Leben ist mehr

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Leben ist mehr episodes

  • Grober Undank

    Über Geschenke freut sich eigentlich jeder. Es ist eine wunderbare Geste. Man bekommt etwas, worauf man eigentlich keinen Anspruch hat – ganz unverdient und ohne Gegenleistung. Der Schenkende gibt etwas von sich ab. Das kann eine Kleinigkeit sein, aber auch etwas sehr Wertvolles. Schon als kleiner Junge habe ich gelernt, mich bei dem Schenkenden zu bedanken (»Kind, was sagt man? Danke!«). Doch wie reagiert man, wenn der Beschenkte sich so gar nicht rührt? Oder wenn er, statt dankbar zu sein, dem Schenkenden gar mit bösen Absichten gegenübertritt?

    Das Bürgerliche Gesetzbuch hat eine Lösung: Eine Schenkung kann widerrufen werden, wenn sich der Beschenkte durch eine schwere Verfehlung gegen den Schenker oder einen nahen Angehörigen des Schenkers groben Undanks schuldig macht (§ 530 Abs. 1 BGB). Als grober Undank wird z. B. verstanden, wenn der Beschenkte den Schenker schwer beleidigt, ihn bedroht, körperlich misshandelt oder gar tötet.

    Nun beschreibt der Tagesvers genau diesen Sachverhalt. Darin ist von Jesus Christus, dem Sohn Gottes die Rede. Er wird darin sogar wörtlich der »Urheber« allen Lebens genannt. Man könnte sagen, er ist der Schenker allen Lebens. Das Mindeste, was dieser Jesus also von jedem Menschen erwarten kann, ist Dankbarkeit. Allerdings erwartete den Sohn Gottes nach seiner Menschwerdung alles andere als Dank, stattdessen Bedrohung, schwere Beleidigung, körperliche Misshandlung und sogar Mord. Auch den Menschen unserer Zeit ist Jesus bestenfalls gleichgültig. Obwohl jeder ihm seine ganze Existenz verdankt, danken ihm die wenigsten. Was für ein grober Undank! Was wäre, wenn Gott deshalb das Geschenk des Lebens von jetzt auf gleich widerriefe?

    Markus Majonica

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    5 min
  • Kraftquelle

    Als wir eines Tages nach einer Reise nach Hause kamen, stellten meine Frau und ich fest, dass kein Strom in der Wohnung war. Obwohl wir an die städtische Stromversorgung angeschlossen sind, gab es kein Licht. Der erste Blick fiel auf den Stromverteilerkasten, und tatsächlich: Die Hauptsicherung war rausgeflogen. Der zweite Blick galt dem Gefrierschrank. Wie stand es mit all den Speisen, die wir auf Vorrat gekocht und eingefroren hatten? Leider mussten wir feststellen, dass alles verdorben war.

    Die Kraftquelle der städtischen Versorgung war zwar voll da, aber der Strom floss nicht zu den Geräten, weil der Hauptschalter nicht an war. Durch einen kleinen Griff am Schalter setzten wir die elektrische Energie wieder in Gang, ohne große Kraftanstrengung.

    Diese Begebenheit illustriert, wie notwendig eine funktionierende geistliche Kraftquelle für unser Leben ist. Ist die Verbindung zum Stromnetz nicht (mehr) vorhanden, kann man sich mit Taschenlampen, Akkus, Kerzen und Spirituskocher noch einige Zeit über Wasser halten, aber eben nicht ein Leben lang. Vergleichbar ist es mit der Lebenskraft: Mit unserer eigenen Energie können wir vielleicht eine Zeit lang durchhalten. Aber wenn die eigenen Batterien leer sind, wird der Mangel offenkundig.

    Für ein erfülltes, kraftvolles Leben benötigen wir den Anschluss an eine Energiequelle außerhalb von uns selbst. Diese Quelle ist vorhanden, sie findet sich in Gott. Doch für den Energiefluss ist mehr erforderlich als ein kurzer Griff in den Sicherungskasten: Eine lebendige Beziehung zu Gott muss erst hergestellt werden. Das funktioniert aber nur über die Schnittstelle Jesus Christus. Diese himmlische Kraftquelle für sich in Anspruch zu nehmen, liegt an jedem Einzelnen.

