Leben ist mehr

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Leben ist mehr episodes

  • Herzensangelegenheit (3)

    Bei guten Herzspezialisten gibt es bekanntlich eine lange Wartezeit. Nicht so bei Gott! Ein »Herz-OP«-Termin ist sofort für jeden möglich. Im Tagesvers werden die Voraussetzungen genannt: ein zerbrochenes Herz und ein zerschlagener Geist. Das beschreibt einen Menschen, der bekümmert ist über seine eigene Unfähigkeit, so zu leben, wie es Gott gefällt. Er sehnt sich danach, seine Schuld vor Gott loszuwerden. Er sehnt sich nach Veränderung. Er möchte seine Rebellion gegen Gott beenden und ein neues Leben mit ihm beginnen. Deshalb kommt er im Gebet Hilfe suchend zu Gott. Und solch einen Menschen rettet Gott! Er vergibt ihm die Schuld. Das ist möglich, weil sein Sohn Jesus Christus die Strafe für alle Schuld bereits am Kreuz getragen hat.

    Aber Gottes Rettung geht noch viel weiter: Er hat festgelegt, dass jeder, der an diese Stellvertretung glaubt, »in Christus« ist, also mit Christus verbunden bleibt. Deshalb ist er eine neue Schöpfung: »Daher, wenn jemand in Christus ist, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden« (2. Korinther 5,17). Ein solcher Mensch hat dann ein neues Herz. Es ist ein Herz, das sich nach Gott sehnt und lernbereit ist; ein Herz, in das Gott etwas »hineinschreibt«, was uns Orientierung in Bezug auf seinen Willen gibt. Und das nimmt dann in unserem Leben zunehmend Gestalt an.

    Nicht alles verändert sich von heute auf morgen. Aber es hat eine grundlegende Veränderung im Herzen stattgefunden: Man möchte Gott gefallen, ihn immer besser kennenlernen und für ihn leben. Das ist eine völlig neue Lebensqualität. Da gerät man nicht mehr außer Atem, sondern schafft auch die steilsten Wege und die längsten Treppen, ohne dass man Atemnot bekommt.


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    5 min
  • Herzensangelegenheit (2)

    Gestern haben wir festgestellt, das wir ein »unheilbares Herz« haben. Auch wenn wir das Richtige wollen, schaffen wir es doch oft nicht, es umzusetzen. Das zeigt die gesamte Menschheitsgeschichte: Gott gibt den ersten beiden Menschen ein Gebot, sonst herrschte vollkommene Freiheit unter perfekten Bedingungen – und sie brechen es. Als die Welt einige Zeit später sehr verdorben ist, macht Gott mit Noah und seiner Familie einen Neustart, aber die falsche Ausrichtung des Herzens bereitet weiter Probleme. Nachdem Gott das Volk Israel durch gewaltige Wunder aus Ägypten geführt hat, lädt er sie ein, ihm zu vertrauen und sein Volk zu sein. Das Volk ist begeistert und möchte alles tun, was Gott gefällt. Aber sie schaffen es nicht und brechen innerhalb kürzester Zeit die Zehn Gebote, die Gott ihnen gegeben hat. Der Grund dafür: ein unheilbares Herz, bei dem keine Behandlung anschlägt.

    Aber Gott hat eine herrliche Lösung: ein neues Herz. Etwas, was man nicht mehr heilen kann, muss ersetzt werden! Dieses neue Herz kommt in Verbindung mit einem neuen Geist, dem Geist Gottes. Und der verändert – wie wir im Tagesvers sehen – unser Denken und Wollen. Plötzlich will ich so leben, wie es Gott gefällt. Es ist kein Zwang von außen mehr, sondern ein inneres Bedürfnis. Im Hebräerbrief heißt es dazu: »Meine Gesetze gebe ich in ihren Sinn [ihr Denken] und werde sie auch auf ihre Herzen schreiben« (Hebräer 8,10).

    Das Ganze hört sich eigentlich unglaublich an. Hätte ich es nicht selbst erlebt und auch bei anderen Menschen beobachtet – ich würde es vielleicht nicht für möglich halten! Bleibt eigentlich nur die Frage: Wie komme ich zu diesem neuen Herz? Wie kann ich einen »OP-Termin« bei Gott bekommen? Das schauen wir uns morgen an ...


