diesem Abend um aktuelle Informationen, Analysen und Hintergründe. Und: Ist nicht auch ein Perspektivenwechsel nötig? Denn "die Optik ist geknickt": Der Blick auf die Widersprüche und die Gesellschaft in Russland ist getrübt und wird verstellt durch das Bild vom "allmächtigen und allgegenwärtigen Putin".
    Fragen und Zusammenhänge zur NATO-Politik, EU-Sanktionen, zu Krieg und Krise in der Ukraine, der Rolle der Bundesrepublik und des "Petersburger Dialoges" sowie zu den Interessen früherer Sowjetrepubliken gehören mit in diese Diskussion. Und: Welche Sicht hat man aus Moskau oder Nowosibirsk auf die Bundesrepublik Deutschland?
    Tatsächlich sind politische Lager nicht auf die Formel "Demokraten oder Russlandversteher" zu bringen, Widersprüche und Streit gehen quer durch die deutsche Gesellschaft und ihre Parteien. Ist da ein Politikwechsel Richtung "Tauwetter" denkbar und möglich? Welche Ideen haben linke Politiker*innen dazu entwickelt, und wie realistisch sind sie?
    55 min
  • Mara Puškarević: 20 Jahre Nato-Bombardierung Jugoslawiens
    Vom 24. März 1999 bis zum 19. Juni 1999 bombardierten Flugzeuge & Marschflugkörper der Nato Ziele in der damaligen Bundesrepublik Jugoslawien. Während der Bombardierung gab es verschiedene Formen der Anti-Krieg-Intervention. Eine kam vom Bundestagspolitiker Gregor Gysi (damals PDS/heute Die Linke), der in den Kriegstagen zu Slododan Milošević reiste, um mit diesem über eine friedliche Lösung zu verhandeln. Eine andere Intervention kam von der anarchistischen Aktivistin Samira Fansa, die auf dem Grünen Parteitags 1999 in Bielefeld am Beginn der Rede von Joschka Fischer einen roten Farbbeutel auf den Außenminister warf, um ihn als Kriegstreiber zu markieren. Die Junge Panke lud die beiden zum Podiumsgespräch ein. Außerdem sprach die Historikerin Mara Puškarević, die auch in der Initiative SolidarOST aktiv ist.
    Insgesamt warfen die im Rahmen der Nato-Operation eingesetzten 1.000 Flugzeuge 28.018 Sprengkörper ab. Bis heute sind die Kriegsschäden an Gebäuden und in der Natur in Serbien und den Nachbarländern zu sehen. Der Nato-Krieg war auch die erste deutsche Kriegsbeteiligung nach dem 2. Weltkrieg. Die Nato führte diesen Luftkrieg ohne ein UN-Mandat gegen einen souveränen Staat. Am 13. Mai 1999 beschloss ein Sonderparteitag von „Bündnis 90/Die Grünen“, diesen Krieg als Teil der damals regierenden rot-grünen Bundesregierungen mitzutragen. Auf diesem Parteitag wurde der damalige Grüne Außenminister Joschka Fischer wegen seines Engagements für diesen Nato-Krieg mit einem Farbbeutel beworfen.
    Der Krieg war in mehrfacher Hinsicht eine Zäsur: Deutschland beteiligte sich zum ersten Mal seit dem 2. Weltkrieg aktiv mit der Bundeswehr an einem Kriegseinsatz. Es traf ein Land, in dem die Wehrmacht während des zweiten Weltkriegs gewütet hatte. Der Nato-Luftkrieg beendete fast ein Jahrzehnt blutige nationalistische Auseinandersetzung auf dem Gebiet des zerfallenden Jugoslawien. Für Präsident Slobodan Milošević führte diese verlorene militärische Auseinandersetzung zwei Jahre später auch zum Ende seiner Herrschaft. Unter Berufung auf eine „humanitäre Intervention“ wurde ohne UN-Mandat militärisch in eine Auseinandersetzung auf dem Gebiet eines souveränen Staates zu Gunsten einer Partei eingegriffen. Die aus Teilen der Friedensbewegung entstandene Partei „Bündnis 90/Die Grünen“ hatte diesen Kriegseinsatz politisch mitgetragen und erlitt einen Bruch mit einem kleinen Teil ihrer Basis und Sympathisanten.
