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Radio München episodes

  • Die Herrschaft wegwerfen - von Gunther Sosna
    Wer baut die Straßen, wenn wir keinen Staat haben? Das ist eine dieser Fragen, die sofort auftauchen, wenn die Notwendigkeit eines Staates infrage gestellt wird. Wer stellt die Gerichte, wer die Polizei? Seit nunmehr zweihundert Jahren ist das Leben in parlamentarischen Strukturen für die Menschen so selbstverständlich wie für den Fisch das Wasser. Eine Abwesenheit des Staates ist kaum vorstellbar. Fest verankert in den Köpfen ist der Glaube, der Staat stelle ein Bollwerk gegen den Einfluss der Reichen und Mächtigen dar.
    Nietzsche nannte den Staat „das kälteste aller Ungeheuer“. Ist der Staat lediglich Rahmengeber für die Einflussnahme durch Macht und Geld? Der Staat zeigt sich in seiner demokratischen Verfasstheit zahm. Doch jetzt, wo der ökonomische Mechanismus des Systems rauere und entbehrungsreichere Zeiten abverlangt, kommt Nietzsches Ungeheuer zum Vorschein. Die etatistische Bevölkerung kann oder will kein Ungeheuer erkennen. Was könnte denn bleiben, wenn der Staat als Ordnungsrahmen, Taktgeber und Elternersatz wegfällt?
    Der Autor Gunther Sosna rief das staatskritische Gedankengut des Anarchisten und Pazifisten Erich Mühsam in Erinnerung. Der rüttelte zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit eindrücklichen Texten an dem Weltbild, wonach das Leben in einem Staat alternativlos sei. Mühsam zeigte auf, dass das System Staat, ganz gleich wie human es sich ausnimmt, am Ende immer auf die Herrschaft von Menschen über andere Menschen hinausläuft. Hören Sie Gunther Sosna‘s Erinnerungstext „Die Herrschaft wegwerfen“, der zunächst bei Manova erschienen war. https://www.manova.news/artikel/die-herrschaft-wegwerfen
    Sprecher Ulrich Allroggen.
    16 min
  • Es war einmal ... Nancys innere Sicherheit
    ... ein politsatirisches Märchen von Isa Mitza:
    Seit sich Nancy mit der Kriminalstatistik auseinander gesetzt hat und anonyme Textnachrichten bekommt, traut sie sich nicht mehr aus dem Haus. In dieser Nacht wird sie jedoch in ihren eigenen vier Wänden mit überraschendem Besuch konfrontiert, der ein strenges Wörtchen mit ihr zu reden hat.
    14 min
  • Corona - Aufarbeitung im Bundestag - Eine Meldung von Paul Schreyer
    Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht... heißt es im Volksmund. Und die Lügengebäude werden immer höher. Lügen werden der Regierung, den der Regierung unterstellten Leitern der Behörden wie Robert-Koch- oder Paul-Ehrlich-Institut oder den Corona-Maßnahmen-Kritikern von Anfang dieser sogenannten Pandemie an vorgeworfen. Wer soll nun wie eine Aufarbeitung der umfassenden Freiheitseinschränkungen und Verletzungen des Rechts auf körperliche Unversehrtheit in die Wege leiten? Hören Sie eine aktuelle Meldung dazu von Paul Schreyer vom Magazin Multipolar, der die Sitzungsprotokolle des RKI, die sogenannten RKI-Files freigeklagt hatte.
    6 min
  • #friedensnoten 59 - Das weiche Wasser - von Dieter Dehm
    #friedensnoten 59 -
    Diether Dehm kann mit Fug und Recht der Popstar unter den linken Politikern genannt werden. Er schrieb und produzierte Hits wie „1000 und eine Nacht“ und sang auch selbst „Bella Ciao“ oder „7 Tage lang“. Für Arbeiter- und Protestlieder hat er ein besonderes Faible. In den frühen 80er-Jahren gab es in Deutschland eine machtvolle Friedensbewegung. Im Gegensatz zu heute nannte man sie damals eher „links“. Von Kriegstreibern wurden sie natürlich dennoch bekämpft. Dies ist die Geschichte eines Liedes, das zugleich ein Stück Zeitgeschichte ist — als Friedenslied wie in anderer Version auch als Parteilied der SPD, zu dem noch Willy Brandt den Anstoß gegeben hatte. Dabei zeigt sich Textdichter Dehm prophetisch: Zitat: „Europa hatte zweimal Krieg. Der nächste wird der letzte sein.“ Hören Sie seinen Text zur Aktion #Friedensnoten.
