Helle Panke

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Helle Panke episodes

  • Renten aus Betongold? Was institutionelle Anleger auf dem Berliner Immobilienmarkt treiben
    Prof. Dr. Susanne Heeg (Goethe-Universität Frankfurt am Main )
    referierte bei einer Veranstaltung der Reihe "Linke Metropolenpolitik". Sie erklärte, was institutionelle Anleger auf dem Berliner Immobilienmarkt treiben.
    Der Vortrag fand aus aktuellem Anlass statt. Als die Bezirke Neukölln und Mitte mittels Vorkaufsrecht der dänischen Pensionskasse PFA hunderte Wohnungen, in denen viele Rentner und Rentnerinnen leben, vor der Nase wegschnappten, wurde der Zusammenhang von Finanzialisierung von Vorsorgeleistungen und explodierenden Immobilienpreisen offensichtlich. Institutionelle Anleger wie Renten- und Pensionsfonds schlagen auf dem deutschen Markt richtig zu. Schon im August hatte das Handelsblatt berichtet: „Dänische Pensionskasse kauft Wohnungen in Deutschland für mehr als eine Milliarde Euro“. Es ging um 3700 Wohnungen sowie ein Gewerbeobjekt an 15 Standorten in Deutschland, welche PFA erwarb.
    Aber auch private Vermögensverwalter wie Blackstone sind nicht untätig. 120 Milliarden Dollar hat der US-Konzern weltweit in Immobilien investiert. Seit kurzem gehören auch rund 2500 Wohnungen in Berlin dazu.
    Der deutsche, hier besonders der Berliner Immobilienmarkt hat in den letzten Jahren einen wahren Goldrausch erlebt. So hat sich beispielsweise der Bodenpreis im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg innerhalb nur eines Jahres vervierfacht, wie der Tagesspiegel berichtete.
    Verschiedenen Anlegertypen haben unterschiedliche Profitstrategien, die Mieterinnen und Mieter sowie die Stadtgesellschaft wiederum vor unterschiedliche Probleme stellen.
    Was unterscheidet große institutionelle Anleger von börsennotierten Immobilienunternehmen wie der Deutsche Wohnen und diese wiederum vom vermögenden Zahnarzt, der eine Eigentumswohnung kauft?
    1 hr 32 min
  • Auf der Suche nach der Arbeitszeit 4.0: Herausforderungen und Strategien linker Arbeitszeitpolitik
    Im Zuge der Digitalisierung verändern sich die Arbeits- und Lebensbedingungen der abhängig Beschäftigten. Welche Folgen hat das für eine linke Arbeitszeitpolitik? Um das zu beantworten, sollen neben der Entwicklung der Arbeitszeit insbesondere die Beziehungen zwischen einer allgemeinen Verkürzung der Arbeitszeit und der Neugestaltung von Arbeitszeitregimes zugunsten von mehr Arbeitszeitsouveränität diskutiert werden.
    Roland Schneider ist hauptamtlich in nationalen und internationalen Gewerkschaftsorganisationen tätig, zuletzt beim Beratenden Gewerkschaftsausschuss der OECD in Paris. In der Hellen Panke referierte er bei einer Veranstaltung des "Forum Wirtschafts- und Sozialpolitik".
    Er ging folgenden Fragen nach: Kann der 8-h-Tag "nach vorn" aufgehoben werden? Welche Risiken birgt das? Werden damit soziale Errungenschaften aufgegeben? Verlangen unterschiedliche Branchen unterschiedliche Arbeitszeitmodelle? Wie sehen Arbeitszeitregelungen in anderen Ländern der Europäischen Union aus? Zudem wurden Pro und Contra moderner Arbeitszeitmodelle aus linker Sicht diskutiert.
    55 min
  • Lühr Henken: Deutsche Aufrüstung und kein Ende?
    Wie viel sind zwei Prozent der Wirtschaftsleistung bei uns? Gegen wen richtet sich die Aufrüstung? Welche Aufrüstungsziele verfolgen Bundesregierung und Bundeswehr in EU und NATO? Welche Auswirkungen wird das auf die deutsche Stellung in Europa und der Welt haben? Was können wir dagegen tun? Mit diesen Fragen befasste sich Lühr Henken bei einer Veranstaltung der Reihe "Europa von links". Henken ist einer der Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag und arbeitet in der Berliner Friedenskoordination mit.
