Kultur-Talk

Kultur-Talk

By Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)Society & Culture
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Kultur-Talk episodes

  • Ukrainisches Kulturgut schützen – fast unmöglich im Krieg
    In der Ukraine herrscht seit Ende Februar Krieg. Die russischen Raketen und Granaten zerstören nicht nur militärische Infrastruktur, sondern auch Wohnhäuser, Krankenhäuser und selbst Kultureinrichtungen. Der Kunsthistoriker Kilian Heck spricht über die Bedeutung von kulturellem Erbe im Krieg.
    Seit Mitte März koordiniert der Kunsthistoriker Kilian Heck für das «Netzwerk Kulturgutschutz Ukraine» die Hilfslieferungen von Luftpolsterfolien, Feuerlöschern, Kartons, Sandsäcken oder brandhemmenden Textilien für das osteuropäische Land. Museumsmacherinnen und Kunstschaffende versuchen in der Ukraine damit so gut es geht Kunstobjekte, Denkmäler und kostbare Bücher vor der Zerstörung zu schützen. Die Ukraine hat 400 Museen und 3000 Kulturstätten von Weltrang. Der Krieg in der Ukraine ist mittlerweile auch ein Krieg gegen die Kultur – doch ist es Kollateralschaden oder gezielte Zerstörung?
    28 min
  • Politikfinanzierung in der Schweiz
    «Wer finanziert die Schweizer Politik?» Als Mitautor dieses Buches versucht Peter Buomberger ein gut gehütetes Geheimnis auszuleuchten. Im Gespräch mit Buomberger und Martin Hilti von «Transparency International Schweiz» erkunden wir, weshalb sich die Schweiz diesbezüglich so schwer tut.
    Nichtregierungsorganisationen wenden weit mehr Geld für Abstimmungs- und Wahlkampagnen auf als Parteien. Anonyme Abstimmungskomitees sind gänzlich undurchsichtig. Die GRECO, die Staatengruppe des Europarats gegen Korruption, hat die Schweiz mehrmals gerügt, weil sie für die Finanzierung der Politik keinerlei Transparenzvorschriften kennt. Dabei ist es von öffentlichem Interesse zu wissen, wessen Geld wohin fliesst. Ab Herbst 2023, pünktlich zu den nächsten eidgenössischen Wahlen, sollen nun endlich solche Regelungen in Kraft treten. Peter Buomberger, Mitautor von «Wer finanziert die Schweizer Politik?» (NZZ libro), und Martin Hilti, Geschäftsführer von «Transparency International Schweiz» diskutieren unter der Leitung von Raphael Zehnder.
    29 min
  • Die neue Lust am Reaktionären
    Populistische Bewegungen, der Sturm aufs Kapitol, Putins Krieg – die freiheitlich-liberale Demokratie ist unter Druck. Woher rührt diese Feindschaft? Und was ist zu tun? Felix Münger spricht mit Karl-Heinz Ott, Autor des Sachbuchs «Verfluchte Neuzeit», über die Geschichte des reaktionären Denkens.
    Der Schriftsteller und Essayist Karl-Heinz Ott ortet die Ursprünge der modernen liberalen Demokratie bei Denkern wie Martin Luther oder René Descartes in der frühen Neuzeit. Sie sahen im Menschen ein selbstbestimmtes und von der Vernunft geleitetes Wesen.
    Von Beginn an regte sich Widerstand: Die Freiheit führe zu Chaos, Sittenzerfall und Sinnlosigkeit. Diese Argumentation findet bis heute Nachbeter und prägt konservative Thinktanks in den USA ebenso wie das Weltbild populistischer Politik.
    Buchhinweis: 
    Karl-Heinz Ott: Verfluchte Neuzeit. Eine Geschichte des reaktionären Denkens, Hanser 2022.
    29 min
  • Warum wir Geister sehen und uns gerne gruseln