    7 min
  • Den Hass hassen - Von Nicolas Riedl
    Der Hass wird gerade inflationär. Ganz München, ganz Hamburg, ganz Bielefeld hasst die AfD. Ich lese Titel wie: „Woher kommt der Hass gegen die Hässlichkeit?“ oder „Zahlreiche Festnahmen bei Israel-Hass-Demo in Neukölln“. Das von der Bundesregierung geförderte Kompetenznetzwerk gegen Hass im Netz hat fünf Unterorganisationen und eine Menge Programme aufgelegt, um diesem Hass Herr zu werden. Mitunter steht auf Demonstrationsplakaten: „Hass ist keine Meinung“. Aber was ist denn dieser Hass? Wie wird er gefühlt und wie wird der Begriff genutzt?
    Der Autor Nicolas Riedl hat sich seine Gedanken dazu gemacht und einen Text mit dem Titel: „Den Hass hassen“ verfasst.
    Sprecher: Karsten Troyke
    14 min
  • Eine Stunde Klassik! Hat Brahms Hans Rott getötet?
    Der Münchner Pianist und "Musikdurchdringer" Jürgen Plich stellt jeden Dienstag um 20 Uhr große klassische Musik vor. Er teilt seine Hör- und Spielerfahrung und seine persönliche Sicht auf die Meisterwerke. Er spielt selbst besondere, unbekannte Aufnahmen, erklärt, warum die Musik so und nicht anders klingt und hat eine Menge aus dem Leben der Komponisten zu erzählen.
    Sonntags um 10 Uhr in der Wiederholung.
    1 hr 1 min
  • Der Ort der Schande - von Sabrina Khalil
    Ist es Völkermord, was Israel als Antwort auf den Angriff der Hamas seit Oktober 2023 der gesamten Bevölkerung in Gaza gibt? In Den Haag wird diese Frage durch eine Klage von Südafrika gegen Israel und durch eine Anzeige von Nicaragua gegen Deutschland wegen seiner Kriegsunterstützung verhandelt.
    Ist es psychologisch möglich, dass die deutsche Nation aus historischer Schuld eine Nibelungentreue entwickelt, die Israel bis in einen Völkermord begleitet? In weiten Teilen der Welt wird die israelische Verteidigung in Gaza nicht mehr als solche wahrgenommen. In den USA weiten sich die Demonstrationen an den Universitäten gegen Waffenlieferungen an Israel aus und lassen an die Proteste gegen US-initiierte Kriege erinnern.
    Auch wenn die Deutsche Außenministerin Baerbock mit dem Israelischen Premier bezüglich der durch die Israelischen Bombardements ausgelöste Hungerkatastrophe in Disput geraten sein soll: Die Deutschen Waffenlieferungen, die das Leid mit verursachen, bleiben unbehandelt. Jetzt klagt auch die Menschenrechtsorganisation European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) gegen die Bundesregierung beim Berliner Verwaltungsgericht, mit dem Ziel, die deutschen Exportgenehmigungen für Waffenlieferungen nach Israel aufzuheben.
    Sabrina Khalil hat den, seit einem halben Jahr andauernden Feldzug, ungefiltert bilanziert. Hören Sie hierzu ihren Text „Der Ort der Schande“.
