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Heute geht es um typische und manchmal irrsinnig quälende Fragen nach einer Trennung. Immer wieder bekomme ich Coaching-Anfragen zu diesem Thema. Der Leidensdruck ist so groß, weil man in der Zeit nach einer Trennung bzw bei Liebeskummer so leicht in Selbstzweifel verfällt und dann beginnt, jedes noch so winzige Detail von allen möglichen Seiten zu zergrübeln. Gerade bei dem Versuch, die Situation klar zu analysieren, verliert man sich aber oft erst recht in Gedankenkreisen. Hier kannst du nachlesen, wie du Liebeskummer überwinden kannst. Und jetzt die aus meiner Sicht absolut essentiellen Schritte zum stoppen von Zwangsgedanken nach einer Trennung.
Die meisten Menschen, die mir schreiben und mit denen ich arbeiten darf, beschreiben mir, dass sie unter einem regelrechten Grübelzwang leiden. Ich habe auch auf meinem Instagram-Account gefragt, was typische Gedanken sind, die nach der Trennung quälen:
Ich möchte so gern wissen, ob er an mich denkt. Ob er mich vermisst. Ob er über die Beziehung nachdenkt und über seine Gefühle. Ob er unglücklich ist und wenn ja, ob es etwas mit unserer Trennung zu tun hat. Warum es nicht gereicht hat.
Fällt dir daran etwas auf?
Alle Fragen die das Gefühlsleben und die Gedanken deiner/s Ex betreffen, kann ich nicht beantworten. Und du auch nicht. Niemand kann das, außer er/sie selbst. Du hast viele Fragen und nur wenige davon kann ich oder IRGENDWER anderer außer dein/e Ex beantworten.
Wenn du deine Gedankenkreise unterbrechen willlst, beginne zu unterscheiden: kann ICH diese Frage überhaupt beantworten?
Bringe deine Fragen zu Papier und dann gehe sie einzeln durch. Kannst du sie beantworten? Nein? Dann gibt es nur 2 Möglichkeiten: du fragst den einzigen Menschen, der das kann. Oder du beginnst mit einem Mantra zu arbeiten: zB auf jede Frage in Gedanken zu antworten: Ich weiß es nicht und das geht auch.
Ich weiß aber, dass genau DIESE Fragen sich oft am meisten einbrennen und einfach keine Ruhe lassen. Und dann fängt oft das eigentliche Dilemma an. Weil du es nicht weißt, beginnst du zu interpretieren. Zum Beispiel: Dein/e Ex meldet sich nicht bei dir und du glaubst, dass er/sieh deshalb nicht mehr an dich denkt und schon längst auf dich vergessen hat.
Fakt ist, er/sie meldet sich nicht. Dafür kann es zig Gründe geben, einer davon kann sein, dass er/sie nicht an dich denkt und auf dich vergessen hat. Viel wahrscheinlicher kurz nach der Trennung ist aber, dass jemand sich nicht meldet, weil es belastet. Das kann mehrere Gründe haben, fast immer ist aber dabei,
Und selbst hier gilt die Gründe die ich dir aufzähle sind möglich, aber ob sie zutreffen weiß ich nicht. Und es gibt natürlich noch zig andere Möglichkeiten dabei! Worum geht es also: wenn du dich das nächste Mal mit deinen eigenen Gedankenkreisen quälst, ob er dich noch liebt oder an dich denkt, ob er dich vermisst usw rufe dir in Erinnerung, dass du es einfach nicht weißt.
Und das Problem dabei ist , dass wenn wir verletzt und gekränkt sind, erst recht nur die schlimmsten Annahmen treffen.
Richtig, du wirst immer wieder grübeln und dir Gedanken machen. Das lässt sich simpel nicht abschalten, schon gar nicht von heute auf morgen. Du kannst aber lernen, deine Gedankenkreise zu unterbrechen und dann umzulenken. Gute Möglichkeiten dafür sind:
Der letzte Schritt ist sehr wichtig es nutzt dir nicht, wenn du deine Gedanken unterbrichst und ihnen dann keine Alternative anbietest! Biete deinen Gedanken etwas anderes spannendes um sich damit zu beschäftigen!
Ich wünsche dir viel Erfolg beim stoppen deiner Gedankenkreise! Und wenn ich dich zusätzlich unterstützen soll oder es allein doch zu schwer ist nutze doch meine Kennenlernstunde und du wirst sehen, um wieviel du weiter kommen kannst!
Alles Liebe! Sabine
PS: Dieser Artikel ist bereits 2015 erschienen und wurde 02/2022 überarbeitet.
„Wir sind Eisberge voller Einsamkeit in einem Ozean über Liebe“ so lautet das Lieblingszitat von Maxim Mankevich über Beziehungen. Vielleicht kennst du Maxim ja schon er war Studienleiter und Trainer bei Greator (früher Gedankentanken) und ist erfolgreich als Redner auf Bühnen. Aber auch wenn du ihn noch nicht kennst, könntest du das Interview ganz spannend finden.
Ich spreche mit Maxim darüber,
Maxim`s Tipp zur Analyse von Beziehungsproblemen nehme ich mir gerne mit für meine Arbeit mit Paaren:
Stell dir die Frage: War ich in meiner Beziehung in letzter Zeit oft wütend, gelangweilt oder unsicher?
Und mein Lieblingszitat aus diesem Interview ist:
Eine Wunde kann erst geheilt werden, wenn sie sichtbar wird!
Maxim MankevichUnd hier möchte ich dir noch Maxim Mankevich´s Beziehungsmotto mitgeben:
Wenn du mehr über Maxim und seine Akademie erfahren willst, klicke hier!
