Leben ist mehr

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Leben ist mehr episodes

  • Existenzwechsel

    Abraham, der hier noch Abram heißt, hatte sicher ein gutes Leben in seiner Heimatstadt Ur am Euphrat; er wird wenig Veränderungsdruck verspürt haben. Da trifft ihn urplötzlich die Aufforderung Gottes, seine Heimat und Familie zu verlassen und in ein fernes, unbekanntes Land zu ziehen. Warum sollte er dieser Aufforderung nachkommen?

    Dieser Ruf steht nicht allein. Gott verbindet damit eine unglaubliche Zusage (1. Mose 12,2-3): »Denn ich will dich zu einem großen Volk machen und will dich segnen und deinen Namen groß machen, und du sollst ein Segen sein. Ich will die segnen, die dich segnen, und wer dich verflucht, den will ich verfluchen; und in dir sollen alle Geschlechter der Erde gesegnet werden.« Nun war es an Abram, sich zu entscheiden: Soll ich wirklich mein Leben auf diese Karte setzen? Ist Gottes Zusage verlässlich? Ist seine Aufforderung vielleicht metaphorisch zu verstehen – nach dem Motto: Bleib, wo du bist, aber distanziere dich innerlich von deinem sozialen Umfeld?

    Abrams Reaktion war, Gott beim Wort zu nehmen. Tatsächlich verließ er sein altes Leben buchstäblich und wechselte in eine neue Existenz! Von nun an ging er seinen Weg gemeinsam mit Gott. Er kannte das Land noch nicht, in dem er ankommen würde; aber er vertraute Gott, dass dieser sein Versprechen halten würde. Dieses Vertrauen wurde nicht enttäuscht.

    Heute bietet uns Jesus Christus auch etwas Unglaubliches an: ewiges Leben und eine lebendige Beziehung zu Gott. Dieses Angebot ist allerdings daran gebunden, dass auch wir unsere Existenz wechseln: weg von unserer scheinbaren Unabhängigkeit hin zur Abhängigkeit der Nachfolge Jesu. Wenn wir das unmissverständlich tun, finden wir endlich Ruhe für unsere Seele!

    Markus Majonica

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    4 min
  • Leben in der Spannung

    »Starlink-Satelliten fallen vom Himmel« heißt die Überschrift zu einem Artikel. Diese Satelliten haben in etwa 200 km Höhe ihre Umlaufbahn. In dieser Höhe kann es Gasschwaden geben, die Reibungen am Satelliten erzeugen, wodurch sich seine Geschwindigkeit verringert. In der Folge reicht sie nicht mehr aus, um gegen die Erdanziehungskraft anzukommen. Der Satellit stürzt ab. In größerer Höhe gibt es diese Reibung nicht. Die Spannung und Ausgewogenheit zwischen Fliehkraft und Erdanziehungskraft hält dort den Satelliten dauerhaft in seiner Umlaufbahn.

    Gott hat die Welt so geschaffen, dass auch unser Leben und Zusammenleben in Spannungsfeldern verschiedener Kräfte verläuft. Ein Beispiel: Durch die Jahrhunderte hindurch haben Menschen immer wieder Neues entdeckt oder erfunden. Manche nehmen das freudig auf, andere betrachten es mit Skepsis. Das erzeugt Spannungen zwischen denen, die Neues wagen, und solchen, die Vertrautes bevorzugen. Nicht jeder hat den Mut, das Neue zu begrüßen. Doch irgendwann benutzen wir alle wie selbstverständlich Dinge, die irgendwann neu waren.

    Auch in uns selbst spüren wir Spannungen. Z. B. möchten wir für andere da sein, müssen aber, wegen unserer eigenen Grenzen, andere auch mal enttäuschen. Es ist wichtig, in ein Beziehungsgefüge eingebunden zu sein, aber auch nötig, sich abzugrenzen und eigenständig zu sein. Mal ist das eine oder das andere wichtig. Das ist nicht immer einfach. Dennoch sollten wir die Spannung positiv sehen und als etwas Nötiges begreifen. Sie sorgt für Ausgewogenheit, verhindert Einseitigkeit und falsche Abhängigkeit. In dieser Spannung dürfen wir Gott suchen, der uns hilft, unseren Weg zu finden.