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    5 min
  • Herzensangelegenheit (1)

    »Warum können die Menschen nicht einfach in Frieden zusammenleben?«, fragte mich mein Kollege auf der Arbeit. Der Krieg in der Ukraine war gerade losgegangen, und er war fassungslos. Wir unterhielten uns weiter über die Menschheitsgeschichte und stellten fest, dass sie im Wesentlichen eine einzige Aneinanderreihung von Kriegen ist.

    Bei uns ist ja noch heile Welt! Aber auch dieser Schein trügt. Der Krieg hat sich nur verlagert. Jede zweite Ehe zerbricht, und viele, die nicht zerbrechen, gleichen einem Stellungskrieg. Am Arbeitsplatz wird das Ganze »Mobbing« genannt. Und wie geht es Ihnen persönlich mit diesem Thema? Wie ist es um die Beziehungen in Ihrer Familie bestellt? Und in der Großfamilie? Wie innig und liebevoll ist das Verhältnis zu den Nachbarn und Arbeitskollegen? Wir merken: Das betrifft auch uns! Warum ist das so? Warum gibt es überall Konflikte, wenn eigentlich doch jeder in Frieden und Harmonie zusammenleben möchte? Was stimmt mit uns nicht?

    Die Bibel gibt uns im heutigen Tagesvers eine klare Antwort darauf: Das Problem ist unser Herz. Alle bösen Gedanken haben dort ihren Ursprung, und sie haben das Potenzial, zu Taten zu werden. Jeder Mord beginnt mit Hass, jeder Ehebruch mit Gedankenspielereien. Diese Diagnose tut weh. Wir denken vielleicht, das System sei schuld, die Gesellschaft, die Politik, die Erziehung, die ... Aber all diese »Systeme« bestehen letztlich aus Menschen – Menschen, deren Herzen böse Gedanken hervorbringen. Der Prophet Jeremia spricht sogar davon, dass unser Herz »unheilbar« ist (Jeremia 17,9). Wenn unser Herz unheilbar ist, dann gibt es eigentlich nur eine Lösung für unser Problem: Wir brauchen ein neues Herz. Und genau das möchte Gott uns schenken ...


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    5 min
  • Mein Freund, der Baum ...

    Oft passiert es mir auf meiner täglichen Fahrradstrecke durch den Wald zur Arbeitsstelle, dass nach stürmischer Nacht der Weg versperrt ist; heftige Stürme gibt es in Ostfriesland besonders häufig, und die haben schon manchen Baum auf meinen Weg fallen lassen und ihn unpassierbar gemacht. Ohne die mit Motorsägen und schwerem Gerät ausgestatteten Bautrupps wäre so ein Weg auf unabsehbare Zeit versperrt, denn »wo der Baum fällt, da liegt er«.

    Im Jahr 1968 sang die Sängerin mit dem Künstlernamen »Alexandra« ihr selbst komponiertes, tief melancholisches Lied: »Mein Freund, der Baum, ist tot / er fiel im frühen Morgenrot ...«, womit sie sehr schnell sämtliche Hitlisten anführte. Nur ein Jahr später verstarb sie, nur 26 Jahre alt, bei einem tragischen Verkehrsunfall, zusammen mit ihrer Mutter. Ihren Vater hatte sie Anfang desselben Jahres tot in seiner Hamburger Wohnung aufgefunden. Das traurige Schicksal von Doris Treitz, so Alexandras bürgerlicher Name, hat damals die ganze Nation berührt, und vielen wurde sicherlich die unabänderliche und eigentlich schockierende Endgültigkeit des Lebensendes bewusst.

    In Johannes 8,24 zeigt Jesus Christus, warum auf uns alle der Tod wartet: Wir sterben wegen unserer Sünden. Doch er macht gleichzeitig deutlich, dass der Glaube an ihn zum ewigen Leben rettet (Johannes 3,16). Mit einem, der an ihn glaubt, wird dasselbe geschehen, was mit ihm selbst geschah: Er wird vom Tod auferstehen. Welch eine Hoffnung! Welch eine gute Nachricht! Wer sich für Jesus entscheidet, der bleibt nicht einfach liegen, wo er hinfällt. Er wird zu neuem Leben erweckt und ewig die Gemeinschaft dessen erleben, der ihn durch sein Sterben und Auferstehen vom Tod gerettet hat: Jesus.


