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Einsamkeit ist ein großes Thema für Malte Laurids Brigge. Er erkennt: fast jeder flieht vor der Einsamkeit, sucht Ruhm und Zerstreuung, und bestärkt damit nur die Einsamkeit. In einer weiteren Episode erinnert sich Malte an ein grünes Buch, in dem er als Kind geblättert hat. Zwei schaurige Geschichten sind ihm im Gedächtnis haften geblieben: die vom Untergang Karls des Kühnen - und die vom unrühmlichen Ende des Grischa Otrepjow, einem falschen Zaren. Seine Leiche war vom Volk drei Tage lang zerfetzt worden. Eine zweifelhafte Rolle in der Geschichte spielte wohl die Mutter dieses Herrschers. Malte Laurids fragt sich, ob dieser Mann nicht stärker gewesen wäre, wenn er sich von seiner Mutter losgesagt hätte.
Das Audio ist online bis zum 07.05.2026.
Einsamkeit ist ein großes Thema für Malte Laurids Brigge. Er erkennt: fast jeder flieht vor der Einsamkeit, sucht Ruhm und Zerstreuung, und bestärkt damit nur die Einsamkeit. In einer weiteren Episode erinnert sich Malte an ein grünes Buch, in dem er als Kind geblättert hat. Zwei schaurige Geschichten sind ihm im Gedächtnis haften geblieben: die vom Untergang Karls des Kühnen - und die vom unrühmlichen Ende des Grischa Otrepjow, einem falschen Zaren. Seine Leiche war vom Volk drei Tage lang zerfetzt worden. Eine zweifelhafte Rolle in der Geschichte spielte wohl die Mutter dieses Herrschers. Malte Laurids fragt sich, ob dieser Mann nicht stärker gewesen wäre, wenn er sich von seiner Mutter losgesagt hätte.
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Einsamkeit ist ein großes Thema für Malte Laurids Brigge. Er erkennt: fast jeder flieht vor der Einsamkeit, sucht Ruhm und Zerstreuung, und bestärkt damit nur die Einsamkeit. In einer weiteren Episode erinnert sich Malte an ein grünes Buch, in dem er als Kind geblättert hat. Zwei schaurige Geschichten sind ihm im Gedächtnis haften geblieben: die vom Untergang Karls des Kühnen - und die vom unrühmlichen Ende des Grischa Otrepjow, einem falschen Zaren. Seine Leiche war vom Volk drei Tage lang zerfetzt worden. Eine zweifelhafte Rolle in der Geschichte spielte wohl die Mutter dieses Herrschers. Malte Laurids fragt sich, ob dieser Mann nicht stärker gewesen wäre, wenn er sich von seiner Mutter losgesagt hätte.
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Ein ausführliches Kapitel widmet Malte Laurids Brigge den Erfahrungen mit seinen Nachbarn. Unweigerlich werden sie Bestandteil des eigenen Lebens. "Ich habe unberechenbare Nachbarn gehabt und sehr regelmäßige", schreibt er. Einer habe Geige gespielt, ein anderer Gedichte rezitiert. Zur Literatur sei letzterer gekommen, weil er eines Tages die Bedeutung von "Zeit" begriffen habe. Malte selbst schreibt viel. Und er registriert sensibel die Geräusche aus dem Zimmer eines benachbarten Medizinstudenten. Er kennt und erwartet diese Geräusche immer wieder – wie man das Rollen eines Büchsendeckels auf dem Boden kennt. Auch wenn der Nachbar, wie gerade eben, übers Wochenende verreist ist…
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Ein ausführliches Kapitel widmet Malte Laurids Brigge den Erfahrungen mit seinen Nachbarn. Unweigerlich werden sie Bestandteil des eigenen Lebens. "Ich habe unberechenbare Nachbarn gehabt und sehr regelmäßige", schreibt er. Einer habe Geige gespielt, ein anderer Gedichte rezitiert. Zur Literatur sei letzterer gekommen, weil er eines Tages die Bedeutung von "Zeit" begriffen habe. Malte selbst schreibt viel. Und er registriert sensibel die Geräusche aus dem Zimmer eines benachbarten Medizinstudenten. Er kennt und erwartet diese Geräusche immer wieder – wie man das Rollen eines Büchsendeckels auf dem Boden kennt. Auch wenn der Nachbar, wie gerade eben, übers Wochenende verreist ist…
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Ein ausführliches Kapitel widmet Malte Laurids Brigge den Erfahrungen mit seinen Nachbarn. Unweigerlich werden sie Bestandteil des eigenen Lebens. "Ich habe unberechenbare Nachbarn gehabt und sehr regelmäßige", schreibt er. Einer habe Geige gespielt, ein anderer Gedichte rezitiert. Zur Literatur sei letzterer gekommen, weil er eines Tages die Bedeutung von "Zeit" begriffen habe. Malte selbst schreibt viel. Und er registriert sensibel die Geräusche aus dem Zimmer eines benachbarten Medizinstudenten. Er kennt und erwartet diese Geräusche immer wieder – wie man das Rollen eines Büchsendeckels auf dem Boden kennt. Auch wenn der Nachbar, wie gerade eben, übers Wochenende verreist ist…
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Malte Laurids denkt wieder über den Tod nach. Er selbst, der 28-Jährige, hat Angst vor dem Tod. Richtig bewusst wurde ihm dieses Gefühl, als er zusehen musste, wie eine junge Frau in einer Straßenbahn starb. Aber auch schon früher, als sein Hund starb, spürte er Todesangst. Malte vermutet, dass seine große Einsamkeit dieses Angstgefühl nährt. Und er stellt fest, dass Angst immer mehr Angst erzeugt. Schließlich fragt er sich, ob Ängste nicht unser "Eigenstes" sind, und wir uns nur davon entfremdet haben…
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Malte Laurids denkt wieder über den Tod nach. Er selbst, der 28-Jährige, hat Angst vor dem Tod. Richtig bewusst wurde ihm dieses Gefühl, als er zusehen musste, wie eine junge Frau in einer Straßenbahn starb. Aber auch schon früher, als sein Hund starb, spürte er Todesangst. Malte vermutet, dass seine große Einsamkeit dieses Angstgefühl nährt. Und er stellt fest, dass Angst immer mehr Angst erzeugt. Schließlich fragt er sich, ob Ängste nicht unser "Eigenstes" sind, und wir uns nur davon entfremdet haben…
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In früheren Episoden seiner "Aufzeichnungen" hat uns Malte Laurids von seiner Tante Abelone erzählt, der jüngsten Schwester seiner verstorbenen Mutter. Ihr fühlt sich Malte besonders nah. Jetzt erzählt er, dass Abelone die Kindheitserinnerungen ihres Vaters, des alten Grafen Brahe, notieren musste. Der Graf hatte in seiner Kindheit eine Reihe übersinnlicher Erfahrungen gemacht. – In einer weiteren "Aufzeichnung" schildert Malte den Tod seines Vaters, des Jägermeisters Brigge. Malte selbst kommt zu spät, um ihn noch lebend anzutreffen. Sein Vater ist schon aufgebahrt. Ein ungünstiger Moment, wie wir gleich hören werden. Einer der beiden Ärzte möchte Malte offensichtlich loswerden.
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