    20 min
  • Samira Fansa: 20 Jahre Nato-Bombardierung Jugoslawiens
    Vom 24. März 1999 bis zum 19. Juni 1999 bombardierten Flugzeuge & Marschflugkörper der Nato Ziele in der damaligen Bundesrepublik Jugoslawien. Während der Bombardierung gab es verschiedene Formen der Anti-Krieg-Intervention. Eine kam vom Bundestagspolitiker Gregor Gysi (damals PDS/heute Die Linke), der in den Kriegstagen zu Slododan Milošević reiste, um mit diesem über eine friedliche Lösung zu verhandeln. Eine andere Intervention kam von der anarchistischen Aktivistin Samira Fansa, die auf dem Grünen Parteitags 1999 in Bielefeld am Beginn der Rede von Joschka Fischer einen roten Farbbeutel auf den Außenminister warf, um ihn als Kriegstreiber zu markieren. Die Junge Panke lud die beiden zum Podiumsgespräch ein. Außerdem sprach die Historikerin Mara Puškarević, die auch in der Initiative SolidarOST aktiv ist.
    Insgesamt warfen die im Rahmen der Nato-Operation eingesetzten 1.000 Flugzeuge 28.018 Sprengkörper ab. Bis heute sind die Kriegsschäden an Gebäuden und in der Natur in Serbien und den Nachbarländern zu sehen. Der Nato-Krieg war auch die erste deutsche Kriegsbeteiligung nach dem 2. Weltkrieg. Die Nato führte diesen Luftkrieg ohne ein UN-Mandat gegen einen souveränen Staat. Am 13. Mai 1999 beschloss ein Sonderparteitag von „Bündnis 90/Die Grünen“, diesen Krieg als Teil der damals regierenden rot-grünen Bundesregierungen mitzutragen. Auf diesem Parteitag wurde der damalige Grüne Außenminister Joschka Fischer wegen seines Engagements für diesen Nato-Krieg mit einem Farbbeutel beworfen.
    Der Krieg war in mehrfacher Hinsicht eine Zäsur: Deutschland beteiligte sich zum ersten Mal seit dem 2. Weltkrieg aktiv mit der Bundeswehr an einem Kriegseinsatz. Es traf ein Land, in dem die Wehrmacht während des zweiten Weltkriegs gewütet hatte. Der Nato-Luftkrieg beendete fast ein Jahrzehnt blutige nationalistische Auseinandersetzung auf dem Gebiet des zerfallenden Jugoslawien. Für Präsident Slobodan Milošević führte diese verlorene militärische Auseinandersetzung zwei Jahre später auch zum Ende seiner Herrschaft. Unter Berufung auf eine „humanitäre Intervention“ wurde ohne UN-Mandat militärisch in eine Auseinandersetzung auf dem Gebiet eines souveränen Staates zu Gunsten einer Partei eingegriffen. Die aus Teilen der Friedensbewegung entstandene Partei „Bündnis 90/Die Grünen“ hatte diesen Kriegseinsatz politisch mitgetragen und erlitt einen Bruch mit einem kleinen Teil ihrer Basis und Sympathisanten.
    11 min
  • Gregor Gysi: 20 Jahre Nato-Bombardierung Jugoslawiens
    Vom 24. März 1999 bis zum 19. Juni 1999 bombardierten Flugzeuge & Marschflugkörper der Nato Ziele in der damaligen Bundesrepublik Jugoslawien. Während der Bombardierung gab es verschiedene Formen der Anti-Krieg-Intervention. Eine kam vom Bundestagspolitiker Gregor Gysi (damals PDS/heute Die Linke), der in den Kriegstagen zu Slododan Milošević reiste, um mit diesem über eine friedliche Lösung zu verhandeln. Eine andere Intervention kam von der anarchistischen Aktivistin Samira Fansa, die auf dem Grünen Parteitags 1999 in Bielefeld am Beginn der Rede von Joschka Fischer einen roten Farbbeutel auf den Außenminister warf, um ihn als Kriegstreiber zu markieren. Die Junge Panke lud die beiden zum Podiumsgespräch ein. Außerdem sprach die Historikerin Mara Puškarević, die auch in der Initiative SolidarOST aktiv ist.
