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“Ich höre schon keine Nachrichten mehr", sagte mir vor ein paar Tagen eine Freundin. “Ich kann die vielen schrecklichen Nachrichten einfach nicht mehr hören." Oh ja, ich kann sie verstehen. Die Meldungen über Anschläge, Amokläufe, Kriegsgeschehen - ich fühle mich dem hilflos ausgeliefert. Kopf in den Sand oder Schutzpanzer anlegen, an dem alles abprallt - das wären meine liebsten Lösungswege, damit umzugehen.
Vor ein paar Tagen war ich auf einem “Abend der Versöhnung”. Ein messianischer Jude, also ein Jude, der den Glauben an Jesus Christus angenommen hat, und sein Freund, ein arabischer Christ, der in Gaza aufgewachsen ist, haben über ihren Weg erzählt. Sie sagten: Als wir Christ wurden, kamen wir beim Lesen des Neuen Testaments an die Stelle, an der Jesus sagt: ‘Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken. Das ist das wichtigste und erste Gebot. Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst (Matthäus 22:37-39).’ An anderer Stelle drückt Jesus es noch radikaler aus: ‘Liebet eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen (Matthäus 5,44–45).’ Wie soll das gehen, wenn wir jeden Tag Raketen über uns fliegen sehen? In Israel, wo durch den Abwehrschirm glücklicherweise kaum eine Rakete ein Ziel trifft. In Gaza, wo jede Rakete ein Ziel trifft. Wie wollen wir da Liebe füreinander empfinden? Aber Gott hat uns nicht herausgelassen aus diesem Gebot, sagen die beiden. Es steht unverrückbar dort und fordert uns heraus. Was können wir tun? Der erste Schritt ist zu beten. Denn das Gebet verändert Herzen. Wenn ich das Gebot der Feindesliebe ernst nehme, bin ich herausgefordert, radikal zu beten: für die israelischen Soldaten und für die Hamas-Kämpfer, für die Kriegsflüchtenden in Israel, in Gaza und in Syrien. Für die Angehörigen von Opfern auf beiden Seiten, für Gefangene in Gaza und in Israel. Für die Kinder, die mit Hass auf die jeweils anderen groß werden und diesen Hass dann als Erwachsene in Taten umsetzen. Wer die Not eines anderen mitfühlt, kann ihn nicht hassen. Wer Kontakt zum anderen sucht, vielleicht sogar eine Freundschaft beginnt, kann ihn nicht hassen. Wer für einen Menschen betet, kann ihn nicht hassen.
Aber was ist mit der Verheißung Gottes, als er zu Abraham sagt: “Deinen Nachkommen will ich dies Land geben (1. Mose 12,7)”? Die Verheißung bleibt. Aber wann sie sich endgültig erfüllt, steht in Gottes Willen, vielleicht auch erst in der Ewigkeit. Im Hier und Heute stehen wir in der Herausforderung der Nächsten- und auch der Feindesliebe. Denn Hass verhärtet unsere Herzen, macht sie hart wie ein Stein. Der Prophet Hesekiel erklärt, wie Gott es anders haben will: Und ich will ihnen ein anderes Herz geben und einen neuen Geist in sie geben und will das steinerne Herz wegnehmen aus ihrem Leibe und ihnen ein fleischernes Herz geben, damit sie in meinen Geboten wandeln und meine Ordnungen halten und danach tun. Wir können diesen Tag in der Ewigkeit sehen. Wir können aber auch heute schon daran arbeiten - mit dem Gebet.
Autor: Dorothee Döbler
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“Ich höre schon keine Nachrichten mehr", sagte mir vor ein paar Tagen eine Freundin. “Ich kann die vielen schrecklichen Nachrichten einfach nicht mehr hören." Oh ja, ich kann sie verstehen. Die Meldungen über Anschläge, Amokläufe, Kriegsgeschehen - ich fühle mich dem hilflos ausgeliefert. Kopf in den Sand oder Schutzpanzer anlegen, an dem alles abprallt - das wären meine liebsten Lösungswege, damit umzugehen.
Vor ein paar Tagen war ich auf einem “Abend der Versöhnung”. Ein messianischer Jude, also ein Jude, der den Glauben an Jesus Christus angenommen hat, und sein Freund, ein arabischer Christ, der in Gaza aufgewachsen ist, haben über ihren Weg erzählt. Sie sagten: Als wir Christ wurden, kamen wir beim Lesen des Neuen Testaments an die Stelle, an der Jesus sagt: ‘Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken. Das ist das wichtigste und erste Gebot. Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst (Matthäus 22:37-39).’ An anderer Stelle drückt Jesus es noch radikaler aus: ‘Liebet eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen (Matthäus 5,44–45).’ Wie soll das gehen, wenn wir jeden Tag Raketen über uns fliegen sehen? In Israel, wo durch den Abwehrschirm glücklicherweise kaum eine Rakete ein Ziel trifft. In Gaza, wo jede Rakete ein Ziel trifft. Wie wollen wir da Liebe füreinander empfinden? Aber Gott hat uns nicht herausgelassen aus diesem Gebot, sagen die beiden. Es steht unverrückbar dort und fordert uns heraus. Was können wir tun? Der erste Schritt ist zu beten. Denn das Gebet verändert Herzen. Wenn ich das Gebot der Feindesliebe ernst nehme, bin ich herausgefordert, radikal zu beten: für die israelischen Soldaten und für die Hamas-Kämpfer, für die Kriegsflüchtenden in Israel, in Gaza und in Syrien. Für die Angehörigen von Opfern auf beiden Seiten, für Gefangene in Gaza und in Israel. Für die Kinder, die mit Hass auf die jeweils anderen groß werden und diesen Hass dann als Erwachsene in Taten umsetzen. Wer die Not eines anderen mitfühlt, kann ihn nicht hassen. Wer Kontakt zum anderen sucht, vielleicht sogar eine Freundschaft beginnt, kann ihn nicht hassen. Wer für einen Menschen betet, kann ihn nicht hassen.
Aber was ist mit der Verheißung Gottes, als er zu Abraham sagt: “Deinen Nachkommen will ich dies Land geben (1. Mose 12,7)”? Die Verheißung bleibt. Aber wann sie sich endgültig erfüllt, steht in Gottes Willen, vielleicht auch erst in der Ewigkeit. Im Hier und Heute stehen wir in der Herausforderung der Nächsten- und auch der Feindesliebe. Denn Hass verhärtet unsere Herzen, macht sie hart wie ein Stein. Der Prophet Hesekiel erklärt, wie Gott es anders haben will: Und ich will ihnen ein anderes Herz geben und einen neuen Geist in sie geben und will das steinerne Herz wegnehmen aus ihrem Leibe und ihnen ein fleischernes Herz geben, damit sie in meinen Geboten wandeln und meine Ordnungen halten und danach tun. Wir können diesen Tag in der Ewigkeit sehen. Wir können aber auch heute schon daran arbeiten - mit dem Gebet.
Autor: Dorothee Döbler
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