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    5 min
  • Man kann wählen

    Mancher Kalenderleser mag sich fragen, worin sich die konservative oder altmodische Theologie von der modernen unterscheidet. Sind es nur die Formulierungen oder die unterschiedlichen Betonungen mancher Wahrheiten, oder gibt es da unüberbrückbare Unterschiede, durch die sie sich gegenseitig ausschließen? Das zu entscheiden, möchte ich den Lesern überlassen. Ich will nur auf einige Unterschiede aufmerksam machen.

    Vor rund 500 Jahren versuchten die Reformatoren, den Urzustand der Kirche zur Zeit der Apostel wiederherzustellen. Sie haben uns hinterlassen, was ihre Grundsätze waren. Sie sagten, 1. dass alles von dem Sohn Gottes, von Jesus Christus, abhinge; 2. dass nur die Bibel als das von Gott eingegebene Wort Grundlage aller geistlicher Erkenntnis sei; 3. dass nur der Glaube selig mache und dass keine »guten Werke« unsererseits etwas dazu beitrügen; 4. dass alles einzig der Gnade Gottes zu verdanken und von ihr zu erwarten sei, und 5., dass alles allein der Verherrlichung des dreieinen Gottes dienen dürfe. Die moderne Theologie stellt im Geist der Aufklärung den menschlichen Verstand als oberste Erkenntnisquelle dar. Was unser Verstand an biblischen Aussagen nicht annehmen kann, kann es demnach nicht geben. Es muss umgedeutet oder schlichtweg übergangen werden. So heißt es, dass niemand übers Wasser laufen könne. Darum sei das in Wirklichkeit nicht geschehen. Genauso könne niemand Tote auferwecken. Darum sei auch Christus niemals auferweckt worden, und so fort.

    Wo sollte Theologie im Sinne ihrer wörtlichen Bedeutung (Lehre von Gott) sein? Möglichst nahe bei Gott oder nahe beim Menschen? Dazu kann man sagen: Je näher sie bei Gott ist, desto näher kommt sie auch dem Menschen. Umgekehrt funktioniert das nicht.


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    5 min
  • Die Streichholzbibel

    »Alle strammstehen!«, herrschte der Lagerkommandant die Häftlinge an, die gerade beim trüben Licht einer Glühbirne ihre Mittagssuppe löffelten. »Durchsuchung!« Drei Soldaten kontrollierten die Baracke gründlich und förderten die letzten Schätze der Gefangenen zutage, die sie durch bisherige Kontrollen hatten retten können: ein Foto, ein Stück Seife und einige Zigaretten. Aber der kostbarste Schatz blieb unentdeckt und befand sich auf dem Boden der Suppenschüssel: eine Mini-Bibel.

    Für viele gläubige Soldaten in der UdSSR, denen der Besitz einer Bibel strengstens verboten war, waren diese Mini-Ausgaben der Evangelien der größte Schatz. Sie wurden in den 70er-Jahren im Westen hergestellt und hinter den Eisernen Vorhang geschmuggelt. Sie waren kaum größer als eine Streichholzschachtel, die unzerreißbaren, wasserfesten Seiten aus einem speziellen Material hergestellt, das auch bei minus 40 °C noch biegsam war, aber auch Hitze aushielt. Sie konnten im Schnee, im Suppentopf oder Trinkbecher versteckt werden.

    Warum wurde der Aufwand betrieben, so etwas Ungewöhnliches zu produzieren? Warum gingen Menschen das Risiko ein, diese Mini-Bibel zu besitzen, wo doch bei ihrer Entdeckung Folter, Tod oder Einzelhaft drohte? Die Bibel war immer gefürchtet und bekämpft von totalitären Regimes, die ihre Macht mit niemandem teilen wollten. Aber auch geliebt und unter größten Risiken gelesen von Menschen, die darin Trost, Heil und Leben fanden. In der Bibel muss mehr stecken als ein paar dumme Märchen-Geschichten. Sie ist zu brisant, als dass man sie ungelesen im Regal verstauben lassen sollte. Zu wichtig, als dass man sie ignorieren dürfte. Nutzen wir doch die Freiheit, in der wir leben, und lesen selbst, was dieses alte Buch zu sagen hat!


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    5 min
  • Wunderbar!

