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Robin genießt seinen Urlaub in Dänemark und Tim, Meike und Mara bestreiten zum ersten Mal eine Folge in der Konstellation. Und es lief überraschend gut!
Meike macht den Anfang mit “Nachts ist unser Blut schwarz” von David Diop. Darin geht es um einen dunkelhäutigen Soldaten im ersten Weltkrieg, der für Frankreich gegen Deutschland kämpft. Das Buch macht klar, wie er behandelt wurden, wie er zur Inszenierung genutzt wurden und was den Protagonisten durchdrehen lässt. Das Buch hat eine an die Nieren gehende Beschreibung von Gewalt und Brutalität, die durch die Sprache einmalig unterstrichen wird. Eine unbedingte Leseempfehlung!
Tim macht weiter mit dem Debütroman “Miroloi” von Karen Köhler, der auch auf der Longlist des Buchpreises stand. Das Buch handelt von einer jungen Frau, die auf einer abgeschotteten Insel in einem kleinen Dorf lebt. Sie wird von den Bewohnern geächtet und verflucht, Männern wie Frauen. Dabei zeigt sich, wie die Gesellschaft strukturiert ist, wie sie sich darin fühlt und mit ihrer ersten Liebe beginnt, hinter die Kulissen zu blicken. Der Roman wurde kontrovers aufgenommen, Tim fand ihn – mit einigen Abstrichen – allerdings mehr als gelungen und würde ihn als Jugendroman definitiv weiterempfehlen.
Mara macht den Abschluss mit “Achtsam morden” von Karsten Dusse. Protagonist ist ein Anwalt, der auf Anraten seiner Frau ein Achtsamkeitsseminar besucht. Darin lernt er einiges nützliches, vor allem, wie er mit seinem einzigen Klienten umzugehen hat. Dieser ist nämlich der Boss einer Gang und braucht den Anwalt, um ihn und seine Mitglieder auf heiklen Situationen rauszuholen. Der Anwalt entscheidet sich, ihn umzubringen und mach dies auch – und zwar achtsam. Aber natürlich gefällt das den Gangstern ganz und gar nicht. Es entspinnt sich ein lustiges und spannendes Buch, das Mara nur sehr empfehlen kann!
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Titel: Nachts ist unser Blut schwarz
Titel: Miroloi
Titel: Achtsam morden
Der Beitrag Folge 73: Three’s a Crowd erschien zuerst auf Papierstau Podcast.
Meike hat sich zu Robin und Tim gesellt, damit sie diese Folge mal wieder zu dritt bestreiten können!
Robin macht den Anfang mit dem oben bereits erwähnten neuen Buch von Margret Atwood, „Die Zeuginnen“, der Fortsetzung eines ihrer berühmtesten Romane, „Der Report der Magd“. Darin geht es um die Geschichte von drei verschiedenen Frauen, die unterschiedliche Perspektiven auf den Staat Gilead werfen. Zum einen gibt es eine der Tanten, die mitgeholfen hat, die Rituale und Gesetze des Staates kurz nach der Gründung zu etablieren und ihre Beweggründe dahinter. Zum anderen wird aber auch durch einen Teenager aus Kanada ein spannender Blick von außen auf Gilead geworfen, der die Wahrnehmung des totalitären Regimes zugrunde geht. Atwood hat eine spannende Fortsetzung geschrieben, die zwar viel erklärt und dadurch entmystifiziert, allerdings nicht auf die gute alte Star-Wars-Methode, sondern auf eine interessante Art und Weise. Unbedingte Empfehlung für alle, die den Vorgänger bereits gelesen haben.
Tim macht weiter mit dem Debütroman von Svenja Gräfen, “Das Rauschen in unseren Köpfen”. Darin geht es um Lene, eine Studentin in Berlin, und ihren Freund Hendrick. Die beiden haben sich zufällig kennengelernt, haben eine große Anziehung zueinander gespürt und lieben sich. Darüber hinaus geht es um die Beziehungen zu ihrem Bruder und ihrer besten Freundin, die ebenfalls einen wichtigen Teil in ihrem Leben spielen. Dabei schafft es Gräfen, einen hoch realistischen, nicht kitschigen und tragischen Beziehungsroman zu schreiben, der in der Form fast einmalig ist. Eine unbedingte Empfehlung!
