Ölpumpen laufen wieder, die Hoffnung auf Arbeit wächst. US-Präsident Trump hat einen milliardenschweren Öl-Deal mit Venezuela angekündigt, dessen Einzelheiten aber undurchsichtig bleiben. Gleichzeitig machen Stromausfälle den Menschen zu schaffen, und geht die Angst vor einem neuen Machtkampf um.
Der Maracaibo-See ist eine grüne Suppe, auf der dunkle Öl-Augen schwimmen. Pocho, der Fischer, steuert sein Boot durch Skelette ehemaliger Ölanlagen. Diese zu sanieren, wird viel Zeit und Geld kosten. Immerhin: in der Ferne quietscht bereits eine Förderpumpe, die erst kürzlich wieder in Betrieb genommen wurde.
In Venezuela haben sich die Ereignisse dieses Jahr überschlagen. Am 3. Januar wurde Präsident Nicolás Maduro von US-Kräften festgenommen, seither ist die politische Zukunft des Landes in der Schwebe. Präsident Trump interessiert sich für die riesigen Ölvorräte des Landes, mit seinem Öl-Deal hat er die Firma North American Blue Energy Partners (NABEP) in Position gebracht.
Interimspräsidentin Delcy Rodríguez, ehemals Vizepräsidentin Maduros, führt das Land weiter. Ihre schärfste Gegnerin, Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado, ist nach Monaten im Exil zurück. Sie glaubt sich getragen von einer Mehrheit und fordert baldige Wahlen.
Wer bestimmt künftig über die Bodenschätze Venezuelas – und was bedeutet der Umbruch für die Bevölkerung? „International“ begegnet Venezolanerinnen und Venezolanern - in den Ölfördergebieten und in der Region, die im Juni von einem verheerenden Erdbeben heimgesucht wurde.