    Manfred Herbst

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    6 min
  • Der Schöpfer kennt jedes seiner Geschöpfe

    Gott hatte von Anfang unseres Erdenlaufs an alles fest in der Hand. Bereits bei der Mischung der Erbanlagen von Vater und Mutter, beim sogenannten »Crossing over« hat er alles nach seinem Willen gelenkt. Als es dann zur Vereinigung von Samen- und Eizelle kam, hat er wieder genau für die Mischung gesorgt, die er dem werdenden Menschen zugedacht hatte. So begannen wir als ein Wesen, so klein, wie ein i-Punkt in diesem Buch; aber mit allen nötigen Voraussetzungen ausgestattet, die sich nur noch zu entfalten brauchten. Neun Monate lang wuchsen wir dann als völlig hilf- und kraftlose Wesen an dem normalerweise sichersten Ort, dem Mutterleib, heran, wo wir nicht nur weitgehend vor allen Einflüssen der Außenwelt, sondern auch noch von liebender und hoffnungsvoller Fürsorge beschützt wurden.

    Ich weiß, dass jetzt viele sagen werden, das sei ein viel zu idealistisches Bild angesichts der tausendfachen Schwierigkeiten, mit denen Eltern und Babys oft zu kämpfen haben. Doch was würde es bedeuten, wenn wir zu dem Schluss kommen müssten, Gott habe entweder kein Interesse mehr an uns oder sei von Anfang an nicht Herr der Lage gewesen? Ich glaube beides nicht, und auch nicht, dass Gott die augenblickliche Bevölkerungsexplosion über den Kopf gewachsen ist. Vielmehr weiß ich, dass Gott die Folgen eigener und fremder Sünden und aller Auflehnung gegen seine heilsamen Gebote zulässt, um uns zur Umkehr zu bringen.

    Schon seit dem Sündenfall der ersten Menschen ist diese Erde nicht unsere eigentliche Heimat, sondern ein Ort der Prüfung, der Selbsterkenntnis und der Umkehr zu Gott. Unsere tatsächliche Heimat ist der Himmel; sie ist dort, wo Gott wohnt und denen ein ewiges Zuhause bereitet hat, die zu ihm umkehren.

    Hermann Grabe

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    6 min
  • Tim Joel

    Wieder einmal schaute eine Spaziergängerin in meinen Kinderwagen und freute sich an unserem strahlenden Sohn, den kleinen Tim Joel. Diesmal war es die »Frau mit den lila Haaren«, wie ich sie heimlich nenne. Neugierig fragte sie mich nach dem Namen des Kindes, und ich erklärte ihr: »Er heißt Tim Joel. Der Name ›Joel‹ bedeutet übrigens: der Herr ist Gott. Und das glaube ich auch.« Daraufhin entgegnete die Frau: »Schade, dass es den Namen ›Natur‹ nicht gibt. Ich würde meine Tochter ›Natur‹ nennen, weil die Natur es gut gemacht hat. Ich glaube an keinen Gott, ich bin Atheistin.« Verwundert schaute ich sie an und erwiderte, dass ich das, was sie »Natur« nennt, als »Schöpfung« bezeichne.

    An der Schöpfung erkenne ich, dass es einen Schöpfer geben muss. Jedes Mal, wenn ich beispielsweise unser Baby anschaue, wird mir bewusst, dass es jemand Größeren geben muss. Eine Person, die einen wundervollen Plan und unglaubliche Schöpfermacht hat. Schon das Duplo-Haus meines Sohnes zeigt mir, dass hier nicht der Zufall, sondern bewusste Planung am Werk war. Ebenso lässt mich die wunderbare Schöpfung auf einen Schöpfer schließen.

    Die Frau und ich, wir verabschiedeten uns voneinander und gingen mit unterschiedlichen Vorstellungen auseinander. Sie glaubt weiterhin, dass nach dem Tod alles aus ist und lebt ohne Hoffnung. Und das, obwohl sie eine lebensgefährliche Lungenkrankheit hat, die sie jeden Moment das Leben kosten kann. Doch ich darf eine große Hoffnung haben. Eine Hoffnung, die sich auf Gottes Wort, die Bibel, gründet: dass ein liebevoller Gott die Erde, mich selbst und auch meinen kleinen Sohn geschaffen hat, und dass er uns nach dem Tod ewiges Leben mit ihm zusammen schenken möchte.