    23 min
  • 50 Jahre Nelkenrevolution in Portugal - von Christa Dregger
    Heute vor fünfzig Jahren in Portugal steckten Revolutionäre den Soldaten Nelken in ihre Gewehrläufe oder hefteten sie an deren Uniformen. Eine für unüberwindbar gehaltene Diktatur fand am 25. April 1974 ein friedliches Ende. Wenngleich das neu erlangte Glück Portugals nicht ewig währte. Zum einen lassen sich Jahrzehnte unter Herrschaft einer Diktatur in der Volksmentalität nicht gleich abschütteln. Und zum anderen ließ die unsichtbare Hand der „freien Märkte“ nicht lange auf sich warten, um das Land unter dem Deckmantel der Freiheit auszuplündern. Obgleich die ernüchternde Realität einer globalisierten Welt auch in Portugal Einzug hielt, lassen sich die Knospen und Blüten der Freiheit und der Lebensfreude nicht zertreten.
    Die Autorin Christa Dregger verbrachte eine lange Zeit in der westlichsten Flanke Europas. Anlässlich eines halben Jahrhunderts Nelkenrevolution verfasste sie den Beitrag „50 Jahre Nelkenrevolution in Portugal“, der zunächst im Zeitpunkt-Magazin erschienen war. https://zeitpunkt.ch/50-jahre-nelkenrevolution-portugal
    Sprecher: Ulrich Allroggen
    Bild: KI
    19 min
  • Correctiv zu Ende gedacht - von Peter Löcke
    Zu Märchen hat Deutschland im 21. Jahrhundert ein ambivalentes Verhältnis. Hatte das Sommermärchen 2006 die Nation noch geeint, so hat das winterliche Lügenmärchen aus den Federn von Correctiv selbige gespalten. Noch mehr gespalten als sie ohnehin schon ist.
    Jean Peters ist das, was dabei herauskommt, wenn man die Gebrüder Grimm bei Wish bestellt. Nach eigener Aussage entwickelt der Journalist Aktionen und erfindet Geschichten, mit denen er in das politische und ökonomische Geschehen interveniert. Sein jüngstes und erfolgreichstes Märchen, bei dem er federführend mitschrieb, handelt von einem Geheimtreffen. Dort seien zwielichtigen Personen zugegen gewesen, so zwielichtig, dass man das Treffen als „Wannseekonferenz 2.0“ titulierte, also als eine Folgeveranstaltung eines nationalsozialistischen Geheimtreffens im Jahr 1942. Doch die als Journalisten getarnten Märchenschreiber machen sich nichts aus den Unterstellungen, die die gesamte Erzählung wie ein roter Faden durchzieht. So sollen sinistre Kräfte auf dieser Konferenz Deportationspläne gesponnen haben. Als Spinnerei sollte sich das nach und nach entpuppen, was jedoch nichts an der Tatsache änderte, dass Millionen Bürger gegen ein wie auch immer geartetes Rechts auf die Straße gingen. Das letztendliche Auffliegen des Märchens änderte auch nichts an dem nun entfachten und ungebremst fortgeführten Kampf gegen das Phantom der omnipräsent rechten Umtriebe.
    Als wäre das nicht realtitätsenthoben genug. Nun hat ein Künstler-Kollektiv einen dystopischen Propaganda-KI-Videoclip erstellt. Dieser zeichnet in immersiven Bildern eine Dystopie von Deutschland im Jahr 2060. Die Realität wird dabei vom Fuß auf den Kopf gestellt und das eigene totalitäre Gebaren auf das Gegenüber projiziert.
    Der dreiminütige Clip hat das Correctiv-Märchen zu Ende gedacht. Und der Autor Peter Löcke hat „Correctiv zu Ende gedacht“. Hören Sie seinen Text, der zunächst im Club der klaren Worte erschienen war: https://clubderklarenworte.de/correctiv-zu-ende-gedacht/
    Sprecherin: Sabrina Khalil
    Bild: Screenshot aus "Oma, was war nochmal dieses Deutschland?", bei Minute 01:37 © Ponywurst Productions: https://youtu.be/1TCAbixhyj4?si=EQa-r-gGzu2IPy5i&t=97
    14 min

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