Meike stellt wieder ein Buch von der Longlist des aktuellen deutschen Buchpreises vor: “Schutzzone” von Nora Bossong. Darin geht es um eine Abgeordnete der Vereinten Nationen, die von Krisengebieten berichtet, mit Vertretern verfeindeter Staaten vermittelt und ihr Leben dazwischen. Dabei schafft es Bossong, detailliert hoch komplexe Sachverhalte zu schildern und macht durch eine Überflutung von Fakten und Faktoren, die man gegeneinander abwägen muss, deutlich, was für ein Job der einer Diplomatin ist. Es wird vermutlich viel anecken, steht aber völlig zurecht auf der Long-List!
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Titel: Die Zeuginnen
Titel: Das Rauschen in unseren Köpfen
Titel: Schutzzone
Der Beitrag Folge 72: Around the World erschien zuerst auf Papierstau Podcast.
Nach längerer Zeit gibt es mal wieder eine Folge, die Robin und Tim zu zweit bestreiten. Es gibt außerdem schlechte Neuigkeiten, denn aus zeitlichen Gründen schafft es Kayleigh nicht mehr, festes Mitglied des Podcast zu sein. Das Team wünscht ihr alles Gute für ihre neuen beruflichen Wege und hofft, sie vielleicht trotzdem hin und wieder begrüßen zu dürfen.
Robin stellt mit “Ich bin ein Schicksal” von Rachel Kushner das erste Buch der Folge vor. Die Protagonistin des Romans sitzt mit einer zweimal lebenslänglichen Haftstrafe im Gefängnis. Mit viel Sorgfalt, einem Blick für Details und interessanten gesellschaftlichen Beobachtungen schafft es die Autorin, einen spannenden und kritischen Blick auf die USA zu werfen. Dabei sind alle Figuren nicht einfach gut oder böse, sondern in einer wohl ausschraffierten Mitte, die einen jedes Schicksal empathisch nachfühlen lässt. Eine unbedingte Empfehlung!
Tim stellt mit “Der Junge hat doch nichts davongetragen?” den Nachfolger des von ihm und der Presse hoch gelobten Debüts “Oma Martha & Ich” von Marco Göllner vor. Das Buch geht in eine ähnliche Richtung wie sein Vorgänger, indem es hauptsächliche lustige und extrem gut geschriebene Kurzgeschichten aus seiner Kindheit schildert, macht jedoch auch einiges anders. So wird der erweiterte Familienkreis geöffnet und es geht nicht in jeder Geschichte um Oma Martha. Außerdem schlägt das Buch neben den absurden Geschichten auch wirkungsvoll ernste und sehr persönliche Töne an, die das Ganze Emotional breiter aufstellen, als Tim es erwartet hat. Auch hier eine unbedingte Empfehlung!
Das letzte Buch der Folge stellt Robin vor, der sich mit “20.000 Meilen unter den Meeren” von Jules Vernes einen echten Klassiker vorgenommen hat. Irgendetwas, wahrscheinlich ein Monster, lässt viele Schiffe der Walfänger Leck laufen. Was der Naturforscher und seine wackeren Begleiter finden übersteigt jedoch ihre Vorstellungskraft. Das Buch ist, gelinde gesagt, nicht so gut gealtert. Die Beschreibungen sind viel zu ausschweifend, die technischen Details zu genau und die Handlung zu konventionell und wenig spannend, als dass es heute noch funktionieren könnte. Zwar war der Gedanke eines U-Boots bahnbrechend, die Handlung drumherum kann jedoch nicht überzeugen.
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Titel: Ich bin ein Schicksal
Titel: Der Junge hat doch nichts davongetragen?
Titel: 20.000 Meilen unter den Meeren
Der Beitrag Folge 71: Abenteuerzeit erschien zuerst auf Papierstau Podcast.
Robin, Tim und Meike haben sich mal wieder zusammengesetzt, um über drei neue Bücher zu sprechen. Nachdem die letzte Folge durch ein Interview ersetzt wurde und die drei davor ein zusammenhängendes Thema hatten, geht es nun wieder ganz klassisch zu.
