Ossip Mandelstam war jüdisch-russischer Dichter und Schriftsteller und hätte in diesem Jahr seinen 125. Geburtstag gefeiert. 1891 in Warschau geboren, wuchs Ossip Mandelstam in Pawlowsk und St. Petersburg auf. In Paris und Heidelberg studierte er vor allem französische Literatur. Später trat er in St. Petersburg der Dichtergruppe der Akmeisten um Nikolaj Gumijow und Anna Achmatowa bei. Es erschienen seine Gedichtsbände „Der Stein“ und „Tristia“, einige Jahre später der erste Prosaband „Das Rauschen der Zeit“, ein Portrait des vorrevolutionären Russlands, der „kränklichen Ruhe“ vor dem großen Sturm.
Seine Reisen führten ihn nach Armenien, Georgien und in den Kaukasus. Sein lyrisches Werk „Die Reise nach Armenien“ aus dem Jahre 1931 löste einen politischen Skandal aus. Sein satirisches Gedicht über Stalin wurde ihm zum Verhängnis. 1934 wurde Mandelstam verhaftet und verbannt. Ossip Mandelstam verstarb am 27. Dezember 1938 in einem Transitlager für Zwangsarbeiter, einem stalinistischen Gulag bei Wladiwostok.
Das „Zentrum russischer Kultur in München“ (MIR) hat am 15.06. in den Vortragssaal der Bibliothek des Münchner Gasteigs geladen, um das Leben von Ossip Mandelstam in einer musikalischen Lesung noch einmal Revue passieren zu lassen. Die Schauspieler Klaus Münster und Nina Bernreuther lasen die deutschen Texte, die Künstler Anja und Jurij Diez lasen auf Russisch. Sie wurden von der Sängerin Svetlana Prandetskaya und von Andrey Parfinovich an der Gitarre begleitet. Die Veranstaltung fand in Kooperation mit der „Gesellschaft zur Förderung jüdischer Kultur und Tradition“ statt.