    Viele haben sich schon die Frage gestellt, ob man als denkender Mensch an den Schöpfer-Gott der Bibel glauben kann. Und manche kommen zu dem Ergebnis, dass es hier keinerlei Probleme gibt. Glaube und Wissenschaft können einander ergänzen. Die eigentliche Frage ist folglich eine andere, nämlich: Will ich überhaupt an diesen Schöpfer-Gott der Bibel glauben? Oder anders formuliert: Legt es mir nicht zu viele Beschränkungen auf, wenn ich an diesen Gott der Bibel glaube?

    Ein paar Überlegungen dazu: Wenn Gott langweilig, kleinkariert, knausrig und spießig wäre, wie manche behaupten, hätte er unsere Welt dann so gemacht, wie sie ist? Hätte er sich dann majestätische Berge und Wasserfälle, malerische Sonnenuntergänge, Schnee und unsere Sexualität ausgedacht? All das zeigt uns, dass wir einen GOTT DER FREUDE haben. All das hat er sich ausgedacht, um uns zu beschenken! All das genießen wir über die Maßen! Wieso gibt es nicht nur eine Sorte Blumen? Wieso sehen nicht alle Menschen gleich aus? Wieso gibt es Mann und Frau? Wieso greifen alle Öko-Systeme ineinander, ohne sich gegenseitig zu schaden? All diese Wunder zeigen uns etwas von der Genialität, Macht, Intelligenz und Kreativität unseres Schöpfers.

    Endgültig begraben konnte ich mein Spielverderber-Bild von Gott, als ich Menschen kennenlernte, die wirklich mit ihm lebten. Nach wenigen Wochen konnte ich in ihrem Leben sehen, dass sie das hatten, was ich immer gesucht habe: Freude, Sicherheit, Sinn und Hoffnung. Und sie hatten es, weil sie durch Jesus zu Gott gefunden hatten, der uns den Weg zu ihm zurück gebahnt hat. Durch das Leben dieser Menschen wusste ich, dass er die Wahrheit war. Und als ich mich Jesus anvertraute, erlebte ich es selbst.


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    6 min
  • Künstliche Intelligenz – ist sie wirklich lernfähig?

    Mein Handy korrigiert mir automatisch Fehler oder macht mir sogar Vorschläge, um ein Wort oder gar einen Satz zu vollenden. Das ist im Allgemeinen sehr praktisch. Nur das Wort »Gott« existiert im Vokabular dieses Programms offenbar nicht! Dieses muss ich immer selbst vollständig ausschreiben, obwohl ich es recht oft verwende, besonders im Zusammenhang mit Danksagung im Englischen wie »thanks to God«. Dabei wird vom Hersteller behauptet, die eingebaute künstliche Intelligenz sei lernfähig und würde sich dem Nutzer anpassen. Ich frage mich nur: Warum stellt sich mein Handy dumm, wenn es um »Gott« geht? Scheuen sich die Programmierer, in ihren Logarithmen Gott zu berücksichtigen? Leider, so erscheint es mir bei Besuchen in Europa, wird das Wort »Gott« offenbar nicht gerne gehört, und man wird eher belächelt oder gar geächtet, wenn man gottgläubig ist.

    Dabei zeigt uns doch die Natur in aller Deutlichkeit, dass es einen Schöpfergott gibt. Gerade wenn man genau hinschaut und sich die Details ansieht. Meines Erachtens braucht es mehr »Glauben« an den Zufall, um all die mikrobiologischen Zusammenhänge, oft irreduzible komplexe Systeme, die wir heute kennen, zu erklären, als die Existenz eines Schöpfers zu akzeptieren. Ein solches irreduzibles System ist zum Beispiel unser Immunsystem, dem viele besonders in der Corona-Zeit ihr Leben verdankten.

    Zusätzlich haben wir die Bibel, die uns diesen Gott beschreibt. Er beweist seine Liebe zu uns Menschen durch seinen Sohn Jesus Christus mit dessen Leben und Sterben auf dieser Erde. Er möchte, dass alle Menschen gerettet werden, sie brauchen nur an Jesus zu glauben und ihn als ihren Erlöser anzuerkennen.