Doch zuvor gibt es große Neuigkeiten, denn die Longlist für den diesjährigen deutschen Buchpreis ist bekanntgegeben worden. Dabei sind 20 Werke, die einen spannenden Querschnitt durch die aktuelle Literatur geben und breiter aufgestellt kaum sein könnten. Meike war fleißig und hat bereits einige der Nominierten gelesen und auch Robin konnte bereits einen Blick in das ein oder andere Buch werfen. Sie diskutieren die Auswahl, besprechen, was fehlt und die Vor- und Nachteile dieses Preises.
Den Anfang der Folge macht Robin mit “Dort dort” von Tommy Orange. Das Buch bietet einen Einblick in das Leben und die Kultur der Cheyenne, einem Stamm von amerikanischen Ureinwohnern in Oakland. Dabei verarbeitet Orange verschiedene unverarbeitete Traumata der Bevölkerung, klärt beispielsweise über Traditionen wie Tänze auf und lässt seine Figuren in einem schicksalhaften Tag zusammenfinden, der in einem unvergleichlichen Finale endet. Für Meike war es DAS Buch des letzten Jahres, und auch Robin ist vollauf begeistert. Eine absolute Empfehlung!
Meike stellt eines der nominierten Werke und einen heißen Anwärter für den Buchpreis vor: “HERKUNFT” von Saša Stanišić. Das Buch ist eine in Fragmenten erzählte, autobiografische Aufarbeitung Stanišićs, der als Flüchtling während der Jugoslawienkriege nach Deutschland kam. Er musste einen handschriftlichen Lebenslauf abgeben und fragt sich, was das wirklich über ihn, als Mensch, aussagt. Er berichtet über seinen Alltag mit seinen Eltern, als sie Geflüchtete waren, sammelt Erinnerungen und Gespräche. Das Ganze wird auf eine einmalige Art und Weise geschildert, die traurig und lustig zugleich ist. Ein extrem lesenswertes Buch.
Tim macht den Abschluss mit dem neuen Buch von Paul Bokowski, “Bitte nehmen Sie meine Hand da weg”. Wie in den zwei vorangegangenen Bänden handelt es sich hier um eine Sammlung von Kurzgeschichten, die teils absurd, grotesk, aufrichtig – aber immer lustig sind. Mit einem ausgefeilten Erzählstil bringt er hervorragende Pointen, zeigt alltägliche Absurditäten auf und schafft es dabei stets, dass man sich in die Situationen hineinversetzen kann. Wer mal wieder Lust auf etwas lustiges hat, sollte dringend zugreifen.
Das war’s mit dieser Folge, bis zum nächsten Mal – lest was Gutes!
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Titel: Dort Dort
Titel: HERKUNFT
Titel: Bitte nehmen Sie meine Hand da weg
Der Beitrag Folge 70: Award Season erschien zuerst auf Papierstau Podcast.
Aufgrund diverser Erkrankungen, Schwierigkeiten bei der Terminfindung und allem, was sonst so schiefgehen kann, gibt es heute anstatt einer neuen Folge ein Interview. Tim hat vor kurzem mit Friedemann Karig gesprochen, der in Folge 68 gleich zwei Mal Thema war. 2017 erschien sein Sachbuch “Wie wir lieben: Vom Ende der Monogamie” im Aufbau Verlag und hat ob des Themas und des Inhalts hohe Wellen geschlagen. Im Mai 2019 kam sein erster Roman “Dschungel” bei Ullstein raus, bei dem Tim auch mit auf der Bootstour des Verlags war. Gemeinsam sprechen sie über die Entstehung der beiden Bücher, seinen Weg zum Autorendasein und über Thomas Gottschalk. Tjanun. Das Ganze auf einer Länge von 80 Minuten, sogar länger als eine reguläre Folge!
Viel Spaß mit dem Interview, die nächste Folge wird hoffentlich wieder wie gewohnt stattfinden. Bis dahin – lest was Gutes!
Der Beitrag Interview: Friedemann Karig erschien zuerst auf Papierstau Podcast.