    Im Vortrag zeigte er: Seitdem die Regierungschefs der NATO-Staaten 2014 unter tatkräftiger Mithilfe Deutschlands beschlossen haben, bis 2024 möglichst 2 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung für das Militär aufwenden zu wollen, steigen die Rüstungshaushalte – der deutsche 2019 um so viel wie nie seit der Gründung der Bundeswehr 1955.
    41 min
  • Die springenden Rebellen: Karl Marx und Søren Kierkegaard im Urteil von Hannah Arendt
    Dr. Uta Eichler referierte in der Reihe "Philosophische Gespräche" im April 2019 zum Thema "Karl Marx und Søren Kierkegaard im Urteil von Hannah Arendt". Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Seminar für Philosophie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg mit dem Schwerpunkt Praktische Philosophie. Sie hat zu Kierkegaard promoviert und einige seiner Werke herausgegeben; zuletzt erschienen von ihr die beiden gemeinsam mit Arne Moritz herausgegebenen Bände Ethik kompetenzorientiert unterrichten (Vandenhoeck & Ruprecht 2016). Ihr Vortrag stand unter dem Motto "Die springenden Rebellen“.
    Hannah Arendt hat Marx und Kierkegaard neben Nietzsche mit Respekt „Rebellen des 19. Jahrhunderts“ genannt. Sie verbindet ihr Urteil mit der Konstatierung des Bruchs gegenüber der philosophischen Überlieferung, der für sie selbst zum Ausgangspunkt wird. Anstoß und Abstoß zugleich ist für Arendt der Geschichtsbegriff, durch den Kierkegaard und Marx sich von der Tradition absetzen und das Freiheitsproblem neu verorten. Arendt verwendet die Metapher des Sprungs, den Sprung aus dem Zweifel in den Glauben (Kierkegaard), den „Sprung aus der Theorie in die Praxis, aus dem Denken in die Arbeit, aus der Philosophie in die Politik“ (Marx), um die Zwiespältigkeit des jeweiligen Neuansatzes festzuhalten. So wird nach Arendt die Verbindung von Freiheit und Angst bei Kierkegaard auf das „innere“ Handeln und die von Freiheit und Notwendigkeit bei Marx auf das „äußere“ Handeln reduziert und damit die Chance des Anfangens vertan. Mit und gegen Kierkegaard und Marx profiliert sie dann ihre eigenen Überlegungen zum politischen Handeln, und zwar im Rahmen einer politischen Theorie, die keine Philosophie im traditionellen Sinne mehr sein will.
    1 hr 15 min
  • Franz Jung: "Die Existenzbedrohung des täglichen Lebens schreitet voran."
    Anfang April lud die Junge Panke auf einen Abend zu Franz Jung ein. Es referierte Hanna Mittelstädt (Autorin und ehem. Verlegerin der Edition Nautilus) und Annett Gröschner (Autorin).
    Es gibt nur wenige Gestalten in der Arbeiterbewegung des frühen 20. Jahrhunderts und der Revolutionsjahre um 1918/19, deren Leben so schillernd und legendenumwoben und deren literarisches Werk gleichzeitig so in Vergessenheit geraten ist, wie Franz Jung (1888–1963). In Neiße geboren, verlässt er als 19-jähriger die Kleinstadt, um in Leipzig, Breslau, Jena und München zu studieren: zunächst Musikwissenschaften unter anderem bei Max Reger, später Jura, Nationalökonomie und Germanistik. In München lernt er den Psychoanalytiker Otto Gross, Oskar Maria Graf und Erich Mühsam kennen und tritt der anarchistischen Gruppe "Tat" bei. Er ist Korpsstudent und Protagonist der beginnenden Dada-Bewegung, und er wird zum Revolutionär: Jung beteiligt sich an den Aufständen der Arbeiterklasse in Mitteldeutschland 1919, reist auf abenteuerliche Weise zur Komintern über Murmansk nach Moskau und stellt sich in den Dienst des Aufbaus der Sowjetindustrie in Nowgorod. Er kehrt 1923 zurück nach Deutschland, arbeitet mit Piscator am Theater, publiziert in kommunistischen Zeitungen, ist Autor proletarischer Industrieromane und utopischer Romane für den Malik-Verlag.