    Dina Seel

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    4 min
  • Fenster ins Markusevangelium (14)

    Zu Beginn des Jahres 2023 konnte man es nach Corona wieder ins Auge fassen, ein öffentliches Konzert zu besuchen. So hatte ich für meine Frau und mich Karten für ein Neujahrskonzert besorgt, das am 1. Januar an vielen Orten – nicht nur in Deutschland – auf dem Programm zahlreicher Orchester steht. Dankbar erlebten wir einen kurzweiligen Abend mit einer ganzen Reihe von beeindruckenden Darbietungen, die durchweg einen ansprechenden Hörgenuss boten. Auffallend war, dass die gespielten Kompositionen häufig auf einen Höhepunkt zuliefen, der aus besonders kräftigen Schlussakkorden bestand.

    Solche kräftigen Schlussakkorde gab es auch, als Jesus sich von seinen Jüngern verabschiedete und ihnen letzte Anweisungen für ihr Leben hier auf der Erde gab: In die ganze Welt sollten sie hinausgehen und der ganzen Schöpfung die frohe Botschaft vom Heil verkünden, das durch den Glauben an ihn zu erlangen war. Dabei ging es aber nicht nur um das Anhören hoffnungsvoller und wohlmeinender Worte, die wie Musik in den Ohren klingen, sondern auch um ein Prinzip, durch das Wirklichkeit werden kann, was gepredigt wurde.

    Dieses Prinzip gibt unser Tagesvers wieder. Die verkündete Botschaft sollte sich seitens der Hörer mit persönlichem Glauben verbinden, und die Tatsache, dass das wirklich geschehen ist, sollte mit einer besonderen Handlung bezeugt werden, die den ganzen Menschen betrifft: das Untertauchen der an Jesus gläubig gewordenen Person in Wasser bei der Taufe. Diese versinnbildlicht das Sterben und Untergehen des alten Lebens und dann auch – wenn der Täufling aus dem Wasser wieder auftaucht – das Auferstehen zu einem neuen Leben, das sich fortan auf Jesus gründet und sich in den Dienst seiner Mission stellt.

    Joachim Pletsch

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    4 min
  • Fenster ins Markusevangelium (13)

    Als Singularität bezeichnet man u. a. einen »Punkt«, ab dem sich die Bedingungen für alles weitere, was folgt, verändern. In der Astrophysik beispielsweise geht man von einer Singularität aus, von der an sich durch den »Urknall« das Universum und unsere heute erlebte Welt entwickelt haben. Ob das nun tatsächlich so war, ist seit dem Aufkommen dieser Idee jedoch umstritten.

    Als eine Singularität, als ein einzelnes, für alles weitere entscheidendes Ereignis könnte man die Auferweckung Jesu bezeichnen. In der Form, wie sie geschah, ist sie einmalig in der Geschichte der Menschheit. Und sie hat weitreichende Folgen. Durch sie entstand etwas, das nicht mehr zeitlich und räumlich begrenzt ist, wie alles sonst auf dieser Erde. Sie hat Leben in ganz neuer Qualität für alle gebracht, die an Jesus glauben; Leben, das in alle Ewigkeit bestehen bleibt. Bevor Jesus starb, wies er bereits darauf hin: »Weil ich lebe, werdet auch ihr leben«, sagte er seinen Jüngern (Johannes 14,19). Durch Glauben würden sie unzerreißbar mit ihrem Herrn verbunden bleiben. Und als er starb und zu neuem Leben auferstand, beinhaltete dies die Zukunft aller, die an ihn glauben, nämlich, dass sie ebenso zu neuem Leben auferstehen werden, auch wenn sie gestorben sind.

    Das ist die Grundlage für eine völlig neue Welt, die jetzt schon vorbereitet wird und zu der man jetzt schon gehört, wenn man in die Nachfolge Jesu eintritt. Denn es geht nicht nur um einen neuen Körper, sondern um einen ganz neuen Menschen. Und der wird schon dann zum Leben erweckt, wenn man sich hier und jetzt Jesus übergibt. Nicht das Grab ist dann der letzte Bestimmungsort, sondern der Himmel und Gottes neue Welt, wo es keinen Tod mehr geben wird.