    Insgesamt warfen die im Rahmen der Nato-Operation eingesetzten 1.000 Flugzeuge 28.018 Sprengkörper ab. Bis heute sind die Kriegsschäden an Gebäuden und in der Natur in Serbien und den Nachbarländern zu sehen. Der Nato-Krieg war auch die erste deutsche Kriegsbeteiligung nach dem 2. Weltkrieg. Die Nato führte diesen Luftkrieg ohne ein UN-Mandat gegen einen souveränen Staat. Am 13. Mai 1999 beschloss ein Sonderparteitag von „Bündnis 90/Die Grünen“, diesen Krieg als Teil der damals regierenden rot-grünen Bundesregierungen mitzutragen. Auf diesem Parteitag wurde der damalige Grüne Außenminister Joschka Fischer wegen seines Engagements für diesen Nato-Krieg mit einem Farbbeutel beworfen.
    Der Krieg war in mehrfacher Hinsicht eine Zäsur: Deutschland beteiligte sich zum ersten Mal seit dem 2. Weltkrieg aktiv mit der Bundeswehr an einem Kriegseinsatz. Es traf ein Land, in dem die Wehrmacht während des zweiten Weltkriegs gewütet hatte. Der Nato-Luftkrieg beendete fast ein Jahrzehnt blutige nationalistische Auseinandersetzung auf dem Gebiet des zerfallenden Jugoslawien. Für Präsident Slobodan Milošević führte diese verlorene militärische Auseinandersetzung zwei Jahre später auch zum Ende seiner Herrschaft. Unter Berufung auf eine „humanitäre Intervention“ wurde ohne UN-Mandat militärisch in eine Auseinandersetzung auf dem Gebiet eines souveränen Staates zu Gunsten einer Partei eingegriffen. Die aus Teilen der Friedensbewegung entstandene Partei „Bündnis 90/Die Grünen“ hatte diesen Kriegseinsatz politisch mitgetragen und erlitt einen Bruch mit einem kleinen Teil ihrer Basis und Sympathisanten.
    16 min
  • Diskussion: 20 Jahre Nato-Bombardierung Jugoslawiens
    Vom 24. März 1999 bis zum 19. Juni 1999 bombardierten Flugzeuge & Marschflugkörper der Nato Ziele in der damaligen Bundesrepublik Jugoslawien. Während der Bombardierung gab es verschiedene Formen der Anti-Krieg-Intervention. Eine kam vom Bundestagspolitiker Gregor Gysi (damals PDS/heute Die Linke), der in den Kriegstagen zu Slododan Milošević reiste, um mit diesem über eine friedliche Lösung zu verhandeln. Eine andere Intervention kam von der anarchistischen Aktivistin Samira Fansa, die auf dem Grünen Parteitags 1999 in Bielefeld am Beginn der Rede von Joschka Fischer einen roten Farbbeutel auf den Außenminister warf, um ihn als Kriegstreiber zu markieren. Die Junge Panke lud die beiden zum Podiumsgespräch ein. Außerdem sprach die Historikerin Mara Puškarević, die auch in der Initiative SolidarOST aktiv ist.
    Insgesamt warfen die im Rahmen der Nato-Operation eingesetzten 1.000 Flugzeuge 28.018 Sprengkörper ab. Bis heute sind die Kriegsschäden an Gebäuden und in der Natur in Serbien und den Nachbarländern zu sehen. Der Nato-Krieg war auch die erste deutsche Kriegsbeteiligung nach dem 2. Weltkrieg. Die Nato führte diesen Luftkrieg ohne ein UN-Mandat gegen einen souveränen Staat. Am 13. Mai 1999 beschloss ein Sonderparteitag von „Bündnis 90/Die Grünen“, diesen Krieg als Teil der damals regierenden rot-grünen Bundesregierungen mitzutragen. Auf diesem Parteitag wurde der damalige Grüne Außenminister Joschka Fischer wegen seines Engagements für diesen Nato-Krieg mit einem Farbbeutel beworfen.