Robin und Tim haben mal wieder einen neuen Gast! Meike hat sich netterweise bereit erklärt, mit den beiden diese Folge zu bestreiten und zum ersten Mal in einem Podcast über Bücher zu sprechen. Da sie aber eine der Top-Rezensent*Innen auf Goodreads ist und vermutlich so viel liest wie die beiden zusammen, dürfte das keine große Herausforderung darstellen!
Das leitende Thema dieser Folge ist Hollywood, im weitesten Sinne. Ausschlaggebend ist die Veröffentlichung von Quentin Tarantinos neuem Film “Once upon a Time in… Hollywood” – und um eben das dreht sich auch das Vorgeplänkel. Sie besprechen über Tarantino als Autor, welcher Film sich am besten als Roman lesen lassen würde und, am allerwichtigsten, wie sein neuer Film geworden ist. Tim konnte es sich nicht nehmen lassen, ihn einen Tag vor Release in der Vorpremiere zu sehen.
Das erste Buch der Folge stellt Meike vor, die sich “Die Toten” von Christian Kracht ausgesucht hat. Der Roman spielt in den 1930er Jahren, am Übergang vom Stumm- zum Tonfilm. Die Nazis entdecken Film als Propagandamedium für sich und wollen sich mit Japan zusammenschließen, um große propagandistische Filme zu produzieren, um Hollywood etwas entgegen zu halten. Dabei setzt Kracht viel auf Filmgeschichte, berühmte Persönlichkeiten und eine Geschichte mit vielen Schichten, die es sich lohnt, zu lesen.
Tim hat, passend zum neuen Tarantino, das erfolgreichste True-Crime-Buch aller Zeiten gelesen: “Helter Skelter” von Vincent Bugliosi und Curt Gentry. Das Buch schildert die Morde der Manson-Family an Sharon Tate und ihren Freund*Innen in der Nacht vom 09. August 1969, von den ersten Untersuchungen bis zum Gerichtsprozess. Dabei spielt vor allem Bugliosi eine tragende Rolle, denn der Autor war als Staatanwalt leitender Ermittler in den Fällen um die Manson-Family. Er bietet einen umfangreichen Blick auf den Fall, die Ermittlungen und den Prozess, ohne dabei reißerisch oder polemisch zu sein. In großer Detailarbeit wird auf jede Kleinigkeit eingegangen, die mit dem Fall zu tun hat. Ein sehr lesenswertes, wenn auch sperrig lesen lassendes Buch.
Den Abschluss macht Robin mit “Der Metropolist”, dem Debütroman von Seth Fried. Es geht um einen Beamten, der im Ministerium für Infrastruktur arbeitet und pedantischer nicht sein kann. Im Amt sorgt die KI OWEN dafür, dass alles reibungslos abläuft, bis das Ministerium gehackt wird und OWEN beginnt, sich komisch zu verhalten. Parallel dazu wurde die Tochter des Bürgermeisters von Metropolis entführt, und es ist nun an dem überkorrekten Beamten und der KI, die sich durch den Angriff wie ein Spinner verhält, die Tochter zu finden. Das Buch wird beworben mit “Pulp Fiction meets Science-Fiction” und vergleiche zu Tarantino lassen die Erwartungen in die Höhe schnellen. Robin hat das Buch nicht enttäuscht, und mit der Genremischung, dem Humor und der Geschichte überzeugt.
Das war’s für diese Folge, bis zum nächsten Mal – lest was Gutes!
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Titel: Die Toten
Titel: Helter Skelter: Die wahre Geschichte des Serienmörders Charles Manson
Titel: Der Metropolist
Der Beitrag Folge 69: Hollywood-Madness erschien zuerst auf Papierstau Podcast.
Robin, Tim und Mara haben sich, nachdem es eine ganze Reihe von Specials gab (und noch geben wird), mal wieder zu einer normalen Folge zusammengesetzt, um über drei Bücher zu sprechen.
