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  • Privatstadt Próspera – Honduras als Versuchslabor der Libertären
    Kaum Steuern, kaum Regulierungen, maximale Forschungsfreiheit - auf einer honduranischen Insel in der Karibik entsteht eine Privatstadt. In Próspera können Firmen ihren eigenen Rechtsrahmen wählen. Das zieht Start-Ups und Libertäre aus aller Welt an, auch Milliardäre aus dem Silicon Valley.
    «Ich habe sieben Chips implantiert», sagt US-Amerikaner Rich Lee. «Hier in der Hand, das ist meine Kreditkarte, damit kann ich bargeldlos an der Kasse bezahlen.» Das löse viele schräge Blicke aus, erzählt der 47-jährige lachend. Rich Lee glaubt, dass der menschliche Körper aktiv verbessert werden müsse. «Unsere Sinne und Fähigkeiten müssen erweitert werden, egal, ob durch Gentherapie oder Cyborg-Implantate.» Er probiert seine Forschungsergebnisse gleich an sich selber aus. Das ist möglich in Próspera. Hier gibt es keine Gesundheitsbehörde und keine Ethikkommission. Wer ein Unternehmen registriert, braucht lediglich einen Versicherer, der bereit ist, das Risiko zu übernehmen. Bezahlen kann man in Bitcoin. Alles in privater Hand.
    Próspera gilt als Vorzeigemodell in der sogenannten Privatstadtbewegung, die durch Geld und Macht aus dem Silicon Valley vorangetrieben wird. Libertäre Milliardäre wie Paypal-Gründer Peter Thiel oder Brian Armstrong, der Gründer von Coinbase, investieren darin. Der Staat Honduras, zu dem die Karibikinsel mit Próspera gehört, hat das Nachsehen.
    25 min
  • Land unter am Mississippi - an der Frontlinie des Klimawandels
    Die Küste des US-Bundesstaates Louisiana geht unter. Damit verschwindet ein natürlicher Schutz vor den verheerenden Hurricanes. Manche wollen den Mississippi entfesseln, damit er mit seinen Sedimenten das Meer zurückdrängt. Andere sehen dadurch ihre Lebensgrundlage bedroht.
    Für Louisiana steht viel auf dem Spiel, etwa eine natürliche Barriere, die auch die Stadt New Orleans vor den verheerenden Hurricanes schützen soll. Vor 20 Jahren fegte Hurricane Katrina über die Gegend und hinterliess grosse Zerstörung. In der Folge gründete der Bundesstaat eine Küstenschutzbehörde, die sich dem Meer entgegenstemmt. Der Mississippi hätte dafür ein wichtiges Instrument sein sollen: Massenhaft sollten mit «Diversionen» Flusswasser und Sedimente in die Feuchtgebiete geleitet werden, um sie zu nähren – und um neues Land zu bilden. Am «Nepunte Pass», an einem natürlichen Seitenarm des Mississippi, sieht der Wissenschaftler Alex Kolker Beweise dafür, wie der mächtige Fluss Land bildet – wenn man ihn lässt.
    Doch Fischer kämpften gegen die Sedimentumleitung, weil sie wegen des Süsswassers um ihre Austern und Shrimps fürchteten. Der Gouverneur von Louisiana stellte sich auf ihre Seite und stoppe zwei Diversionen. Damit fehlen zentrale Projekte im Kampf gegen den Landverlust. Die Zukunft von Louisianas Küste ist ungewiss.
    25 min
  • TALK: Wird der Neustart in Syrien gelingen?
    Seit dem Sturz von Langzeitdiktator Bashar al-Assad vor knapp einem Jahr hat unser Korrespondent Thomas Gutersohn Syrien mehrere Male besucht. Im International-Talk erzählt er, was sich seit den euphorischen Tagen im Dezember 2024 verändert hat, und warum der Neustart in Syrien schwierig ist.
    12 min
  • Zwischen Euphorie und Misstrauen: Syriens schwieriger Neuanfang
    Der Neuanfang in Syrien wird zur Herausforderung. Der Vielvölkerstaat ist geprägt von unterschiedlichen Ideologien, Erwartungen und Hoffnungen. Übergangspräsident Ahmad al-Sharaa stösst vor allem im kurdisch dominierten Nordosten des Landes auf viel Misstrauen.
    Knapp ein Jahr ist seit dem Sturz des syrischen Langzeitherrschers Bashar Al-Assad vergangen. Der Umsturz wurde nach dem zerstörerischen Bürgerkrieg auch in vielen westlichen Ländern euphorisch begrüsst.
    In Syrien selbst bleibt die Situation schwierig: Während Übergangspräsident Ahmad al-Sharaa in der Hauptstadt Damaskus von Anhängern euphorisch gefeiert wird, schlägt dem ehemaligen Islamistenführer im kurdisch geprägten Nordosten des Landes Skepsis entgegen. Das neue, versöhnliche Image, dass sich die Regierung geben will, kauft ihr dort niemand ab. Die Erinnerungen an die früheren Gräueltaten der Islamisten sind in der Region allgegenwärtig.