Und genau dann, wenn es endlich so weit ist und du jemanden getroffen hast und toll findest genau dann passiert es. Du bist eigentlich sonst ganz ok (vielleicht sogar sehr taff!), hast dein Leben im Griff, gute Freunde, Job ok und auch sonst alles im Grünen Bereich. Du könntest und solltest zu Recht stolz auf dich sein und wissen, was du zu bieten hast. Und was fühlst du STATTDESSEN? Du bist SO klein mit Hut und fühlst dich nicht nur klein, sondern winzig und absolut emotional bedürftig. Und du hasst es.
Needy … so ziemlich das letzte Wort das man über sich selbst denken oder hören will. Klingt so ähnlich wie creepy. Oder clingy. Emotional bedürftig sein ist T-O-T-A-L uncool und niemand will es sein. Es würde zur Not auch reichen, es zumindest nicht zu zeigen. Und spätestens seit emotionale Bedürftigkeit und Neediness im Datingbereich immer wieder als KO-Kriterien erwähnt werden, hat sich auch die Aufmerksamkeit dafür erhöht.
Needy zu sein bedeutet, immer wieder etwas vom Partner/der Partnerin zu brauchen. Needy-Menschen finden in sich nicht genug Sicherheit und Vertrauen, deshalb brauchen sie immer wieder die Bestätigung von Außen.
Immer wieder werde ich gebucht um eine aktuelle Kennenlernphase zu begleiten. Gerade wenn man entweder wenig oder zuviel negative Erfahrungen gesammelt hat, ist das ein sinnvoller Schritt, um sich während dem Dating besser zu fühlen und sicherer zu werden. Es ist wie ein Training on the Job und man lernt über sich, lernt neue Verhaltensweisen und auch den/die Partner/in besser zu verstehen. Das kann schon mal in einer glücklichen Beziehung enden. In so gut wie jeder dieser Begleitungen höre ich aber auch Sätze wie diese:
Und auch du bist sicher nicht ohne Grund auf diesem Beitrag gelandet was sind deine Gedanken zum Thema emotionale Bedürftigkeit und needy sein?
Wenn du schon mal mit mir gearbeitet hast oder mir schon länger folgst, dann weißt du ich hinterfrage gern. Die Geschichten, die wir uns über uns selbst erzählen, sind die wirksamsten Autosuggestionen. Blöd nur, wenn man sich dann selbst mit den falschen Botschaften hypnotisiert und programmiert. Nachfolgend kannst du dich selbst reflektieren, wie es dir damit geht.
Oft „funktionieren“ emotional bedürftige Menschen im Alltag gut, haben alle anderen Lebensbereiche außerhalb der Beziehung vor allem Arbeit, Studium, evtl Hobbies etc gut im Griff. Je näher die Bezugsperson jedoch steht, desto schwieriger wird es mit der eigenen Sicherheit. Das kann ganz unterschiedliche Ursachen haben frühkindliche Prägungen oder spätere Erfahrungen im Erwachsenenalter, jedoch kann man beides meistens gut aufarbeiten, vor allem mit Begleitung.
Wenn du needy bist, brauchst du jemanden um dich zu bestätigen. Dir eine Rückversicherung zu geben dafür, dass du liebenswert bist, dass du geliebt wirst, dass du der/die Einzige bist usw. Du brauchst jemanden im Außen, der dir im das gibt, was du dir im Inneren nicht selbst geben kannst. Typischerweise richtet sich dieser Anspruch im Erwachsenenleben an den/die Partner/in.
Die Neediness zeigt sich in typischen Sätzen/Fragen/Dramaeinladungen es ist ein bißchen wie fishing for compliments.
Wie auch immer der Text lautet er schreit danach, dass dein Partner*in dir sagt, dass das doch alles nicht stimmt und du gut und geliebt bist, wie du bist. Und vielleicht sogar besser als alle anderen.
Wenn du needy bist, dann gibt es auch kein „Genug“ für dich. Egal wie oft dir dein/e Partner/in sagt, dass sie dich liebt es wird nicht reichen. Du empfindest den Drang, immer wieder nachzufragen und es noch einmal zu hören oder lesen. Dann folgt eine kurze Phase der Entspannung, bis die Unsicherheit erneut wieder hochkriecht. Es ist ein Fass ohne Boden.
Emotional bedürftige Menschen lösen sich meistens ohne ihre Partner auf … Sie wollen nicht ohne sie sein und beginnen schnell mal, andere Dinge hintanzustellen, nur um den/die Partner/in sehen zu können. Sie verschieben Treffen mit Freunden oder sagen sie ganz ab, um sich der Beziehung zu widmen. Machst du das? Isst du bei einem Date plötzlich Burger, obwohl du eigentlich vegan lebst, nur um dein Gegenüber zu spiegeln und nicht zu kapriziös zu wirken?
Dein/e Partner/in spricht mit einem anderen Mann/Frau und du flippst völlig aus. Auch wenn es beruflich bedingt ist und nicht der Hauch eines Flirts in der Luft liegt? Du vermutest ständig, dass er/sie dich betrügt und suchst nach Anzeichen dafür? Das bringt mich gleich zum nächsten Punkt.
Needy Menschen stalken ihre Wunsch/Partner oft im Netz, prüfen mit wem sie befreundet sind und wer wo welche Likes vergibt. Kontrollierst du, ob die Haken in deiner Nachricht schon blau sind und wo die Antwort bleibt? Wie oft er/sie auf Whatsapp/Facebook und Co online ist, ohne dir zu schreiben? Auch das führt gleich zum nächsten Punkt..