    Sebastian Weißbacher

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    4 min
  • Jesus ähnlicher werden

    Bestimmte Tiere haben die Fähigkeit der Tarnung, indem sie sich farblich der Umgebung anpassen. Der bekannteste Vertreter dieser Tarnungskünstler ist das Chamäleon. Es verändert nicht nur seine Farbe, sondern lässt auf seinen Schuppen Muster erscheinen, die der Umgebung entsprechen. Im Wasser ist der Tintenfisch ihm ebenbürtig: Neben dem Farbwechsel kann er seine Form ändern (rund werden oder sich flach ausstrecken). Ganz ähnlich macht es die Scholle – könnte man diesen Plattfisch auf ein Schachbrett legen, dann würde er tatsächlich das Aussehen dieses Bretts annehmen.

    Anpassung ist für viele Tiere eine geschickte Überlebensstrategie. Genauso steht jeder Mensch in der Herausforderung, ob er sich an seine Umgebung anpassen will oder nicht. Manchmal braucht es Mut, sich von der Umgebung abzuheben, wenn z. B. das gesamte Kollegium sich hämisch über eine Person in der Firma äußert.

    Um einen Wiedererkennungseffekt ganz anderer Art geht es im heutigen Tagesvers: Christen sollen Jesus immer ähnlicher werden und seine Eigenschaften widerspiegeln – aber nicht im Sinne einer Tarnung durch Anpassung, sondern echter und bleibender Identifikation. Weil er geduldig war, kann auch ich geduldig sein. Weil er seine Feinde liebte, kann auch ich das tun. Weil er am Kreuz für meine Sünden starb und mir vergab, kann ich anderen vergeben. Das meint nicht, mittels disziplinierter Anstrengung ein »Vorzeigechrist« zu werden, sondern wie ein kleiner Spiegel ein großes Licht in eine andere Richtung lenkt, Jesu Eigenschaften vor anderen Menschen erkennbar werden zu lassen.

    Es ist nicht immer gut, sich seiner Umgebung anzupassen. Aber weil Jesus ausschließlich gut ist, ist es auch immer gut, ihm ähnlicher zu werden.

    Stefan Taube

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    5 min
  • Was ist die Ursache großer Ratlosigkeit?

    Regierungen stehen vor massiven Problemen. Weise Entscheidungen sind Mangelware. Eine wesentliche Ursache dafür ist die zunehmende Gottlosigkeit. Wer Gott loswerden will, wird ihn nicht um Weisheit bitten. Der weise Salomo schreibt im Buch der Sprüche, dass die Furcht des HERRN der Anfang und die Quelle der Weisheit ist (1,7; 9,10; 15,33). Wenn wir Gott missachten, brauchen wir uns nicht zu wundern, dass die Ratlosigkeit zunimmt.

    Dazu gibt es ein nachdenkenswertes Wortspiel – vermutlich von dem französischen Dichter Antoine de Saint-Exupéry: »Wenn Menschen gottlos werden, dann sind Regierungen ratlos, Lügen grenzenlos, Schulden zahllos, Besprechungen ergebnislos, dann ist Aufklärung hirnlos, sind Politiker charakterlos, Christen gebetslos, Kirchen kraftlos, Völker friedlos, Sitten zügellos, Mode schamlos, Verbrechen maßlos, Konferenzen endlos, Aussichten trostlos.«

    Gott sei Dank haben wir im deutschen Grundgesetz und in sieben Landesverfassungen noch einen Gottesbezug. So heißt es bis heute z. B. in Artikel 7 der LV von NRW: »Ehrfurcht vor Gott, Achtung vor der Würde des Menschen und Bereitschaft zum sozialen Handeln zu wecken, ist vornehmstes Ziel der Erziehung.« Die Gottesfurcht steht an erster Stelle. Das macht die NRW-Verfassung auch grammatikalisch deutlich: Es geht um mehrere Ziele, und doch wird es von den Vätern der Verfassung so formuliert, als sei es nur eins: Es »ist das vornehmste Ziel«. Das heißt, wenn die Gottesfurcht wegbricht, bricht alles zusammen. Dann wird die Menschenwürde missachtet, das Leben nicht mehr geschützt und die soziale Ungerechtigkeit immer größer.

    Deshalb tun wir gut daran, Gott und sein Wort ernst zu nehmen und in Achtung und Ehrfurcht vor IHM zu leben.