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    7 min
  • Ulrich von Augsburg und Otto der Große

    Im Jahr 973 mussten zwei Männer ihr Leben lassen, die beide auf ihre Art für den Gang der deutschen Geschichte von großer Bedeutung waren: Otto I. war seit Beginn seiner Regierung dabei, die widerspenstigen Reichsfürsten zu unterwerfen. Ein großer Schritt war es, die Mehrheit dieser Adligen hinter sich zu bringen, als es darum ging, die Einfälle der Ungarn endgültig abzuwehren. Dies gelang ihm 955 durch den Sieg auf dem Lechfeld bei Augsburg.

    Einer seiner tatkräftigsten Helfer war der Bischof Ulrich von Augsburg, der mit dem Brustharnisch unter der Soutane auf den Mauern die Verteidigung der Stadt leitete und dadurch zum Sieg Ottos erheblich beitrug. Ulrich wurde seitdem zu einem der wichtigsten Berater und Helfer des späteren Kaisers. Er nahm teil an dem großartigen Aufstieg Ottos, dem es 962 gelang, sich in Rom zum Kaiser krönen zu lassen und damit das Kaisertum Karls des Großen zu erneuern und diese Würde ins Ostfrankenreich zu ziehen, wo sie bis 1806 blieb.

    Der Einsatz dieser beiden tatkräftigen Männer hatte aber nicht nur entscheidenden Einfluss auf die deutsche Geschichte. Durch ihr Lebenswerk hatten sie zugleich erheblichen Anteil an der Ausbreitung des christlichen Glaubens durch die spätere Mission in Mittel- und Osteuropa. In diesem Gebiet entstanden die Städte Wittenberg und Halle, also spätere Zentren des evangelischen Glaubens. Wir können daraus lernen, dass der Einsatz von zwei beherzten Männern viel bewegen kann, wenn Gott, der eigentliche Herr der Geschichte, das zulässt. Doch muss man weder König noch Bischof sein, um Positives zu bewegen. Jeder, der sein Leben für Gott einsetzt, wird in seiner Umgebung und damit für seine Nachwelt gute Spuren hinterlassen.


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    4 min
  • »Der ist mir zu glatt!«

    Joggen ist für mich zu einer Leidenschaft geworden. Besonders wertvoll ist es, dies in Gemeinschaft mit meinen Nachbarn zu tun. Was ich so schätze: Man kann reden, muss es aber nicht! Es ist nicht komisch, wenn wir auch mal eine Weile schweigen – wir laufen ja eigentlich. Hat jedoch einer etwas »auf dem Herzen«, kann er es während des Laufens loswerden. So ergeben sich immer wieder wertvolle Gespräche: über die Arbeit, Familie, die Kinder, Gott und die Welt – wirklich bereichernd. Aus Nachbarn werden Freunde!

    Bei einem dieser Läufe mit Klaus (Name geändert) redeten wir über einen gemeinsamen Bekannten: Wolfgang (Name geändert). Plötzlich stieß Klaus hervor: »Der ist mir zu glatt!« Klaus hatte kein Interesse, privat Zeit mit Wolfgang zu verbringen. Die Beziehung war einfach oberflächlich, kalt, korrekt, »smalltalkmäßig«. Nie ging es in die Tiefe. Schade! Aber mich freute, dass Klaus an tiefgründigen Beziehungen interessiert ist. Da konnte ich mitgehen!

    Ich frage mich: Wie viele unserer Beziehungen sind eher glatt als tief? Bloß nichts Persönliches preisgeben. Ein aufgesetztes Lächeln und stets ein »Alles gut!« auf den Lippen. So bleibe ich unangreifbar, unnahbar, aber auch glatt und oberflächlich. Eigentlich einsam!

    Und noch etwas: Gott ist ebenfalls nicht an Oberflächlichkeit interessiert. Er will über eine bloße Kirchenbank hinaus. Er will an mein Herz. Das Gute: Er kennt mich sowieso. Ich kann versuchen, ihm etwas vorzumachen. Es wird erfolglos bleiben. Eine Beziehung lebt von Offenheit und Transparenz! Ich kann ehrlich sagen, was mich beschäftigt. Nicht auswendig gelernt, nicht in einer besonderen Tonlage, ohne Fachbegriffe, sondern einfach von Herzen – eben nicht glatt!


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    6 min

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»LEBEN IST MEHR« ist ein Lesebuch, das Impulse und Gedankenanstöße gibt. Es lädt ein zum Nachdenken – über Gott und die Welt, das Woher, Wohin und Wozu – und nicht zuletzt über uns selbst, und das…

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