Wenn du ein needy girl/needy guy bist, dann hältst du zwischen den Treffen permanent Kontakt. Da fliegen nicht nur 2-3 Nachrichten zwischendurch mal hin und her, sondern 50-100 Nachrichten am Tag. Und wenn die Antwort nicht gleich kommt, wirst du emotional und brauchst gleich doppelt soviel Bestätigung. Ich habe Klienten, die sich bei ihrem Partner „abmelden“, wenn ein Arbeitskollege ins Zimmer kommt, damit der Partner nicht beunruhigt ist, wenn es mal 10 Minuten dauert, bis eine Antwort kommt. Zählst du innerlich die Sekunden, bis eine Nachricht kommt?
Das zweite Date, und du willst wissen, ob ihr ein Paar seid. Nach 3 Wochen wird über Zusammenziehen gesprochen. Nach 3 Monaten über Heiraten und nach 6 Monaten über Kinder und Haus. Und das Alles aber nicht, weil ihr so überglücklich seid und es euch nicht schnell genug gehen kann. Sondern weil du Angst hast. Permanent Angst davor, ihn/sie wieder zu verlieren.
Emotional bedürftige Menschen wollen am liebsten rund um die Uhr mit ihrem Partner zusammen sein. Wenn sie das nicht können, halten sie zumindest virtuellen Kontakt, versuchen aber oft auch noch über Anrufe den/die Partnerin zu erreichen. Leidest du quasi „Höllenquallen“, wenn dein Partner ohne dich am Fussballmatch ist? Verstehst du gar nicht, wie er überhaupt ohne dich dort hingehen kann?
Wie schon weiter oben erwähnt, haben emotional bedürftige Menschen ihr Leben außerhalb der Beziehung oft gut im Griff und können sogar über weite Strecken auch gut allein leben. Aber WENN sie jemanden (glauben) gefunden (zu) haben, dann rückt das alles in den Hintergrund und wird unwichtig. Wenn es dann den Anschein hat, dass er/sie sich zurückzieht, dann bricht alles zusammen und das Leben scheint plötzlich nicht mehr lebenswert. Kennst du das?
Wie fällt deine Auswertung aus? Kannst du einzelne, alle oder gar keinen der obigen Punkte für dich erkennen? Je nach Ausprägung rutschen needy Menschen auch schon die emotionale Abhängigkeit hinein. Emotional bedürftig zu sein ist oft die Vorstufe davon. Ein wichtiger Unterschied für mich ist die Dauer. Gerade in der Kennenlernphase fühlt man sich ganz leicht mal emotional bedürftig, auch in einer längeren Beziehung kann das immer wieder mal vorkommen, dass man verunsichert ist und etwas mehr Bestätigung braucht als sonst. Bitte mach dir auch bewusst, dass es Situationen gibt, die das einfach total verunsichernd sind dazu zählt jede Form von Kontaktabbruch egal ob Ghosting, eine Beziehungspause oder eine Kontaktsperre.
Es ist ok, ZWISCHENDURCH auch mal den Partner zu brauchen, um sich wieder zu stabilisieren! Eine Beziehung, in der ich mich nicht auf den/die Partner/in beziehen kann in einer schwachen Phase, ist keine Beziehung. Und es ist auch eine Illusion zu glauben, dass man immer selbst alles im Griff haben muss und dem/der Partner*in nicht zur Last fallen darf. Sei lieb zu dir, sei sorgsam mit dir und prüfe deine Glaubenssätze.
Wenn du dich selbst als emotional bedürftig einschätzt, findest du im Artikel zur emotionalen Abhängigkeit schon einige Schritte, wie dich dich da rausholen kannst!
Warum ich eigentlich dieses Thema ausgewählt habe, ist weil ich in den letzten Wochen SO OFT von Klienten und sogar im privaten Umfeld gehört habe, dass „man ja nicht needy sein soll“ und „niemand will emotional bedürftige Menschen“. Ja eh, wenn man wirklich so jemanden trifft und selbst halbwegs seine Murmeln beisammen hat, findet man needy people rasch unangenehm und distanziert sich.
Aber ich erlebe mindestens genauso oft, dass Menschen nicht sagen, was sie gerne mit ihrem Gegenüber erleben würden, aus Angst, bedürftig zu wirken. Und sorry. das kanns auch nicht sein!
Wir alle haben Bedürfnisse. Vielleicht sagt dir die Bedürfnisspyramide von Abraham Maslow etwas, die zwischen
Die Pyramide ist eigentlich nicht stringent aufgebaut, manche gehen davon aus, dass ca 70% Bedürfnisserfüllung reichen können, um ein Bedürfniss zu decken. Worauf ich hinaus will gerade in einer Kennenlernphase zB erleben ganz viele Menschen Unsicherheit und haben gleichzeitig ein ziemlich tief sitzendes Bedürfnis nach Sicherheit. Wenn sich das Gegenüber zu lange nicht äußert oder äußern mag zur aktuellen Sitution, führt das in der Regel zu Verunsicherung. Wenn diese Unsicherheit zu groß wird, muss man fast schon etwas tun. Das sind die Momente, wo meine Klienten sagen, es wäre ihnen lieber, er/sie würde Schluss machen, dann wüßten sie wenigstens, woran sie sind.
What? Lieber Schluss als sagen, was man will?