    Hartmut Jaeger

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    5 min
  • Fenster ins Markusevangelium (10)

    Irgendwo Mitglied zu werden, ist in den meisten Fällen ziemlich einfach, ob es nun um eine politische Partei geht, eine Gewerkschaft oder einfach um den Obst- und Gartenbauverein. Man muss nur einen Antrag stellen und braucht in der Regel keine besonderen Qualifikationsnachweise, um dann aufgenommen zu werden. Fast jede Organisation ist daran interessiert, mehr Mitglieder zu bekommen, weil man sich davon mehr Einnahmen, mehr Rückhalt und z. T. auch ehrenamtliche Mitarbeit verspricht. All das trägt letztlich nämlich dazu bei, dass man seine gesellschaftliche Relevanz erhöht und vielleicht auch mehr Einfluss gewinnt. Manchmal sind es aber auch einfach Geselligkeit und Austausch zwischen Menschen, mit denen man sich »bereichern« möchte.

    Zur Zeit Jesu waren im Volk Israel viele daran interessiert, ins Reich Gottes zu kommen. Damit verband man die Erwartung, dass sich Gottes Herrschaft endgültig in dem Land durchsetzt, das Gott den Juden versprochen hatte. Dann würde endlich Frieden sein, so hoffte man, und dann könnte man endlich ungestört und ohne Gefahr den Segen genießen, den Gott seinem Volk versprochen hatte.

    Als dann aber Jesus verkündete, dass man dazu von seinen Sünden umkehren und an den Retter glauben musste, den Gott zu seinem Volk gesandt hatte, wurde deutlich, dass es viel schwerer war als gedacht, denn viele erfüllten gar nicht diese Voraussetzung und waren auch gar nicht dazu bereit. Mit der Aussage im Tagesvers bezog sich Jesus auf solche, die sich auf ihren Reichtum verließen, doch der zählt bei Gott nicht, sondern einzig und allein, ob man Gott selbst über alles in seinem Leben stellt und ihn liebt und ehrt (vgl. Markus 12,28-34). Erst dann erweist man sich als würdig.

    Joachim Pletsch

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    7 min
  • Wenn das Alter unerträglich scheint

    Ein aggressiver Hirntumor plagt den älteren Mann schon viele leidvolle Wochen. Die Aussichten auf Heilung sind düster. Die Krankheit schreitet weiter fort. Aber niemals will er ein hilfloser Pflegefall werden. Zur Not liegt ja noch seine Pistole einsatzbereit in einer Schublade. – Eine alte alleinstehende Dame klagt über die täglichen Gelenkschmerzen. Sie kann kaum noch ihre Wohnung verlassen. Im Haushalt bleibt vieles liegen, sie schafft es einfach nicht mehr. Aber einen Umzug ins Altenheim will sie unbedingt verhindern. Zur Not hat sie genügend Schlaftabletten zu Hause.

    Den Statistiken lässt sich entnehmen, dass die Anzahl der Selbsttötungen mit steigendem Alter zunimmt. Was aber treibt diese Menschen zu einem solchen Schritt? Ist es die Verzweiflung angesichts ihrer immer schlechter werdenden Gesundheitslage? Vielleicht auch ein Gefühl grenzenloser Einsamkeit, wenn Angehörige und Nachbarn wegfallen oder die Frage nach dem Sinn eines betagten Daseins, wenn ein Tag dem anderen gleicht – mit gähnender Eintönigkeit. Mancher mag auch vor den rasanten Veränderungen in Technik und Gesellschaft kapitulieren. Einem Menschen, der sich im Schockzustand nach einem Erdbeben das Leben nehmen wollte, rief der Missionar Paulus einst zu: »Tu dir nichts an!« Wenig später bekehrte sich dieser Mann zu Jesus Christus und bekam eine ganz neue Lebensausrichtung.

    Es gibt ganz sicher viele Umstände, die dem Betroffenen das Weiterleben unerträglich erscheinen lassen. Doch wenn man sich gerade in einer solchen Krise Gott bewusst zuwendet, kann er auch einem äußerst verzweifelten Menschen eine gute Perspektive geben. Denn er schenkt dem, der ihm vertraut, ein Leben, das Krankheit, Schmerz und Leid überlebt und in die Ewigkeit hineinreicht.