    Der Krieg war in mehrfacher Hinsicht eine Zäsur: Deutschland beteiligte sich zum ersten Mal seit dem 2. Weltkrieg aktiv mit der Bundeswehr an einem Kriegseinsatz. Es traf ein Land, in dem die Wehrmacht während des zweiten Weltkriegs gewütet hatte. Der Nato-Luftkrieg beendete fast ein Jahrzehnt blutige nationalistische Auseinandersetzung auf dem Gebiet des zerfallenden Jugoslawien. Für Präsident Slobodan Milošević führte diese verlorene militärische Auseinandersetzung zwei Jahre später auch zum Ende seiner Herrschaft. Unter Berufung auf eine „humanitäre Intervention“ wurde ohne UN-Mandat militärisch in eine Auseinandersetzung auf dem Gebiet eines souveränen Staates zu Gunsten einer Partei eingegriffen. Die aus Teilen der Friedensbewegung entstandene Partei „Bündnis 90/Die Grünen“ hatte diesen Kriegseinsatz politisch mitgetragen und erlitt einen Bruch mit einem kleinen Teil ihrer Basis und Sympathisanten.
    46 min
  • Barbara Rothmüller: 40 Jahre "Die feinen Unterschiede" von Pierre Bourdieu
    Im Jahr 1979 erschien in Frankreich unter dem Titel La distinction. Critique sociale du jugement jenes Buch, das in Deutschland den Titel „Die feinen Unterschiede - Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft“ erhielt. Es ist das Hauptwerk des französischen Sozialwissenschaftlers Pierre Bourdieu (1930-2002).
    Die Junge Panke Abend konnte Barbara Rothmüller von der Uni Wien als Referentin gewinnen.
    Sie erläuterte warum man, im Studium der Geistes- und Sozialwissenschaften am Inhalt des Buchs nicht vorbei kommt - vollständig gelesen haben die über 900 Seiten aber die wenigsten. Was hat der „individuelle“ Geschmack mit der eigenen Herkunft zu tun? Und wie werden „die feinen Unterschiede“ in der Klassengesellschaft, in der wir leben, so wirksam, dass sie Ungleichheit fortschreiben?
    40 Jahre nach seinem Erscheinen findet Bourdieus Klassiker seine Fortsetzung u.a. bei Didier Eribon. Er bezieht sich auf die soziologischen Untersuchengen Bourdieus auf persönlich-biographische Weise bereits in „Rückkehr nach Reims“, das darauf in „Gesellschaft als Urteil“ eine stärker wissenschaftlich ausgerichtete Fortsetzung findet. Eribon selbst hat „Rückkehr nach Reims“ sogar als eine Art „Nachfolgebruch“ von Bourdieus „Die feinen Unterschiede“ bezeichnet.
    58 min
  • David Kiefer: Von Wiking bis Brüderhilfe - Finnland, II.Weltkrieg und Waffen-SS
    Finnland nahm eine Sonderrolle im Bündnisgefüge Nazideutschlands ein: Als nordischer "Waffenbruder" verweigerte man den Deutschen die Herausgabe der eigenen jüdischen Bevölkerung und die Implementierung antisemitischer Politiken und blieb bis Kriegsende ein demokratischer Staat. Die komplexe Weltkriegsgeschichte Finnlands wurde in den letzten Jahren vermehrt kritisch reflektiert. Die Theorie eines "Separatkrieges", die "driftwood theory" und das Verhalten der finnischen Eliten kamen zunehmend in den Fokus einer neuen kritischen Historikergeneration.
    Anlass, dieser sehr kleinen Geschichte im großen Geschichtspanorama des 2. Weltkrieges und des europäischen Faschismus nachzugehen, ist die Eröffnung der Brauereikneipe "Bryggeri Helsinki" im Prenzlauer Berg. Der Geschäftsführer dieser Gaststätte und der gleichnamigen Brauerei ist Vorsitzender des SS-Traditionsvereins "Veljesapu-Perinneyhdistys ry" (Brüderhilfe e. V.) in Finnland. Die "Brüderhilfe – Traditionsvereinigung" ist eine finnische Hilfs- und Erinnerungsorganisation von ehemaligen Waffen-SS-Mitgliedern. Der eingetragene Verein wurde 1955 gegründet um eine Unterstützung der Waffen-SS-Veteranen zu organisieren, weil diese vom finnischen Staat keine Veteranenrente erhielten. Nach Angaben des Vereins waren 2018 noch 10 von ursprünglich 302 darin organisierten Waffen-SS-Veteranen am Leben.
