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"Wer geht, sieht im Durchschnitt anthropologisch und kosmisch mehr, als wer fährt", schreibt Seume in einem späteren Reisebuch. Und das unterscheidet ihn von Goethes italienischer Reise – dieser war mit der Kutsche unterwegs. "Ich halte den Gang für das Ehrenvollste und Selbstständigste in dem Manne und bin der Meinung, dass alles besser gehen würde, wenn man mehr ginge. Wo alles zu viel fährt, geht alles sehr schlecht." Auf seinem langen Spaziergang, der in Dresden begann, ist Seume, wie wir hörten, endlich nach Italien gelangt. Die folgenden Notizen werden in Bologna zu Papier gebracht, auch diesmal in Form eines an einen Freund in der Heimat adressierten Tagebuchs. Es liest Gert Heidenreich. Das Audio ist online bis zum 18.08.2026.
Warum ging Seume nach Italien? Warum nahm er den beschwerlichen Fußmarsch von 3000 Kilometern auf sich? Die Philologen haben die Frage nicht vollständig klären können. In einem Brief, geschrieben in Wien am Silvestertag 1801, schon von seinem Spaziergang heißt es: "Der Gang ist lange Zeit eine meiner Lieblingsträumereien gewesen. Wenn ich länger warte, werden meine Haare grau, meine Knochen morsch und vielleicht auch mein Mut klein. Und ich fürchte mich vor nichts so sehr als vor Kleinmut." Seume hat auch bemerkt, dass er sich "bei seiner Tätigkeit als Korrektor im Verlag Göschen zusammengesessen hat und das Zwerchfell wieder etwas auseinander wandeln will." Am 9. Dezember brach Seume also auf, das Jahresende verbrachte er, wie erwähnt, in Wien. Von dort ging es dann weiter über Graz und Laibach nach Triest. Von hier ist die nächste Aufzeichnung datiert. Es liest Gert Heidenreich. Das Audio ist online bis zum 18.08.2026.
Warum ging Seume nach Italien? Warum nahm er den beschwerlichen Fußmarsch von 3000 Kilometern auf sich? Die Philologen haben die Frage nicht vollständig klären können. In einem Brief, geschrieben in Wien am Silvestertag 1801, schon von seinem Spaziergang heißt es: "Der Gang ist lange Zeit eine meiner Lieblingsträumereien gewesen. Wenn ich länger warte, werden meine Haare grau, meine Knochen morsch und vielleicht auch mein Mut klein. Und ich fürchte mich vor nichts so sehr als vor Kleinmut." Seume hat auch bemerkt, dass er sich "bei seiner Tätigkeit als Korrektor im Verlag Göschen zusammengesessen hat und das Zwerchfell wieder etwas auseinander wandeln will." Am 9. Dezember brach Seume also auf, das Jahresende verbrachte er, wie erwähnt, in Wien. Von dort ging es dann weiter über Graz und Laibach nach Triest. Von hier ist die nächste Aufzeichnung datiert. Es liest Gert Heidenreich. Das Audio ist online bis zum 18.08.2026.
Seume ging im Jahr 1802 nach Italien, anderthalb Jahrzehnte nach Goethe. Aber sein Reisebuch erschien bereits 1803 – knapp anderthalb Jahrzehnte vor Goethes italienischer Reise. Die beiden klassischen deutschen Italienbücher sind oft miteinander verglichen worden, dennoch wurde Seume zum unbekannten Klassiker. Von Dresden aus ist er über Prag nach Wien gelangt, in die Residenz des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, vier Jahre bevor Napoleon es liquidierte. Napoleons Truppen stehen damals noch in Italien, aber der Schatten des Konsuls fällt schon über die Alpen, auf Wien und das Reich. Es liest Gert Heidenreich. Das Audio ist online bis zum 18.08.2026.
Seume ging im Jahr 1802 nach Italien, anderthalb Jahrzehnte nach Goethe. Aber sein Reisebuch erschien bereits 1803 – knapp anderthalb Jahrzehnte vor Goethes italienischer Reise. Die beiden klassischen deutschen Italienbücher sind oft miteinander verglichen worden, dennoch wurde Seume zum unbekannten Klassiker. Von Dresden aus ist er über Prag nach Wien gelangt, in die Residenz des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, vier Jahre bevor Napoleon es liquidierte. Napoleons Truppen stehen damals noch in Italien, aber der Schatten des Konsuls fällt schon über die Alpen, auf Wien und das Reich. Es liest Gert Heidenreich. Das Audio ist online bis zum 18.08.2026.