So ist das erste Buch der Folge auch gleichzeitig der erste Roman: “Dschungel” von Friedemann Karig. In seinem Debüt geht es um einen namenlosen Erzähler, der auf der Suche nach Felix, seinem besten Freund ist. Dieser ist in Kambodscha verschollen, und nachdem die Polizei nichts zu machen scheint, bittet dessen Mutter nun den Erzähler darum, ihm nachzureisen und zu suchen. Die beiden kennen sich seit ihrer Kindheit und in Rückblenden werden Ereignisse aus ihrer Kindheit und Jugend geschildert. Für ein Erstlingswerk schafft Karig einen bereits ausgeschliffenen, wiedererkennbaren Stil an den Tag zu legen, der einen Flow erzeugt, dass man förmlich durch die Seiten fliegt. Die kleineren Längen im Mittelteil sind dank des guten Anfangs und der hervorragenden Auflösung verzeihbar, was es insgesamt zu einem der besten Debütromane des Jahres macht.
Beim nächsten Buch handelt es sich um das erste Buch von Friedemann Karig, der mit “Wie wir lieben: Das Ende der Monogamie” ein Sachbuch über Polygamie und Polyamorie geschrieben hat. Dabei beschreibt er zum einen die gesellschaftliche Tragweite, die historische Entwicklung und Stigmata und Vorurteile gegen Menschen in offenen Beziehungen. Zum anderen führt er Interviews mit mehreren Paaren, die in einer polyamoren Beziehung leben, wobei ein möglichst breites Spektrum genommen wurde. Einige Paare haben Kinder, bei einigen funktioniert es gut, bei einigen wiederum nicht. Das Buch zeichnet einen breiten Schnitt, zweifelt das aktuell vorherrschende Beziehungsmodell an und bietet gleichzeitig eine tiefe Betrachtung zwischenmenschlicher Beziehungen, die sich sehen lassen kann. Ein beeindruckendes Erstlingswerk.
Den Abschluss und den größten Teil der Folge bildet “Untenrum frei” von Margarete Stokowski. Nachdem bereits ihre Kolumnen- und Essaysammlung “Die letzten Tage des Patriarchats” Thema im Podcast war, befassen sich die drei nun mit ihrem ersten Buch. Darin beschreibt sie, anhand ihrer eigenen Geschichte von der Kindheit bis heute, gesellschaftliche Missstände, Gleichberechtigung, Feminismus und vieles mehr. Mit ihrem brillanten, pointierten Stil gelingt es ihr, sich selbst und sein Handeln zu hinterfragen, ohne dabei mit gebieterisch zu wirken oder den erhobenen Zeigefinger zu zeigen. Ein Buch, dass jeder und jede gelesen haben sollte.
Das war’s mit dieser Folge, bis zum nächsten Mal – lest was Gutes!
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Titel: Dschungel
Titel: Wie wir lieben: Vom Ende der Monogamie
Titel: Untenrum frei
Der Beitrag Folge 68: Poesie des ‚F**k you!‘ erschien zuerst auf Papierstau Podcast.
Dieses Special widmet sich zum ersten Mal in der Papierstau-Podcast-Geschichte nicht einem/einer Autor*in oder einer Reihe, sondern einer ganzen Epoche, und zwar dreht es sich um die Literatur in der DDR. Zumindest wird es mit drei Büchern versucht. Robin und Tim freuen sich sehr, zu diesem Thema Dr. Franziska Thiel begrüßen zu dürfen, die derzeit Dozentin an der Universität Leipzig ist.
Den Anfang macht Robin mit einem der wohl auch international bekanntesten Werke, die aus der DDR hervorgegangen sind – “Jakob der Lügner” von Jurek Becker. Das Buch schildert die Erlebnisse des Jungen Jakob, der in einem nicht näher benannten Ghetto zur Zeit des zweiten Weltkriegs ist. Weil für Juden ab einer bestimmten Zeit Ausgangsverbot herrscht, wird Jakob von einem Polizisten aufgegriffen, der ihm sagt, dass er nicht mehr draußen sein darf und sich deshalb beim Vorsteher melden soll. Weil sich viele Gerüchte um diesen Ort, von dem wohl keine Menschen mehr zurückkehren ranken, hat Jakob fürchterliche Angst davor, geht aber trotzdem hinein. Es stellt sich heraus, dass sich der Polizist einen Spaß erlaubt hat, denn er war gar nicht nach der Ausgangssperre draußen, und er wird laufen gelassen. Auf seinem Weg nach draußen, hört er im Radio, dass die Russen möglicherweise an den Grenzen stehen und dem Krieg ein Ende machen könnten. Er muss diese Information mit den anderen Teilen, sagt ihnen aber, dass er das in einem Radio gehört habe. Die Leute erwarten von da an stets neue Nachrichten von ihm, und da er keins hat, muss er sich welche ausdenken. Beck ist es gelungen, Schrecken, Hoffnung, Humor und Ernst in einem Buch zu vereinen, das vollkommen zurecht als Klassiker gilt.