Ein (potentieller) Partner sollte natürlich auch dazu da sein, bestimmte Bedürfnisse zu befriedigen! Und du darfst ihn auch darum bitten! Es macht dich nicht emotional bedürftig, wenn du ihm/ihr sagst, dass du ihn/sie gern mehr in deinem Leben hättest. Damit drückst du ein Bedürfnis aus und zeigst, dass du weißt, was du brauchst und in gesunder Weise für dich sorgst. Emotional bedürftig bist du erst dann, wenn er/sie das nicht will und du trotzdem an ihm/ihr festhältst. Weil ein bißchen immer noch besser ist als gar nichts.
Ich hoffe sehr, dass dir dieser Beitrag weiter hilft. Ich sage es immer wieder nutze meine Kennenlernstunde, arbeite mit mir, lass dich begleiten und hol dir Hilfe. Oft reicht schon eine Stunde um die Dinge aus einer anderen Perspektive zu sehen. Wenn du das willst, ich bin da.
Ganz viel Herz & Mut,
deine Sabine
2016 habe ich das erste Mal über emotionale Abhängigkeit geblogt, 2021 war es an der Zeit, den Artikel zu überarbeiten, dabei ist auch das aktuelle Video entstanden. Hier kannst du den Podcast dazu anhören, der dabei ebenfalls neu entstanden ist. Den „richtigen“ Artikel zum Thema Partnersucht kannst du hier unten am besten direkt nachlesen!
Narzissmus und Beziehung seit vielen Jahren schreibe ich darüber. Aber ist eine narzisstische Persönlichkeit auch gleich gestört? Oder gibt es auch so etwas wie „normale“ Narzissten? Wo zieht man die Grenze? Und ist das für deine Beziehung überhaupt wichtig? Warum ich denke, dass du viel mehr auf dich selbst achten solltest, erfährst du hier!
Inhalt
Dieser Artikel ist ursprünglich 2017 entstanden und wurde 10/2021 aktualisiert. Seit Frühjahr 2017 erreichen mich nämlich immer mehr Anfragen nach dem Motto: „mein Partner ist ein Narzisst, es trifft alles zu! Ich hab eine Beziehung mit einem Narzissten Hilfe!“
Und jedes Mal denk ich mir „Puh!“ NPS kurz für Narzisstische Persönlichkeitsstörung ist eine klar definierte Persönlichkeitsstörung und kann nur von einem Experten diagnostiziert werden. Dennoch verstehe ich den Wunsch, das eigene Erleben und die Beziehung besser verstehen zu können.
Narzissmus bedeutet Selbstliebe und ist ein gesunder Bestandteil jeder Persönlichkeit oder sollte es zumindest sein. Tatsächlich hat jeder von uns narzisstische Anteile in sich, diese sind unterschiedlich ausgeprägt. Diese narzisstischen Persönlichkeitsanteile sorgen zB dafür, dass du dich traust, ein Referat an der Uni oder einen Vortrag vor Arbeitskollegen oder Kunden zu halten, als Rechtsanwalt ein Plädoyer vorzutragen, auf Youtube ein Video zu veröffentlichen oder in der Bar Karaoke zu singen.
Sie sorgen auch dafür, dass du auf die Befriedigung deiner Bedürfnisse achtest und du dich bei Bedarf auch für dich selbst stark machst, zB gegen eine unfaire Note protestierst, im Supermarkt eine falsche Abrechnung reklamierst oder verdorbenes Essen dem Kellner zurückgibst.
Oft ist es schwierig vor allem für Laien ein sehr selbstbewusstes Auftreten von einer narzisstischen Persönlichkeit zu unterscheiden. Was für den Einen bewundernswertes Auftreten ist, ist für den Anderen schon unangenehm egoistisch. Es kann also durchaus sein, dass du deinen Partner als narzisstische Persönlichkeit wahrnimmst, obwohl dieser noch nicht die Kriterien einer Persönlichkeitsstörung erfüllt.
Bitte mach dir bewusst, dass eine NPS kurz für narzisstische Persönlichkeitsstörung ein Krankheitsbild ist. Entsprechend gibt es einen Katalog (Diagnostischen und Statistischen Manual Psychischer Störungen (DSM-IV), anhand dessen die Störung diagnostiziert wird. Es müssen mindestens fünf der folgenden Symptome für die Diagnose der Narzisstischen Persönlichkeitsstörung vorliegen (zitiert aus dem MSD Manual):
Grundsätzlich sind Männer wie Frauen betroffen, wobei Männer öfters eine narzisstische Persönlichkeit(sstörung) aufweisen.
Schauen wir uns also an, woran du Narzissmus in der Beziehung erkennen könntest! Nochmal alles hier gilt auch für Narzisstinnen, allerdings begegnet mir das in der Beziehungspraxis deutlich seltener. Das liegt zum Einen daran, dass Narzissmus bei Frauen weniger verbreitet ist, und zum Anderen daran, dass sich Frauen üblicherweise mehr für Psychologie interessieren und offener für Beratung sind und damit öfters in meiner Praxis landen.
Machen ein oder zwei oder gar drei der obigen Punkte einen Narzissten bzw eine narzisstische Persönlichkeit aus? Nein, bestimmt nicht. Ich würde sogar so weit gehen, dass kurzfristig mehrere Punkte erfüllt sein können, ohne dass du plötzlich mit einer narzisstischen Beziehung konfrontiert bist.
Stell dir zB vor, dass dein Partner gerade eine Beförderung bekommen hat und sich MEGA darüber freut. Ja, er wird ein paar Wochen lang NUR darüber reden, er wird superglücklich sein, das Thema wird eure Beziehung dominieren und er wird in seinem Überschwang vielleicht nur wenig Anteilnahme für dich zeigen. Das ist allerdings eine Phase, die auch entsprechend wieder abklingt.