    David Kiefer vom "Berliner Bündnis gegen Rechts" berichtete über den Besitzer der Brauereikneipe Bryggeri Helsinki in Prenzlauer Berg und den Protest dagegen.
    11 min
  • Robert Stark: Von Wiking bis Brüderhilfe - Finnland, II.Weltkrieg und Waffen-SS
    Finnland nahm eine Sonderrolle im Bündnisgefüge Nazideutschlands ein: Als nordischer "Waffenbruder" verweigerte man den Deutschen die Herausgabe der eigenen jüdischen Bevölkerung und die Implementierung antisemitischer Politiken und blieb bis Kriegsende ein demokratischer Staat. Die komplexe Weltkriegsgeschichte Finnlands wurde in den letzten Jahren vermehrt kritisch reflektiert. Die Theorie eines "Separatkrieges", die "driftwood theory" und das Verhalten der finnischen Eliten kamen zunehmend in den Fokus einer neuen kritischen Historikergeneration.
    Anlass, dieser sehr kleinen Geschichte im großen Geschichtspanorama des 2. Weltkrieges und des europäischen Faschismus nachzugehen, ist die Eröffnung der Brauereikneipe "Bryggeri Helsinki" im Prenzlauer Berg. Der Geschäftsführer dieser Gaststätte und der gleichnamigen Brauerei ist Vorsitzender des SS-Traditionsvereins "Veljesapu-Perinneyhdistys ry" (Brüderhilfe e. V.) in Finnland. Die "Brüderhilfe – Traditionsvereinigung" ist eine finnische Hilfs- und Erinnerungsorganisation von ehemaligen Waffen-SS-Mitgliedern. Der eingetragene Verein wurde 1955 gegründet um eine Unterstützung der Waffen-SS-Veteranen zu organisieren, weil diese vom finnischen Staat keine Veteranenrente erhielten. Nach Angaben des Vereins waren 2018 noch 10 von ursprünglich 302 darin organisierten Waffen-SS-Veteranen am Leben.
    Robert Stark, Alumni-Studienstipendiat der RLS, M.A. Judaistik und Holocaust Studien, studierte an der FU Berlin, dem Touro-College Berlin und der Universität Prag. Er lebt im zentralfinnischen Tampere, bereitet eine Promotionsbewerbung in Helsinki vor und beschäftigt sich mit der jüngeren finnischen Geschichte.
    40 min
  • Dr. Gisela Notz: Frauen in der Novemberrevolution
    Frauen protestierten vor hundert Jahren in Massen gegen den Ersten Weltkrieg und das deutsche Kaiserreich. Ihre Streiks, Demonstrationen und Ausschreitungen leisteten einen wesentlichen Beitrag zur Vorbereitung der Novemberrevolution. Doch während der Formung und Kämpfe um die Richtung der Revolution tauchten Frauen als Massenerscheinung nicht mehr auf.
    Ihre Kämpfe entstanden aus einer prekären Mobilisierung auf den Arbeitsmarkt, wobei ihre vorangegangenen Lohnarbeitsverhältnisse, wie Hausanstellung oder Heimarbeit, zumeist erst gar nicht als Beschäftigungsverhältnisse wahrgenommen wurden. Sie zeigten sich bei der Doppelbelastung von Lohn- und Versorgungsarbeit, deren Anerkennung bereits damals gefordert, aber nicht umgesetzt wurde.
    Diese Strukturen sind bestehen geblieben. Anhand der Proteste der Frauen der Novemberrevolution und den vielfältigen reaktionären Antworten soll diskutiert werden, welche grundlegenden gesellschaftlichen Konflikte bis heute dringend feministischer Kämpfe bedürfen, und wie sich diese Kämpfe in Hinblick auf die weltweiten Frauen*streikbewegungen gestalten.
    Dr. Gisela Notz ist Historikerin. Sie betreibt Forschungen zur Geschichte der ArbeiterInnen- und Frauenbewegung, zu Frauen-, Familien und Sozialpolitik. Unter anderem veröffentlichte sie "Her mit dem allgemeinen, gleichen Wahlrecht für Mann und Frau!",
    41 min

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