    1933 führt ihn die Widerstandsarbeit ins Exil, erst in die Tschechoslowakei, dann nach Frankreich, in die Schweiz, Ungarn, Italien (mal wieder ins Gefängnis), und 1947 in die USA, wo er sich als Wirtschaftskorrespondent verdingt und als Autor in Vergessenheit gerät.
    Nach über einem Jahrzehnt siedelt Jung schließlich nach Paris und Stuttgart über, wo er als kritischer Selbstchronist unter Nichtbeachtung der Öffentlichkeit seine großartige Autobiographie "Der Weg nach unten. Aufzeichnungen aus einer großen Zeit" (1961) veröffentlicht; er selbst nennt die Schrift "Torpedokäfer".
    1 hr 10 min
  • Carl Einstein: Theorie der Kunst und/als Kritik der Geschichte
    Mitschnitt einer Veranstaltung aus der Reihe "Philosophische Gespräche"
    Das Werk des lange vergessenen Kritikers und Autors Carl Einstein (1885–1940) ist geprägt von Versuchen, eine theoretische Fundierung zu formulieren, die gleichermaßen künstlerischer und politischer Praxis gelten könnte. Für Einstein erscheint insbesondere nach den revolutionären Ereignissen 1917/18 die historische Vermitteltheit von Kunst und Ästhetik als Ausgangspunkt, um das Verhältnis von Revolution zu historischer Zeit wie zu künstlerischer Tradition und Kunstgeschichte zu befragen; aber auch, um Überlegungen anzustellen, wie eine Kunst auszusehen hätte, die nicht nur als Antizipation, sondern als Analogon oder gar Medium gesellschaftlicher Emanzipation gelten könnte. Der Vortrag will in das Werk Einsteins einführen, einige zentrale Aspekte seiner Kunsttheorie diskutieren sowie nach dem Unabgegoltenen seines Entwurfs fragen.
    Referent: Dr. phil. Patrick Hohlweck studierte deutsche Philologie, Philosophie, Soziologie und Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft in Köln und Amsterdam. Er ist seit 2017 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Literatur- und Kulturforschung in Berlin, 2018 erschien sein Buch "'Verwandlung in Blatt'. Carl Einsteins formaler Realismus".
    59 min
  • American Gladiators: der US-amerikanische Football und seine Gesellschaft
    Der jährlich stattfindende Super Bowl, das Finale der US-amerikanischen Football-Saison, ist eines der größten Sportereignisse der Welt und für viele US-Amerikaner ein Nationalfeiertag. Oft ist das grandiose Spektakel die meistgeschaute Fernsehsendung des Jahres. Große Männer, ausgerüstet mit modernster Panzerung, bekriegen sich über drei Stunden um 100 Meter Boden, oft mit mehreren schweren Verletzungen pro Spiel, umringt von 100.000 schreienden Zuschauern, Licht- und Laser-Shows und greller Werbung so weit das Auge reicht.
    American Football ist keine Sportart wie jede andere, sondern körperlich äußerst brutal, und sie verursacht bei den meisten Profi-Spielern lebenslange schwere Schäden. Sie ist auch kostspielig: Viele Familien der mehr als eine Million Kinder, die in den USA Football spielen, investieren tausende Dollar pro Jahr in die notwendige Ausrüstung.
    Und trotzdem bleibt American Football die populärste Sportart des Landes. Vor allem im ländlichen Raum und in kleineren Städten durchdringt er die Alltagskultur und strukturiert die Wochenendabläufe für sechs Monate im Jahr. Unser Referent, der seine Jugend in genau einer solchen Kleinstadt verbrachte, wird ein paar Gedanken über die Einbettung und Funktion des Footballs in der heutigen US-amerikanischen Gesellschaft skizzieren und erklären, warum er trotz alledem Football bis heute gern schaut.
    Referent: Loren Balhorn (Redakteur Ada-Mag/Jacobin Magazin)
    1 hr 10 min

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Ihr habt es mal nicht zu einer unserer Veranstaltungen geschafft? Hier könnt ihr viele Vorträge und Diskussionen nachhören.

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