Diese Frage stellt fast jede Führungskraft irgendwann, und fast niemand kann sie wirklich gut beantworten. Nicht weil die Kandidaten schlecht sind, sondern weil sie die Frage fundamental missverstehen.
Die Frage ist kein Interview, sie ist ein Verkaufsgespräch
Wenn Ihr Chef oder HR fragt, warum Sie befördert werden sollten, dann ist das eine Einladung. Eine Einladung, zu überzeugen, nicht zu klagen, nicht zu erklären, nicht zu jammern. Und ein Verkaufsgespräch, das mit “Ich” beginnt, ist von Anfang an schwach aufgestellt.
Stellen Sie sich vor, Sie gehen ins Autohaus und fragen den Verkäufer, warum das Auto das beste ist. Er antwortet: “Das da, weil ich darauf die höchste Provision bekomme.” Genau so klingt eine Ich-zentrierte Antwort auf die Beförderungsfrage.
Die drei häufigsten Fehler
Die Gutmenschen-Antwort: “Ich will Menschen entwicklen.” Schön, dann werden Sie Trainer. Eine Führungsrolle ist kein Coachingauftrag und Menschen entwickeln ist nur ein kleiner Bruchteil der tatsächlichen Führungsarbeit.Die Ich-Sätze: “Ich kann, ich habe, ich mache.” Wer so antwortet, denkt nicht fürs Unternehmen. Das Unternehmen hat Sie aber gerade gefragt, warum es in Sie investieren soll.Das Mimimi: Wer bei der eigenen Karriere keine klare Kante zeigen kann, von dem erwartet das Unternehmen auch keine Klarheit gegenüber einem Team.Was eine starke Antwort leistet
Eine überzeugende Antwort auf “Warum soll ich Sie befördern?” dreht die Perspektive konsequent um. Nicht: Was habe ich davon? Sondern: Warum ist es die beste Entscheidung fürs Unternehmen, mich jetzt in diese Rolle zu bringen?
Führung ist kein Ritterschlag für gute Arbeit. Es ist ein anderer Beruf, mit anderen Anforderungen. Gute Facharbeit qualifiziert Sie nicht automatisch zur Führungskraft, auch wenn das in vielen Unternehmen noch so gespielt wird.
Der Fünfsprung als Antwortformat
Was wirklich funktioniert, ist eine logisch hergeleitete Antwort in etwa fünf Sätzen:
Was haben Sie in der Vergangenheit konkret geleistet?Was zeigt das über Ihre Fähigkeiten aus der Perspektive des Unternehmens?Warum ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt?Welchen Mehrwert bringen Sie in einer Führungsrolle, den das Unternehmen braucht?Warum ist es eine großartige Idee, Sie auf den Zettel zu schreiben?Und bitte: Keine Erpressung. Sätze wie “Bei anderen Firmen wird man schneller befördert” oder “Ich habe ein Angebot auf dem Tisch” sind keine Argumente. Das sind Einladungen zum Rausschmiss.
Shownotes
Wer diese Antwort wirklich ausarbeiten möchte, ist eingeladen zum Webinar am 15. Juli, 20 Uhr. Anmeldung HIER
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Lesen Sie den kompletten Beitrag: 606 Warum sollte ich gerade Sie befördern?
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