Wenn es allerdings so ist, dass du fünf oder gar mehr Punkte praktisch permanent in eurer Beziehung erkennst, dann wird es schon wahrscheinlicher, dass dein Partner/deine Partnerin ein Narzisst/eine Narzisstin ist.
Narzissmus ist sehr belastend für die Beziehung. Ich weiß es gibt, Kolleg*innen, die versuchen dir zu erklären, wie du eine Beziehung zu einem Narzissten führen kannst ich finde das nicht hilfreich. Ich habe so lange auf diesem Gebiet schon gearbeitet und begleitet und SO viele wirklich am Ende zerstörte Menschen erlebt, dass ich davon nur abraten kann. Du machst dich damit nur zum Co-Narzissten!
Wenn du die obigen Merkmale großteils oder alle abnicken kannst, dann würde ich eher überlegen, wie du so schnell wie möglich die Beziehung beenden kannst. Sorry, aber ethisch gesehen wäre jede andere Unterstützung meinerseits für mich nicht vertretbar.
Das Problem dabei ist, dass es oft gar nicht so einfach ist, einen Narzissten zu verlassen.
Wenn du bei der Trennung Unterstützung brauchst nutze unbedingt mein Angebot der vergünstigten Kennenlernstunde. Einen Narzissten zu verlassen ist wirklich eine ganz eigene Kategorie, bei der du dir unbedingt helfen lassen solltest.
Ich persönlich halte es in meinen Beratungen gern so, dass es völlig unabhängig von einer „Diagnose“ des Partners (die ich de facto nur aus Erzählungen kenne) ja immer so sein kann/sollte/muss, dass persönliche Grenzen/Bedürfnisse/Wünsche etc in einer Beziehung Platz haben sollten und setze hier an.
Werden deine Wünsche und auch Grenzen in dieser Beziehung erfüllt bzw berücksichtigt? Gibt es hier ein Gemeinsames?
Diese Frage ist allgemeingültig und verlangt immer eine entsprechende Handlung auch von dir.
Wenn nicht was wurden für Lösungsansätze probiert (und ja, dazu gehört zumindest einmal auch ein Gesprächsversuch) und was ist die Endkonsequenz daraus?
Das alles kann ich aufarbeiten ohne dem Andren einen Stempel aufzudrücken. Hast du Lösungsansätze probiert vielleicht sogar mehrfach und alles ist umsonst? Es kommt immer wieder zu dem selben Ergebnis bzw eigentlich fühlst du dich nur immer schlechter, schwächer und unsicherer? Dann ist es eigentlich völlig unwichtig, ob dein Partner ein Narzisst ist, oder?
Das in-die-eigene-Verantwortung-kommen ist zehnmal wichtiger als jede Diagnose des Partners.
In jeder Beziehung, in der es mir nicht gut geht, kommt der Punkt, an dem ich mir die Frage stellen muss, ob es nicht besser ist, Schluss zu machen oder zumindest mal eine Beziehungspause einzulegen, um mal etwas Abstand und vor allem eine klarere Sicht auf die Dinge zu bekommen.
Es gibt ein Leben nach einem Narzissten und man kann auch aus so einer Beziehung gut rauskommen auch wenn du dir das jetzt nicht vorstellen kannst. Ich weiß, wie regelrecht süchtig man nach dem Partner/in sein kann und dass sich eine Trennung wie ein Ding der Unmöglichkeit anfühlt. Du musst da nicht allein durch! Ich kenne mich aus, ich habe die Erfahrung und ich bin da. Nutze die vergünstigte Kennenlernstunde ich verspreche dir, dass allein diese 1 Stunde schon einen Unterschied für dich machen wird.
Ganz viel Herz & Mut,
Sabine
Gaslighting ist doch was narzisstisches jetzt schreibt sie schon wieder über sowas? Ja es kann sein, dass dir dieser Beitrag gerade im Vergleich zum letzten Beitrag (Das ist kein Narzissmus!) vielleicht unlogisch erscheint. Aber so ist das nun mal: auch wenn nicht alles gleich so toxisch sein muss wie man es vielleicht glaubt Es GIBT so etwas wie Narzissmus und Gaslighting! Und gerade da hat sich etwas Neues aufgetan …
Aber fangen wir mal ganz von vorne an. Gaslighting kann man zwar auf Deutsch übersetzen es ist aber sinnlos. Es bedeutet Gaslicht oder Gasbeleuchtung. Darum geht es hier aber gar nicht auch wenn ich will, dass dir ein Licht aufgeht …
Gaslighting ist ein Begriff, der in der Psychologie für eine Form von psychischer Gewalt und Missbrauch verwendet wird. Er wurde übernommen aus dem Theaterstück „Gaslight“ von Patrick Hamilton, in dem die Ehefrau erfolgreich in den Wahnsinn manipuliert wird. Besonders oft und verbreitet ist der Begriff Gaslighting mittlerweile im Zusammenhang mit Narzissmus und toxischen Beziehungen.
Konkret versucht dein Partner beim Gaslighting dir massive Zweifel an der eigenen Wahrnehmung einzuimpfen und dich immer mehr zu verunsichern. Es ist eine Manipulationstechnik, die dich dazu bringen soll, dir selbst nicht mehr zu trauen. In weiterer Folge wird diese Verunsicherung zu einer verstärkten Abhängigkeit vom Gaslighter (männlich, weiblich, binär …) führen und dein Gefühl für deinen Selbstwert und deine Selbstsicherheit immer mehr untergraben.
Es gibt ganz typische Aussagen für Gaslighting. Die meisten davon sind Zuschreibungen an dich, eher selten sind es Fragen. Achte mal darauf, ob dir diese Sätze aus deiner Beziehung bekannt vorkommen?
