Kultur-Talk

Kultur-Talk

By Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)Society & Culture
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Kultur-Talk episodes

  • Kultur-Talk zum Literaturnobelpreis 2022
    Gestern wurde in Stockholm der Literaturnobelpreis 2022 vergeben. Gewonnen hat ihn die französische Schriftstellerin Annie Ernaux. Wir stellen die Pionierin der autofiktionalen Erzählweise vor und reden mit der Literaturkritikerin und Frankreichspezialistin Iris Radisch.
    Annie Ernaux gehört zu den führenden Schriftstellerinnen Frankreichs. Ihre autofiktionale Erzählweise, durch die sie teilweise auch belastende Erlebnisse aus ihrem Leben zu Literatur gemacht hat, hat in der Zwischenzeit im In- und Ausland Nachahmer gefunden. Sie selbst hat sich durch ihre stete Auseinandersetzung mit ihrer Herkunft, ihrer Rolle als Frau im Nachkriegsfrankreich und dank ihrer unablässigen Suche nach dem adäquaten sprachlichen Ausdruck längst einen Namen gemacht und wird nun ganz zurecht mit dem höchsten Literaturpreis ausgezeichnet.
    29 min
  • Viel zu hohe Erwartungen? Ann Demeester über ihren neuen Job
    Die Herausforderungen für die neue Direktorin am Kunsthaus Zürich sind zahlreich. Besonders wichtig: Die Kritik an der Sammlung von Waffenfabrikant Bührle angehen. Wie sie das tun will, warum es Zeit braucht, erläutert die gebürtige Belgierin im Kultur-Talk.
    Sie habe leider keinen Zauberstab, sagt Ann Demeester, und nein, sie bereue es nicht, den Job am Kunsthaus Zürich angenommen zu haben. Auf der neuen Museumdirektorin lasten hohe Erwartungen und sie stellt sich bereits jetzt auf die Kritik aus den Medien ein. Ann Demeester kennt die Mechanismen der öffentlichen Aufmerksamkeit. Am Kunsthaus Zürich will sie die Causa Bührle sorgfältig aufarbeiten. Wie genau und warum manche Entschuldigungen nichts wert sind, erläutert Ann Demeester zum Start und spricht auch über die miserable Frauenquote in der Sammlung des Kunsthaus Zürich.
    28 min
  • Was bringt das Gendern wem?
    Liebe Hörer. Fühlen Sie sich angesprochen? Liebe Hörerinnen und Hörer. Schon besser? Oder bevorzugen Sie es, als «HörerInnen» angeschrieben zu werden? Favorisieren Sie die Varianten «Hörer:innen» oder «Hörer_innen»? Das Gendern sorgt für rote Köpfe. Warum? Und wem nützt es? Eine Diskussion.
    Das «Binnen-I», das unter den LeserInnen Männer und Frauen sichtbar machte, war Diskussionsstoff in den 80er Jahren. Heute scheint dies nicht mehr zu reichen, da Geschlechteridentitäten teils uneindeutig sind. Wie lässt sich das in der Sprache abbilden? Braucht man diese Fluidität überhaupt sprachlich zu signalisieren? Und wem nützt das Gendern in welcher Hinsicht?
    Unter der Leitung von Raphael Zehnder diskutieren die Kulturwissenschaftlerin Christa Binswanger, die den Bereich «Gender and Diversity» an der Universität St. Gallen leitet, und die Juristin Katharina Fontana, Inlandredaktorin der «Neuen Zürcher Zeitung».
    29 min
  • Lesbisch und katholisch zum Trotz: Kultur-Talk mit Mentari Baumann
    Lesbisch, gläubig und aktivistisch. So beschreibt sich Mentari Baumann, Tochter eines Schweizer Protestanten und einer indonesischen Katholikin. Wie sie die verschiedenen Welten verbindet und wie sie die Kirche verändern will, damit sie für alle eine Heimat sein kann, das erzählt sie im Kultur-Talk.
    Mentari Baumann war bis vor Kurzem Präsidentin der Pride Zürich, dem jährlichen Festival queerer Menschen. Und sie ist Geschäftsführerin von Allianz Gleichwürdig Katholisch. Die 28-Jährige mit indonesischen Wurzeln sagt von sich, sie sei «auch ein bisschen heteronormativ» und sie bleibe aus Trotz römisch-katholisch, weil sie sich ihre Kirche nicht wegnehmen lassen wolle.
    Im Gespräch erzählt sie von ihrem Outing im ländlichen Bern, ohne queere Vorbilder, von ihren Wurzeln in diversen Religionen und von ihrem Einsatz für eine offene, gleichberechtige römisch-katholische Kirche.
    27 min
  • Ankommen im 21. Jhd. – das Museum definiert sich neu
    Nach langem Ringen hat der Internationale Museumsrat ICOM eine neue Museumsdefinition verabschiedet. Neu rücken Vielfalt, Zugänglichkeit und Nachhaltigkeit in den Fokus. Was bedeutet das für die Museumsarbeit? Und was wird das Publikum davon spüren?
    Der Schwerpunkt der neuen Museumsdefinition liegt nicht mehr auf dem Sammeln und Bewahren von Objekten. Zu den Kernaufgaben von Museen gehören neu auch kulturelle Teilhabe und die Förderung von Nachhaltigkeit und Vielstimmigkeit. Bedeutet mehr Dialog ein Verlust von Deutungshoheit? Wie können Museen dem gesellschaftlichen Anspruch gerecht werden? Wie politisch ist die Arbeit von Museen? Im Gespräch ist Jacqueline Strauss, Direktorin des Museums für Kommunikation in Bern und Vorstandsmitglied von ICOM Schweiz.