    Die Welt der Kunst ist voller Geister und Gespenster – sie sind Quelle der Inspiration und Anlass zum wohligen Gruseln. Doch warum sehen wir Geister und warum üben sie eine so grosse Faszination auf uns aus? Antwort gibt der Physiker, Psychologe und Parapsychologe Walter von Lucadou.
    Seit rund drei Jahrzehnten führt Walter von Lucadou in Freiburg eine parapsychologische Beratungsstelle. Zu ihm kommen Menschen, die mit unerklärlichen Phänomenen konfrontiert werden. Wer Geister sehe, verdränge wahrscheinlich ein Problem, so Lucadous umstrittene These. Nicht umstritten ist hingegen, dass sich viele Menschen ganz gerne ab und zu gruseln, weswegen sie vor dem Einschlafen einen Krimi lesen oder einen Horrorfilm schauen. Warum das so ist und warum das Gruseln den Menschen einen evolutionären Vorteil gebracht hat, erklärt Walter von Lucadou im Gespräch mit Gisela Feuz.
    28 min
  • Mehr Geld für die freie Musikszene!?
    Öffentliche Musikgelder nicht fair verteilt? Wenn ja: wie könnte man die freie Szene besser bezahlen? Ein Talk mit der Rapperin Big Zis und dem Intendanten des Theater Biel Solothurn Dieter Kägi.
    Immer wieder wird von der freien Musikszene moniert, dass die Verteilung der Kulturgelder ungerecht sei: 4%-18% für die freie Szene, der Rest für die grossen Klassikinstitutionen. Nun fordert die Initiative IG Musik, in Basel ein neues Fördermodell zu installieren: 1/3 für die freie Szene, 2/3 für die Klassikinstitutionen. Aber: ist das Problem nicht grundsätzlicher, nämlich: warum überhaupt leben so viele Musiker*innen – auch in der Klassikszene - im Prekariat? Darüber diskutiert Musikredaktorin Annelis Berger mit der Rapperin Big Zis alias Franziska Schläpfer und mit Dieter Kägi, Intendant des Theater Orchester Biel Solothurn und Präsident des Schweizerischen Bühnenverbandes.
    30 min
  • Realität vs. Propaganda. Fotos aus dem Ukraine-Krieg
    Seit Ende Februar sind auf allen Kanälen Fotos aus der Ukraine zu sehen. Bereits jetzt ist die Rede von «ikonischen» Bildern. Was alles in diesen Fotos steckt, erklärt die Historikerin Annette Vowinckel vom Zentrum für zeithistorische Forschung Potsdam.
    Eine lange Reihe von Panzern erstreckt sich von einem Bildrand zum anderen. Diesem allerersten Bild folgten - und folgen bis heute - unzählige weitere. Der Ukraine-Krieg gilt als erster, der auch massiv über Social-Media-Kanäle ausgefochten wird. Eine der Folgen: mehr Fotos gelangen schneller an die Öffentlichkeit. Was das bedeutet und warum Kontext auch hier alles ist, darüber denkt die Historikerin Annette Vowinckel im Kultur-Talk nach und im Blog «Still Searching...» des Fotomuseums Winterthur.
    28 min
  • Umstrittene Ausstellung: Was bringt die Documenta?
    Nach vielen Schlagzeilen um Antisemitismus-Vorwürfe ist die vom indonesischen Kollektiv Ruangrupa kuratierte Schau eröffnet worden. Was liefert die Ausstellung, die nur alle 5 Jahre stattfindet und die wichtigsten Trends der aktuellen Kunst aufzeigen soll?
    Kollektive Prozesse, gerechte Verteilung, Teilen statt Wachstum, die Repräsentation Unterrepräsentierter, Nachhaltigkeit: Viele an der Utopie nur knapp vorbeischrammende Begriffe bestimmen die diesjährige Documenta. Denn das indonesische Kuratoren-Kollektiv lud gesellschaftspolitische Initiativen und Kleinst-Plattformen ein, welche bereits jetzt Alternativen zur kapitalistischen Weltordnung bieten. Gehts da überhaupt um Kunst? Zwischen Sozialarbeit und künstlerischer Utopie: Seine Eindrücke von der documenta fifteen schildert der Kunstkritiker des Deutschlandfunks, Carsten Probst.