Johann Gottfried Seume war 38 Jahre alt, als er sich aufmachte zu seinem langen Fußweg zur Südspitze Europas. Ein schwieriges und mühevolles Leben lag damals bereits hinter ihm – mit 17 Jahren gerät Seume in die Hände von Militärwerbern und wird mit als Söldner nach Amerika verkauft. Und diese Erfahrungen waren es wohl, die Seumes Wirklichkeitssinn schärften und ihn die soziale und politische Realität Italiens so unbefangen und kritisch betrachten ließen. Sein großer Spaziergang beginnt im Dezember 1801, im strengen Winter. Es war nicht nur in physischer Hinsicht ein extremes Wagnis, ein heute kaum nachvollziehbares Abenteuer. Vor Seume lag ein Fußweg von rund 3000 Kilometern, durch Kälte und Schnee über Gebirge und Wasserläufe, ständig bedroht durch Straßenräuber und Banditen. Seume ging zunächst mit einem Freund, dem Maler Hans Schnorr, und der Weg führte sie von Dresden nach Prag. Es liest Gert Heidenreich. Das Audio ist online bis zum 18.08.2026.
Johann Gottfried Seume war 38 Jahre alt, als er sich aufmachte zu seinem langen Fußweg zur Südspitze Europas. Ein schwieriges und mühevolles Leben lag damals bereits hinter ihm – mit 17 Jahren gerät Seume in die Hände von Militärwerbern und wird mit als Söldner nach Amerika verkauft. Und diese Erfahrungen waren es wohl, die Seumes Wirklichkeitssinn schärften und ihn die soziale und politische Realität Italiens so unbefangen und kritisch betrachten ließen. Sein großer Spaziergang beginnt im Dezember 1801, im strengen Winter. Es war nicht nur in physischer Hinsicht ein extremes Wagnis, ein heute kaum nachvollziehbares Abenteuer. Vor Seume lag ein Fußweg von rund 3000 Kilometern, durch Kälte und Schnee über Gebirge und Wasserläufe, ständig bedroht durch Straßenräuber und Banditen. Seume ging zunächst mit einem Freund, dem Maler Hans Schnorr, und der Weg führte sie von Dresden nach Prag. Es liest Gert Heidenreich. Das Audio ist online bis zum 18.08.2026.
"Der letzte Gang nach Sizilien war vielleicht der erste ganz freie Entschluss von einiger Bedeutung." – So schreibt Johann Gottfried Seume über seine neunmonatige Wanderung nach Syrakus. Dem Leipziger Lektor Johann Gottfried Seume wird es zu Hause zu eng, wohl nicht zuletzt aufgrund einer unglücklichen Herzensangelegenheit – und so machte er sich am 9. Dezember 1801 mit seinem gepackten Rucksack vom sächsischen Grimma auf den Weg bis an den südlichsten Zipfel Europas. Seume nimmt uns mit auf seine Wanderung: Wir begleiten seine Etappen, Erlebnisse und Beobachtungen, von Dresden über Prag, Wien und Rom bis nach Syrakus auf der Insel Sizilien. Es liest Gert Heidenreich. Das Audio ist online bis zum 18.08.2026.
"Der letzte Gang nach Sizilien war vielleicht der erste ganz freie Entschluss von einiger Bedeutung." – So schreibt Johann Gottfried Seume über seine neunmonatige Wanderung nach Syrakus. Dem Leipziger Lektor Johann Gottfried Seume wird es zu Hause zu eng, wohl nicht zuletzt aufgrund einer unglücklichen Herzensangelegenheit – und so machte er sich am 9. Dezember 1801 mit seinem gepackten Rucksack vom sächsischen Grimma auf den Weg bis an den südlichsten Zipfel Europas. Seume nimmt uns mit auf seine Wanderung: Wir begleiten seine Etappen, Erlebnisse und Beobachtungen, von Dresden über Prag, Wien und Rom bis nach Syrakus auf der Insel Sizilien. Es liest Gert Heidenreich. Das Audio ist online bis zum 18.08.2026.
Während Armgard und Woldemar auf Hochzeitsreise in Italien sind –zwischen Rom und Capri für Nachrichten unerreichbar – findet in Stechlin das Begräbnis des verstorbenen Vaters bzw. Schwiegervaters statt. Melusine ist mit ihrem Vater, Graf Barby, aus Berlin angereist. Schwester Adelheid ist von Kloster Wutz nach Stechlin gekommen. Eine große Trauergemeinde hat sich versammelt, Pastor Lorenzen hält die Predigt, und die schluchzende Agnes muss getröstet werden. Erst auf Capri erhält Woldemar einen Brief von Melusine mit der Todesnachricht. Unverzüglich tritt das Paar die Rückreise an – und kündigt sich bei Lorenzen an mit der Bitte, vom Bahnhof abgeholt zu werden.
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