Manche Kollegen differenzieren hier noch mehr in den Aussagen und bilden mehr Untergruppen. Mir geht es in diesem Beitrag aber darum, die wesentlichen und auch für dich leicht spürbaren und erkennbaren Punkte zu transportieren. Im Wesentlichen sind die Aussagen auf 3 Schwerpunkte gerichtet: 1) deine Wahrnehmung total zu erschüttern, 2) dich zum Problem abzustempeln und 3) dich von deinem Umfeld zu isolieren. Kennst du manche dieser Sätze von deiner/m Partner/in?
Nach den Erfahrungen die ich im Zusammenhang mit Beratung zum Thema NPS bzw narzisstische Persönlichkeitsstörung gemacht habe, möchte ich darauf hinweisen bitte: hin und wieder mal so einen Satz zu hören, macht dein Gegenüber noch nicht zum Gaslighter!
Jeder von uns hat doch schon mal genau das Gleiche gesagt! Und sich noch dazu total im Recht dabei gefühlt oder? Nicht alles, was sich schlecht anfühlt, ist gleich narzisstisch!
Bitte spür deshalb ganz genau hin, wenn du ein mögliches Gaslighting in deiner Beziehung prüfen möchtest. Es ist mir wirklich ein Anliegen, dich nachhaltig zu unterstützen:
Grundsätzlich ist Gaslighting eine Verhaltensweise deines Gegenübers ein typisches Kommunikations- und Verhaltensmuster für Menschen mit dissozialer, psychopathischer oder narzisstischer Persönlichkeitsstörung. Das bedeutet, dass es der oder dem Gaslighter nicht bewusst sein muss, was er oder sie dabei tut. Ganz ehrlich mir selbst ist Gaslighting erst zwei Mal in meinem Leben begegnet. Ich kann bis heute nicht sagen, was der Hintergrund war, außer dass in zwei Fällen der Gesamtcharakter meines Gegenübers hochproblematisch war. In den Fällen, die ich selbst erlebt habe und auch in den meisten der Fälle meiner KlientInnen würde ich annehmen, dass das Gaslighting nicht absichtlich (mit dem Ziel, mich irre zu machen) stattfand.
Es gibt aber auch Menschen, die ganz gezielt Gaslighting betreiben. Das Ziel dabei kann vielgestalt sein. Zum Einen geht es ja um deine Verwirrung allein zu sehen, dass das „geschafft“ wurde, kann ja schon eine (Art sadistischer) Befriedigung an sich sein. Durch die Verwirrung kommt es auch oft zu einer immer stärkeren Abhängigkeit vom Gaslighter selbst. Er oder sie bindet dich damit stärker an sich.
Das bringt mich auch zu einem eher neuen Phänomen, dass sich in den letzten Monaten abzeichnet. Und das ich mir bzw wir Berater uns auch selbst ein wenig zuschreiben müssen. Denn mit unseren Versuchen, möglichst viel Aufklärung zu betreiben, sind nicht nur die Betroffenen heute (zum Glück) besser informiert. Auch toxische Menschen, vor allem mit steigendem Ausbildungsniveau, saugen diese Inhalte auf. Das führt dazu, dass ich mittlerweile immer öfter auch Beratunsanfragen habe, die in etwa so klingen:
Mein/e Partner/in ist aus meiner Sicht schwer narzisstisch, dafür sprechen XYZ. Weil er/sie mir aber immer wieder vorhält, dass ja ICH das Problem sei und dass ICH narzisstisch bin kenne ich mich jetzt gar nicht mehr aus. Wer braucht psychologische Hilfe von uns beiden?
Es ist ganz wichtig, dass du diese Form von Anschuldigungen als klares Zeichen für Gaslighting erkennst! Ganz oft zeigt sich Gaslighting auch am Ende der Beziehung. Wenn du schon Schluss machen möchtest. Unter Druck läuft der Gaslighter zur Hochform auf und treibt das Gaslighting auf die Spitze. Er/sie kann nicht zulassen, dass du ihn/sie verlässt.
Im Grunde genommen geht es bei Gaslighting immer um Macht der Gaslighter weiß alles besser, ist immer der/die Gute. Und dabei gleichzeitig immer wieder dein Opfer er/sie nützt die Täter-Opfer-Umkehr perfekt aus.
Je erfolgreicher der Gaslighter mit seinem emotionalen Missbrauch bei dir ist, desto unsicherer wirst du dich fühlen! Am Ende wirst DU das Gefühl haben, Schuld am Scheitern der Beziehung zu sein. Bitte halte dir immer wieder vor Augen du rettest dich mit einem Ausstieg aus der Beziehung selbst!
Grundsätzlich ist mir in meiner Profession schon immer wichtig gewesen ich verschaffe mir ein eigenes Bild, in dem ich mir von meinen Klienten und Klientinnen nicht nur erzählen lasse, sondern auch direkt Mails, SMS und auch Sprachnachrichten selbst durchlese oder anhöre. Habe ich als Außenstehende dann auch ein verwirrtes Gefühl oder ist es für mich total nachvollziehbar? Damit kann ich dir wertvolles Feedback geben.
Das kannst du auch! Hole dir die Meinung von Menschen, denen du vertraust! Suche dir dabei aber bewusst eher die aus, die nicht aus Liebe zu dir (oder zur/zum Partner) total einseitig antworten würden. Ich habe in meinem Fall zB direkt die Sprachnachricht 1) an eine Freundin geschickt, die immer zu den Männer hält, 2) an eine, die immer zu mir haltet und 3) an meine Supervisorin. Das (überraschend einstimmige!) Feedback von allen 3en hat mich total stabilisiert und mich bestätigt, wo ich vorher schon völlig verunsichert war.