Tim macht mit einem Buch weiter, das in der DDR nicht veröffentlicht werden durfte und daher erst im Jahr 2000 erschien: “Die Stadt der tausend Augen” von Klaus Frühauf. In dem Science-Fiction Roman geht es um Aaron Munch, ein junger Mann, der für das Amt für Stabilität als Observierer arbeitet und Leute abhört. Seine Freundin hat wegen dieses Jobs mit ihm Schluss gemacht und er wacht zu spät auf. Er beeilt sich, und im Fahrstuhl trifft er eine Frau, in die er sich schlagartig verliebt. Sie ist jedoch eine Kategorie unter ihm angesiedelt, was ihn verwundert, da sie sich einen Transporter nehmen kann – ein Privileg, dass eigentlich nur höhergestellten vorbehalten ist. Auf Arbeit angekommen findet er auch schnell heraus, wer sie ist. Allerdings schaltet sich sein Chef ein, der ihn darauf hinweist, dass er sich lieber auf seine Arbeit konzentrieren soll, da sie eine Nummer zu groß für ihn sei. Er beginnt nach und nach, das System zu hinterfragen. Das Buch bietet offensichtliche Parallelen zur Stasi, zur Mauer und Machtmissbrauch und übt starke Kritik am Regime der DDR. Trotz eines mitreißenden Anfangs und einem wirklich gelungenen Ende, gab es im Mittelteil der Handlung einige Längen, die der ansonsten gelungenen Buch nicht zu einer 100%igen Empfehlungen bringen.
Franziska macht den Abschluss mit einer der DDR Autorinnen und einer der wahrscheinlich wichtigsten Autorin des 20. Jahrhundert: “Der geteilte Himmel” von Christa Wolf. Die Protagonistin des Romans hat sich versucht, umzubringen, und in Rückblenden wird nach und nach ihre Geschichte aufgeklärt. Das Buch spielt in Halle zu der Zeit, in der gerade angefangen wurde, die Mauer zu bauen. Ihr Geliebter will in den Westen, während sie daran glaubt, mit der DDR einen sozialen Staat aufbauen zu können. Die Geschichte wird packend und poetisch erzählt, und hat nach Erscheinen großen Anklang gefunden und liest sich, vor allem sprachlich, heute noch genau so gut wie damals.
Das war’s für diese Folge. Großen Dank an Franziska, die das alles mitgemacht hat! Bis zum nächsten Mal – lest was Gutes!
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Titel: Jakob der Lügner
Titel: Die Stadt der tausend Augen
Titel: Der geteilte Himmel
Der Beitrag Special: DDR-Literatur erschien zuerst auf Papierstau Podcast.
Nachdem sie ihn bereits im Interview hatten, widmen sich Robin, Tim und Kay in diesem Special Joey Goebel und seinem satirischen Werk.
Das erste Buch, und auch gleichzeitig sein Debütroman, “Freaks” stellt Kayleigh vor. Nachdem es mit der Karriere als Drehbuchautor für Goebel aussichtslos war, hat er beschlossen, sein letztes Drehbuch als Roman umzuschreiben und dabei ist dieses Buch rausgekommen. Es geht um fünf Außenseiter, die sich in einer Bar treffen und unterschiedlicher nicht sein können: eine 80 Jahre alte Dame, die es nochmal wissen will, eine junge Frau im Rollstuhl, ein frühreifes Mädchen, ein Iraker und ein Schwarzer, die alle ihr eigenes Päckchen zu tragen; ihre eigene Hintergrundgeschichte haben. Sie beschließen, eine Band zu gründen, “The Freaks”. Was daraus folgt, ist ein liebevolles, lustiges, unvorhersehbares Spiel dieser Figuren und in seinem präzisen Schreibstil schafft es Goebel, jeden dieser Charaktere liebenswert zu machen.