    Die Kurden haben im Gebiet östlich des Euphrats einen autonomen Verwaltungsapparat aufgebaut, setzen auf basisdemokratische Selbstverwaltung, mit sozialistischer und feministischer Ausprägung.
    Ihre Mentalität unterscheidet sich stark von jener der neuen Regierung um Al-Sharaa. Deren Pläne, die Verwaltungs- und Verteidigungsstruktur der Kurden in den syrischen Staat zu integrieren, stossen im kurdischen Gebiet auf Ablehnung.
    Wie also weiter in Syrien? Werden die einstigen Konfliktparteien zusammenfinden? Oder droht gar ein neuer Bürgerkrieg?
    27 min
  • Weg vom Öl - wie Angolas Wirtschaft vielfältiger werden kann
    Der Ölsektor dominiert alles im Land. Sind die Ölpreise tief, leidet die ganze Wirtschaft. Alternativen sind daher gesucht, doch Unternehmergeist allein reicht nicht.
    Die meisten Angolaner und Angolanerinnen arbeiten im informellen Sektor. Ohne staatliche Kontrolle, aber auch ohne soziale Absicherung. Von den Gewinnen der Ölindustrie profitiert nur eine kleine Elite mit Verbindungen in die Politik.
    Menschen, die etwas dagegen unternehmen wollen, haben es schwer. Zwar gibt es eine lebendige Start-Up Szene. Doch sie kämpft mit der ausufernden Bürokratie und Korruption im Land. Die junge und dynamische Gründerszene wünscht sich daher mehr Unterstützung vonseiten des Staates.
    Dieser wird seit Jahrzehnten autoritär von der Partei MPLA regiert. Doch auch sie scheint erkannt zu haben, dass der Privatsektor gestärkt werden muss. Auf Gesetzesebene will sie es Gründerinnen und Gründern erleichtern, Unternehmen aufzubauen und damit Arbeitsplätze zu schaffen.
    Mithilfe ausländischer Investoren soll zudem die Infrastruktur ausgebaut werden. Im weiterhin unterentwickelten und vom Bürgerkrieg gezeichneten Land, sehen viele dies als zentralen Schlüssel für Wirtschaftswachstum.
    Doch trotz aller Bemühungen bleibt die Frage: Kann die Diversifizierung der Wirtschaft gelingen, nachdem es bislang schon viele erfolglose Versuche gab?
    28 min
  • TALK: Warum kommt Spanien nicht los vom Erbe der Diktatur?
    Die Nachwehen der Diktatur sind in Spanien bis heute zu spüren, erst recht im fünfzigsten Todesjahr des Diktators Franco. Noch immer liegen tausende von Opfern des Regimes in Massengräbern. Im Talk erzählt Auslandredaktor Beat Vogt, wie er mit Angehörigen sprechen konnte und wie sie damit umgehen.
    10 min
  • Gebeine und Gedenkstätten: Spaniens ewiger Streit um die Toten
    Vor Jahrzehnten umgebracht und anonym vergraben: Noch immer ruhen in spanischen Massengräbern tausende Überreste von Menschen, die dem Regime des Diktators Franco zum Opfer fielen. Ihre Exhumierung bleibt umstritten. Spanien tut sich schwer im Umgang mit der eigenen Geschichte.
    Eigentlich könnte dieses Jahr in Spanien als Jubiläumsjahr der Demokratie gelten. Denn genau vor 50 Jahren starb Diktator Francisco Franco, der das Land während fast vier Jahrzehnten mit harter Hand regiert hatte. Sein Tod am 20. November 1975 ebnete den Weg zu einer demokratischen Ordnung.
    Trotzdem herrscht in Spanien heute nicht durchgehend Feierlaune. In Sachen Aufarbeitung der eigenen Geschichte zieht sich ein weiter Graben durch die Gesellschaft.
    Stellvertretend dafür stehen die nach wie vor pendenten Exhumierungen von Opfern des Regimes. Viele Angehörige warten noch immer darauf, dass die Gebeine ihrer Grossväter oder Grossmütter in den Massengräbern identifiziert werden.
    Währenddessen streitet die Politik darüber, wie das Land mit dem Erbe der Diktatur umgehen soll. Wie soll es weitergehen mit den Ausgrabungen? Oder: Was soll mit dem gigantischen Monument «Valle de los Caídos» geschehen, das Francisco Franco im nordmadrilenischen Bergland errichten liess?
    28 min

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Die Welt ist unübersichtlich geworden – «International» hilft, sie zu verstehen. Mit den SRF-Auslandkorrespondentinnen und -korrespondenten reisen wir dorthin, wo Geschichten entstehen: Krisengebiete, Wirtschaftsmächte, vergessene Regionen.

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