Gaslighting kommt selten allein es ist vielmehr ein typisches Verhalten im Kontext einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung. Je nach Stärke der Ausprägung bzw wie sehr du betroffen bist, wird dir Hilfe in jedem Fall gut tun. Manchmal reicht schon eine Einzelstunde, manchmal braucht es mehrere Einheiten, um wieder zu dir und deiner Sicherheit zurück zu finden. Besonders hiflreich ist es, gemeinsam Redflags für das nächste Mal zu erarbeiten, weil sich die Meisten wünschen, dass ihnen so etwas nie wieder passiert.
Ehrlich gesagt ich weiß das klingt krass. Aber ich hab selber mir den Mund fusslig geredet und es war völlig sinnlos und hat uns nur immer tiefer in den Abgrund gegraben. Selbst Versuche von Beweisen wie zB „Lies doch mal nach“ oder „Frag doch den XY, der war ja auch dabei“ etc alles sinnlos. Die eigenen Nachrichten des Gaslighters waren schwarz auf weiß da und nachzulesen und doch wurden sie einfach ignoriert. Dafür wurden meine Scherze völlig verdreht plötzlich als Angriffe oder Unterstellungen präsentiert. Wenn du das schon mal erlebt hast, dann weißt du, wovon ich erzähle!
Und auch meine unzähligen Klienten egal ob Mann oder Frau haben oft genug versucht, die Situation durch Reden zu verbessern. Leider immer sinnlos, aber mega nervenaufreibend. Noch dazu wo jeder Versuch dazu führt, dass der/die Gaslighter noch mehr Angriffsfläche hat. Nachdem ich das jetzt so oft begleiten durfte bin ich der Meinung kümmere dich um deine geistige und emotionale Gesundheit und geh da raus. Je schneller desto besser. Deshalb schlage ich auch keine Gespräche mit dem Gaslighter vor. Die erhoffte Einsicht bleibt aus. Dafür habe ich mehr als einmal erlebt, wie von Gaslighting betroffene Klient*innen am Ende fast selbst schon in die Psychiatrie mussten. Klingt krass? Vielleicht. Aber ich sags immer wieder Gaslighting egal ob absichtlich oder unabsichtlich ist hochmanipulativ und für deine Psyche extrem gefährlich.
Wenn ich deine unbeteiligte Dritte sein soll, die mit dir den „Realitäts-Check“ macht, dann nutze gern meine Kennenlernstunde dafür aus!
Ganz viel Herz & Mut!
Deine Sabine
Narzisstische Partner und Narzissmus in Beziehung sind seit Jahren ein Beratungsschwerpunkt in meiner Praxis. Das Netz ist mittlerweile voll von Informationen rund um das Thema und die Auswirkungen sind deutlich merkbar. Geschätzt die Hälfte aller Beratungsanfragen drehen sich um die Frage ist mein/e Ex ein Narzisst?
Und ja, ganz ehrlich ich verstehe den Wunsch, besser zu verstehen, was passiert ist. Ich erlebe jedoch immer mehr, dass eigentlich ganz normale (wenn auch durchaus schmerzhafte!!!) Verhaltensweisen als toxisch interpretiert werden. Und das zum Teil in einer sehr drastischen Art und Weise. Solltest du noch wenig über das Thema wissen, kannst du hier die Merkmale einer toxischen Beziehung und narzisstische Beziehungen nachlesen.
Mann lernt Frau kennen, sie flirten und es beginnt eine Annäherung. Nach einigen Wochen merkt sie, dass er sich nicht mehr so oft meldet. Schließlich spricht sie es an und er sagt offen, dass er keine Beziehung will und „alles doch so weiterlaufen kann“ wenn sie das will. Sie ist zu diesem Zeitpunkt bereits ziemlich verliebt und enttäuscht. Dennoch trifft sie den Mann weiter, der aus meiner Sicht ganz klare Zeichen für einen Mann zeigt, der einfach nicht MEHR, keine Beziehung, will. Sie sagt ihm aber nicht, dass sie verliebt ist, weil sie auch nachvollziehbar Angst davor hat, verletzt zu werden. Gleichzeitig hofft sie, dass er seine Gefühle für sie doch noch entdeckt.
Ein Klassiker! Insgesamt resultiert daraus aber eine totale Schieflage zwischen den beiden, die sich auch wirklich schlecht anfühlt. Sie sagt offiziell, dass sie einverstanden ist beginnt aber unbewusst immer wieder zu sticheln und zu drängeln. Und der Mann? Fühlt sich entsprechend ungerechtfertigt bedrängt und fängt an, ihr Verhalten abzuwehren und auch mal zu fragen, was soll das Ganze? Was hast du denn schon wieder? Bis er sie irgendwann gar nicht mehr kontaktiert.
Bis hierher könnte man sagen, „schade, dass es so gelaufen ist.“
Was jetzt aber passiert ist folgendes: Die Frau bucht mich und schildert mir diese Entwicklung mit den Worten, dass sein tagelanges Schweigen zwischen den Treffen doch ganz eindeutig ein „silent treatment“ wäre und das ist ja schon mal ein deutliches Indiz dafür, dass er ein Narzisst ist! Und dass er ihr dann mit Sätzen wie „Was hast du denn schon wieder“ begegnet, sei doch auch typisch für Gaslighting. Und wenn er dann schließlich sagt, dass er keinen Bock auf Kontakt habe, wenn sie sich so benähme, dann werte er sie ab und das sei auch ganz eindeutig.