    29 min
  • «Wir müssen kirchenintern über Themen streiten und Konflikte aushalten»
    Im Kultur-Talk spricht die oberste Schweizer Reformierte Rita Famos über die Rolle der Kirchen in den Krisen unserer Zeit, vom Ukraine-Krieg bis zur Klimakrise. Sie erzählt vom speziellen Groove am Treffen des Weltkirchenrates, von lebensbejahend bis spannungsgeladen.
    4000 Vertreterinnen und Vertreter von 352 Kirchen aus der ganzen Welt treffen sich zur Zeit in Karlsruhe – an der Vollversammlung des Weltkirchenrats ÖRK. Sie vertreten über eine halbe Milliarde Christinnen und Christen. Die Vollversammlung steht im Zeichen der aktuell brennenden Themen, vom Ukraine-Krieg, der den Weltkirchenrat vor eine Zerreissprobe stellt, über Antisemitismusvorwürfe gegen ich selbst, über Genderfragen bis hin zum Engagement gegen die Klimakrise. Was können die Kirchen weltweit zur Lösung der Probleme beitragen? Welche Rolle spielt der ökumenische Austausch? Und wo steht die evangelisch-reformierte Kirche Schweiz? Darüber sprechen wir mit EKS-Präsidentin Rita Famos.
    23 min
  • Hat die Klassische Musik ein Rassismus-Problem?
    In klassischen Sinfonieorchestern sind kaum People of Color vertreten. Und die Werke schwarzer Komponistinnen und Komponisten hört man im Konzertsaal fast nie. Hat die klassische Musik ein Rassismus-Problem?
    Die Kontrabassistin Chi-chi Nwanoku ist in England aufgewachsen und war Jahrzehnte lang die einzige schwarze Musikerin auf der Konzertbühne. Bis sie 2015 ein eigenes, ethnisch diverses Orchester gründete: das Chineke! Orchestra. Im Kultur-Talk spricht Musikredakteurin Jenny Berg mit Chi-chi Nwanoku über ihre Rassismus-Erfahrungen innerhalb und ausserhalb der Klassik-Szene, warum es ein ethnisch diverses Orchester wie Chineke! braucht und wie es den Klassik-Betrieb verändern kann.
    31 min
  • Der Fall Salman Rushdie ist noch nicht vorbei
    Literaturredaktor Michael Luisier mit der Schriftstellerin und PEN Berlin-Sprecherin Eva Menasse und dem Islamwissenschaftler, Schriftsteller und Übersetzer Stefan Weidner über die Bedeutung des Falls Rushdie und über Meinungsfreiheit in Literatur und Kunst.
    Am 12. August 2022 wird der indisch-britische Schriftsteller Salman Rushdie bei einer Messerattacke schwer verletzt. Damit wird wieder einmal deutlich, dass Anschläge auf kritische Künstler nicht vorbei und Übergriffe auf die freie Rede auch in der Kunst nach wie vor Realität sind.
    Bei Salman Rushdie dauert die Leidensgeschichte nun schon 33 Jahre. Seit dem 14. Februar 1989 gibt es die «Fatwa» gegen ihn, ein Todesurteil, ausgesprochen vom iranischen Revolutionsführer Ayatollah Chomeini. Auch wenn sich Salman Rushdie in den letzten Jahren relativ frei bewegen konnte, ist die Gefahr nicht gebannt. I
    29 min
  • 75. Filmfestival Locarno: Der permanente Aufbruch
    Die 75. Ausgabe des Filmfestivals von Locarno ist die zweite unter der künstlerischen Leitung von Giona A. Nazzaro. Das Publikumsfestival vor Ort mit seinen Vorstellungen auf der Piazza Grande bleibt das Herz. Aber kann es den ganzjährig wachsenden Körper mit genügend frischem Blut versorgen?
    Wer stehen bleibt, fällt zurück. Das gilt in der sich rapide verändernden Festivalwelt genauso wie für die Kinolandschaft, der das permanent verfügbare Online-Angebot zu schaffen macht. Wie schlägt sich der grösste Kulturanlass der Schweiz zu seinem 75. Jubiläum? Michael Sennhauser diskutiert mit den deutschen Kollegen Anke Leweke und Peter Claus, die beide das Festival von Locarno seit vielen Jahren besuchen.
    27 min
  • Die Maschinen und wir
    Maschinen, Roboter, KI können faszinieren. Sie können aber auch das Fürchten lehren. Gespräch mit dem Philosophen und Psychoanalytiker Daniel Strassberg über das ambivalente Verhältnis Mensch-Maschine.
    Kaffeemaschine, Bezahl-App, Auto, Computer: Die meisten Menschen nutzen täglich diverse Geräte und Apps. Man bestaunt sie – für ihre Leistungsfähigkeit. Aber man fürchtet sie auch. Computer, die schneller können als Menschen, Roboter, die effizienter arbeiten – sind sie noch unsere klugen Diener oder drohen sie unsere kalten Herren zu werden? Der Philosoph, Psychiater und Psychoanalytiker Daniel Strassberg hat sich mit der ambivalenten Haltung des Menschen Maschinen gegenüber beschäftigt und ein kluges Buch dazu geschrieben: «Spektakuläre Maschinen – eine Affektgeschichte der Technik».
    Buchinweis:
    Daniel Strassberg: Spektakuläre Maschinen. Eine Affektgeschichte der Technik, Matthes & Seitz 2022.
    29 min

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«Kultur-Talk» nimmt kulturelle und gesellschaftliche Themen auf, die bewegen und einer Vertiefung oder Klärung bedürfen.

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