Tim macht mit seinem zweiten, aber in Deutschland als ersten veröffentlichten Roman weiter, “Vincent”. In dem Buch geht es um “New Renaissance”, einer Organisation, die es sich zum Ziel gemacht hat, eine neue Generation von Künstlern zu kreieren, die wieder anspruchsvolle Unterhaltung erschaffen soll. Vincent ist einer dieser Kandidaten. Schon als Kind ist er kreativ, sensibel und talentiert im Schreiben, was ihn zum idealen Schüler machen würde. Aber, ein Künstler kann nur großes schaffen, wenn er großes Leid erfährt. So zieht die Organisation im Hintergrund die Strippen und trägt dafür Sorge, dass sein Leben alles andere als glatt verläuft. Heraus kommt ein zu Beginn satirischer, lustiger, böser Teil, der gegen Ende zunehmend ernster und tragischer wird. Eine unbedingte Leseempfehlung!
Robin macht mit Goebels drittem Buch “Heartland” den Abschluss der Folge. Protagonist ist ein White-Trash-Dude, wie er im Buche steht: Blue Gene. Er lebt in einer Wohnwagensiedlung, Vokuhila, Schnurri und patriotische Tattoos zeichnen sein Äußeres. Dabei ist er Teil einer der wohlhabendsten Familien im Bundesstaat, von denen er sich aber abgekapselt hat. Eines Tages möchte sein Bruder allerdings als Kongressabgeordneter kandidieren, und damit er auch die einfachen Leute abholt, bittet er Blue Gene darum, bei seinen Wahlkampfveranstaltungen teilzunehmen. Dabei entspinnt sich ein tiefes Bild der amerikanischen Gesellschaft und macht sich, anders, als man vielleicht vermuten mag, nicht über Leute lustig, sondern will sie verstehen. Auch hier eine unbedingte Empfehlung!
In der nächsten Folge erwartet euch etwas Besonderes, was wir zuvor noch nie im Podcast gemacht haben. Ihr dürft also gespannt sein – Und bis dahin, lest was Gutes!
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Titel: Freaks
Titel: Vincent
Titel: Heartland
Der Beitrag Special: Joey Goebel erschien zuerst auf Papierstau Podcast.
Premiere! Zum ersten Mal in der langen, 9-folgigen Geschichte des Nachtgeflüsters haben Robin und Tim einen Gast: Mara beehrt die beiden, um mit ihnen über drei Serie zu sprechen, die allesamt auf Netflix starten.
Zuerst geht es um die vierteilige Miniserie “When they see Us”, die unter der Feder und Regie von Ava DuVernay entstanden ist. Darin geht es um den Fall der Central-Park-Fives, in dem fünf unschuldige Jungen im Alter zwischen 14-17 Jahren beschuldigt werden, eine Frau vergewaltigt zu haben. Die Serie schafft es dabei mit geschickten Stilmitteln und Bezügen zu aktuellen Themen einen Fall nahe zu bringen, der traurigerweise wenig an Aktualität eingebüßt hat. Eine unbedingte Empfehlung.
Als zweites Sprechen sie über die fünfte Staffel von “Black Mirror”, in der Charlie Brooker drei neue Folgen zum Besten gibt. Dabei finden die drei vor Allem die erste Folge am spannendsten, während der Rest der Staffel eher seicht dahinplätschert. Etwas enttäuschend, gerade im Vergleich zu den anderen Staffeln.
Zum Schluss geht es um die deutsche Serie “How to sell Drugs online (fast)”, die in den letzten Wochen ziemlich hohe Wellen geschlagen und positive Kritiken bekommen hat. Dem können die drei nur zustimmen und schwärmen von den sechs Folgen.
Nächste Woche gibt es ein Special zu Joey Goebel, den wir vor kurzem im Interview hatten. Bis dahin – lest/zockt/schaut was Gutes!
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Der Beitrag Nachtgeflüster #9 erschien zuerst auf Papierstau Podcast.
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