Die große Enttäuschung ist dann manchmal wenn ich sagen muss sorry. Aus meiner Sicht schilderst du gerade jemanden, der ganz typisches Verhalten zeigt für einen Mensch, der eine Affäre, etwas Lockeres, eine F+ haben will. Das tut auch weh, das fühlt sich auch toxisch an ist es aber nicht. Natürlich kann ich nicht ausschließen, dass er/sie nicht doch auch verstärkt narzisstische Züge hat bitte vergiss nie, dass wir ALLE narzisstische Züge haben! Ich kann es aber einschätzen im Vergleich zu den wirklich eindeutigen Erlebnissen meiner Klienten und Klientinnen. Nach mittlerweile weit über 300 Beratungen allein zu diesem Thema ergibt sich einfach ein anderer Wissensschatz.
Mein Ansatz immer zuerst das Naheliegende und Wahrscheinlichere prüfen. Kann das Verhalten nicht auch ohne einer Persönlichkeitsstörung, dafür aber aus den Rahmenbedingungen der Situation heraus erklärt werden?
Dr. Google hilft dir bei Narzissmus ähnlich weiter wie bei Krebs.
Bevor man dem/der Ex ein Krankheitsbild unterstellt, ist aus meiner Sicht immer zuerst das Naheliegendste zu prüfen. Missverständnisse? Schlechte oder nicht ganz ehrliche Kommunikation? Unterschiedliche Erwartungen an das Kennenlernen bzw die Beziehung?
Ich verstehe natürlich, wie es dazu kommt: Erstens Es tut weh! Etwas bzw jemand nicht zu *bekommen, den man aber gern hätte, ist immer schmerzhaft. Jemand der sich gegen eine Beziehung mit dir entscheidet, verursacht eine narzisstische Kränkung bei DIR. Dein Ego ist verletzt. Und so eine Situation kann sich schon mal giftig anfühlen! Das bedeutet aber nicht, dass dein/e Ex auch wirklich toxisch (im Sinne der Literatur) ist!
Zweitens: In der Psychologie kennt man den Begriff des Primings. Er besagt vereinfacht dargestellt, dass die Themen, mit denen du dich gerade intensiv beschäftigst, auch deine Sicht auf die Dinge prägt. Sprich je mehr du über das Thema Narzissmus schon mal gehört, gesehen oder gelesen hast, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass du alles was (mit dir) geschieht mit dieser „Brille“ siehst und auch so interpretierst. Und weil das Thema mittlerweile überall einfach breitgetreten wird, ist der Fokus und die Brille darauf viel stärker. Das verbreitete Wissen über Narzissmus und das eigene schlechte Gefühl zusammen bingo!
Ich habe über das Thema Co-Narzissmus ja schon mal geschrieben:
Ich erlebe immer wieder, dass hier Unmengen an Zeit und Energie investiert wird in die mögliche Diagnose der/des Ex. Aber wozu eigentlich? Wäre der Andere egal ob Mann oder Frau narzisstisch geprägt, dann könnte man das leichter verarbeiten. „Dann hat es nichts mit mir zu tun, dann hab ich ja nichts falsch gemacht, weil dann hat er/sie nicht anders können.“ sagte letztens ein Klient zu mir. Ich merke ja auch die große Erleichterung, wenn ich dann auch den Eindruck bestätige, dass der/die Ex narzisstische Züge haben könnte. Es ist wie eine Absolution! Und die Enttäuschung, wenn ich es anders sehe.
Der Versuch, den/die Ex als narzisstisch, toxisch usw einzuordnen ähnelt manchmal einem Schutzmechanismus, um die eigene Kränkung nicht so an an sich heranzulassen. Motto: Oh, na wenn er/sie Narzisst ist, dann hat das Ganze ja nichts mit mir zu tun!
So einfach ist der Rückschluss aber nicht!
Hat es aber. Nicht weil dir ganz viele Menschen da draußen unterstellen wollen, dass es immer an dir liegt, wenn du solche Menschen in deinem Leben hast. Bitte das ist mir GANZ wichtig! Ich sage es immer wieder es ist keine Schande, auf einen narzisstischen Partner „reinzufallen“, sich zu verlieben! Im Gegenteil, dass ist ja genau der Sinn und Zweck der Sache. Wenn es sich bei ihm/ihr wirklich um einen toxischen Partner/in handelt, dann bist du auf einen Meister getroffen! Sollte es dir allerdings öfters passieren, dann (siehe oben zum Thema Co-Narzissmus), würde ich mir dringend externe Unterstützung holen schreib mir gern!
Weil es dein Schmerz, deine Enttäuschung, dein Kummer ist. Bitte sei dir darüber im Klaren Narzissmus ist eine echte Persönlichkeitsstörung, die als Krankheitsbild gilt. Der Versuch, deine/n Ex dort einzuordnen ist genauso wie eine Krebsdiagnose zu stellen. Ja es kann sein, dass dein/e Ex wirklich narzisstisch schon in dieser Ausprägung hatte aber selbst wenn na und? Der Versuch hier den Anderen zu „diagnostizieren“ bringt dich mit deiner ganzen Aufmerksamkeit WEG von dir. Deine ganze Energie ist nur bei ihm/ihr ! Und ganz weit weg von dir. Dort sollte aber deine Aufmerksamkeit wirklich sein, denn dort wird sie gebraucht. Gerne unterstütze ich dich dabei in meiner Kennenlernstunde!
Ganz viel Herz & Mut,
Sabine
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