    Arndt Plock

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    5 min
  • Fenster ins Markusevangelium (9)

    Bei meinem Rentenantrag im vergangenen Jahr ging es u. a. auch um die Feststellung meiner Identität. Es musste sichergestellt sein, dass die eingereichten Formulare im Zusammenhang mit der richtigen Person stehen. Dazu reicht eine beglaubigte Kopie der Geburtsurkunde oder auch der Personalausweis aus, entweder online oder auch per behördlich bestätigter Kopie. Dahinter steht natürlich die Pflicht des Rentenversicherungsträgers sicherzustellen, dass später auch tatsächlich die Person die Rente erhält, die dazu berechtigt ist. Identitätsfeststellungen gibt es auch im Bank- und Versicherungswesen oder auch im Zusammenhang mit der Meldepflicht.

    Auch in Bezug auf die Person Jesu war eine Identitätsfeststellung wichtig. Mit welchem Recht konnte er beispielsweise verlangen, dass seine Jünger ihren beruflichen Broterwerb aufgaben und mit ihm durchs Land reisten? War sein Anspruch, der verheißene Messias Israels und Retter der Menschen zu sein, berechtigt? Wenn sich Menschen auf Gedeih und Verderb auf ihn verließen, dann hing letztlich alles davon ab, ob seine Identität tatsächlich mit dem übereinstimmte, was er vorgab zu sein.

    Mit der Frage im Tagesvers gab Jesus seinen Jüngern deshalb die Gelegenheit, zu seiner Identität Stellung zu nehmen. Der Nachweis seinerseits war längst geschehen, und sie hatten das hautnah miterlebt. Verheißungen erfüllten sich, sogar von Gott selbst war seine Identität als Sohn Gottes bestätigt worden. Aber es ging nicht nur darum, dass von seiner Seite her alles klar war; es war auch von höchster Bedeutung, dass ihm geglaubt wurde. Nur dann nämlich konnte man auch von seiner Identität profitieren und mit hineingenommen werden in die Erlösung, die durch ihn geschah. Und das ist bis heute so.

    Joachim Pletsch

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    5 min
  • Fenster ins Markusevangelium (8)

    Gehörlosigkeit ist – wenn keine gegenläufigen Maßnahmen getroffen werden können – ein schweres Schicksal. Ein normaler Spracherwerb kann nicht stattfinden und begrenzt die Kommunikationsfähigkeit des Betreffenden erheblich. Er wird als unfähig sich mitzuteilen wahrgenommen und ist gesellschaftlich isoliert. Die spontane Reaktion ist, ihn zu übergehen, um keine Mühe mit ihm zu haben. Heute gibt es dank Gebärdensprache und besonderer Ausbildung die Möglichkeit, Gehörlosen ein weitgehend normales Leben unter weniger schweren Bedingungen zu ermöglichen. Die eigentliche Ursache der Gehörlosigkeit jedoch kann meistens nicht beseitigt werden.

    Als man einen Gehörlosen zu Jesus brachte, konnte dieser ihn vollständig heilen. Er berührte die Ohren und benetzte die Zunge des Geschädigten mit Speichel, blickte zum Himmel und sprach das Wort »Hefata« (= »Werde geöffnet«). Dann heißt es: »Sogleich wurden seine Ohren geöffnet, und die Fessel seiner Zunge wurde gelöst, und er redete richtig.« Die im Tagesvers beschriebene Reaktion der Zuschauenden bringt es treffend auf den Punkt: »Er hat alles wohlgemacht.«

    Die Umstände dieser Heilung legen nahe, das Handeln Jesu an diesem Menschen auch sinnbildlich zu verstehen: Von Natur aus sind wir taub in Bezug auf Gott, zu ihm reden wir »nur mit Mühe«, wenn überhaupt. Doch durch Jesus können wir ihn verstehen, erfahren und begreifen, z. B. seine Liebe zu uns, und finden dann endlich Worte, um ihm zu danken, ihn zu loben und zu preisen. Der Blick zum Himmel und die Bitte, dass unsere Ohren geöffnet werden, wird zu einem Verstehen für alles führen, was Gott in seinem Sohn Jesus Christus getan hat, um uns aus unserem jämmerlichen Zustand der Kommunikationsunfähigkeit mit ihm zu befreien.