    Joachim Pletsch

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    5 min
  • Fenster ins Markusevangelium (12)

    Was bedeutet es, verlassen zu werden? Um das Ausmaß eines solchen Geschehens zu begreifen, muss man berücksichtigen, wie fest und tiefgehend die Beziehung zu dem Gegenüber war. Wenn in einer Ehe ein Partner den anderen verlässt, obwohl dieser ihn noch liebt, dann bedeutet das für den, der verlassen wird, unvorstellbaren Schmerz. Es ist, als würde einem das Herz aus dem Leib gerissen. Und das wird umso mehr empfunden, je weniger man begreift, warum das eigentlich geschieht.

    Als Jesus am Kreuz hing und qualvoll litt, musste er genau dies in einem Ausmaß erfahren, das für uns kaum zu erahnen ist. In dem alten Lied »O Haupt, voll Blut und Wunden« umschreibt der Dichter es so: »Stets hast du ihm [Gott] gefallen – / warum dann dies Gericht? –, / warst heilig, rein in allem / und kanntest Sünde nicht!« Gott jedoch musste sich von seinem Sohn abwenden, obwohl dieser ihm allezeit treu gewesen war. So wird dessen Aufschrei am Kreuz verständlich. Der Dichter beschreibt auch den Grund für diese Gottverlassenheit: »Du musstest es empfinden, / wie Gottes Zorn so schwer/ für uns und unsre Sünde, / so viel wie Sand am Meer.«

    Das Gericht Gottes ist um unserer Sünde willen am Sohn Gottes vollzogen worden. Er wurde für uns zur Sünde gemacht, damit wir Gottes Gerechtigkeit würden in ihm (vgl. 2. Korinther 5,21). Er musste – als Gottes geliebter Sohn – die Gottverlassenheit erfahren, die wir Menschen oft leichtfertig als unbedeutend abtun, weil uns das Bewusstsein für unsere Sünden und ihre dramatischen Folgen fehlt. Diese müssen wir aber in alle Ewigkeit bitter erfahren, wenn wir nicht dankbar für uns in Anspruch nehmen, was Jesus am Kreuz für uns erduldete. Er stand dort für unsere Schuld gerade, damit wir frei davon werden können.

    Joachim Pletsch

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    6 min
  • Fenster ins Markusevangelium (11)

    Was geht in einem Menschen vor, der den Tod vor Augen hat? Normalerweise ist die spontane Reaktion darauf, sich dagegen aufzubäumen, mitten aus dem Leben gerissen zu werden. Verzweifelt sucht man nach einem Ausweg und ist vielleicht sogar bereit, jeden nur möglichen Deal dafür einzugehen. Wir hängen am Leben. Alles in uns ist darauf programmiert, am Leben zu bleiben. Aber wenn der Tod unausweichlich ist – was dann?

    Der Ausspruch von Jesus im Tagesvers geschah in einer Situation, wo es noch einen Ausweg gegeben hätte, statt einen schrecklichen Tod am Kreuz zu erdulden. Seine Jünger waren bereit, für ihn zu kämpfen; ein Rückzug in ein sicheres Versteck wäre möglich gewesen; ja, sogar Engel standen zur Verfügung, um das drohende »Unheil« abzuwenden. Doch keine dieser Möglichkeiten kam für Jesus in Betracht. Wenn er den Plan Gottes zur Befreiung und Rettung von uns Menschen aus unserer Verlorenheit und Gottesferne weiterhin erfüllen wollte, war sein Tod am Kreuz unausweichlich. Denn dieser war nötig, damit unsere Sünden gesühnt und vergeben werden konnten. Damit nicht wir selbst im Gericht Gottes vergehen müssten, weshalb der Sohn Gottes es auf sich nahm. Dass ihm dies in dieser Stunde so schwer wurde, macht deutlich, wie sehr er auch Mensch war.

    Und so betete Jesus in der Stunde seiner größten Betrübnis um unseretwillen: »Vater, alles ist dir möglich ... Doch nicht was ich will, sondern was du willst« (Vers 36). Während die, für die er zu sterben bereit war, übermüdet eingeschlafen waren, gewann Jesus in dem Entschluss, den Willen Gottes zu erfüllen, die Kraft, sich dem zu stellen, was ihm zu unserem Heil und Leben von Gott bestimmt war: Verhaftung, Verurteilung und Tod.