    34 min
  • Musikdiplomatie, Russland und der Westen
    Nach Beginn der russischen Invasion in der Ukraine gab es auch kulturelle Sanktionen des Westens: abgesagte Konzerte oder Begehren an Musiker*innen, sie mögen doch Stellung beziehen. Wir versuchen einzuordnen, womit diese Sanktionen zu tun haben, wie also Musikdiplomatie funktioniert.
    Ein wirkmächtiger Teil der Kulturdiplomatie ist die Musik: Sie ist wortlos und nach Belieben interpretierbar, fördert den Zusammenhalt und hat einen anderen Zeithorizont als ‘normale Diplomatie. sie muss sich nicht unmittelbar auszahlen. Das macht die Sache ambivalent. Wenn jeder seine Wünsche hineinlegen kann, ist Musikdiplomatie ein wichtiger Fühler, den ein Staat in Richtung eines anderen ausstreckt. Angesichts der aktuellen Verwerfungen fragen wir nach Einflüssen, Vereinnahmungen und danach, wie das alles funktioniert. Gast im Studio ist der Publizist und Musikkenner Manuel Brug.
    27 min
  • Wenn die Panzer kommen - der Exil-Autor Dušan Šimko
    Unter den vielen Geflüchteten aus der Ukraine sind manche Autorinnen und Autoren. Ihre Zukunft im Exil ist ungewiss. Wie schwierig es sein kann, in der Fremde als Künstler Fuss zu fassen, erzählt der Basler Exil-Schriftsteller Dušan Šimko. Er floh 1968 aus der Tschechoslowakei in die Schweiz.
    Dušan Šimko ging nach der Niederschlagung des «Prager Frühlings» ins Exil. Von Haus aus ist der heute 77-Jährige Naturwissenschafter. Im «Kultur-Talk» live von den Solothurner Literaturtagen schildert er, wie er neben seiner Tätigkeit an der Uni Basel literarisch zu schreiben begann – auf Slowakisch.
    Bis zur Wende durfte Dušan Šimko in seiner Heimat nichts publizieren. Heute gehört er zu den bekannten Stimmen der slowakischen Literatur.
    Zu Gast ist auch die Slawistin Anna Hodel: Sie erklärt, inwiefern Dušan Šimkos Geschichte typisch ist für Autorinnen und Autoren im Exil – damals und heute.
    33 min
  • Eine Kritikerrunde vom 75. Filmfestival Cannes
    Für seine 75. Ausgabe ist der grösste Kulturanlass der Welt «post-pandemisch» unterwegs. Das Autorenfilm-Angebot ist gewichtig, dafür sind die grossen amerikanischen Publikumsfilme so rar wie grosse Erfolge an der Kinokasse. Wie definiert das Festival seine nicht mehr so eindeutige Rolle?
    Nachdem die Ausgabe 2020 der Pandemie zum Opfer gefallen war und die Ausgabe 2021 mit weniger als der Hälfte der normalerweise anreisenden Berichterstatter über die Leinwände ging, wollte sich «le festival» für seine 75. Ausgabe wieder zur alten Grösse aufschwingen. Ob aber das erst in kleinen technischen Details wie dem online-Reservationssystem oder der neuen Partnerschaft mit der Clip-Plattform «Tiktok» erneuerte Festival die alte Flamme der Kinomagie wieder in die Welt tragen kann? Michael Sennhauser fragt nach bei den deutschen Kolleginnen Anke Leweke und Katja Nicodemus.
    28 min

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«Kultur-Talk» nimmt kulturelle und gesellschaftliche Themen auf, die bewegen und einer Vertiefung oder Klärung bedürfen.

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