    Joachim Pletsch

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    4 min
  • Fenster ins Markusevangelium (7)

    Spricht man davon, dass jemand im Rampenlicht steht, so meint man damit, dass er von allen wahrgenommen wird. Bei Künstlern, Popstars und Politikern ist das so, aber auch in der digitalen Welt bei sogenannten Influencern. Manchmal geschieht das unfreiwillig, oft aber ganz bewusst, weil man sich Erfolg, Ruhm und ein besseres Geschäft davon erhofft. Doch diese Öffentlichkeit hat auch ihren Preis. Ständig muss man die Aufmerksamt rund um die eigene Person aufrecht erhalten und seiner Community gegenüber das halten, was man ihr verspricht. Auf die Dauer kann das belastend sein, mehr als man zuvor gedacht hat.

    Jesus stand aufgrund seines göttlichen Auftrags seit Beginn seines Dienstes mehr und mehr im Fokus der Öffentlichkeit. Und er war immerhin mit dem hohen Anspruch angetreten, der seit Langem erwartete Messias zu sein. Dass dieser Anspruch berechtigt war und dass er ihm völlig entsprach, wurde schon ziemlich bald deutlich. Jesus predigte wie einer, der mit Gott vertraut war, er vollbrachte Wunder, heilte Kranke und weckte sogar Tote auf. Und doch bedeutete Öffentlichkeit nicht alles für ihn. Er hielt sich an das Prinzip, dass Gott vor allem im Verborgenen wirkt und bei denen wohnt, die zerschlagenen und gebeugten Geistes sind (Jesaja 57,15), aufgrund ihrer Schuld und Sünde, die sie bedrückt. Und die klärt man am ehesten in der Stille und Verborgenheit, wo man Jesus sein Herz öffnet und dann Heilung erfährt. Deshalb suchte Jesus oft die Zurückgezogenheit, um Einzelnen zu begegnen (siehe Bibellese).

    Und doch konnte Jesus auch nicht verborgen bleiben, denn er war für uns alle zum Retter bestimmt. So wurde er schließlich aufs Kreuz erhöht, wo wir alle ihn bis heute sehen können, als er dort für unsere Sünden starb.

    Joachim Pletsch

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    5 min
  • Fenster ins Markusevangelium (6)

    Glaube ist keineswegs etwas Diffuses oder Undefinierbares. Nach der Bibel ist er Ausdruck einer festen Verbindung zu Gott, der zwar unsichtbar, aber trotzdem da ist. Dieser Gott hat sich uns Menschen offenbart, durch Botschaften, die er verkünden und aufschreiben ließ, und auch durch Taten, die seine Macht bewiesen. Diese Macht zeigte auch der Sohn Gottes, als er hier in einem Boot auf dem See war. Er konnte den Wind stillen und die Wellen beruhigen, als seine Leute sich dadurch in Lebensgefahr wähnten.

    Die Katastrophenfilme Hollywoods sind stets mit Helden versehen, die viel Mut, Umsicht und Selbstvertrauen beweisen und allen Gefahren zu trotzen scheinen. Doch genügt das wirklich, um angesichts von Naturgewalten bestehen zu können? Jesus tadelte seine Jünger, weil sie kein Vertrauen auf Gott bewiesen, so wie er selbst das in seinem ganzen Leben tat. Und diesem Beispiel hätten sie folgen können. Jemand, der sich in Gott geborgen weiß, muss in keiner Lebenslage die Zuversicht verlieren, sondern kann sogar anderen Hoffnung geben und auf ihr Wohl ausgerichtet sein. Nicht das eigene Überleben hat dann die höchste Priorität, sondern die Ausrichtung darauf, dass allen anderen geholfen wird. Lähmende Furcht weicht einer Dynamik und Kraft, die je nach den Bedingungen zum Handeln befreit. Glaube vertraut auf die Zusagen und Möglichkeiten Gottes, alle Dinge zum Guten zu wenden und die Bedrohung auszuschalten. Den Jüngern im Boot auf dem stürmischen See mangelte es an diesem Glauben, obwohl der Sohn Gottes unmittelbar bei ihnen war. Sie waren nicht allein, sie waren nicht verlassen. Deshalb konnte eigentlich alle Furcht von ihnen weichen, und sie kann auch bei uns weichen, wenn wir unser Vertrauen auf Gott setzen.

    Joachim Pletsch

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    6 min

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»LEBEN IST MEHR« ist ein Lesebuch, das Impulse und Gedankenanstöße gibt. Es lädt ein zum Nachdenken – über Gott und die Welt, das Woher, Wohin und Wozu – und nicht zuletzt über uns selbst, und das…

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