    Joachim Pletsch

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    5 min
  • Prioritäten setzen

    Unter Christen war es durch die Kirchengeschichte hindurch immer eine ausgemachte Sache, dass es nicht richtig ist, zu viel zu besitzen, wenn andere Menschen zu wenig haben. Deshalb gehörte für die Kirche die Armenfürsorge zum ganz normalen christlichen Leben dazu. Ab dem 19. Jahrhundert wurde jedoch unser Staat mehr und mehr zu einem »Sozialstaat« umgebaut und übernahm somit immer mehr die Fürsorge für die Armen. Wer heute in Deutschland in Not gerät, für den gibt es ein riesiges Angebot an staatlichen Unterstützungsmöglichkeiten. Dies könnte dazu führen, dass man die Praxisrelevanz des obigen Tagesverses infrage stellt, denn welche Verantwortung hat der einzelne Bürger noch, wenn die Bedürftigen in Deutschland Anspruch auf staatliche Unterstützung haben?

    Hierzu kann man sich in Erinnerung rufen, dass nach wie vor unfassbar große Not in vielen Ländern zu finden ist. So weist z. B. Unicef darauf hin, dass immer noch ca. 14 000 Kinder weltweit pro Tag sterben, weil für sie nicht ausreichend Nahrung oder medikamentöse Versorgung vorhanden ist. Im weltweiten Kontext sind wir also noch meilenweit davon entfernt, Recht und Gerechtigkeit für jeden Menschen gewährleisten zu können.

    Johannes der Täufer, von dem der Ausspruch unseres Tagesverses stammt, lebte in der Wüste und verzichtete somit auf jeglichen Komfort. Solch eine freiwillige Armut zu Gunsten anderer auf sich zu nehmen, dafür gibt es in der Bibel keine allgemeingültige Anweisung. Aber sie fordert uns heraus, statt Besitzvermehrung und Konsum dem Schöpfer des Lebens den ersten Platz in unserem Leben einzuräumen. Und wer die Prioritäten so anordnet, dem fällt es auch leichter, seinen Überfluss mit den Armen in der Welt zu teilen.

    Stefan Nietzke

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    5 min
  • Auf dem Sterbebett

    Was bereuen Menschen auf dem Sterbebett? Haben Sie sich diese Frage auch schon einmal gestellt? Wenn man z. B. mit Mitarbeitern aus dem Hospiz redet, die Sterbende begleiten, bekommt man immer wieder die gleichen Antworten. Und natürlich beinhalten alle das Wörtchen »hätte«! Vielfach hätte man mehr Zeit mit der Familie verbringen sollen, besonders mit den Kindern, als sie noch klein waren. »Ich hätte mehr Menschen sagen sollen, wie sehr ich sie liebe«, bedauern andere. Intakte Beziehungen, Versöhnung, Freundschaften – die mangelnde Investition tut vielen im Nachhinein leid. Man hätte auch mehr sein eigenes Leben leben und nicht so sehr die Erwartung anderer erfüllen sollen. Niemand bereut, nicht noch etwas mehr Zeit mit Netflix oder bei TikTok und Instagram verbracht zu haben. Oder im Büro. Niemand bereut verpasste Likes im Internet. Status, Geld, Macht – all das spielt keine Rolle mehr.

    Wenn wir auf dem Sterbebett so viele Dinge anders machen würden: Warum fangen wir dann nicht heute schon damit an? Wieso verbringen wir unsere Lebenszeit mit so vielen Dingen, die wir später bereuen? Gott, der Erfinder und Schöpfer des Lebens, fordert uns dazu im heutigen Tagesvers heraus. Viel von dem, was wir auf dem Sterbebett bedauern, hat er uns in seinem Wort längst mit auf den Weg gegeben. Familie, Freundschaften, Beziehungen, Selbstwert, Lebensqualität. All das sind Dinge, die auch dem allmächtigen Gott wichtig sind und für deren Gelingen er Anweisungen gibt.

    Vertrauen Sie ihm, dass er es gut mit Ihnen meint? Eine gereinigte und geklärte Beziehung zu Gott ist der Schlüssel für ein Leben, das sich wirklich lohnt! Übrigens: Dann ist das Sterbebett ein Ort des Ankommens bei ihm.

    Thomas Bühne

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    5 min

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»LEBEN IST MEHR« ist ein Lesebuch, das Impulse und Gedankenanstöße gibt. Es lädt ein zum Nachdenken – über Gott und die Welt, das Woher, Wohin und Wozu – und nicht zuletzt über uns selbst, und das…

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